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Autor Thema: ZAF Konkurrenz-Geschäftsidee  (Gelesen 1664 mal)
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Beiträge: 941


« am: 16. Dezember 2008, 00:06:35 »


Mich wundert, dass es zu den ZAF,s  keine Konkurrenzmodelle gibt.

Doch ähnliches gibt es in der Landwirtschaft, nennt sich Betriebshilfsdienst.
Die Bauern zahlen jeweils einen Beitrag und können bei Bedarf jemand anheuern.

Eigentlich müssten sich ja nur einige Leute eines bestimmten Berufsstandes zusammenschließen und sich „nur“ für die „sauberen Einsätze“ und halt nur für das Berufsfeld als Urlaubs, Krankheitsvertretung echte Mehrarbeit (wegen Saison) anbieten.

Da es keine hohen Verwaltungskosten gebe (man rekrutiert ja keine neuen Mitarbeiter) könnte man kostensparender wie eine herkömmliche ZAF zu einem passablen Stundensatz  kommen. Außerdem bietet man ja fachliche Qualität, da ja nur ein Berufsfeld abgedeckt wird.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass das z. B. auf kl. oder mittlere Handwerksbetriebe wesentlich seriöser und transparenter wirkt, wie eine herkömmliche ZAF.

Für die Mitglieder des Modells wäre die Arbeit auch angenehmer, weil sie ja selbständig handeln dürfen.

Habe zwar nicht so viel Erfahrungen mit ZA, muss mich aber immer wieder in diesem Metier bewerben,  da kam mir nun spontan diese Idee.

Wie sehen das Modell nun die erfarenden ZA? Wie gesagt, kein ausgereiftes Modell, nur mal eine Idee.
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toastbrot


Beiträge: 39


« Antworten #1 am: 16. Dezember 2008, 19:21:28 »

interessante idee,
das problem seh ich darin, dass die entleihenden unternehmen kostendrückerei betreiben und die ZAN nur dann bestellen/zahlen wenn diese gebraucht werden und es sich rechnet, die ZAFs nur dann was verdienen, wenn sie ihre Zeitarbeiter im Einsatz haben.
 um eine "faire ZAF-Genossenschaft" zu betreiben müssten die unternehmen ständig was zahlen und bei spitzenzeiten ("ernte") wär trotzdem nicht sicher, dass sie auch wirklich die kräfte bekommen die sie brauchen, zudem bestünde ein nicht unerhebliches misbrauchsrisiko, dass das gezahlte geld in form von dauerbedarsmeldungen wieder zurückgeholt wird.
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Beiträge: 941


« Antworten #2 am: 16. Dezember 2008, 22:26:44 »

Zitat von: toastbrot
das problem seh ich darin, dass die entleihenden unternehmen kostendrückerei betreiben und die ZAN nur dann bestellen/zahlen wenn diese gebraucht werden und es sich rechnet, die ZAFs nur dann was verdienen, wenn sie ihre Zeitarbeiter im Einsatz haben.

Man müsste den Unternehmen schon plausibel verklickern, gute Arbeit geht nur mit genug Geld Wink

Jedes Mitglied der Genossenschaft oder des Verbandes zahlt einen Beitrag und darf auch nur bei geprüften Bedarf anfordern.
In Sitzungen kann man untereinander über alles diskutieren.

So ähnlich läuft zumindest das Landwirtschafts-Modell.

Saisonarbeit müsste man eigentlich auch ausklammern. (ist bei dem genannten Beispiell wohl auch so)
Dafür gibt es Studentenjobvermittlungen oder ähnliches.

Warum soll das Modell vom Ursprung her (individuelle Abwandlungen sind sicher nötig) nun bei anderen Branchen nicht funktionieren?




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Globalloser


Beiträge: 330


« Antworten #3 am: 17. Dezember 2008, 07:10:17 »

na ganz einfach weil du keine kunden bekommen tust, ausbeutung hat sytem die wirtschaft will das genau so wies jetzt ist ,und wer traegt das unternehmerische risiko , wen keine arbeit da ist ,deine genossen die nix auf der hohen kante haben ,traeumen darfste ja ,aber nicht zu viel Grin
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no country for old man
Schimmelreiter


Beiträge: 244


« Antworten #4 am: 17. Dezember 2008, 22:05:14 »

Theoretisch ist das schon machbar.
Gerade im Handwerksbereich sind mir schon öfter Ein-Mann-ZAF begegnet, d.h. Leute, die einfach nur sich selbst verleihen. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man bei diesen Handwerksbetrieben mit besser motivierten Mitarbeitern durchaus ankommen könnte.

Die Frage ist, ob man dabei wirklich so wählerisch sein könnte, wie Du das unterstellst: "Geprüfter Bedarf", usw.
Da kann man dann T-Shirts drüber batiken, ob man dem 6-Mann-Elektrobetrieb, der einen Auftrag über die Modernisierung von 120 Wohneinheiten gezogen hat, für die er gerne zusätzliche 6 Mann hätte um den Auftrag in 10 statt 20 Wochen fertigstellen zu können, die 6 Mann gibt, oder ob man ihn mit dem Kommentar, er könne ja für die 10 Wochen selber einstellen, abblitzen läßt.
Wer was als vorübergehenden Bedarf definiert, ist nun einmal fließend.

Ich würde sogar fast davon ausgehen, daß Handwerksbetriebe am ehesten tatsächlich einfach nur echte Auftragsspitzen mit ZAF abdecken und auch am ehesten bereit sind, gute Leute zu übernehmen (Und mir sind persönlich und aus erster Hand mehrere LAN bekannt, die nicht übernommen werden wollten), während es die großen Industriebetriebe sind, die im großen Stil Heere von dauerhaft entliehenen Billigarbeitern generieren, ohne daß der Bedarf tatsächlich rein vorübergehender Natur wäre.
Da spielt dann die Bilanzfälschung (LA läuft über Materialaufwand, nicht die Lohnbuchhaltung) und Korruption (Entleiher zahlt Phantasiestundensätze und das Geld fließt dann über dunkle Kanäle an die korrupten Schweine in der Abteilung zurück) eine viel größere Rolle.
Da kommst Du mit seriösen Methoden eh nicht rein, so daß das Problem der Bedarfsprüfung eh nicht entsteht.

Nur um mal denen einen Eindruck zu verschaffen, die sich bei 21 EUR Stundensatz so gerne verrechnen (Nein, da steckt sich bei 10 EUR/h die ZAF nicht die Hälfte weg, wenn man die Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungen, Rücklagen für Urlaub, Krankheit etc. korrekt draufrechnet):
Ich rede von Stundensätzen von 60-70 EUR für Facharbeiter. Wenn das mal nicht leicht danach müffelt, als müsse der Einkäufer beim Entleihbetrieb seinen Urlaub nicht selber bezahlen...
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Kuddel


Beiträge: 11355


« Antworten #5 am: 12. April 2018, 21:32:25 »

Die Idee, sich selbst zu verleihen, kommt gelegentlich auf. Jetzt auch in Görlitz.

Zitat
Bombardier-Leiharbeiter wollen kämpfen
Der Görlitzer Standort bleibt, das freut auch die 500 Zeitarbeiter. Aber ihre Perspektive ist schlecht, deshalb werden sie jetzt laut.
https://www.sz-online.de/nachrichten/bombardier-leiharbeiter-wollen-kaempfen-3910216.html

Auch wenn ich davon nicht begeistert bin, halte ich es für wichtig über so etwas zu berichten.
Selten genug schließen sich Leiharbeiter zusammen um gemeinsam etwas zu erreichen.

https://www.zukunftsschiene.de/

Naja, mit der IG Metall als Partner kommt wohl auch nichts gescheiteres dabei heraus.
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