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Autor Thema: Obdachlosigkeit  (Gelesen 5800 mal)
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beickmann


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« am: 22. Dezember 2008, 17:05:07 »

Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«,sagt Rolf Keichel, Vorstandsmitglied des Fachverbands Evangelische Obdachlosenhilfe. »Wir können uns gar nicht vorstellen, was es heißt, bei Minustemperaturen draußen zu leben.«Eine Nacht in klirrender Kälte bedeutet immer Lebensgefahr. Erst vor wenigen Tagen erfror ein Obdachloser in Wismar, im November ein Mann in Soest, im September ein Dresdner in seinem Nachtlager im Park.


Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php
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"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)
Kater


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« Antworten #1 am: 21. Dezember 2009, 18:17:13 »

Audimax der Uni Wien geräumt

Über zwei Monate lang hielten Wiener Studenten das Audimax besetzt und teilten es am Ende mit Obdachlosen. Kurz vor Weihnachten hat das Rektorat Österreichs größten Hörsaal räumen lassen. Die Besetzer in Wien und anderswo versprechen: Nach den Ferien geht's weiter.

Hier begann die Welle der Studentenproteste unter dem Motto "Uni brennt": Seit 22. Oktober hatten Studenten das Audimax der Universität Wien besetzt gehalten. Am Montagmorgen jedoch räumte die Polizei den größten Hörsaal Österreichs und beendete damit eine Protestaktion, die in Österreich und Deutschland viele Nachahmer unter demonstrierenden Studenten gefunden hatte. Die Wiener Studenten verließen das Audimax ohne Widerstand. Andernorts dauern die Hörsaalbesetzungen indes weiter an.

Nach Angaben eines Polizeisprechers fanden die Beamten am Morgen rund 15 Studenten und 50 Obdachlose, die dort seit Einbruch des Winters mit den Besetzern campierten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,668430,00.html
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Pinnswin


Beiträge: 4126



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« Antworten #2 am: 16. Januar 2010, 22:23:35 »

http://www.sueddeutsche.de/panorama/993/453682/text/

Zitat
... Obdachlose sind der Kältewelle schutzlos ausgeliefert. Eine Frau ist in der Nacht auf Donnerstag in ihrem Zelt erfroren.
Bei klirrendem Nachtfrost ist eine 58-jährige Obdachlose in Igel (Kreis Trier-Saarburg) in ihrem Zelt erfroren. Ihr Begleiter fand sie am Donnerstagmorgen tot vor...

Ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen...

Zwei Kältetote in Frankreich, mehr als 70 in Polen...

Damit Obdachlose den eisigen Temperaturen nicht ganz schutzlos ausgeliefert sind, bleiben in Berlin ab einer Temperatur von minus drei Grad einige U-Bahnhöfe auch nachts geöffnet. Geduldet werden Obdachlose während der Kältewelle auch in den Bahnhöfen der Kölner U-Bahn. In Hamburg und München sind die Stationen nachts dagegen weiter geschlossen.

(AP/dpa/AFP/hai/ihe)

« Letzte Änderung: 16. Januar 2010, 22:26:41 von Pinnswin » Gespeichert

Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Kuddel


Beiträge: 10147


« Antworten #3 am: 05. Oktober 2015, 12:10:54 »

Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt um die Hälfte

Die Wohnungsnot in Deutschland nimmt zu. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe leben inzwischen Zehntausende auf deutschen Straßen.


In Deutschland leben immer mehr Menschen auf der Straße. Die Zahl der Obdachlosen sei in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent auf rund 39.000 gestiegen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Berlin mit. Die Gesamtzahl der Wohnungslosen liegt noch weit höher: Insgesamt hatten der Schätzung zufolge im Jahr 2014 335.000 Menschen keine Wohnung. Zu dieser Zahl zählen neben Obdachlosen auch Menschen, die zwar nicht auf der Straße leben, aber in Notunterkünften oder Wohnheimen leben – also auch Asylbewerber in Auffangstellen.

Die BAWG erwartet bis 2018 einen weiteren Anstieg der Wohnungslosen um 61 Prozent. Knapp 540.000 Menschen werden dann keine Wohnung haben. Ursachen für die steigende Wohnungslosigkeit sind nach Ansicht des Verbands hohe Mieten und die Verarmung unterer Einkommensgruppen.

Der Verband forderte den Bau von mindestens 150.000 preiswerten Wohnungen. In Deutschland gebe es zu wenige Sozialwohnungen. Gleichzeitig nutzten zu wenig Klein- und Mittelstädte die gesetzlichen Möglichkeiten zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit.

Zwei von drei Wohnungslosen sind laut Verband alleinstehend. Meist sind Männer betroffen, etwas mehr als ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen wird auf neun Prozent geschätzt. Etwa ein Drittel der Wohnungslosen habe Migrationshintergrund. Alle Angaben der Arbeitsgemeinschaft beruhen auf Schätzungen. Eine bundeseinheitliche Statistik gebe es nicht, beklagte die Wohnungslosenhilfe.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/deutschland-studie-obdachlosigkeit
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Pappel-Max


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« Antworten #4 am: 05. Oktober 2015, 18:12:06 »

Wohnungsnot steigt drastisch

335.000 Menschen ohne Bleibe, die Zahl der Menschen ohne Wohnung ist in den vergangenen zwei Jahren um 18 Prozent auf 335.000 gestiegen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird und fordern den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr.

http://www.tagesschau.de/inland/wohnungsnot-101.html
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Kluge Leute lernen auch von ihren Feinden.
Aristoteles (384-322 v.Chr.)
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)
dagobert


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« Antworten #5 am: 05. Oktober 2015, 18:56:46 »

Ich verlinke mal zum "Orignial"  Wink:
Zitat
Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf neuem Höchststand

http://www.bagw.de/de/presse/index~81.html

http://www.bagw.de/
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tleary


Beiträge: 310


« Antworten #6 am: 02. Dezember 2015, 13:09:33 »

Zitat
Erfurt | Am heutigen Dienstagvormittag (01.12.2015) gegen 11.20 Uhr kam es in Erfurt zu einem größeren Polizeieinsatz, nachdem ein 48-Jähriger seinen Suizid ankündigte. Dem Mieter war bereits im September gekündigt worden. Er hatte jedoch noch Zeit bekommen, sich eine neue Wohnung zu suchen.

Wie Polizeisprecher Dominique Schuh gegenüber SEK-Einsatz.de sagte: „Dem Mann drohte in naher Zukunft eine Zwangsräumung. Dieses könnte der Auslöser für die psychische Ausnahmesituation des Mannes gewesen sein.“

Durch die Feuerwehr wurde in der weiteren Folge die Hauseingangstür sowie eine Scheibe der Wohnungstür geöffnet. Als der Wohnungsinhaber die Beamten erblickte, ging er mit einem Handbeil auf diese los. Anschließend zog sich der 48-Jährige in die Wohnung zurück, verbarrikadierte sich und drohte mit seinem Tod. Um eine Gefährdung für den Mann und den Einsatzkräften auszuschließen, wurde ein Spezialeinsatzkommando und Verhandlungsgruppe der Polizei hinzugezogen.

Da der 48-Jährige sich nicht zur Aufgabe überzeugen ließ, erfolgte Stunden später gegen 15 Uhr der Zugriff durch das SEK. Dabei ging der Mann mit einem Handbeil auf die Kräfte los und verletzte einen SEK-Beamten an der Hand schwer. „Lebensgefahr besteht für den Beamten nicht„, so Polizeioberkommissar Dominique Schuh. Um den weiteren Angriff abzuwehren, wurde ein Schuss auf den 48-Jährigen abgegeben. Dieser wurde dabei ebenfalls schwer verletzt.

Beide Verletzten wurden nach medizinischer Erstversorgung in eine Klinik gebracht. Wie POK Schuh soeben mitteilte, verstarb der 48-Jährige kurze Zeit später in der Klinik.

Die genauen Umstände sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei.

SEK-Einsatz.de wünscht dem verletzten Kollegen eine schnelle und völlständige Genesung.
"Die genauen Umstände" stellen sich so dar, daß der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose) von den Bullen erschossen wurde, weil er sich weigerte, sich einfach so in die Obdachlosigkeit abschieben zu lassen. Aber der eigentliche Grund der Untersuchung wird wie immer in solch einem Fall sein, die Polizei von jeglicher Schuld ganz offiziell freizusprechen. Stichwort "Notwehr", wobei natürlich dabei außer acht gelassen werden wiurd, daß das SEK hier der Angreifer war und in die Wohnung wollte.
Auch sehr aufschlußreich die Darstellung dieser Meldung auf dem MDR: Der Mieter sei beim Einsatz "verstorben". Daß er von einem SEK'ler erschossen wurde, wurde gar nicht explizit gesagt.
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2015, 13:12:11 von tleary » Gespeichert
Troll
Abused Frog


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« Antworten #7 am: 02. Dezember 2015, 17:51:30 »

Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Kuddel


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« Antworten #8 am: 02. Dezember 2015, 17:55:36 »

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.
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dagobert


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« Antworten #9 am: 02. Dezember 2015, 19:04:02 »

der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose)
?
Kann ich aus deinem Zitat nicht entnehmen.

Im Übrigen wäre (generell) ein Link zur Quelle wünschenswert.
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Rudolf Rocker
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« Antworten #10 am: 02. Dezember 2015, 19:50:43 »

Zitat
In Wohnung verbarrikadierter Mann bei Polizeieinsatz getötet
http://www.mdr.de/nachrichten/raeumung-schuesse-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Zitat
Staatsanwaltschaft prüft tödlichen Einsatz des SEK
http://www.mdr.de/nachrichten/sek-einsatz-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
dagobert


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« Antworten #11 am: 02. Dezember 2015, 20:24:50 »

Danke, Rudi.

Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz *würgh* AAAAAh
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Kuddel


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« Antworten #12 am: 05. Dezember 2016, 19:34:00 »

Zitat
Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Sie wuchs von 248.000 Personen im Jahr 2010 auf zuletzt 335.000, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Betroffen waren 29.000 Kinder und 306.000 Erwachsene, davon mit 220.000 Personen der Großteil Männer. Die Bundesarbeitsgemeinschaft prognostizierte bis 2018 einen Zuwachs auf 536.000 wohnungslose Menschen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-12/wohnen-zahl-der-wohnungslosen-steigt
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BGS
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« Antworten #13 am: 05. Dezember 2016, 20:20:39 »

Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.

Das ist die Sache, genial auf den Punkt gebracht.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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« Antworten #14 am: 25. Dezember 2016, 17:33:40 »

Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt stark an

In Hannover müssen immer mehr Menschen ohne Wohnung zurechtkommen. Die Zahl der Obdachlosen, die in städtischen Notunterkünften leben, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. 1100 sind es derzeit, die Zahl steigt jährlich um 10 Prozent. Das teilte die Verwaltung auf Anfrage der CDU im Bezirksrat Mitte mit.


Der Anstieg deckt sich mit den Beobachtungen der Sozialdienstleister vor Ort: Gut 3000 Obdachlose in Hannover war die geschätzte Zahl des Diakonischen Werks im vergangenen Jahr, ein Zehntel davon auf der Straße lebend und im Freien übernachtend. Aber Leiter und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes sagt schon jetzt: „Wir gehen auf die 4000 zu.“
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zahl-der-Obdachlosen-in-Hannover-steigt-stark-an
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Rudolf Rocker
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« Antworten #15 am: 25. Dezember 2016, 17:46:56 »

Zitat
Unbekannte wollten Obdachlosen im U-Bahnhof anzünden
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/12/unbekannte-zuenden-obdachlosen-an-u-bahnhof-schoenleinstrasse-be.html
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« Antworten #16 am: 28. Januar 2017, 18:04:13 »

Zitat
Samstag, 28. Januar 2017

20.000 Menschen ohne Wohnung

Berlin wird Hauptstadt der Obdachlosen


Von Thomas Schmoll

Die Zahl der Menschen ohne Wohnung erreicht in der Millionenmetropole Rekorde. Das Problem ist inzwischen überall sichtbar. Dahinter stecken dramatisch steigende Mieten, Wohnungsmangel und Einwanderung.

Als Flüchtlinge in einem Berliner U-Bahnhof versuchten, einen obdachlosen Polen anzuzünden, war die Aufregung groß. Doch das Hauptaugenmerk richtete sich vor allem auf die Fieslinge: mutmaßlich sechs Syrer und ein Libanese. Das Thema Obdachlosigkeit stand meist im Hintergrund. Nun aber, wo Eiseskälte herrscht, rückt es in den Fokus einer sehr breiten Öffentlichkeit – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.   
(...)



http://www.n-tv.de/panorama/Berlin-wird-Hauptstadt-der-Obdachlosen-article19626697.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook&utm_campaign=n-tv+der+nachrichtensender
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« Antworten #17 am: 15. Juni 2017, 13:08:16 »

Ich hatte überlegt, ob ich den Bericht nicht unter "Krieg den Armen" wegordne.

Ich belasse es mal hier, denn das Thema "wohnen" ist ein eigenes Feld.


Hier wird den Arbeitenden ihr Lohn geklaut.
Hier beginnt die soziale Auslese. Die weniger Zahlungskräftigen werden aus den Innenstädten vertrieben.
Hier wird den Armen des Dach über dem Kopf genommen.

Zitat
Gentrifizierung
Anlaufstelle für Wohnungslose muss raus

In die Teestube Jona im Bahnhofsviertel kommen täglich 100 Menschen, jetzt wurde ihr kurzfristig gekündig. Der neue Eigentümer will das Gebäude hochwertig sanieren.


Seit mehr als 30 Jahren ist die Teestube Jona im Bahnhofsviertel Anlaufstelle für wohnungslose Menschen. Dort können sie sich aufhalten, bekommen Heißgetränke und Beratung. Nun droht der Teestube das Aus am Standort an der Pforzheimer Straße. Das Haus mit der Nummer 7 hat einen neuen Eigentümer; der will die soziale Einrichtung eilig rausschmeißen und sanieren.

Das Gebäude werde „komplett entkernt“, sagt er. Im Erdgeschoss, wo derzeit die Teestube untergebracht ist, werde eine größere Geschäftsfläche mit etwa 200 Quadratmetern entstehen. In den Obergeschossen plant Tolusic Wohn- oder Geschäftsräume „gehobenen Standards“.

Sollte die Teestube nicht gehen, werde er klagen. Zudem kündigt Tolusic an, die Bauarbeiten auch beginnen zu wollen, wenn die Teestube noch da ist.

„Er hat gesagt, dass er uns den Strom abstellen werde und dass Wasser durch die Decke kommen könne“, berichtet Nadine Müller von einem Gespräch mit dem neuen Eigentümer.

Er betont aber, er werde keine Zugeständnisse machen; er sei schließlich Geschäftsmann.
http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/gentrifizierung-anlaufstelle-fuer-wohnungslose-muss-raus-a-1296141

Der Kapitalismus produziert weltweit ähnliche Probleme...

Zitat
Hunderttausende Betroffene 
Russland lässt Wohnblocks abreißen

Mit großer Mehrheit hat das russische Parlament für das umstrittene Gesetz zum Abriss von Wohnblocks aus der Sowjetzeit gestimmt. Während draußen Dutzende dagegen protestierten und teilweise von der Polizei abgeführt wurden, beschloss die Duma die Umsiedlung von 1,6 Millionen Menschen in Moskau.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_81430522/moskau-1-6-millionen-menschen-verlieren-ihr-zuhause.html

Zitat
Hongkong:
Ein Küchen-Klo als Horror-Zuhause

Die Millionenmetropole Hongkong hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite besticht die Stadt durch ihren Wohlstand und Erfolg, andererseits leben viele Menschen in katastrophalen Verhältnissen. Diese Fotostrecke soll auf die Missstände hinter dem Glanz aufmerksam machen.
https://web.de/magazine/reise/leben-mini-wohnungen-hongkong-32375288

Zitat
Hongkong
Manager bezahlt 664.000 Dollar für einen Stellplatz


Gleichzeitig ist Bauland knapp, die Stadt liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Perlflusses.

Das lässt die Immobilienpreise in extreme Höhen steigen. Jüngstes Beispiel: Wie aus Akten des Grundbuchamts hervor geht, bezahlte ein leitender Manager einer Investmentfirma 664.000 Dollar - für einen Stellplatz. Laut Marktkennern ist das die höchste jemals für einen Parkplatz gezahlte Summe.

Örtliche Medien berichten, bei dem Käufer handele sich um einen Geschäftsführer der Huarong Investment Stock Corporation, einer Tochter eines chinesischen Staatskonzerns. Der Parkplatz ist damit teurer als viele Wohnungen in Hongkong. Ein 20-Quadratmeter-Apartment kostet derzeit beispielsweise rund 500.000 Dollar.

Als die Immobilientochter des Londoner Auktionshauses Christie's vor Kurzem ihr Ranking der teuersten Luxusimmobilien weltweit vorstellte, tauchte Hongkong gleich vier Mal unter den Top Ten auf. Die Millionenmetropole gilt damit als teuerster Immobilienstandort weltweit.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/hongkong-manager-kauft-parkplatz-fuer-664-000-dollar-a-1152093.html


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Kuddel


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« Antworten #18 am: 14. November 2017, 16:06:58 »

Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

"Die Zuwanderung hat die Gesamtsituation dramatisch verschärft, ist aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot", sagte Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W. Die wohnungslosen Flüchtlinge würden zwar im Regelfall weiterhin in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet, tauchten aber auch als Bewerber auf dem regulären Wohnungsmarkt auf.

Detaillierte Angaben zu den Hintergründen der Wohnungslosen nennt die BAG W ausschließlich für die Gruppe der 420.000 Nichtgeflüchteten, da nur für sie soziodemografische Daten vorliegen. Demnach sind 70 Prozent der Wohnungslosen alleinstehend, 30 Prozent wohnen mit Kindern oder einem Partner zusammen in den Übergangslösungen. Außerdem gibt es laut Statistik mehr als 30.000 Minderjährige, die in keiner Wohnung leben.

Ein Drittel mehr Obdachlose


Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.

Die Zuwanderung wirkt sich laut Geschäftsführer Specht zwar verstärkend auf die Probleme des Wohnungsmarkts aus. "Aber die wesentlichen Ursachen für Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit liegen in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit der unzureichenden Armutsbekämpfung." Dass immer mehr Menschen wohnungslos seien, liege auch am unzureichenden Angebot an bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen. "Zusätzlich haben Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft. Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben", sagte Specht.

Bald 1,2 Millionen Wohnungslose?


Ohne "massive Anstrengungen" von Bund, Ländern und Kommunen werde sich die Wohnungslosigkeit in den nächsten Jahren nicht reduzieren lassen, prognostiziert Specht. Für die kommenden Jahre erwartet die BAG W sogar eine weitere Zunahme der Zahl an Wohnungslosen: Von 2017 bis 2018 rechnet die Arbeitsgemeinschaft mit einem Zuwachs von weiteren rund 350.000 Menschen; insgesamt gäbe es dann circa 1,2 Millionen wohnungslose Menschen in Deutschland.

Als Lösungsansätze schlägt die BAG W beispielsweise Quoten für die Vermietung von geförderten Wohnungen an wohnungslose Menschen und gezielte Käufe von Wohnungsbeständen bei privaten Vermietern vor. Diese Maßnahmen könnten allerdings erst in einigen Jahren wirken.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/wohnungslosigkeit-obdachlose-fluechtlinge-armut
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #19 am: 14. November 2017, 21:07:37 »

22. Dezember 2008
Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«...

Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php


Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

...

Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.



Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?


MfG

BGS
« Letzte Änderung: 14. November 2017, 21:14:01 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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tleary


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« Antworten #20 am: 16. November 2017, 05:08:55 »

Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz *würgh* AAAAAh

Die Arbeitslosenstatistik wurde nicht manipuliert, sondern tatsächlich "bereinigt". - Denn der ELO wurde ja ermordet, und ist nicht mehr existent.
Erschreckend, was in diesem Land mittlerweile alles so passiert. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das ganze Drama vom MDR auch nur ganz verklausuliert geschildert. Genau wie bei dem Mehrfachmord in Karlsruhe 2012 (siehe Bild-Bericht http://www.bild.de/news/inland/geiselnahme/karlsruhe-geiseln-wurden-mit-illegalen-waffen-hingerichtet-25008970.bild.html), als ein ELO bei der anstehenden Zwangsräumung einem Gerichtsvollzieher, den Schlosser, der die Wohnung öffnete, der Neueigentümer, in der Nacht schon seine Lebensgefährtin und zuletzt sich das Leben nahm. Den Sozialarbeiter verschonte er, indem er ihn wegschickte, "um Hilfe zu holen". Wobei die einzigen Sorgen der Bild-Zeitung damals waren, wie der Zwangsgeräumte a) an die Waffen kam und b) daß "immer mehr Schuldner die Kommunikation mit dem Gerichtsvollzieher verweigern". - Fast schon wieder lustig und noch dazu ein Leugnen der eigentliche Ursache (Verarmung durch Arbeitslosigkeit und darauf folgend drohende Obdachlosigkeit) dieser Verzweiflungstat.

Zitat
Zitat "Bild":
Zu den möglichen Hintergründen der Tat sollen jetzt Familie und Bekannte intensiv befragt werden. Die Polizei geht zudem Zeugenaussagen nach, wonach schon am Vorabend Schüsse in der Wohnung gefallen sein sollen. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau schon vor der Geiselnahme tot war.

Als ob für einen solch offensichtlichen Sachverhalt noch groß die Verwandtschaft befragt werden müsste.
« Letzte Änderung: 16. November 2017, 05:42:59 von tleary » Gespeichert
dagobert


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« Antworten #21 am: 17. November 2017, 00:55:11 »

Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?
Ist nicht auszuschließen.
Und würde mich auch nicht wundern.
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Fritz Linow


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« Antworten #22 am: 01. Dezember 2017, 20:03:06 »

Zitat
HEMPELS hat im November 2017 mit seinem Stiftungsprojekt "HEMPELS hilft wohnen" in Kiel ein Mehrfamilienhaus gekauft, in dem künftig auch zuvor obdach- und wohnungslose Menschen leben werden. Zusätzlich zu den dort bereits vorhandenen zwölf Wohnungen sollen durch Ausbau sowie einen Neubau auf einer angrenzenden Fläche weitere Wohnungen für bis zu zwölf Menschen entstehen. Das berichtet das soziale Straßenmagazin in seiner am morgigen Freitag (1.12.17) erscheinenden Dezember-Ausgabe.

Das am Rand des Kieler Ostuferstadtteils Gaarden befindliche – und zentral zur Innenstadt gelegene – Mehrfamilienhaus wurde für 370.000 Euro von der unter dem Dach der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein firmierenden HEMPELS-Stiftung erworben. Für Sanierung und Modernisierung müssen weitere rund 150.000 Euro aufgebracht werden, im ersten Quartal 2018 wird damit begonnen. Im Laufe des kommenden Jahres 2018 soll zudem der Grundstein für den zusätzlichen Neubau gelegt werden.

Mit dem Hauskauf will HEMPELS ein Signal setzen: Überall im Land wachsen die Probleme auf dem Wohnungsmarkt, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen finden keine bezahlbare Unterkunft mehr. In Kiel zeigt sich diese Notlage exemplarisch, mehr als 550 alleinstehende Frauen und Männer (Stand: Ende September) sind in der Landeshauptstadt wohnungslos. HEMPELS-Vorstand Jo Tein: "Politik und Wohnungswirtschaft haben bislang viel zu wenig getan, um diese traurige Entwicklung zu stoppen. Wir von HEMPELS gehen jetzt voran und zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum für arme Menschen geschaffen werden kann." Zugleich erklärt HEMPELS, in den kommenden Jahren weitere Wohnungen für Wohnungslose zu erwerben und zu errichten, auch in anderen Städten Schleswig-Holsteins. Landespastor Heiko Naß: "Wir freuen uns sehr, dass wir als Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein das Anliegen von HEMPELS unterstützen können, selbst Wohnraum für Menschen aus der Wohnungslosigkeit zur Verfügung zu stellen. Damit können wir eine der maßgeblichen Aufgaben der HEMPELS-Stiftung zu einem ersten Erfolg verhelfen."

Möglich wurde der Hauskauf durch Spenden und Zustiftungen vieler Leserinnen und Leser. Neben kleineren Beträgen hat die HEMPELS-Stiftung von zwei Spendern bedeutende Beträge erhalten, einmal 200.000 Euro, einmal 50.000 Euro.
https://www.hempels-sh.de/news/detail/article/hempels-kauft-mehrfamilienhaus-fuer-obdachlose.html
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