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Autor Thema: Obdachlosigkeit und Hunger in den USA  (Gelesen 8620 mal)
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klaus72


Beiträge: 699



« am: 27. Januar 2009, 15:25:09 »

http://www.jungewelt.de/2009/01-27/021.php



Zitat
Insgesamt sind 35 Millionen Bürger der Vereinigten Staaten von Hunger oder Mangelernährung betroffen.



Was ich damit sagen will ?
Welche Konsequenzen hat die rapide Armutsentwicklung in Deutschland, während die Banken und Konzerne vor dem totalen Zahlungsunfähigkeit vom Staat aufgefangen wird ? ( sog. Rettungspaket )


Wer (unverschuldet) in Mietschulden geraten ist, wird keine Hilfe vom Staat finden !


http://www.paradisi.de/Freizeit_und_Erholung/Gesellschaft/Verwahrlosung/Artikel/1225.php?PHPSESSID=d59dc77add659355476f2f7be67c3056



« Letzte Änderung: 27. Januar 2009, 15:44:50 von klaus72 » Gespeichert
ManOfConstantSorrow


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« Antworten #1 am: 04. April 2009, 09:23:51 »

Ein Zehntel der Amerikaner bezieht bereits Lebensmittelmarken
Monatlich gehen in den USA 680.000 Jobs verloren.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/135770
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CubanNecktie


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« Antworten #2 am: 09. Mai 2009, 21:07:34 »

Zitat
3,5 Millionen Kinder in den USA vom Hunger bedroht

Die Organisation Feeding America hat einen überraschenden Bericht vorgelegt. Laut diesen jüngsten Zahlen haben viele Kleinkinder in den USA nicht genügend zu essen.

In den USA sind schätzungsweise 3,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren von Hunger bedroht. Das erklärt die Organisation Feeding America in ihrem am Donnerstag vorgelegt Bericht. Er beruht auf Zahlen des US-Amtes für Bevölkerungsstatistik und des Landwirtschaftsministeriums aus den Jahren von 2005 bis 2007. Es ist nach Angaben der Organisation die erste derartige Untersuchung zur Lage der Unter-Fünfjährigen.

Der Kinderarzt Dr. John Cook, der massgeblich an dem Bericht mitarbeitete, erklärte, das Hungerrisiko unterscheide sich von Staat zu Staat. Die Situation werde vor allem von zwei Faktoren bestimmt: dem Ausmass von Arbeitslosigkeit und Armut und dem Umfang staatlicher Lebensmittel- und Einkommensbeihilfen.


Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/35-Millionen-Kinder-in-den-USA-vom-Hunger-bedroht/story/14632780
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Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?

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"In einigen Jahren, wenn politisch gar nichts mehr geht, gründen die CDU und SPD mit den Resten der FDP die Neuliberale Sozial Union - NSU."
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« Antworten #3 am: 16. Juli 2009, 18:43:52 »

Dritte-Welt-Land USA

Jährlich sterben 18000 Menschen an heilbaren Krankheiten. Gesundheitsindustrie läuft Sturm gegen von Obama-Administration geplante staatliche Krankenversicherung


Es sind Szenen wie in Kriegslazaretten, die sich überall dort abspielen, wo die US-Hilfsorganisation Remote Area Medicals (RAM) ihre Zelte aufschlägt. Als sie das beispielsweise zwischen dem 20. und 22. Juni im Landkreis Wise Country im US-Bundesstaat Virginia tat, hatten Tausende Menschen aus den verarmten südlichen Appalachen bereits seit mehreren Tagen dort gecampt, um bei den RAM ihre einzige Chance im Jahr auf eine medizinische Behandlung wahrnehmen zu können. Die auf Spenden und freiwilliges Engagement von Ärzten angewiesenen RAM wurden ursprünglich gegründet, um in entlegenen Regionen der Entwicklungsländer medizinische Hilfe zu leisten. Doch inzwischen ist die »Dritte Welt« bis in die Vereinigten Staaten vorgerückt. An die 60 Prozent ihrer Arbeit leisten die RAM bereits in den USA. In angemieteten Hallen oder in Zelten werden dann verfaulte Zähne wie am Fließband gezogen oder Standarduntersuchungen durchgeführt, um die Krankheiten der zumeist schmerzgeplagten Patienten überhaupt erst einmal zu diagnostizieren. »Wir haben nicht das Geld, um uns eine Krankenversicherung zu kaufen. Wir haben Probleme, genug zu Essen zu bekommen«, erklärte ein Mann in Wise Country gegenüber der Washington Post.

http://www.konicz.info/?p=794#more-794
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Kater


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« Antworten #4 am: 12. August 2009, 23:50:29 »

Zitat
Die Zahnprothesen-Lotterie
Eine US-Hilfsorganisation behandelt in Feldlazaretten Amerikaner, die sich medizinische Versorgung nicht leisten können
Dietmar Ostermann

WISE. Wenn John Bryant erzählt, muss man genau hinhören. Seit er sich vor einem Jahr alle Zähne ziehen ließ, nuschelt der 51-Jährige wie ein Greis. Eine angeborene Kieferkrankheit hatte sein Gebiss allmählich zerstört. "Man hätte das behandeln und den Kiefer richten können", sagt er, "aber ich konnte mir das nie leisten." Also entschied sich Bryant für das kleinere Übel, als die Schmerzen unerträglich wurden. Letzten Sommer kamen die Zähne raus. Alle.

Selbst das konnte sich John Bryant nur leisten, weil für Menschen ohne Krankenversicherung und ohne Geld hier im entlegenen Wise County im US-Bundesstaat Virginia ein Mal im Jahr eine Art medizinisches Weihnachten mit Besuch beim Doktor ist: Auf einer Wiese an der Hurricane Road behandeln dann aus dem ganzen Land angereiste Ärzte drei Tage kostenlos Bedürftige.

Heute ist wieder Weihnachten in Wise County. Zum zehnten Mal hat die Hilfsorganisation Remote Area Medical (RAM) in dem abgelegenen Grubenrevier der Appalachen-Berge Virginias ihr Feldlazarett aufgeschlagen. Unter einer weißen Zeltplane stehen graue Klappliegen in schier endlosen Reihen. Zahnärzte beugen sich in drückender Hitze dicht an dicht im Akkord über offene Münder. Ein mobiler Röntgenwagen brummt. Nebenan werden alte Spenderbrillen angepasst.

In einer verwitterten Scheune trennen Planen schmale Behandlungsräume ab. Dazwischen warten wie auf einem Jahrmarkt Hunderte Menschen, mit roten, blauen und gelben Armbändern, mit schwarzen Nummern auf den Handrücken. Wer nicht früh um fünf Uhr vor den Toren stand, um sich für eine Behandlung registrieren zu lassen, muss es morgen wieder versuchen. Nur 1 600 Patienten haben täglich Einlass. "Wir mussten mehr Leute wegschicken als je zuvor", bedauert Krankenschwester Teresa Gardner, "es kommen einfach jedes Jahr mehr."

Acht Autostunden entfernt, in Washington, streiten die USA wieder einmal über eine Gesundheitsreform. Die fast 50 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung zu versorgen, notfalls mit staatlicher Hilfe, ist das wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama. Doch es könnte schlicht zu teuer werden.

Hier auf der sattgrünen Wiese von Wise sind die Gründe zu besichtigen: surreale Szenen, die man eher irgendwo im fernen Dschungel erwarten würde als in einem der reichsten Länder der Erde.

Tatsächlich rief RAM-Gründer Stan Brock das Hilfswerk einst ins Leben, um den ärmsten Völkern der Welt zu helfen. Das offene Khaki-Hemd, die sonnengegerbte Haut verraten den Abenteurer, der einst bei den Wapishana-Indianern am Amazonas lebte. "Vor 20 Jahren waren wir in Mexiko und Guatemala", erzählt Brock, "heute leisten wir zwei Drittel unserer Einsätze in den Vereinigten Staaten." Vor allem in den ländlichen Armutsgegenden von Kentucky, Tennessee und Virginia war die Helfer-Karawane bisher unterwegs - aber auch in der schillernden Metropole Los Angeles wurde sie gebraucht.

"Auf Schwarz-Weiß-Fotos kann man nicht erkennen, ob ein Lager in Guatemala oder den USA ist", sagt Brock. Das mag übertrieben sein; die Patienten kommen hier nicht in Eselskarren oder barfuß an. Über die Hurricane Road zog am Morgen eine kilometerlange Blechkarawane.

Velvet und Lynn Harron waren gestern schon da. Auf dem Parkplatz, der jetzt längst überfüllt ist, haben sie hinter ihrem Pick-up ein verblichenes Zelt aufgebaut und die Nacht in Schlafsäcken verbracht. Die junge Frau mit dem verlebten Gesicht und den müden Augen will sich einen Zahn ziehen lassen. Vielleicht bekommt sie auch Medikamente gegen den hohen Blutzucker. Ehemann Lynn hofft auf eine neue Brille. "Wir kommen her, weil das alles ist, was wir uns leisten können", erzählt der frühere Kohlekumpel in der abgewetzten Latzhose, "normalerweise stellt dir jeder Arzt sofort 200 Dollar in Rechnung, wenn du das Wartezimmer betrittst." Nur einmal in seinem Leben hatte Lynn einen Arbeitgeber, der auch die Krankenversicherung bezahlte. Jetzt ist sein Rücken kaputt; er hofft, in die staatliche Invalidenversicherung aufgenommen zu werden. Die ist für viele hier das einzige soziale Netz.

Margaret Bowd muss, weil ein Zahn nicht warten konnte, bis die RAM-Helfer kamen, bei einem Zahnarzt 207 Dollar abstottern. Dabei findet die 57-jährige Näherin jetzt in der Wirtschaftskrise nicht mal mehr Gelegenheitsjobs. Dass sie unter freiem Himmel behandelt wird, stört sie nicht: "Hauptsache, es kostet nichts."

Die Zahnärztin Katherine Fischer hat für ein Wochenende ihre Praxis in Centreville im Speckgürtel von Washington dichtgemacht, um hier mit Tochter Chelsea und Sohn Harrison Bedürftigen zu helfen. "Die Kinder sollen sehen, was es alles gibt in diesem Land", sagt sie, "und so ein Einsatz gibt dir einfach ein gutes Gefühl, etwas getan zu haben." Dann rechnet sie vor, warum sich kaum Zahnärzte in Gegenden wie Wise County ansiedeln: Bis zu 40 000 Dollar pro Jahr kostet die Ausbildung. Bis die Praxis eingerichtet ist, hat ein junger Kollege schnell eine Viertelmillion Dollar Schulden. Niederlassen kann er sich nur, wo es genug Versicherte oder zahlungskräftige Kunden gibt.

Es sind längst nicht mehr nur die Armen, die auf wohltätige medizinische Hilfe angewiesen sind. Deborah Honaker etwa zählt sich hartnäckig zur Mittelklasse. Ihr Mann war 30 Jahre lang im Staatsdienst, dann bei einer Eisenbahngesellschaft. Das Ehepaar bezieht eine ordentliche Pension und hat eine Krankenversicherung. Nicht alles aber ist abgedeckt, allein ihre Pillen kosten 700 Dollar Eigenanteil pro Monat. Deshalb drückt sich die resolute Frau mit der Blümchenbluse jetzt leicht verlegen in einen Plastikstuhl im Wartezelt, um sich eine Medikamentenspende abzuholen. Auch ihre Zähne will sie später behandeln lassen.

Von einer allgemeinen Krankenversicherung, wie es sie in anderen Industriestaaten gibt, hält sie trotzdem nichts. "Zu viele Leute würden das missbrauchen", sagt Deborah Honaker. Mit misstrauischem Blick auf ihre Mitpatienten fügt sie leise an: "Hier sollten sie wirklich Drogentests machen." Doch auch sie wünscht sich eine Reform, die Prämien senkt und Arztbesuche erschwinglich macht: "Meine Arztrechnungen machen mir Angst."

"Sie haben hier eine Lotterie", erzählt Johnny Bryant, der Mann ohne Zähne, "wenn deine Nummer gezogen wird, bekommst du im nächsten Jahr eine Zahnprothese." Kommt sein Los nicht, will er nächstes Jahr wieder da sein.

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Ohne Job, ohne Schutz

Die meisten Amerikaner sind über den Arbeitgeber krankenversichert. Wer den Job verliert, büßt oft auch den Schutz ein. Dann müssen Arzt- und Medikamentenrechnungen selbst gezahlt werden - bei schweren Leiden oft bis zum Offenbarungseid. 2008 waren knapp 44 Millionen Amerikaner ohne Versicherungsschutz, inzwischen sind es schon 47 Millionen. Knapp ein Drittel der Hispano-Amerikaner ist unversichert, 16 Prozent der schwarzen, zehn Prozent der weißen Amerikaner.

Die Reform des US-Gesundheitssystems war ein zentrales Wahlversprechen von Obama: geringere Kosten und Versicherungsschutz für alle. Finanziert werden soll das u. a. durch eine Reichensteuer. Die Republikaner lehnen den Plan ab.


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0811/horizonte/0003/index.html
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BakuRock


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« Antworten #5 am: 13. August 2009, 00:11:21 »

Moin,

mal abgesehen von dem ganzen "Scheiss" der da laeuft, aber hier ist doch wohl eine Null zuviel angehaengt:

Zitat
.... Nicht alles aber ist abgedeckt, allein ihre Pillen kosten 700 Dollar Eigenanteil pro Monat.

wenn nicht, koennte ich allerdings verstehen, warum Obamas Vorhaben als zu teuer eingestuft werden koennte:

Zitat
..... Acht Autostunden entfernt, in Washington, streiten die USA wieder einmal über eine Gesundheitsreform. Die fast 50 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung zu versorgen, notfalls mit staatlicher Hilfe, ist das wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama. Doch es könnte schlicht zu teuer werden.
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Alex22


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« Antworten #6 am: 13. August 2009, 09:30:38 »

Zitat
Die fast 50 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung zu versorgen, notfalls mit staatlicher Hilfe, ist das wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama. Doch es könnte schlicht zu teuer werden.
Genau.
warum denn die Leute nicht sterben lassen?
Anderswo in der Welt helfen die US-Militärs schon seit langem kräftig nach.

Es gibt zu viele Menschen und da muss man doch was unternehmen?
 Huh?
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Kuddel


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« Antworten #7 am: 22. Februar 2010, 11:52:57 »

Zitat
Wie die Deutsche Bank mit US-Hausbesitzern kämpft

Die Frankfurter wollten auf dem US-Immobilienmarkt das große Rad drehen und ernteten nichts als Ärger. Hart wie kaum ein anderer gehen sie gegen Hausbesitzer vor, die ihre Schulden nicht bezahlen.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:subprime-kredite-wie-die-deutsche-bank-mit-us-hausbesitzern-kaempft/50076450.html
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MizuNoOto


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« Antworten #8 am: 22. Februar 2010, 12:24:39 »

Das Weltpressephoto 2008 habe ich vor einem Jahr schonmal gepostet. Egal. Es ist einfach sehr gelungen:



Sieht aus wie aus dem Irak, ist aber nur Ohio. "Nach einer Zwangsräumung muss Detective Robert Kole in Cleveland, Ohio, sicherstellen, dass die Bewohner ihr Haus verlassen haben (Bild vom 26. März 2008) "
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Kuddel


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« Antworten #9 am: 24. Februar 2010, 16:03:14 »

Immobilienkrise 2.0 im Anmarsch?
Tomasz Konicz 21.02.2010
Dem Markt für amerikanische Gewerbeimmobilien droht der Zusammenbruch.

Die schwere Wirtschaftskrise in den USA versetzt auch einer Ikone des amerikanischen Konsumstils den Todesstoß. Einer Schätzung des The Wall Street Journal zufolge sollen im vergangenen Jahr über 100 der sogenannten Malls aufgrund der Rezession sich in „Geisterstädte“ verwandelt haben. Hierbei handelt es sich um riesige Einkaufszentren, die tatsächlich teilweise die Ausmaße einer überdachten Kleinstadt einnehmen können, in denen neben hunderten von Geschäften, Restaurants und kostenpflichtigen Freizeitmöglichkeiten auch eine kontrollierte Simulation von Öffentlichkeit stattfindet, die weder in den amerikanischen Vorstädten, noch in den sozial zerrütteten Innenstädten noch möglich war. Eine ganze Generation amerikanischer Mittelklasse-Kids beispielsweise verbrachte wie selbstverständlich ihrer Freizeit mit Konsum in diesen synthetischen Pseudostätten, die Sicherheit durch strikte Kontrolle und Überwachung boten. Damit scheint es nun zu Ende zu gehen, da der Einbruch kaufkräftiger Nachfrage die Leerstände in den Konsumstempeln anschwellen, und deren Umsätze einbrechen lässt. Der schleichende Verfall vieler amerikanischer Malls lässt sich auch auf der Internetseite deadmalls.com verfolgen, der ein gewisser morbider Scharm nicht abzusprechen ist.

Amerikas verfallende Konsumstädte bilden dabei nur die berühmte Spitze eines gewaltigen Eisbergs an unrentablen Gewerbeimmobilien, die erneut das amerikanische Finanzsystem bedrohen und einen weiteren globalen Krisenschub auslösen könnten. Ähnlich den Preisen für Wohnungen und Einfamilienhäuser sind auch die gewerblichen Immobilienpreise in den USA im Zuge der Krise stark eingebrochen. Die Ratingagentur Moodys Veröffentlichte kürzlich eine Aktualisierung ihres CPPI-Indexes (Commercial Property Price Index) für US-Gewerbeimmobilien, der einen drastischen Einbruch bis zum November 2009 nachzeichnet. Nach dem Allzeithoch von 191,87 Punkten im Oktober 2007 stürzte der CPPI auf 107,9 Punkte im Oktober 2009, um sich im November erstmals seit 13 Monaten um ein Prozent auf 109,1 Punkte zu erholen. Damit sind die Preise für Gewerbeimmobilien in den USA seit Oktober 2007 laut CPPI-INdex um 43,2 Prozent gefallen! Auch das Verkaufsvolumen sank in diesem Sektor dramatisch. Im November 2009 wurden gewerbliche Immobilien in im Volumen von 4,1 Milliarden US-Dollar verkauft. Im Februar 2007 wurden 68 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von kommerziellen Gebäuden und Grundstücken umgesetzt.

Der kritische Blog Wirtschaftsquerschüsse machte auf die verheerenden Konsequenzen dieses massiven Preiseinbruchs auf US-Markt für kommerzielle Immobilien aufmerksam: Satte 53 Prozent aller mit Hypotheken belasteten gewerblichen Immobilien in den USA stünden „unter Wasser“. Dies bedeutet, dass mehr als die Hälfte aller Gewerbeimmobilien in den USA unter den Wert ihrer Hypotheken gefallen ist. Für die Hypothekennehmer ist es schlicht unrentabel, eine Hypothek weiter zu bedienen, wenn das entsprechende Objekt immer weiter unter den Wert seiner Schuldenlast fällt – vor allem, wenn die Kunden fernbleiben oder die Leerstände zunehmen.

Der Markt für kommerzielle Hypotheken in den USA ist enorm: Im dritten Quartal betrug das gesamte ausstehende Volumen an Krediten für gewerbliche Immobilien mehr als 2,5 Billionen US-Dollar. Von dieser astronomischen Summe werden laut den Wirtschaftsquerschüssen in den nächsten fünf Jahren 1,4 Billionen US-Dollar entweder fällig, oder sie „müssen refinanziert werden“. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass 65 Prozent dieser Anschlussfinanzierungen problematisch seien, „bis hin zur Insolvenz“. Der gesamte US-Gewerbeimmobilienmarkt ist derzeit laut Handelsblatt 6,7 Billionen Dollar groß. Doch bereits jetzt sind die Verzögerungen und Ausfälle bei den Gewerbehypotheken beträchtlich. So befanden sich im dritten Quartal 2009 gut 8,7 Prozent aller kommerziellem Hypothekennehmer bei US-Geschäftsbanken laut dar amerikanischen Notenbank in Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen. Mehr als 2,5 % aller Immobilienkredite wurden inzwischen komplett abgeschrieben.

Neben den berühmten Malls sind auch Hotels, Mietshäuser und Bürotürme vom Leerstand oder Kundenschwund betroffen. Die Leerstandquoten erreichten in diesen Segmenten Bereits ein ähnlich Hohes Niveau wie Anfang der Neunzigerjahre, als die letzte Krise den gewerblichen amerikanischen Immobilienmarkt erschütterte und viele Banken in Bedrängnis brachte. Einer Studie der Beratungsfirma Real Capital Analytics zufolge befinden sich nahezu 9000 Gewerbeimmobilienprojekte in einem wert von 177,7 Milliarden US-Dollar in einer akuten Finanzierungskrise. Bereits jetzt drohen den Banken bei Gewerbehypotheken Verluste von nahezu 300 Milliarden US-Dollar, so das Fazit eines Sonderausschusses des amerikanischen Kongresses.

Selbstverständlich wurden auch die amerikanischen Gewerbeimmobilien in entsprechenden Finanzinstrumenten gebündelt, die ebenfalls auf den weltweiten Finanzmärkten gehandelt wurden. In diesem Falle waren es die „Commercial Mortgage Backed Securities“ (CMBS), in denen die Hypotheken von Dutzenden Mietshäusern, Einkaufszentren, Hotels und Bürohäusern gebündelt wurden, um sie dann global Banken und sonstigen Investoren feilzubieten. Die Auswahlquoten bei CMBS belastenden inzwischen mit immer neuen Höchstständen die Bilanzen der Banken, die sich - dank der erneut entfachten Spekulationsblase auf den Finanzmärkten - gerade zu erholen begannen. Die Kreditratingagentur Realpoint kam bei einer Bewertung von CMBS im Nennwert von 806,11 Milliarden US-Dollar im November zur Einschätzung, dass 4,7 Prozent dieser Papiere Hypotheken beinhalten, die nicht Mehr rechtzeitig bedient werden. Im Vorjahr betrug der Anteil dieser Zahlungssäumnisse nur 0,83 Prozent.

Und es versteht sich fast schon von selbst, dass auch diese CMBS erneut gegen Ausfall durch „Credit Defaults Swaps“ (CDS) „versichert“ wurden, wodurch dass Destabilisierungspotenzial auch des gesamten gewerblichen Hypothekenmarktes noch zusätzlich erhöht wurde. Es reicht sich hierbei nur in Erinnerung zu rufen, dass der amerikanische Versicherungsriese AIG mit 180 Milliarden US-Dollar vom amerikanischen Steuerzahler vor der Pleite bewahrt werden musste – größtenteils deswegen, weil er seine fälligen CDS nicht mehr bedienen konnte.
  http://www.konicz.info/
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« Antworten #10 am: 14. März 2010, 12:09:26 »

Zitat
Illinois: Geldeintreiber gegen Gesetzgeber

By Wayne Copeland | März 14, 2010

Wir hatten zuletzt häufiger berichtet über die haarsträubende finanzielle Situation, in der sich der US-Bundesstaat Illinois befindet. Bereits im Januar machte die Civic Federation darauf aufmerksam, dass sich Illinois in einem Stadium kurz vor der Insolvenz befindet. Auch Andrew McKenna Jr., der republikanische Kandidat für den Gouverneursposten, teilte diese Ansicht und machte öffentlich auf die dramatische Lage aufmerksam. Da der Bundesstaat die sich auftürmenden Bürorechnungen seiner Gesetzgeber seit Monaten nicht bezahlt hat, reichen die Vermieter nun Räumungsklagen ein und heuern Geldeintreiberagenturen an.


Die finanziellen Verpflichtungen übersteigen die Vermögenswerte des Bundesstaats bei weitem und es werden nicht genügend Einnahmen generiert, um die anfallenden Rechnungen zu bezahlen. Die sich stellende Frage minimiert sich allerdings auf den folgenden Aspekt: Kann ein US-Bundesstaat Insolvenz einreichen? Und gibt es dafür überhaupt juristische Mechanismen? Wie vormals in diesem Kontext berichtet, sind juristische Experten der Ansicht, dass der durch das nationale Insolvenzgesetz gewährte Schutz im Zuge eines Insolvenzverfahrens für sowohl Städte als auch Bezirke Anwendung finden kann, nicht jedoch für ganze Bundesstaaten. Während Illinois nicht die Option besitzt, seine Pforten zu schließen oder im Zuge einer Restrukturierung unter Insolvenzschutz Schulden abzuwerfen, erscheint der Bundesstaat somit vollkommen machtlos, von diesem praktischen Äquivalent überhaupt Gebrauch zu machen. Trotz eines geschätzten Budgetdefizits, das momentan bei rund $5,7 Milliarden liegen und in naher Zukunft auf Basis einbrechender Steuereinnahmen auf $13 Milliarden ansteigen soll, haben die offiziellen Repräsentanten des Bundesstaats bislang nicht den politischen Willen dazu an den Tag gelegt, entweder die Steuern anzuheben oder die Ausgaben ausreichend zu kürzen, um diese riesige Budgetlücke zu schließen. Das Resultat lässt sich ablesen an einer finanziellen Paralyse der bundesstaatlichen Regierung. Unbezahlte Rechnungen von Lieferanten jedweder Couleur stapeln sich bereits seit Monaten und werden nicht bezahlt. Staatsbedienstete und Beamte, ja sogar die Gesetzgeber, sind dazu gezwungen, ihre Gesundheitsrechnungen im Voraus zu bezahlen, da einige Ärzte es leid sind weiter darauf zu warten, vom Bundesstaat endlich bezahlt zu werden. Auch der Universität von Illinois wird ein Betrag in Höhe von $400 Million geschuldet. Die Folgen aus den nicht bezahlten Rechnungen lassen sich bereits an folgenden Kriterien ablesen: Zwangsbeurlaubungen ihres Personals und große Befürchtungen, dass die lokale Hochschule den Gehaltsverpflichtungen gegenüber ihrem Personal nicht mehr wird nachkommen können im März, falls sich die Budgetlücke noch zusätzlich vergrößert. Ohne schnelles politisches Handeln bezüglich einer Korrektur dieser misslichen Lage oder einer einsetzenden scharfen ökonomischen Erholung taumelt Illinois einem Kollaps seiner Staatsregierung entgegen.

Wie verschiedene führende Medien der Region an diesem Wochenende ausführen, spitzt sich die Lage jetzt weiter zu. Die finanziellen Probleme sind dermaßen groß, dass die parlamentarischen Gesetzgeber nunmehr selbst Mitteilungen zu bevorstehenden Räumungen ihrer Abgeordnetenbüros erhalten oder sich bereits mit einer Räumungsklage ihrer Vermieter konfrontiert sehen.  Mindestens fünf Staatssenatoren haben ihre Mietzahlungen über einen solch langen Zeitraum nicht mehr geleistet, dass die Vermieter nicht nur empört, sondern auch höchst ungehalten sind und die berechtigte Frage aufwerfen, wann die lokale Regierung gedenkt, die ausstehenden Rechnungen zu begleichen.  Zu den betreffenden Senatoren gehören unter anderem Ira Silverstein aus Chicago und Senator Mike Jacobs aus East Moline. Jacobs erhielt seine Räumungsmitteilung bereits im vergangenen Jahr, war jedoch darauf vorbereitet, die anfallende und sich auftürmende Rechnung aus eigener Tasche zu bezahlen. Nach eigener Aussage führe die Situation dazu, dass die Bürger des Bundesstaats die politische Führung als „Riege des Versagens“ wahrnehme. Auch in den Lokalnachrichten findet dieses Thema mehr und mehr Aufmerksamkeit. Die Themen kursieren um die Frage, wie es beispielsweise zukünftig möglich sein soll hunderte Millionen Dollars an offenen Rechnungen zu begleichen, wenn nicht einmal mehr die anfallende Miete für die verschiedenen Senats- und Abgeordnetenbüros beglichen werden kann. Jeder bundesstaatliche Senator erhält pro Jahr eine Aufwandsentschädigung zum Unterhalt seines Büros in Höhe von $83.063. Momentan gehen die Rechnungsprüfer von Illinois allerdings sehr strikt vor in der Handhabung ihrer Auszahlungsbewilligungen. Dabei wird unterschieden, was unbedingt bezahlt werden muss und was warten kann. Zu den dringlichsten Ausgaben zählt die Unterhaltung von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen, die sich um Medicaid-Patienten kümmern. Auch die Bedienung kurzfristiger Kredite hat Vorrang vor allem anderen, so dass die Bezahlung der Büros der Gesetzgeber in der Liste der Prioritäten einen der hinteren Plätze einnimmt. Doch nicht nur Senatoren müssen vermehrt selbst in die Tasche greifen, um ihre Büros weiter unterhalten zu können. Auch viele der Parlamentsmitglieder sind betroffen. Seit kurzer Zeit werden seitens der Vermieter vermehrt Agenturen angeheuert, die sich um die Eintreibung von seit langer Zeit offenen Strom- und Telefonrechnungen der Abgeordnetenbüros kümmern. Manche Vermieter berichteten gegenüber der Presse von Monate lang nicht bezahlten Nebenkostenrechnungen und haben jetzt die Geduld mit ihren Mietern verloren. Sie wollen das Geld eintreiben, da sie selbst ihre Rechnungen sonst nicht begleichen können und in eine finanziell immer brenzligere Situation geraten. Senator Dan Kotowski führte zuletzt beispielsweise aus, dass sich der Bundestaat im Hinblick auf die Zahlung seiner Bürounkosten schon mit $24.000 im Rückstand befinde. Der Vermieter drehte Kotowski vor Kurzem schließlich den Saft ab, so dass er jetzt weder mit den Einwohnern seines Wahlkreises noch die Einwohner seines Wahlkreises mit ihm kommunizieren können. Was Kotowski passierte, kann leicht auch vielen anderen bundesstaatlichen Offiziellen demnächst geschehen: Die Vermieter sind dabei, sich zusammen zu schließen, und haben angedroht, dass sie sich im Falle einer weiteren Verschleppung der Rechnungsbegleichung durch den Bundesstaat dazu gezwungen sehen, jeden einzelnen Regierungs- und Gesetzgebungsoffiziellen dazu aufzufordern, die Räumlichkeiten sofort zu verlassen oder zur Not eine Räumungsklage einreichen werden. Um sich zukünftig Mieter zu suchen, die ihre Rechnungen pünktlich begleichen. Good-bye Chicago. Good-bye Illinois. Eins, zwei, drei – bald ist alles vorbei
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=3010#more-3010
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« Antworten #11 am: 26. Mai 2010, 17:45:00 »

Zitat
New Jersey: 35.000 protestieren gegen Kürzungen

In Trenton, der Hauptstadt des US-Bundesstaates New Jersey, protestierten am Pfingstsamstag bis zu 35.000 Menschen gegen die Kürzungen im Staatshaushalt. Laut der Polizei war dies eine der größten Demonstrationen, die jemals in diesem Bundesstaat abgehalten wurde. Vor allem Beschäftigte des Bundesstaates und viele Bürgerinitiativen und Sozialverbände protestieren gegen Lohnsenkungen und Kürzungen der Sozialleistungen.
http://www.rf-news.de/2010/kw21/25.05.10-new-jersey-35.000-menschen-protestieren-gegen-kuerzungen
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« Antworten #12 am: 14. Oktober 2010, 16:16:53 »

Zitat
Folgen der Subprime-Krise
Zwangsräumungs-Skandal überrollt USA

US-Banken sollen Eigenheimbesitzern widerrechtlich ihre Häuser weggenommen haben. Mit Wells Fargo ist offenbar auch eine der größten Hypothekenbanken in die Affäre verstrickt. Ermittler aller Bundesstaaten gehen gemeinsam gegen die Geldhäuser vor. Auch die Fed ist alarmiert
.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:folgen-der-subprime-krise-zwangsraeumungs-skandal-ueberrollt-usa/50182297.html
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« Antworten #13 am: 23. Juni 2011, 11:16:28 »

Zitat
Bankraub für einen Arzttermin

James Verone geht in eine Bank, raubt einen einzigen Dollar und lässt sich festnehmen: Es sieht aus wie ein Jux, ist aber der letzte Schritt eines genauen Plans. Der Amerikaner ist krank, hat keine Versicherung. Erschwingliche ärztliche Versorgung gibt es für ihn nur an einem Ort - im Gefängnis.
...
17 Jahre lang hatte Verone für Coca Cola gearbeitet, vor drei Jahren den Job verloren und sich mit seinen Ersparnissen und Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten. Seine gesundheitlichen Probleme erschwerten ihm die Arbeit. Er erwog, in ein Obdachlosenasyl zu gehen und sich um ärztliche Hilfe von Wohltätigkeitsorganisationen zu bemühen. Doch das schien ihm keine gute Option zu sein.

Es blieb das Gefängnis, er sah keinen anderen Ausweg. "Ich bin eine logisch denkende Person, und das war meine Logik", sagte Verone der "Gaston Gazette". "Die Schmerzen waren unerträglich."


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« Antworten #14 am: 16. Juli 2011, 13:54:07 »

Food Stamps mit neuem Rekord

1. Juli 2011 in Allgemein

Laut den heutigen offiziellen Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im April 2011, auf 44,648 Millionen, nach 44,587 Millionen im Vormonat. Die Dynamik des Anstiegs lässt zwar nach, trotzdem werfen diese Daten ein bezeichnendes Licht auf die miese Qualität der bisherigen wirtschaftlichen Erholung. Bereits den 30. Monat in Folge stieg die Zahl der Lebensmittelmarken-Bezieher, sicher auch als Folge der schwachen Entwicklung am US-Arbeitsmarkt, der nur einen Stellenaufbau unterhalb des Zuwachses der arbeitsfähigen Bevölkerung generierte und somit auch keine positive Auswirkungen auf die Zahl derjenigen hatte, die in Armut leben und auf staatliche Lebensmittelhilfen angewiesen sind.



Quelle: http://www.querschuesse.de/food-stamps-mit-neuem-rekord/
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« Antworten #15 am: 23. April 2012, 07:43:14 »

Zitat
Jeder siebte US-Bürger braucht Lebensmittelhilfe 

In den USA sind immer mehr Menschen auf staatliche Lebensmittelhilfe angewiesen. Im Jahr 2011 bezog jeder siebte Bürger Lebensmittelmarken – 70 Prozent mehr als vor Beginn der Wirtschaftskrise 2007.
Eine Besserung der Lage ist erst nach 2014 in Sicht: Eine Frau an einem Stand in New York, an dem Essen verkauft wird.

Die Zahl der US-Bürger, die Lebensmittelmarken beziehen, ist in den letzten Jahren drastisch angestiegen. Wie das Haushaltsbüro des US-Kongresses am Donnerstag bekannt gab, bezog im Jahr 2011 jeder siebte US-Bürger Lebensmittelhilfe. Das sind 70 Prozent mehr als während der Wirtschaftskrise im Jahr 2007.

Nach Berechnungen der Behörde wird der Bedarf bis 2014 noch weiter steigen. Erst danach wird sich den Prognosen zufolge die allmähliche Erholung der Wirtschaft auf die Bedürftigkeit der Niedrigverdiener im reichsten Land der Welt auswirken.
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Jeder-siebte-USBuerger-braucht-Lebensmittelhilfe/story/18637545
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« Antworten #16 am: 18. September 2013, 14:02:15 »

Zitat
US-Bürgern bricht die Altersvorsorge weg

Bürgern der USA droht Armut im Alter: Die staatlichen Renten werden immer kleiner, Zusatzversicherungen dafür teurer. Die Altersvorsorge bricht aber längst nicht mehr nur den Geringverdienern weg.
http://www.welt.de/wirtschaft/article119428704/US-Buergern-bricht-die-Altersvorsorge-weg.html

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Kuddel


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« Antworten #17 am: 29. November 2013, 02:35:04 »

Die USA wurden stets angehimmelt als leuchtendes Vorbild der Freien Welt.
Es ist nicht mehr so ein glänzendes Vorbild und auch würde es heute schwierig werden jubelnde Massen zusammenzukriegen bei einem Besuch des Friedensnobelpreisträgers Obama.

Aber ein Vorbild sind die USA noch immer. Was in den Staaten wirtschaftlich und politisch durchgesetzt werden kann, wird uns einige Jahre später heimsuchen. Mit einem Blick über den großen Teich können wir uns ein Bild machen von dem, was auch uns blühen kann.

Zitat
Anfang November kürzte der US-Kongress das Budget der staatlichen Lebensmittelhilfe SNAP um umgerechnet knapp 3,7 Milliarden Euro. Tafeln und Wohltätigkeitsorganisationen stellen sich deshalb bereits auf einen Ansturm von Bedürftigen zum Feiertag ein.

Die Mittel für SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program) waren vor einigen Jahren aufgestockt worden, um die Folgen der Wirtschaftskrise 2008-2009 zu lindern. Doch angesichts des gewaltigen Haushaltsdefizits verweigerte der US-Kongress die Verlängerung dieser Maßnahme. Für einen Vier-Personen-Haushalt schrumpft die staatliche Unterstützung damit von umgerechnet maximal 491 Euro auf 465 Euro im Monat, was nach Berechnungen des überparteilichen Instituts "Center on Budget and Policy Priorities" 21 Mahlzeiten ausmacht.
Mageres Thanksgiving - Arme in USA leiden unter Kürzung: http://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/USA-Armut-Gesellschaft-KORR-Mageres-Thanksgiving-Arme-in-USA-leiden-unter-Kuerzung;art154670,2848682#plx718502258

Zitat
Arbeits-Unrechts-Staat USA

Werner Rügemer

Am geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union entzündet sich bisher manche Kritik: Kultur dürfe keine Ware werden, Nahrungsmittel müßten vor Gen-Durchseuchung geschützt werden. Aber wie sieht es eigentlich mit den Arbeitsbedingungen aus, die ebenfalls auf der Agenda stehen? Wieso gibt es da bisher keine nachhaltige Kritik? Ein Blick in die USA muß alle Alarmglocken läuten lassen.

Beim wiederkehrenden Streit in den USA zwischen den Republikanern und der Demokratischen Partei um die Erhöhung der Staatsschuldengrenze geht es nur vordergründig um die Staatsschulden. Im Oktober 2013 betraf die Auseinandersetzung die Krankenversicherung für alle US-Bürger. Präsident Obama hatte das Gesetz Affordable Care Act (Gesetz für erschwingliche Krankenversicherung, »Obamacare«) unterzeichnet. Es sieht staatliche Zuschüsse für die knapp 50 Millionen Bürger vor, die ein zu geringes Einkommen haben, um die Prämie für eine Krankenversicherung zu bezahlen. Die Republikaner lehnen das Gesetz ab, und sie wollen beispielsweise zum 1. Januar 2014 auch die Ausgaben für Nahrungsmittelbons (food stamps) senken und dadurch die Staatsschulden verringern. Die Republikaner handeln nach der reinen neoliberalen Lehre: Wer ein zu geringes Einkommen hat, hat versagt. Er muß sich selbst anstrengen, da rauszukommen! Der Staat darf ihn nicht in eine soziale Hängematte legen!

Die Streitfrage im kapitalistischen Führungsstaat lautet also: Wie mit den Lohnabhängigen und Arbeitslosen umgehen? Die Republikaner meinen: dem Markt überlassen und notfalls dahinsiechen lassen.
...


Es lohnt den gesamten Kommentar zu lesen: http://www.sopos.org/aufsaetze/529364e2a092f/1.phtml
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Kuddel


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« Antworten #18 am: 20. Dezember 2013, 20:33:00 »



Obama regiert nun seit fünf Jahren – eine Zeit, in der die sozialen Gegensätze noch einmal gewachsen sind. Mehr als 20 Prozent der Kinder leben in Armut. Da kann man nicht mehr die Republikaner für verantwortlich erklären oder die Tea Party. Aber die Leidtragenden haben sich nicht zusammengeschlossen zu einer progressiven Bewegung. Zugleich ist die Hoffnung auf Obama noch nicht erloschen, auch wenn sich immer mehr Opfer des sozialen Kahlschlags erkennbar der Rechten zuwenden. Wer kann es ihnen verdenken, wenn Obama wirtschaftliche Ungleichheit anprangert und eine Politik betreibt, die genau das zementiert. Eine Gesellschaft wird eben nicht großzügiger, wenn die Angst grassiert, dass der zu verteilende Kuchen immer kleiner wird.

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-maer-vom-kleinen-kuchen
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« Antworten #19 am: 21. April 2017, 15:02:18 »

Zitat
Obdachlosigkeit in New York
Ohne Heim im Häusermeer

In der Millionenmetropole New York leben immer mehr Familien auf der Straße. Seit der großen Depression gab es nicht mehr so viele Obdachlose. Für Bürgermeister de Blasio ist die Statistik besonders unangenehm.



Weil die Zustände in den Notunterkünften immer schlimmer werden, übernachten viele Obdachlose in der Kirche

Die erste unbequeme Wahrheit, die de Blasio mitgebracht hatte, war eine peinliche Statistik für seine Regierung. Die Anzahl der Obdachlosen in der Stadt hatte im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht – rund 60.000 Menschen haben in New York keine feste Bleibe. Seit der großen Depression in den 20er und 30er Jahren gab es nicht mehr so viele Obdachlose in der Metropole.

Nicht, dass er sich keine Mühe gegeben hätte. Unter ihm ist in den vergangenen drei Jahren der Etat für die Obdachlosenhilfe auf mehr als eine Milliarde Dollar angeschwollen. Er hat in Beratung investiert und in Mietbeihilfen. Doch all das hat nichts an den Verhältnissen geändert.



Der neoliberale Geschäftsmann Michael Bloomberg mit seiner unverhohlenen Nähe zur übermächtigen Immobilienwirtschaft der Stadt hat alles dafür getan, die Menschen auf die Straße zu bringen.

Bloomberg hat sich geweigert, obdachlosen Familien bei der Belegung staatlich geförderter Wohnungen Vorrang zu geben. Gleichzeitig hat er die Mietbeihilfe nach und nach zusammengestrichen. Für den Wirtschaftsliberalen sollte dies das Sozialschmarotzertum verhindern und die Leute dazu zwingen, auf die eigenen Beine zu kommen. Doch das Gegenteil war der Fall. Laut neuesten Zahlen sind die Menschen, die in Obdachlosenunterkünften leben, keine Schmarotzer, Drogenabhängigen oder Kriminellen, sondern mehrheitlich Familien, die ein Einkommen erzielen. Eine gemeinnützige Organisation beziffert die Zahl der wohnungslosen Familien auf mehr als 15.600; in diesen Familien leben knapp 23.700 Kinder.

So sagt Christine Quinn, Leiterin einer Organisation, die Obdachlosen-Unterkünfte bereitstellt: „Die Obdachlosen heute sind unterbezahlte Arbeiter und Angestellte.“ Für die ist die Existenz in Unterkünften jedoch deutlich härter, als wenn sie dauerhafte Wohnungen hätten. So erzählte die 36-jährige Abena Walker dem „New York Magazine“, dass sie von ihrer Obdachlosen-Unterkunft in Queens zu ihrem Job als Sozialhelferin in Harlem täglich vier Stunden in der U-Bahn zubringt. Davor und danach muss sie dann ihre Kinder zur Schule bringen und wieder abholen.

Die Zustände in den Unterkünften erleichtern die Dinge nicht eben. Wegen des rasant ansteigenden Bedarfs werden viele Obdachlose in Hotels untergebracht oder in verfallenden Wohnhäusern am Stadtrand, in denen die hygienischen Umstände katastrophal sind. Die Insassen berichten von Schikanen der Sozialarbeiter, von dem ständigen Gefühl der Unsicherheit und der Angst, jederzeit wieder auf der Straße landen zu können.

Niemand in der Stadt hat wirklich Interesse daran, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Wer sich New York nicht leisten kann, soll fortziehen“, hat Bloomberg einmal unverblümt gesagt.
von mir gekürzt aus: http://www.fr.de/politik/obdachlosigkeit-in-new-york-ohne-heim-im-haeusermeer-a-1263691
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