Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Kurze Frage zu Einladung zur Zeitarbeitsmesse  (Gelesen 4903 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Lumpi1012


Beiträge: 3


« am: 29. September 2009, 18:08:42 »

Hallo,

habe Für morgen den 30.09 eine Einladung mit Rechtsbehelfbelehrung zu einer sogenannten Zeitarbeitsmesse erhalten.Diese findet mitten in einem Einkaufszentrum in Leipzig statt.Irgendwie fühle ich mich nicht wohl da hin zu müssen so in aller öffendlichkeit.
Gibt es da ne Möglichkeit sich dagegen zu wehren oder ähnliches?


mfg
Gespeichert
mlawrenz
test
__
*
Beiträge: 414



« Antworten #1 am: 29. September 2009, 18:33:03 »

Kurz geschrieben:

Dich zu einer Zeitarbeitsmesse einzuladen ist für sich zu unspezifisch, als dass Du dem nachkommen musst. Es ist kein auf Dich zugeschnittenes Jobangebot.

Allerdings werden sie Dich aufgefordert haben, Dich dort zu melden und Dir eine Rechtsbelehrung mitgeschickt haben, in der steht, dass es ein Meldeversäumnis ist, wenn Du dort nicht auftauchst.

Wenn meine Vermutungen zutreffen, (Du also damit explizit zum Meldetermin geladen wurdest und eine Rechtsbelehrung dabei ist) musst Du hingehen, Dich bei der ARGE-Station dort melden und kannst dann wieder gehen, ohne Dich irgendwo zu bewerben. Die ARGE kann Dich also mehr oder weniger hinbestellen, wo sie wollen, damit Du Dich dort meldest innerhalb Deiner Meldepflichten.

Das ist mein Stand bisher. Der aber durchaus überholt sein kann und zu dem ich aktuell kein Gerichtsurteil kenne.

Hier steht es allerdings genau gegenteilig:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e199100a4781c.php



Hartz IV: Vorsicht Zeitarbeitsmessen!

Massenrekrutierung durch Agentur für Arbeit und ARGE – Einladungsschreiben an Alg II-BezieherInnen enthalten diffuse Sanktionsandrohungen

Seit einiger Zeit werden in NRW Zeitarbeitsmessen/„lokale Stellenbörsen”, in Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen und örtlichen Alg II-Trägern durchgeführt wurden und auch künftig geplant sind. Konkrete Informationen dazu gibt es aus Köln Dortmund und Wuppertal, wo ver.di, IG Metall und/oder DGB mit Informationsständen vertreten waren. Aber auch aus der Region Ostwestfalen-Lippe aus Krefeld, Bielefeld und Herford wird von zahlreichen Werbeveranstaltungen für die Leiharbeitsbranche berichtet.

Mit Hilfe der „PersonalServiceAgenturen” des Peter Hartz aus der Schmuddelecke geholt, erfahren Leiharbeitsfirmen mittlerweile offene Unterstützung und Anerkennung durch die Bundesagentur für Arbeit. So fördert etwa die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur die Durchführung lokaler Stellenbörsen und hatte am 15. März 2007 den landesweiten „Tag der Zeitarbeit” ausgerufen.

Die Branche gilt gerade in Zeiten den Aufschwungs als „Jobmotor”, denn sie entledigt „normale” Unternehmen der lästigen Verpflichtungen gegenüber händeringend gesuchten Arbeitskräften, die man beim Abflauen der Konjunktur gerne wieder los werden möchte. Und in der Tat; satte 29 Prozent der von den Arbeitsagenturen in NRW registrierten Jobangebote entfallen derzeit auf das Leiharbeitsgewerbe (vgl. Pressemitteilung BA Regionaldirektion NRW vom 01.02.2007). Dessen ungeachtet sind die Masse der Jobs in der Branche bezüglich Bezahlung, Arbeitszeit, Kündigungsfristen und Arbeitsbedingungen noch lange keine regulären Arbeitsplätze, auch wenn sie sich massenhaft ausbreiten. Deshalb sollten sich Interessenten vor der Unterzeichnung von Zeitarbeitsverträgen gut von einer unabhängigen Stelle beraten lassen, die i.d.R. bei der zuständigen Gewerkschaft zu finden ist.

"Stellenbörse" mit Anwesenheitszwang? Hartz IV macht's fast möglich!

Man mag zu Werbeveranstaltungen der privaten Wirtschaft stehen wie man will, unakzeptabel werden Zeitarbeitsmessen, wenn dafür Sozialversicherungsbeträge verpulvert oder Erwerbslose unter Androhung von Sanktionen zu „Lohndumpingmärkten” rekrutiert werden.


In Wuppertal fand beispielsweise eine Stellenbörse der Leiharbeitsbranche am Mittwoch, den 7. März in der Historischen Stadthalle statt. Neben der ARGE Wuppertal und dem Infostand der Gewerkschaften waren dort ca. 20 Leiharbeitsfirmen mit ihren Ständen vertreten. Aus Gewerkschaftskreisen wurde berichtet, dass eine große Anzahl Alg II-BezieherInnen anwesend war, die offensichtlich im Massenverfahren von der ARGE Wuppertal angeschrieben und zur Teilnahme aufgefordert wurden. Das erklärt auch, warum vor der Vertretung der ARGE Wuppertal der Andrang am größten war. Die Angeschriebenen wollten sich alle ihren Anwesenheitsstempel von der ARGE- abholen, um zu belegen, dass sie der Behördenladung gefolgt waren.

Auch am Infostand der Gewerkschaft, der bei den Veranstaltern der „Messe” erst mit Vehemenz durchgesetzt werden musste, herrschte ein reges Treiben. Hier wurde belegt, wie groß das Bedürfnis nach unabhängiger Beratung und Aufklärung bei den „Messebesuchern” war. Neben den arbeits- und tarifrechtlichen Fragen waren es immer wieder Sanktionsängste, die zur Sprache kamen. Es war deutlich zu spüren, welcher Behördendruck auf den Erwerbslosen lastete. Es wurde berichtet, dass in den Einladungsschreiben an die Alg II-BezieherInnen von verpflichtender Teilnahme an der „Stellenbörse” die Rede war – einer Formulierung, bei der bei den meisten die Alarmglocken angehen.

Doch zumindest diese Befürchtung konnten die GewerkschaftskollegInnen schnell ausräumen: Eine völlig unbestimmte Vorladung zu einer öffentlichen Massenveranstaltung ist eindeutig keine sanktionsbewährte Eingliederungsmaßnahme oder ein Termin, der mit einem Meldeversäumnis belegt werden könnte. Auf mögliche Sanktionsabsichten der ARGE angesprochen, versicherte schließlich auch der Vertreter der ARGE Wuppertal, dass keine Strafen verhängt würden, wenn der Einladung zur Zeitarbeitsmesse nicht Folge geleistet wird. Auf dieses öffentliche Statement können sich Betroffene nun berufen.

Die Vorgänge bei der Wuppertaler Zeitarbeitsmesse belegen, wie wichtig es ist, sich als Betroffenenorganisation und offensive Interessenvertretung in ein solches Geschehen einzumischen und auf fremdem Terrain kritische Öffentlichkeit und Beratungsstrukturen herzustellen. Nur so kann der Angst vor Leistungskürzungen und dem Druck in unzumutbare Arbeitsverhältnisse begegnet und – ganz nebenbei – auf die Notwendigkeit der solidarischen Selbsthilfe und -organisation hingewiesen werden. Deshalb müssen wir Zeitarbeitsmessen, „lokale Stellenbörsen” etc. unter Beobachtung stellen – in NRW und anderswo! (Tacheles Onlineredaktion, Frank Jäger- 12.04.07)
« Letzte Änderung: 29. September 2009, 18:35:07 von mlawrenz » Gespeichert

"Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Reichen, die Krieg führt und wir sind dabei zu gewinnen'"
Warren Buffet, zweitreichster Mann der Welt

Lumpi1012


Beiträge: 3


« Antworten #2 am: 29. September 2009, 19:15:32 »

Alles klar,danke dafür.Mir geht es nur darum ob die mir meine 90 Euro Hartz 4 die ich bekomme kürzen können.Ans Alg 1 denke ich könn se da ja nich ran.
Gespeichert
Odeesi


Beiträge: 103


« Antworten #3 am: 29. September 2009, 19:46:05 »

Nun ja, wenn die Aufforderung von der Agentur für Arbeit kam und nicht von der Arge, dann können sie eventuell doch auch an dein ALG I ran.
Eine Woche Sperrzeit droht, wenn Meldepflichten nicht eingehalten werden.
Gespeichert
Lumpi1012


Beiträge: 3


« Antworten #4 am: 29. September 2009, 19:52:02 »

Nee kam von der Arge.Ich finde nur dieses Öffentliche zur Schau stellen ein bissel extrem.Is schon ein wenig doof mitten in nem EKZ.
Gespeichert
mousekiller
Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #5 am: 29. September 2009, 23:20:37 »

Ich bin auch dabei, allerdings über so ein GANZIL-Ding. Hingehen, lächeln, freundlich sein, brav seine Bögen ausfüllen und wieder verschwinden. Wie ich es dann drehe, dass mich keiner von denen will, ist ja mir überlassen. Stichwort: Manteltarifverträge *winkt mit ner Latte*
Gespeichert

Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
mousekiller
Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #6 am: 30. September 2009, 13:43:22 »

Wieder da und Bericht:

Die Sache war einfacher als gedacht. Zum Träger hin, unterschreiben dass ich da bin und dann wurde ich mir selbst überlassen.  Aber: da ich eh alles lieber über Email mache, ein paar Webseiten rausgepickt und werd die jetzt gechillt anschreiben.
Gespeichert

Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
CubanNecktie


Beiträge: 1690



« Antworten #7 am: 14. September 2016, 14:37:34 »

Muss nächste Woche auch an einer ZAF-Messe (höchstwahrscheinlich werden es ZAF sein) teilnehmen. Einladung dazu kam mit RFB. Aber die Räumlichkeiten befinden sich ausserhalb des JC / es findet im Technischen-Überprüfungsverein statt. Auch ist diese Veranstaltung im Fratzenbuch getagt (zum Glück also öffentlich). Na juti - werd wohl da aufschlagen und ausser Anwesenheit / Stempel auf der Einladungskopie einholen - nichts unterschreiben o.ä. - auch keine Bewerbungsunterlagen o.ä. mitnehmen, wenns da ne seriöse Firma gibt (keine ZAF, kein Call-Center) - werde ich da aufschlagen und um Infos bitten.  Grin Ansonsten mich da etwas umsehen und mich verdünnisieren.
« Letzte Änderung: 14. September 2016, 14:39:27 von CubanNecktie » Gespeichert

Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
ZAF Fragebogen
Passwort: chefduzen.de

... und nun die durchgeschröderte Masse noch stärker unterdücken und nochmals ordentlich durchmerkeln, bis es ordentlich braun wird.
mousekiller
Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #8 am: 15. September 2016, 07:31:41 »

Wenn es mit RFB außerhalb des JC stattfindet und keiner von denen anwesend ist, ist es rechtswidrig. Aber das weißt du ja selbst Wink
Gespeichert

Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
Seiten: [1]   Nach oben
Drucken
Gehe zu: