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Autor Thema: Palästina - Israel  (Gelesen 32934 mal)
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Kuddel


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« Antworten #75 am: 28. Mai 2017, 20:55:09 »

Zitat
Tausende Israelis demonstrieren für Zweistaatenlösung

In Tel Aviv haben 15.000 Menschen für eine friedliche Lösung im Nahostkonflikt protestiert. Sie fordern die Freigabe der seit 50 Jahren besetzen Palästinensergebiete.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-05/israel-demonstration-zwei-staaten-loesung-tel-aviv
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Kuddel


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« Antworten #76 am: 27. Januar 2018, 10:23:33 »

Zitat
Afrikanische Flüchtlinge protestieren in Israel gegen Massenabschiebung

38.000 afrikanische Flüchtlinge sollen am 1.4.2018 entweder abhauen - oder ins Gefängnis...„Je näher der Stichtag für die Zwangsvertreibung afrikanischer Flüchtlinge aus Israel rückt, desto stärker regt sich der Protest. Tausende Migranten zogen in den letzten Tagen vor das Parlament und die Botschaft von Ruanda, einem der möglichen Drittländer, die Vertriebene aufnehmen könnten. Männer legten sich Ketten auf die Oberkörper und simulierten einen Sklavenmarkt. Ab 1. April, so entschied die Regierung von Benjamin Netanjahu, müssen die rund 40.000 Afrikaner entscheiden, ob sie „freiwillig“ Israel verlassen oder auf unbestimmte Zeit ins Gefängnis gehen. Menschenrechtsaktivisten kündigten an, die Betroffenen bei sich zu Hause zu verstecken. El-Al-Piloten wollen den Transport der Menschen ins Ungewisse verweigern, und renommierte Autoren, darunter Amos Oz und David Grossman, appellieren an die Regierung, „moralisch, menschlich und mit Mitgefühl“ zu handeln“ – so beginnt der Beitrag „Protest gegen Vertreibung“ von Susanne Knaul am 25. Januar 2018 in der taz http://www.taz.de/Fluechtlinge-in-Israel/!5477599/, worin auch über den sich ausbreitenden Widerstand israelischer BürgerInnen berichtet wird. Siehe dazu auch zwei aktuelle Beiträge über den Widerstand gegen die Vertreibungspolitik der israelischen Regierung, sowie ein kurzes Video über eine Protestaktion – und die Erinnerung daran, dass diese reaktionäre politische Offensive keineswegs neu ist…
http://www.labournet.de/?p=127143
Zitat
„Israelische Piloten weigern sich afrikanische Flüchtlinge zu deportieren“
 „Piloten der israelischen Luftfahrtgesellschaft EL AL verweigern ihre Aufgabe, abgelehnte Asylbewerber aus Eritrea und Sudan zurück in ihre Heimat zu fliegen.
https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/64062-israelische-piloten-weigern-sich-afrikanische-fluechtlinge-abzuschieben/

Zitat
„Protest gegen Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge“ am 10. Januar 2018 im Israelnetz, worin berichtet wird: „Aktivisten haben am Dienstagabend in Tel Aviv gegen die Abschiebung eritreischer und sudanesischer Migranten demonstriert. Die rund 200 Menschen gerieten laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ in ein Handgemenge mit Gegendemonstranten, welche die geplante Maßnahme der israelischen Regierung unterstützen.
...
Mann aus Eritrea namens Johnny: „Ich kann nicht in mein Land zurück. Wenn ich nach Schweden gehen könnte, würde ich das tun. Aber ich bin hier, weil ich keine Wahl habe. Lasst mich in Israel sein, weil ich sonst nirgendwo sein kann.“ Als Grund, nicht zurückzukönnen, gab er an, dass in seiner Heimat ein Diktator an der Macht sei“.
http://www.labournet.de/internationales/israel/soziale_konflikte-israel/afrikanische-fluechtlinge-protestieren-in-israel-gegen-massenabschiebung/
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« Antworten #77 am: 27. Januar 2018, 10:28:29 »

Aus: Ausgabe vom 27.01.2018, Seite 2   / Inland

»Israel hatte an Zweistaatenlösung nie Interesse«
Die Jerusalem-Entscheidung der USA und die Möglichkeit einer demokratischen Vereinigung von Palästina und Israel. Gespräch mit Ilan Pappé
Interview: Peter Schaber



Ein Demonstrant posiert an der Stelle einer Auseinandersätzung zwischen israelischen Truppen und Palästinensern nahe Gaza (19. Januar)
Foto: REUTERS/Mohammed Salem

Der Entschluss der US-Regierung, ihre Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen, hatte dramatische Auswirkungen auf die dortige Situation. Die israelische Regierung scheint sich sicherer denn je zu sein, die Rechte der Palästinenser missachten zu können, und umgekehrt hat die palästinensische Autonomiebehörde angekündigt, die Anerkennung Israels zurückziehen zu wollen. Um die Zweistaatenlösung steht es nicht gut, oder?

Ja, die Zweistaatenlösung ist tot. Aber nicht nur wegen Trumps Jerusalem-Entscheidung, die war nur ein weiterer Sargnagel. Da es nie ein wirkliches Interesse der israelischen Seite an einer solchen Lösung gab, war im Grunde nie eine reale Chance vorhanden, die Zweistaatenlösung umzusetzen. Der besondere Beitrag von Donald Trump besteht darin, dass er sich von der diplomatischen Vermittlerrolle der USA in diesem Prozess der Zweistaatenlösung verabschiedet hat. Zusätzlich hat Trump die Chancen, mit diplomatischen Mitteln zur Lösung der palästinensischen Frage beizutragen, ernsthaft beschädigt.

Sie zählen zu den prominentesten Vertretern einer Einstaatenlösung. Wie könnte so ein demokratischer, binationaler Staat aussehen? Ist diese Lösung mehr als eine theoretische Möglichkeit?

Die Prinzipien eines solchen Staates sind klar. Sie basieren auf gleichen demokratischen Rechten für alle Menschen, die im historischen Palästina leben, und auf dem Respekt kultureller und anderer kollektiver Rechte, solange diese nicht die individuellen demokratischen Rechte der Bürger untergraben. Eine solche Lösung muss das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge einschließen und die Umverteilung der Ressourcen auf einem gerechten und vernünftigen Weg.

Ein gemeinsamer demokratischer Staat würde voraussetzen, dass es politische Bewegungen in Palästina und Israel gibt, die in der Lage sind, die tiefen Gräben zu überwinden. Zur gleichen Zeit aber scheint die politische Linke sowohl in Palästina wie in Israel schwächer und schwächer zu werden. Gibt es irgendeine Bewegung, die stark genug sein könnte, eine demokratische Einstaatenlösung durchzusetzen?

Nein, im Moment nicht. Aber im Vergleich zu vor zehn Jahren gibt es einen signifikanten Wandel auf der palästinensischen Seite. Ich würde sagen, dass schon sehr bald die palästinensische Bewegung ihr Projekt der Befreiung neu definieren und es auf die Basis des Respekts für nationale, zivile und Menschenrechte für das gesamte historische Palästina stellen wird. Das würde der Einstaatenlösung neuen Schwung verleihen. Wie im Fall der Apartheid in Südafrika ist zu diesem Zeitpunkt die Zustimmung der Siedlergesellschaft nichts, was erreicht werden kann. Das kann nur nach einer nachhaltigen Kampagne des Drucks von außen und der Standhaftigkeit einer vereinten palästinensischen Befreiungsbewegung erreicht werden, die von progressiven israelischen Juden unterstützt wird.

Welche unmittelbaren Schritte könnten eine Verbesserung der Lage der Palästinenser erreichen?

Während die BDS-Kampagne wächst und eine neue Generation von Palästinensern einen neuen Diskurs entwickelt, beginnt die Welt aufzuwachen und zu sehen, dass die Zweistaatenlösung tot ist. Diese Zukunft ist vielleicht nicht so entfernt, wie man denken könnte – vorhersagbar ist das aber nicht. Das Wichtige ist, diese Vision zu nutzen, um die Unterdrückung der Palästinenser zunächst zurückzudrängen und dann zu beenden.

In Deutschland ist die Diskussion um Israel und Palästina sehr schwierig, gerade auch in der Linken. Begriffe wie »Apartheidsstaat« oder der Vorwurf »ethnischer Säuberungen« werden oft als antisemitisch angesehen …

Zum deutschen Diskurs: Also, ich schätze die Sensibilität, aber ich verstehe die Furchtsamkeit der jüngeren Generation nicht, die nicht für die Verbrechen der Nazis verantwortlich ist. Es ist in der Tat so: Um sicher zu gehen, dass Deutschland in der Zukunft nicht mit Verbrechen in Verbindung gebracht wird, sollte die jüngere Generation die richtigen Begriffe verwenden, um die Verbrechen Israels zu beschreiben. Es ist ein Apartheidsstaat, der ethnische Säuberungen und einen stufenweisen Genozid in Gaza durchführt. Das nicht so zu beschreiben ist nichts anderes, als eine Flucht vor der Realität.

Der israelische Historiker Ilan Pappé lehrt an der Universität Exeter. Er verfasste zahlreiche Bücher zur Geschichte Palästinas und Israels, zuletzt »The Biggest Prison on Earth«, eine Geschichte der besetzten Gebiete Palästinas

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326149.israel-hatte-an-zweistaatenlösung-nie-interesse.html
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« Antworten #78 am: 31. März 2018, 08:35:52 »

Zitat
Blutiger «Marsch der Rückkehr» in Gaza
Tausende von Demonstranten sind an der Grenze zu Israel aufmarschiert, um an die Enteignung arabischen Landes 1976 zu erinnern. Damals waren bei Demonstrationen sechs Palästinenser getötet worden. Am Freitag waren es fast dreimal so viele.
https://www.nzz.ch/international/blutiger-marsch-der-rueckkehr-in-gaza-ld.1370886
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Kuddel


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« Antworten #79 am: 01. April 2018, 14:09:31 »

Zitat
Die israelische Rechtsregierung verteidigt das Massaker am Grenzzaun – und lässt Proteste im eigenen Land niederknüppeln

Demonstration an der Grenze Israels am 30.3.2018„Tausende Menschen hatten am gestrigen Tag der Trauer an die Opfer erinnert. Präsident Abbas machte Israel für die Gewalt verantwortlich. Dagegen erklärte Premierminister Netanjahu, Israel habe seine Souveränität und seine Bürger verteidigt.
http://www.labournet.de/?p=129992
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« Antworten #80 am: 06. April 2018, 09:51:27 »

Zitat
Proteste in Gaza:
Menschenrechtler kritisieren israelische Armee

Nach den Protesten mit 18 Toten hat Human Rights Watch der israelischen Armee "exzessive Gewalt" vorgeworfen. Die Demonstranten seien keine unmittelbare Gefahr gewesen.


Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat das Vorgehen Israels gegen palästinensische Demonstranten kritisiert, bei dem an der Grenze zu Gaza mindestens 18 Menschen getötet wurden. "Israelische Soldaten haben nicht nur exzessiv Gewalt angewendet", sagte der stellvertretende Nahost-Direktor Eric Goldstein. "Sondern sie haben offensichtlich Befehle befolgt, die nichts als eine blutige militärische Antwort auf die palästinensischen Demonstrationen sicherstellten."

Das Ergebnis seien "vorhersehbare Tode und Verletzungen der Demonstranten" auf der anderen Seite der Grenze gewesen, sagte Goldstein. Diese seien keine "unmittelbare Bedrohung für das Leben" der Soldaten gewesen. Goldstein verwies unter anderem auf vorherige Aussagen der Armee, wonach mehr als 100 Scharfschützen an der Grenze postiert werden sollten. Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls gefordert.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-04/proteste-gaza-human-rights-watch-kritik-israel

Zitat
Proteste in Gaza
Angst vor Eskalation wächst

Die Lage vor den neuen Massenprotesten an der Grenze des Gazastreifens zu Israel ist angespannt. Befürchtet wird ein neuerlicher Gewaltausbruch - denn beide Seiten zeigen wenig Zurückhaltung.

(...)
Tausende Reifen haben vor allem palästinensische Jugendliche in den vergangenen Tagen in die Nähe der Grenze zu Israel gebracht.
(...)
Sie sollen vor den Massenprotesten angezündet werden und eine riesige Rauchwand aufsteigen lassen.
(...)
 Zehntausende werden erwartet und die Beteiligung könnte größer sein als vor einer Woche. Die Motivation ist hoch - vor allem unter den jungen Leuten. Rund die Hälfte der zwei Millionen Bewohner des abgeriegelten Küstenstreifens ist 18 und jünger.

Die blutige Bilanz vom vergangenen Freitag mit zahlreichen Toten und mehr als tausend Verletzten hat, so scheint es im Vorfeld der nun anstehenden Demonstration, auf viele offenbar keine abschreckende Wirkung. Die Zeltlager, die an mehreren Stellen nahe der Grenze errichtet wurden, sind zum Anlaufpunkt für die Demonstranten geworden.
(...)
Israelische Armee will weiter scharf schießen
(...)https://www.tagesschau.de/ausland/proteste-gaza-103.html


Es wird wenig über die politischen Hintergründe berichtet. Es handelt sich zum Großteil um SOZIALE PROTESTE. Die Hamas und Fatah haben viel ihrer Autorität bei der palästinensichen Bevölkerung eingebüßt und sind jetzt bemüht sich an die Spitze der Proteste zu stellen.

Es ist an der Zeit, daß die Proteste neue Strukturen und Organisationsformen annehmen. Die nationalistischen Ziele und Spaltungslinien sollten überwunden werden. Hamas und Fatah müssen sich entweder radikal reformieren oder besser: Die Bevölkerung ignoriert sie und baut eigene Organisationsstrukturen jenseits dieser überholten Organisationen.
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Kuddel


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« Antworten #81 am: 14. April 2018, 19:29:48 »

Israelische Scharfschützen brechen das Schweigen

Es ist der dritte Freitag in Folge, an dem Palästinenser in Gaza protestieren. Israelische Soldaten wenden sich gegen Befehle, auf die Demonstranten zu schießen.


Zitat
Völker-, Menschen- und andere Rechte werden von beiden Seiten gebrochen. Jeden Tag. Dafür nur eine Seite zu verurteilen, ist pure Ideologie.

Ein lesenswerter Artikel:
https://www.tagesspiegel.de/politik/proteste-im-gazastreifen-israelische-scharfschuetzen-brechen-das-schweigen/21173404.html
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Kuddel


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« Antworten #82 am: 04. Mai 2018, 20:28:11 »

Zitat
Gaza-Proteste
Mehr als 400 Verletzte an einem Tag


Bei erneuten Konfrontationen mit israelischen Soldaten sind an der Gaza-Grenze 431 Palästinenser verletzt worden, die meisten durch Tränengas. 20 hätten Verletzungen durch scharfe Munition erlitten, 30 weitere durch Gummimantelgeschosse, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit. Drei Menschen seien durch Schüsse israelischer Soldaten lebensgefährlich verletzt worden.

Seit Ende März sind bei ähnlichen Konfrontationen mehr als 40 Palästinenser getötet worden. Unter ihnen sind drei 15-Jährige und fünf weitere Teenager. Mehr als 7000 Palästinenser wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums verletzt, dabei etwa 2000 durch scharfe Munition.
http://www.sueddeutsche.de/politik/gaza-proteste-mehr-als-verletzte-an-einem-tag-1.3968705
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« Antworten #83 am: 14. Mai 2018, 14:50:00 »

Zitat
Immer mehr Tote im Gazastreifen, Lage sehr angespannt

Die palästinensischen Gesundheitsbehörden melden, das israelische Militär habe bislang 25 Menschen erschossen. Den Angaben zufolge gibt es rund 1.000 Verletzte.
http://www.deutschlandfunk.de/nahost-konflikt-immer-mehr-tote-im-gazastreifen-lage-sehr.2932.de.html?drn:news_id=882381
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« Antworten #84 am: 14. Mai 2018, 16:18:40 »

Bodycount:

Zitat
Die israelische Armee erschoss nach palästinensischen Angaben fast 40 Menschen, es gab 1.000 Verletzte. Das israelische Militär erklärte, rund 35.000 gewaltbereite Randalierer hätten sich entlang der Grenze versammelt.
http://www.deutschlandfunk.de/jerusalem-us-botschaft-eroeffnet.2932.de.html?drn:news_id=882419
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« Antworten #85 am: 14. Mai 2018, 18:18:21 »

70 JAHRE ISRAEL
Solidarität mit dem Kampf für Freiheit und Demokratie
Heute feiert Israel seine Staatsgründung. Bei Protesten gegen die damit verbundene Vertreibung Hunderttausender palästinensischer Familien tötete die israelische Armee heute bereits mindestens 50 Demonstranten.


Solidarität mit dem gerechten Kampf des palästinensischen Volkes (rf-foto)

Vor 70 Jahren, am 14. Mai 1948, wurde der Staat Israel auf dem Gebiet auf dem Gebiet des bis dahin unter britischem Mandat stehenden Palästina gegründet. Juden aus aller Welt begrüßten die Gründung Israels in der Hoffnung auf einen Ausweg aus der jahrhundertelangen Verfolgung in vielen europäischen Ländern - vor allem nach dem millionenfachen Massenmord an Juden durch die Hitler-Faschisten.

 Die damals noch sozialistische Sowjetunion sprach sich nach dem Krieg auch für die Gründung eines unabhängigen, demokratischen arabisch-jüdischen Staates aus. Da dies in der UNO keine Mehrheit fand, unterstützte sie die Schaffung zweier unabhängiger autonomer Staaten. Die Sowjetunion nahm dann auch als erstes Land diplomatische Beziehungen zu Israel auf.

 Der Teilungsplan der UNO von 1947 sah vor, dass in Palästina neben einem israelischen Staat ein fast gleich großer arabischer Staat entstehen sollte. Doch in dem Bestreben, ihre eigene Stellung zu sichern und Israel zu einem im Nahen Osten vorherrschenden kapitalistischen Staat zu machen, schloss sich die israelische Bourgeoisie eng an die imperialistischen Mächte an. Das stand im Gegensatz zu vielen fortschrittlichen, revolutionären und kommunistischen jüdischen Einwanderern, die im Frieden mit ihren Nachbarn leben wollten.

Das israelische Regime hält heute völkerrechtswidrig den größten Teil Palästinas besetzt. Es drangsaliert, enteignet, vertreibt und mordet dessen Bevölkerung. Der Gaza-Streifen wurde in ein Freiluftgefängnis verwandelt. Was für das heute imperialistische Israel ein Feiertag ist, ist für das palästinensische Volk ein Grund der Trauer und des Zorns. „Nakba“ (Deutsch: „Unglück“ oder „Katastrophe“): Die Vertreibung von 700.000 bis 800.000 Palästinensern in ein bis heute andauerndes Exil.


Foto: Rusty Stewart unter CC BY-NC-ND 2.0

Bis heute geht die völkerrechtswidrige Annexion palästinensischer Gebiete und die Vertreibung der Bewohner weiter. Gegen den berechtigten Protest Zehntausender Palästinenser geht der israelische Staat mit Militär vor. Allein heute wurden bei Demonstrationen von Zehntausenden Menschen über 50 Palästinenser bei Protesten an der Grenze zu Gaza getötet – darunter ein 14 Jahre alter Junge. Rund 1.700 Palästinenser wurden verletzt, davon viele durch Schüsse. Die israelische Luftwaffe flog sogar Angriffe. In den letzten Wochen wurden bereits mindestens 50 Palästinenser bei unbewaffneten Demonstrationen für die Rückkehr in ihre Heimat am Grenzzaun erschossen. Sieht so Präsident Benjamin Netanjahus „Friede, Demokratie und Besserung der Welt“ aus?

 Die Entscheidung des faschistoiden US-Präsidenten Donald Trump, unter diesen Voraussetzungen Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und diese Woche die US-Botschaft dorthin zu verlegen, ist eine blanke Provokation. Sie bedeutet eine Zementierung der Besatzungs- und Unterdrückungspolitik des zionistischen israelischen Regimes und richtet sich gegen eine friedliche und gerechte Lösung der Palästina-Frage.

Massenproteste im Gazastreifen und im Westjordanland
Im Gegenteil lässt sie die Widersprüche erst Recht explodieren: Bei Massenprotesten im Gazastreifen und im Westjordanland erklärt das palästinensische Volk seinen Widerstand. Mit diesem Protest solidarisiert sich die MLPD. Wobei sie betont, dass sich ihr Protest gegen den israelischen Staatsapparat und nicht gegen die jüdische Bevölkerung richtet. Wir rufen alle Unterdrückten auf, sich mit dem palästinensischen Kampf für Freiheit und Demokratie zu solidarisieren. Unser gemeinsamer Feind sind die imperialistischen Machthaber, die ein Interesse an dieser Spaltung haben.

Für eine gerechte Lösung des Palästina-Konflikts
Die MLPD unterstützt den Widerstand gegen die imperialistische Politik solidarisch und arbeitet eng mit fortschrittlichen palästinensischen und israelischen bzw. jüdischen Kräften zusammen. Sie tragen die aktuellen Proteste mit, während in den deutschen Medien meist nur von der ultrareaktionären Hamas die Rede ist. Die MLPD warnt auch vor falschen Freunden des palästinensischen Volkes, wenn sich heute ausgerechnet der türkische Diktator Recep Tayyip Erdogan für Palästina erklärt oder die faschistische Al-Kaida zum Dschihad aufruft.

 Eine Lösung im Interesse der Völker erfordert langfristig ein einheitliches, demokratisches und freies Palästina. Heute ist eine demokratische „Zwei-Staaten-Lösung“ mit einem souveränen israelischen und einem souveränen palästinensischen Staat als Zwischenschritt auf Grundlage des UN-Teilungsplans von 1947 erforderlich. Das erfordert allerdings auch ein sofortiges Ende der israelischen aggressiven Siedlungspolitik und die Rückgabe der dadurch besetzten Gebiete.

 Eine gerechte Lösung kann nicht allein durch die Palästinenser erreicht werden. Sie brauchen den gemeinsamen Kampf um Freiheit und Demokratie mit den arabischen Nachbarn und den Zusammenschluss mit dem Klassenkampf der israelischen Arbeiter. Für den gemeinsamen internationalistischen Kampf um nationale und soziale Befreiung vom Imperialismus.

Eine gerechte Lösung des Palästina-Konflikts muss vor allem die Rechte der durch die Nakba vertriebenen Palästinenser, aber auch der jüdischen Bevölkerung in Israel wahren und dem Geist der Völkerfreundschaft entspreche
Dieter Ilius (MLPD) in Berlin

Dieter Ilius sprach als Vertreter der MLPD auf einer Veranstaltung in Berlin am 12. Mai mit palästinensischen Freunden: „Eine gerechte Lösung des Palästina-Konflikts muss vor allem die Rechte der durch die Nakba vertriebenen Palästinenser, aber auch der jüdischen Bevölkerung in Israel wahren und dem Geist der Völkerfreundschaft entsprechen. ‚Ein Volk, das andere unterdrückt, kann sich nicht selbst emanzipieren – diesen Gedanken entwickelte bereits der kommunistische Vordenker Friedrich Engels. Ein Prinzip, das nichts an seiner Gültigkeit verloren hat."

 Der Freiheitskampf des palästinensischen Volkes ist ein unverzichtbarer Bestandteil des antiimperialistischen Kampfes und der Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution gegen die Alleinherrschaft und Diktatur des internationalen Finanzkapitals. Dem unbeugsamem Kampf des palästinensischen Volkes gehört die internationale Solidarität! Eine gute Gelegenheit dazu: Morgen, 15. Mai, um 18 Uhr vor der US-Botschaft am Pariser Platz in Berlin.

Monika Gärtner-Engel, ruft dazu auf ...
... "den Protest gegen Trump und die israelische Regierung heute auf die Montagsdemos zu tragen, sich auch in den kommenden Tagen an Protesten zu beteiligen. "Kommt alle am kommenden Wochenende zum Rebellischen Musikfestival nach Thüringen. Dort wird dieser Protest, auch eine gemeinsame Plattform aller fortschrittlichen Menschen finden. Egal, ob sie jüdische oder palästinensische Wurzeln haben", so die Internationalismus-Verantwortliche der MLPD.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw20/solidaritaet-mit-dem-kampf-der-palaestinenser-fuer-freiheit-und-demokratie
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« Antworten #86 am: 14. Mai 2018, 18:43:06 »

Rappel, bitte!
Natürlich ist es gräßlich, was sich die Israelische Regierung unter dem Schutz der US Regierung da gerade leistet.
Das Blutvergießen muß gestoppt werden und man soll auch öffentlich Kritik an der Israelischen Regierungspolitik üben.

Aber das Hochhalten von Nationalfahnen halte ich für absolut falsch!
Es gibt keine nationalen und keine militärischen Lösungen für die Konflikte im Nahen Osten!

Es geht um soziale Konflikte, um politische Entrechtung. Es geht nicht allein um Palästinenser und Israelis.
Die Kämpfe um Frieden, soziale Gerechtigkeit und gleiche Rechte für alle, können erst dann funktionieren, wenn nationale, religöse und ethnische Gräben überwunden werden, wenn Juden, Palästinenser und Migranten aus Afrika und Asien GEMEINSAN für ein besseres Leben kämpfen und nicht für irgendwelche "Völker" oder eine "nationale Sache".

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« Antworten #87 am: 14. Mai 2018, 19:50:10 »

»Eher gedenke ich der Nakba«
70 Jahre Israel: In Deutschland parteienübergreifende Jubelstimmung, Kritik kommt von israelischen Linken
Von Peter Schaber


https://www.jungewelt.de/artikel/332454.eher-gedenke-ich-der-nakba.html
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« Antworten #88 am: 14. Mai 2018, 20:25:47 »

Die palästinensischen Demonstranten wollen den Staat Israel weder abschaffen noch negieren. Sie wollen lediglich, dass ihre Stimme gehört wird

https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/wir-wollen-einfach-eine-zukunft
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« Antworten #89 am: 15. Mai 2018, 11:34:41 »

Bodycount Update:

Mindestens 59 Palästinenser wurden getötet, mehr als 2.700 verletzt.
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Fritz Linow


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« Antworten #90 am: 15. Mai 2018, 11:58:59 »

Zitat
Oase des Friedens
Das an der Autobahn Tel Aviv-Jerusalem oberhalb von Latroun gelegene Dorf wurde von jüdischen und arabischen Staatsbürgern Israels gemeinsam aufgebaut. Sie zeigen, daß Juden und Palästinenser in guter Nachbarschaft friedlich zusammen leben können. Sie setzen sich miteinander für Gleichberechtigung und Verständigung zwischen beiden Völkern ein.

http://wasns.org/-oase-des-friedens-

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« Antworten #91 am: 22. Mai 2018, 10:54:10 »

Zitat
Ich finde vor allem, dass solche Proteste künftig verhindert werden können, indem Israel aufhört, Palästinenser zu unterdrücken.

aus diesem lesenswerten Interview: http://www.sueddeutsche.de/politik/protest-in-gaza-wir-sniper-sind-zum-toeten-ausgebildet-wir-stoppen-keinen-protest-1.3980319
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Fritz Linow


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« Antworten #92 am: 22. Mai 2018, 22:56:43 »

(...)
Ich habe die Bilder sehr wohl als Provokatation eingestellt in der Hoffnung, eine Diskussion zu entfachen.
(...)
Deshalb wollte ich eine Diskussion erzwingen.
(...)


Sehe das nicht als Provokation, finde aber Hintergrundinfos dazu ganz gut. Immerhin bilden sich bei dieser neurotischen Reise nach Jerusalem so manche verwirrenden Stilblüten heraus, während das Verbindende und Gemeinsame selten Gehör findet.
Diskussion erzwingen? Womöglich noch in der „Szene“, wa?











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Kuddel


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« Antworten #93 am: 23. Mai 2018, 11:16:09 »

    Diskussion erzwingen? Womöglich noch in der „Szene“, wa?

    Nee, in diesem Forum.

    • Wo Religion und Regierung zusammenkommen, geht's nach hinten los.
    • Jegliche Entrechtung und Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen ist fürn Arsch und muß angeprangert werden, egal wo es passiert.
    • Es werden nicht nur Palästinenser unterdrückt, sondern auch Israelis/Juden, weil sie eine andere Hautfarbe haben (Äthiopische Herkunft), arm sind, links oder antimilitaristisch.
    • Es gibt auch eine schlimme Ungleichbehandlung von Migranten aus Asien und Schwarzafrika.


    Interessant ist auch, daß die PLO und Hamas zur Zeit die Proteste organisieren, weil ihnen die Anhänger davonlaufen. Es gab interessante und vielversprechende Aktionen und Bewegungen, doch bisher schienen sie recht kurzlebig zu sein. Die natioanlistischen Spaltungen müssen überwunden werden und die Soziale Frage gehört in den Mittelpunkt von Kämpfen und Protesten.

    Hier ein Überlblick über die Israel-Palästina Diskussion in Lateinamerka:
    https://amerika21.de/2018/05/201394/palaestina-lateinamerika

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    NachbarArsch


    Beiträge: 85


    « Antworten #94 am: 23. Mai 2018, 12:08:07 »

    Ich finds immer eklig wenn religiose und nationalistische Hirngespinnste für irgend nen Herrschaftanspruch genutzt oder missbraucht werden. Das vermischt sich dann mit anderen Dingen wie Rassismus, Sexismus, sozial Chauvinismus usw. In deutschland gibts ja ganzschön wiederliche Gruppen die eine pro-oder contra Position nutzen oder instrumentalisieren (siehe auch Bilder von Fritz). Oft will ich mich vorallem mit diesen nichts gemein haben.
    Der Konflikt ist schon sehr lange sehr komplex, mir fehlt da im Einzelnen der Überblick.
    Interessant fand ich die Äusserung von einer israelischen Anarchistin von Anarchist against the Wall.
    Zitat
    Nach unserer Auffassung ist der Kampf in Palästina kein jüdisch-muslimischer oder israelisch-palästinensischer, sondern ein zionistisch-palästinensischer. Um ihn lösen zu können, müssen wir zurück gehen an seinen Ursprung, und das ist der Krieg von 1948. [...]


    http://www.graswurzel.net/344/israel.shtml
    Auch spannend was die für Aktionen und Erfahrung gemacht haben....
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    Fritz Linow


    Beiträge: 1194


    « Antworten #95 am: 30. Mai 2018, 11:01:40 »

    Diese Palästinademo in Barcelona hängt wohl mit der European Trade Union Initiative for Justice in Palestine zusammen. Die hatten dort im Mai eine Tagung. Das ist ein Zusammenschluss verschiedener Gewerkschaften:
    http://www.etun-palestine.org/site/about-us/

    Dass da auch ein irisches Stahlunternehmen aufgeführt ist, liegt wohl eher am guten Guinness.
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    tleary


    Beiträge: 665


    « Antworten #96 am: 05. Juni 2018, 06:08:56 »

    Was soll denn auf einem der Bilder "Jews for BDS" heißen? - Wer oder was ist BDS?

    Edit:
    Okay, hab's gefunden: "Boycott, Divestment, Sanctions". Also "Boykott, Nichtinvestieren, Sanktionen". Das ist wohl als Unterstützung der Forderungen der Palästinenser gedacht.

    Wie ich zu der Sache stehe? - Israel ist ein Staat, der aus einer Religion heraus entstanden ist. Die Trennung von Staatsgewalt und Religion ist aus meiner Sicht schon vom Ansatz her nicht gegeben. Ich glaube, es gibt auch gar keine Palästinener mit israelischem Pass in der Armee (nur so als Beispiel). Wie man den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis lösen könnte? - Indem man allen Palästinensern einen israelischen Pass ausstellt und ihnen damit zumindest formal die gleichen Rechte wie einem Israeli gewährt. Schließlich war das Gebiet, den der Staat Israel nun als seines deklariert, auch einmal das ihrer palästinensischen Eltern. Noch besser wäre wohl, wenn ein ganz neuer Staat, mit einer anderen Verfassung, der dann auf dem Staatsgebiet des heutigen Israel und den Palästinensergebieten fußt, entsteht. Dieser müsste dann SOZIALISTISCH sein und jegliche Religionsausübung müsste verboten sein. Tut man das nicht, bleibt ein Unterscheidungsmerkmal zwischen den einzelnen Menschen vorhanden, das dann ewig zu kriegerischen Auseinandersetzungen führt. So wäre der einzelne Mensch dann "gleicher unter gleichen". - Sehr utopisch, ich weiß, zumal beide Bevölkerungsgruppen sich fast nur über ihre Religionszugehörigkeit definieren. Aber anders (als mit einem Religionsverbot) wird sich dieser Konflikt nicht lösen lassen.
    « Letzte Änderung: 05. Juni 2018, 06:36:46 von tleary » Gespeichert

    "Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
    (Rudi Dutschke, 1967)
    Kuddel


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    « Antworten #97 am: 05. Juni 2018, 09:15:07 »

    Diese Palästinademo in Barcelona hängt wohl mit der European Trade Union Initiative for Justice in Palestine zusammen. Die hatten dort im Mai eine Tagung. Das ist ein Zusammenschluss verschiedener Gewerkschaften

    Wäre in Deutschland kaum denkbar. In Gewerkschaften wird nicht mehr über Palästina diskutiert.
    Unter Linken auch so gut wie gar nicht mehr.

    Ein Erfolg der "Antisemitismuskampgne".

    Ich bin gegen Antisemitismus und ich bin gegen diese Antisemitismuskampagne. Es ist eine reaktionäre Kampagne.

    Zitat
    Felix Klein soll für die Bundesregierung Antisemitismus bekämpfen. Warum demonstriert er mit christlichen Fundamentalisten, die von einer Bekehrung der Juden träumen?

    Er ist die Antwort der Regierung auf die judenfeindlichen Vorfälle der vergangenen Monate: Der Diplomat Felix Klein wurde am 11. April zum ersten Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung nominiert. Allerdings erscheint es zweifelhaft, ob er sich mit allen Facetten von Judenfeindlichkeit auskennt.

    Denn genau eine Woche später, am 18. April, nahm Klein am sogenannten Marsch des Lebens in Berlin teil.
    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-06/felix-klein-antisemitismusbeauftragter-bundesregierung-demo-evangelikale

    Der "Marsch des Lebens" ist eine klerikalfaschistische Veranstaltung.
    Gespeichert
    Kuddel


    Beiträge: 11452


    « Antworten #98 am: 15. Juli 2018, 12:37:32 »

    Zitat
    Siedlungsbau in Palästinensergebieten
    Israel plant, Beduinendorf zu zerstören

    Im Westjordanland sollen Palästinenser umgesiedelt werden, um Platz für Israelis zu schaffen. Internationaler Protest verhinderte dies bislang.
    http://www.taz.de/!5519111/

    Zitat
    Syrien meldet Luftangriff durch Israel
    Israel hat nach syrischen Angaben Raketen auf Armeestellungen abgefeuert. In Daraa fehlen laut der Hilfsorganisation Oxfam Tausenden Menschen Wasser und Nahrungsmittel.
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/naher-osten-syrien-luftangriffe-israel

    Zitat
    Apartheid in Israel? Gesetzesentwurf „riecht nach Rassismus“

    Premier will Gemeinden erlauben, Menschen wegen ihres Glaubens auszuschließen. Eine Analyse.


    „Den EU-Botschafter zur Rüge einbestellen“, wies Benjamin Netanjahu seine Diplomaten an. Er war doppelt sauer. Als amtierender israelischer Außenminister wie als Premier.

    Nur drei Stunden zuvor hatte EU-Botschafter Emanuele Giaufret das von Netanjahu unterstützte neue Nationalstaat-Gesetz vor israelischen Abgeordneten kritisiert: „Es riecht nach Rassismus.“

    Andere Kritiker kann Netanjahu nicht rügen lassen. Etwa den Rechtsberater der Regierung, der vor weltweitem Ansehensverlust warnte.

    Selbst Staatspräsident Reuven Rivlin wagte den Schritt ins politische Tagesgeschehen: „Das Gesetz schadet dem jüdischen Volke, dem Staat Israel und es ist eine Waffe in den Händen unserer Feinde.“
    https://kurier.at/politik/inland/apartheid-in-israel-gesetzesentwurf-riecht-nach-rassismus/400066235

    Zitat
    Syrien-Krieg nähert sich Israel

    Der Syrien-Krieg kommt Israel derzeit sehr nah: Nach der jüngsten Offensive der syrischen Armee flohen rund 170.000 Menschen in die westsyrische Provinz Quneitra, die an die Golanhöhen grenzt.
    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/syrien-krieg-naehert-sich-israel-100.html

    Zitat
    Nach gegenseitigem Beschuss
    Hamas verkündet Feuerpause mit Israel

    Nach schweren Beschuss zwischen militanten Gruppen im Gazastreifen und Israel hat die Hamas eine Feuerpause verkündet. Hamas-Sprecher Barhum teilte mit, ägyptische Vermittlungen hätten Erfolg gehabt.
    https://www.tagesschau.de/ausland/nahost-gazastreifen-israel-103.html

    Alles ist besser, als die Logik des Krieges.
    Die Möglichkeit zur Kritik und zur Selbstkritik ist wichtig, wie auch alles, was über Nationalismus und nationale Lösungen hinausgeht.

    Deshalb ein Interview aus dem Kulturbereich:
    Zitat
    Israelischer Filmemacher Samuel Maoz: "Wir leben in einem ewigen Krieg"

    Sein Film "Foxtrot" spaltet in Israel das Publikum. Gemäßigte finden ihn wichtig, Hardliner werfen seinem Macher Verrat vor


    Michael und Daphna Feldman werden vom Schicksal hart geprüft. Zuerst erfahren sie von den israelischen Streitkräften, dass ihr Sohn Jonathan im Einsatz getötet wurde. Später kommt jemand, und behauptet das Gegenteil. Und am Ende wirft Samuel Maoz in seinem Film Foxtrot noch einmal alles über den Haufen. 2009 wurde Maoz mit Lebanon bekannt, einem Film, der weitgehend im Inneren eines israelischen Panzers spielte. Der Regisseur ging damals von seinen eigenen Erfahrungen als Soldat aus. Foxtrot ist nun ein surrealer Trip in das Innere der israelischen Psyche. Der Regisseur wurde dafür in seinem Land als Verräter attackiert.



    Der Surrealismus des Krieges: Samuel Maoz platziert die Hauptfigur seines Films "Foxtrot" an einem Kontrollposten in der Einöde. Der geht die Kontrolle mitunter auch verloren. - derstandard.at/2000083200525/Israelischer-Filmemacher-Samuel-Maoz-Wir-leben-in-einem-ewigen-Krieg

    STANDARD: Was hat Sie zu Foxtrot inspiriert? Maoz: Es gab zwei Faktoren. Der erste ist eine persönliche Geschichte, die lange zurückliegt. Meine Tochter stand damals immer zu spät auf, wir mussten deswegen jeden Tag ein Taxi rufen, damit sie zur Schule kam. Eines Morgens zwang ich sie, den Bus zu nehmen. Sie sollte lernen, rechtzeitig aufzustehen. Sie nahm also die Buslinie 5 in Tel Aviv, die führt durch das Zentrum. Zwanzig Minuten später hörte ich im Radio, dass es einen schweren Anschlag auf diese Linie gegeben hatte. Eine Stunde später kam unsere Tochter nach Hause. Sie hatte den Bus ganz knapp versäumt und dabei dem Fahrer sogar noch gewinkt, damit er auf sie warten sollte. Das war die schlimmste Stunde meines Lebens. Was kann ich aus dieser Stunde lernen? Nicht viel. Aber das brachte mich zu dem zweiten Faktor: Ich wollte etwas machen über den Spalt zwischen den Dingen, die wir unter Kontrolle haben, und den anderen, die wir nicht beeinflussen können. Diese Geschichte ist also auch Resultat einer philosophischen Überlegung: Ist es der Zufall, der alles entscheidet? Einstein hat gesagt: Der Zufall ist Gottes Weise, anonym zu bleiben.

    STANDARD:
    In Foxtrot ist Jonathan als Soldat an einem Kontrollpunkt in der Einöde eingesetzt. Die Szenerie wirkt bewusst unrealistisch.

    Maoz: Ich wusste, dass ich es mit einem heiklen Thema zu tun habe: den Streitkräften. Man darf seine Erlösungsmaschine nicht kritisieren. Da macht man sich zum Verräter. Die Streitkräfte haben uns von unseren vergangenen Traumata erlöst, der Sechstagekrieg 1967 hat das ganze Land stolz gemacht. Ich wollte eine Allegorie erschaffen. Die Armee sind wir, es ist eine Volksarmee, ich wollte also eine traumatisierte Armee zeigen. Ich wollte eine Allegorie deutlich machen, der ganze Mittelteil von Foxtrot sollte surreal wirken. Die Realität sinkt immer mehr ein, wird immer schiefer. Das ist wie eine intuitive Übersetzung meiner inneren Welt. Wenn man nur schreit, wird niemand hinhören. Wenn aber ein bisschen Humor dabei ist, wird es leichter, etwas zu akzeptieren.

    STANDARD: Verarbeiten Sie eigene Erfahrungen als Soldat?

    Maoz: Wenn du 18 bist und Soldat, geht es nicht um Rechtfertigung des Kriegs oder um Pazifismus. Es geht nur darum, das zu tun, wofür du hingestellt wirst, und ich habe das getan. Ich wollte das so zeigen, damit ich mir vergeben kann. Eine Situation, aus der es keinen Ausweg gibt. Aber letztendlich sind es meine Finger, meine Entscheidungen. Bis heute ist die bloße Tatsache, dass ich dabei war, das alles Entscheidende. Eines Morgens, nachdem Lebanon herausgekommen war, wurde mir klar, warum wir uns in Israel so verhalten, wie wir das tun. Es ist eine sehr umfassende Antwort, die erklärt, warum das Leben in Israel so teuer ist, warum die Gesellschaft rassistisch ist, warum wir seit 50 Jahren eine Besatzungsmacht sind. Wir sind eine traumatisierte Gesellschaft. Diese instinktive Erinnerung, die sich von Generation zu Generation weitergibt, werden wir nicht los. Wir sind in einem ewigen Krieg. Ich sage nicht, dass Israel nicht bedroht ist. Aber wir sind immerhin eine Atommacht. Das genügt aber nicht. Kürzlich haben wir wieder drei U-Boote gekauft. Warum geht das Geld in die falsche Richtung: wegen des Traumas?

    STANDARD: War 1982 ein Sündenfall für Israel?

    Maoz: Ich denke, ja. Es ist auch logisch. Die Kriege davor bis zum Sechstagekrieg 1967 waren Selbsterhaltungskriege. Aber vom Jom-Kippur-Krieg (1973) an wurde die Armee immer größer, immer technologischer, die Kriege unklarer in ihrer Motivation. Die Siege der Armee wurden immer unklarer. Der Libanonkrieg fand außerhalb des Staatsterritoriums statt. Normalerweise hat man in einem Krieg zwei Armeen, unterschieden durch Uniformen, und es geht darum, ein Territorium zu erobern oder zu verteidigen. Im Libanon haben die Feinde Jeans getragen, und wir kämpften in Stadtvierteln. Da hat sich etwas verändert. Aber eigentlich schon mit dem Jom-Kippur-Krieg. kinocheck comedy Trailer zu "Foxtrot".

    STANDARD: Wie waren die Reaktionen in Israel auf Foxtrot?

    Maoz: Die Kulturministerin hat den Film angegriffen, ohne ihn gesehen zu haben. Sie hat sich im Grunde genauso verhalten, wie ich es im Film beschreibe. Sie wollte Foxtrot vertuschen, hat aber das Gegenteil erreicht. Man kann über den Film reden, dann wird man feststellen, dass es sich nicht um ein Dokument handelt. Ich erzähle eine Geschichte, keine objektive Wahrheit. Aber weil ich mich mit der Armee beschäftige, unsere Befreiung von früheren Traumata symbolisiert habe, werde ich des Verrats bezichtigt. Dass ich selber im Libanonkrieg war, dass ich einen schweren Preis dafür gezahlt habe, spielt keine Rolle mehr. Der Vorfall lässt die Spaltung in unserer Gesellschaft erkennen. Wir befinden uns in Israel inzwischen in einem Kampf um Grundwerte: Redefreiheit, künstlerische Freiheit stehen auf dem Spiel.

    STANDARD: Wie sehen Sie die Perspektiven für eine liberale, ausgleichende Politik in Israel?

    Maoz: Die Perspektiven werden immer schlechter. Das ist auch eine demografische Angelegenheit. Die Religiösen bekommen sieben, acht Kinder, der Durchschnitt in Israel liegt bei zwei Kindern. Das Schicksal ist keine überirdische Macht, es kommt aus dem Kollektiv, und Politiker machen es sich zunutze. Wir bräuchten wieder eine große politische Persönlichkeit. Wir hatten ja einmal jemanden, aber er wurde 1995 ermordet: Yitzhak Rabin. Ich erinnere mich an ein Interview wenige Wochen vor seinem Tod. Er sprach über die Friedenspläne mit den Palästinensern. Eine Mehrheit war dagegen, aber Rabin hielt unbeirrt daran fest: Die Mehrheit irrt sich in diesem Fall, sagte er. Es braucht ab und zu einen mutigen Menschen, der erklärt, dass sich die Mehrheit irren kann.
    derstandard.at/2000083200525/Israelischer-Filmemacher-Samuel-Maoz-Wir-leben-in-einem-ewigen-Krieg
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    « Antworten #99 am: 23. Juli 2018, 09:00:04 »

    zumal beide Bevölkerungsgruppen sich fast nur über ihre Religionszugehörigkeit definieren. Aber anders (als mit einem Religionsverbot) wird sich dieser Konflikt nicht lösen lassen.

    Ich möchte dir widersprechen. Der palästinensische Zusammehalt funktioniert im Wesentlichen über Nationalismus, auch über die gemeinsame Armut, weniger über Religion. Der Nationalismus hat unter Palästinensern nachgelassen, doch da sie benachteiligt sind und angegriffen werden "als Palästinenser", werden sie immer an ihre Nationalität erinnert. Und bei den Israelis sind die Orthodoxen ultrareaktionär religiös durchgeknallt, doch das gilt nicht für "die Israelis". Vielen geht die Religion völlig am Arsch vorbei.

    Und: "Religionsverbot".
    Ich halte Religionen für einen gefährlichen Aberglauben, doch bin ich gegen ein Religionsverbot. Autoriäres, repressives Vorgehen bewirkt eher das Gegenteil.
    Es genügen: Aufklärung, das Heraushalten der Religion aus der Politik, aus dem Bildungssystem und aus den Medien.

    Die Nachrichten aus der Region sind schrecklich und werden immer finsterer.
    Die USA befeuern diesen fürchterlichen Konflikt, der auf Elend für immer größere Bevölkerungsgruppen und auf Blutbäder hinausläuft.
    Die internationale Rüstungsindustrie hat dort auch ihre eigenen Interessen.
    Es gibt keine Militärische Lösung für den Konflikt. Es gibt keine Nationalen Lösungen dafür. Die Forderung der Palästineser, in ihre angestammten Gebiete zurückzukehren, macht keinen Sinn mehr. Die Menschen in den Flüchtlingslagern und der der Diaspora, sind bereits in der x-ten Generation dort und kennen ihre sogenannte "Heimat" überhauptnicht. Es muß für ein Zusammenleben gekämpft werden, gegen Benachteiligungen von Bevölkerungsgruppen. Es müssen soziale Kämpfe über ethnische und religöse Grenzen hinweg geführt werden.
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    Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
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