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Autor Thema: Die Prekarisierung der universitären Bildungslandschaft  (Gelesen 44787 mal)
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Arwing


Beiträge: 1477


« am: 01. März 2010, 15:15:57 »

Ein interessanter Artikel über das Dilemma der Wirtschaft (in wichtigen Bereichen) akademische Fachkräfte zu bekommen, das Existenzproblem des Riesenheeres von befristeten und schlecht entlohnten Lehr- und Hilfskräften an Unis und FHs sowie unzureichende finanzielle Ausstattung und hohe Gebühren als Hürden im Studierendenleben.

http://www.jungewelt.de/2010/03-01/056.php Anbei die wichtigsten zentralen Aussagen des Textes.

Wenn der Artikel auch nur annähernd diese weiten Strukurrisse in der deutschen Bildungslandschaft skizziert, dann sind wir nicht nur im Binnenmarkt, sondern auch bald im Bildungssektor soweit zurückentwickelt, dass uns in mittlerer Zukunft der Rückfall zum Status eines Industrieschwellenlandes droht.



„Wenn es gelingt, den Bachelor als Standardabschluß zu etablieren, wird der Master über kurz oder lang zum Zusatzstudium [...] Das Masterstudium könnte damit zum Einstieg in ein vollständig privat finanziertes Hochschulsystem werden, da es nicht mehr der primären Berufsausbildung dient. Von deutschen Unternehmen wird der Bachelor kaum als vollwertiger Abschluß akzeptiert; die Entlohnung liegt deutlich unter der eines Diplomabsolventen. Dadurch werden die Studenten gedrängt, die Ausbildung durch einen Master­abschluß zu vervollständigen, selbst wenn sie ihn privat finanzieren müssen."

„Die Zahl der Studienabbrecher hat sich gerade in den für die Industrie interessanten Ingenieurfächern noch erhöht und liegt für Maschinenbau bei 33 Prozent."

„Die tatsächlichen Ursachen für die langen Ausbildungszeiten wurden nicht einmal ansatzweise beseitigt: unzureichende Studienberatung im Vorfeld, unstudierbare, weil überfrachtete Lehrpläne, schlechte Betreuung durch zu wenig Personal und nicht zuletzt die prekäre finanzielle Situation, die viele Studenten neben dem Studium zum Arbeiten zwingt. Fast ein Fünftel der Studienabbrecher gibt aus finanziellen Gründen auf. Das BAföG versagt als Mittel zur Existenzsicherung weitgehend."

„Gestiegen ist hingegen die Zahl der prekär und irregulär Beschäftigten. Wissenschaftliche Hilfskräfte – Studenten, die als Tutoren oder Laborhilfen etwas hinzuverdienen – verzeichneten den stärksten Anstieg. Hinter der Kategorie »wissenschaftliche Mitarbeiter« verbergen sich in der Regel Doktoranden. Lehrbeauftragte sind freie Mitarbeiter, die nach dem Hochschulrahmengesetz für ergänzende Angebote herangezogen werden können, meist aber ganz normale Vorlesungen und Seminare halten."

„Sie stellen ihre Arbeitskraft dem Arbeitgeber Hochschule kostenlos zur Verfügung, gegenfinanziert durch ergänzende Sozialhilfe oder Familie. Über 67000 dieser akademischen Tagelöhner gab es 2008 in Deutschland, überwiegend in geisteswissenschaftlichen Fächern. Eine Berliner Erhebung ergab, daß 60 Prozent der Lehrbeauftragten mit weniger als 1000 Euro im Monat auskommen müssen [...]"

„Zudem sind diese Lehrkräfte meist besonders motiviert und engagiert, da ihnen immer die Hoffnung auf eine Vollzeitstelle als Möhre vor die Nase gehalten wird. In aller Stille haben sich Arbeitsbedingungen etabliert, die der Prekarisierung in der industriellen Leih­arbeit in nichts nachstehen. Die wenigsten begreifen ihre persönliche, unbefriedigende Situation als Teil eines gesamtgesellschaftlichen Problems – die Bildung der Nichtelite wird rücksichtslos kaputtgespart."

„In München organisierten die Lehrbeauftragten einen Streik. Da sie in einigen Fakultäten [...] zunehmend Grundlagenfächer unterrichten, bricht der Lehrbetrieb bei einem Ausstand zusammen. Daß Widerstand sich lohnt, hat sich bisher noch nicht herumgesprochen, doch [...] können die unwürdigen Zustände [...] nur durch den Zusammenschluß aller Betroffenen verändert werden."

Gute Nacht Deutschland!

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Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.
Alan Smithee


Beiträge: 1250



« Antworten #1 am: 01. März 2010, 18:37:47 »

Es wird doch alles hier in Deutschland an die Wand gefahren. "Echte" Bildung ist nicht mehr für das normale "Fussvolk" vorgesehen. Das Stimmvieh wird mit Pseudo-Beschulung und billigst-Ausbildung bei Laune gehalten. Dann in Hartz IV verfrachtet und von dort in prekäre Beschäftigungen gedrängt. Stichwort "Dienstleistungsgesellschaft".... Deutschland wird ganz offensichtlich vernichtet rolleyes
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...still dreaming of electric sheep...
Sir Vival


Beiträge: 1763



« Antworten #2 am: 01. März 2010, 19:05:33 »

In nächster Zeit haben wir wieder die alten Verhältnisse. Ich schätze so in den nächsten 5-10 Jahren.
Bildung kostet richtig viel Geld und das können sich wieder nur bestimmte Menschen leisten, bzw. deren Eltern  Wink
Und 3x dürft ihr raten, was für Leute das sind und wie die politisch stehen und wohin das wieder führt.
Gesocks will unter sich bleiben. Back to the times wie schon einmal, oder?
Stipendien wird man vergebens suchen.........
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Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Es gibt 2 Arten von Politikern:
- der eine kann nichts!
- der andere nichtmal das!
Kuddel


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« Antworten #3 am: 12. Oktober 2010, 18:12:59 »

Zitat
Kein Mindestlohn für Dozenten

Das Konto mit einer Tätigkeit als Dozent im Weiterbildungsbereich aufbessern – leben können davon nicht viele. Trotzdem hat das Bundesarbeitsministerium nun einen Antrag auf Mindestlohn für die rund 23 000 Beschäftigten der Branche abgelehnt. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten in dem Antrag darauf gedrängt, einen im Mai 2009 vereinbarten Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. Dafür bestehe kein öffentliches Interesse, geht aus dem Schreiben des Ministeriums hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Anette Kramme, nannte die Entscheidung einen „Skandal“. Damit bleibe die Weiterbildung „ein Paradies für unseriöse Billiganbieter“. Es könne nicht sein, „dass Arbeitssuchende fit gemacht werden sollen für den Arbeitsmarkt von Leuten, die trotz Hochschulabschluss häufig nur 1400 bis 1800 Euro brutto verdienen“. Der ständige Verweis von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf die besondere Bedeutung von Bildung sei „nichts als heiße Luft“.

Der vom Ministerium abgelehnte Tarifvertrag sieht regional und fachlich differenzierte Lohnuntergrenzen zwischen 10,93 und 12,28 Euro in der Stunde im pädagogischen Bereich vor. Vereinbart hatten ihn die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Zweckgemeinschaft von Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung. dpa
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kein-mindestlohn-fuer-dozenten/1952684.html
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #4 am: 25. März 2011, 00:43:19 »

Heute streiken an rund 500 Hochschulen in Großbritannien Tausende von Dozenten gegen die Pläne der Regierung, das Rentenalter und die Pensionsbeiträge anzuheben und die Pensionszahlungen für die Akademiker zu kürzen. Schon in der letzten Woche hatte es Streiks deswegen an Unis in Schottland und Wales gegeben. Der heutige Streik ist der erste landesweite Uni-Streik seit fünf Jahren. Für kommenden Samstag planen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes eine Massendemonstration in London gegen das Krisenprogramm der Cameron/Clegg-Regierung, vor allem gegen die Massenentlassungen.

http://www.rf-news.de/2011/kw12/24.03.11-grossbritannien-streik-an-universitaeten-gegen-kuerzung-der-pensionen
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


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« Antworten #5 am: 22. April 2011, 13:13:57 »

Prekäre Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen
Ulrich Herb
Bis zu 90 Prozent der Wissenschaftler sind befristet beschäftigt: der Soziologe Matthias Neis über die "prekäre Wissenschaft"

Matthias Neis promoviert am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema "Prekäre Wissenschaft? Gefährdungspotentiale atypischer Beschäftigung in der Wissenschaft und ihre arbeitspolitische Gestaltbarkeit". Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Wissenschaftssoziologie und Hochschulforschung. Seit Februar 2010 arbeitet er im Projekt Fairspektive der Gewerkschaft ver.di, das eine Verbesserung der wissenschaftlichen Arbeitswelt an deutschen Hochschulen zum Ziel hat. Telepolis führte mit ihm ein Interview über prekäre Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen.


http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/1.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/2.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/3.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/4.html
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Auferstanden
Gast
« Antworten #6 am: 18. Juni 2011, 19:03:04 »

Vermeint man, dass man dank akademischer Würde wider sonstiger "Minderleister" im erwerbwirschaftlichen Umfeld,
vom sonstigen Sklavenstaat ausgeschlossen sei? - Weit gefehlt, der Elfenbeintum ist Geschichte.



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Troll
Abused Frog


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« Antworten #7 am: 19. Juni 2011, 09:31:41 »

Zitat
Doktor Arbeitsamt

Wie wissenschaftliche Mitarbeiter in die Illegalität getrieben werden

"Dreistheit siegt. Das hat sich auch schon so mancher Firmenchef gesagt, und seine Festangestellten durch vogelfreie Billiglöhner ersetzt oder durch kostenlose Praktikanten. MONITOR hat darüber immer wieder berichtet. Doch was wir jetzt gefunden haben, hat selbst uns umgehauen. An einigen staatlichen Hochschulen ist man offenbar noch kreativer. Warum nicht einfach die Mitarbeiter kostenlos arbeiten lassen, während sie Arbeitslosengeld beziehen? Jan Schmitt und Claudia Müller über "Dekadenz" statt "Exzellenz"."

Quelle mit Video: Monitor
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Kuddel


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« Antworten #8 am: 13. Dezember 2016, 11:09:57 »

Zitat
Ausbeutung von WissenschaftlerInnen an Universitäten und Hochschulen
Der ständige Druck, die eigene Finanzierung zu sichern: Akademische Arbeit in Deutschland


Die Exzellenzinitiative endet 2017 - und damit auch die Milliarden, die in Deutschland für Forschung zusätzlich investiert wurden. Man könnte meinen, das bedeutet für die betroffenen WissenschaftlerInnen fortan prekäre Arbeitsbedingungen, unsichere Stellen und zu wenig Geld.

Tatsächlich aber, so Tilman Reitz, hat die Exzellenzinitiative die ohnehin schon schwierigen Beschäftigungs- und Arbeitsverhältnisse für WissenschaftlerInnen nur bestätigt. Bereits vor Beginn gab es einen Trend hin zur Projekt- und Drittmittelförderung, Dauerstellen wurden abgeschafft und Anstellungen sowie Forschung 'flexibilisiert'.

Die Grundfinanzierung der Universitäten und Hochschulen stärken und Dauerstellen für Daueraufgaben schaffen - das sind laut Reitz die zwei der wichtigsten politischen Mittel gegen die Prekarisierung akademischer Arbeit.

Tilman Reitz ist Professor für Soziologie an der Universität Jena und Sprecher der Initiative Exzellenzkritik. Mit ihm haben wir über die Ausbeutung von akademischer Arbeit in Deutschland gesprochen.
https://rdl.de/beitrag/der-st-ndige-druck-die-eigene-finanzierung-zu-sichern-akademische-arbeit-deutschland
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Kuddel


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« Antworten #9 am: 13. September 2017, 19:02:44 »

Zitat
Exzellente Ausbeutung
Beschäftigte beklagen unhaltbare Zustände an Hochschulen und Forschungseinrichtungen


Im Bundestagswahlkampf betonen alle Parteien, wie wichtig in einer globalisierten Welt die Unterstützung des Wissenschaftsstandorts Deutschland ist. Wer in der Wissenschaft arbeitet, fühlt sich jedoch alles andere als gut unterstützt. »Das deutsche Universitätssystem, das in politischen Sonntagsreden so hoch gelobt wird, basiert zu Teilen auf der Ausbeutung derer, die ohne Absicherung und ohne angemessene Bezahlung unterrichten«, sagt Ulrike Stamm, die als Gastprofessorin unter anderem am Institut für Literaturwissenschaft der Berliner Humboldt-Universität arbeitet. Sie gehört zu den Mitbegründer-Innen des »Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft«, in dem sich zu Jahresbeginn über 100 Vertreter aus Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengeschlossen haben.

Befristungen von unter einem Jahr, die Unter- oder Nicht-Entlohnung von Lehrtätigkeit und der Verschleiß von hoch qualifiziertem wissenschaftlichem Personal seien inzwischen der Regelfall. 75 Prozent aller wissenschaftlich Beschäftigten haben dem Netzwerk zufolge befristete Arbeitsverträge. In Frankreich und Großbritannien seien hingegen lediglich ein Viertel, in den USA sogar nur ein Fünftel der wissenschaftlichen Arbeitsverträge befristet.

Am Donnerstag stellte der Zusammenschluss einen Forderungskatalog vor, wie die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft verbessert werden müssten. Dazu gehört die Abschaffung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, das mit seinen Kurzverträgen eine längere Berufsplanung für Akademiker erschwert. Darüber hinaus fordern die Wissenschaftler die Abschaffung von Lehrstühlen zugunsten demokratischer Strukturen in Fachbereichen und Instituten, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall sowie unbefristete Beschäftigungsverhältnisse nach der Promotion.

Eine angemessene und flächendeckende Grundfinanzierung der Hochschulen wird von dem Bündnis als Voraussetzung für die Umsetzung dieser Forderungen gesehen. Denn die Grundfinanzierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen reiche immer weniger, um die Grundaufgaben der Hochschulen zu decken. Stattdessen fließe viel Geld in Exzellenzinitiativen und projektgebundene Forschungsförderung. Da gleichzeitig die Studierendenzahlen steigen, seien die Hochschulen gezwungen, immer mehr Lehre durch prekär beschäftigten Nachwuchs sowie unbezahlte PrivatdozentInnen und unterbezahlte Lehrbeauftragte zu bewältigen. Wie prekär die Situation ist, zeigte vor Kurzem die Antwort des Berliner Senats auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Danach geben an Berliner Hochschulen ca. 750 Privatgelehrte Seminare ohne Bezahlung. In anderen Hochschulen sieht es nicht besser aus.

Die größten Schnittmengen zu ihren Forderungen sieht das Netzwerk bei der LINKEN und in einigen Punkten bei den Grünen. Bei den Unionsparteien und der FDP finden sie hingegen kein Gehör, sagt Fabian Frenzel. Daher wollen sich die Beschäftigten im Wissenschaftsbereich weiter organisieren. »Ziel ist es, so gut aufgestellt zu sein, dass wir in einzelnen Hochschulen auch Arbeitskämpfe führen können«, meint Frenzel. Doch dazu müsse der Organisationsgrad unter den wissenschaftlich Beschäftigten verbessert werden. Die Kooperation mit Gewerkschaften mache Fortschritte, betont Frenzel. Unterstützung bekommt das Bündnis von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der GEW. Mit der Bildungsgewerkschaft bereitet das Netzwerk für November eine Tagung in Berlin vor. Gute Kontakte gibt es auch zu der im letzten Jahr an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gegründeten Hochschulgewerkschaft Unterbau, die sich das Ziel gesetzt hat, Studierende und Beschäftigte an den Hochschulen gemeinsam zu organisieren.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1062344.exzellente-ausbeutung.html
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Kuddel


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« Antworten #10 am: 11. November 2017, 13:30:31 »

Zitat
Streik der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen
Protest gegen ungerechte Arbeitsbedingungen

Viele Lehrbeauftragte an Musikhochschulen haben Angst vor der Zukunft - ihre Arbeit wird als befristeter Nebenjob gewertet, daher fehlt ihnen die soziale Absicherung. Dabei unterscheiden sich die Aufgaben der Dozenten nicht wesentlich von denen der hauptamtlichen Kollegen. Jetzt kämpfen die Benachteiligten um mehr Rechte - mit einem Streik.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/lehrbeauftragte-an-musikhochschulen-streiken-100.html
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Kuddel


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« Antworten #11 am: 07. Dezember 2017, 11:18:20 »

Lehre für lau
Wie der Staat angehende Professoren ausbeutet


Wer Professor an einer deutschen Hochschule werden will, muss sich jahrelang ohne Bezahlung als Privatdozent durchschlagen. Günter Fröhlich von der Universität Regensburg hat gegen die Zustände vorm Bayerischen Verfassungsgerichtshof geklagt – und verloren. Im Interview mit Studis Online erklärt er, warum sein Urteil doch ein Erfolg ist. (…) Die Titellehre von PDs ist unentgeltlich. Das steht so im Gesetz und heißt wirklich: null Cent. Die Selbstverständlichkeit, mit der die bayerische Landesregierung und die Mehrheit im Landtag das hinnimmt, ist schlichtweg unverständlich. Das Bild, das sich der Gesetzgeber von Leuten wie mir macht, sieht so aus: Für die Lehre setzen wir uns einfach in einen von der Universität finanzierten Raum, nachdem wir vorher die Verwaltung mit unserem Lehrwunsch belastet haben. Wir erzählen dann, was uns gerade so einfällt – schließlich hat man studiert – und in der letzten Stunde verteilen wir ein paar Noten. Und dann erlaubt uns der Staat auch noch, dass wir uns zum Beispiel „Außerplanmäßiger Professor“ nennen. Das soll nicht nur eine persönliche, ungemein große Ehre sein. Diese staatlich verliehene, gesellschaftliche Reputation lässt dazu auch noch alles zu Gold werden, was wir sonst anfassen. Schon der König Midas ist deswegen fast verhungert und am Ende bekam er Eselsohren…

https://www.studis-online.de/Studieren/art-2054-lehre-fuer-lau.php
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« Antworten #12 am: 18. Dezember 2017, 18:58:39 »

Zitat
Berliner Hochschulen
Studentische Hilfskräfte drohen mit Streik

Tutoren, Assistenten, IT-Betreuung, Bibliotheksmitarbeiter: Ohne studentische Beschäftigte geht nichts an den Hochschulen. In Berlin fordern die nun eine bessere Bezahlung. Nachdem Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag ergebnislos abgebrochen wurden, droht ab Januar ein Streik.



Mehrere Hundert studentische Beschäftigte demonstrierten in Berlin für einen neuen Tarifvertrag

"Ohne uns läuft hier nix, gebt uns unsre Kohle fix! Tarifvertrag? Yes! Tarifvertrag? Yes! Tarifvertrag, Tarifvertrag, Tarifvertrag? Yes, yes, yes"

Samstagnachmittag, nasskaltes Nieselwetter. Mehr als 200 studentische Beschäftigte und ihre Sympathisanten haben sich am Berliner Ostbahnhof versammelt. Viele Verdi- und GEW-Fahnen sind zu sehen. Und selbstgemalte Plakate mit Forderungen.

"Organisiert Euch gegen Vereinzelung und Ausbeutung im Bildungsbetrieb!"

"Lohnfortzahlung jetzt! Das steht für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wir hätten die gerne genauso lange wie die anderen Beschäftigten an den Unis."

"14 Euro ab sofort!"

Winzige Zugeständnisse der Arbeitgeber

14 Euro brutto pro Stunde war die Forderung der studentischen Beschäftigten, als vor neun Monaten die Verhandlungen begannen. Seit 16 Jahren habe es keine Lohnerhöhungen gegeben, betonen sie. Die Arbeitgeberseite, repräsentiert durch den KAV, den Kommunalen Arbeitgeberverband, habe nur zäh winzige Zugeständnisse gemacht, aber letztlich sei das alles viel zu wenig, vor allem beim Stundenlohn, erklärt Matthias Neis von Verdi.

"Die Arbeitgeberseite hat als drittes Angebot nach vielen Monaten jetzt eine sechsjährige Laufzeit vorgeschlagen, 12,13 Euro dann ab nächstes Jahr und dann in winzigen Schritten bis 2022 auf 12,50 Euro. Man sieht: Das ist weit weg von dem, was wir fordern, und die Inflation, die kommt, wird natürlich das alles auch gleich wieder auffressen."

Außerdem sähen die Hochschulverträge ab 2018 höhere Tarife für die studentischen Beschäftigten vor und das Geld sei auch schon in den Landeshaushalt eingeplant betonen die Gewerkschaften Verdi und GEW.

Stundenlohn von 10 Euro 98


Zu den Demonstranten am Samstag gehört Lisa, die wir nur so nennen, weil sie lieber anonym bleiben will. Sie arbeitet an der Humboldt-Universität im Bereich Bild-Wissen-Gestaltung als Rechercheurin. Mit ihrem Stundenlohn von 10 Euro 98 für ihre 41 Arbeitsstunden pro Monat ist Lisa nicht mehr zufrieden.

"Nein, weil die Mieten extrem gestiegen sind, und generell die Lebenshaltungskosten so in die Höhe gestiegen sind, dass man damit einfach nicht mehr über die Runden kommt und deshalb bin ich heute auf der Demo!"

Mit Ausnahme der Universität der Künste sind alle großen und kleinen Berliner Hochschulen auf der Demonstration stark vertreten. Sogar die studentischen Beschäftigten der Technischen Universität sind dabei. Obwohl das die einzige Hochschule in Berlin ist, die von sich aus angekündigt hat, ab 1.1.2018 12 Euro 50 Stundenlohn zu zahlen. Trotzdem steht Stefanie hier, die an der TU als Tutorin im Orientierungsstudium für MINT-Fächer unterrichtet.

"Weil es keine Regelung ist, die verbindlich ist, sondern es ist good will des Präsidenten und wenn der gute Wille irgendwann nicht mehr da ist, dann muss er das auch einfach nicht weiter machen. Ich hätte gerne eine feste Regelung, vor allem hätte ich gerne eine Regelung, die Berlin-weit ist."

Bereit zum Streik

Stefanie und Lisa wären beide bereit, für die gemeinsamen Forderungen auch zu streiken. Damit sind sie nicht allein, glaubt Stefanie.

"Ich hab das Gefühl, dass die Streikbereitschaft sehr hoch ist, also ich mache mir da gar keine großen Gedanken, dass da die Leute nicht solidarisch sind."

Die Gegenseite, der kommunale Arbeitgeberverband KAV, der die 12 öffentlichen Berliner Hochschulen in den Tarifverhandlungen vertritt, zeigt sich stur. Man habe sehr große Zugeständnisse gemacht, etwa Urlaubsgeld für 30 Tage und Krankheitsfortzahlung für acht Wochen angeboten, betont Claudia Pfeiffer. Die Geschäftsführerin der KAV sieht ihre Arbeitgeber mit gewerkschaftlichen Maximalforderungen konfrontiert, in anderen Bundesländern werde viel weniger bezahlt, Urlaubs- und Krankengeld gebe es dort gar nicht für die studentischen Beschäftigten. Claudia Pfeiffer bekräftigte noch heute Vormittag:

"Also unsere Bewegung haben wir ja schon am 11. Dezember 2017 gezeigt, eine weitere Bewegung - das haben wir auch deutlich gemacht - ist eigentlich nicht vorstellbar. Ich würde mir sehr wünschen, dass der Streit nicht auf der Straße ausgefochten wird, sondern dass man wieder vernünftig an den Verhandlungstisch kommt und dass man sich hier auf ein vernünftiges Ergebnis einigt."

Bis zum 31.12. herrscht Friedenspflicht. Danach sind Streiks geplant, wenn sich die Gegenseite nicht bewege, betonen die Gewerkschafter.
http://www.deutschlandfunk.de/berliner-hochschulen-studentische-hilfskraefte-drohen-mit.680.de.html?dram:article_id=406337
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Kuddel


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« Antworten #13 am: 06. Januar 2018, 19:49:18 »

Zitat
Streik an den Unis steht bevor
Studentische Beschäftigte haben seit 2001 keine Lohnerhöhung bekommen


Die Aktionsgruppen bringen sich in Stellung: Seit Anfang des Jahres dürfen die studentischen Beschäftigten an den Universitäten des Landes wieder streiken. Der Tarifvertrag, welcher seit 2001 bestand, wurde zum Jahresbeginn aufgekündigt. Der Arbeitskampf kann beginnen. Doch tut er das auch?

Der Wille ist da: »Es ist kein Geheimnis, dass wir einen Warnstreik machen wollen«, sagt Gewerkschaftsmitglied Benjamin Bisping, der auch in der studentischen »TVStud«-Kampagne aktiv ist. Er war sich schon im Dezember sicher: Er möchte mitstreiken (»nd« berichtete). Nun ist er im Stress. Zwischen der Sitzung der Tarifkommission und Aktiven-Treffen findet er trotzdem etwas Zeit.

Über die Weihnachtstage sei natürlich nicht sehr viel passiert, doch nun wollen sich die Beschäftigten organisieren. »Es passiert jeden Tag schon«, sagt der 28-jährige, der nun seit fast sechs Jahre an der Technischen Universität (TU) angestellt ist und vor Kurzem seine erste unbefriedigende Lohnerhöhung erhalten hat. Die Anfragen und Solidaritätsbekundungen aus den Instituten häufen sich. Die ersten Zusagen zur Beteiligung am möglichen Streik kommen bei den Organisatoren und Gewerkschaften an.

Und dies obwohl für die studentischen Beschäftigten das Streiken ein gewisses Risiko berge. Da sie zeitlich begrenzt angestellt seien, dürfen sie nach einem Streik zwar wie jeder andere Angestellte nicht gekündigt werden, doch müsse ihr Vertrag auch nicht verlängert werden.

Bisping, der kurz vor dem Ende seiner Tätigkeit an der TU steht, ist sich dennoch sicher: Wenn der Streik ausgerufen wird, werden sich einige daran beteiligen. Nun müsse dieser nur noch von den Gewerkschaften ausgerufen werden. Das sei in seinen Augen jedoch sehr wahrscheinlich: »Die Tarifkommission hat das den Gewerkschaften empfohlen.«

Matthias Neis, Verhandlungsführer für ver.di, bestätigt auf nd-Anfrage, dass die ersten Vorbereitungen laufen: »In den nächsten Wochen wird es sicherlich zu Streikmaßnahmen kommen.« Wann genau diese stattfinden sollen, könne er allerdings aus strategischen Gründen nicht sagen. Kommende Woche sollen die Termine veröffentlicht werden.

Mitte Dezember hatten die verhandlungsführenden Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und ver.di die fünfte Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) für gescheitert erklärt. Damals erklärte Udo Mertens von der GEW: »Die Arbeitgeber waren nicht bereit, ihr bisheriges Angebot wesentlich zu verbessern.« Dies sah vor, den Stundenlohn bis 2022 schrittweise auf 12,50 Euro anzuheben. Die studentischen Beschäftigten fordern sofort 14 Euro Stundenlohn und eine automatische Anpassung an die Lohnsteigerung anderer Uni-Beschäftigter. Der KAV nannte dies »Maximalforderungen«, die »nicht erfüllt werden können«.

Ein Lichtblick für die Studenten könnte der Arbeitskampf am Botanischen Garten sein (»nd« berichtete). Dort konnte vor Kurzem »nach zähen Verhandlungen«, so ver.di, ein Interessenausgleich erlangt werden. Alle Beschäftigten der ehemaligen Billigtocher sind seit Anfang des Jahres wieder bei der Freien Universität Berlin angestellt. Die Tochtergesellschaft wurde aufgelöst.

Wenn es nach der CDU ginge, sollte dieser im Falle TVStud gar nicht erst stattfinden. »Ein Streik kurz vor dem Beginn der Prüfungsphase nutzt niemandem«, sagt der forschungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Adrian Grasse und setzt auf den Burgfrieden. »Ich fordere den Senat auf seinen Einfluss zu nutzen, um alle Seiten wieder an den Verhandlungstisch zurück zu bringen.« Doch auch er sieht ein: »Die studentischen Beschäftigten leisten einen wertvollen Beitrag für einen erfolgreichen Betrieb der Berliner Hochschulen.«
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1075321.studentische-beschaeftigte-streik-an-den-unis-steht-bevor.html
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« Antworten #14 am: 11. Januar 2018, 20:52:58 »

Zitat
FU hält Streik für rechtswidrig
Universität erklärt Kündigung des Tarifvertrags für studentische Beschäftigte für unwirksam



Mehrere Hundert Demonstranten protestieren für höhere Löhne studentischer Beschäftigter.


Am kommenden Dienstag sind die 8000 studentischen Hilfskräfte an Berlins Hochschulen zu einem Warnstreik aufgerufen. Nach 17 Jahren ohne Lohnerhöhung fordern sie deutliche Zuwächse. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. An der Freien Universität (FU) etwa hängen überall rote Plakate, und jeden Tag treffen sich Gewerkschaftsmitglieder für die Mobilisierung. Auch die FU-Leitung bereitet sich auf den Ausstand vor - mit rechtlichen Drohungen.

Am Mittwoch schickte das Präsidium der FU ein Rundschreiben an die Fachbereiche, in dem die Auffassung vertreten wird, dass »die Kündigungen des TV Stud II durch ver.di und GEW zum 31.12.2017 unwirksam gewesen« seien und die Friedenspflicht weiter bestünde. Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks seien damit »rechtswidrig«. In dem dreiseitigen Schreiben, das »nd« vorliegt, werden die Fachbereiche aufgefordert, »zeitnah« und »umgehend« alle studentischen Hilfskräfte und Mitarbeiter zu benennen, die an den Streiks teilnehmen.

FU-Pressesprecher Goran Krstin erläutert auf Anfrage die Rechtsauffassung: Der alte Arbeitgeberverband (VAdöD), mit dem der Tarifvertrag vor 17 Jahren abgeschlossen wurde, ist vor zwei Jahren ohne Rechtsnachfolge erloschen. Deswegen sei die Kündigung gegenüber dem VAdöD nicht rechtswirksam. Laut Krstin sei auch »bisher nicht geplant, gerichtlich gegen den Streikaufruf vorzugehen«. Aber wie soll es arbeitsrechtliche Konsequenzen für Streikende geben, ohne dass ein Gericht über die Rechtmäßigkeit des Streiks befunden hat?

Die Gewerkschaften ver.di und GEW reagieren unbeeindruckt. Der alte Tarifvertrag sei »fristgerecht und wirksam« gekündigt worden, der Streikaufruf »entsprechend rechtmäßig«, sagt ver.di-Sekretär Matthias Neis dem »nd«. »Wenn die FU das anders sieht, dann muss sie gegen uns vor Gericht ziehen. Wir sehen dem sehr gelassen entgegen.« Neis sieht im Rundschreiben vor allem eine »Einschüchterungstaktik der Unileitung«. Vage werde mit »arbeitsrechtlichen Konsequenzen« gedroht, aber aus Sicht der Gewerkschaften ist das komplett irreführend: Wer einem Streikaufruf einer Gewerkschaft folge, nehme ein Grundrecht wahr. Daraus könnten keine Nachteile entstehen, so Neis. Selbst wenn ein Streikaufruf im Nachhinein als rechtswidrig eingestuft werde, müssten nur die Gewerkschaften - und nicht die einzelnen Beschäftigten - dafür haften.

»Ohne uns läuft hier nix!« ist eine Parole der Kampagne »TV Stud«. Die studentischen Beschäftigten fordern 14 Euro Stundenlohn und eine automatische Anpassung an die Lohnsteigerung anderer Uni-Beschäftigter. Studierende arbeiten in den Bibliotheken, in der Verwaltung, im IT-Support. Besonders die wöchentlichen Tutorien an der Technischen Universität könnten ohne sie komplett ausfallen. Wird der Streik die Unis lahmlegen? Die FU-Leitung scheint das zu befürchten, von daher dieses riskante rechtliche Manöver. »Alle Versuche, unseren Streik zu verhindern, werden scheitern«, sagt Yunus Özgür, Beschäftigter an der FU. »Die Streikenden sind entschlossen.«
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1075979.freie-universitaet-berlin-fu-haelt-streik-fuer-rechtswidrig.html
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« Antworten #15 am: 16. Januar 2018, 14:46:32 »

Zitat
Seit 17 Jahren keine Erhöhung
Berlins studentische Beschäftigte treten in den Streik



Kurz nach dem Millenium gab es die letzte Erhöhung: Am Dienstag treten die studentischen Beschäftigten in Berlin in den Streik. Sie fordern mehr als die 10,98 Euro pro Stunde. Die Arbeitgeber finden: In Berlin wird immer noch richtig viel gezahlt.
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2018/01/streik-studentische-beschaeftigte-berlin-.html
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« Antworten #16 am: 17. Januar 2018, 14:43:16 »



Die streikenden Studentischen Beschäftigten haben gestern nicht nur die Arbeit niedergelegt, sondern auch mit einem „Streikkurier“ ihre Stimme erhoben.

https://www.klassegegenklasse.org/tvstud-streikkurier-eine-stimme-der-beschaeftigten/
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« Antworten #17 am: 17. Januar 2018, 15:15:57 »

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« Antworten #18 am: 23. März 2018, 15:05:19 »

Zitat
Internationale Solidarität aus Lateinamerika mit Tarifkampf der studentischen Beschäftigten



Arbeiter*innen, linke Aktivist*innen und Abgeordnete der Front der Arbeiter*innen und Linken (FIT) aus Argentinien, Brasilien und Chile übermitteln ihre Solidarität mit den Kampf der studentischen Beschäftigten in Berlin.
https://www.klassegegenklasse.org/internationale-solidaritaet-aus-lateinamerika-mit-tarifkampf-der-studentischen-beschaeftigten/
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« Antworten #19 am: 20. Mai 2018, 20:43:19 »

Zitat
Streik an den Hochschulen
Eine Woche gegen Lohnverzicht

Seit 17 Jahren hat es für studentische Beschäftigte keine Anpassung des Lohns mehr gegeben. Jetzt stehen die Zeichen auf Erzwingungsstreik.



http://www.taz.de/!5502930/
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« Antworten #20 am: 01. Juni 2018, 19:50:29 »

Zitat
Streik für TV Stud wird ausgeweitet
Studentische Beschäftigte treten nächste Woche 12 Tage in den Ausstand
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1089531.streik-fuer-tv-stud-wird-ausgeweitet.html
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Kuddel


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« Antworten #21 am: 10. Juni 2018, 13:47:22 »

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Berlins studentische Mitarbeiter proben den Aufstand

Seit einer Woche streiken die studentischen Mitarbeiter an Berlins Universitäten. Weil sie gleichzeitig studieren und arbeiten, zum Beispiel als wissenschaftliche Tutoren. Dafür wollen sie besser bezahlt werden. Der Streik zeigt Wirkung - vor allem bei ihren Mitstudierenden.
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/06/studenten-tutoren-universitaeten-streik-bezahlung-.html
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Fritz Linow


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« Antworten #22 am: 11. Juni 2018, 21:54:29 »

Zitat
Uni Warschau: Studenten streiken gegen Massnahmen von Hochschulminister Gowin ... Der Streik weitet sich landesweit aus
https://twitter.com/dpgmde/status/1006157762794016768
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Kuddel


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« Antworten #23 am: 14. Juni 2018, 12:15:14 »

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Streik verlängert:
Studenten wollen mehr Geld für Jobs


In Berlin haben am Mittwoch Hunderte Studenten für eine bessere Bezahlung ihrer Hochschuljobs demonstriert. Sie fordern eine deutliche Erhöhung der Stundenlöhne sowie in Zukunft eine Koppelung ihrer Gehälter an die Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten. Der Protestzug führte vom Hohenzollernplatz zur Technischen Universität am Ernst-Reuter-Platz. Es seien mehr als 1000 Studierende für einen fairen Tarifvertrag auf die Straße gegangen, sagte Matthias Neis für die Gewerkschaft Verdi.

In Berlin gibt es rund 8000 Studenten mit Jobs an Hochschulen; sie leiten zum Beispiel Tutorien. Seit 2001 habe ihr Stundenlohn konstant bei 10,98 Euro gelegen, sagte Neis. Die Studierenden forderten nun samt Inflationsausgleich rund 14 Euro pro Stunde, die Hochschulen des Landes Berlin böten hingegen bisher nur 12,13 Euro pro Stunde an. Der Hauptstreitpunkt sei aber die künftige Koppelung der Studentenlöhne an die Gehaltsentwicklung anderer Hochschulgruppen, erläuterte Neis.

Seit dem 4. Juni streiken die studentischen Beschäftigten für ihre Ziele. Am Mittwoch riefen die Gewerkschaften Verdi und GEW zur Verlängerung des Ausstands bis zum 23. Juni auf. Ursprünglich war der Streik bis zum 14. Juni geplant. Laut Neis sind seitdem rund 400 Lehrveranstaltungen der studentischen Mitarbeiter ausgefallen.
https://www.rtl.de/cms/streik-verlaengert-studenten-wollen-mehr-geld-fuer-jobs-4176842.html

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Streik der studentischen Mitarbeiter Studierende besetzen die TU Berlin

Im Warnstreik der studentischen Beschäftigten haben Studierende den Audimax der Technischen Universität besetzt. Sie fordern höhere Tarife und mehr Mitbestimmung.




"Mitbestimmung statt Ausbeutung", "Lernfabriken meutern" oder "Revolution first, studies second - Streik jetzt": An den Wänden und an der Galerie im Audimax der TU Berlin hängen Transparente. Auf dem Podium vor den Sitzreihen des großen Hörsaals sitzen Studierende auf einem alten Sofa, blinzeln in das Licht der Neonröhren und trinken ihren ersten Kaffee. Am Rand liegen noch die Schlafsäcke, in denen sie hier übernachtet haben.

Am Mittwochabend wurde der Audimax der Technischen Universität für besetzt erklärt. Vorangegangen war eine Demonstration für einen neuen studentischen Tarifvertrag, um den seit über einem Jahr zwischen den Berliner Hochschulen und den Gewerkschaften gerungen wird. Ab dem 4. Juni hatten studentische Beschäftigte und die GEW zum wiederholten Male zu einem Warnstreik aufgerufen.

Von Seiten der Universitätsleitung wird die Besetzung offenbar zunächst geduldet. Die Aktivisten berichtet, TU-Präsident Christian Thomsen sei am frühen Morgen vorbeigekommen. Seine Botschaft habe gelautet: "Wenn wir sagen, was wir beschließen, wird er sagen, was sie beschließen."
"Wie Arbeiter zweiter Klasse bezahlt"

Die Protestierenden fordern eine Anhebung des Stundenlohns von 10,98 Euro, den Hilfskräfte in Berlin seit 2001 erhalten. Nach 17 Jahren, in denen der Tarif nicht angehoben wurde und sieben Jahre, nachdem die Unis das zuvor gezahlte Weihnachtsgeld gestrichen haben, müsse die Vergütung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden, erklärt eine Gruppe Studierender am Donnerstagmorgen vor dem Audimax. "Studis als Tutorinnen oder in der IT werden wie Arbeiter zweiter Klasse bezahlt", sagt ein Sprecher des Bündnisses "Wir streiken alle!". So sei auch keine gute Lehre möglich.

Doch auf die Forderung von 14 Euro pro Stunde und eine Koppelung der studentischen Tarife an den Tarifvertrag der Länder (TVL) lassen sich die Berliner Hochschulleitungen nicht ein. Als Angebot der Arbeitgeberseite liegt bislang eine schrittweise Erhöhung des Lohnes auf 12,50 Euro bis 2022. Die TU hatte bereits einseitig die Konditionen verbessert, dort erhalten die Beschäftigten inzwischen bereits 12,50 Euro pro Stunde. Das werde von den TU-Hilfskräften auch anerkannt, sagt eine Sprecherin vor dem Audimax. Doch es fehle die Dynamisierung, also die Anpassung an steigende Kosten.

Vor 14 Tagen wurden die berlinweiten Tarifverhandlungen dann ohne Ergebnis abgebrochen. Es folgte der "Warnstreik", der am Mittwoch um zunächst eine Woche verlängert worden sei, sagen die Studierenden. Längst nicht alle, die den Audimax besetzt haben, sind auch studentische Hilfskräfte. Es ist die Rede von einer "breiten Solidarisierung", bei der es inzwischen um viel mehr als den Tarifvertrag gehe. "Nicht nur die studentischen Hilfskräfte sind von prekären Lebensbedingungen betroffen", erklären die Besetzer. "Für ein gutes Studium reicht auch das Bafög nicht."
Forderungen auch nach mehr Bafög und Mitbestimmung

Schon für ein WG-Zimmer sei die staatliche Ausbildungsförderung zu gering. Gebraucht werde ein "bedarfsdeckendes, eltern-, semester- und altersunabhängiges Bafög". Zu den weiteren Forderungen zählt die Viertelparität in den Hochschulgremien, unter anderem wollen die Studierenden über die Berufung von Professorinnen und Professoren mitbestimmen. "Es kann nicht sein, dass die patriarchalischen Hierarchien der Profesor*innen in allen Belangen das letzte Wort haben und wir als Studierende noch nicht einmal entscheiden können, wer diese Macht innehat", heißt es in einer Presseerklärung.

Der Warnstreik der studentischen Hilfskräfte wirkt sich unterdessen negativ für die Studierenden aus. "Die Studis merken das auch, sie bekommen in diesem Semester keinen Schein", sagt eine TU-Hilfskraft, die Übungen in einem Experimentallabor anbietet, aber seit Ende 2017 streikt. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter im Fachbereich könnten die Lehre alleine nicht aufrechterhalten, sagt die Hilfskraft, die wie alle anderen ihren Namen aus Angst vor Konsequenzen seitens der Uni nicht nennen will.

Für 12 Uhr haben die Audimax-Besetzer am Donnerstag zu einer "Vollversammlung" aufgerufen. Wie lange sie die Besetzung aufrecht erhalten wollen, stand zunächst noch nicht fest.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/streik-der-studentischen-mitarbeiter-studierende-besetzen-die-tu-berlin/22685474.html#
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Kuddel


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« Antworten #24 am: 14. Juni 2018, 12:41:12 »

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Aktionstag von Lernfabriken Meutern in Freiburg
Soziale Ausgrenzung im Bildungswesen und Reproduktion der Ungleichheit bekämpfen




Am Mittwoch den 13. Juni fand bundesweit ein Aktionstag gegen soziale Ausgrenzung im Bildungswesen statt. So auch in Freiburg am Platz der alten Synagoge. Kritisiert wurden nicht nur die Studiengebühren für ausländische Studierende und das Zweitstudium, die Grün-Schwarz eingeführt hat, sondern auch die teilweise rechtswidrige Ausbeutung von studentischen Beschäftigten. So beteiligte sich auch die IG Metall an der Protestkundgebung und thematisierte u.a. die Ausbeutung von sogenannten Werkstudierenden, das Unterlaufen von Tarifverträgen und die miesen Bedingungen bei Praktika. Radio Dreyeckland war bei der Kundgebung vor Ort. Im folgenden fört ihr Ausschnitte von Reden und ein Gespräch mit Isa vom AK Freie Bildung und Fritzi von Bildung von unten.
https://rdl.de/beitrag/soziale-ausgrenzung-im-bildungswesen-und-reproduktion-der-ungleichheit-bek-mpfen
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