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Autor Thema: Drogenpolitik  (Gelesen 103558 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11364


« Antworten #200 am: 12. August 2018, 20:38:38 »

Zitat
Heroin auf Rezept für Süchtige

Heroinsüchtige in Norwegen sollen die Droge auf Rezept erhalten können.


Die Regierung plant, die Abgabe für besonders schwer Süchtige zu testen, wie das Gesundheitsministeirum mitteilte. Ziel sei es, denjenigen Drogenabhängigen zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen, die nicht mit Hilfsprogrammen zu erreichen seien.

Norwegen hat europaweit eine der höchsten Raten von Drogentoten. Das Programm zur Ausgabe von Heroin auf Rezept soll laut Ministerium frühestens 2020 beginnen. Das norwegische Parlament hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, Drogen zu entkriminalisieren. Es folgte damit dem Beispiel Portugals, das diesen Schritt bereits im Jahr 2001 unternahm. Seitdem ist dort die Zahl der Drogentoten deutlich zurückgegangen.
https://www.deutschlandfunk.de/norwegen-heroin-auf-rezept-fuer-suechtige.2850.de.html?drn:news_id=912994

Ein überfälliger Schritt.
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« Antworten #201 am: 01. September 2018, 18:13:34 »

Zitat
Mexikos neue Regierung will Drogen entkriminalisieren

Mexiko-Stadt. Die designierte Regierung in Mexiko unter Andrés Manuel López Obrador will eine Kehrtwende in der Drogenpolitik vollziehen. Die künftige Innenministerin Olga Sánchez Cordero kündigte in der vergangenen Woche an, sich bei den Vereinten Nationen um eine Entkriminalisierung von Rauschmitteln bemühen zu wollen. Dies betreffe zunächst Marihuana: "Es geht nicht um Legalisierung, nur um Entkriminalisierung", betonte die Politikerin, die zwei Jahrzehnte lang Richterin am Obersten Gericht war. In der Zukunft könne das auch den Mohn zur Herstellung von Heroin betreffen. In Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen könnte sein Anbau "zu medizinischen Zwecken" freigegeben werden, jedoch unter strengen Auflagen.

Der Vorschlag zielt auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität ab. Die bisherigen Anti-Drogen-Strategien seien "zu strikt", so Sánchez Cordero. Der Schwerpunkt liege zu sehr auf der Bestrafung, dabei gelinge es den Behörden derzeit lediglich, drei bis acht Prozent der Drogen, die in Richtung Grenze zu den USA transportiert werden, zu konfiszieren. Auf der anderen Seite würden die Drogenkartelle rund 25 Milliarden US-Dollar im Jahr allein in Mexiko waschen, in den USA sei es zehnmal so viel Geld.
...
..

Quelle: amerika21

Wieder ein umdenken.
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Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti
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« Antworten #202 am: 02. September 2018, 09:38:05 »

Zitat
Entkriminalisierte Drogen
5 Gründe, warum wir die Drogenpolitik Portugals nachahmen sollten

25 Gramm Gras in der Tasche und keine Angst vor der Polizei haben müssen: Das ist Portugal. Seit 15 Jahren sind dort Drogen – weiche wie harte – entkriminalisiert. Diese Politik ist ein voller Erfolg und rettet sogar Leben.

Vor 15 Jahren, am 1. Juli 2001 hat Portugal das "Lei n.º 3 30/2000" verabschiedet. Es entkriminalisierte den Besitz von Drogen, egal, ob Cannabis, Ecstasy oder Heroin. Der Besitz von Drogen ist damit keine Straftat mehr, sondern nur noch eine Ordnungswidrigkeit - wie Falschparken. Der Besitz und Konsum von zehn Tagesrationen ist okay. Und die sind üppig berechnet: 25 Gramm Marihuana, zehn Pillen LSD oder Ecstasy, zwei Gramm Kokain, ein Gramm Heroin oder Crystal Meth - alles halb so wild. Wer mehr dabei hat, gilt allerdings als Dealer und wird nach wie vor nach dem Strafrecht behandelt.

Das Ziel ist auch in Portugal: möglichst wenig Abhängige. Wer sich mit den erlaubten Mengen erwischen lässt, muss vor einen so genannten "Ausschuss zur Bekämpfung der Drogensucht". Ein Jurist, ein Psychologe und ein Sozialarbeiter stellen fest, ob der Konsum problematisch ist. Sie klären über Gefahren auf und bieten Therapien an. Erst wer ein zweites Mal vor so einem Ausschuss landet, kann zu einem Bußgeld oder Sozialstunden verdonnert werden. Begleitet wird das Programm von Aufklärungskampagnen und Hilfe wie Spritzentausch oder Opiatsubstitutionen. Portugal hat damit ein System geschaffen, an dem wir uns aus mindestens fünf Gründen auch in Deutschland ein Beispiel nehmen sollten.

1. Weil weniger Leute Drogen nehmen

...

2. Weil weniger junge Leute Drogen nehmen

...

3. Weil die Drogenkriminalität zurückgeht

...

4. Weil weniger Leute sterben

...

5. Natürlich auch, weil ihr euch gechillt Einen im Park bauen könnt...

...

Portugal hat quasi die umfangreichste Langzeitstudie zu einem liberalen Umgang mit Drogen durchgeführt. Am Anfang gab es noch jede Menge Kritik mit den bekannten Argumenten - fünfzehn Jahre später sind positive Folgen spürbar. Fragt sich nur, wann sich die Einsicht, dass Drogen ein Gesundheitsthema und kein strafrechtliches Problem sind, auch hierzulande durchsetzt.

Quelle: BR

Marlene Mordtler (CSU) die deutsche Dogenbeauftragte dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=0_-1Ie9GFSo

Das linksversiffte Portugalregime hat Gottseidank keine selbstherrlichen konservativen Betonköpfe wie in Deutschland, wir setzen dafür demnächst Zeitreisen ein und begeben uns etwa 80 Jahre zurück, wir sind so gut.
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« Antworten #203 am: 11. September 2018, 17:45:16 »

Zitat
ARTE Reportage
Israel: Koscher kiffen

„Cannabis aus Israel“ könnte in ein paar Jahren auf dem Weltmarkt so erfolgreich sein wie „Orangen aus Jaffa“ – schon wegen des Know How: Seit 10 Jahren ist die medizinische Anwendung von Produkten aus Cannabis in Israel erlaubt. Der Startschuss zu einem neuen « Green Rusch » war die Liberalisierung des Konsums in den USA

Seit dem 1. Januar dieses Jahres dürfen die Menschen in sechs Bundesstaaten der USA legal Produkte aus Cannabis erwerben. Über 200 Farmen haben eine Lizenz beantragt, Cannabis anzubauen, vor allem für den Export. In Israel sind die Produktionsbedingungen ideal: Mildes Klima, eine seit Jahrzehnten hoch entwickelte Landwirtschaft und eine stete Bereitschaft zur Innovation.

Alles begann im Jahr 1964, als Professor Raphael Mechoulam an der Universität von Jerusalem die Cannabis-Pflanze wissenschaftlich untersuchte und das THC daraus extrahierte – die Substanz, die das Bewusstsein berauscht. Mit inzwischen 90 Jahren forscht der Urvater der medizinischen Anwendung des Cannabis noch immer täglich in seinem Labor. In Israel wird Cannabis bei Epilepsie verschrieben, bei Parkinson, zur Milderung der Symptome bei Krebserkrankungen und auch autistischen Kindern. Sogar die Armee hat ein Versuchs-Programm aufgestellt, um die Wirkung von Cannabis bei post-traumatischen Belastungsstörungen ihrer Soldaten zu testen. Und auch ultra-orthodoxe Rabbiner segnen das alles ab.  Einmal im Jahr treffen sich Produzenten, Wissenschaftler, Investoren und Patienten in Tel Aviv zur Cannatech, der großen internationalen Messe für alles Heilende aus Cannabis.

HTML5:
https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/082000/082000/082015-000-A_EQ_0_VA_03650155_MP4-1500_AMM-PTWEB_xDsQYahWL.mp4

Quelle: Arte


Bei meinem letzten Neurologe Besuch wollte ich neue Erkenntnisse über Cannabis-Therapie erfahren, daß mir auf die Frage hin kein Kreuz auf die Stirn gedrückt wurde um zu schauen ob ich zu brennen anfange fehlte noch, war erhellend, bisher hatte ich ihn als fortschrittlicher Eingeschätzt. Manchmal geben Reaktionen auf Fragen mehr Antworten als einem lieb sind.
Ein Armutszeugnis am anderen, es wird immer besser.

!:
Hannes Ringlstetter und Caro Matzko erläutern anschaulich, warum Kiffen in Zukunft weiterhin verboten bleiben soll.
HTML5:
http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNLT6NK9HsLo6s61luK4C_2rc5H1S/_-9S/_AbH52xp9U1S/fb44c863-e347-435b-889c-f74e2db2c381_C.mp4
« Letzte Änderung: 11. September 2018, 17:57:38 von Troll » Gespeichert

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« Antworten #204 am: 16. September 2018, 17:04:06 »

Zitat
   Er ist selber Kriminalbeamter   
CSU-Politiker will bei verdecktem Ermittler Kokain kaufen   

Ein Lokalpolitiker der CSU hat seine Karriere aufs Spiel gesetzt, indem er bei einem verdeckten Ermittler Kokain kaufen wollte. Anschließend versuchte er sich auf abenteuerliche Weise aus der Affäre zu ziehen.


 Für ein Gramm Kokain, das in Wirklichkeit nicht einmal existierte, hat er seinen Beruf als Kriminalbeamter aufs Spiel gesetzt – und seine politische Karriere. So gerne wollte Christian A. (42) Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Sachsen (Kreis Ansbach) werden.

Sein Blog und sein Profil in den sozialen Medien spiegeln Idylle und Erfolg wider. Familienfotos mit Blumenwiese, auf der Rutsche mit den Kindern, Begegnungen mit CSU-Politikern auf lokaler und überregionaler Ebene. Unter anderem hat er ein Foto ins Netz gestellt, das ihn mit Christine Haderthauer zeigt. Ein schlechtes Omen? Bei Christian A. ist die potenzielle Fallhöhe im politischen Getriebe nicht ganz so hoch. Aber er hat sich über Jahre hinweg im CSU-Geflecht nach oben gearbeitet. Für die Partei sitzt er im Gemeinderat, im Ortsverband ist er der Vorsitzende; dritter Bürgermeister ist er auch. Und oben drauf Verwaltungsrat der Kirchenstiftung und örtliches Vorstandsmitglied des Bauernverbands.

CSU-Politiker und Kriminalpolizist


Den beruflichen Teil seines Lebens verbringt Christian A. bei der Kriminalpolizei in Ansbach. Dort sitzt er im K1, das für Kapitalverbechen zuständig ist. Seine Aufgaben kann er momentan nicht mehr wahrnehmen, er hat sich krankschreiben lassen. Möglicherweise hat ihm das vorerst eine Suspendierung erspart.

Vor zwei Wochen wurde der Kriminalbeamte mit dem Faible für christsoziale Politik von Fahndern des Landeskriminalamts im Ansbacher Hauptbahnhof festgenommen. Er war der Darstellung der Ermittlungsbehörden zufolge einem verdeckten Fahnder auf den Leim gegangen und wollte Kokain kaufen. Unter Verdacht, Drogen zu nehmen, stand der K1-Beamte offensichtlich schon länger. Darauf weist auch der Einsatz des LKA hin, das bei Ermittlungen in den Reihen der Polizei zuständig ist.

Verdächtiger lässt sich krankschreiben - aus gutem Grund?


In den Dienst kehrte Christian A. nicht zurück. Er ließ sich, unmittelbar nachdem er verhaftet, von der Staatsanwaltschaft vernommen und wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, krankschreiben – traumatische Belastungsstörung. Wie die Sprecherin des Polizeipräsidiums erklärte, habe sein Krankheitsstatus dazu geführt, dass derzeit eine Suspendierung kein Thema sei. "Wir warten das Ergebnis der Ermittlungen ab und entscheiden über eventuelle Maßnahmen im Einzelfall."

In seiner Heimatgemeinde Sachsen braut sich erheblicher Unmut zusammen – noch weitgehend hinter vorgehaltener Hand. Dass der CSU-Ortsvorsitzende und K1-Ermittler in Personalunion jener festgenommene "Kokainkäufer" vom Bahnhof ist, hat sich längst herumgesprochen.

Christian A. selbst scheint dies nicht wahrzunehmen oder nicht wahrnehmen zu wollen. In der letzten Gemeinderatssitzung im August hätte es mancher gern gesehen, wenn er sich gegenüber seinen Gemeinderatskollegen in irgendeiner Weise geäußert hätte. Stattdessen "business as usual", danach die üblichen Auftritte, inklusive Kirchweihbesuch. Was ihm im Bekanntenkreis richtig übel genommen wird, hat aber einen ganzen anderen Grund.

Traumatische Belastung wegen eines Mordes mit dem er gar nichts zu tun hatte

Dort erzählt Christian A. in "vertraulichen" Gesprächen, die inzwischen weiträumig die Runde machen, von seinem tragischen Krankheitsbild, das ihn dienstunfähig mache. Der Schock sei es gewesen, als er die ermordeten drei Kinder und deren Mutter sah, erzählte er – und spielte damit auf ein grausiges Verbrechen in Gunzenhausen an (AZ berichtete). "Mir hat er so leid getan, als ich das gehört habe", erzählt eine Bewohnerin.

Das emotionale Mitgefühl, das Christian A. nicht nur von ihr entgegengebracht wurde, ist ins Gegenteil umgeschlagen. Wie aus Kreisen der Behörden bestätigt wird, hatte er mit dem grausigen Familiendrama in Gunzenhausen, das ihn psychisch so schwer belastet habe, gar nichts zu tun. Auch das hat sich in Sachsen schon herumgesprochen.
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.er-ist-selber-kriminalbeamter-csu-politiker-will-bei-verdecktem-ermittler-kokain-kaufen.5f4d16f2-e229-4244-a158-a914470eaf58.html
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