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Autor Thema: Studentendemos & Unistreiks  (Gelesen 97019 mal)
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Kuddel


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« Antworten #175 am: 03. Oktober 2013, 09:45:20 »

Zitat
Gewaltsame Proteste in Mexiko
Zum Jahrestag des Massakers von Tlatelolco flogen Steine und Brandbomben.

      
   

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei sind in Mexiko am Mittwoch mindestens 50 Menschen verletzt worden. Die Gewalt ereignete sich bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Mexiko-Stadt zum Jahrestag des Massakers von Tlatelolco an dutzenden Studenten am 2. Oktober 1968. Protestierende warfen mit Steinen und Brandbomben, die Polizei reagierte mit Tränengas.

Nach Behördenangaben wurden mindestens zwölf Polizisten verletzt. Etwa 15 Menschen wurden demnach festgenommen. Die Presserechtsorganisation Articulo 19 teilte mit, sieben Journalisten seien von Polizisten geschlagen und zwei Medienvertreter festgenommen worden.

Im Jahr 1968 hatten Polizisten, Soldaten und bewaffnete Unbekannte das Feuer auf tausende Studenten eröffnet, die friedlich auf dem "Platz der drei Kulturen" im Stadtteil Tlatelolco demonstrierten. Die genaue Opferzahl ist unbekannt. Offiziell wird die mit 40 Toten angegeben, Menschenrechtsorganisationen gehen von etwa 300 aus.
http://kurier.at/politik/ausland/gewaltsame-proteste-in-mexiko/29.418.479
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Kuddel


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« Antworten #176 am: 19. Dezember 2013, 21:03:38 »

Zitat
Ausschreitungen in Mailand: Studenten gegen Schulsystem

Studenten der Mailänder Universität lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Sie protestieren gegen Kürzungen an den staatlichen Universitäten. Als einige Studenten in den Regierungssitz der Lombardei eindrangen, musste eine Sitzung des Regionalrates unterbrochen werden.



Hunderte Mailänder Studenten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. (Foto: dpa)

Bei Studentenprotesten in Mailand kam es erneut zu Ausschreitungen. Die jungen Leute protestieren gegen Kürzung im Bildungsbereich.

Der Marsch der Studenten durch die Mailänder Innenstadt behinderte den Verkehr zusätzlich zum Streik im öffentlichen Nahverkehr, berichtet der Corriere della Sera. Circa 500 teils gewaltbereite Studenten belagerten das Pirelli-Hochhaus, den Regierungssitz der Lombardei im Zentrum von Mailand. Sie warfen mit Eiern und Farbe. Es kam zu vereinzelten Straßenschlachten mit der Polizei.

Nach den Ausschreitungen beruhigte sich die Situation zunächst wieder. Dann zogen hunderte Studenten weiter durch die Innenstadt. Sie bewarfen die Polizei mit Glasflaschen. Die jungen Leute gehören zur sogenannten Mistgabel-Bewegung, die seit Wochen gegen die Sparpolitik und die Korruption im Land protestiert.

Vier Studenten und zwei Professoren verschafften sich Zugang zum Pirelli-Hochhaus. Sie unterbrachen eine Sitzung des Regionalrats, indem sie von der Zuschauertribüne riefen, der Rat solle nicht bei den öffentlichen Schulen kürzen. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen. Die Abgeordneten des Movimento 5 Stelle von Beppe Grillo verließen den Saal aus Solidarität mit den Studenten.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/16/ausschreitungen-in-mailand-studenten-gegen-schul-system/


Zitat
Streit um Fakultätsreform an der HU Berlin
Sitzstreik mit Mistgabel und Vuvuzela

Die Studierenden der Humboldt-Universität protestieren gegen die Fakultätsreform. Nach dem strategischen Kurzzeit-Rücktritt des HU-Präsidenten blockierten sie jetzt das Kuratorium. Das bestätigte die Reform schließlich nur teilweise.



Die Kuratoriumsmitglieder der Humboldt-Universität kamen am Donnerstag morgen nicht einmal bis zum Sitzungssaal: Etwa 150 Studierende blockierten mit einem Sitzstreik den Flur. Die Studierenden wollten so verhindern, dass das Kuratorium die umstrittene Fakultätsreform endgültig absegnet. „Nein zur Reform“, skandierten die Studierenden im Chor. Vuvuzelas tröteten, Agrarwissenschaftsstudenten reckten kämpferisch Mistgabel und Harke in die Höhe.

Um die Reform, bei der die Zahl der Fakultäten verringert werden soll, wird an der HU seit Wochen gerungen. Der vorangegangene Beschluss des Akademischen Senats fiel am 5. Dezember unter dramatischen Umständen.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-fakultaetsreform-an-der-hu-berlin-sitzstreik-mit-mistgabel-und-vuvuzela/9245404.html
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Kuddel


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« Antworten #177 am: 26. März 2014, 15:59:42 »

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Studentenproteste in Spanien
Polizei räumt besetztes Uni-Gebäude

Neuer Unmut gegen die Bildungsreform in Spanien: Studenten besetzen ein Uni-Gebäude in Madrid, sie errichten Barrikaden und setzen Müllcontainer in Brand. Die Polizei schreitet ein.


Bei der Räumung eines besetzten Universitätsgebäudes hat die spanische Polizei in Madrid mehr als 50 junge Leute festgenommen. Wie die Sicherheitskräfte mitteilen, hatte das Rektorat der Hochschule die Beamten darum gebeten, das Gebäude zu räumen. Mehrere Besetzer hatten zuvor Barrikaden errichtet und Müllcontainer in Brand gesetzt.

Studenten hatten das zum Rektorat gehörende Gebäude der Complutense-Universität im Rahmen einer Kundgebung besetzt. Der Protest richtete sich gegen eine Bildungsreform der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy und gegen die Kürzung von Stipendien.

Am Sonntag hatte es in Madrid nach einer Demonstration gegen die Sparpolitik der Regierung schwere Ausschreitungen gegeben. Mehr als 100 Menschen, darunter 67 Polizisten, wurden verletzt und 24 mutmaßliche Gewalttäter festgenommen.
http://www.sueddeutsche.de/bildung/studentenproteste-in-spanien-polizei-raeumt-besetztes-uni-gebaeude-1.1922156
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Kuddel


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« Antworten #178 am: 10. Mai 2014, 08:50:24 »

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Chile: Studenten fordern versprochene Änderungen im Bildungssystem


Tausende Schüler und Studenten fordern die Umsetzung der versprochenen Bildungsreform


In Chile sind am Donnerstag (8.) erneut tausende Schüler und Studenten für Reformen im staatlichen Bildungssystem auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Santiago forderten sie die im Dezember erneut zur Staatspräsidentin gewählten Michelle Bachelet auf, die im Wahlkampf versprochenen umfassende Bildungsreform unverzüglich umzusetzen. Die linke Politikerin hatte angekündigt, bei einem Wahlerfolg die Ungleichheit im Bereich Bildung in den südamerikanischen Land zu beenden.

Die Studentenführer hatten forderten bei ihren Protesten vornehmlich weitergehende Maßnahmen, eine detaillierter Vorstellung der geplanten Änderungen und eine engere Einbindung der Studenten bei der Planung und Umsetzung der Reform. “Wir sind besorgt, denn alles was bisher getan wurde, ist ein bisschen mehr Geld in das System zur Bekämpfung der Ungleichheit zu stecken. Also in das gleiche System, welches einmal Bildung für die arme und einmal die Bildung für die reiche Bevölkerung schafft” erklärt Studentenführerin Melissa Sepúlveda in Hinblick auf die neuerlichen Proteste.

“Jeden Tag sehen wir eine Aufweichung der Reform. Große Dinge wurden versprochen, und heute gibt es nur einen Gesetzentwurf, den niemand kennt”, so Sepúlveda weiter. Die Regierung plant, vornehmlich über eine Steuerreform mehr Geld ins Bildungssystem zu spülen. Was allerdings nicht überall auf Zustimmung stößt. Meinungsforscher haben zuletzt eine deutliche Ablehnung gegen das Vorhaben festgestellt.

Seit 2011 kommt es immer wieder zu zum Teil gewalttätige Demonstrationen gegen das chilenische Bildungssystem unter dem damaligen konservativen Präsidenten Sebastián Piñera. Bei den jüngsten Protesten waren nach offiziellen Angaben 1.800 Polizisten im Einsatz, die den friedlichen Marsch vor den Präsidentenpalast und das Bildungsministerium begleiteten.
http://latina-press.com/news/179504-chile-studenten-fordern-versprochene-aenderungen-im-bildungssystem/

Zitat
+++ Studenten protestieren gegen EU-Sparpolitik +++

Im Eingang vor dem Audimax der Humboldt-Universität hat sich der Geschichtsstudent Jasper Stange gemeinsam mit sechs weiteren Kommilitonen zu einem „Die In“ hingelegt. Die am Boden liegenden Studenten wollen damit den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, der gleich im Audimax sprechen wird, auf die aus ihrer Sicht unmenschliche Politik der EU gegenüber den Krisenländern aufmerksam machen. „Wir sehen Herrn Barroso als einen Vertreter einer Austeritätspolitik, die Menschen tötet“, sagt der Student Stange. Die Studenten verteilen Flugblätter, auf denen steht: „Für ein Europa der Solidarität – nicht der Austerität! Nein zur Troika! Nein zu Barroso!“ Auch im Audimax selbst riefen Studenten: "Nein zur Troika!" Die Troika besteht aus der Europäischen Zentralbank, dem Internationalen Währungsfonds und der von Barroso geführten EU-Kommission. Um Barrosos Nachfolge bewerben sich der Kandidat der Konservativen, Luxemburgs Ex-Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, und EU-Parlamentschef Martin Schulz (SPD).
http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-news-blog-zum-nachlesen-umfrage-sieht-konservative-europaweit-vorn/9861078-2.html
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Rudolf Rocker
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« Antworten #179 am: 05. Oktober 2014, 08:45:17 »

 Suche nach vermissten Studenten
Massengrab im Süden Mexikos entdeckt


Zitat
Rund eine Woche nach dem mysteriösen Verschwinden von 43 Studenten im Süden Mexikos ist ein Massengrab entdeckt worden. Noch ist aber unklar, wie viele Leichen dort liegen und ob es sich um die Vermissten handelt. Auch vieles andere an dem Fall gibt Rätsel auf.


http://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-121.html
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


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« Antworten #180 am: 14. Oktober 2014, 10:28:12 »

Zitat
Bürgermeisterfamilie in Drogenkartell verstrickt?

Für Spekulationen sorgt ein angeblicher Geheimdienstbericht, der an die Öffentlichkeit gelangte. Darin heißt es nach einem Bericht der Zeitung "El Universal", die Studenten seien auf Anweisung der Ehefrau des Bürgermeisters festgenommen worden. Die Frau habe verhindern wollen, dass es bei einer von ihr geplanten Rede zu Protesten der Studenten kommt.

"Wir hatten Hinweise darauf, dass der Bürgermeister Verbindungen zum organisierten Verbrechen pflegt, aber keine Beweise", sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. Auch gegen die örtliche Polizei gehen die mexikanischen Bundesbehörden vor. Alle 300 städtischen Beamten wurden entwaffnet und werden zunächst verhört. Kräfte der Bundespolizei haben nun die Kontrolle in Iguala übernommen.
http://www.deutschlandfunk.de/mexiko-entsetzen-ueber-studenten-entfuehrung.1818.de.html?dram:article_id=299814

Zitat
Die brachiale Gewalt, mit der am 27. September 2014 Polizeieinheiten gegen Studierende der pädagogischen Hochschule Ayotzinapa in Iguala, Guerrero, vorgingen, ist auch im Kontext der Gewalt in Mexiko aufsehenerregend. 

Das Ergebnis ist erschreckend: 6 Tote, 43 Verschwundene sowie das Auffinden eines Massengrabs mit 28 verbrannten Leichen. Die Empörung der Familienangehörigen aufgrund der bisherigen Zurückhaltung sowie lückenhaften Aufklärung der Ereignisse durch die staatlichen Behörden ist verständlich.

Gemeinsame Sache von Polizei und Mafia


Die Gewalteskalation ist nicht auf aktuelle lokale Auswüchse der Organisierten Kriminalität zurückzuführen. Sie ist ein Zeichen systematischer Repression unliebsamer Proteste:

Die Studierenden der PH wurden bereits in der Vergangenheit angesichts ihrer sozialen Proteste als Aufwiegler diffamiert und verfolgt. Bei einer Straßenblockade der Autobahn del Sol im Jahr 2011 wurden zwei Protestierende erschossen. Hierbei kamen auch illegal exportierte deutsche G36-Gewehre zum Einsatz. Menschenrechtsorganisationen warfen dem Bürgermeister von Iguala bereits vor zwei Jahren vor, Drahtzieher der Ermordung von sozialen Aktivisten gewesen zu sein. Dennoch unternahmen weder die mexikanische Bundesregierung noch die Regierung des Bundesstaates entscheidende Schritte, um die Morde aufzuklären.

Viele Medien, darunter auch bundesdeutsche, berichten im Zusammenhang mit den aktuellen Vorkommnissen von der engen Verzahnung zwischen Politik, Sicherheitsbehörden und der Organisierten Kriminalität. Auf diese Zusammenhänge weisen unsere Partnerorganisationen seit längerer Zeit hin. Zwar wurden bislang 22 an der Tat beteiligte Polizisten und Angehörige der Organisierten Kriminalität verhaftet. Bislang ist jedoch nicht zu erkennen, dass auch nach den Hintermännern und Strippenziehern gesucht wird.

Sicherheitsabkommen mit institutioneller Kriminalität

Die deutsche Regierung befindet sich derzeit in der Endphase der Verhandlungen eines Sicherheitsabkommen mit Mexiko. Es soll Ende des Jahres von den Regierungen unterzeichnet und im nächsten Jahr vom Deutschen Bundestag beschlossen werden. Danach wäre Deutschland unter bestimmten Bedingungen zur Übermittlung personenbezogener Daten verpflichtet. Diese Daten würden an mexikanische Sicherheitsbehörden übermittelt, die nachweislich Foltermethoden in Gefängnissen anwenden ( vlg. Folter-Bericht von Amnesty vom September 2014).Weiterhin ist geplant, dass aus dem Sicherheitsabkommen eine Polizeizusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko erwachsen soll. In der derzeitigen Situation kann nicht sichergestellt werden, dass einzelne Maßnahmen eines Sicherheitsabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Mexiko nicht von der zwischen Behörden, Polizei und Organisierter Kriminalität aufgebauten institutionellen Kriminalität genutzt würden. Die Auswirkungen eines solchen Abkommens sollten dringend überdacht werden.
http://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/massaker-studenten-mexiko


Zitat
Demonstranten zünden Verwaltungssitz an

Nach dem mutmaßlichen Massaker an mehr als 40 Studenten haben Demonstranten den Sitz der Provinzregierung im mexikanischen Bundesstaat Guerrero angezündet. Zuvor hatten sie Auskunft über das Schicksal der Vermissten gefordert.




Chilpancingo - Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Studenten im Südwesten Mexikos haben aufgebrachte Kommilitonen den Sitz der Regionalregierung in Brand gesteckt. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei drangen sie am Montag in das Verwaltungsgebäude in der Provinzhauptstadt Chilpancingo (Bundesstaat Guerrero) ein und legten in einigen Büros Feuer.

Nach Angaben eines Regierungssprechers hatten die Demonstranten ursprünglich versucht, sich Zugang zum Provinzparlament zu verschaffen. Dieser Versuch sei jedoch von der Polizei unterbunden worden. Darauf sei die Menschenmenge zum Regierungsgebäude aufgebrochen.

Laut dpa besetzten die Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa die Zugänge des Regierungspalastes und forderten Aufklärung über das Schicksal ihrer verschleppten Kommilitonen. Nachdem sie stundenlang keine Antwort der Behörden erhielten, griffen sie das Gebäude an.
http://www.spiegel.de/panorama/nach-massaker-in-mexiko-demonstranten-zuenden-regierungssitz-an-a-996975.html
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« Antworten #181 am: 23. Oktober 2014, 10:31:16 »

Zitat
23. Oktober 2014
Mexiko
Demonstranten zünden Rathaus in Iguala an





    
  • Tausende gehen im mexikanischen Iguala auf die Straße und fordern Aufklärung über das Schicksal der Ende September verschwundenen Lehramtsstudenten.
  • Vermummte stecken das Rathaus der Stadt in Brand.
  • Die Generalstaatsanwaltschaft macht unter anderem den Bürgermeister von Iguala und seine Frau für das Verschwinden der 43 Studierenden verantwortlich. Beide befinden sich auf der Flucht.
   
Fast einen Monat nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Am Mittwoch waren zunächst Tausende auf die Straße gegangen. Bei ihrem friedlichen Protest forderten sie Aufklärung über das Schicksal der 43 vermissten Studenten.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/mexiko-demonstranten-zuenden-rathaus-in-iguala-an-1.2187273
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Kuddel


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« Antworten #182 am: 01. März 2015, 14:30:06 »

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Erste Erfolge für studentische Proteste in Amsterdam

Studierende erhalten viel Unterstützung in den Niederlanden und auch international

Nach einer Hausbesetzung bei den Geisteswissenschaftlern sind Protestler der sogenannten Neuen Universität seit Mittwochabend im Hauptgebäude der Univerwaltung in Amsterdam. In immer mehr Städten gibt es Ableger der Gruppe. International renommierte Intellektuelle zeichneten für die Solidarität. Zahlreiche weitere Aktionen stehen auf dem Plan.
http://www.heise.de/tp/artikel/44/44274/1.html
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« Antworten #183 am: 15. Mai 2015, 16:20:22 »

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Zwei Tote nach Studentenprotesten in Chile

Zusammenstöße zwischen einigen Demonstranten und Polizisten – Zehntausende nahmen an Protesten teil


Santiago de Chil– Zehntausende Studenten und Lehrer sind in mehreren Städten Chiles auf die Straße gegangen, um eine bessere Bildungspolitik zu fordern. In der Hauptstadt Santiago de Chile nahmen nach Polizeiangaben am Donnerstag 50.000 Demonstranten an einem Marsch zum Präsidentenpalast La Moneda teil, die Veranstalter sprachen von bis 150.000 Menschen. Im Anschluss an die Aktion kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen vermummten Demonstranten und der Polizei.

Ein blutiger Zwischenfall wurde aus der Hafenstadt Valparaiso gemeldet, wo ebenfalls Studenten protestierten. Zwei junge Männer im Alter von 18 und 25 Jahren wurden nach lokalen Medienberichten von einem Hausbesitzer erschossen, als sie bei der Demonstration Graffiti auf dessen Mauer sprühten. Innenminister Jorge Burgos verurteilte die Tat, betonte aber zugleich, dass der mutmaßliche Täter nichts mit den eingesetzten Polizeikräften zu tun habe. Auch in der Stadt Concepcion kam es zu Protesten.
http://derstandard.at/2000015833033/Zwei-Tote-Zehntausende-bei-Studentenprotesten-in-Chile
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« Antworten #184 am: 06. September 2015, 07:47:09 »

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Verhärtete Fronten bei Bildungsstreik in Uruguay



Montevideo. Seit zwei Wochen halten Lehrkräfte von Universitäten, Grund- und weiterführenden Schulen in Uruguay einen Arbeitskampf für eine Verbesserung der Bedingungen an Bildungseinrichtungen aufrecht. Eine Einigung mit der Regierung scheint schwierig. Die Fronten zwischen Gewerkschaft und Regierung sind verhärtet.

Der Streik der Lehrkräfte hatte bereits am 17. August begonnen. Die Pädagogen fordern eine Erhöhung der Gehälter auf 30.000 Pesos (rund 940 Euro) bis 2020, die Regierung stand ihnen lediglich ein Grundgehalt von 25.000 Pesos (gut 780 Euro) für eine 20 Stunden-Woche zu. Zudem geht es um die Forderung, sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) für die Verwaltung der öffentlichen Bildung und die staatliche Universität  UdelaR aufzuwenden. Eine Forderung, die auch im Wahlprogramm der regierenden Linkspartei Frente Amplio steht. Momentan liegen die Bildungsausgaben bei 4,5 Prozent des BIP, ein aktueller Parlamentsbeschluss erwägt eine Erhöhung 4,8 Prozent des BIP im Jahr 2017.

Indes sind nicht nur Schüler und  Studenten Verlierer bei dem Streik, auch die Akteure selber kommen auf keinen grünen Zweig. Am Verhandlungstisch des Bildungsgremiums sitzen viele unterschiedliche Akteure, lokale, wie nationale Vertreter, die sich untereinander uneins sind. Die Spitze der Generalgewerkschaft PIT-CNT und die Vertreter nationaler Verbände wie die Vereinigung der Sekundarschullehrer und der uruguayische Lehrerverband (Ademu) bleiben bei dem Streik außen vor. Sie hatten bereits eine Einigung mit der Regierung erzielt. Aber die Bildungsverbände in Montevideo ignorierten die Vereinbarung und entschieden, den Streik fortzusetzen.

Am 26. August 2015 gab das Arbeits- und Sozialministerium auf Anweisung des Kultur- und Bildungsministeriums ein Dekret heraus, nach dem alle Dienstleistungen im öffentlichen Bildungsbereich als wesentlich für das Allgemeinwohl eingestuft werden, um Streiks in diesem Bereich grundsätzlich zu verbieten. Nach heftigem Widerspruch wurde die Bestimmung bereits am 1. September wieder aufgehoben. Das Dekret schüttete Öl ins Feuer und heize den Streit an, hatte zuvor Emiliano Mandacen, Präsident des Verbandes der Sekundarschullehrer, angemerkt. Sein Verband werde sich nicht an das Dekret halten, da es juristisch nicht durchsetzbar sei.
https://amerika21.de/2015/09/128627/bildung-streik-uruguay
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« Antworten #185 am: 21. Oktober 2015, 14:00:38 »

Zitat
Studentenproteste in Südafrika - Unis geschlossen

Nach gewalttätigen Ausschreitungen bei Studentenprotesten in Südafrika sind heute mehrere Hochschulen des Landes geschlossen worden. Die Universität Kapstadt ließ aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen, wie eine Sprecherin mitteilte. Landesweit demonstrieren südafrikanische Studenten, Eltern und Dozenten gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren im kommenden Jahr.

Zu Protesten kam es auch an den Hochschulen in Johannesburg und Grahamstown. Zahlreiche Studenten blockierten die Eingänge der Universitäten, es brannten Reifen, Fenster wurden eingeschlagen. Weitere Universitäten erklärten, sich den Protesten anschließen zu wollen.
http://orf.at/stories/2304889/

Zitat
Der Zorn der Jungen

Studenten protestieren gegen hohe Uni-Gebühren und soziale Ungleichheit.


Von Tobias Zick, Kapstadt

Die Polizei hat ihn über Nacht verhaftet, jetzt marschiert er wieder. Zusammen mit einigen Hundert weiteren Studenten der Universität Kapstadt, in einem Protestzug, der nach Aussage der Organisatoren der "Beginn einer Revolution" sein soll. Lwando Mbetha, Student der Theaterwissenschaften, lebt in Khayelitsha, einer der größten Townships des Landes; er ist 1993 geboren, kurz vor dem Ende des Apartheid-Regimes. Sein Traum ist es, eines Tages Theaterstücke zu schreiben wie sein großes Vorbild Bertolt Brecht.

Doch jetzt geht es zunächst darum, sich einem ganz konkreten Problem entgegenzustellen: Seine Universität will die Studiengebühren um 11,5 Prozent erhöhen, ebenso eine Reihe weiterer Hochschulen im Land. Dagegen protestieren seit vergangenem Wochenende überall im Land Studenten, und ihre Wut richtet sich zunehmend auf Grundsätzliches: die tiefe Spaltung des Landes in Arm und Reich, was - gut zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid - noch immer nahezu gleichbedeutend ist mit: Schwarz und Weiß. "Wir kämpfen im Grunde gegen die gleichen Dinge, gegen die schon unsere Eltern gekämpft haben", sagt Lwando Mbetha.

Die geplante Gebührenerhöhung werde es Kindern aus armen, schwarzen Familien noch schwerer machen, einen Aufstieg zu schaffen, sagen die Protestierenden. Ihr Zorn richtet sich gegen Bildungsminister Blade Nzimande, der die Verantwortung jedoch an die Leitungen der einzelnen Universitäten weiterreicht; diese entschieden selbst über ihre jeweiligen Gebühren - und sollten dabei "mehr Vorsicht und Sensibilität" walten lassen, um schädliche Auswirkungen auf arme Studenten zu minimieren. Die Verwaltungen verweisen ihrerseits auf steigende Kosten, die man nur durch höhere Gebühren decken könne - oder aber durch wesentlich höhere Zuschüsse des Staates.

Am Dienstagmittag taucht plötzlich Mmusi Maimane, der Vorsitzende der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA), am Rand des Demonstrationszuges in Kapstadt auf, in Pullover und Turnschuhen. Er spricht in ein paar Kameras, bis seine Stimme von einem anschwellenden Sprechchor übertönt wird, der ihn zum Verschwinden drängt. "Wir brauchen deine Unterstützung nicht!", ruft ihm einer hinterher.

Schon jetzt sind die Demonstrationen die größten Studentenproteste seit Ende der Apartheid. Bildungsminister Nzimande hat für Mittwoch ein Krisentreffen mit Vertretern von Hochschulen und Studentenorganisationen einberufen. Man müsse alles daran setzen, die "Stabilität in unseren Institutionen" zu wahren und die anstehenden Examensprüfungen nicht zu gefährden. Die Organisatoren der Proteste haben unterdessen angekündigt, am Mittwoch den Unterricht an allen Universitäten des Landes lahmzulegen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/suedafrika-der-zorn-der-jungen-1.2700216
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« Antworten #186 am: 21. Oktober 2015, 16:14:24 »

Zitat
Südafrika
Studentenproteste vor Parlament eskalieren




Im südafrikanischen Kapstadt haben hunderte Studenten versucht, das Parlamentsgebäude zu stürmen.


Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Studenten protestieren gegen die geplante Erhöhung von Studiengebühren im kommenden Jahr. Sie forderten Finanzminister Nene auf, im Haushalt für das kommende Jahr zusätzliche Mittel für Bildung einzuplanen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Proteste gegen die Gebührenerhöhung gegeben. Nach Ausschreitungen wurden mehrere Unis geschlossen.
http://www.deutschlandfunk.de/suedafrika-studentenproteste-vor-parlament-eskalieren.447.de.html?drn:news_id=538006
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« Antworten #187 am: 22. Oktober 2015, 14:00:59 »

Eine lohnende Bilderstrecke: http://www.sueddeutsche.de/politik/pretoria-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-in-suedafrika-1.2703064
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« Antworten #188 am: 23. Oktober 2015, 13:56:52 »

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Mit Steinen gegen Studiengebühren

Tausende junge Menschen protestieren gegen eine Erhöhung der Studiengebühren. Die Regierung reagiert mit Panzerwagen und Wasserwerfern.




Die landesweiten Studentenproteste in Südafrika haben am Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. Tausende wütender Studenten versammelten sich vor dem Regierungssitz in Pretoria und forderten Präsident Jacob Zuma zu einer Erklärung auf. Die Sicherheitskräfte brachten gepanzerte Mannschaftswagen und Wasserwerfer auf das Gelände. Über den von einem großen Polizeiaufgebot abgesicherten Zaun flogen Steine und Flaschen, ein Reporter wurde nach Angaben des TV-Senders eNCA am Kopf verletzt.

An mehreren Stellen drangen Studenten auf das Gelände des Regierungssitzes vor. Beobachter beschrieben die Situation als extrem angespannt. Auf TV-Bildern war schwarzer Rauch zu sehen.

Die Proteste hatten vor anderthalb Wochen in Johannesburg begonnen. Studenten, Eltern und Dozenten demonstrieren gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren.

Schon am Mittwoch war es vor dem Parlament in Kapstadt zu Krawallen gekommen, als Studenten Eingangstore durchbrachen. Die Ministerpräsidentin der Westkap-Provinz, Helen Zille, wurde am Freitag bei einem Vermittlungsgespräch von den Studenten ausgebuht. Inzwischen sind alle wichtigen Universitäten des Landes geschlossen.
http://www.taz.de/Proteste-in-Suedafrika/!5244835/


Südafrikas Studierende gegen Gebührenerhöhungen: Massenproteste trotz Polizeigewalt



Was als Protest gegen neuerliche Erhöhungen der Studiengebühren begann, die der zuständige Minister für Höhere Erziehung, der KP Vorsitzende Nzimande verkündet hatte, ist dabei, eine Massenbewegung für kostenlose Bildung zu werden – das ist die erste und wichtigste Bilanz nach über einer Woche voller Demonstrationen, Besetzungen und Blockaden, an denen sich immer mehr Stuierende beteiligten. Die ersten Zugeständnisse der Zuma-Regierung haben nicht gewirkt: “Bildungsminister Blade Nzimande von der Kommunistischen Partei Südafrikas hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, die Erhöhung der Studiengebühren auf sechs Prozent zu beschränken. Doch die Protestbewegung lehnt dies ab. Ihrer Meinung nach führen höhere Gebühren dazu, dass noch weniger arme Schwarze studieren können” – wird in dem Beitrag “Studenten versuchen Sturm auf südafrikanisches Parlament” am 22. Oktober 2015 in neues deutschland http://www.neues-deutschland.de/artikel/988750.studenten-versuchen-sturm-auf-suedafrikanisches-parlament.html berichtet. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge:

    “NUMSA backs students demands for free Education” Erklärung der Metallgewerkschaft NUMSA vom 21. Oktober 2015 http://www.numsa.org.za/article/numsa-backs-students-demands-for-free-education/ in der die Gewerkschaft die Forderung nach kostenloser Bildung unterstützt, wie sie sich aus der Protestbewegung heraus entwickelt hat

    “#FeesMustFall: In Johannesburg, students fight their way through another historic day” von BC Simelane und G. Nicolson am 23. Oktober 2015 im Daily Maverick http://www.dailymaverick.co.za/article/2015-10-23-feesmustfall-in-johannesburg-students-fight-their-way-through-another-historic-day/#.Vimg1kYQvrZ , worin vor allem über die Polizeiblockade der Mandelabrücke berichtet wird, bei der extrem repressive Methoden, inklusive Blendgranaten eingesetzt wurden

    “#NationalShutDown: Live blog” chronolgische Berichte bisher bis 22. Oktober 2015 bei Daily Vox http://www.thedailyvox.co.za/nationalshutdown-live-blog/ woraus vor allem das seit einer Woche andauernde Anwachsen der Bewegung deutlich wird und

    “#WitsFeesMustFall” Twitterkanal der Studierenden der Uni Witwatersrand https://twitter.com/ThisIsSebzee – die Universität in der in der letzten Woche die Proteste begannen, die sich inzwischen auf das ganze Land ausgedehnt haben – wird, wie üblich, laufend chronologisch erweitert…
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« Antworten #189 am: 23. Oktober 2015, 14:40:28 »

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« Antworten #190 am: 26. Oktober 2015, 13:24:17 »

Südafrikanische StudentInnen gewinnen:
Nach enormen Massenprotesten nimmt die Regierung die Gebührenerhöhungen zurück




“Uni-Gebühren in Südafrika werden nicht erhöht” so heißt die Video-Kurzmeldung am 25. Oktober 2015 beim Stern http://www.stern.de/politik/ausland/studenten-proteste--uni-gebuehren-in-suedafrika-werden-nicht-erhoeht-6518534.html , worin vermeldet wird, dass weder die zuerst geplanten 11% Erhöhung noch die zunächst als Zugeständnis angebotenen 6% Erhöhung umgesetzt werden, sondern eben (erst mal) gar keine – Ergebnis der größten Demonstrationen seit dem Ende der Apartheid. In der Bewegung selbst werden nun vor allem zwei Fragen diskutiert: Wie steht es um die Chancen, erfolgreich für kostenlose Bildung zu kämpfen, und wie kann verhindert werden, dass der ANC die Protestbewegung der Studierenden sozusagen “übernimmt”? Siehe zu diesen Fragen drei weitere aktuelle Beiträge:

    “#WitsFeesMustFall” auf dem Twitterkanal der Protestorgansiatoren der Uni Witwatersrand https://twitter.com/search?q=%23WitsFeesMustFall%20&src=typd , von wo die Proteste ihren Ursprung nahmen, wird nach dem Freitagstreffen des Präsidenten Zuma mit Vertretern des Studentenverbandes Sasco – auf dem er die Streichung der Erhöhung verkündete – intensiv bisher bis zum 26. Oktober 2015 darüber diskutiert, ob – und warum nicht – man das Angebot der Regierungspartei annehmen sollte, weitere Diskussionen über die Reform des Erziehungswesens gemeinsam zu führen

    “Tuition fees deal a ‘co-ordinated farce’, say student leaders” von Natasha Marrian, Penelope Mashego und Aron Hyman am 24. Oktober 2015 bei BD Live http://www.bdlive.co.za/national/education/2015/10/24/tuition-fees-deal-a-co-ordinated-farce-say-student-leaders?service=print , worin berichtet wird, dass insbesondere SprecherInnen der Democratic Alliance Students Organisation (Daso) das Treffen zwischen Regierungsvertretern und Sasco als Farce bezeichneten

    “South Africa, decolonization, race and class politics – After three-week burst of activist mobilization, students win big” von Patrick Bond am 24. Oktober 2015 bei telesur http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article36153 (hier dokumentiert bei Europe Solidaire), der vor allem auf die Kontinuität von Studierendenprotesten seit der letztjährigen “Rhodes must fall” Kampagne (Statuen des Kolonialherrn Cecil Rhodes sollten nicht mehr an Universitäten sein – ein ebenfalls erfolgreicher Protest) abhebt, wie auf die Haushaltspolitik der Regierung, die sich weigert, Zuschüsse für die Bildung zu erhöhen und stattdessen große (Kohle) Exportprojekte diverser Multis finanzieren möchte, obwohl das Ministerium für höhere Erziehung in einem eigenen Gutachten befand, dass die Universitäten des Landes finanziell schlecht ausgestattet seien – ein Gutachten dass der Minister Blaze Nzimande (KP Vorsitzender) zurückgehalten wissen wollte

   
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« Antworten #191 am: 14. November 2015, 21:38:33 »

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Studierendenproteste in den USA
„Power“ und „Revolution“

Eine überraschende Demonstration: Im ganzen Land protestierten am Donnerstag Studierende gegen Rassismus und Studiengebühren.



University of California: StudentInnen zeigen Solidarität mit den Protesten in Missouri.

An Universitäten quer durch die USA haben am Donnerstag StudentInnen mit erhobenen Fäusten „Power“ und „Revolution“ gerufen und ein Ende der Diskriminierungen verlangt. Was ursprünglich als Aktionstag für gebührenfreie Universitäten und gegen die studentische Verschuldung geplant war, geriet infolge einer Auseinandersetzung an der Universität von Missouri zu einer nationalen antirassistischen Demonstration.

Vielerorts trugen StudentInnen spezifische Mängellisten vor. An der Georgetown-Universität in der Hauptstadt Washington verlangen StudentInnen Namensänderungen. Unter anderem wollen sie, dass der Name „Mulledy Hall“ verschwindet. Universitätspräsident Mulledy hatte im Jahr 1838, als Georgetown hoch verschuldet war, 272 Sklaven nach Louisiana verkauft, um die Schulden zu tilgen.

In Yale, ebenfalls eine Universität der Ivy-League, steht ein Zwischenfall von Halloween im Vordergrund der Auseinandersetzungen. Anlässlich des Festes hatte im Oktober der Superintendent die StudentInnen gebeten, bei ihrer Verkleidung sensibel zu sein und auf Kostüme zu verzichten, die beleidigend für Minderheiten sein können.

Eine Dozentin kritisierte den Aufruf. Erika Christakis schrieb: „haben wir keinen Platz mehr für ein bisschen Anstößiges, Unpassendes, Provozierencdes und Beleidigendes?“ Schwarze StudentInnen reagierten betroffen. Sie verlangten Erklärungen, Entschuldigungen und Rücktritte. Bislang sucht die Verwaltung der Elite-Universität zwar das Gespräch, reagiert aber nicht auf die Forderungen.

„60.000 Dollar im Jahr, um diskriminiert zu werden“


An der Loyola-Universität in Chicago stand am Donnerstag die 21jährige schwarze Studentin Heather Afriyie am Megaphon in der Mitte einer Demonstration: „Ich weiß nicht, wie es Euch geht“, rief sie: „Aber ich zahle 60.000 Dollar pro Jahr, um eine Ausbildung zu bekommen, nicht um diskriminiert zu werden“. Hunderte um sie herum regierten mit „Power“-Rufen und der Forderung: „Macht die Türen auf“. Die Universität zwang die StudentInnen draußen zu bleiben, weil sie zu spät über die Demonstration informiert worden sei.

Im konservativen Virginia zog am Donnerstag eine Gruppe von StudentInnen in das Büro des Präsidenten der VCU-Universität. Dort verlasen sie eine lange Mängelliste. Sie reichte von zu wenigen ProfessorInnen aus den „Minderheiten“ (AfroamerikanerInnen, Latinos etc) bis zu dem Fehlen von „kulturellem Training“. Die StudentInnen verlangen, dass bei Einstellungen schwarze Frauen vorrangig berücksichtigt werden.

„Ist dies eine Universität oder ein profitorientiertes Unternehmen?“ stand auf einem Transparent an der Northeastern Universität in Boston. In Berkeley, in Kalifornien, machten StudentInnen ihre Verschuldung wegen der Studiengebühren öffentlich. Sie reicht bis zu 100.000 Dollar pro Person.

Die hohen Studiengebühren und die – oft lebenslängliche – Bürde der daraus resultierenden Schulden sind auch ein Thema im Vorwahlkampf der DemokratInnen. Der Kandidat Bernie Sanders verlangt gebührenfreie öffentliche Universitäten und eine Senkung der Zinsen für Studienschulden. Seine Widersacherin Hillary Clinton will nur den Zugang zu Stipendien erleichtern.

Zeichnungen von Lynchings an Zimmertüren


Bei den RepublikanerInnen hat sich bislang lediglich Marco Rubio mit Vorschlägen geäußert. Er kritisiert nicht die Studiengebühren, will aber ihre Rückzahlung abhängig vom Einkommen machen.

An der Universität von Missouri, wo die Protestwelle gegen rassistische Diskriminierung im Oktober begonnen hat, ist Interimpräsident Michael Middleton angetreten. Der schwarze Juraprofessor, der selbst vielfach Diskriminierungen erlebt hat, ist eingesprungen, nachdem am Montag der alte Präsident Timothy Wolfe zurückgetreten war.

An der Universität, die im selben Bundesstaat liegt wie die Vorstadt Ferguson, kommt es immer wieder zu rassistischen Vorfällen. StudentInnen berichten von Zeichnungen von Lynchings an Zimmertüren, von Hakenkreuzen, von vorwurfsvollen Bemerkungen und Kommentaren über „black neighborhoods“ in Seminaren und von dem N-Wort.

Als Ende letzter Woche anonyme offene Morddrohungen gegen schwarze StudentInnen kamen, war das Fass voll. Während Wolfe seinen Rücktritt erklärte, stand in einer Menschenmenge vor der Türe eine junge Frau mit der Aufschrift „Eracism“ auf dem T-Shirt. Die neue Wortschöpfung setzt sich zusammen aus „Abschaffung“ und Rassismus“.
http://www.taz.de/Studierendenproteste-in-den-USA/!5251219/
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #192 am: 13. Juni 2016, 18:36:48 »

Während die Medien so etwas für eine Meldung halten
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EM 2016 - "Schnüffelgate"
Europa rümpft die Nase über Löw
http://www.stern.de/sport/fussball/em-2016/em-2016--joachim-loew-und-der-griff-in-den-schritt-6898060.html



bleibt die weltweite Unruhe unter Studenten unbeachtet. Ich habe mal auf die Schnelle etwas zum Thema zusammengegoogelt.


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Studentenproteste in Landau: Landesregierung reagiert

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat auf die Studentenstreiks an der Universität Koblenz-Landau reagiert.
„Die räumlichen Probleme werden behoben“, sagte Wissenschaftsministerin Vera Reiß (SPD) am Mittwoch in Mainz.
http://www.rnf.de/studentenproteste-in-landau-landesregierung-reagiert-91350/

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Polizei in Istanbul geht brutal gegen Studentenproteste vor

Mit Gummigeschossen und Tränengas hat die türkische Polizei eine Studentendemonstration in Istanbul aufgelöst. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in Antalya gab es Proteste und Ausschreitungen.
http://www.freenet.de/nachrichten/topnews/polizei-in-istanbul-geht-brutal-gegen-studentenproteste-vor_5091698_4702792.html

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Gewalt bei Studentenprotesten in London

Bei Studentenprotesten in London ist es vereinzelt zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Die Demonstranten fordern von der britischen Regierung die Abschaffung der Studiengebühren von jährlich umgerechnet rund 12.500 Euro.
http://de.euronews.com/2015/11/04/gewalt-bei-studentenprotesten-in-london/

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Santiago, Chile
Ausschreitungen nach Studentenprotesten in Chile

Der Marsch durch die chilenischen Hauptstadt Santiago hatte friedlich begonnen, erst später kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
http://www.faz.net/aktuell/politik/santiago-chile-ausschreitungen-nach-studentenprotesten-in-chile-13982052.html

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Landesweite Studentenproteste in Indien

In Indien sind mindestens 18 Universitäten von landesweiten Studentenprotesten betroffen. In Delhi sei die Nehru-Universität praktisch lahmgelegt, berichtet der TV-Sender BBC.Die Proteste hatten sich entzündet, weil der Präsident der dortigen Studentenorganisation verhaftet worden war. Die Behörden werfen Kanhaiya Kumar vor, er habe zum Widerstand gegen die Regierung Modi aufgerufen. Die Studentenorganisation ihrerseits beschuldigt die Regierung, sie wolle die Meinungsäusserungsfreiheit einschränken.
http://www.zentralplus.ch/de/news/politik/5141637/Landesweite-Studentenproteste-in-Indien.htm

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Weiter Studentenproteste gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

In Paris haben Schüler und Studenten die fünfte Nacht in Folge den Place de la Republique besetzt – um damit gegen die geplante Arbeitsmarktreform der französischen Regierung zu protestieren. Studentenverbände rufen für den heutigen Dienstag zu einem weiteren Aktionsstag auf; denn heute wird der von Kritikern als unsozial bewertete Gesetzesentwurf im Parlament diskutiert.
http://de.euronews.com/2016/04/05/weiter-studentenproteste-gegen-arbeitsmarktreform-in-frankreich/

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Indische Polizisten gehen hart gegen Studentenproteste vor. Ein Absolvent der untersten Kaste war zuvor tot in seinem Zimmer aufgefunden worden.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1012812.folter-ist-teil-des-indischen-lebens.html

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Studentenproteste in Paraguay erzwingen Rücktritt von Ministerin

Seit vergangenem Dienstag hatten in Paraguay Schüler und Studenten gestreikt. Nach Verhandlungen zwischen Studierenden und dem Bildungsminister hat Präsident Horacio Cartes nun ein Abkommen unterschrieben, das die Bildungsreform auf den Weg bringen soll.
https://amerika21.de/2016/05/152590/studentenprotest-paraguay

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Hunderte Festnahmen
Französische Polizei greift Studentenproteste an


Am Dienstag haben in Frankreich Sicherheitskräfte der Polizei erneute Demonstrationen gegen das geplante Arbeitsrechtsgesetz angegriffen. Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatten mehr als eine Million Arbeiter und Jugendliche trotz des Ausnahmezustands gegen das Gesetz von Arbeitsministerin Myriam El Khomry von der Sozialistischen Partei (PS) protestiert.

Der Unmut breiter Schichten von Arbeitern und Jugendlichen über das El Khomri-Gesetz nimmt explosive Formen an.

In Lyon nahmen nur wenige Gewerkschaftsfunktionäre an den Studentenprotesten teil. Die Polizei stellte sich der Demonstration in den Weg. Es wurden Parolen gerufen wie „Ausnahmezustand – Polizeistaat“. Die Demonstration wurde nur unter der Bedingung erlaubt, dass „Gewerkschaftsorganisationen die Kontrolle ausüben“ würden. Gegen Ende der Demonstration kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einigen Demonstranten. Mehrere Studenten wurden festgenommen oder mit Schlagstöcken traktiert. Ein Student wurde in Handschellen abgeführt, ein anderer schwer geschlagen.

In Paris wurden ca. 130 Demonstranten einer Protestaktion festgenommen
https://www.wsws.org/de/articles/2016/04/08/fran-a08.html

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Polizei in Papua-Neuguinea schießt auf Studenten

Bei Studentenprotesten in der Hauptstadt von Papua-Neuguinea, Port Moresby, sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Nach Berichten von Augenzeugen hatten Polizisten das Feuer auf Studenten eröffnet, die für eine Absetzung von Premierminister Peter O´Neill demonstriert hatten. Im Zuge der Demonstration soll es auch zu Plünderungen gekommen sein. In den vergangenen Wochen war es in Papua-Neuginea immer wieder zu Unruhen kommen.
http://www.stern.de/video-polizei-in-papua-neuguinea-schiesst-auf-studenten-6889756.html

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Frankreich
Regierung Valls reagiert auf Studentenproteste

Als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen sagt Premier Manuel Valls: "Frankreich muss auf die Jugend hören." Er verspricht unter anderem Stipendien und höhere Löhne für Azubis.
http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-regierung-valls-reagiert-auf-studentenproteste-1.2944114

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Studentenproteste in Chile:
Eskalation auf den Straßen


In Santiago halten die Studentenproteste an. Nachdem bereits am Dienstag Studenten in den Präsidentenpalast eingedrungen waren, setzen sich die Demonstrationen gewaltsam auf den Straßen fort.
http://www.spiegel.de/video/studentenproteste-in-chile-eskalieren-video-1677058.html

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Chile
Erneut Ausschreitungen bei Studentenprotesten

Die Demonstranten fordern unter anderem den kostenlosen und freien Zugang zu Universitäten.
http://www.sueddeutsche.de/politik/erneut-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-1.3028348

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


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« Antworten #193 am: 04. Juli 2016, 19:23:27 »

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Zweimonatiger Studentenstreik in Kolumbien beendet
Studierende fordern Demokratisierung der Universidad Distrital. Vorwürfe gegen den Hochschulrat wegen Korruption. Tod eines Studenten ungeklärt



Text des Transparents: "Uni Distrital kämpft weiter"

 In Kolumbiens Hauptstadt Bogotá haben Studierende und Dozenten der Uiversität Distrital einen mehrere Monate währenden Bildungsstreik beendet. Die Protestteilnehmer hatten seit Ende April Universitätsgebäude besetzt, nachdem der Hochschulrat (CSU) Studierenden und Hochschullehrern das Stimmrecht zur Rektorenwahl verweigert hatte. Dies verstieß nach Angaben der Streikenden gegen die Abkommen zur Demokratisierung der Universität, die die Studentenbewegung mit dem CSU seit 2014 ausgehandelt hatte.

Die Aufhebung der Blockaden erfolgte nach Einigungen zwischen den Streikenden und dem Hochschulrat während der neuen Verhandlungen, die seit Mitte Juni stattfinden. Trotz des Endes der Proteste sollen de Verhandlungen jedoch weiterlaufen, sagte eine Dozentin der "Distrital" gegenüber amerika21.

Vor dem Start der neuen Verhandlungen war der Student Miguel Ángel Barbosa während heftiger Übergriffe der Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei (Esmad) bei den Studentendemonstrationen schwer verletzt worden und ins Koma gefallen. Anfang Juni ist Barbosa im Krankenhaus gestorben. Studenten, die anonym bleiben wollten, sagen gegenüber amerika21, dass Barbosas Schädeltrauma durch den Beschuss mit einer Tränengasgranate entstand. Dies widerspricht der Version der Esmad. Demnach soll der Demonstrant von einem Stein getroffen worden sein, den seine Kommilitonen geworfen hätten. Die Sicherheitskameras der Universität, die die Geschehnisse hätten klären können, haben laut der zuständigen Sicherheitsfirma an dem Tag nicht funktioniert. Die von amerika21 interviewten Studenten glauben allerdings, dass die Videoaufnahmen gezielt gelöscht worden sind.

Anlass der Proteste war Klientelismus und Korruption beim Hochschulrat, der von Machtgruppen gesteuert ist. Beispielsweise untersucht der Rechnungshof 104 Korruptionsfälle von Funktionären der Universität.

Der zehnköpfige Hochschulrat, zu dem jeweils ein Vertreter des Bürgermeisters von Bogotá, des Bildungsministeriums und von Wirtschaftsgremien gehören, konzentriere außerdem zu viel Macht in seinen Händen, klagten die Streikenden.

Ein weiteres Problem ist die Unterfinanzierung der "Distrital". Es komme vor, dass 100 Studenten Vorlesungen in Räumen für 50 Personen besuchen müssen. Sogar das Dach eines Hauptsaals sei eingestürzt, sagte der führende Studierendenaktivist Abraham Rivera. Außer der korrupten Verwaltung der Universität sei auch die am Markt orientierte Bildungspolitik der Regierung schuld. So befürchtet die Hochschulgemeinschaft eine Verknappung der Mittel durch den Verkauf des Telefonunternehmens von Bogotá (ETB), für den der Bürgermeister Enrique Peñalosa vom Stadtrat grünes Licht bekommen hat. Die "Distrital" wird so den Gewinnanteil verlieren, den sie jetzt als Aktionäre des ETB hat.

Die Studentenbewegung will nun die Satzung der Universität ändern. Sie fordert eine Stärkung der direkten demokratischen Teilhabe, die Erhöhung der Finanzierung beziehungsweise die Verbesserung der Hochschulinfrastruktur und eine effektive Aufklärung des Todes von Barbosa.
https://amerika21.de/2016/06/155314/streik-uni-distrital
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« Antworten #194 am: 11. Oktober 2016, 18:02:15 »

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Wegen der Proteste gegen Studiengebühren ist die Witwatersrand-Universität in Johannesburg zeitweilig geschlossen.

Gewalttätige Studentenstreiks erschüttern Südafrikas Hochschulsystem. Studierende sprengen Veranstaltungen, zünden Gebäude an und liefern sich blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

Als ob eine stagnierende Wirtschaft, eine zerstrittene Regierungspartei und ein der Korruption bezichtigter Präsident noch nicht genug wären: Nun wird Südafrika auch noch von einem gewalttätigen Studentenstreik heimgesucht. Fast alle elf großen Universitäten des Landes haben inzwischen den Lehrbetrieb eingestellt, nachdem Studierende Veranstaltungen sprengten, Gebäude anzündeten und sich teilweise blutige Zusammenstöße mit der Polizei und privaten Sicherheitskräften lieferten. Der angerichtete Schaden soll sich bereits auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro belaufen. Präsident Jacob Zuma forderte den Polizei- und Justizminister des Landes auf, dem „Chaos“ in den Bildungseinrichtungen ein Ende zu bereiten.

Die Universitäten befänden sich kurz vor einem katastrophalen Kollaps, warnte der Rektor der Johannesburger Witwatersrand-Universität, Adam Habib. Könnten die Hochschulen in den nächsten Tagen ihren Betrieb nicht wieder aufnehmen, müssten Jahresabschlussprüfungen und Examen aufs kommende Jahr verschoben werden. In diesem Fall könnten die Hochschulen aus Kapazitätsgründen keine neuen Studenten aufnehmen. Außerdem müsste Südafrika auf Tausende von jungen Ärzten oder Lehrer verzichten, mit denen im Gesundheits- oder Bildungsbereich bereits gerechnet werde. „Das ganze System droht zusammen zu brechen“, warnte Habib.

Ausgelöst wurde der Streik von der Forderung der Studenten nach Abschaffung der Studiengebühren – was der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) bereits wiederholt in Aussicht gestellt hatte. Hochschulminister Blade Nzimande, gleichzeitig Generalsekretär der Kommunistischen Partei, beteuert indessen, dass eine kostenlose Universitätsausbildung „niemals Politik der Regierung“ gewesen sei.

Schon im vergangenen Jahr war es zu landesweiten Protesten gekommen, nachdem die Hochschulen ihre Gebühren der Inflation von rund sieben Prozent anpassen wollten. Nach wochenlangen Streiks hatte Präsident Zuma ein Moratorium für die Gebühren verfügt – ohne allerdings dafür zu sorgen, dass die Universitäten für die ausbleibenden Einnahmen aus dem Staatsbudget vergütet wurden.

Für dieses Jahr glaubte Hochschulminister Nzimande einen Kompromiss gefunden zu haben, der die Universitäten zu einer Erhöhung ihrer Gebühren um acht Prozent ermächtigt: Allerdings nur für Studenten aus wohlhabenden Familien. Akademiker aus armen Verhältnissen sollten von der Gebührenanpassung ausgenommen werden. Der Kompromiss wurde zumindest von einem Teil der Studenten nicht akzeptiert – die Proteste gingen weiter.


Die Polizisten gehen mit Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.

Während die Aktionen der Studierenden im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit überwiegend auf Verständnis stießen, ist die Reaktion dieses Mal gespalten. Die Regierung sucht die anhaltende Krise „Krawallmachern“ anzulasten, die den oppositionellen „Economic Freedom Fighter“ (EFF) nahe stünden. Die Partei wurde vor drei Jahren von dem aus dem ANC ausgeschlossenen Populisten Julius Malema gegründet und fordert die Verstaatlichung von Bergwerken und Banken sowie die entschädigungslose Enteignung weißer Farmer.

Die EFF ist vor allem unter jungen Schwarzen populär, die von der Transformation der südafrikanischen Gesellschaft bitter enttäuscht sind. Im vergangenen Jahr richteten sich die Proteste auch gegen Relikte aus der Apartheid- und Kolonialzeit, die in den Universitäten noch immer präsent waren – wie das Standbild des britischen Kolonialisten Cecil Rhodes in der Universität von Kapstadt. Dieses wurde inzwischen abmontiert. Die Unzufriedenheit der mehrheitlich dunkelhäutigen Studierendenschaft richtet sich auch gegen die noch immer überwiegend weiße Professorenschaft. Die Universitäten müssten „dekolonialisiert“ werden, lautet die Forderung: Ein Appell, dem sich auch viele – vor allem schwarze – Hochschullehrer anschlossen.

Privatschulen für Reiche


Schulausbildung ist in Südafrika bis zum Abitur frei – allerdings nur in Staatsschulen, deren Niveau als minderwertig gilt. Wohlhabende Südafrikaner schicken ihre Kinder in Privatschulen, die jährlich bis zu 10 000 Euro kosten. Dagegen sind Hochschulen fast preiswert: Der teuerste Studiengang an der renommiertesten Hochschule – Humanmedizin an der Universität von Kapstadt – kostet im ersten Jahr knapp 5000 Euro. Da diese Summe jedoch dem durchschnittlichen Einkommen schwarzer Südafrikaner entspricht, ist sie für diese unerschwinglich. Die meisten dunkelhäutigen Studenten sind deshalb auf Stipendien oder Jobs während des Studiums angewiesen.

Zumindest theoretisch können sie auch in den Genuss staatlicher Kredite kommen, die nach Ergreifen eines Berufs zurückzuzahlen sind. Dieses Programm ist allerdings praktisch bankrott, weil zu viele nach dem Studium keinen Job erhalten oder den Kredit aus anderen Gründen nicht zurückzahlen wollen oder können.
http://www.fr-online.de/politik/suedafrika-protest-gegen-weisse-professoren,1472596,34842020.html
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« Antworten #195 am: 17. Dezember 2016, 10:44:18 »

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Freiburg:
Hörsaal besetzt: Studierende protestieren gegen Ausländer-Studiengebühren
Studentenproteste in Freiburg. An der dortigen Universität haben Studierende am Mittwoch-Abend den Audimax-Hörsaal besetzt.


Damit wollen sie gegen die Pläne der grün-schwarzen Landesregierung protestieren, wonach Studierende aus Nicht-EU-Ländern künftig Studiengebühren zahlen müssen. Auch Studierende im Zweitstudium sollen zur Kasse gebeten werden. Die geplanten Studiengebühren sehen pro Semester 1.500 Euro für Ausländer und 650 Euro für das Zweitstudium vor. Der Audimax-Hörsaal soll noch bis Freitag besetzt werden.

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW unterstützt die Proteste. Gute Bildung sollte gerade für Menschen, die NICHT aus dem reichen Europa kommen, ermöglicht werden, sagt die Landesvorsitzende Doro Moritz. Studierende aus Marokko, Tunesien, Ecuador und Kolumbien müssten ihr Studium aufgeben, weil es zu teuer wäre.
http://www.rtf1.de/news.php?id=15122
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« Antworten #196 am: 18. Mai 2017, 16:06:47 »

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Neue Protestbewegung an Unis
Aufstand in den Lernfabriken

An deutschen Hochschulen ist eine neue Form des Protests entstanden - und zwar von Studis, Wissenschaftlern und Verwaltungsleuten gemeinsam. Ihr Ziel: Schluss mit der Ökonomisierung der Bildung.


"Wir haben es uns vor dem Hörsaal 1a gemütlich gemacht. Kommt vorbei! #FUbesetzt". Diesen Tweet schickte kürzlich der Nutzer @fubesetzt in die Welt, und er zeigt: An der Berliner FU herrscht Aufbruchstimmung - zumindest unter einigen Studenten.

Rund 70 junge Frauen und Männer hatten vergangene Woche einen Hörsaal besetzt. Erst spät abends, als die Uni die Polizei gerufen hatte, beendeten sie ihren Protest. Und die nächste Versammlung ist schon geplant, derweil haben die Studenten ein Protestcafé vor dem Hörsaal eingerichtet.

Unzufriedenheit gibt es auch in vielen anderen Hochschulen. In Initiativen schließen sich Studierende, Lehrkräfte und Verwaltung zusammen, um Grundsätzliches an den Arbeitsbedingungen aller zu ändern. Sie stören sich an der Ökonomisierung der Lehre, vulgo: "Lernfabrik".

Einer der Mitorganisatoren der FU-Besetzung erklärt. "Es gärte schon lange, wir wollten spontan zum Semesterauftakt ein Zeichen setzen." Das Ziel der Truppe ist "eine Bewegung, die das Selbstverständnis der Studierenden verändert." Sie hofft darauf, dass Studierende sich politisieren lassen, Forderungen entwickeln.

Uni von unten

Schon Anfang des Jahres hatte es in Berlin eine Aktion gegeben, die für Aufsehen sorgte. Das Institut für Sozialwissenschaften (ISW) an der Humboldt-Universität war fünf Wochen lang bestreikt worden. Ein Ausdruck der Wut und des Frusts, die vielerorts an den Unis herrschen. Begonnen hatte die Besetzung als spontaner Protest gegen die - inzwischen revidierte - Kündigung des Soziologen Andrej Holm, doch die Agenda ging schnell über die Personaldebatte hinaus. "Es geht uns um die Demokratisierung der Hochschule, um Uni von unten", sagten damals drei Studierende, die als Sprecher der Protestgruppe auftraten.

Er sei sehr skeptisch, wie lange der Impuls anhalte, unkte Peter Grottian damals. Er ist so etwas wie der weise Haudegen des Aktivismus, Professor am Berliner Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft und spezialisiert auf soziale Bewegungen. "Es ist ein zartes Blümchen, das man ernst nehmen muss, aber man darf es nicht überschätzen."


Protest an der Humboldt-Universität (im Januar 2017)

Grottians Zweifel sind der oft üblichen Halbwertszeit von derlei Aktivismus geschuldet: Protest versiegt. Oder wie es Mandy Gratz vom Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Studierendenschaften FZS formuliert: "Der Kern von Protest an Hochschulen ist, dass er nicht nachhaltig ist." Doch genau das scheint sich derzeit zu ändern.

An vielen Hochschulen sind zuletzt Netzwerke entstanden, Ende März fand in Frankfurt die Konferenz "Lernfabriken meutern" statt. Neu ist, dass sich die Bewegungen an den Unis hierarchieübergreifend aufstellen. Sie verstehen sich nicht als reine Studierendenvertretung. Wie etwa die Hochschulgewerkschaft "Unterbau" an der Frankfurter Goethe-Universität: "Wir wollen eine tief greifende, andauernde Form von Politisierung", erklärt Mitgründerin Conny Pretz. Die Gewerkschaft will für Mensamitarbeiter, Verwaltungspersonal, Hiwis und Lehrkräfte gleichermaßen da sein - quer durch die verschiedenen Statusgruppen.

Ähnliches passiert gerade an der Dresdner Uni: "Arbeitnehmer an Hochschulen sollen sich endlich organisieren und kampagnenfähig werden", sagt Mathias Kuhnt von der dortigen Mittelbau-Initiative. "Wir wollen in der Lage sein zu streiken." Mit Vertretern von rund 40 anderen Hochschulen gründete er im Januar das bundesweite "Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft", um gegen prekäre Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Schon deutlich älter ist die organisierte Kritik an der Ökonomisierung des Wissens im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Bereits 2007 gründete sich das "Netzwerk plurale Ökonomik", das nicht nur neoliberalen Stoff im Curriculum sehen will. Die Mitglieder, Studis wie Dozenten, organisieren Ringvorlesungen und Marx-Lesegruppen. "Wir wollen Hierarchien hinterfragen - nicht nur wissenschaftlich, sondern auch jene im akademischen Betrieb selbst", sagt Daniel Obst. "Ich hoffe, dass der ISW-Protest Teil einer größeren Bewegung ist und sich Studis weiter politisieren."

"Die Hochschule selbst ist ein politischer Raum"

Mancher Beobachter spricht schon von der "Repolitisierung" der Unis. Denn seit der Bologna-Reform war das Engagement für die Studierenden schwieriger geworden: Wer Bafög bezieht, kann nicht einfach Prüfungen sausen lassen - sonst fliegt er oder sie aus dem System. Auch darum wird Aktivismus nun vielerorts verstetigt; es geht um mehr Mitbestimmung, aber auch um Solidarität.

So forderten die ISW-Besetzer etwa Anfang des Jahres "als ersten Schritt gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse" vom Berliner Senat und der Hochschulleitung "Dauerverträge für Daueraufgaben". Dieser Blick sei selten, so Protestforscher Grottian: "Gerade junge Studierende, die etwas ändern wollen, haben oft keinen Schimmer von Unistrukturen." Mittelbau-Aktivist Kuhnt ergänzt: "Gerade zu den Bundestagswahlen ist es wichtig, Druck aufzubauen."

Mag sein, dass sich sogar etwas tut. So erklärte HU-Präsidentin Sabine Kunst, es sei positiv angekommen, wie die ISW-ler mitwirken wollen. "Wie und in welchem Gremium ist noch zu diskutieren," so Kunst. "Es gilt natürlich nicht nur für diesen Fachbereich, sondern für die Gesamtuni, dass Studierende noch mehr Einfluss als bisher auf die Lehre bekommen sollen - wie das strukturell umzusetzen ist, ist in den nächsten Monaten zu erarbeiten."

Hauptsache, die Motivation des Protests werde ernst genommen, findet FZS-Vorstandsfrau Gratz: "Das sind keine Chaotinnen, die Räume besetzen, sondern Leute mit einem deutlichen Bild davon, wie sie sich einbringen wollen."

Das zeigte auch der Slogan, der im besetzten ISW an den Wänden hing. Angelehnt an den alten Hausbesetzerspruch "Macht kaputt, was euch kaputt macht" von Rio Reiser stand auf ihren Postern: "Bau auf, was dich aufbaut". Ob die FU-Protestler das schaffen, müssen sie allerdings erst beweisen.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/protest-an-universitaeten-aufstand-in-den-lernfabriken-a-1144628.html
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