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Autor Thema: Billiglöhne im Schlachthof  (Gelesen 36307 mal)
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Eivisskat
Gast
« Antworten #25 am: 29. Juni 2013, 13:12:23 »

Sollte die Politik jetzt tatsächlich ein Einsehen haben und gegensteuern?

Zitat
Billiglohn im Schlachthof -  „Ausbeuterfleisch“ contra „faires Fleisch“

 Niedersachsens viel kritisierte Schlachtbetriebe bleiben hart beim Thema Lohndumping. Eine freiwillige Selbstverpflichtung für höhere Löhne lehnen sie ab. Die Landesregierung reagiert empört und kündigt eine härtere Gangart auf allen Ebenen an.

http://www.wlz-fz.de/Welt/Buntes/Uebersicht/Schlachthoefe-in-Niedersachsen-lehnen-Mindestlohn-ab



Gar nicht erst ausmalen möchte man sich allerdings den Umgang mit den Tieren in diesen Horrorhöfen, wo dort mit den Menschen schon so verbrecherisch umgegangen wird...

 Roll Eyes Shocked

« Letzte Änderung: 29. Juni 2013, 13:16:04 von Eivisskat » Gespeichert
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #26 am: 29. Juni 2013, 14:37:26 »

Zitat
Sollte die Politik jetzt tatsächlich ein Einsehen haben und gegensteuern?

Ganz sicher nicht.
Aber im September sind Wahlen.
Da muss man wenigstens so tun als ob! Wink
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Pinnswin


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« Antworten #27 am: 30. Juni 2013, 18:27:34 »

Die Politik schläft lange aus und ißt dann Kaviar-Schnittchen. Schnöden
Aktionissimuss überlasst "Politik" lieber der sozialen Marktwirtschaft. Nachdem
nun die Russen die Türken aus dem Fleischverarbeitenden Betrieben rausgedrängt
haben...
... aber das ist ja nun auch schon ~5 Jahre her...

*gähn-Popo-kratz-schnarch****
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Fritz Linow


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« Antworten #28 am: 19. September 2016, 22:29:38 »

19.09.2016

Zitat
Bakumer Ehepaar muss ehrenamtliche Hilfe aufgeben

Beratungsstelle schließt wegen Überlastung

Oldenburger Münsterland - Sie kommen aus Osteuropa und wurden Opfer von Ausbeutung. Im Forum der St.-Andreas-Gemeinde hatten Werkvertrag-Arbeiter drei Jahre lang einen Anlaufpunkt.
Gegen 21 Uhr lässt Audra Brinkhus-Saltys die Jalousien herunter. So wie immer freitags. Diesmal aber hat sie zuvor ein Informationsplakat von der Fensterscheibe entfernt. Es zeigt eine Szene mit einem Arbeiter aus einem Schlachthof und darauf steht „Beratungsstelle“. Als Organisator ist das Netzwerk für Menschenwürde in der Arbeitswelt (Mida) vermerkt, dem 16 Gruppen aus Gewerkschaft, Kirche und Politik angehören, darunter ist auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB).
Drei Jahre lang haben die Lehrerin Brinkhus-Saltys und ihr Mann, der Rechtsanwalt Johannes Brinkhus, in den Räumen des Forums der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas in der Cloppenburger Innenstadt osteuropäischen Arbeitern in Not geholfen.
Der Jurist Brinkhus gab rechtlichen Beistand, führte etliche Prozesse. All das ehrenamtlich. An der Seite des Bakumer Ehepaars war von der ersten Stunde an Julia Bunea aus Rumänien. Sie übersetzte, nahm an Außenterminen und Info-Veranstaltungen teil.
Andrang von Hilfesuchenden massiv
Nun schließt die Beratungsstelle – das landesweit erste Hilfsangebot für ausgebeutete Arbeiter. Seit Oktober 2013 folgte das Land Niedersachsen mit eigenen Anlaufsstellen für mobile Beschäftigte aus Osteuropa. Auch hier ist der Andrang von Hilfesuchenden massiv. Es ist daher ein deutliches Alarmsignal, wenn Brinkhus-Saltys sagt: „Wir schließen wegen zuviel Arbeit.“ Der Ansturm sei „zu groß“, er könne ehrenamtlich nicht mehr bewältigt werden. Etwa 400 Fälle im Jahr gab es im Durchschnitt.
Die Missstände im Umgang mit den osteuropäischen Arbeitern wuchern weiter. Der Mindestlohn ist oft nur Fassade. Das zeigen auch die Fälle, denen sich die Beratungsstelle noch am letzten Tag widmete: Nicolae P.* aus Rumänien musste vier Wochen in seinem Auto leben. Er war bei einem Geflügel-Ausstaller beschäftigt, als er krank wurde, meldete ihn sein Arbeitgeber von der Krankenversicherung ab und warf ihn aus der Betriebswohnung. Brinkhus stellt zudem fest: Auf der Lohnabrechnung von Nicolae P. seien zwar Nachtzuschläge ausgewiesen, diese seien aber nicht ausgezahlt worden.
Während des Urlaubs gekündigt
Monica S.*, ebenfalls aus Rumänien, hat sechs Monate für ein Subunternehmen in einem Schlachthof im Kreis Cloppenburg geschuftet. 300 Stunden pro Monat sei sie im Einsatz gewesen, bei einem Nettoverdienst von 1 100 Euro. Urlaubsgeld habe sie nicht erhalten, da sie nach rumänischem Recht beschäftigt war. Dann folgte eine Anstellung für ein Subunternehmen, das seine Arbeiter in einem Cloppenburger Schlachthof einsetzte. Dort arbeitete Monica S. mit ihrem Mann. Beiden sei während des Urlaubs gekündigt worden. „Ich habe viel geweint“, sagte sie über ihre Lage in Deutschland. Die Beratung durch das Ehepaar Brinkhus habe ihr viel geholfen.
Auf die Schließung der Beratungsstelle reagierte das Offizialat in Vechta „mit Bedauern“, wie Stephan Eisenbart, zuständig für die KAB und einer der Mida-Sprecher, erklärte. Das Netzwerk wolle versuchen, auch in Zukunft die Beratung zu organisieren. „Entweder finden wir Anwälte, die die Aufgabe ehrenamtlich weiterführen, oder es muss irgendwie eine finanzielle Basis geschaffen werden, um die Arbeit zu honorieren“, sagt Eisenbart. Für Anwalt Brinkhus ist die Arbeit derweil noch nicht ganz zu Ende. Etwa 300 Mandanten aus der Beratungsstelle vertritt er noch vor Gericht.

http://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/beratungsstelle-schliesst-wegen-ueberlastung-6762286.html

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Fritz Linow


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« Antworten #29 am: 27. September 2016, 20:48:25 »

Hauptsache Billigfleisch - Vom Kampf gegen Ausbeutung

Podcast:
http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2016/09/27/hauptsache_billigfleisch_vom_kampf_gegen_ausbeutung_in_der_dlf_20160927_1840_5f25688a.mp3
« Letzte Änderung: 27. September 2016, 21:06:37 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #30 am: 28. September 2016, 08:58:11 »

Abgepackte Supermarktwürste im Kilobereich für unter 5€ bedingen das Elend in allen Bereichen die mit dieser Wurst zu tun haben.
Die brauch ich nicht mal essen um einen Würgereiz zu bekommen.
Aber was erwarte ich nachdem ein angedachter Fleischfreier Tag in der Woche pures entsetzen ausgelöst hat, "einer" von sieben Tage! Würde jemand zu mir kommen und verlangen das ich an jedem Tag der Woche Fleisch essen muss würde ich ihn für wahnsinnig erklären und zum Teufel jagen.
« Letzte Änderung: 28. September 2016, 17:08:41 von Troll » Gespeichert

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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« Antworten #31 am: 28. September 2016, 10:03:43 »

Zitat
Aber was erwarte ich nachdem ein angedachter Fleischfreier Tag in der Woche pures entsetzen ausgelöst hat, "einer" von sieben Tage!

Aber nur, wenn es von den Grünen kommt! Wenn es die Katholiken machen (Freitags gibt es Fisch!) ist das voll in Ordnung!



Zitat
Abgepackte Supermarktwürste im Kilobereich für unter 5€ bedingen das Elend in allen Bereichen die mit dieser Wurst zu zu haben.
Nehm ich immer als Antibiotiumprophylaxe! In der Apotheke bekommt man kein Kilo Antibiotikum für 5€ das man auch noch auf den Grill schmeißen kann!
« Letzte Änderung: 28. September 2016, 10:09:03 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Fritz Linow


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« Antworten #32 am: 28. September 2016, 15:30:28 »

Warum nicht mal eine Meldung vom Evangelischen Pressedienst, wenn es passt:


Zitat
28.09.2016
Menschenrechtler: Chicken Nuggets aus sklavenähnlicher Arbeit
"Supermärkte nehmen Ausbeutung in Kauf"

Mehrere deutsche Supermärkte bieten offenbar Produkte mit Hähnchenfleisch an, das in Brasilien unter sklavenähnlichen Bedingungen produziert wird. Vor allem Eigenmarken der Unternehmen seien betroffen, erklärte die Christliche Initiative Romero. 
Namentlich genannt werden von Romero Edeka, Rewe, Lidl und Aldi. Die Unternehmen und deren Produzenten nahmen auf epd-Anfrage zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen. 
Für die günstigen Chicken Nuggets oder Knusperdinos sei selbst das Geflügelfleisch aus europäischer Massentierhaltung zu teuer, erklärte die Initiative. Um die Preiserwartungen der Supermärkte und Discounter erfüllen zu können, kauften die produzierenden Betriebe PHW und Stolle Ware aus Brasilien hinzu.
Dort sei in der Geflügelmast und in den Schlachtfabriken ein Akkordmarathon von täglich bis zu 17 Stunden Alltag - zu Löhnen weit unter der Existenzsicherung. Wanderarbeiter, die in Fängerkolonnen in den Zuchtbetrieben arbeiteten, würden in Schuldknechtschaft getrieben.
"Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen"
"Dieser Skandal hat System: Auf der Suche nach dem billigsten Lieferanten, scheuen Supermärkte und Discounter nicht davor zurück, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen in der Produktion in Kauf zu nehmen", sagte Romero-Referentin Sandra Dusch Silva. Grundlage der Recherchen war der Organisation zufolge eine Studie des brasilianischen Journalistennetzwerks "Repórter do Brasil".
In Brasilien werden laut der Initiative Romero jährlich sechs Milliarden Hühnchen geschlachtet, Tendenz steigend. Damit sei das Land zum größten Geflügelexporteur der Welt aufgestiegen. Für Deutschland gelte Brasilien als wichtigste außereuropäischer Handelspartner in puncto Geflügelfleisch, vor allem bei verarbeiteten Produkten.
(epd)


https://www.domradio.de/themen/sch%C3%B6pfung/2016-09-28/menschenrechtler-chicken-nuggets-aus-sklavenaehnlicher-arbeit

http://www.ci-romero.de/startseite/

http://supplychainge.org/produkte/gefluegel/?L=de
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« Antworten #33 am: 28. September 2016, 17:21:51 »

Zitat
Abgepackte Supermarktwürste im Kilobereich für unter 5€ bedingen das Elend in allen Bereichen die mit dieser Wurst zu zu haben.
Nehm ich immer als Antibiotiumprophylaxe! In der Apotheke bekommt man kein Kilo Antibiotikum für 5€ das man auch noch auf den Grill schmeißen kann!


Schöne Idee,  wir müssen beweisen das bestimmte Medikamente gut für das/den/die Wachstum, Gewinn, Gesundheit der fleischproduzierenden Industrie sind und schon können wir uns den Gang zur teuren Apotheke sparen, da gibt's doch was von Aldi/Penny/Rewe/Edeka/.... dafür.

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dagobert


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« Antworten #34 am: 28. September 2016, 20:33:29 »

Zitat
Abgepackte Supermarktwürste im Kilobereich für unter 5€ bedingen das Elend in allen Bereichen die mit dieser Wurst zu zu haben.
Nehm ich immer als Antibiotiumprophylaxe! In der Apotheke bekommt man kein Kilo Antibiotikum für 5€ das man auch noch auf den Grill schmeißen kann!

Dann wird es aber auch höchste Zeit, dass die verwendeten Medikamente auf der Verpackung ausgewiesen werden. Sonst weiß doch gar keiner, welche Wurstsorte er kaufen muss.  angel
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Fritz Linow


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« Antworten #35 am: 28. September 2016, 22:28:55 »

Da muss eine privatinitative Beratungsstelle für Ausgebeutete in der Fleischindustrie schliessen, weil sie es nicht mehr wuppen kann. An den katastrophalen Arbeitsbedingungen hat sich nämlich nichts geändert. Das wird von allen bedauert, auch von den katholischen Kirche. Warum finanzieren die das nicht einfach?

Gleichzeitig thematisieren beide Kirchen sehr wohl das Problem, auch auf internationaler Ebene und nennen sogar Namen. Selbst wenn sich hier im Schweinegürtel die Bedingungen verbessern würden, würde es anderswo so weitergehen, weil es anscheinend genügend Wege gibt, alles möglichst billig zu halten. Das freut den Kunden!

Es betrifft nicht nur die Fleisch-, sondern die gesamte Kette der Nahrungsmittelproduktion, und eigentlich aller anderen Produkte. (Ich bezweifel, dass der Faktor der Ausbeutung und Versklavung von den Befürwortern eines BGE hinreichend bedacht wird, geschweige denn, dass es sich in den H4-Regelsätzen widerspiegelt.)

Da kann man jetzt natürlich weniger Fleisch oder gar keins oder nur gutes Essen oder weniger IKEA-Möbel und weniger Fielmann-Brillen kaufen, das wird nichts bringen, solange dieser kleine private Boykott privat bleibt und nicht konkrete Kämpfe unterstützt.

Anstatt zu witzeln, dass der Fleischthresen eigentlich eine Apotheke ist, wäre es vielleicht interessanter, sich mal zu fragen und zu diskutieren, was wir dazu beitragen können, dass die Sklaverei in der Fleischindustrie sowohl hier als auch in Brasilien und anderswo abgeschafft wird. Das kann man dann womöglich auch auf andere Bereiche übertragen.
Denn eine Antwort habe ich auch nicht...  
« Letzte Änderung: 28. September 2016, 22:52:51 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #36 am: 30. September 2016, 11:53:06 »

Zitat
Denn eine Antwort habe ich auch nicht...
Ich auch nicht! Ich fürchte aber, das wir bei der Fragestellung noch weiter Vorne ansetzen müssen. Nämlich bei der Landwirtschaft.
Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zu diesem Problem irgendwo bei dem Wandel von Bauernhöfen zu Agrarfabriken.
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« Antworten #37 am: 30. September 2016, 18:28:45 »

Henne oder Ei?
Den Landwirten ist sicher nicht als erstes eingefallen immer billiger zu produzieren, ok, auch in diesem Bereich rennen Arschlöcher rum die ihre Kollegen unterbieten/verdrängen wollen, deshalb funktioniert es nahezu überall.
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« Antworten #38 am: 30. September 2016, 20:18:02 »

Ich auch nicht! Ich fürchte aber, das wir bei der Fragestellung noch weiter Vorne ansetzen müssen. Nämlich bei der Landwirtschaft.
Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zu diesem Problem irgendwo bei dem Wandel von Bauernhöfen zu Agrarfabriken.

Naja, es überlegen sich ja nicht einfach die Bauern, jetzt hör ich auf den Hof meines Vaters zu betreiben, ich mach jetzt ne Agrarfabik auf.
Es sind die Rahmenbedingungen, die radikal geändert wurden. Klassische Marktliberalisierung. Brutaler Konkurrenzkampf, ein Großteil der Familienbetriebe ist dabei über die Klinge gesprungen.

Ich bin zwar der Meinung, daß man beim Einkauf sein Hirn nicht ausgeschaltet haben sollte, aber ich halte den "Bewußten Konsumenten" als politische Kraft, die die Welt zum besseren ändern kann, für eine gefährliche illusion.

Ich glaube auch nicht daran, daß man sich immer an "die Politik" und "die da oben" richten sollte. Ich glaube daran, daß der Widerstand in dem wirtschaftlichen Ablauf selbst aufgebaut werden muß. Ich weiß, daß Bauern zu einem Großteil reaktionär und verblödet sind. Es sind da aber auch üble Kräfte unterwegs, die Pharmaindustrie, die Monsantos dieser Welt, Faschos versuchen auch zu rekrutieren und Einfluß zu nehmen. Von links gibt es meines Wissens nur ein paar zaghafte Versuche von der MLPD sich um die Bauern zu kümmern. Wohl aus komischen historischen Gründen, von wegen Hammer und Sichel und so. *seufz*

Und bei den Schlachthöfen muß man sich um die Beschäftigten kümmern. Die rumänischen Leiharbeiter und Werkvertragler sollte man unterstützen mit Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten, Kontakte vermitteln zu Anwälten und Journalisten. Mit ihnen quatschen. Versuchen etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Öffenlichkeit schaffen ist immer gut bei solchen Mißständen. Ich finde die Unterstützung, die die Sklavenarbeiter von der Kirche kriegen, sehr gut.
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Kuddel


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« Antworten #39 am: 09. Oktober 2016, 11:29:40 »

Ich halte es für erwähnenswert, daß hier Tierschützer auch die Ausbeutung von Menschen thematisieren.



http://www.sueddeutsche.de/muenchen/bauprojekt-aschheims-buerger-entscheiden-ueber-schlachthof-1.3189891
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« Antworten #40 am: 02. Juni 2017, 12:06:00 »

Fleisch wird teurer:

Zitat
Der Bundestag hat in der Nacht zum Freitag eine Stärkung der Rechte von Arbeitnehmern in der Fleischindustrie beschlossen. Die Abgeordneten nahmen einen von Union und SPD eingebrachten Gesetzentwurf an, der einen Missbrauch von Werkverträgen in Schlacht- und Fleischzerlegungsbetrieben verhindern soll. Demnach sollen künftig die Betriebe bei Regelverstößen haften und nicht die von ihnen beauftragten Subunternehmen, über die viele Arbeiter beschäftigt sind. (…)

https://www.afp.com/de/nachrichten/26/bundestag-staerkt-rechte-der-arbeitnehmer-der-fleischindustrie

Der Gesetzestext:
http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/126/1812611.pdf , Seite 66

Fleisch wird teurer, wenn sich die Beschäftigten trauen.
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Fritz Linow


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« Antworten #41 am: 18. Oktober 2017, 07:11:42 »

Zitat
17.10.17
Freispruch im Wiesenhof-Prozess
(...)
Im Prozess um die Beschäftigung von 800 bulgarischen LeiharbeiterInnen bei der Wiesenhof-Tochter Geestland-Putenspezialitäten hat es gestern vor dem Oldenburger Landgericht zwei Freisprüche gegeben. Allerdings nicht, weil Geestland-Geschäftsführer Norbert D. und der ehemalige Wiesenhof-Prokurist und Geschäftsführer der Arbeitsvermittlungsfirma ZVS unschuldig wären – die Taten sind schlicht verjährt.
(...)
Doch auch wenn Frank D. und Norbert D. den Schwurgerichtssaal als freie Männer verlassen, müssen ihre Unternehmen zahlen: Eine seit dem 1. Juli 2017 geltende Gesetzesänderung macht es möglich, die aufgrund von illegalen Geschäften erzielten Werte einzuziehen, und zwar egal, ob die Taten verjährt sind. So muss nun die Geestland-Putenspezialitäten GmbH gut zehn Millionen Euro zahlen, die Personalvermittlungsfirma ZVS, die heute unter dem Namen Pro Work firmiert, immerhin noch gute 70.000 Euro.
(...)

http://www.taz.de/!5453449/
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« Antworten #42 am: 25. Oktober 2018, 19:19:15 »

Zitat
24.10.18
Trickst Schlachtunternehmen Kontrolleure aus?

Nach außen hin ist alles sauber. Vor dem Mietshaus in Kellinghusen (Kreis Steinburg) stehen keine Müllsäcke mehr. Zum Teil wurde frisch gestrichen. Die Öffentlichkeit guckt auf dieses und weitere Häuser, seitdem Anwohner, Gewerkschaften und Politiker die Arbeits- und Wohnbedingungen der Werkvertrags-Mitarbeiter eines Kellinghusener Schlachthofs zum Thema gemacht haben.(...)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Trickst-Schlachtunternehmen-Kontrolleure-aus,schlachthof350.html
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« Antworten #43 am: 03. Dezember 2018, 10:17:18 »

Zitat
Schlachthöfe In Und Um Oldenburg
Landkreis prangert Ausbeutung von Arbeitnehmern an

„An die Menschlichkeit zu appellieren reicht da nicht – wir müssen Fakten schaffen.“ Die Arbeitsverhältnisse in Schlachthöfen sorgen im Landkreis Oldenburg für Diskussionsstoff. Eine Steuerungsgruppe soll nun gegen die Ausbeutung vorgehen.


Wildeshausen /Landkreis „Eine erschütternde Darstellung.“ So hat die Ausschussvorsitzende Hannelore Hunter-Roßmann (SPD) den Vortrag von Piotr Mazurek zusammengefasst. Es ging um die Ausbeutung von Arbeitnehmern aus ost- und südosteuropäischen EU-Staaten im Landkreis. Und auch bei den weiteren Mitgliedern des Integrations- und Gleichstellungsausschusses des Landkreises rief die Präsentation im Wildeshauser Kreishaus deutliche Reaktionen hervor.

FDP-Frau Marlies Pape: „An die Menschlichkeit zu appellieren reicht da nicht – wir müssen Fakten schaffen.“ „Ich finde es zum Teil sehr beschämend“, monierte Sven Erichsen (AfD).

Komplexes Thema

Das Ergebnis nach einer rund einstündigen Diskussion: Alle Mitglieder stimmten dem Beschlussvorschlag des Ersten Kreisrats Christian Wolf zu, eine „kleine und wirkungsvolle“ Steuerungsgruppe in 2019 einzurichten. Sie dient dem Zweck, ebensolcher Ausbeutung im Landkreis entgegenzutreten. Bei Bedarf müsste die Gruppe Ämter hinzuziehen, Gemeinden dürften nicht außer Acht gelassen werden. Aus der Gruppe müssten zudem regelmäßig Berichte erfolgen. „Das Thema ist vielschichtig und komplex“, fasste Wolf zusammen. Einen Einblick in diese komplexe Thematik gab Mazurek.

Er arbeitet für die Beratungsstelle Faire Mobilität in Oldenburg. Die Beratungsstelle gehört zum Deutschen Gewerkschaftsbund. Sie soll helfen, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Mazureks Fazit für den Landkreis Oldenburg: „Die Situation sieht nicht viel anders aus als in anderen Landkreisen.“

Bulgaren, Rumänen und Polen würden oft vorrangig in der Fleischindustrie eingesetzt, sie lebten häufig in baufälligen Häusern. Hier spiele besonders die niedrige Entlohnung eine Rolle. Wenn sich Mitarbeiter der „Fairen Mobilität“ im Rahmen von Aktionen vor Schlachthöfen positionierten, „dann haben viele Angst mit uns zu sprechen“. In Kasernensiedlungen klebten immer wieder neue Namensschilder an den Türen, „wir wissen nicht, wie viele Menschen da gemeldet sind“. Durch die Wohnsituation seien die Arbeitnehmer oft isoliert, aufgrund von wechselnden Arbeitsschichten gebe es bezüglich der Beratungsstunden eine große Planungsunsicherheit. Ein Problem seien auch die fehlenden Deutschkenntnisse.

„Zu platt zum Lernen“


Die Sprachbarriere führe wiederum zu breitgefächerten Problemen, gab Elke Szepanski (Grüne) zu bedenken. „Wir brauchen da zeitnahe Vernetzungen.“ Kreszentia Flauger (Linke) ergänzte dazu: „Diese Leute sind zu platt, um noch Deutsch zu lernen.“ Der Grund: Sechs-Tage-Wochen, Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden am Tag. „Es gibt da Gesetzesverstöße und wir kommen nicht ran.“

Wolfgang Sasse (CDU) sagte, dass die „Brennpunkte“ in Ahlhorn und Wildeshausen liegen würden, mahnte aber auch an: „Wir dürfen nicht alle Unternehmen über einen Kamm scheren.“ Von einem positiven Beispiel für die gerechte Behandlung von ost- und südosteuropäischen Arbeitnehmern berichtete Wolfgang Däubler (UWG) – appellierte aber gleichzeitig an den Konsumenten, Billigfleisch nicht zu kaufen.

Man müsse in allen Bereichen den Hebel ansetzen, sagte Dirk Vorlauf (CDU), „am schwierigsten ist wohl der Hebel am Konsumenten“.

Der Präsentation Mazureks war eine Vorstellung von Ergebnissen eines Workshops vorausgegangen. Er war von der Kreisverwaltung im September ausgerichtet worden und beschäftigte sich mit dem Thema. Die Stichworte, die Ute Frankenfeld im Resümee vorstellte: Gebraucht werden, Vernetzung, Beratung, Dolmetscher.
https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/wildeshausen-landkreis-schlachthoefe-in-und-um-oldenburg-landkreis-prangert-ausbeutung-von-arbeitnehmern-an_a_50,3,1142933251.html
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« Antworten #44 am: 03. Dezember 2018, 16:05:50 »

Wenn die immer von der Macht des Konsumenten reden, dann wollen die was verschleiern: Die Macht des Kapitals, und dass alles so gewollt ist, wie es ist. Warum setzen die Behörden nicht das Arbeitsrecht mittels andauernder Kontrollen in den Schlachthöfen durch?
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
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