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Autor Thema: Dumm gehalten  (Gelesen 6745 mal)
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Alan Smithee


Beiträge: 1250



« am: 28. Juni 2010, 09:47:01 »

Dumm gehalten..

Zitat
Nach Pisa ist das Bildungswesen auf ein sogenanntes output-orientiertes, also auf Kompetenzen basierendes System umgestellt worden - im Gegensatz zum früheren input-orientierten, wissensbasierten System. Das Wissen ist durch die neue Kompetenzorientierung zu 90 Prozent abgeschafft worden.


Zitat
Die Untersuchung zeigt: Es reicht, wenn der Abiturient lesekompetent ist; alle Antworten sind ja schon in dem Abitur-Aufgabenmaterial enthalten. Wir haben auch eine Kontrolle durchgeführt mit einer älteren Abiturarbeit aus der Zeit vor Einführung des Zentralabiturs. In dieser konnten die Neuntklässler keinen einzigen Satz schreiben, weil ihnen das abverlangte grundlegende Wissen nicht bekannt und im Arbeitsmaterial auch nicht vorgegeben war.


Gesamter Artikel: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2788478_Professor-fuer-Didaktik-Liegt-halb-richtig-bei-wem-225-ergibt.html

Im Grunde ist das doch schon die geistige Insolvenzerklärung von Deutschland. Ich habe selbst durch meinen Bekanntenkreis erfahren, wie erschreckend niedrig das Wissensniveau von Abiturienten ist. Um es mal böse zu sagen: das alles erinnert mich eher an das Dressieren von Affen anstatt an echte Wissensvermittlung! Es wird wohl zukünftig so aussehen, dass das "echte" Wissen nur noch teuer erkauft werden muss.

Soziale Kompetenzen (Neusprech: Soft-Skills) hin oder her; was nutzt das schön vorgetragene Referat, im schniken Anzug und schicker Frisur,  wenn es völlig inhaltslos ist? Aber offenbar wird das dann sowieso niemandem mehr auffallen.....
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...still dreaming of electric sheep...
bodenlos


Beiträge: 1372


« Antworten #1 am: 28. Juni 2010, 10:40:47 »

Die Frage, was echtes Wissen sein kann , ist allerdings eine Diskussion wert.

Mich wundert es nicht, dass im Internetzeitalter, angesichts Gymansium 8 und
Bachelor-Turbostudium das sich vertiefen und Durchdringe einer "Materie" auf der
Strecke bleibt. Nach dem Motto: was nicht in Wikepedia steht, kenn ich nicht.
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Alan Smithee


Beiträge: 1250



« Antworten #2 am: 28. Juni 2010, 11:19:03 »

@ bodenlos:
Zitat
Die Frage, was echtes Wissen sein kann , ist allerdings eine Diskussion wert.

Da hast du recht. Es war sogar zu meiner Zeit schon so, dass ich mir viele Antworten selbst zusammensuchen mußte. Damals war noch nix mit Internet; da ging es dann zur Bibliothek. Ich hatte insgesamt 4 Ausweise von verschiedenen Bibliotheken, und je nach Thema wurde die eine oder andere beehrt. Das fing bei mir schon in der Grundschule an. In späteren Jahren hatte ich das Glück, mich auch durch entsprechende "Mentoren" weiterzubilden. Spätestens da kapierte ich dann wirklich, dass das, was ich als "echtes Wissen" bezeichnete, in der Schule damals auch nur am Rand angeschnitten wurde. (aber immerhin...)

In dem Moment, wo man tiefer in die Materie einsteigt, überreißt man erst annähernd den kausalen Zusammenhang. DAS war es, was ich immer gesucht habe. Allerdings hatte man uns damals in der Schule immer Tips gegeben, nach dem Motto: "Und wenn Sie das wirklich näher interessiert, dann schauen Sie doch zusätzlich mal in dieses oder jenes Buch..."Dann ging´s ab in die Bibliothek. Bei manchen Lehrern war es auch so, dass man sich nach dem Unterricht in den Pausen über das eine oder andere Thema unterhalten konnte. Viele waren wirklich froh, wenn sich jemand tiefer mit etwas beschäftigen wollte. Ich fürchte, dass schon die Lehrer selbst heutzutage auf ganz andere Sachen "gedrillt" werden...

Ich sehe alles immer wie ein Puzzle, bei dem man am Anfang noch nicht einmal weiß, was das fertige Puzzle eigentlich darstellt. Und ich bin erschroken darüber, wie interessenlos viele Menschen durch die Welt traben. Aber diese ganze Entwicklung ist nicht erstaunlich, das "dumm halten" des Nachwuchses und das Andressieren der "Soft Skills" hat System.

 
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6841



« Antworten #3 am: 28. Juni 2010, 17:27:42 »

Zitat
“Man könnte einen Affen an den Computer setzen”
Das Image der Banken ist ruiniert, die Politik ratlos, Griechenland fast pleite. Sony Kapoor über Machos, die Gier nach Boni und eine Zähmung des Finanzsystems.
Kapoor, 35, war Investmentbanker bei Lehman Brothers und streitet inzwischen für radikale Reformen des Finanzsystems. Er leitet den Thinktank „Re-Define“, der Regierungen, Parlamentarier und Gewerkschaften berät. Der Inder studierte in Delhi und London, er lebt heute in Brüssel:
„Josef Ackermann sagt, die Bank müsse so hohe Gehälter im Wettbewerb um die besten Talente zahlen.”
Unsinn! In Boom-Phasen könnte man einen Affen an den Computer setzen, und es gäbe eine 50-Prozent-Chance, dass er am Abend Millionengewinne gemacht hat. Derzeit können die Banken bei den Notenbanken für ein Prozent leihen und für fünf bis zehn Prozent verleihen. Das kann jeder Trottel."
Quelle: NDS


Um es mal böse zu sagen: das alles erinnert mich eher an das Dressieren von Affen anstatt an echte Wissensvermittlung


Deine "Bösartigkeit" liegt scheinbar nahe an der Realität.

Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je um Wissen zu vermitteln, daß dies nicht genutzt wird kann nur den Sinn der breiten Volksverdummung sein. Georg Schramm spricht von Kunsumidioten, mehr Wissen als benötigt wird um sein Händi zu bedienen brauchen die herrschenden nicht, wir entwickeln uns ins tiefste Mittelalter zurück.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Sir Vival


Beiträge: 1764



« Antworten #4 am: 29. Juni 2010, 13:12:45 »


Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je um Wissen zu vermitteln, daß dies nicht genutzt wird kann nur den Sinn der breiten Volksverdummung sein. Georg Schramm spricht von Kunsumidioten, mehr Wissen als benötigt wird um sein Händi zu bedienen brauchen die herrschenden nicht, wir entwickeln uns ins tiefste Mittelalter zurück.

Bis auf eine kleine elitäre Gemeinschaft, die das "geheime" Wissen wie einen Augapfel, wie den heiligen Grahl, wie Nitroglycerin auf ´ner Huppeltreststrecke trägt. Dann evtl. noch eine Sprache, die nur sie kennen (im Mittelalter Latein)
Jo,........so war´s im Mittelalter auch.  Wink
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Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Es gibt 2 Arten von Politikern:
- der eine kann nichts!
- der andere nichtmal das!
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Beiträge: 6841



« Antworten #5 am: 29. Juni 2010, 13:26:22 »

Bis auf eine kleine elitäre Gemeinschaft, die das "geheime" Wissen wie einen Augapfel, wie den heiligen Grahl, wie Nitroglycerin auf ´ner Huppeltreststrecke trägt. Dann evtl. noch eine Sprache, die nur sie kennen (im Mittelalter Latein)
Jo,........so war´s im Mittelalter auch.  Wink

Maximal Fachidioten, mehr Wissen will selbst diese kleine elitäre Gemeinschaft nicht, zu was auch.
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Beiträge: 1367



« Antworten #6 am: 04. April 2011, 10:17:33 »

Ja das mit den Fachidioten kann ich nur bestätigen, mein großer (14 Jahre) bekommt von mir gerade in seinen Unterrichtsfächern immer wieder Anregungen und Fragen die weit über den Stoff hinausgehen, und bisher kanm als Reaktion des Lehrkörpers immer nur positives zurück, in welchem der Junge immer weiter mit Fragen animiert wird, sich selbst die Materie weiter zu erschließen, sicher ist dies nicht die Realität oder die Regel.

Aber viel wichtiger erscheint mir das Elternhaus und Schule wie 2 sich ausschließende Elemente behnadelt werden, indem der Schule Verantwortungen aufs Auge gedrückt werden die das Elternhaus zu haben hatt und auch umgekehrt.

Wenn beide gut zusammenabreiten udn es ehrlich und offen ohne Wertung miteinander versuchen dann wird das auch gut.

In dieser Gesellschaft die alles aus dem materiellen Blickwinkel betrachtet geht oder kommen die menschlichen Aspekte einfach zu kurz.

Beispiel, wer das Schulsystem der DDR noch kennt, weiß das es "Kopfnoten" gab, Ordnung,Fleiß,Mitarbeit,Betragen, hier konnten Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen und dem Kind Werte vermitteln, die wichtig. Heute wird sich nur gewundert das es an Schulen "Amokläufe" gibt.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht die DDR zurück, ich möchte sagen, das allein die Grundregeln des Zusammenlebens in der Schule und im Kindergarten gelegt wurden, das ist aber dieser Gesellschaft egal.
Na gut ich merke das schweift ab. Wink
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Jeder kennt den "Dreisatz", welcher ist davon bei den JCs anzuwenden?

JC Dreisatz: Warum?  Wo steht das? Alles nur schriftlich!!
arm+alt2


Beiträge: 198


« Antworten #7 am: 05. April 2011, 22:57:38 »

Letztes Jahr habe ich mit einigen Mitschülern des Sohnes meiner Freundin unterhalten. Also alle standen kurz vor dem Abi.
Das war erschreckend  shocked
So einfache Fragen, wie: "Was macht der Hamburger Senat?", "Was ist der Unterschied zwischen Bundestag und -rat?", "Wieviele Grundfarben gibt es?"...
konnten die alle Mann nicht beantworten. Nicht mal ansatzweise.
Die haben mir gesagt, daß sie nie auch nur ein einziges Referat selbst von A-Z selbst geschrieben hätten: Wozu gibts denn google und wikipedia?
Die meisten aus der Klasse haben nur die Bücher wenigstens überflogen, die sie unbedingt lesen mußten.
Mich mußte meine Mutter damals aus der Bibliothek zerren und ich hatte eigentlich immer ein Buch in der Tasche. Tongue
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Auferstanden
Gast
« Antworten #8 am: 27. Juni 2011, 20:51:49 »

was interessiert letztendlich ein stereotypes Allgemeinwissen über die Regierung und Verwaltung der alten
Hansestadt HH oder das man rot, gelb oder blau auch als Elemantarfarben bezeichnen kann,
wenn Wissen willentlich missbraucht, manipuliert oder gar entzogen wird...?

Wobei ich damit mangelndes Wissen nicht billigen möchte

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bodenlos


Beiträge: 1372


« Antworten #9 am: 04. August 2011, 12:06:32 »

...

Wobei ich damit mangelndes Wissen nicht billigen möchte



Wäre auch ungünstig, dann könntest du die Manipulation vermutlich schlechter erkennen.
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Pfiffi


Beiträge: 1367



« Antworten #10 am: 16. August 2011, 18:56:55 »

Da war doch noch etwas, was ich der Tage gelesen hatte, und dem ich voll und ganz zustimme, weil ich es nicht besser beschreiben kann, der Artikel zerging mir auf der Zunge beim lesen wie ein gutes Essen.  Wink

http://le-bohemien.net/2011/08/10/das-spiel-mit-der-unkenntnis/

Oder auch mit der Dummheit.
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Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3312



« Antworten #11 am: 16. August 2011, 21:05:25 »

Sehr lesenswert, der Beitrag im Link.
Dickes Danke !  Cheesy
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Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !
Auferstanden
Gast
« Antworten #12 am: 18. August 2011, 23:23:34 »

... nicht umsonst, bzw. aufgrund des kausalen Zusammenhangs
sind die "Deutschen" heute in der Lage ihre ureigenen neofaschistischen Arbeits- und Sozialgesetze als
urdemokratisch preisen zu können.
Gleichfalls kommt es nicht von ungefähr,dass sich ein Volk mehrheitlich so rückratlos für einen Euro verkaufen lässt,
um sich eine Atemzug später darüber stundenlang in Worthülsen zu erheischen
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Judy


Beiträge: 866



« Antworten #13 am: 19. August 2011, 10:51:03 »

Gleichfalls kommt es nicht von ungefähr,dass sich ein Volk mehrheitlich so rückratlos für einen Euro verkaufen lässt,
um sich eine Atemzug später darüber stundenlang in Worthülsen zu erheischen
Für einen Euro, Mann, das ist doch schon längst Geschichte, mittlerweile lassen sich die meisten doch schon für 0 Euro in Praktika und/oder Probearbeit stecken, manche sogar bis zu einem Jahr lang!
Und suchen nachher die Schuld auch noch bei sich selber, warum es mit dem Job dann doch nicht geklappt hat, obwohl sie doch so brav waren und alles gemacht haben was der nette SB und der noch viel nettere Coach ihnen gesagt hat....
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Auferstanden
Gast
« Antworten #14 am: 05. November 2011, 17:04:52 »

Ja, richtig Judy,
keine Pervertierung ist so fantasievoll rücksichtlos, wie die Realitäten, die einen letztendlich einholen.
Auch hier werden zuhauf viele EEJ Tätigkeiten aufgekündigt und gegen 100Prozent Workfare-"Freiwilligendienste"
mit Null Euro Aufwandsentschädigung zugunsten eines Monatstickets des öffentlichen Nahverkehrs ersetzt.
Der degenerierte Sklavenstaat zeigt auch hier, dass der Reichsarbeitsdienst von einst dank der Agenda 2010
weitaus effizienter und eleganter zu gestalten ist.
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