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Autor Thema: Medienkasper freiwillig wehrlos  (Gelesen 19276 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11003


« Antworten #25 am: 10. Dezember 2017, 19:39:41 »

Zusammenschnitt aus einem ZEIT Artikel:

Zitat
Étienne Gillig, 64, ist freischaffender Künstler. „Ich arbeite als freischaffender Kabarettist, Schauspieler, Synchronsprecher und Übersetzer. Ich arbeite etwa 90 Stunden pro Woche. Ein richtiges Privatleben habe ich kaum. Nach Betriebskosten und Steuern bleibt am Ende ein Gewinn von durchschnittlich 150 Euro im Monat. Miete und Telefon sind da schon abgezogen. Das ist nicht viel, aber mir geht es gut damit. Ein Auto brauche ich, um meine Requisiten, mein Cello und das Bühnenbild für mein Kabarett zu transportieren. Gerade muss ich ohne Auto klarkommen, weil der TÜV uns voneinander getrennt hat. Jetzt leihe ich mir ab und an eins bei Freunden. Ich schlafe in meinem Büro, ein 100 Quadratmeter großes Atelier in einer alten Wäscherei in München. Dort arbeite ich und dort schlafe ich auf einem Sofa. Lebensmittel: 60 bis 100 Euro im Monat. Ich gebe im Zweifel lieber Geld für eine gute Schraube aus, um mein Bühnenbild zu reparieren, als mir etwas zu essen zu kaufen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich oft Babygläschen für 65 Cent dabei, um mir das teure Sandwich zu sparen. Die schmecken gar nicht schlecht!
Sollte es wirklich mal eng werden und das Geld schon vor Monatsende aufgebraucht sein, liegen auf meinem Fensterbrett viermal 50 Cent, viermal ein Euro und viermal zwei Euro, von denen ich mich dann bedienen kann. In diesem Jahr habe ich den Stapel nur einmal angefasst. “
http://www.zeit.de/arbeit/2017-12/freischaffender-kuenstler-gehalt-arbeitszeit-schulden

Ganz toll.
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dagobert


Beiträge: 4504


« Antworten #26 am: 12. Dezember 2017, 17:55:24 »

Was macht der, wenn er mal krank wird?
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2860



« Antworten #27 am: 12. Dezember 2017, 19:27:04 »

Bei 90 Sunden pro Woche hat er schlicht keine Zeit krank zu werden. Dann lieber früher sterben, wenn es schon keine Rente gibt.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Kuddel


Beiträge: 11003


« Antworten #28 am: 19. Februar 2018, 14:06:40 »

Zitat
[Protestaktionen zur Berlinale 2018] Sitzverbot für Beschäftigte im Service beim Kinobetreiber CineStar


… Die Vereine Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat vor Beginn der Berlinale 2018 die Arbeitsbedingungen der meisten Berliner Spielstätten des Festivals überprüft. Die Überprüfung ergab, dass insbesondere von dem Kinobetreiber CineStar wesentliche gesetzliche Schutzbestimmungen im Gesundheitsschutz nicht eingehalten werden und dass die demokratische Mitbestimmung der Betriebsräte systematisch nicht beachtet wird. ver.di kritisiert zudem die permanente personelle Unterbesetzung in fünf von sechs Berliner CineStar Kinos, so werden über 50 Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter im CineStar Tegel von der Geschäftsführung ignoriert. Durch die Unterbesetzung im Servicebereich müssen die Beschäftigten teilweise zwischen den Vorstellungen rennen, um die Kinos zu reinigen. Desweiteren kritisiert ver.di den mangelnden Gesundheitsschutz in den Berliner CineStar Kinos.
http://www.labournet.de/?p=128157

Zitat
»Von Werkvertrag zu Werkvertrag«. Mitarbeiter bei Filmfestivals arbeiten zu prekären Bedingungen
“Bei der Berlinale geht es im Vergleich zu anderen Festivals noch relativ gut zu, weil die Kulturschaffenden dort die miesen Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren bereits thematisiert hatten. Dort ist man auf gutem Weg, trotzdem ist noch eine Menge zum Besseren zu verändern. Bundesweit gibt es immer noch sogenannte Volunteers: Die übernehmen die Kinobetreuung oder bringen Gäste zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle – für null Euro.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/327520.von-werkvertrag-zu-werkvertrag.html
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