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Autor Thema: Streik in Marseille  (Gelesen 5520 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11714


« am: 04. Oktober 2010, 18:12:04 »

Zitat
Seehäfen: Erneute Streiks in Frankreich

Paris. Die französischen Seehäfen sind mit einer neuerlichen Streikbewegung konfrontiert. Es geht – in Marseille vor allem – nach wie vor um die 2008 verabschiedete Hafenstatut-Reform und in anderen Häfen ebenso um Vorruhestandsregelungen. Nach Auskunft des Verladerverbandes AUTF haben sich inzwischen „zahlreiche Händler und Importeure" darauf verständigt, mindestens bis zum Ende des Jahres die französischen Seehäfen zu meiden.

Offiziell sollte der Docker-Ausstand laut Aufruf der im Hafenbereich führenden Gewerkschaft CGT nur während des vergangenen Wochenendes erfolgen. Am Sonntagabend war jedoch offen, ob er nicht doch noch fortgesetzt wird. Zumindest bezüglich der Forderung, Dockern mit besonders penibler Arbeit zu ermöglichen, früher als gesetzlich vorgesehen in Rente zu gehen, hat der für den Hafensektor zuständige CGT-Generalsekretär Tony Hautbois den Streik für von Wochenende zu Wochenende verlängerbar deklariert.

Am stärksten betroffen ist der größte französische Seehafen, Marseille-Fos. Über ihn wird die Hälfte der Raffinerien des Landes mit Öl versorgt. Die Regierung in Paris hatte vorsichtshalber für das Wochenende das LKW-Wochenendfahrverbot aufgehoben. Auf der Insel Korsika kam es indessen schon zu Diesel-Engpässen. Am Sonntag lagen vor Marseille 38 Frachtschiffe auf Reede, darunter 11 mit Rohöl beladene. Momentan verfügten die Raffinerien im Osten Frankreich noch über minimale Reserven. Dauere der Streik fort, könnten sie jedoch in einer oder in zwei Wochen gezwungen sein, ihre Produktion einzustellen, erklärte der Vorsitzende Mineralölverbandes Jean-Louis Schilansky. (jb)
http://www.verkehrsrundschau.de/seehaefen-erneute-streiks-in-frankreich-973758.html

Zitat
Streik in Marseille verursacht Kraftstoff-Mangel auf Korsika

Ein Streik der Arbeiter in den Häfen rund um Marseille bedroht die Treibstoffversorgung Korsikas. Die Häfen Marseille-Fos und Lavera, von denen aus die Insel mit zahlreichen Gütern versorgt wird, wurden von Streikenden blockiert, die gegen die Neuverhandlung ihrer Arbeitsverträge im Rahmen der Privatisierung der Hafenverwaltung protestieren. Vor Marseille liegen knapp 40 Tanker vor Anker, die nicht gelöscht oder beladen werden können. Die bereits seit einer Woche andauernde Arbeitsverweigerung, die am heutigen Montagmorgen nur teilweise für beendet erklärt wurde, droht die Kraftstoffversorgung Korsikas zum Erliegen zu bringen, da die Terminals für die Abfertigung von Dieseltankern weiterhin bestreikt werden.
In den größten Städten der Korsikas, Ajaccio und Bastia, war bereits am Freitag kein Dieselkraftstoff mehr aufzutreiben. Am Montag droht in Ajaccio, Bastia und Porto-Vecchio nicht nur Diesel, sondern auch Normalbenzin zur Neige zu gehen. Der Präfekt der Insel hat den Tankwarten auf Korsika eine Rationierung der Kraftstoffabgabe auferlegt: Tankstellen dürften maximal 30 Liter an PKWs und 50 Liter an LKWs abgeben, berichten französische Medien. Am Freitag wurde zudem eine Sonderlieferung Diesel in Italien bestellt. Der Kraftstoff von der Nachbarinsel Sardinien soll aber erst ab Mittwoch in korsischen Tankstellen für neuen Sprit sorgen, berichtet der Branchendienst Mer et Marine.
http://nachrichten.korsika.fr/2010/10/streik-in-marseille-verursacht.html
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Kuddel


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« Antworten #1 am: 11. Oktober 2010, 14:29:21 »

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Marseille: 15. Streik-Tag im Ölhafen

Inzwischen dauerst der Streik im größten fränzösischen Ölhafen Fos-sur-Mer in der Nähe von Marseille bereits 15 Tage. Der Streik richtet sich gegen die Privatisierung und gegen die Anhebung des Rentenalters. Für Dienstag haben Gewerkschaften zu einem landesweiten Streik in verschiedenen Industriezweigen, darunter auch die Raffinerien und Kraftwerke aufgerufen gegen die Rentenreform von Sarkozy. Einige Raffnerien mussten wegen der Blockade des Ölhafens bereits ihre Produktion runterfahren.
http://www.rf-news.de/2010/kw41/11.10.10-marseille-15.-streik-tag-im-oelhafen
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Kuddel


Beiträge: 11714


« Antworten #2 am: 27. Oktober 2010, 18:14:02 »

Zitat
Der Hafen wird Opfer der Rentenreform
Seit dreißig Tagen blockieren die Gewerkschaften die Ölverladung im Hafen von Marseille - so lange wie noch nie. Dabei müsste der Hafen dringend reformiert werden. Denn er verliert Marktanteile. Hamburg, erst recht Rotterdam verladen längst die zig-fache Menge Container-Gut.


Von Christian Schubert

Die Warteschlange ist beeindruckend. Wer von Marseille aus siebzig Kilometer nordwestlich fährt, sieht in der Bucht von Fos sur Mer und darüber hinaus achtzig Öltanker regungslos im Wasser liegen. Das Ölterminal Lavera ist jetzt seit dreißig Tagen wegen Streik geschlossen. „Das ist ein trauriger Rekord“, sagt seufzend Frédéric Dagnet, stellvertretender Direktor für Strategie und Finanzen bei der Hafengesellschaft von Marseille. Der letzte lange Streik dauerte vor drei Jahren 17 Tage. Die unterirdischen Ölleitungen ins Landesinnere - davon eine bis nach Karlsruhe - sind weitgehend trockengelegt.

Mehrere Konflikte zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern haben sich in Marseille ineinander verhakt. Es begann mit den Protesten gegen die 2008 beschlossene Hafenreform, die bis heute nicht umgesetzt ist, und findet jetzt den Höhepunkt im Widerstand gegen die Rentenreform von Präsident Nicolas Sarkozy. Der Hafen von Marseille, der einer der größten Umschlagplätze der Welt sein könnte, ist stattdessen eines der größten Opfer der blockierenden Gewerkschaften. Zur Freude von Konkurrenten wie Hamburg, Rotterdam, Antwerpen, Zeebrügge, Genua und Barcelona verliert Marseille seit Jahrzehnten Marktanteile.


Einer, der das hautnah miterlebt, ist Raymond Vidil, Chef der Container-Transportgesellschaft Marfret. „Wussten Sie, dass nur noch dreißig Prozent aller Container-Importe über französische Häfen nach Frankreich kommen?“, fragt er mehr resigniert als erregt in seinem Büro die Besucher. 70 Prozent gehen in ausländischen Häfen an Land und gelangen dann per Lastwagen nach Frankreich. Marseille verlud im vergangenen Jahr nur gut 8,6 Millionen Tonnen Container-Gut, während Hamburg auf mehr als 70 Millionen Tonnen und Rotterdam auf gut 100 Millionen Tonnen kamen.
Bei den Gewerkschaften regiert kein Reichtum

Sarkozy versucht mit einer Hafenreform gegenzusteuern, die privaten Unternehmen mehr Verantwortung zuweist. Anders als in allen anderen europäischen Häfen befinden sich in Frankreich die Arbeiten des Ausladens per Kran sowie die dafür zuständigen Beschäftigten und Anlagen noch in Händen der staatlichen Hafengesellschaften. Damit kommen die Waren der privaten Reeder an, werden von staatlichen Kranfahrern ausgeladen und dann wieder von Dockern privater Gesellschaften gelagert oder weiterverladen. „Das ist eine komplizierte, ineffiziente und teure Arbeitsteilung“, sagt Hafenmanager Dagnet. Mit der Reform von 2008 sollen die Kranfahrer und ihre Anlagen zu den Dockern der privaten Verladegesellschaften überführt werden. „Diesem Schema folgt man in allen anderen Häfen Europas, und sie fahren gut damit“, sagt Dagnet.

Nach Arbeitgeber-Angaben kann ein Kranführer am Hafen von Marseille 4000 Euro brutto monatlich bei 18 Stunden Wochenarbeitszeit verdienen. „Manchmal geht es sogar bis 6000 Euro“, sagt der Transporteur Vidil. Die Kranführer erhalten ein Grundgehalt von der staatlichen Hafengesellschaft sowie Produktivitätsprämien von den privaten Verlade-Unternehmen. Die Gewerkschaften dementieren die Gehaltsangaben jedoch heftig.

Besuch bei Mireille Chessa, CGT-Gewerkschaftssekretärin für das Departement Bouches du Rhône. Sie residiert in einem ziemlich heruntergekommenen Gebäude nahe dem Bahnhof von Marseille. Im stockdunklen Aufzug - die Glühbirne ist mal wieder ausgefallen - geht die Fahrt in den vierten Stock. Hier regiert kein Reichtum, und man merkt, dass sich die Gewerkschaften auch keine Streikkassen leisten können. Damit müssen die Streikenden bei jeder Arbeitsniederlegung auf Gehalt verzichten.

Chessa empfängt ihre Besucher freundlich, aber bestimmt. „Diese Gehaltsangaben sind völlig frei erfunden. Das zeigt, wie extrem die Arbeitgeber hier in Marseille sind“, sagt sie. Schnell macht sie ihren politischen Standpunkt klar. „Wir brauchen eine neue Aufteilung des Reichtums in unserem Land. Der Anteil der Arbeitgeber und ihrer Aktionäre ist zu hoch. Daher ist auch die Rentenreform so ungerecht. Sie wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen.“ Sie räumt ein, dass die Länge des Streiks zu großen Spannungen im Land führe. Doch schuld daran seien nicht die Gewerkschaften, sondern Sarkozy aufgrund seiner Weigerung, über die Rentenreform abermals zu verhandeln. „Er nimmt das Risiko in Kauf, dass sich die Dinge radikalisieren“, sagt Chessa.
„Gott gab diesem Land viele Trümpfe“

Mit ihren Protesten hatten die Gewerkschaften in Marseille in der Vergangenheit immer wieder Erfolg. So auch bei der aktuellen Hafenreform. Am Ölhafen haben die Gewerkschaften durchgesetzt, dass 60 Prozent der noch zu gründenden Verladegesellschaft in der Hand der staatlichen Hafengesellschaft bleiben. Wenn die Verladegesellschaft in Zukunft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sollte, dann werden die Kranführer das Recht haben, zur staatlichen Hafengesellschaft zurückzukehren. Doch diese Garantien reichen ihnen immer noch nicht. Kürzlich haben sie wieder gefordert, dass sie ganz bei der staatlichen Hafengesellschaft beschäftigt bleiben.

An den Verladestationen für den Containerverkehr in Marseille sowie im Schwesterhafen Fos sur Mer haben die Gewerkschaften unlängst verlangt, dass sie aufgrund körperlich schwerer Arbeit mit 55 Jahren in die Rente gehen dürfen. Daher ist der Containerhafen von Marseille seit Monaten blockiert. Der Transporteur Vidil hat seinen Container-Verkehr unterdessen ins weiter westlich gelegene Séte und nach Spanien verlagert. „Gott gab diesem Land viele Trümpfe, vielleicht mehr als anderen Ländern, doch zum Ausgleich gab er Frankreich auch die CGT“, stöhnt Vidil.
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E550895FB12D24F5182C6364550D27D19~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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Kuddel


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« Antworten #3 am: 14. Januar 2011, 12:54:28 »

Zitat
Hafenarbeiter streiken in Frankreich

13.01.11 - Die Hafenarbeiter in Frankreich haben gestern mit einem Streik begonnen. Sie fordern ein früheres Renteneintrittsalter für diejenigen, die schwer körperlich arbeiten müssen. Der Streik soll mindestens bis Sonntag dauern. Bereits im letzten Jahr gab es zahlreiche Streiks unter anderem von Hafenarbeitern mit dieser Forderung.
http://www.rf-news.de/2011/kw02/13.01.11-hafenarbeiterstreiks-in-frankreich
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Kuddel


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« Antworten #4 am: 11. März 2011, 19:09:53 »

Hafenarbeiter und Fischer haben zahlreiche französische Häfen blockiert. Sie protestieren gegen deren Privatisierung. Im Öl-Hafen von Marseille hat am Donnerstag  die französische CRS-Polizei in Marseille eine Blockade der Hafenanlagen durch streikende Seeleute aufgebrochen. Über 700 CRS-Leute gingen mit schwerem Gerät und Tränengas gegen die Beschäftigten der Fährgesellschaft SNCM vor, die den Abbau des Fährbetriebs verhindern wollen. Rund 500 Arbeiter setzten sich gegen die CRS-Polizisten zur Wehr, zum Teil mit Flaschen, Stühlen und Steinen.

http://www.rf-news.de/2011/kw10/11.03.11-marseille-polizei-loest-blockade-von-hafenarbeitern-auf
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