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Autor Thema: HSH Nordbank od. "Die unendliche Geschichte"  (Gelesen 5589 mal)
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beickmann


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« am: 26. Oktober 2010, 17:56:07 »

HSH-NORDBANK
 
Frigge wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Finanzsenator im Kreuzfeuer: Carsten Frigge (CDU) muss sich unangenehmen Fragen zur HSH-Nordbank stellen.

VON CHRISTOPH HEINEMANN

Ein ehemaliger Geschäftspartner des Senators hat den HSH-Boss Dirk Jens Nonnenmacher mit seiner Firma beraten (MOPO berichtete). Hat Frigge deshalb so viel Geduld mit "Dr. No"? Das streitet Frigge vehement ab - und distanziert sich klar von Nonnenmacher.

Der Vorstandsboss stelle eine "Belastung" für die Bank dar, so Frigge. Die Stadt müsse aber abwägen, ob sich ein geeigneter Nachfolger für Nonnenmacher finden lasse. Außerdem habe der HSH-Boss bei der Sanierung gute Fortschritte gemacht.

Klar ist laut Frigge: Er habe niemals Geschäfte mit der HSH gemacht. "Keine Firma, an der Herr Frigge direkt oder indirekt beteiligt ist oder war, hat jemals ein Beratungsmandat bei der HSH-Nordbank wahrgenommen oder abgerechnet", so Frigges Sprecher. "Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen." Wenn die Aussagen des Senators stimmen sollten, hat sich auch für GAL "das Thema erledigt".

Dirk Jens Nonnenmacher steht dagegen weiter im Fokus. Am Vormittag läuft das Ultimatum von GAL-Fraktionschef Jens Kerstan an den Bankchef ab: Der Grüne hatte Nonnenmacher aufgefordert, ein "glasklares Dementi" zu den Spitzel-Vorwürfen abzugeben - sonst müsse er seinen Posten räumen. Im Senat soll die Spitzel-Affäre in der HSH heute erneut diskutiert werden.


http://www.mopo.de/2010/20101026/hamburg/politik/frigge_wehrt_sich_gegen_vorwuerfe.html
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"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)
beickmann


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« Antworten #1 am: 28. Oktober 2010, 14:19:57 »

Millionen-Abfindung für Dr. No?
Er ist zurzeit wohl einer der unbeliebtesten Männer der Stadt: Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher. Doch der Senat findet keinen Nachfolger -und hat Angst vor einer Millionenabfindung!

VON MATHIS NEUBURGER, CHRISTOPH HEINEMANN

500000 Euro verdient Nonnemacher pro Jahr. Sein Vertrag läuft bis Ende 2012. Feuert man ihn jetzt, hat er bis dahin seinen Gehaltsanspruch: also eine Million Euro. Das wäre nicht alles: Vor Gericht könnte Nonnenmacher in bester Managermanier noch Rentenansprüche und Entschädigungen einfordern. Im Rathaus rechnet man damit, dass der goldene Handschlag Nonnenmacher vier bis sechs Millionen Euro brächte!

Ein solcher Millionenbonus wäre aus Senatssicht politischer Selbstmord. Deshalb wird nach einer juristischen Verfehlung gesucht. Nur dann ließe sich der Bankchef feuern, ohne Millionen hinterherzuwerfen.

Dann fehlte aber immer noch ein Nachfolger. Auch wenn der Bürgermeister dies bestreitet: Seit mehr als einem Monat wird nach Kandidaten gesucht -ergebnislos. Einen der aktuellen Vorstände zu berufen, kommt wohl nicht infrage: Der erhoffte Neuanfang wäre verpatzt.

Und die Top-Manager anderer Banken ergreifen beim Stichwort HSH-Nordbank die Flucht. Auch wenn die Bank angeblich wirtschaftlich auf dem Weg der Besserung ist, weiß niemand, wie viel Schmutz sich noch verbirgt. Und: Der neue Bankchef müsste sich ebenfalls mit einem Salär von 500000 Euro begnügen. Da lässt sich woanders schon wieder weit mehr verdienen.




http://www.mopo.de/2010/20101028/hamburg/politik/millionen_abfindung_fuer_dr_no.html
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Paul Claudel (1868-1955)
Aloysius


Beiträge: 2835



« Antworten #2 am: 06. November 2010, 18:37:04 »

http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/203586-Dr.-No-und-Westerwelle-praegen-FDP-Landesparteitag.html

Der Kubicki und die FDP haben gerade beschlossen, 'Dr. No' abzuservieren. Bezeichnenderweise kann 'Tricky' Kubicky dazu befragt natürlich keine konkreten Ansatzpunkte liefern, er ist schließlich Jurist, also hält er sich bedeckt.

Dies deuted klar auf die Millionen-Abfindung hin, es sei denn, sie können doch noch etwas konstruieren, was zum Herauswurf reicht.

Aber ich bin sicher, daß da nichts kommt - das wird teuer. Und Nonnenmacher wird, wie üblich mir einem seiner fiesen Grinsen, den Hut nehmen.

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beickmann


Beiträge: 500



« Antworten #3 am: 08. November 2010, 16:17:06 »

Morgen fliegt "Dr. No" - GAL und FDP wollen Absetzung des Bankchefs
Um 10 Uhr sagt Dirk Jens Nonnenmacher heute in Kiel beim Untersuchungsausschuss zur HSH-Nordbank aus. Gut möglich, dass dies sein letzter Auftritt als Vorstandsvorsitzender der Bank ist.

VON SIMONE PAULS

Die GAL in Hamburg und die FDP in Schleswig-Holstein wollen morgen seine Absetzung durchsetzen. Zur Verschärfung des Bank-Skandals haben zurückgehaltene Verträge geführt.

Es geht um die Sicherheitsfirma Prevent - es gibt Vorwürfe, das Unternehmen habe im Auftrag der Bank Politiker und Kritiker ausspioniert. Prevent arbeitet seit 2004 für die Nordbank, doch erst unter Nonnenmacher gab es Geschäfte in Millionenhöhe. Unter anderem ließ er sich durchschusssichere Folien für die Fenster seiner Wohnung und versilberte Sicherheitsschlösser anbringen. Das Landeskriminalamt sah allerdings keine besondere Gefährdung des Topmanagers durch Gewalt-Anarchos, hatte deshalb auch keine besonderen Schutzmaßnahmen angeordnet.

Laut "Spiegel" hat Dirk Jens Nonnenmacher sich bei der Unterzeichnung nicht korrekt verhalten. Eigentlich muss der gesamte Vorstand Millionen-Verträge genehmigen. Manchmal unterschrieb er gar nicht oder nur allein.

Als die Stadt nun auf Herausgabe der Prevent-Verträge pochte, rückte die Bank sie erst mit Verspätung raus -und behielt eines der Dokumente, auf dem einzig Nonnenmacher unterschrieben hatte, einfach ein. "Ich komme nach Sichtung aller mir bekannter Unterlagen zu der Bewertung, dass der HSH-Vorstandschef versucht hat zu täuschen. Das kann nur seine Entlassung zur Konsequenz haben", so GAL-Fraktionschef Jens Kerstan. Auch die FDP in Schleswig-Holstein zürnt und dringt auf Nonnenmachers Rauswurf.

Sollte die CDU nicht mitziehen, könnte sogar die Koalition in Hamburg platzen (MOPO am Sonntag berichtete). Die GAL wiegelt jedoch ab. Man habe der CDU die Unterlagen jetzt zur Verfügung gestellt, die werde die Angelegenheit sicherlich genauso sehen, heißt es.

Die Hamburger SPD überlegt unterdessen, den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Landesbank um die Personalien von Nonnenmacher und Finanzsenator Carsten Frigge zu erweitern.




http://www.mopo.de/2010/20101108/hamburg/politik/morgen_fliegt_dr_no_gal_und_fdp_wollen_absetzung_des_bankchefs.html
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"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)
beickmann


Beiträge: 500



« Antworten #4 am: 19. Dezember 2010, 16:00:15 »



Vier Millionen Euro für Nonnenmacher!
Gerade erst wurde der gebürtige Bayer Paul Lerbinger (55) als Nachfolger des umstrittenen Bankers Dirk Jens Nonnenmacher (47) vorgestellt (MOPO berichtete) – schon macht der Noch-Chef wieder Schlagzeilen.

Wie der "Focus" berichtet, sollen sich Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Nonnenmacher nämlich auf eine Abfindung von satten vier Millionen Euro geeinigt haben. Neben dem Gehalt von insgesamt 500.000 Euro bis zum Vertragsende im Oktober 2012 soll "Dr. No" Ansprüche für die Altersvorsorge sowie bereits aufgelaufene Boni erhalten und hat sich somit bei den Ausstiegsverhandlungen durchgesetzt.


http://www.mopo.de/2010/20101219/hamburg/politik/vier_millionen_euro_fuer_nonnenmacher.html
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"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)
Fritz Linow


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« Antworten #5 am: 03. November 2016, 11:09:49 »

Die HSH Nordbank erlässt dem Reeder, Immobilienunternehmer und passioniertem Hochseesegler Bernd Kortüm eine halbe Milliarde Euro Schulden:
http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/HSH-Nordbank-Schuldenerlass-fuer-Hamburger-Grossreederei
Zitat
In die Debatte um den Schuldenerlass der HSH Nordbank gegenüber einem einzigen Großkunden kommt Bewegung. Nach Informationen der Kieler Nachrichten handelt es sich bei dem Nutznießer des Forderungsverzichts von mehr als einer halben Milliarde Euro um die Norddeutsche Reederei H. Schuldt aus Hamburg.

Kiel/Hamburg
Dahinter steht als geschäftsführender Gesellschafter der als sehr vermögend geltende Hamburger Reeder und Immobilienunternehmer Bernd Kortüm (74).

Der passionierte Hochseesegler ist über seine Unternehmensgruppe Norddeutsche Vermögen Holding (NV) alleiniger Eigentümer der Reederei. Kortüm hatte die Traditionsreederei Anfang 2000 mit acht Schiffen übernommen, deren Flotte aber mit milliardenschwerer Finanzierungshilfe der HSH Nordbank rasant auf rund 100 Schiffe – überwiegend Containerfrachter – ausgebaut. Durch die weltweite Schifffahrtskrise geriet auch dieses Unternehmen in eine Schieflage und musste die Zahl der Schiff auf knapp die Hälfte reduzieren.

Beide Landesregierungen waren über diesen Schritt informiert. Der Forderungsverzicht ist nach Informationen der Kieler Nachrichten mit einem so genannten Besserungsschein versehen. Das heißt: Sobald die Problemschiffe der Reederei wieder Geld verdienen, kommt dies den Ländern zugute.

Politisch dürfte der Schuldenerlass noch ein turbulentes Nachspiel haben. Am Donnerstag wird sich der Finanzausschuss im schleswig-holsteinischen Landtag mit dem Thema befassen.

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Fritz Linow


Beiträge: 777


« Antworten #6 am: 04. September 2017, 08:56:30 »

Mal eben so 700 Millionen in den Arsch geblasen bekommen:
Zitat
10.8.17
(…) Die HSH Nordbank plant angesichts der Schifffahrtskrise offenbar einen weiteren großen Schuldenschnitt. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ will die Nordbank dem Unternehmen des Reeders Heinrich Schoeller rund 800 Millionen Dollar (gut 680 Millionen Euro) Schulden erlassen. Die genauen Konditionen werden demnach noch verhandelt. Das Unternehmen Schoeller Holdings in Limassol auf Zypern hatte zeitweise bis zu 1,5 Milliarden Euro von der HSH Nordbank geliehen. Im vergangenen Jahr hatte die Nordbank bereits dem Hamburger Reeder Bernd Kortüm Schiffsschulden in Höhe von 547 Millionen Euro erlassen. Damit verbunden war die Hoffnung, dass Kortüms Schiffe weiter fahren und so zumindest die Restschulden beglichen werden können. (…)

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/Geschaeftsbericht-2016-500-Millionen-Verlust-fuer-HSH-Bad-Bank
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/hsh-nordbank-prueft-den-naechsten-schuldenerlass-15147081.html

Heinrich (Felix Leopold) Schoeller 2005:

Zitat
Andere Hotelunternehmer zieht es weiter weg. Der Schifffahrt wegen hatte es Heinrich Schoeller 1972 von Hamburg nach Zypern verschlagen. Seit 1978 ist der Kapitän zur See selbstständiger Reeder und managt zudem fremde Schiffe. Nach und nach legte Schoeller sich vier Hotels zu, anfangs noch aus Neigung zum Gewinn.

Beim fünften Objekt aber habe ihn die Leidenschaft gepackt, sagt er. Es ist das "Columbia Beach Resort" im Südwesten Zyperns, das der 61-Jährige vor zwei Jahren in der Bucht von Pissouri eröffnet hat - sein Lieblingsplatz seit Urzeiten. "Mein Bett steht quasi am Meer, Segel- und Motorboot liegen vor der Tür. Was will ich mehr", schwärmt der Ex-Kapitän.

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-328307-3.html

Die Firma Scope in Berlin, eine Ratingagentur für geschlossene Fonds, von Florian Schoeller sorgte 2006 für Schiffskredite:

Zitat
(…) Scope ratet auch Schiffsfonds. Darunter sind einige, die der Anbieter König & Cie. zusammen mit dem Reederei-Partner Columbia Shipmanagement Ltd. aufgelegt hat. Der Chef der Reederei heißt Heinrich Schoeller – und ist mit Florian Schoeller verwandt, der darauf bei seinen Ratings mit keinem Wort hinweist. (…)

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ratingagentur-scope-ein-schlossherr-der-fragen-aufwirft/2697430.html

2014:


Überflüssig zu erwähnen, dass die weitverzweigte Unternehmersippe Schoeller massiv von Zwangsarbeit während der NS-Zeit profitierte:
https://kulturvereinigung.de/index.php/geschichte-mainmenu-32/385-2500-firmen-sklavenhalter-im-ns-lagersystem
« Letzte Änderung: 04. September 2017, 10:41:18 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 777


« Antworten #7 am: 23. Oktober 2017, 12:06:04 »

Zitat
23.10.17
(...)
Sicher ist, dass die Bank die Zehn-Milliarden-Garantie voll in Anspruch nehmen muss. (...) Derzeit haften die öffentlichen Eigner der Bank – also auch die Sparkassen – im Fall einer Abwicklung für Anleihen und Pensionsverbindlichkeiten der Bank in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich, so schätzen Experten, könnte sich der Schaden allein für Schleswig-Holstein auf sechs bis acht Milliarden Euro belaufen.

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/HSH-Verkauf-Was-der-Steuerzahler-jetzt-wissen-muss
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Fritz Linow


Beiträge: 777


« Antworten #8 am: 07. November 2017, 20:49:43 »

Um nochmal auf Heinrich Schoeller zurückzukommen, dem von der HSH-Bank 700 Millionen Schulden aufgrund guter Zusammenarbeit (FAZ) erlassen wurden:

Das flackerte kurz in den Medien auf, aber so richtig interessiert es anscheinend niemanden. Da wurde kurz erwähnt, dass er aus einer Unternehmerfamilie stammt und das war’s.

Diese Unternehmersippe besteht aus ca. 300 Mitgliedern, ist in verschiedenen Bereichen tätig (außer Eis) und trifft sich alle Jahre zu einem Kaffeekränzchen, dem Heinrich Schoeller vorsteht. Er selber ist der Vertreter der sogenannten schlesischen Linie, wo die Sippe hauptsächlich Agrargüter produzieren ließ.

Die „Schlesische Arbeiterzeitung“ berichtet 1921, dass dieser Familienzweig als Vorreiter faschistische Kampfverbände für Spitzelzwecke und Streikbruch eingesetzt hat. Ende der 20er kam es zu Massenprotesten, weil Direktor Schoeller ein Küchenmädchen in den Tod getrieben habe. Ebenso sollen durch Unterbilanzierung Betriebe stillgelegt worden sein, wenn eine Organisierung erkennbar war.

 So liest es die Unternehmersippe gerne:
Zitat
„Rückblickend ist das vielfältige  Wirken  der  Familie  in  Schlesien  in  der  Landwirtschaft, in der Industrie, Politik, Verkehr, Kultur und Sozialem,  verbunden  mit  einem  liebenswerten  und  disziplinierten Familienzusammenhalt, einer klugen Heiratspolitik, besonderer Aufgeschlossenheit gegenüber technischen  Entwicklungen,  der  Liebe  zum  Land,  Generationen überdauernder Tüchtigkeit, und dies oft schon in jungen Jahren, ein Merkmal der Schoeller auch in Schlesien.“


Von Mitgliedern aus einer weiteren Familienlinie ist,- zu wenig-, bekannt, dass sie zu den ersten Geldgebern der noch jungen NSDAP gehörten. Als Dank gab es später den Titel Wehrwirtschaftsführer und die Möglichkeit, in österreichischen Rüstungsbetrieben ordentlich auf den Putz zu hauen. Die Verbundenheit zum Führer war so groß, dass man ihm zum 50. gerne eine original Wagnerpartitur schenkte. Nach ’45 war alles kein Problem und die Stahlwerke Schoeller-Bleckmann profitierten auch von Zwangsarbeit in der DDR.

Neben der Arisierung eines Wiener Hotels gab es jede Menge Zwangsarbeiter in den verschiedenen Bereichen dieser Unternehmensfamilie, verstreut über das ganze Reich.
Dieses Konstrukt vieler kleinerer Betriebe ermöglicht es dieser Sippe, relativ unbeachtet unter dem Radar der Öffentlichkeit zu fliegen, wobei manchmal Überheblichkeit und Selbstbewustsein dann doch Überhand nehmen:
Zitat
Ein deutscher Spitzendiplomat nutzte sein Ansehen und seine Position als Botschafter, um zweifelhafte Rüstungsgeschäfte anzubahnen und sich Provisionen versprechen zu lassen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13496264.html

Der Spitzendiplomat gehört auch zu dieser Sippe.

Wenn dem Reeder Heinrich Schoeller also nun 700 Millionen Euro erlassen wurden, dann ist das kein dummer Zufall, sondern systembedingt. Mit Schuldner und Gläubiger haben sich zwei alte Kampfgefährten im Geiste getroffen und gefunden.

Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft für Entschädigungszahlungen an Zwangsarbeiter hatte lächerliche 5 Milliarden Euro zu vergeben, eine Bank vergibt 700 Millionen Euro an jemanden aus einer Sippe, die mitverantwortlich dafür war, dass es überhaupt soweit kam.
« Letzte Änderung: 07. November 2017, 23:13:44 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 777


« Antworten #9 am: 09. November 2017, 12:47:54 »

Zitat
8.11.17
„Paradise Papers“: Auch HSH Nordbank in Steueroase aktiv

Die Affäre um die „Paradise Papers“ reicht bis nach Kiel: In den brisanten Dokumenten über die Schattenwelt der Finanzwirtschaft taucht auch die den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg gehörende HSH Nordbank auf. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ist das Geldinstitut unter anderem an einem Bankenkonsortium beteiligt, das zwanzig Schiffseignern mit Sitz in der westafrikanischen Steueroase Liberia eine halbe Milliarde Euro Kredit eingeräumt hat. 90 Millionen Euro kommen von der HSH.
(...)
Dass die HSH Nordbank in Sachen Steuern unangenehm auffällt, passiert nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren musste sie ein Bußgeld von 22 Millionen Euro bezahlen, weil sie reichen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hatte. Die frühere Luxemburger Filiale der HSH hatte dazu jahrelang Briefkastenfirmen vermittelt, bei denen vermögende Klienten ihr Geld vor dem Finanzamt verstecken konnten. (...)
https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/paradise-papers-auch-hsh-nordbank-in-steueroase-aktiv-id18277991.html
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