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Autor Thema: HSH Nordbank od. "Die unendliche Geschichte"  (Gelesen 25807 mal)
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beickmann


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« am: 26. Oktober 2010, 18:56:07 »

HSH-NORDBANK
 
Frigge wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Finanzsenator im Kreuzfeuer: Carsten Frigge (CDU) muss sich unangenehmen Fragen zur HSH-Nordbank stellen.

VON CHRISTOPH HEINEMANN

Ein ehemaliger Geschäftspartner des Senators hat den HSH-Boss Dirk Jens Nonnenmacher mit seiner Firma beraten (MOPO berichtete). Hat Frigge deshalb so viel Geduld mit "Dr. No"? Das streitet Frigge vehement ab - und distanziert sich klar von Nonnenmacher.

Der Vorstandsboss stelle eine "Belastung" für die Bank dar, so Frigge. Die Stadt müsse aber abwägen, ob sich ein geeigneter Nachfolger für Nonnenmacher finden lasse. Außerdem habe der HSH-Boss bei der Sanierung gute Fortschritte gemacht.

Klar ist laut Frigge: Er habe niemals Geschäfte mit der HSH gemacht. "Keine Firma, an der Herr Frigge direkt oder indirekt beteiligt ist oder war, hat jemals ein Beratungsmandat bei der HSH-Nordbank wahrgenommen oder abgerechnet", so Frigges Sprecher. "Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen." Wenn die Aussagen des Senators stimmen sollten, hat sich auch für GAL "das Thema erledigt".

Dirk Jens Nonnenmacher steht dagegen weiter im Fokus. Am Vormittag läuft das Ultimatum von GAL-Fraktionschef Jens Kerstan an den Bankchef ab: Der Grüne hatte Nonnenmacher aufgefordert, ein "glasklares Dementi" zu den Spitzel-Vorwürfen abzugeben - sonst müsse er seinen Posten räumen. Im Senat soll die Spitzel-Affäre in der HSH heute erneut diskutiert werden.


http://www.mopo.de/2010/20101026/hamburg/politik/frigge_wehrt_sich_gegen_vorwuerfe.html
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"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)
beickmann


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« Antworten #1 am: 28. Oktober 2010, 15:19:57 »

Millionen-Abfindung für Dr. No?
Er ist zurzeit wohl einer der unbeliebtesten Männer der Stadt: Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher. Doch der Senat findet keinen Nachfolger -und hat Angst vor einer Millionenabfindung!

VON MATHIS NEUBURGER, CHRISTOPH HEINEMANN

500000 Euro verdient Nonnemacher pro Jahr. Sein Vertrag läuft bis Ende 2012. Feuert man ihn jetzt, hat er bis dahin seinen Gehaltsanspruch: also eine Million Euro. Das wäre nicht alles: Vor Gericht könnte Nonnenmacher in bester Managermanier noch Rentenansprüche und Entschädigungen einfordern. Im Rathaus rechnet man damit, dass der goldene Handschlag Nonnenmacher vier bis sechs Millionen Euro brächte!

Ein solcher Millionenbonus wäre aus Senatssicht politischer Selbstmord. Deshalb wird nach einer juristischen Verfehlung gesucht. Nur dann ließe sich der Bankchef feuern, ohne Millionen hinterherzuwerfen.

Dann fehlte aber immer noch ein Nachfolger. Auch wenn der Bürgermeister dies bestreitet: Seit mehr als einem Monat wird nach Kandidaten gesucht -ergebnislos. Einen der aktuellen Vorstände zu berufen, kommt wohl nicht infrage: Der erhoffte Neuanfang wäre verpatzt.

Und die Top-Manager anderer Banken ergreifen beim Stichwort HSH-Nordbank die Flucht. Auch wenn die Bank angeblich wirtschaftlich auf dem Weg der Besserung ist, weiß niemand, wie viel Schmutz sich noch verbirgt. Und: Der neue Bankchef müsste sich ebenfalls mit einem Salär von 500000 Euro begnügen. Da lässt sich woanders schon wieder weit mehr verdienen.




http://www.mopo.de/2010/20101028/hamburg/politik/millionen_abfindung_fuer_dr_no.html
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Paul Claudel (1868-1955)
Aloysius


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« Antworten #2 am: 06. November 2010, 19:37:04 »

http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/203586-Dr.-No-und-Westerwelle-praegen-FDP-Landesparteitag.html

Der Kubicki und die FDP haben gerade beschlossen, 'Dr. No' abzuservieren. Bezeichnenderweise kann 'Tricky' Kubicky dazu befragt natürlich keine konkreten Ansatzpunkte liefern, er ist schließlich Jurist, also hält er sich bedeckt.

Dies deuted klar auf die Millionen-Abfindung hin, es sei denn, sie können doch noch etwas konstruieren, was zum Herauswurf reicht.

Aber ich bin sicher, daß da nichts kommt - das wird teuer. Und Nonnenmacher wird, wie üblich mir einem seiner fiesen Grinsen, den Hut nehmen.

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beickmann


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« Antworten #3 am: 08. November 2010, 17:17:06 »

Morgen fliegt "Dr. No" - GAL und FDP wollen Absetzung des Bankchefs
Um 10 Uhr sagt Dirk Jens Nonnenmacher heute in Kiel beim Untersuchungsausschuss zur HSH-Nordbank aus. Gut möglich, dass dies sein letzter Auftritt als Vorstandsvorsitzender der Bank ist.

VON SIMONE PAULS

Die GAL in Hamburg und die FDP in Schleswig-Holstein wollen morgen seine Absetzung durchsetzen. Zur Verschärfung des Bank-Skandals haben zurückgehaltene Verträge geführt.

Es geht um die Sicherheitsfirma Prevent - es gibt Vorwürfe, das Unternehmen habe im Auftrag der Bank Politiker und Kritiker ausspioniert. Prevent arbeitet seit 2004 für die Nordbank, doch erst unter Nonnenmacher gab es Geschäfte in Millionenhöhe. Unter anderem ließ er sich durchschusssichere Folien für die Fenster seiner Wohnung und versilberte Sicherheitsschlösser anbringen. Das Landeskriminalamt sah allerdings keine besondere Gefährdung des Topmanagers durch Gewalt-Anarchos, hatte deshalb auch keine besonderen Schutzmaßnahmen angeordnet.

Laut "Spiegel" hat Dirk Jens Nonnenmacher sich bei der Unterzeichnung nicht korrekt verhalten. Eigentlich muss der gesamte Vorstand Millionen-Verträge genehmigen. Manchmal unterschrieb er gar nicht oder nur allein.

Als die Stadt nun auf Herausgabe der Prevent-Verträge pochte, rückte die Bank sie erst mit Verspätung raus -und behielt eines der Dokumente, auf dem einzig Nonnenmacher unterschrieben hatte, einfach ein. "Ich komme nach Sichtung aller mir bekannter Unterlagen zu der Bewertung, dass der HSH-Vorstandschef versucht hat zu täuschen. Das kann nur seine Entlassung zur Konsequenz haben", so GAL-Fraktionschef Jens Kerstan. Auch die FDP in Schleswig-Holstein zürnt und dringt auf Nonnenmachers Rauswurf.

Sollte die CDU nicht mitziehen, könnte sogar die Koalition in Hamburg platzen (MOPO am Sonntag berichtete). Die GAL wiegelt jedoch ab. Man habe der CDU die Unterlagen jetzt zur Verfügung gestellt, die werde die Angelegenheit sicherlich genauso sehen, heißt es.

Die Hamburger SPD überlegt unterdessen, den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Landesbank um die Personalien von Nonnenmacher und Finanzsenator Carsten Frigge zu erweitern.




http://www.mopo.de/2010/20101108/hamburg/politik/morgen_fliegt_dr_no_gal_und_fdp_wollen_absetzung_des_bankchefs.html
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Paul Claudel (1868-1955)
beickmann


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« Antworten #4 am: 19. Dezember 2010, 17:00:15 »



Vier Millionen Euro für Nonnenmacher!
Gerade erst wurde der gebürtige Bayer Paul Lerbinger (55) als Nachfolger des umstrittenen Bankers Dirk Jens Nonnenmacher (47) vorgestellt (MOPO berichtete) – schon macht der Noch-Chef wieder Schlagzeilen.

Wie der "Focus" berichtet, sollen sich Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Nonnenmacher nämlich auf eine Abfindung von satten vier Millionen Euro geeinigt haben. Neben dem Gehalt von insgesamt 500.000 Euro bis zum Vertragsende im Oktober 2012 soll "Dr. No" Ansprüche für die Altersvorsorge sowie bereits aufgelaufene Boni erhalten und hat sich somit bei den Ausstiegsverhandlungen durchgesetzt.


http://www.mopo.de/2010/20101219/hamburg/politik/vier_millionen_euro_fuer_nonnenmacher.html
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Paul Claudel (1868-1955)
Fritz Linow


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« Antworten #5 am: 03. November 2016, 12:09:49 »

Die HSH Nordbank erlässt dem Reeder, Immobilienunternehmer und passioniertem Hochseesegler Bernd Kortüm eine halbe Milliarde Euro Schulden:
http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/HSH-Nordbank-Schuldenerlass-fuer-Hamburger-Grossreederei
Zitat
In die Debatte um den Schuldenerlass der HSH Nordbank gegenüber einem einzigen Großkunden kommt Bewegung. Nach Informationen der Kieler Nachrichten handelt es sich bei dem Nutznießer des Forderungsverzichts von mehr als einer halben Milliarde Euro um die Norddeutsche Reederei H. Schuldt aus Hamburg.

Kiel/Hamburg
Dahinter steht als geschäftsführender Gesellschafter der als sehr vermögend geltende Hamburger Reeder und Immobilienunternehmer Bernd Kortüm (74).

Der passionierte Hochseesegler ist über seine Unternehmensgruppe Norddeutsche Vermögen Holding (NV) alleiniger Eigentümer der Reederei. Kortüm hatte die Traditionsreederei Anfang 2000 mit acht Schiffen übernommen, deren Flotte aber mit milliardenschwerer Finanzierungshilfe der HSH Nordbank rasant auf rund 100 Schiffe – überwiegend Containerfrachter – ausgebaut. Durch die weltweite Schifffahrtskrise geriet auch dieses Unternehmen in eine Schieflage und musste die Zahl der Schiff auf knapp die Hälfte reduzieren.

Beide Landesregierungen waren über diesen Schritt informiert. Der Forderungsverzicht ist nach Informationen der Kieler Nachrichten mit einem so genannten Besserungsschein versehen. Das heißt: Sobald die Problemschiffe der Reederei wieder Geld verdienen, kommt dies den Ländern zugute.

Politisch dürfte der Schuldenerlass noch ein turbulentes Nachspiel haben. Am Donnerstag wird sich der Finanzausschuss im schleswig-holsteinischen Landtag mit dem Thema befassen.

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Fritz Linow


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« Antworten #6 am: 04. September 2017, 09:56:30 »

Mal eben so 700 Millionen in den Arsch geblasen bekommen:
Zitat
10.8.17
(…) Die HSH Nordbank plant angesichts der Schifffahrtskrise offenbar einen weiteren großen Schuldenschnitt. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ will die Nordbank dem Unternehmen des Reeders Heinrich Schoeller rund 800 Millionen Dollar (gut 680 Millionen Euro) Schulden erlassen. Die genauen Konditionen werden demnach noch verhandelt. Das Unternehmen Schoeller Holdings in Limassol auf Zypern hatte zeitweise bis zu 1,5 Milliarden Euro von der HSH Nordbank geliehen. Im vergangenen Jahr hatte die Nordbank bereits dem Hamburger Reeder Bernd Kortüm Schiffsschulden in Höhe von 547 Millionen Euro erlassen. Damit verbunden war die Hoffnung, dass Kortüms Schiffe weiter fahren und so zumindest die Restschulden beglichen werden können. (…)

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/Geschaeftsbericht-2016-500-Millionen-Verlust-fuer-HSH-Bad-Bank
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/hsh-nordbank-prueft-den-naechsten-schuldenerlass-15147081.html

Heinrich (Felix Leopold) Schoeller 2005:

Zitat
Andere Hotelunternehmer zieht es weiter weg. Der Schifffahrt wegen hatte es Heinrich Schoeller 1972 von Hamburg nach Zypern verschlagen. Seit 1978 ist der Kapitän zur See selbstständiger Reeder und managt zudem fremde Schiffe. Nach und nach legte Schoeller sich vier Hotels zu, anfangs noch aus Neigung zum Gewinn.

Beim fünften Objekt aber habe ihn die Leidenschaft gepackt, sagt er. Es ist das "Columbia Beach Resort" im Südwesten Zyperns, das der 61-Jährige vor zwei Jahren in der Bucht von Pissouri eröffnet hat - sein Lieblingsplatz seit Urzeiten. "Mein Bett steht quasi am Meer, Segel- und Motorboot liegen vor der Tür. Was will ich mehr", schwärmt der Ex-Kapitän.

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-328307-3.html

Die Firma Scope in Berlin, eine Ratingagentur für geschlossene Fonds, von Florian Schoeller sorgte 2006 für Schiffskredite:

Zitat
(…) Scope ratet auch Schiffsfonds. Darunter sind einige, die der Anbieter König & Cie. zusammen mit dem Reederei-Partner Columbia Shipmanagement Ltd. aufgelegt hat. Der Chef der Reederei heißt Heinrich Schoeller – und ist mit Florian Schoeller verwandt, der darauf bei seinen Ratings mit keinem Wort hinweist. (…)

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ratingagentur-scope-ein-schlossherr-der-fragen-aufwirft/2697430.html

2014:


Überflüssig zu erwähnen, dass die weitverzweigte Unternehmersippe Schoeller massiv von Zwangsarbeit während der NS-Zeit profitierte:
https://kulturvereinigung.de/index.php/geschichte-mainmenu-32/385-2500-firmen-sklavenhalter-im-ns-lagersystem
« Letzte Änderung: 04. September 2017, 11:41:18 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #7 am: 23. Oktober 2017, 13:06:04 »

Zitat
23.10.17
(...)
Sicher ist, dass die Bank die Zehn-Milliarden-Garantie voll in Anspruch nehmen muss. (...) Derzeit haften die öffentlichen Eigner der Bank – also auch die Sparkassen – im Fall einer Abwicklung für Anleihen und Pensionsverbindlichkeiten der Bank in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich, so schätzen Experten, könnte sich der Schaden allein für Schleswig-Holstein auf sechs bis acht Milliarden Euro belaufen.

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/HSH-Verkauf-Was-der-Steuerzahler-jetzt-wissen-muss
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Fritz Linow


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« Antworten #8 am: 07. November 2017, 21:49:43 »

Um nochmal auf Heinrich Schoeller zurückzukommen, dem von der HSH-Bank 700 Millionen Schulden aufgrund guter Zusammenarbeit (FAZ) erlassen wurden:

Das flackerte kurz in den Medien auf, aber so richtig interessiert es anscheinend niemanden. Da wurde kurz erwähnt, dass er aus einer Unternehmerfamilie stammt und das war’s.

Diese Unternehmersippe besteht aus ca. 300 Mitgliedern, ist in verschiedenen Bereichen tätig (außer Eis) und trifft sich alle Jahre zu einem Kaffeekränzchen, dem Heinrich Schoeller vorsteht. Er selber ist der Vertreter der sogenannten schlesischen Linie, wo die Sippe hauptsächlich Agrargüter produzieren ließ.

Die „Schlesische Arbeiterzeitung“ berichtet 1921, dass dieser Familienzweig als Vorreiter faschistische Kampfverbände für Spitzelzwecke und Streikbruch eingesetzt hat. Ende der 20er kam es zu Massenprotesten, weil Direktor Schoeller ein Küchenmädchen in den Tod getrieben habe. Ebenso sollen durch Unterbilanzierung Betriebe stillgelegt worden sein, wenn eine Organisierung erkennbar war.

 So liest es die Unternehmersippe gerne:
Zitat
„Rückblickend ist das vielfältige  Wirken  der  Familie  in  Schlesien  in  der  Landwirtschaft, in der Industrie, Politik, Verkehr, Kultur und Sozialem,  verbunden  mit  einem  liebenswerten  und  disziplinierten Familienzusammenhalt, einer klugen Heiratspolitik, besonderer Aufgeschlossenheit gegenüber technischen  Entwicklungen,  der  Liebe  zum  Land,  Generationen überdauernder Tüchtigkeit, und dies oft schon in jungen Jahren, ein Merkmal der Schoeller auch in Schlesien.“


Von Mitgliedern aus einer weiteren Familienlinie ist,- zu wenig-, bekannt, dass sie zu den ersten Geldgebern der noch jungen NSDAP gehörten. Als Dank gab es später den Titel Wehrwirtschaftsführer und die Möglichkeit, in österreichischen Rüstungsbetrieben ordentlich auf den Putz zu hauen. Die Verbundenheit zum Führer war so groß, dass man ihm zum 50. gerne eine original Wagnerpartitur schenkte. Nach ’45 war alles kein Problem und die Stahlwerke Schoeller-Bleckmann profitierten auch von Zwangsarbeit in der DDR.

Neben der Arisierung eines Wiener Hotels gab es jede Menge Zwangsarbeiter in den verschiedenen Bereichen dieser Unternehmensfamilie, verstreut über das ganze Reich.
Dieses Konstrukt vieler kleinerer Betriebe ermöglicht es dieser Sippe, relativ unbeachtet unter dem Radar der Öffentlichkeit zu fliegen, wobei manchmal Überheblichkeit und Selbstbewustsein dann doch Überhand nehmen:
Zitat
Ein deutscher Spitzendiplomat nutzte sein Ansehen und seine Position als Botschafter, um zweifelhafte Rüstungsgeschäfte anzubahnen und sich Provisionen versprechen zu lassen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13496264.html

Der Spitzendiplomat gehört auch zu dieser Sippe.

Wenn dem Reeder Heinrich Schoeller also nun 700 Millionen Euro erlassen wurden, dann ist das kein dummer Zufall, sondern systembedingt. Mit Schuldner und Gläubiger haben sich zwei alte Kampfgefährten im Geiste getroffen und gefunden.

Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft für Entschädigungszahlungen an Zwangsarbeiter hatte lächerliche 5 Milliarden Euro zu vergeben, eine Bank vergibt 700 Millionen Euro an jemanden aus einer Sippe, die mitverantwortlich dafür war, dass es überhaupt soweit kam.
« Letzte Änderung: 08. November 2017, 00:13:44 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #9 am: 09. November 2017, 13:47:54 »

Zitat
8.11.17
„Paradise Papers“: Auch HSH Nordbank in Steueroase aktiv

Die Affäre um die „Paradise Papers“ reicht bis nach Kiel: In den brisanten Dokumenten über die Schattenwelt der Finanzwirtschaft taucht auch die den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg gehörende HSH Nordbank auf. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ist das Geldinstitut unter anderem an einem Bankenkonsortium beteiligt, das zwanzig Schiffseignern mit Sitz in der westafrikanischen Steueroase Liberia eine halbe Milliarde Euro Kredit eingeräumt hat. 90 Millionen Euro kommen von der HSH.
(...)
Dass die HSH Nordbank in Sachen Steuern unangenehm auffällt, passiert nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren musste sie ein Bußgeld von 22 Millionen Euro bezahlen, weil sie reichen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hatte. Die frühere Luxemburger Filiale der HSH hatte dazu jahrelang Briefkastenfirmen vermittelt, bei denen vermögende Klienten ihr Geld vor dem Finanzamt verstecken konnten. (...)
https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/paradise-papers-auch-hsh-nordbank-in-steueroase-aktiv-id18277991.html
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Kuddel


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« Antworten #10 am: 02. Februar 2018, 20:23:21 »

Zitat
Die HSH Nordbank ist 643 Millionen Euro wert

Seit Wochen wird spekuliert, zu welchem Preis Hamburg und Schleswig-Holstein ihre HSH Nordbank verkaufen werden. 200 Millionen, 700 Millionen oder sogar mehr als eine Milliarde Euro? Vier Wochen vor Ablauf der von der EU gesetzten Verkaufsfrist am 28. Februar gibt es jetzt erstmals schwarz auf weiß eine Summe, wie hoch die Länder eigentlich den Wert der Bank ansetzen: 643 Millionen Euro.
...
Theoretisch ist die HSH sogar 1,4 Milliarden wert

Dem Bericht der Holding zufolge wurde der Wert der HSH Nordbank zum 31. Dezember 2016 per Gutachten zunächst sogar auf 1,41 Milliarden Euro taxiert. Mit Blick auf den Verkauf – den die EU als Bedingung für die Genehmigung staatlicher Milliardenhilfen angeordnet hatte – wurde jedoch ein rund 770 Millionen Euro niedrigerer "objektivierter Unternehmenswert unter Veräußerungsgesichtspunkten" angesetzt. Dem lag die Annahme zugrunde, dass ein Käufer die Risiken im Bereich Schiffsfinanzierung "sehr wahrscheinlich" um 431 Millionen Euro höher ansetzen, für geplante neue Banken-Regeln ("Basel IV") Belastungen von 312 Millionen Euro einpreisen und die Aussichten im Neugeschäft um 24 Millionen niedriger ansetzen würde. Der Verkaufserlös kann natürlich über oder unter dem theoretischen Wert liegen.
...
https://www.abendblatt.de/hamburg/article213296351/Die-HSH-Nordbank-ist-643-Millionen-Euro-wert.html



Zitat
HSH Nordbank
Prozess um Ex-Vorstände in der Endlosschleife

Der Bundesgerichtshof hat den Freispruch für Dirk Nonnenmacher und seine Vorstandskollegen gekippt. Den Bürger freut das. Doch die Neuauflage des Verfahrens lässt auf sich warten.

...
Unmittelbar vor den Festtagen 2007 hatten die ehemaligen Vorstände um Hans Berger und Dirk Jens Nonnenmacher mit ihren Unterschriften das riskante 2,4 Milliarden-Euro-Geschäft genehmigt, das inzwischen als „Omega 55“ bekannt ist. Bei den komplexen Geschäften mit der französischen Bank BNP Paribas wurden Immobilienrisiken aus der Bilanz der HSH Nordbank in eine Zweckgesellschaft ausgelagert und gleichzeitig die Liquidität der Bank gestärkt. Im Gegenzug übernahm die HSH Nordbank Risiken für Wertpapiere der französischen Großbank.
...
 
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article173123591/HSH-Nordbank-Prozess-um-Ex-Vorstaende-in-der-Endlosschleife.html
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #11 am: 02. Februar 2018, 21:33:12 »

Dazu ist diese Doku hier sehr interessant:

Zitat
Piraten in Nadelstreifen
Während fast in der gesamten Republik Staatsschulden getilgt werden, steigen sie in Hamburg und Schleswig-Holstein drastisch an. Hauptgrund ist der Niedergang der HSH Nordbank.
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-piraten-in-nadelstreifen-100.html
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
ManOfConstantSorrow


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« Antworten #12 am: 28. Februar 2018, 14:15:43 »

Ein weiteres Kapitel der Geschichte organisierter Kriminalität größter Dimension:

Zitat
Investoren kaufen HSH für eine Milliarde Euro


Daniel Günther (l.) und Olaf Scholz verkündeten am Mittwoch, wer die HSH Nordbank kaufen soll.

Die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg haben heute dem Abschluss eines Kaufvertrags über die Länderanteile an der krisengeschüttelten HSH Nordbank zugestimmt. Das Bankhaus geht an ein Bieterkonsortium um die US-Investoren Christopher Flowers und den Investmentfonds Cerberus. Der Kaufpreis liegt nach Aussagen von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei etwa einer Milliarde Euro. "Bei allen Überlegungen gehen wir davon aus, dass ein Verkauf günstiger ist als eine Abwicklung", erklärte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Rahmen einer Pressekonferenz im Kieler Landeshaus. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sprach davon, "ein substanzielles Ergebnis" erzielt zu haben: "Nun wissen wir, woran wir sind."

Die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg verkünden, wie es mit der krisengeschüttelten HSH Nordbank weitergeht. Hier sehen Sie ab ca. 11.55 Uhr die Pressekonferenz im Video-Livestream von NDR.de.

"Keinerlei Zusagen" für den Bank-Standort in Kiel

Cerberus und Flowers übernehmen die meisten Anteile und halten künftig rund 80 Prozent des Instituts. Kleinere Anteile gehen an die amerikanische Gesellschaft GoldenTree und an Centaurus Capital aus London sowie an die österreichische Bawag, die Cerberus zuzurechnen ist. Die Länder verzichten auf die Möglichkeit, vorübergehend an einer Minderheitsbeteiligung festzuhalten. Sie verkaufen 94,9 Prozent der Anteile. Die restlichen 5,1 Prozent lagen schon zuvor bei Flowers. Von den Investoren gibt es laut Günther "keinerlei Zusagen", was den Standort der HSH Nordbank in Kiel angeht. Dort sind etwa 1.000 Menschen beschäftigt. Die Landesregierung habe sehr dafür geworben, Arbeitsplätze in Kiel zu erhalten - dies jedoch nicht zu einer Bedingung gemacht.

"Geringster Schaden, den wir erreichen konnten"

Der Kaufpreis von einer Milliarde Euro könnte sich noch reduzieren, falls die Bank die Verlustgarantie der Länder von zehn Milliarden Euro nicht voll in Anspruch nimmt. Diese Garantie soll vorzeitig beendet und an die Käufer ausgezahlt werden. Dafür erhalten die Länder einen Ausgleichsbetrag von 100 Millionen Euro. Günther erklärte für Schleswig-Holstein, dass man aktuell von einem Risiko zwischen 5,4 bis maximal 7 Milliarden Euro ausgehen müsse. Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) bestätigte die Summen auch für Hamburg. Das sei "der geringste Schaden, den wir erreichen konnten", so Tschentscher. "Wir haben es geschafft, eine existenzielle Krise abzuwenden", ergänzte Scholz.

Mehrere Instanzen müssen Vertrag zustimmen

Der Kaufvertrag steht noch unter Vorbehalten. So müssen der Kieler Landtag und die Hamburger Bürgerschaft zustimmen - ebenso wie die EU-Kommission, die Finanzaufsicht BaFin und die Europäische Zentralbank (EZB). Die diversen Prüfungen und Verfahren werden Monate in Anspruch nehmen, so dass eventuell erst im Herbst mit dem formellen Abschluss der Transaktion zu rechnen ist.

Verkaufsverfahren lief seit einem Jahr


Die EU-Kommission in Brüssel hatte 2016 entschieden, dass die Bank abgewickelt werden muss, wenn bis heute kein Käufer gefunden wird. Das war die Bedingung dafür, dass Brüssel die milliardenschweren Rettungspakete der beiden Länder für die HSH Nordbank billigt. Das Verkaufsverfahren lief offiziell seit einem Jahr. Interessenten konnten Gebote abgeben, mussten ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit untermauern und ihr Geschäftsmodell darlegen. Nach Informationen des NDR Schleswig-Holstein gab es - anders als zunächst erhofft - keine Gebote von anderen Banken für die HSH, sondern von verschiedenen Finanzinvestoren.

Favoriten erhalten den Zuschlag


In der finalen Runde wurde seit Anfang 2018 demnach mit dem Konsortium verhandelt, das nun den Zuschlag erhielt. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Heinold hatte nach letzten Regierungsberatungen am Mittwochvormittag bereits gesagt, dass es der Regierung im nördlichsten Bundesland wichtig gewesen sei, einen belastbaren Investor zu finden, damit alle Beteiligten "das Go für eine zukünftige Bank" geben.

Cerberus hält Beteiligungen in der Rüstungsindustrie

Heinold ließ dabei bereits bereits durchblicken: "Wir haben verschiedene Käufer für die Bank, in Teilen auch in der Rüstungsindustrie unterwegs. Politisch verurteile ich das. Das ist nicht das Geschäft, das ich möchte." Diese Aussage deutete bereits auf den Investmentfonds Cerberus hin, der auch Beteiligungen in der Rüstungsindustrie hält. In den Verhandlungen spielte außer dem Verkaufspreis der Umgang mit den staatlichen Garantien, die beide Länder gewährt hatten, eine mitentscheidende Rolle.

Beide Landesparlamente müssen zustimmen

Am Nachmittag wird Scholz in der Bürgerschaft in Hamburg eine Regierungserklärung abgeben. Sie wird ebenfalls von NDR.de im Video-Livestream übertragen. Die Abgeordneten in Kiel werden am Donnerstag informiert.

Milliarden von Euro sind bereits jetzt verloren


Für die beiden Bundesländer ist das Unternehmen HSH Nordbank ein Milliarden-Verlust. Sie haben zur Rettung 2009 drei Milliarden Euro Eigenkapital in die Bank gesteckt und eine zehn Milliarden Euro schwere Garantie ausgesprochen. Dieses Geld ist verloren. Hinzu kommen beispielsweise Verluste mit faulen Schiffskrediten, die Hamburg und Schleswig-Holstein 2016 aus der Bank heraus gekauft und übernommen hatten, um die HSH für Investoren aufzuhübschen.

Geld fehlt jahrzehntelang für Schulen oder Straßen

Experten gehen davon aus, dass die HSH langfristig einen Schaden für die beiden Länder von insgesamt mindestens zehn, vielleicht auch bis zu 20 Milliarden Euro verursachen wird. Das ist Geld, das über Jahrzehnte zum Beispiel für Straßen, Schulen und Polizei fehlen wird.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Investoren-kaufen-HSH-fuer-eine-Milliarde-Euro,hshnordbank1030.html
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
tleary


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« Antworten #13 am: 06. März 2018, 09:15:14 »

Wow! - Wieder wurden 13 Mrd. € Verluste eines kapitalitischen Betriebs "sozialisiert". Laß mich mal rechnen: 13.000 Mio. € geteilt durch 4,6 Mio. Bürger (SH+Hamburg).... macht pro Nase satte 2.820 €. Hochgerechnet auf die ganze BRD (82,5 Mio.) ergäbe das.... 233 Mrd. € - den halben jährlichen Bundesetat!
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
BGS
Polarlicht


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« Antworten #14 am: 06. März 2018, 13:16:56 »

Bei "pro Nase satte 2.820,-" Euro pro Einwohner in S-H und HH wird es nicht bleiben, da immer weiter Geld gedruckt und von den Bankengeiern "geschöpft" wird, quasi aus dem Nichts. Neben allem Anderem.

Geld in Haufen.

MfG

BGS

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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Fritz Linow


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« Antworten #15 am: 22. März 2018, 10:59:07 »

Zitat
21.3.18
Die verschleppte Insolvenz

Der Verkauf der HSH Nordbank war unter anderem deshalb möglich, weil sie trickreich ihre Pleite verschleppte. Die Branche verdiente gut daran.
(...)
Die Kredite, und damit die Schiffe, wurden von einer Firmengruppe namens Notos übernommen, die eine Adresse am feinen Ballindamm an der Hamburger Binnenalster hat. Das Pikante: Der Geschäftsführer von Notos, Jens Rohweder, ist ein ehemaliger Kreditspezialist der HSH Nordbank.

Noch pikanter: Wie Panorama aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, erhielt Rohweders Firma für das Geschäft einen Kredit seines ehemaligen Arbeitgebers, der HSH Nordbank, in Höhe von rund 200 Millionen Euro.
(...)

http://taz.de/!5489987/
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Kuddel


Beiträge: 11452


« Antworten #16 am: 14. Mai 2018, 13:24:40 »

Zitat
HSH-Verkauf steht auf der Kippe

Die erste Privatisierung einer Landesbank wackelt: Zwei Monate nach Vertragsunterzeichnung geht es um die heikle Frage, wann die HSH Nordbank – nach Veräußerung an ein Konsortium um die Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers – vollumfänglich unter das Sicherungssystem der privaten Banken fällt.
http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Einlagensicherung-HSH-Verkauf-auf-der-Kippe

Die HSH Nordbank ist ein Big Player im Bereich der Wirtschaftkriminalität. Die "Finanzinvestoren" sind auch nicht ohne. Die Wortwahl der WELT spricht Bände:
Zitat
Hamburg und Kiel schließen Pakt mit dem Höllenhund
https://www.welt.de/wirtschaft/article174047452/HSH-Nordbank-Cerberus-schlaegt-fuer-eine-Milliarde-Euro-zu.html
Zitat
J.C. Flowers & Company, LLC ist eine Private-Equity-Gesellschaft, die 2002 von J. Christopher Flowers, einem ehemaligen Goldman-Sachs-Partner, gegründet wurde. J.C. Flowers ist unter den ausschließlich auf den Finanzdienstleistungssektor konzentrierten Finanzinvestoren nach eigenen Angaben der weltweit größte.
https://de.wikipedia.org/wiki/J.C._Flowers_%26_Co._LLC
Zitat
Cerberus Capital Management ist ein Investmentfonds-Managementunternehmen mit Firmensitz in New York City, das 1992 von Stephen Feinberg gegründet wurde. Es beteiligt sich an Unternehmen und veräußert sie nach einer Umstrukturierung weiter. Feinberg wurde 1999 von Fortune als einer der 40 reichsten Amerikaner unter 40 Jahren aufgelistet.
Im Dezember 2004 übernahm Cerberus für 82,5 Mio. Dollar von Bayer einige Firmenteile und gründete damit die neue Pharmafirma Talecris. Die Firma hat heute einen Umsatz von 1,5 Mrd. $
Cerberus übernahm im Rahmen eines von ihm geführten Konsortiums unter anderem von dem US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors die Mehrheit am Tochterunternehmen GMAC.
Am 3. August 2007 kaufte Cerberus für 5,5 Mrd. Euro von DaimlerChrysler 80,1 % der Chrysler Group.

Unter der Bezeichnung „Freedom Group“ hat Cerberus ein Konglomerat von Waffenherstellern zusammengekauft.

[Ein Größe in der deutschen Immobilienmafia:] Im Jahre 2004 erwarb das Unternehmen von der Deutschen Bank die in Wilhelmshaven ansässige Wohnungsbaugesellschaft JADE Immobilien Management GmbH mit einem Bestand von 7.500 Mietobjekten. Des Weiteren übernahm Cerberus zusammen mit dem Whitehall-Fonds von Goldman Sachs im Jahre 2004 das zurzeit größte private Immobilienunternehmen Berlins, die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin mbH (GSW). Für mindestens 985 Millionen Euro übernahm Cerberus von der insolventen britischen Gesellschaft Speymill Deutsche Immobilien Company das SDIC Immobilien Portfolio von 22.000 Wohnungen in Deutschland.

[Darüber hinaus mischt man mit bei Automobilzulieferern, im Einzelhandel und bei den Werbmedien mit.
Auffällig fand ich die Geschäfte mit Gewerkschaftsnternehmen
: ]
 
Am 10. November 2005 übernahm das Unternehmen von der Gewerkschaftsholding BGAG (Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften) die BauBeCon-Gruppe in Hannover (vormals „Neue Heimat Niedersachsen“) mit ihren rund 20.000 Wohnungen sowie weitere, von Tochtergesellschaften der Gewerkschaftsholding BGAG gehaltene rund 2.850 Wohneinheiten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, er wird auf rund eine Milliarde Euro geschätzt.

Am 18. Dezember 2006 kaufte Cerberus ein größeres Immobilienpaket (37 Objekte) - darunter zehn Gewerkschaftshäuser in den neuen Bundesländern (u. a. in Berlin, Dresden, Leipzig, Zwickau, Bautzen, Magdeburg, Rostock, Jena und Suhl) und das verdi-Gewerkschaftshaus in Hannover. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. [Aha. Stets Stillschweigen bei den Gewerkschaftsdeals].
https://de.wikipedia.org/wiki/Cerberus_Capital_Management

Ich halte die Grüne Finanzministerin Monika Heinold für eine hohle Nuß. Sie ist mit Sicherheit den Big Boys der internationalen Finanzmafia nicht gewachsen. Wahrscheinlich hat sie nicht einmal die Verträge vollumfänglich zu lesen bekommen.
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Kuddel


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« Antworten #17 am: 14. Mai 2018, 13:36:44 »

Nachtrag:

Zitat
Bisher unbekanntes Protokoll sorgt für Aufsehen: Beim Verkauf von notleidenden Krediten an eine extra gegründete Zweckgesellschaft zahlten die Investoren 2,5 statt 3,5 Milliarden Euro. Abwicklung kostet weiter viel Geld

Demnach haben die Investoren für ein Paket mit faulen Krediten einen deutlichen Preisabschlag zum Buchwert erhalten. Es geht um eine Summe von mehr als einer Milliarde Euro.

Aus dem Protokoll zu einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bank geht nun nach Recherchen der „Wirtschaftswoche“ hervor, dass die Investoren jedoch deutlich weniger als sechs Milliarden Euro für die Kredite gezahlt haben. Das vorwiegend aus Schiffs- und Immobilienkrediten bestehende Portfolio hätte zwar ursprünglich ein Volumen von 6,32 Milliarden gehabt. Es hätte aber wegen Zahlungsschwierigkeiten der Schuldner zuletzt nur noch mit einem Wert von 3,53 Milliarden Euro in den Büchern gestanden. Beim Verkauf an die Zweckgesellschaft soll diese jedoch nur noch 2,45 Milliarden bezahlt haben.

Am Montag wurde zudem bekannt, dass die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht hat.

Im Jahr 2016 hatte die Anstalt öffentlichen Rechts noch einen Verlust von 505 Millionen Euro verbucht.

Was die Abwicklungsgesellschaft am Ende den Steuerzahler kostet, hängt ab vom weiteren Verlauf der Schifffahrtsmärkte und der Verwertung der Kredite.
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article175733671/Bankenverkauf-HSH-Nordbank-gibt-Investoren-eine-Milliarde-Euro-Abschlag.html
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Kuddel


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« Antworten #18 am: 14. Juni 2018, 11:43:51 »

Demokratie? Hahaha!

Zitat
Geheimsache Bankenrettung

Hamburger Landesparlament soll am Mittwoch Verkauf der HSH Nordbank zustimmen. Einsicht in Dokumente erhalten Abgeordnete aber nicht
https://www.jungewelt.de/artikel/333998.geheimsache-bankenrettung.html

Zitat
Bürgerschaft sagt Ja zum HSH-Nordbank-Verkauf

Der Verkauf der HSH Nordbank hat eine weitere Hürde genommen: Die Hamburgische Bürgerschaft hat der Transaktion am Mittwoch mit großer Mehrheit zugestimmt. Im April hatte bereits der Schleswig-Holsteinische Landtag in Kiel den Verkauf einstimmig gebilligt. In der Bürgerschaft stimmte nur die Linke gegen die Veräußerung, vier Abgeordnete enthielten sich zudem.


... Die Fonds bezahlen für die Bank eine Milliarde Euro. Gleichzeitig stellt die Bürgerschaft einen Kredit über knapp drei Milliarden Euro bereit, um die Garantiezusagen der Stadt gegenüber der Bank zu erfüllen. Die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein verlieren mit dem Verkauf rund 10,8 Milliarden Euro...
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Buergerschaft-sagt-Ja-zum-HSH-Nordbank-Verkauf,hshnordbank1102.html
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Fritz Linow


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« Antworten #19 am: 14. Juni 2018, 22:18:57 »

Zitat
Die Akteneinsicht sei „deutlich umfangreicher als die zum EU-Beihilfeverfahren Ende 2015“ gewesen, sagt der FDP-Vorsitzende Michael Kruse. „Einzig Vertrag und Gutachten zur Bewertung des Portfolio X wurde den Abgeordneten trotz mehrmaliger Aufforderung seitens der Oppositionsfraktionen nicht vorgelegt, obwohl diese in hohem Maße vertragsrelevant sind“, moniert er. Hierzu habe es nur eine Zusammenfassung gegeben. „Für die Entscheidung über den Verkauf der Bank ist die Informationsgrundlage jedoch ausreichend.“

https://www.shz.de/nachrichten/meldungen/die-hsh-und-viele-offene-fragen-id20092647.html

Schleswig-Holstein hatte schon vor längerem abgestimmt. Da dürfte ja die Transparenz ähnlich gewesen sein wie jetzt in Hamburg, also überhaupt nicht. Was bleibt, ist ein elender Sumpf aus Filz, Korruption, Naivität und Blödheit und auf der anderen Seite Ohnmächtigkeit. Denen es mal richtig zu zeigen, indem man nächstesmal sein Kreuzchen an der richtigen Stelle macht, ist absurd. Die lachen sich ins Fäustchen.
Die Berichterstattung darüber bleibt immer an der Oberfläche und ist seltsam unaufgeregt. Die jahrzehntelangen Strukturen dahinter werden kaum in Angriff genommen. Da könnte man vielleicht ansetzen und den Rechercheergebnissen auch mal Konsequenzen folgen lassen, nicht nur an Gipfeltagen ala Andreas Beuth, sondern auch gerne im Alltag.
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Fritz Linow


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« Antworten #20 am: 21. Juni 2018, 15:07:19 »

Lesenswerte Seite zu HSH:
http://www.diedeutschenbadbanks.de/

"Der größeren medialen Öffentlichkeit scheint einer der größten Wirtschaftsskandale unserer Zeit wenig Nachfragen und keine wirkliche Recherche wert zu sein."
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Kuddel


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« Antworten #21 am: 25. Juni 2018, 10:10:37 »

Zitat
HSH Nordbank kommt Privatisierung ein Stück näher

HSH Nordbank investiert wieder in Schiffe
https://www.finance-magazin.de/banking-berater/banking/hsh-nordbank-kommt-privatisierung-ein-stueck-naeher-2017431/

Zitat
Privatisierung belastet HSH Nordbank im ersten Quartal

Die HSH Nordbank hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Verlust von 103 Millionen Euro eingefahren. Grund dafür seien hohe Belastungen im Zuge der Privatisierung der Bank, teilte das Institut am Freitag in Hamburg mit. Im gleichen Quartal des Vorjahres stand noch ein Gewinn von 104 Millionen Euro zu Buche. Vor Steuern verschlechterte sich das Ergebnis von plus 128 auf minus 60 Millionen Euro.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/privatisierung-belastet-hsh-nordbank-im-ersten-quartal-6292857

Zitat
Wie man die HSH zu Tode rettete

Als damaliger Bürgermeister von Hamburg verantwortete Olaf Scholz die Rettung der HSH Nordbank - mit mehr als 13 Milliarden Euro Verlusten zulasten der Steuerzahler.

(...)
Die Länderparlamente von Schleswig-Holstein und Hamburg sollen einen Schlussstrich unter das 20-Milliarden-Debakel der HSH Nordbank ziehen. Doch die Abgeordneten wissen nicht, welchen Zahlen sie noch trauen können. Seit 2008, dem Beginn des Endes der Bank, operieren die Hamburger Senate mit irreführenden, wenn nicht falschen Rechnungen.
(...)
Die Abwicklung der Bank – eine durchaus reale Alternative zur Dauerrettung – tat die Hamburger Regierung mit der Behauptung ab, ein solches Szenario hätte „zu einer Inanspruchnahme der Länder aus der von ihnen übernommenen Gewährträgerhaftung geführt, die für Alt-Verbindlichkeiten noch in einem erheblichen Umfang besteht“. So schrieb es der Senat am 10. November 2015 in einer Mitteilung an die Bürgerschaft.

Doch diese war falsch:
(...)
Selbst wenn der im Geschäftsbericht der Stadt Hamburg 2016 noch genannte, aber nie hinterfragte Rest an Gewährträgerhaftung in Höhe von „rund“ drei Milliarden Euro zuträfe, hätte eine geordnete Abwicklung nicht automatisch die Auslösung der Gewährträgerhaftung bedeutet.
Nebulöse Mitteilung an die Bürgerschaft

Die Trickserei fing schon zwei Jahre früher an. Am 19. März 2013 etwa versandte der Senat eine nebulöse Mitteilung an die Bürgerschaft. In ihr wurde für die Wiedererhöhung der Ländergarantie von damals 7 auf 10 Milliarden Euro geworben.
(...)
...allein 115 Milliarden an Kundenkrediten (darunter Kredite für die Schifffahrtindustrie) und „toxische Wertpapiere“ mit einem Buchwert von 10 Milliarden Euro. Ihr Wert betrug effektiv null und war als voller Ausfall vorhersehbar.
(...)
Die Aufforderung an die Bürgerschaft in der Mitteilung des Senats vom 19. März 2013, einer Erhöhung der Ländergarantie zuzustimmen, war nichts anderes als die feste Zusage von Ausgaben, ohne sie im Haushaltsplan zu veranschlagen. Das war ein klarer Verfassungsbruch.

Aus alldem folgt: Der Senat verhinderte die geordnete Abwicklung der Bank, indem er die Folgen der Gewährträgerhaftung hysterisierte und zugleich das Ausfallrisiko der neuen Garantien verniedlichte. Eine geordnete Abwicklung hätte bedeutet, den Zugriff auf das Geld des Steuerzahlers zu minimieren und die Beteiligung der Anteilsinhaber und Gläubiger zu maximieren. Stattdessen warf der Senat ohne Not gutes Geld dem schlechten nach. In der Privatwirtschaft hätte eine solche Serie grober Fehler für die Entscheidungsträger das endgültige Aus bedeutet.

Doch in der Politik gehen die Uhren anders: Olaf Scholz verantwortet heute als deutscher Finanzminister den gesamten Bundeshaushalt.
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article176946730/Privatisierung-Wie-man-die-HSH-zu-Tode-rettete.html
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Fritz Linow


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« Antworten #22 am: 01. Oktober 2018, 10:48:23 »

Zitat
27.9.18
Wird Neuverhandlung im Strafprozess gegen die 6 Ex-HSH-Vorstände fallen gelassen?

Im Oktober 2016 urteilte der BGH: Die Freisprüche im Strafprozess gegen die 6 Ex-Vorstände der HSH Nordbank wegen Untreue und Bilanzfälschung enthalten “durchgreifende Rechtsfehler“. Sie sind folglich nichtig und wurden an das Landgericht Hamburg zurückgegeben. Zur Neuverhandlung.
Das war vor 2 Jahren. Richtig, vor zwei Jahren! Seitdem hat das Landgericht ganz viel anderes zu tun, als sich mit der Neuverhandlung der Pflichtverletzungen der 6 Ex-Vorstände der HSH Nordbank zu beschäftigen. Seither warten auch die Angeklagten Hans Berger, Joachim Friedrich, Peter Rieck, Norbert Gatzweiler, Hartmut Strauss und Bernhard Visker auf ein neues Urteil.
(...)
Wenn unser Rechtsstaat richtungsweisende Urteile im Bankensektor, der Europa und Deutschland an den Rand des Ruins manövriert hat, derart nachlässig behandelt, stellen sich sehr viele Fragen.
Zum Beispiel, wie unabhängig weisungsgebundene Behördenmitarbeiter wie Staatsanwälte agieren. Und wie es sein kann, dass Bankvorstände trotz nachweislicher Verfehlungen vor Strafe ziemlich sicher sind in unserem Land.
(...)
Kein Bankvorstand weltweit wurde bisher für seine Pflichtverletzungen, Untreue, Manipulationen, Bilanzfälschung etc. im Vorfeld der Finanzkrise verurteilt. Dabei sind diese offensichtlich und im Fall der Ex-HSH-Vorstände wurden Pflichtverletzungen und Bilanzfälschung auch vom Gericht bestätigt. Nur nicht als gravierend befunden.
(...)

http://www.diedeutschenbadbanks.de/wird-neuverhandlung-im-strafprozess-gegen-die-6-ex-hsh-vorstaende-fallen-gelassen/
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