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Autor Thema: Ausbeutung und Mobbing bei Starbucks  (Gelesen 27393 mal)
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Nikita


Beiträge: 1041



« am: 19. Dezember 2010, 17:08:16 »

 http://sueddeutsche.de/karriere/starbucks-missachtet-rechte-von-mitarbeitern-falsche-sockenfarbe-abmahnung-1.1036783

Zitat
sueddeutsche.de karriere
Starbucks schikaniert Mitarbeiter Falsche Sockenfarbe? Abmahnung!

16.12.2010, 10:42
Von S. Haas und S. Liebrich

"Das grenzt an Leibeigenschaft": Die Kaffeehaus-Kette Starbucks übt Druck auf Angestellte aus. Wer krank ist oder sich in einer Gewerkschaft engagiert, hat schlechte Karten. Ehemalige Mitarbeiter sprechen von Schikane.

Der Name Starbucks steht für eines der erfolgreichsten Kaffeehauskonzepte der Welt. Der amerikanische Konzern pflegt nach außen ein soziales und umweltbewusstes Image. Doch hinter den Kulissen rumort es. Mitarbeiter und Gewerkschaft werfen dem Unternehmen vor, Arbeitnehmerrechte zu missachten und die Gründung von Betriebsräten zu behindern. Das bestätigte nun auch ein aktueller Bericht des Nachrichtenmagazins Frontal 21 von Heiko Rahms und Thomas Münten vom Dienstag. ZDF-Reporter Rahms ließ sich als Aushilfskraft in einer Starbucks-Filiale am Frankfurter Flughafen anwerben und bekam Einblick in die Welt der Barristas und Helfer hinter der Theke.
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Hinter der Fassade von Starbucks rumort es. Mitarbeiter klagen über unwürdige Arbeitsbedingungen. (© AP)

"Bei uns ist alles anders und sehr sozial", wird ihm bei der Einstellung gesagt. Dass die Realität anders aussieht, bekommt er bald zu spüren. Als ein Kollege, der Fieber hat, seinen Krankenschein einreichen will, zeigt sich die Chefin wenig erfreut. "Du siehst doch völlig gesund aus. Ich glaube, dass du die falsche Arbeitseinstellung hast", hält sie ihm entgegen. Rahms kranker Kollege arbeitet klaglos weiter.

Wer sich nicht fügt, werde rausgeschmissen, bestätigt ein ehemaliger Filialleiter von Starbucks dem ZDF. "Meine Aufgabe war es unbequeme Mitarbeiter rauszuschmeißen. Das war nicht schwer. Irgendeinen Grund fand ich immer und dann hagelte es Abmahnungen." Er beschreibt seine Aufgabe bei dem Konzern als Jobkiller. Abmahnungen gab es für falsche Sockenfarben, angebliche Unstimmigkeiten in der Kasse oder einen verschenkten Becher Kaffee.

Solche Schikanen trafen nach seinen Angaben vor allem Mitarbeiter, die der Gewerkschaft angehörten oder die falsche Hautfarbe hatten. "Mein Chef hat mir gesagt, dass er mich loswerden will. Ich würde zu dieser Gruppe der Afrikaner gehören, die oft krank und unzuverlässig sind", beschwert sich eine ehemalige Starbucks-Mitarbeiterin, die aus Afrika stammt, bei Rahms. Der ehemalige Filialleiter bestätigt dies: "Als die Frau dem Druck nicht mehr standhalten konnte und kündigte, war das ein echter Erfolg. Bei der Jahresabschlussfahrt mit allen Filialleitern aus der Region haben wir im Flugzeug deshalb die Sektkorken knallen lassen." Auch der Filialleiter hat die Firma inzwischen verlassen.

Starbucks wies am Mittwoch auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung alle Vorwürfe zurück. "Der Bericht, der gestern in der ZDF-Sendung Frontal 21 ausgestrahlt wurde, weist eine Vielzahl von falschen und irreführenden Aussagen auf." Die darin geäußerten Anschuldigungen würden jedoch sehr ernst und umfassend geprüft. Mitarbeiter würden bei Starbucks grundsätzlich mit "Respekt und Würde" behandelt, hieß es weiter.

Dass Arbeitnehmervertreter bei der Kaffeehaus-Kette offenbar nicht gern gesehen sind, bestätigt Michaela Rosenberger, Vizechefin der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Nach ihren Angaben gibt es nur in fünf von 144 deutschen Filialen Betriebsräte - in Berlin, Frankfurt, Köln und Essen/Oberhausen. Außerdem gibt es einen Konzernbetriebsrat. "Die Störfeuer der Starbucks-Hauptverwaltung sind immer da, wenn Mitarbeiter Betriebsräte gründen wollen", sagt die Gewerkschafterin der Süddeutschen Zeitung. In Berlin hätten NGG und Betriebsräte sich mit Starbucks sogar gerichtlich gestritten, weil das Unternehmen die Freistellung von Betriebsräten verhindern wollte, sagt sie. Starbucks bestreitet dagegen, dass Gewerkschaftsmitglieder unter Druck gesetzt worden seien.
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    * lupe_dpa
    * dustbin_iStock
    * iStock_telefon

Überwachung am Arbeitsplatz Big Brother im Büro

"Starbucks setzt alles daran, die Mitarbeiter klein zu halten", sagt Peter-Martin Cox. Er ist NGG-Geschäftsführer für die Region Rhein-Main. Immer wieder landen bei ihm Beschwerden von Starbucks-Mitarbeitern. Wer krank wird, habe schlechte Karten bei Starbucks, sagt Cox. Nicht selten würden die Betroffenen moralisch unter Druck gesetzt. "Die Leute werden daheim angerufen und man wirft ihnen vor, das Team alleine zu lassen", berichtet er. Viele kämen dann zur Arbeit, obwohl sie vom Arzt krankgeschrieben seien und sich schlecht fühlten.
Einen Grund für die Kündigung gibt es immer

"Übel" gehe Starbucks mit Beschäftigten um, die einfach nur ihre Arbeitsrechte durchsetzen wollten, heißt es weiter bei der Gewerkschaft. In einer Frankfurter Filiale sei es beispielsweise bei der Arbeitsschicht- und Urlaubsplanung "drunter und drüber" gegangen. Die Mitarbeiter wollten daher einen Betriebsrat gründen, damit die Arbeitsorganisation nicht willkürlich erfolgt. "Von den ehemals sieben Betriebsrats-Kandidaten, die der NGG nahestanden, sind fünf nicht mehr bei Starbucks. Ihnen wurde gekündigt", sagt Cox.
New Health Care Reform Law Will Require Major Chains To Post Calorie Count Bild vergrößern

Die Cupcakes in der Auslage sehen hübsch aus. Den Angestellten bei Starbucks hiflt das nichts. (© AFP)

Die Kündigungsgründe kann der Gewerkschafter jedoch nicht nachvollziehen. Auch er bestätigt, ein Mitarbeiter sei abgemahnt worden, weil er die falsche Sockenfarbe trug, was Starbucks bestreitet. Anderen sei vorgeworfen worden, sie hätten Geld aus der Kasse genommen. "Bewiesen wurde das nicht", betont Cox. "Doch wer will schon bei einem Arbeitgeber bleiben, der einen für so schlecht hält und der ständig zu solchen Methoden greift", sagt er. "Wer in der Gewerkschaft ist, wird schikaniert", sagt er.

Was Aushilftskräfte bei Starbucks verdienen, reicht nach den Erfahrungen von ZDF-Reporter Rahms kaum aus, um über die Runden zu kommen. Als Aushilfskraft erhielt er 8,18 Euro pro Stunde. Bei 30 Arbeitsstunden pro Woche wäre er damit auf 770 Euro netto im Monat gekommen - zu wenig, um in Frankfurt ein Auskommen zu haben. Als Rahms einen zweiten Job annehmen will und dies seiner Chefin sagt, wird er über einen Passus in seinem Arbeitsvertrag aufgeklärt.
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    * Joe Navarro Körpersprache
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FBI-Agent erklärt Körpersprache Daumen hoch!

Dort heißt es, dass eine nebenberufliche entgeltliche Tätigkeit nur mit Zustimmung des Unternehmens gestattet sei. "Ich möchte nicht, dass du woanders arbeitest. Denn dann bist du zeitlich nicht mehr so flexibel und ich kann dich im Schichtdienst nicht richtig einteilen", lehnt die Vorgesetzte von Rahms ab. Der Arbeitsrechtler Andreas Rüther hält solche Klauseln für unwirksam: "Da kann Starbucks nicht machen, das grenzt an Leibeigenschaft." Starbucks bestätigt diese Klausel in Arbeitsverträgen.
Wer die falsche Hautfarbe hat, fliegt

Konzernchef Howard Schultz macht keinen Hehl daraus, dass er nichts von Gewerkschaften hält. Seine Mitarbeiter sollten "von Herzen daran glauben, dass ihnen das Management vertraut und ihnen mit Respekt begegnet", fordert er. "Wenn sie an mich und meine Motive glauben würden, bräuchten sie auch keine Gewerkschaften." Schultz gilt als einer der Vorzeigeunternehmer in den USA, der aus elf Coffee-Shops einen Weltkonzern machte.

1987 hatte er Starbucks für 3,8 Millionen Dollar gekauft. Fünf Jahre später brachte er das Unternehmen an die Börse. Heute beschäftigt der Konzern weltweit 130.000 Mitarbeiter, der Jahresumsatz lag zuletzt bei elf Milliarden Dollar. Starbucks ist in 50 Ländern präsent und betreibt mehr als 16.000 Filialen, meist in besten Innenstadtlagen.

Als die Expansion vor zwei Jahren ins Stocken geriet, schickte Starbucks mehr als 12.000 Beschäftigte nach Hause, über 600 Cafés wurden dichtgemacht. Im vergangenen Jahr wurden sogenannte Effizienzteams in die Filialen geschickt. Ihr Aufgabe war es dafür zu sorgen, dass die Barristas nicht mehr so viel Zeit beim Zubereiten der Kaffeespezialitäten "vertrödeln".

In den USA hat das Bild vom sozial eingestellten und umweltfreundlichen Unternehmen, das Schultz prägte, längst Risse bekommen. Seit Jahren führt Starbucks in den USA heftige Auseinandersetzungen mit einem Teil seiner Belegschaft und Gewerkschaften. Ihren Unmut haben Kritiker des Konzerns, darunter viele ehemalige Beschäftigte auf der Internetseite www.stopstarbucks.com gebündelt. Die Betreiber fordern Schultz in einer Petition mit mehr als 16.000 Unterschriften auf, endlich seinen Widerstand gegen Mitarbeitervertretungen aufzugeben.

In Videos, die etwa im Internetportal Youtube zu sehen sind, beschreiben auch ehemalige Starbucks-Mitarbeiter in den USA, wie sie von Vorgesetzten unter Druck gesetzt wurden. Einer von ihnen ist Erik Foreman, der nach eigenen Angaben gekündigt wurde, weil er Mitglied der Gewerkschaft war. Foreman ist kein Einzelfall. "Starbucks feuert Beschäftigte ohne Rechtsgrundlage, nur weil sie der Gewerkschaft angehören", sagt Marlin Osthus, Regionaldirektor der US-Bundesbehörde für Arbeitsbeziehungen (NLRB) in Minneapolis.

Die Behörde reichte vor drei Jahren auf Betreiben der Internationalen Gewerkschaft IWW Klage gegen Starbucks in 30 Fällen ein. Sie warf dem Unternehmen gewerkschaftsfeindliche Praktiken, unfairen Maßnahmen gegen Angestellte und Kündigungen unter angeblich konstruierten Vorwänden vor.
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    * Werder Bremen - Training & Press Conference
    * Armbanduhr
    * Karlsfelder Seehaus, 2009

Fettnäpfchen im Büro Bloß nichts falsch machen

Knapp ein Jahr später wurde Starbucks verurteilt, mehr als 100 Millionen Dollar an einbehaltenen Trinkgeldern an seine Beschäftigten auszuzahlen. Jahrelang mussten Aushilfskräfte und einfache Angestellte Vorgesetzte an ihren Trinkgeldern beteiligen. Dagegen hatten sich schließlich einige Beschäftigte in einer Sammelklage gewehrt und recht bekommen.

URL:
    http://sueddeutsche.de/karriere/starbucks-missachtet-rechte-von-mitarbeitern-falsche-sockenfarbe-abmahnung-1.1036783
Copyright:
    sueddeutsche.de GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
    (SZ vom 16.12.2010/holz)

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Nikita


Beiträge: 1041



« Antworten #1 am: 19. Dezember 2010, 17:10:14 »

Englischsprachige Homepage von Starbucks-MitarbeiterInnen:
http://stopstarbucks.com/
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Nikita


Beiträge: 1041



« Antworten #2 am: 19. Dezember 2010, 17:12:39 »

Bericht bei Frontal21 vom 14.12.2010
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1215420/Starbucks-Miese-Methoden-im-Kaffeehaus#/beitrag/video/1215420/Starbucks-Miese-Methoden-im-Kaffeehaus
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Alex22


Beiträge: 1502



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« Antworten #3 am: 20. Dezember 2010, 14:09:15 »

Den Kapitalismus und solche Unternehmen kann man mit Boykott besiegen
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Patrik


Beiträge: 239


« Antworten #4 am: 20. Dezember 2010, 16:27:32 »

Starbucks, Mc Doof, Bürger King gehe ich nie hin. Schmeckt mir alles eh nicht.
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Alex22


Beiträge: 1502



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« Antworten #5 am: 20. Dezember 2010, 16:37:31 »

Starbucks, Mc Doof, Bürger King gehe ich nie hin. Schmeckt mir alles eh nicht.
Das reicht nicht. Man muss immer wieder betonen was für eine Scheiße diese Läden produzieren
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Patrik


Beiträge: 239


« Antworten #6 am: 21. Dezember 2010, 14:22:00 »

Starbucks, Mc Doof, Bürger King gehe ich nie hin. Schmeckt mir alles eh nicht.
Das reicht nicht. Man muss immer wieder betonen was für eine Scheiße diese Läden produzieren

Tue ich doch. Ich sag jedem der mit mir da essen bzw. trinken will das es mir nicht schmeckt und das mir bei dem gedanken wie die mit ihrem Personal umgehen das essen eh wieder hoch kommen würde. Grin

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Nikita


Beiträge: 1041



« Antworten #7 am: 10. Januar 2011, 18:35:43 »

Das Manuskript zur Sendung:

"
Beitrag: Miese Methoden im Kaffeehaus –
             Beutet Starbucks Mitarbeiter aus? 
 
 
 
Sendung vom 14. Dezember 2010
 
Von Thomas Münten und Heiko Rahms
 
 
 
Anmoderation: 
Nicht einfach nur Kaffeetrinken! Cappucchino, Frappuccino, Latte
Macchiato: Das ist Lifestyle. Und so inszeniert sich die
amerikanische Coffeeshop-Kette Starbucks, die Sie auch in
Deutschland inzwischen in vielen Städten finden. Gegründet
1971,  hat das Unternehmen mit einer neuen Kaffee-Kultur seinen
Durchbruch in den 90er Jahren, geht an die Börse, hat
inzwischen rund 16.000 Filialen in mehr als 50 Ländern der Welt. 
Das Erfolgsmodell Starbucks rühmt sich selbst des
partnerschaftlichen Umgangs mit Mitarbeitern. Doch nach
Recherchen von Thomas Münten und Heiko Rahms geht es
hinterm Tresen deutlich ruppiger zu.
 
Text:
Starbucks will ein ganz besonderes Unternehmen sein: Locker,
lässig, umweltbewusst und sozial. Mitarbeiter nennt man hier
Partner. Und denen wird Teamwork und Spaß bei der Arbeit
versprochen. Das wollen wir mal sehen. Unser Frontal21-
Reporter bewirbt sich als Aushilfe beim Filialleiter, filmt mit
versteckter Kamera. 
 
O-Ton: Filialleiter, (Wortprotokoll):
Wir sind wie eine Familie. Es gibt keine richtigen
Vorgesetzten. Hierarchien gibt es nicht, nicht so richtig
jedenfalls.
 
O-Ton Frontal21-Reporter:
Und wie ist die Stimmung bei euch hier?
 
O-Ton: Filialleiter, (Wortprotokoll):
Die Stimmung ist wirklich gut. Starbucks ist ein sehr soziales
Unternehmen. Du darfst hier alle Getränke umsonst
probieren, wenn du Dienst hast.  Und wenn du ein Problem
hast, kommst du einfach zu mir.
 
Jeder Mitarbeiter muss Starbucks ethische Grundsätze
unterschreiben. Niemand darf wegen Herkunft, Religion,
Weltanschauung oder Geschlecht benachteiligt werden. 
 
Gewerkschaftliche Tätigkeiten aber fallen wohl nicht unter diesen
Schutz: Das bekam Mandy Mick zu spüren. Sie wollte in die
Gewerkschaft eintreten, sich gegen unbezahlte Überstunden und
fehlende Nachtzuschläge wehren. Ihre Chefs reagierten sofort:
 
O-Ton Mandy Mick, frühere Schichtleiterin Starbucks:
Ich wurde auch darauf hingewiesen, beziehungsweise
gebeten,  wenn ich die Gewerkschaft sein lasse, darf ich
meinen Job behalten. Ansonsten tja, muß man sich halt
trennen. Ob ich jetzt das gleich machen möchte, oder ob sie
das halt später irgendwann machen möchten. Und dann kam
halt die Kündigung. Ich glaub, das war einen Tag vor
Heiligabend.
 
Unser Reporter lernt bald kennen, wie Personalführung bei
Starbucks aussehen kann. Er wird Zeuge, als ein Kollege seine
Krankmeldung abgeben will. Da stellt ihn die Chefin gleich zur
Rede:
 
O-Ton: Filialleiterin, (Wortprotokoll):
Du bist nicht krank, du hast die falsche Arbeitseinstellung! 
 
Der Kollege verzichtet auf die Krankmeldung. 
Betriebsräte haben es nicht leicht bei Starbucks. Es gibt nur
wenige und die stehen eher auf der Arbeitgeberseite, weiß Peter-
Martin Cox von der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten in
Frankfurt.
 
O-Ton Peter-Martin Cox, Gewerkschaft Nahrung-Genuß-
Gaststätten Frankfurt/M.: 
Mein Eindruck hier in Frankfurt war, dass ganz gezielt
abgesprochen war, wer kandidieren soll. Das waren
Schlüsselpersonen, die Starbucks-loyal sind. Und die
wurden dann auch „zwangsweise“ gewählt.
 
Und ein unabhängiger Betriebsrat wird seit seiner Wahl unter
Druck gesetzt. Seine Vorgesetzten wollen ihn loswerden, sagt er, 
mit allen Mitteln.
 
O-Ton Betriebsrat,(Wortprotokoll):
Ich wurde in ein Hotel bestellt, dort warteten drei Vorgesetzte
und ein Anwalt auf mich. Sie warfen mir vor, ich hätte vor
Monaten eine Kollegin sexuell belästigt. Wenn ich gleich
kündige, würde Starbucks aber auf eine Anzeige verzichten.
Ich habe sofort gesagt: Ich kenne die Frau gar nicht. Das
stimmt alles gar nicht. Ich gehe sofort zum Anwalt. Ich habe
dann von dem Vorwurf nie wieder etwas gehört.
 
Stattdessen erhält er eine Abmahnung. Jetzt heißt es:
 
Zitat: 
„Am … [soundsovielten] bist du unerlaubt unrasiert zur 
 
Arbeit gekommen. … Dein Verhalten ist für uns unerklärlich
und verstößt maßgeblich gegen deine Pflichten aus deinem
Arbeitsverhältnis, die u.a. ausdrücklich den respektvollen
Umgang mit deinen Partnern einschließen.“
 
Wie Starbucks mit seinen Partnern umgeht, ist alles Andere als
respektvoll, weiß dieser Mann. Er war Filialleiter und eine Art
Rausschmeißer. Zu ihm wurden unbequeme Mitarbeiter gezielt
versetzt, sagt er. 
 
O-Ton ehemaliger Filialleiter(Wortprotokoll):
Mein Vorgesetzter hat gesagt, hör mal zu, bei diesen Leuten
müssen wir mal was machen. Er kann ja nicht direkt sagen:
Schmeiß sie raus. Ich habe aber dann immer einen Grund
gefunden, um die Leute abzumahnen. Falsche Sockenfarbe,
Schürze dreckig oder so. 
 
Das Ergebnis erfreute die Starbucks-Manager.
 
O-Ton ehemaliger Filialleiter(Wortprotokoll):
Einmal sind wir Storemanager als Jahresabschlussfahrt nach
Mallorca geflogen. Da haben wir dann im Flugzeug
Sektflaschen aufgemacht, um auf die Entlassung von
lästigen Mitarbeitern anzustoßen.
 
Was Starbucks von guten Mitarbeitern erwartet, erfährt unser
Reporter.
 
O-Ton Heiko Rahms, Reporter:
Ich habe jetzt drei Schichten lang ohne Pausen
durchgearbeitet. Raucher dürfen mal für fünf Minuten raus.
Ich bin aber eben Nichtraucher. Und einen Pausenraum, wo
ich hingehen könnte, den gibt es sowieso nicht bei
Starbucks.
 
Starbucks schließt gerne Aushilfsverträge mit 30 Wochenstunden,
wie mit unserem Reporter. Das erleichtert die Kündigung der
sogenannten Partner. Und: Für den Shichtbetrieb rund um die
Uhr stehen die vielen Teilzeitkräfte immer zur Verfügung. Der
Vertrag schreibt vor: Jede Nebentätigkeit ist nur mit Zustimmung
der Starbucks-Zentrale gestattet.
 
Wir legen den Vertrag dem Arbeitsrechts-Fachanwalt Andreas
Rüther zur Prüfung vor.
 
O-Ton Andreas Rüther, Arbeitsrecht-Fachanwalt:
Das ist nicht legal, Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch
darauf, auch eine Nebentätigkeit ausüben zu dürfen, es liegt
natürlich im Interesse des Arbeitgebers, hier den
Arbeitnehmer möglichst so flexibel für sich einsetzen zu
können, dass er eben nichts anderes tun kann.
 
 
Das erfährt auch unser Reporter. Er fragt bei seiner Chefin nach,
ob er einen weiteren Job annehmen kann. 
 
O-Ton Filialleiterin (Wortprotokoll)
Hmmm, das wäre nicht so gut, wenn Du noch woanders
arbeitest, dann wärst du nicht mehr so flexibel. Ich könnte
dich nicht mehr so gut bei den Schichten einteilen. Nöö, Eher
nicht.
 
Bei einem Stundenlohn von 8,18 Euro bekäme unser Reporter
768 Euro netto pro Monat. Wir lassen das von der Hartz IV-
Beratungsstelle der Diakonie in Frankfurt prüfen. Ergebnis: Wer
als Aushilfe 30 Wochenstunden bei Starbucks arbeitet, hat
weniger als ein Arbeitslosengeld-II-Empfänger, muss aufstocken.
 
O-Ton Michael Frase, Direktor Diakonie Frankfurt/M.: 
In der Situation in Frankfurt könnte er zur Arge gehen, denn
sein Netto-Einkommen liegt unter der Addition von Regelsatz
und Wohngeld plus Nebenkosten. 
 
Wir konfrontieren die Essener Starbucks-Zentrale mit allen
Vorwürfen. Kein Interview, schriftlich heißt es: 
 
Zitat:
„Die vorgebrachten Anschuldigungen haben uns überrascht
und sind uns bislang nicht bekannt.“
 
Und bei allen Fragen heißt es stets:
 
Zitat: 
„Starbucks wurde auf diese Vorwürfe nicht aufmerksam
gemacht.“
 
Allgemein aber gelte:
 
Zitat:
„Unsere Arbeitsplatzrichtlinien gewähren jedem die gleiche
Chance auf einen Arbeitsplatz und verbieten …
Diskriminierungen oder Belästigungen jeglicher Art.“
 
Mandy Mick, zweieinhalb Jahre Starbuckserfahrung, hat von
solchen Sprüchen genug.
 
O-Ton Mandy Mick, frühere Schichtleiterin Starbucks:
Ich betrete diesen Laden nie wieder in meinem Leben, nein!
 
Unser Reporter übrigens will seinen Kaffee dort nur noch schwarz
trinken. Er wurde angewiesen Frischmilch auszugeben. Doch das
Mindesthaltbarkeitsdatum verrät: So richtig frisch ist die Milch
nicht mehr.
 
O-Ton Heiko Rahms, Reporter; 
 
Erster November Ablaufdatum. Das ist jetzt zwei Tage her.
Und e wurde einfach verlängert – eigenmächtig – vom ersten
auf den sechsten November. So wird hier mit mit Frischware
umgegangen.
 
„It´s bigger than Coffee“, verspricht Starbucks auf jedem Becher.
Mehr als nur Kaffee. Ein hoher, viel zu hoher Anspruch.
 
Abmoderation: 
Starbucks schreibt uns außerdem noch, man nehme solche
Anschuldigungen sehr ernst und begrüße detailliertere
Informationen. Die haben wir geliefert. Starbucks will prüfen.
 
Zur Beachtung: Dieses Manuskript ist urheberrechtlich geschützt. Der vorliegende Abdruck ist nur
zum privaten Gebrauch des Empfängers hergestellt. Jede andere Verwertung außerhalb der
engen Grenzen des Urheberrechtgesetzes ist ohne Zustimmung des Urheberberechtigten
unzulässig und strafbar. Insbesondere darf er weder vervielfältigt, verarbeitet oder zu öffentlichen
Wiedergaben benutzt werden. Die in den Beiträgen dargestellten Sachverhalte entsprechen dem
Stand des jeweiligen Sendetermins."
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Kuddel


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« Antworten #8 am: 02. Februar 2011, 20:13:11 »

Zitat
Baristas der größten Starbucks-Filiale in New York ehren den Martin Luther King Day durch Eintritt in die IWW Starbucks Union



Gestern, am 25. Martin Luther King Day, erklärten Baristas des Astor Place Starbucks in Manhattan ihre Mitgliedschaft in der 105 Jahre alten Gewerkschaft “Industrial Workers of the World” (IWW).

Dr. Martin Luther King Jr. war ein überzeugter und ausgesprochener Verteidiger der Rechte der ArbeiterInnen, einschließlich des Rechts auf existenzsichernde Löhne und des Rechts, einer Gewerkschaft beizutreten.

Die Baristas repräsentieren eine Gruppe von ArbeiterInnen, die sich soeben dem anhaltenden Kampf angeschlossen haben – für existenzsichernde Löhne, regelmäßigere Schichtpläne, bezahlbare Krankenversicherung und für eine Behandlung durch das Management, die Mindeststandards an Respekt und Würde erfüllt.
“Ich bin stolz darauf, zu der wachsenden Zahl der ArbeiterInnen im Einzelhandel zu gehören, die sich gemeinsam organisieren im größten und am wenigsten organisierten Sektor unserer Wirtschaft und bei einem Unternehmen, das tausende von Niedriglohnjobs geschaffen hat”, sagte der am Astor Place beschäftigte Barista Zelig Stern.
Im letzten Jahr sind auch Baristas in Omaha, Nebraska und Ft. Worth, Texas in die IWW Starbucks Workers Union (SWU) eingetreten und haben gezeigt, dass die Bedenken der ArbeiterInnen gegenüber diesem Unternehmen sehr weitreichend sind.
“Wir wollen einfach wie menschliche Wesen und nicht wie Maschinen behandelt werden”, so der der Gewerkschaft angehörende Barista und Angestellte am Astor Place, Cason Bolton Jr., bezüglich der “Beverage Repeatable Routine”, Starbucks neuester Initiative, das Fließband nachzuahmen.

Heute haben die ArbeiterInnen einen gemeinsam verfassten Brief dem Management der Starbucks Filiale am Astor Place übergeben. Ihre Forderungen beinhalten eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Dollar für alle Angestellten der Filiale. Während der Umsatz des Unternehmens im Geschäftsjahr 2010 laut Geschäftsbericht vom 4. November 2010 um 9,5% auf 10,7 Milliarden US Dollar anstieg, kommen viele der Beschäftigten nicht mit ihren niedrigen Starbucks-Löhnen aus und sind gezwungen unter der Armutsgrenze zu leben, so dass viele von ihnen öffentliche Unterstützung benötigen.
Der Ex-Manager und jetzige Gewerkschafts-Organizer Claudio Anzalone sieht die Firma immer weiter entfernt von ihrem “die-Beschäftigten-zuerst”-Mantra vom Beginn seiner Karriere bei Starbucks vor zehn Jahren. “Ich finde es sehr schade, daß Starbucks-Beschäftigte heute eine Gewerkschaft brauchen um ihren Job und ihre menschliche Würde zu schützen, aber so ist es.”
Eine andere Forderung der Beschäftigten ist die sofortige Wiedereinstellung der ungerechtfertigt entlassenen Angestellten Catherine Arredondo, die ins Visier genommen wurde, als die Firma herausfand, daß sie an einem Gewerkschaftstreffen teilgenommen hatte. Arredondo versicherte ihren KollegInnen, daß sie zur Gewerkschaft steht: “Ich werde bleiben und kämpfen, weil ich möchte, daß meine KollegInnen wissen, daß der Eintritt in die Gewerkschaft das Beste ist, was sie tun können.”
Demokratie am Arbeitsplatz ist ein wichtiger Punkt für die ArbeiterInnen. Sie haben die feste Ansicht, daß jeder über die Entscheidungen, die das Tagesgeschäft im Laden betreffen, mitbestimmen sollte, denn sie sind die davon am direktesten Betroffenen. “Wir sind alle Menschen und wollen so behandelt werden, vor allem anderen” sagte Kaya Halstead, eine andere organisierte Barista des Starbucks-Laden am Astor Place. Sehr persönlich drückte es Princess McLawrence aus: “Ich bin der Starbucks Union beigetreten, um den Teil von mir zurückzugewinnen, den ich verlor, als ich bei ‘Slavebux’ eingestellt wurde”.

http://www.youtube.com/watch?v=DvoXb9vHFV4
http://www.wobblies.de/?p=598
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« Antworten #9 am: 26. Juli 2011, 18:10:41 »

Zitat
Starbucks-Mitarbeiter in Chile im Hungerstreik


Aktion vor Starbucks-Filiale in Chile

Santiago de Chile. Am Montag sind Mitarbeiter der US-amerikanischen Cafeteria-Kette Starbucks in Chile in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Seit 19 Tagen streikte bereits rund ein Drittel der Starbucks-Belegschaft aus gut 200 Mitarbeitern für eine Lohnerhöhung sowie grundlegende Verbesserungen.

Vor dem Sitz der Firma im reichen Stadtteil Las Condes der Hauptstadt Santiago hat die Gewerkschaft ein Zelt aufgebaut. Gewerkschaftspräsident Andrés Giordano erklärt gegenüber Radio Bio Bio, dass die 200 Mitarbeiter die Entscheidung getroffen hätten, weil das Unternehmen bisher jegliche auf Einigung zielende Verhandlungen abgelehnt habe.

Trotz Gewinnsteigerungen von rund 145 Prozent gab es bei dem chilenischen Starbucks-Ableger seit acht Jahren keine Anhebung des niedrigen Lohns.

In seiner öffentlichen Erklärung redet Starbucks den Streik klein und betont die Löhne seien für die Branche überdurchschnittlich, zudem gäbe das Unternehmen gäbe genug Ausgleichsleistungen. Die 31 Filialen auch während des Streiks regulären Service anbieten.
http://amerika21.de/meldung/2011/07/38453/starbucks-chile-streik
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« Antworten #10 am: 31. Juli 2011, 00:09:41 »

hier noch ein anderer bericht:

„Euer Kaffee schmeckt erst, wenn Ihr die Gewerkschaft respektiert“

Starbucks-ArbeiterInnen in Chile im Streik

In Chile sind über 200 Starbucks-Beschäftigte gewerkschaftlich organisiert in der El Sindicato de Trabajadores de Starbucks en Chile. Nachdem sie lange auf Starbucks hingeredet hatten, etwas an ihren Arbeitsbedingungen zu bessern und dabei nur auf taube Ohren stießen und Repressalien gegen Gewerkschaftsmitglieder erfuhren, sahen sie sich nun gezwungen in den Streik zu gehen. Seit dem 7. Juli befinden sich chilenische Baristas im Streik. Das Fass lief endgültig über, als ihnen vorgeschlagen wurde, statt einem Mittagessen sich mit gratis Kaffee zu begnügen. Kaffee ist zwar nett und schön, sagen die chilenischen Baristas, es macht allerdings nicht satt und die magere Bezahlung bei Starbucks reiche schon lange nicht.
Ca 1,70 € verdient eine ArbeiterIn bei Starbucks in Chile pro Stunde. Wie in vielen Ländern heißt geringe Bezahlung in Chile nicht automatisch auch geringe Lebenshaltungskosten. Ein Schichtleiter, bei Starbucks „Shift Supervisor“ genannt, gibt einen Vergleich für den Wert des Lohnes: ein Mittagessen liege bei ca. 4 €. Ein horrendes Missverhältnis. Das Management bekommt daher einen Zuschuss für Essen. Seit Jahren fordern die Gewerkschafter einen Essenszuschuss auch für die Mitarbeiterinnen. Statt dessen werden von Starbucks, fast verhöhnend, zwei Becher Kaffee angeboten. Die Löhne wurden ohnehin seit 8 Jahren nicht mehr angehoben. Ein Zuschuß zu Fahrtkosten und für Bekleidung ist dringend nötig, um sich gemäß des von Starbucks verlangten Dresscodes kleiden zu können.
Kurz, es sind die besonderen Härten, zusammen mit Unterbezahlung, die Baristas in 30 Starbucksfilialen auf die Straße treibt. Laut und bunt tragen sie ihren Protest auf die Straße und zwar wörtlich, mit bunten Schilden und Transparenten, Kochtöpfen, Trommeln und Musik, tanzend Parolen rufend. Sie meinen es ernst. Um dem Ernst mehr Nachdruck zu verleihen sind am Sonntag drei Repräsentanten der Gewerkschaft in den Hungerstreik getreten. Sie werden weiter machen bis ihnen endlich jemand zuhört, sagen sie.

Die IWW Starbucks Workers Union hat deshalb zu einer weltweiten Aktionswoche aufgerufen und bittet alle, sich Aktionen auszudenken um auf die Situation aufmerksam zu machen. Jeglicher Protest, der Starbucks entgegengebracht wird, kann den chilenischen Batistas helfen. Starbucks ist ohne Druck nicht bereit, mit seinen organisierten Beschäftigten zu verhandeln. (In Starbucks-Sprache: “Partner”.) Wer so kämpft gegen die Arroganz eines Weltkonzerns, braucht unsere ganze Unterstützung. Die Kunden von Starbucks sollten erfahren, mit welchen Methoden sich Starbucks zu einer “Top-Empfehlung” für Aktienbesitzer macht: wallstreet online. Mischt Euch ein, macht etwas. Am besten geht das sicher organisiert mit anderen zusammen.

Quelle:  http://www.wobblies.de/?p=874

IWW Starbucks Workers Union Declares Global Week of Action against Starbucks Union Busting in Solidarity with the Chilean Starbucks Strikers: http://www.iww.org/en/content/iww-starbucks-workers-union-declares-global-week-action-against-starbucks-union-busting-soli

habe in reaktion auf diese berichte mails an auf den offiziellen starbucks-seiten zu findenden emailadressen geschickt ( info@starbucks.de , CCCCommunications@starbucks.com , info@starbucks.com ) worauf allersdings keine reaktion erfolgte (sicherlich kann es trotzdem nicht schaden, wenn mehr mails eingehen ! ) .

hier berichte vom global action day against starbucks '08: http://www.fau.org/soli/starbucks/art_080705-070956

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Kuddel


Beiträge: 9991


« Antworten #11 am: 09. Dezember 2012, 15:18:41 »

Starbucks - Steuersatz: Etwa 0,3%

"Am Sonnabend bekommen in Britannien zahlreiche Starbucks-Filialen unerwünschten Besuch: Die Flashmob-Initiative UK Uncut ist wieder unterwegs. Und ramponiert womöglich das Image des US-Konzerns. Der ist wegen seiner Steuervermeidungspraktiken auch beim britischen Finanzministerium in Ungnade gefallen"

http://www.neues-deutschland.de/artikel/806494.mit-dem-schlafsack-ins-starbucks.html
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Fritz Linow


Beiträge: 778


« Antworten #12 am: 02. Februar 2017, 18:43:18 »

In der Systemgastronomie stehen die Zeichen auf Warnstreik:

Zitat
01.02.2017

Nach dem der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) auch in der dritten Tarifverhandlung kein ernstzunehmendes Angebot für die rund 100.000 Beschäftigten von McDonald's, Burger King, Pizza Hut, Nordsee, Autogrill und Co. vorgelegt hat, hat die NGG umgehend begonnen, den Druck zu erhöhen. Nur Stunden nach dem ergebnislosen Ende der Verhandlung fanden die ersten Warnstreiks und Aktionen statt. Für die kommenden Wochen sind viele weitere Warnstreiks und Aktionen geplant.
Kein Angebot, eine Provokation

Das "Angebot" der Arbeitgeber, wonach tausende Beschäftigte in der untersten Tarifgruppe künftig gerade einmal 5,07 Euro mehr pro Monat (!) erhalten sollen, als sie wegen des geltenden Mindestlohns ohnehin bekommen müssen, hatte der NGG-Verhandlungsführer Guido Zeitler als Provokation bezeichnet, welche "[...] die nicht vorhandene Wertschätzung der Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigt."  

https://www.ngg.net/artikel/2017/1/das-ist-erst-der-anfang-warnstreiks-in-der-systemgastronomie/

Starbucks sucht derweil in Polen Streikbrecher:


http://wyborcza.pl/7,155287,21325108,starbucks-szuka-lamistrajkow-w-polsce-niemiecki-zwiazkowiec.html  

Liebe Partner,

im Zusammenhang mit den Streiks des gesamten Gastronomie-Sektors auf dem deutschen Markt besteht die Möglichkeit, dass diese auch unsere Cafés betreffen. Wir respektieren voll und ganz das Recht unserer Partner, sich an Demonstrationen zu beteiligen, aber wir haben die Pflicht, unseren Gästen jederzeit und in jedem Café einen Weltklasse-Service zu bieten.
Daher brauchen wir eure Unterstützung, um den laufenden Betrieb und die operative Perfektion unserer Cafés in Deutschland sicherzustellen. Wir zeigen, dass man auf uns zählen kann. Smiley

Willst du unsere Cafés in Deutschland unterstützen und mit deutschen Partnern arbeiten?

Erwartungen:
- Grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache
- Lust, nach Deutschland zu fahren und dort zu arbeiten
- EU-Pass
- Flexibilität
- Wir suchen Freiwillige für alle Positionen: von Baristas bis SM's

Fragen und Antworten:

1. Wo ist Hilfe nötig?
Hilfe wird in Berlin und im Ruhrgebiet nötig sein (Oberhausen, Essen, Duisburg)

2. Wann wird die Unterstützung nötig sein? Wann erfahre ich, ob ich eventuell fahre?
Leider können wir bisher keine Daten präzisieren, daher ist viel Flexibilität nötig. Wir könnten euch bis zu einem Tag vor der geplanten Reise informieren.

3. Welche Ausgaben werden von der Firma übernommen und wie werden sie bezahlt?
Die deutschen Partner bezahlen die Reisekosten und Unterbringung. Der Lohn beträgt soviel wie der deutsche Stundenlohn, d.h. € 8,84 sowie Tagesspesen wegen einer berufsbedingten Reisetätigkeit.

4. Wie lange ist Unterstützung nötig?
Das können wir vorher noch nicht bestimmt sagen. Wir gehen davon aus, dass es maximal 4 Tage werden - mindestens 1 Tag.

5. An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden? An wen wende ich mich, wenn ich unterstützen will?
Bitte informiere deinen Store Manager und bitte darum, diese Information an den District Manager und den Regionaldirektor weiterzugeben.

Wir danken euch für eure Unterstützung und grüßen euch ganz herzlich in unseren Cafés.
Wenn du an dem Angebot interessiert bist, informiere deinen Store Manager / District Manager bis Ende dieser Woche.

Linda Bornschier und Michael Müller
Regional Director Germany South/North

Ingo Gugisch
HR Director Deutschland


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« Letzte Änderung: 03. Februar 2017, 13:20:27 von Fritz Linow » Gespeichert
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