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Autor Thema: Iran  (Gelesen 7373 mal)
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xyu


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« am: 08. Februar 2011, 02:41:02 »

ein paar aktuelle meldungen aus dem iran, quelle ist http://alischirasi.blogsport.de/

Streiks in der Reifenfabrik Albors, in der Nähe von Teheran
7. Februar 2011
Letzten Samstag und Sonntag streikten 1300 Arbeiter der Reifenfabrik Albors. Dieser Streik wurde nötig, nachdem die Forderungen des vorangegangenen Streiks im Dezember letzten Jahres nicht erfüllt worden waren.

Damals gab es einen Ausstand, weil die Löhne der letzten Monate nicht ausbezahlt worden waren. Die Arbeiter forderten damals, dass diese zurückliegenden Schulden beglichen und fortan die Löhne immer pünktlich gezahlt werden. Das wurde ihnen von der Direktion und einem Vertreter des Industrieministeriums auch so versprochen.

Doch das Versprechen wurde nicht gehalten. Nach Ablauf des Monats Januar steht fest, dass es wieder kein Geld gab.


Streik der Taxifahrer in Babol, Nordiran
7. Februar 2011
Mehr als eintausend Taxifahrer der Stadt Babol sind gestern, den 6.02.2011, vorübergehend in den Streik getreten. Grund war die jüngst abgebaute Subventionierung des Benzins bei gleichbleibenden Taxigebühren. Vor dem Abbau kostete ein Liter Benzin 100 Toman, jetzt zahlt man das Vierfache.

Über vier Stunden hinweg versammelten sie sich mit ihren Taxis vor dem Gebäude des Gouverneurs. Sie wurden sofort von den Sicherheitskräften angegangen und unter Druck gesetzt. Es kam zu Festnahmen und Verhören. Trotzdem gelang es den Sicherheitskräften nicht, die Versammlung aufzulösen.

Ein Vertreter des Gouverneurs trat vor die Menge der Demonstranten und versprach, dass die Probleme der Taxifahrer binnen einer Woche gelöst würden. Die Taxifahrer haben dies akzeptiert, aber gedroht, den Streik nächste Woche fortzusetzen, wenn bis dahin nichts geschehen ist.

Es wurden auch andere Forderungen aufgestellt. Einer der Demonstranten baute sich direkt vor einem Ordnungsbeamten auf und erklärte: „Machen Sie so weiter, unterdrücken Sie uns, töten Sie uns. Am Ende wird es hier im Iran so wie in Ägypten werden.“

 
[von interesse ausserdem: http://worker-communistpartyofiran.blogspot.com/ englischsprachigeas blog der WPI (anm. xyu)]
« Letzte Änderung: 08. Februar 2011, 02:47:27 von xyu » Gespeichert
xyu


Beiträge: 583


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« Antworten #1 am: 15. Februar 2011, 16:40:40 »

Teheran im Feuer, Rauch und Steinhagel: http://alischirasi.blogsport.de/2011/02/14/teheran-im-feuer-rauch-und-steinhagel/
Après Ben Ali et Moubarak, au tour de Khamenei de dégager ! (Nach Ben Ali und Mubarak ist Khamenei an der Reihe!): http://juralibertaire.over-blog.com/article-apres-ben-ali-et-moubarak-au-tour-de-khamenei-de-degager-67186477.html
(jeweils weiterführende links und videos)

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Entdinglichung


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« Antworten #2 am: 16. Februar 2011, 16:08:33 »

weitere Meldungen: http://www.labourstart.org/cgi-bin/show_news.pl?country=Iran&alllanguages=1&languagename=English&langcode=en&lang=English
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Cronos


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« Antworten #3 am: 16. Februar 2011, 21:21:10 »

Aljazeera berichtete gerade das Israel sagt, Iran wolle mit 2 Kriegsschiffen durch den Suez-Kanal: Shocked

http://english.aljazeera.net/watch_now/

Seit 1979 ist der Iran nicht mehr mit Schiffen durch den Suez-Kanal...
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Entdinglichung


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« Antworten #4 am: 21. Februar 2011, 13:36:21 »

offenbar gab es einen Streik von Ölarbeitern: http://englishtogerman.wordpress.com/2011/02/20/streik-in-der-olraffinerie-abadan/
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Kuddel


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« Antworten #5 am: 15. April 2011, 13:33:28 »

Zitat
Iran: Streiks in mehreren Fabriken

Seit dem 9. April streiken im Iran 1.500 Arbeiter des Imam Port Petrocemical Complex für die Feastanstellung direkt beim Unternehmen. Bisher sind sie bei einem Kontraktor beschäftigt. Ebenfalls am 9. April begannen 1.000 Arbeiter der Pars Papierfabrik im Südwesten des Iran mit ihrem Streik. Sie protestieren gegen die Entlassung von 60 Arbeitern, die einen Zeitvertrag hatten. Die staatlichen Medien schweigen zu den Streiks in den beiden Unternehmen.
http://www.rf-news.de/2011/kw15/14.04.11-iran-streiks-in-mehreren-fabriken
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Kuddel


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« Antworten #6 am: 20. April 2011, 16:05:49 »

Trotz aller Repression - die Gewerkschaftsbewegung im Iran geht ungebrochen weiter

http://www.labournet.de/internationales/iran/arbeiternews43.pdf
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xyu


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« Antworten #7 am: 08. Juni 2011, 02:54:50 »

mansour osanloo, vorsitzender der unabhängigen busfahrerInnengewerkschaft teherans, wurde nach fast vier jahren schwer erkrankt gegen zahlung einer kaution aus der haft entlassen: http://entdinglichung.wordpress.com/2011/06/03/die-gute-nachricht-des-tages-mansour-osanloo-aus-dem-knast-entlassen/

am 20. juni gibt es einen internationalen aktionstag zur unterstützung der politischen gefangenen im iran, in deutschland sind kundgebungen in berlin, hamburg, münchen, nürnberg, würzburg, mainz, darmstadt, bremen, köln, leipzig und dortmund angekündigt; siehe: http://worker-communistpartyofiran.blogspot.com/2011/06/20th-june-support-political-prisoners.html
« Letzte Änderung: 08. Juni 2011, 03:02:09 von xyu » Gespeichert
counselor


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« Antworten #8 am: 03. September 2012, 16:22:24 »

Bergbauarbeiter Opfer des Gesundheitssystem

Ein Arbeiteraktivist aus der Stadt Tabas erklärt: In dieser Stadt gibt es mehr als 145 Klein- und Großbetriebe mit mehr als 50 Tausend Arbeiter und 3000 Rentnern. Das einzige Krankenhaus der Stadt verweigert die Behandlung der verletzten und kranken Arbeiter, weil es keinen Vertrag mit der Berufsgenossenschaft hat. Um die Stadt befinden sich einige Bergbauwerke, die viele Sicherheitsmängel haben. Deswegen passiert fast jeden Monat irgendein Arbeitsunfall. Die einzige Möglichkeit für die Behandlung der verletzten Arbeiter ist der Transport nach Yazd , die Stadt, die mehr als 100 Kilometer weit entfernt ist. Oft kommt es vor, dass ein verletzter Arbeiter wegen der großen Entfernung auf dem Weg dorthin stirbt.

Quelle: Iran-Arbeiterbewegung-Info
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #9 am: 20. Juli 2015, 18:49:07 »

Im Kabinett des Irans sitzen mehr Minister, die einen PhD an einer amerikanischen Uni gemacht haben, als im Kabinett der USA.
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Fritz Linow


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« Antworten #10 am: 07. Juni 2016, 10:15:11 »

Peitschenhiebe für protestierende Arbeiter im Iran und Aufruf:





Zitat
30. 5. 2016

petition of Gozareshgaran: we still witness the traces of
barbarity and slavery in our country!

To all trade unions, syndicates and workers organisations!
Under circumstances in which Iranian workers are enduring the worst
conditions in their lives with low wages which are under the poverty
line, the news is that the protesting workers have been penalized with
pecuniary punishments. Seventeen workers of Agh Dareh in Takaab gold
mine were penalized with lashes. These brutal and inhuman penal laws are
reminiscent of slavery and Middle Age period.
According to the published reports each of the first five rows of the
accused workers are condemned to a hundred lashes and thirty seven
months reprimand and the accused workers of the sixth to the eighth row
to fifty lashes and thirty seven month reprimand.
The absolutist Islamic Regime arrests the workers activists and
accuse them for unproven charges to long term imprisonments. As a result
of inhuman prison conditions Jafar Azimsadeh, a workers activist has
had no other choice than hunger strike in order to show his protest
against the imposed condition in prison.
We, workers activists, political activists, social activists, and
cultural activists condemn such brutal and inhuman actions of the
Islamic Republic against the workers of Agh Dareh gold mine. We appeal
to all the workers and progressive organisation for protesting against
the unjust and barbarious action of the Islamic Regime agaist the
workers in Iran.

Gozareshgaran


http://www.gozareshgar.com/

Irgendwie passend dazu:

"Iran, ausgedörrt durch jahrelanges Wirtschaftsembargo, öffnet sich für Investoren. Da möchte man nicht zu spät kommen. Und so reisten 99 Unternehmer aus Niedersachsen nach Teheran, um ihr Feld zu bestellen.
(...)
"Donnerwetter!", entfährt es Rolf Schnellecke von der Schnellecke Group AG & Co. KG, Autozulieferlogistik. Er wird sein Bild von Iran überdenken müssen."


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-139456030.html
« Letzte Änderung: 07. Juni 2016, 10:37:09 von Fritz Linow » Gespeichert
xyu


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« Antworten #11 am: 02. Juli 2016, 00:21:06 »

direkt anschliessend an fritz linows post:
Zitat
Iran
Jailed goldminers protest with hunger strike

01/07/2016

Workers subjected to public lashings

Report from Campaign in Support of Iranian Workers

On 25 May seventeen miners in north western Iran were publically lashed on orders of the judiciary after their employer sued them for protesting against the dismissal of hundreds of their colleagues.

In December 2014, miners at the Agh Darreh gold mine in West Azerbaijan Province protested in front of the mine’s guard station after 350 miners were laid off. Subsequently the company operating the mine filed an official complaint against 17 of the miners, who were then summoned to court.

The result of two separate court rulings, made in Takab city, sentenced miners to between 30 to 100 lashes each, while others were each fined around $164. The United Nations declared lashing a cruel and inhuman punishment, tantamount to torture.

In the first court session, eight miners were accused of “preventing people from conducting business by brawling and creating noise,” of “insulting the company guard…destroying the guard’s clothes and detaining him illegally” and “deliberate destruction of the company’s sign.”

In the second session, nine miners were accused of “preventing people from conducting business by brawling and creating noise.”

Lashing

This is not the first time that workers have been subjected to lashing in Iran. In August 2014, four workers from the Razi Petrochemical Company (RPC) in Khozestan Province were sentenced to six months of imprisonment and 50 lashes each, with the sentence suspended for two years. In March 2015, five workers at the Chadermaloo mine in Yazd - Ali Hemat-Cheragi, Naser Sheykhi, Siyavash Jamalpoor, Hoseyn Halvani and Ali Narimani - were sentenced to suspended prison terms, monetary fines and flogging, on the charge of disturbing the public peace and rule. They are currently waiting for the final verdict of the appeal court.

In 2014, bakery workers in Sanandaj city, west Iran, protested and demanded a wage rise. Yadolah Samadi, Secretary, and Eqbal Shabani, Inspector of the Bakery Workers' Association, was sentenced by court to suspended prison terms and 50 lashes, on the charge of disturbing the public peace and rules.

Two well-known jailed activists, Jafar Azimzadeh secretary of Free Iranian Workers Union, and Esmail Abdi, secretary of Teachers Association of Iran, issued a joint statement protesting against poverty wages, temporary work contracts and the use of ‘acting against state security’ charges against and criminalization of trade union activities, the assembly of and strikes by workers and teachers.

In protest against attacks on workers’ rights and organisations, they went on a hunger strike on April 29 2016. Esmail Abdi was released on bail on May 14, but Jafar Azimzadeh is still in jail and after more than 50 days being on the hunger strike, the government, purposely, does not accept his conditions. Jafar Azimzadeh said that “I will not stop my hunger strike unless the government does accept my conditions.”

The majority of workers and teachers jailed activists, like Behnam Ebrahimzadeh, Mohamad Jarahi and other political prisoners, went on a limited hunger strike in solidarity with Jafar.

Jafar’s medical condition became urgent and, on 30 June, he ended his 64 day hunger strike and was released, pending a new trial. Esmail Abdi is still imprisoned and on hunger strike and it is crucial that he gets solidarity and support from the unions and worker activists around the word.

Protests via email and twitter should be sent to:

Leader of the Islamic Republic

Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei

Twitter: @khamenei_ir (English) or @Khamenei_fa (Persian)

Email: info_leader@leader.ir

President of the Islamic Republic of Iran

Hassan Rouhani

Email: media@rouhani.ir

Twitter: @HassanRouhani (English) and @Rouhani_ir (Persian)

The Judiciary of the Islamic Republic of Iran – High Council of Human Rights

info@HumanRights-iran.ir

Permanent Mission of the Islamic Republic of Iran to the United Nations

Email: iran@un.int

Please send copies to Campaign in Support of Iranian Workers karzarpki@gmail.com


Quelle: http://www.socialistworld.net/doc/7645

lashing  bedeutet Auspeitschen.
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« Antworten #12 am: 24. Dezember 2017, 12:26:36 »

Zitat
Iran - Inhaftierter Gewerkschafter schwebt in Lebensgefahr

Der inhaftierte iranische Gewerkschaftsführer Reza Shahabi befindet sich in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Viele Aktivisten der Busfahrer-Gewerkschaft, die seit 2005 wieder aktiv ist, sind entweder von der Firma entlassen oder ins Gefängnis geworfen worden.

Reza Shahabi, Mitglied des Führungsgremium der Gewerkschaft, wurde im Juni 2010 gefangen genommen. Im Gefängnis wurde er bestialisch gefoltert und  musste deshalb zwei Mal an der Wirbelsäule operiert werden. Nach sechs Jahren ist er aus dem Gefängnis entlassen worden.

Aber seine Freiheit währte sehr kurz. Er ist wieder im Gefängnis eingesperrt (Rote Fahne News berichtete im August 2017). Dagegen protestierte er mit einem Hungerstreik, der 50 Tage dauerte. Er hatte weltweite Unterstützung von Hunderten iranischen und internationalen Organisationen erhalten. Das iranische Regime hat eine Bedingung für seine Freiheit gestellt: Nie mehr politisch und gewerkschaftlich aktiv zu werden.

Reza Shahabi hat diese Bedingung abgelehnt. Deswegen haben die Henker ihn ohne medizinische Versorgung in seinem Käfig eingesperrt gelassen. Vor einigen Tagen hatte er einen Schlaganfall erlitten. Er hat permanent starke Kopfschmerzen. Seine Nieren sind entzündet und seine Beine haben kein Gefühl mehr. Er muss sofort und bedingungslos frei gelassen werden sowie in ärztliche Behandlung!

Quelle: https://www.rf-news.de/2017/kw51/solidaritaet-mit-reza-shahabi
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« Antworten #13 am: 01. Januar 2018, 15:19:53 »

Ich möchte mich hier bei xyu und counselor bedanken, zu Zeiten auf den Iran zu blicken, in denen sich keine Sau für das Land interessierte.
Medial besteht das Land nur aus Mullahs, Islamisten und Antisemiten.
Es erscheint einfach nur reaktionär, gruselig und fremd.

Hier weiß man kaum etwas darüber, daß dort ein riesiges Drogenproblem herrscht, daß diverse Subkulturen dort blühen, es zu zahlreichen Streiks und sozialen Spannungen kommt. Soziale Spannungen sind der Motor für Umbruch und Umsturz überall auf der Welt.

Die sozialen Proteste schwappen nun als Welle über das Land.

Zitat
Mindestens zehn Tote bei Protesten im Iran

Am Montag fand im Parlament in der Hauptstadt Teheran eine Krisensitzung statt, an der Präsident Hassan Ruhani und Mitglieder der Sicherheitskommission teilnahmen. Ruhani sagte in der Sitzung, es wäre ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung einzustufen. «Auch sind die Probleme der Menschen nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern sie fordern auch mehr Freiheiten», sagte der Präsident.
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article172060343/Mindestens-zehn-Tote-bei-Protesten-im-Iran.html

Westliche Regierungen versuchen die Proteste zu vereinnahmen um das Regime zu schwächen.
Würden solche Proteste in einem anderen Land stattfinden, würde man sie anders interpretieren.
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« Antworten #14 am: 01. Januar 2018, 17:44:51 »

Im Iran herrscht ein dreckiges faschistisches Mullah-Regime. Ich hoffe, dass die Massen dieses Regime zum Teufel jagen.
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« Antworten #15 am: 02. Januar 2018, 15:31:23 »

Klar.

Ich war auch gegen das Folterregime des Shah und auf Seiten der Revolution 1979, doch nach der Revolution übernahm das Mullahregime, steckte die Revolutionäre in den Knast und regierte mit weitaus mehr Folter und Mord als der Shah.

Ich war auf Seiten der Werftbesetzer in Gdansk, doch nach dem autoritär geführten "sozialistischen" Polen, kam das neoliberale Schweineregime katholisch-faschistischer Prägung.

Ich hatte Sympathie für die sozialen Proteste in Libyen, doch ihnen folgte ein Bürgerkrieg und nun Bandenherrschaft und brutale Machtausübung.

Auch freute ich mich, als die Bevölkerung sich in Syrien erhob, doch auch das ging über in einen Bürgerkrieg und mündete in einem unvorstellbaren Blutvergießen.

Deshalb klingeln bei mir die Alarmglocken, wenn Trump diese Proteste lobt.

Ich finde nicht, daß man die Proteste fürchten oder ablehnen sollte.
Das Problem bleibt, daß die Protestierenden unvorbereitet sind auf die Einmischung imperialistischer Staaten und keine Vorstellung haben von dem zerstörerischen Einfluß des internationalen Kapitals.
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counselor


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« Antworten #16 am: 02. Januar 2018, 16:22:08 »

Genau. Die Proteste werden nur dann erfolgreich mehr Freiheit bringen, wenn sie antiimperialistisch geführt werden.
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« Antworten #17 am: 04. Januar 2018, 11:44:09 »

Zitat
Iran: Aufstand der Hungrigen

Seit einer Woche demonstrieren bei Dunkelheit Menschen im Iran auf den Straßen. Der Staat und Eliten sind gespalten und verunsichert, die geopolitischen Gegner in Washington, Tel Aviv und Riad feiern eine Party. Es sind noch nicht die großen Massen, die in der Dunkelheit Parolen rufen. Doch diese Protestbewegung ist eine große Herausforderung für den iranischen Staat: Anders als die grüne Bewegung 2009 sind die spontanen Protesten sehr radikal und fordern das Ende der politischen Herrschaft des islamischen Klerus.
Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Finanzskandal mehrerer Hedgefonds, die von reichen Mullahs betrieben wurden. Mit hohen Versprechen von 30-40% Zinsen wurden das Erstparte vieler Bürger in die Fonds gelockt. Durch Korruption verschwanden die Anlagen und die Hedgefonds gingen Pleite, viele Menschen verloren ihr letztes Hab und Gut. Bereits im Vorfeld wurden immer mehr Korruptionsskandale bekannt. Ausgerechnet der inzwischen aus dem Kreis der konservativen Mullahs ausgestoßene Ex-Präsident Ahmadinejad veröffentliche nach Festnahme seiner Mitarbeiter viele Fälle von Korruption in den religiösen Zirkel. Die Wut kochte hoch, und gerade im Mashhad, ein Hochburg des konservativen Klerus kam es zu Demonstrationen. Zunächst wurde der Rücktritt des reformorientierten Präsidenten Rohani gefordert. Doch binnen kurzer Zeit schrien die Menschen Parolen für das Ende des Mullah-Staats. Am deutlichsten war dieser Ruf an den ersten Demos an der Tehraner Universität: „Reformer oder Konservative: Das Spiel ist aus“!
Quelle: Pedram Shahyar

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Kuddel


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« Antworten #18 am: 05. Januar 2018, 10:44:30 »

Die Solidarität von Trump und den deutschen Medien mit den Riots...
Man sollte diese Kommentare mal über die Bilder vom G20 in Hamburg legen.
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Rudolf Rocker
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« Antworten #19 am: 05. Januar 2018, 12:26:59 »

Zitat
Deshalb klingeln bei mir die Alarmglocken, wenn Trump diese Proteste lobt.
Das geht mir auch so!
In allen Fällen, in denen die Sympathien aus dieser Richtung kamen (also US- Regierung, BRD- Regierung, EU) ging es für die Menschen in dem Land fürchterlich in die Hose.
Siehe Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Ukraine, DDR, Jugoslawien, Georgien und so weiter!
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« Antworten #20 am: 05. Januar 2018, 12:56:14 »

Wenn durch die Proteste dem Einfluss von außen Türen geöffnet werden dann ganz sicher.
Occupy ist in dieser Richtung leider sehr erfolgreich.
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« Antworten #21 am: 05. Januar 2018, 13:26:15 »

Die Solidarität von Trump und den deutschen Medien mit den Riots...
Man sollte diese Kommentare mal über die Bilder vom G20 in Hamburg legen.

Sehr gute Idee.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
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« Antworten #22 am: 06. Januar 2018, 21:44:28 »

Zitat
Nürnberg - Solidaritätskundgebung mit den Kämpfen im Iran

Gestern fand in der Nürnberger Innenstadt eine Protestkundgebung gegen das Mullah-Regime im Iran mit ca. 150 Menschen statt.

Die Proteste im Iran entzündeten sich an den steigenden Lebensmittelpreisen und der hohen Inflation im Land. Die Forderungen nach dem Rücktritt der Regierung nehmen im ganzen Land zu, etwa in 90 Städten hat es gestern Protestaktionen gegeben.

Ein Transparent wurde aufgestellt: „Ein Regimewechsel ist nur eine Angelegenheit der iranischen Bevölkerung.“ Die Nürnberger Kundgebung wandte sich entschieden gegen die Einmischung imperialistischer Kräfte.

Ein Flugblatt wurde verteilt mit den Forderungen: „Abschaffung der islamischen Republik, Freiheit (Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit), Abschaffung der Todesstrafe, Freilassung aller politischen Gefangenen, mehr Frauenrechte, stabile Preise für Lebensmittel – Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.“

Die anwesenden iranischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung waren sehr besorgt um die weitere Entwicklung im Land und befürchten z.T.  Aktionen der Regierung Rohanis, die als faschistisches Regime gekennzeichnet wird, zur Niederschlagung der Proteste im Land.

Es wurden mehrmals Schilder hochgehalten mit der Losungen: "Weg mit der Diktatur!  Unsere Solidarität gehört dem iranischen Volk!"

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw01/solidaritaetskundgebung-mit-den-kaempfen-im-iran
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« Antworten #23 am: 11. Januar 2018, 14:07:05 »

Zitat
… Die Ursachen dieser Revolte sind vielschichtig und reichen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurück. In den gängigen Nachrichten hört man, dass der eskalierende Eierpreis und Arbeitslosigkeit das Fass zum Überlaufen gebracht haben. In der Tat ist die Inflation im Iran desaströs und gemeinsam mit einem strikten Austeritätsprogramm übersteigt sie deutlich das Niveau der Löhne und Einkünfte. In vielen Fällen sorgen diese Faktoren dafür, dass nicht nur die Erwerbslosen, sondern auch die massenhaft prekär Beschäftigten Iraner*innen am Rande des Existenzminimums leben. Daher gibt es schon seit einer längeren Zeit im Iran Unruhen: die staatliche Organisation Isargara zählt über 1700 soziale Protestaktionen zwischen März 2016 und jetzt – von wilden Streiks der Fabrikarbeiter*innen über Aktionen von Renter*innen und Beschäftigte im öffentlichen Dienst – und das trotz drakonischer Strafen für jegliche (basis-)gewerkschaftliche Organisation und dergleichen. Das Ende der schmerzhaften UN-Sanktionen brachte die lang ersehnte ökonomische Erholung allenfalls für einige korrupte Mullahs und ihrem ökonomisch-militärischem Komplex, den Revolutionsgarden…
Hamid Mohseni, deutsch-iranischer Aktivist und freier Journalist in Berlin
 http://www.labournet.de/?p=126382
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« Antworten #24 am: 27. Januar 2018, 20:03:59 »

Heute gab es bei uns in N eine Soli-Mahnwache für die Befreiungsbewegung im Iran. Es war den Iranern ein besonderes Anliegen, die Nichteinmischung Deutschlands und anderer Länder in Befreiungsbewegung zu fordern.
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