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Autor Thema: Streik auf den Ostseefähren MS"Rider" und MS"Runner"  (Gelesen 3079 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6405


« am: 22. März 2005, 21:06:29 »

„Der Streik der Schiffsbesatzungen auf den Ostseefähren MS "Rider" und MS "Runner" (Reederei Finnlines) dauert bereits sieben Tage und geht möglicherweise morgen [22.3.] in die zweite Woche. Die Schiffe liegen z.Zt. am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde ( MS "Rider" ) bzw. im finnischen Hafen Turku (MS "Runner"). Die wichtigsten Streikziele: Bezahlung der Heuer nach Heuertabelle (HTV) und Bechäftigungssicherung, auch für die derzeitigen Besatzungen, auf den Finnlines-Schiffen auf der Strecke Travemünde - Turku. Der Arbeitgeber will die Heuern um 60% kürzen und nur befristete Heuerverträge anbieten, trotz hervorragender Auftragslage!
Die Gewerkschaft ver.di hatte zum Streik aufgerufen. Der Streik begann am 13. März 2005 gegen 22.00 Uhr. Die Seeleute auf beiden Schiffen stammen, bis auf wenige Ausnahmen, aus Polen. Sie sind gewerkschaftlich organisiert.“

labournet 22.3.05
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #1 am: 26. März 2005, 19:54:09 »

26.03.05
Kiel: Skandalurteil gegen streikende polnische Seeleute

Seit elf Tagen streikt die polnische Besatzung der Ostseefähre "Rider" weil die Heuer um bis zu 60 Prozent gekürzt wurde. Sie verhinderten dass das Schiff am Kieler Skandinavienkai entladen wird. Das Kieler Arbeitsgericht erklärte am Donnerstag Abend den Streik für illegal. Die Seeleute wurden entlassen. Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di protestierte gegen das Skandalurteil.
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Beiträge: 6405


« Antworten #2 am: 01. April 2005, 20:26:59 »

Streik auf den Ostseefähren MS"Rider" und MS"Runner" gerichtlich beendet

Der Streik wurde letzten Freitag [25.3.05], gegen 21.00 Uhr, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses ( LAG S-H ) beendet. Das Gericht war der Auffassung, ver.di habe nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen gleich den Streik ausgerufen. Nach norwegischem Recht, und dieses sei auf den streitigen Tarifvertrag anzuwenden, hätte ver.di erst noch einen eigens dafür vorgesehenen Ombudsmann anrufen müssen. Dies sei nicht geschehen, deshalb sei der Streik rechtswidrig und müsse sofort beendet werden. Für den Fall der Zuwiderhandlung setzte das Gericht eine hohe Geldstrafe, ersatzweise Haft, gegen die Mitglieder der ver.di - Arbeitskampfleitung fest.
Trotz dieses eher ungewöhnlichen Streikendes bleibt festzustellen, dass die Seeleute mit ihrer Gewerkschaft ver.di, durch ihren engagierten Einsatz, die Einführung von Dumpingheuern auf der Ostsee im Fahrgebiet zwischen Deutschland und Finnland verhindert haben. Die Reederei Finnlines hat die beiden Schiffe inzwischen unter finnische Flagge gebracht und gleichzeitig die Mannschaften komplett gegen finnische Mannschaften ausgetauscht. Für diese kommen nun die finnischen Tarifverträge zur Anwendung. Das finnische Heuerniveau ist insgesamt etwas höher als das deutsche und die jetzt vom Arbeitgeber zu zahlenden Heuern sind damit teurer ( ! ) als die bisherigen.
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