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Autor Thema: Chefduzen Medienecho  (Gelesen 94687 mal)
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Schraubenwelle


Beiträge: 1089



« Antworten #50 am: 16. Oktober 2007, 14:30:59 »

Gerade aber um die alten Seilschaften mal zu zerreissen wäre es doch wichtig mal frisches "Blut "in die Partei zu bringen.
Die linke hier bei mir ist davon nun nicht betroffen,zum Glück.
Da ich seit neusten auch Parteimitgleid bin werde  ich mich gerade gegen so alte Seilschaften auch zur wehr in der Partei setzen.
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Ziggy


Beiträge: 5007



« Antworten #51 am: 16. Oktober 2007, 17:48:02 »

Ich schwöre dir: Wenn ich an einen Linke-Stammtisch komme und treffe solche Sülzbacken, da kracht es!
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Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.
admin
Administrator

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« Antworten #52 am: 13. November 2007, 16:17:05 »

Zitat
18.10.07
 Protest gegen Leiharbeitsmesse in Münster

Münster – ca. 30 Personen demonstrierten am Vormittag des 18. Oktober in Münster gegen eine Leiharbeitsmesse in der Halle Münsterland. Die ARGE Münster (Arbeitsgemeinschaft Arbeitsagentur und Sozialamt der Stadt Münster) hatte die Messe ausgerichtet und ca. 2.500 Erwerbslose unter Androhung von Sanktionen dazu eingeladen. (Abb.: Sicherheitsdienst geleitet uneingeladenen Sklavenhändler samt seiner Ware nach draußen.)
 
Die Protestierenden machten per Megaphon auf die Missstände in der Leiharbeitsbranche auf sich aufmerksam und führten ein spontanes Theaterstück auf, in dem die Veranstaltung als Sklavenmarkt karikiert wurde: Arbeitslose wurden an einem Strick durch die Halle geführt und versteigert. Der WDR filmte diese Aktion, bis die Veranstalter die AktivistInnen des Raumes verwies. Vor der Halle Münsterland wurden Flugblätter verteilt, die Niedriglöhne in der Leiharbeitsbranche und die Kooperation der Arbeitsagenturen mit der Leiharbeitsbranche kritisierten. AktivistInnen des Internetforums http://www.chefduzen.de und der FAU Münster verteilten die so eben erschienene 1. Ausgabe der Zeitschrift „Leihkeule“. Abgerundet wurde die Aktion durch einen Auftritt des Berliner Liedermachers Geigerzähler mit Texten zum Thema.

Von Arbeitsagenturen durchgeführte Leiharbeitsmessen mit Zwangseinladungen für Erwerbslose gab es bereits in diversen anderen Städten. Die Arbeitsagenturen präsentieren dies als Service sowohl gegenüber Arbeitgebern wie auch den Arbeitslosen. Die Zeitarbeit gilt als „Wachstumsbranche“, die vermeintlich Arbeitsplätze schaffe. Oft werden hier Arbeitslose, deren Chancen auf einem ersten Arbeitsmarkt gering sind, nur zeitweilig zu Niedriglöhnen zwischengeparkt, bevor sie wieder in die Arbeitslosigkeit zurückfallen. Durch die viel geringeren Lohnkosten in der Leiharbeitsbranche wird ebenso Lohndruck auf den ersten Arbeitsmarkt ausgeübt. Die Branche trägt damit wesentlich zu einem ständig wachsenden Niedriglohnsektor bei, in dem die Lohnarbeit kaum zur Sicherung des Lebensunterhalts ausreicht.

--------------------------------

Dokumentation des Aufrufs:

Niedriglohn, Zwangarbeit –
Dafür haben wir keine Zeit!
Schluß machen mit Arbeitszwang zu Dumpinglöhnen!


Wir treffen uns am 18.10. um 10.30 Uhr am Münsteraner Hauptbahnhof, Ausgang Ost (Bremer Platz), um dagegen zu protestieren, dass die ARGE Münster 2.500 Münsteraner Arbeitslose dazu zwingt, sich bei Menschenhändlern – Leiharbeits und Zeitarbeitsfirmen – zu bewerben sowie in CallCentern, wo die Arbeitsbedingungen oftmals ebenso schlecht sind. Die ARGE hat hier in der Halle Münsterland eine „Messe“ organisiert und die Arbeitslosen verpflichtet, diese zu besuchen und sich bei den anwesenden Firmen zu bewerben. Das entlarvt mal wieder das Zwangssystem Hartz IV. Wir sind hier, weil wir der Meinung sind, dass die Methoden der Arbeitsagenturen und der Leihartbeitsfirmen menschenunwürdig sind.

Niedriglohn
Vier Zeitarbeitsverbände haben Tarifverträge abgeschlossen, zwei mit dem DGB (7,15 € West, 6,22 € Ost brutto als Einstiegsgehalt) und zwei mit christlichen Gewerkschaften (6,34 € West, 5,22 €). Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Einzelklitschen, die keinen Tarifvertrag haben und diese Bezahlungen noch unterbieten. Von diesen Löhnen kann man nicht leben, die Arbeitslosen, die sich heute hier bewerben, sind morgen arbeitende Arme. Selbst einen geforderten Mindestlohn von 7,50 € - mit dem man auch noch arbeitend arm wäre – wird hier massiv und bewusst unterboten.

Zwangsarbeit
Mit Hartz IV hat der Staat den Leih- und Zeitarbeitsfirmen einen großen Gefallen getan. Denn bekanntlich ist jede Arbeit zumutbar, solange sie nicht sittenwidrig ist. „Sittenwidrig“ wäre ein Lohn, der den geltenden Tarifvertrag um ein Drittel unterschreitet. Die Agentur für Arbeit kann Erwerbslose also auch dann noch in die Zeitarbeit zwingen, wenn diese einen Stundenlohn von ca. 4,- Euro auszahlen (wir reden immer noch von Bruttolöhnen!). Nimmt ein Erwerbsloser eine solche Arbeit nicht an, winken Abzüge beim Arbeitslosengeld – in der ersten Stufe eine Kürzung von 30 Prozent.
Die Zeitarbeitsfirmen nutzen das schamlos aus: Wer die angebotene Stelle nicht annimmt, wird bei der Arbeitsagentur verpetzt. Das heißt schlicht und einfach: Die Personalabteilungen der Leiharbeitsfirmen zwingen Erwerbslose, für sie zu arbeiten.

Unsicherheit ist Programm
Daß Arbeitsagenturen und in diesem Fall die ARGE Münster diese Klitschen noch fördern, indem sie ihnen ein Forum bieten, wäre sogar dann kontraproduktiv, wenn man an Hartz IV irgend etwas Gutes finden würde: Leiharbeitsfirmen funktionieren nach dem Motto Anstellen und Rausschmeißen. Den schlecht bezahlten Job hat man genau so lange, wie man gebraucht wird. Offiziell kann man sich zwar durchaus krankschreiben lassen, aber dann wir man eben nicht mehr ausgeliehen. Und solange man nicht arbeitet, steht man eben nur in der Kartei und wird nicht bezahlt – man steht also auch wieder in der Schlange vor der Arbeitsagentur.

Hartz IV abschaffen! Leiharbeit abschaffen!

http://fau-duesseldorf.org/nachrichten/weitere-10bb-nada-18-10-07-protest-gegen-leiharbeitsmesse-in-munster
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #53 am: 14. November 2007, 00:15:35 »

Hartz IV und Sklaven- bzw. Leiharbeit endlich abschaffen, stattdessen bedingungsloses Grundeinkommen für alle, da es eh nicht genügend vernünftig bezahlte Arbeitsplätze gab, gibt und geben wird.

Mehr als genug Geld für alle Bürger wäre da, wenn die Arbeitsamtsbürokratie abgeschafft wird.

Wo ist die 1. Ausgabe der Zeitschrift „Leihkeule“ erhältlich?

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
cyberactivist
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« Antworten #54 am: 14. November 2007, 00:36:18 »

hier:

http://chefduzen.de/thread.php?threadid=12414
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Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.
admin
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« Antworten #55 am: 21. November 2007, 12:38:21 »

Zitat
Die Leihkeule

Ich war schon längere Zeit nicht mehr hier bei der Montagsdemo. Es lag an dem alltäglichen Blues mit dem Kampf ums ökonomische Überleben, der einen davon abhält, dann noch zusätzlich vor die Tür zu gehen. Es war aber auch Frust: darüber, dass Protest nichts nützt, dass die Herrschenden ihn ignorieren – und auch ignorieren können. Es ist an der Zeit, dass es nicht nur zu Protesten, sondern zu Widerstand kommt, an dem die Herrschenden nicht mehr vorbeikönnen!

Widerstand ist wohl dort am sinnvollsten, wo die Menschen ausgebeutet werden. Wir haben uns entschlossen zu versuchen, Widerstand dort zu organisieren, wo die Ausbeutungsverhältnisse verschärft sind: bei der Leiharbeit. Ein paar Leute aus der Branche haben nun eine kleine Zeitung für Leiharbeiter gemacht: „Die Leihkeule“. Ich werde sie hier verteilen. Man kann sie auch im Internet herunterladen und ausdrucken. Es wäre schön, wenn sie weiterverbreitet wird!

Wir sind Leute, die sich im Internet über das Forum „Chefduzen“ kennengelernt haben. Auf diesem „Forum der Ausgebeuteten“ treffen sich täglich mehrere Tausend Menschen, um sich auszutauschen. Die Möglichkeiten des Internet sind nur begrenzt, denn Kämpfe sollen nicht in der virtuellen Welt geführt werden, sondern in der wirklichen. Aber in mehreren Städten haben sich bereits Menschen gefunden, die einen regelmäßigen Stammtisch einrichten, als Anlaufpunkt, aktiven Widerstand zu organisieren. Am 1. Februar 2008 findet im Bremer „Naturfreundejugendhaus“ in der Buchtstraße eine Infoveranstaltung von „Chefduzen“ statt. Wir hoffen, dass auch daraus ein regelmäßiger Treff entsteht.

Karsten Weber (parteilos)

http://www.bremer-montagsdemo.de/159/reden159.htm
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« Antworten #56 am: 13. Dezember 2007, 15:00:32 »

Zitat
Neues Deutschland
Sozialistische Tageszeitung • Donnerstag, 13. Dezember 2007


MEDIENlink
www.chefduzen.de


»Das Forum der Ausgebeuteten« nennt sich das Internetportal im Untertitel, das am 15. Dezember sein fünfjähriges Bestehen feiert. Darin steckt neben einer gehörigen Portion Selbstironie auch ein Hinweis auf die Gründungsgeschichte. Es waren Beschäftige in Callcentern, Angestellte aus Zeitarbeitsfirmen und andere prekär Beschäftige in Kiel und Umgebung, die das Internetportal im Dezember 2002 gründeten, um ihre Erfahrungen unabhängig von Gewerkschaften und politischen Organisationen auszutauschen.

Die wachsende Zahl der Klicks zeigte, dass die Webseite sehr schnell auch bundesweit genutzt wurde. Mit seiner breiten Themenpalette zu unterschiedlichen sozialen Konflikten im Industrie- und Dienstleistungssektor, Arbeitslosigkeit, Ein-Euro-Jobs, Zeitarbeitsfirmen, Arbeitsagenturen und Jobcenter sowie Rente und Gesundheitswesen hat das Forum der Nerv der Zeit getroffen. Mittlerweile haben sich die User an einigen Beispielen begonnen, nicht nur virtuell sondern auch im realen Leben zu treffen und sich gemeinsam zu organisieren.

Dieser auch für die Gründer unerwartete Erfolg des Portals hat schon bald die Gegenseite auf den Plan gerufen. Immer wieder probieren Unternehmen, die von Mitarbeitern virtuell kritisiert worden sind, die Veröffentlichungen von Beiträgen mit Abmahnungen zu stoppen. Dieser Versuch, kritische Berichte zu unterdrücken hat das Internetportal, dem noch viele Jubiläen zu wünschen sind, aber eher gestärkt und eine Welle der Solidarität eingebracht.

http://www.chefduzen.de

http://www.neues-deutschland.de/artikel/120805.html
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« Antworten #57 am: 21. Dezember 2007, 20:12:48 »

LinX - sozialistische Zeitung für Kiel
Nr.25, Dez. 2008

Zitat
5 Jahre den Chef geduzt!

Im Dezember konnte die Internetplattform http://www.chefduzen.de ihr fünfjähriges Bestehen feiern.
Was als kleines politisches Nebenprojekt in Kiel geplant war, entwickelte sich auf unvorhersehbare Weise zu einem der bedeutendsten virtuellen Treffpunkte für soziale und politsche Fragen im deutschsprachigen Netz und schlug eine Menge Wellen. Ein Pendant ging in Österreich als chefduzen.at online, während ein paar Schweizer Gewerkschaftslinke ihren Versuch mit chefduzen.ch nach kurzer Zeit wieder einstellten. Aus dem Bereich der Leiharbeit kam das Gegenprojekt "chefsiezen", das von Zeitarbeitsdisponenten betrieben wurde. Ihre Veröffentichungen über faule Leiharbeiter wurden von ihren Arbeitgebern jedoch als geschäftsschädigend erachtet und mußten wieder aus dem Netz verschwinden.

Die alleinige Veröffentlichung von realen Arbeitsbedingungen und der Ausstausch der Ausgebeuteten untereinander, wird von einigen als reale Bedrohung betrachtet und führte zu drastischen Gegenreaktionen. Wellen von Abmahnungen mußten die Betreiber über sich ergehen lassen, Denial of Service Attacken, Hackerangriffe und Mailbombings blieben dem Forum ebensowenig erspart, wie Versuche der rechten Szene bei dieser Plattform einen Fuß in die Tür zu kriegen. Aus dieser Ecke kamen auch Drohungen gegen den Forumsadministrator. Firmen verklagten und feuerten Mitarbeiter wg. ihrer Veröffentlichungen bei Chefduzen oder setzten sie auf schwarze Listen.

Chefduzen ist ein politisches Projekt, das sich weitgehend unabhängig von der politischen Szene entwickelt hat. Die Betroffenen von Armut und Ausbeutung erkennen in diesem Forum, das täglich von mehreren Tausend Menschen besucht wird, daß sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Im Austausch miteinander politisieren und radikalisieren sie sich. Der Community reicht es nicht mehr nur im Netz zu diskutieren und man traf sich in verschiedenen Städten. Eine Zeitung für Leiharbeiter gehört zu den ersten Früchten dieser Selbstorganisation.
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« Antworten #58 am: 12. April 2008, 01:04:13 »

Wir werden in den VDI-Nachrichten erwähnt.
Spielregeln für Mitarbeiter einführen

http://www.vdi-nachrichten.de/vdi-nachrichten/aktuelle_ausgabe/akt_ausg_detail.asp?cat=4&id=38093&source=homepage
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Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.
cyberactivist
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« Antworten #59 am: 12. April 2008, 01:07:10 »

Und auf Telepolis:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27696/1.html
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Sektsauferle


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« Antworten #60 am: 12. April 2008, 11:11:22 »

Zitat
Aus dem Bereich der Leiharbeit kam das Gegenprojekt "chefsiezen", das von Zeitarbeitsdisponenten betrieben wurde. Ihre Veröffentichungen über faule Leiharbeiter wurden von ihren Arbeitgebern jedoch als geschäftsschädigend erachtet und mußten wieder aus dem Netz verschwinden.

 LoL2

mann, seid ihr populär Cheesy
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In Memory of Menschenrechte !!!
alfred


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« Antworten #61 am: 12. April 2008, 22:22:30 »

Oberchef Naumann - A.I.M Allgemeine Industriemontagen GmbH

LOL
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To be is to do (Socrates), To do is to be (Sartre), Do be do be do (Sinatra)
unkraut


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« Antworten #62 am: 12. April 2008, 22:27:04 »

@ Alfred ...
Jo ,  da war mal richtig was los hier .
MfG
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Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945
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« Antworten #63 am: 24. Juli 2008, 17:28:42 »

LinX, Sozialistische Zeitung für Kiel, Nr. 15 vom 25. Juli 2008

Zitat
Arbeit in Zeiten der Globalisierung:

Solidarität neu denken


Hoch die internationale Solidarität!", scholl es oft bei Demos durch die Straßen. In den 70er Jahren meinte man damit die Unterstützung von Befreiungsbewegungen in Afrika oder Lateinamerika. Der Betrieb der Internetplattform chefduzen.de ("Das Forum der  Ausgebeuteten") zeigt aber, wie die Globalisierung auch hier angekommen ist und wir uns diesen begrenzten Internationalismusbegriff nicht mehr leisten können.

Die Geld- in Warenströme fließen global und die Ströme an Menschen, die vor Armut und Krieg flüchten, sollen mit militärischen Mitteln gesteuert werden, mit dem Erfolg von Tausenden ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Die Lebensbedingungen verändern sich rasant, denn der Kapitalismus bietet nirgendwo Sicherheit. So finden sich bei chefduzen zahllose Berichte von Menschen, die als Pendler ihren Arbeitsplatz jenseits der Grenze haben oder die als Arbeitmigranten das Land verlassen haben (und von einigen, die entnervt zurückgekehrt sind). Wer hätte vor einigen Jahren sich schon vorstellen können, daß sich Deutsche Gastarbeiter in den Nachbarländern als Lohndrücker unbeliebt machen würden?

Das Forum versuchte der Übersichtlichkeit halber ein Ordnungprinzip nach Regionen einzuführen, das dann oft scheiterte. Die Einführung des Themengebiets "Kämpfe in der Automobilindustrie" funktionierte erst dann, als es dort keine nationalen Grenzen mehr gab. Der wilde Streik bei OPEL hat ja auch gezeigt, dass der Ausfall der Produktion in Bochum auch direkte Auswirkungen auf die Produktion in Britannien und Schweden hatte. Jetzt macht das Mosaik der internationlen Nahchrichten über Standortverlagerungen und Arbeitsniederlegungen weltweit richtig Sinn. Es handelt sich nicht nur um den gleichen Konzern, ein PKW wird heutzutage in  ver- schiedenen Staaten teilproduziert und irgendwo global endmontiert und das oftmals mit dem Label "made in Germany". Ein anderes Beispiel dafür, wie Welt der unbegrenzten Ausbeutung auch bei uns angekommen ist und "internationale Solidarität" eine neue  Bedeutung bekommt, ist in folgenden Berichten nachzulesen, die eine in Hamburg lebende Polin unter dem Nick "Alexis" bei chefduzen veröffentlichte:

"Ich schreibe hier, weil jetzt guter Rat teuer ist. Und ich bin ziemlich Ratlos. Gestern, pünktlich zur polnischen Mutter Tag schrieb mich Freundin meiner Mutter an, dass ihr Sohn in Deutschland in Schwierigkeiten steckt. Er ist angeworben von einer deutschen Firma um in Deutschland befristet zu arbeiten. Seit 12.04. hat er gearbeitet zusammen mit ca. 20 anderen. Es sollte alles legal laufen, inkl. aller Versicherungen und Verträge. Aber es ist völlig anders.

Keiner von denen spricht Deutsch und keiner kennt deutsche Rechtslage. Z. B., das Krankenversicherung Sache der Arbeitsgeber ist. Sie haben täglich durchschnittlich 12 Stunden gearbeitet (echter Hard work!) und einige worden krank, es gab Unfälle. Nicht nur, das keiner zum Arzt durfte, aber es gab nicht mal einen Ansprechpartner der Polnisch oder Englisch konnte. Sie haben auch kein Geld bekommen bis auf 300 Euro (aber auch nicht alle) vor 2 Tagen, [kam der] Hinweis "Firma Kapput". Die Hälfte ist abgereist, und die Firma holt neue Leute aus Polen. 9 Leute sind noch geblieben, 3 arbeiten (immer noch ohne Bezahlung), 6 werden nicht mehr in die Firma gelassen wegen Meldung an das Konsulat. Einer liegt nach einem Arbeitsunfall in Koma in Krankenhaus.

Ich habe mit Polizei telefoniert, bin auch mit den Leuten auf Wache gewesen um Anzeige zu erstatten, aber niemand ist zuständig und keiner kann mir sagen wer zuständig ist. Ich will Morgen bei Arbeitsamt versuchen, aber die Zeit läuft mir davon. Ich bin Berufstätig und habe 2 Kinder, viel Zeit kann ich nicht investieren. Der Polizist sagte mir frech, dass es nicht sein Problem ist wenn sie auf der Straße sitzen und nichts zu futtern haben. In solchen Fällen geht man vor dem Rathaus und zum Caritas meinte er.

Bitte hilf mir den Leuten zu helfen, an wem soll ich mich wenden? Konsulat tut nicht, Polizei ist nicht zuständig, Zoll interessiert sich nur ür Schwarzarbeit, Arbeitsamt hat geschlossen und die Zeit drängt! Es muss in Deutschland doch jemanden geben, der gegen  Sklavenarbeit was ausrichten kann!"

[Es wird nach dem Ort gefragt, weil es regional verschiedene Organisationen gibt, die helfen könnten]

"Der Ort heißt Wewelsfleth in der Nähe von Hamburg. Danke für dem Tipp, aber ich Suche eigentlich nach einen Weg, wie die Leute Ihr Recht bekommen."

[Es gibt einen Kontakthinweis in der Region]

"Super! Das ist genau das was ich brauche! Danke, Du bist echt GROßE KLASSE!"

[Wenige Tage später: ]

"Tieftraurig

Leider hat alles nichts gebracht. Ich habe trotz tagelangen Bemühungen keinen gefunden, der sich zuständig fühlte. EMWU konnte nichts machen, weil die Leute nicht im Verein oder Gewerkschaft waren, hat sich aber wenigstens bemüht. Die Leute sind nach Polen zurück, per Anhalter und als Schwarzfahrer mit der Bahn. Der Schwer verletzte ist am Freitag im Hamburg gestorben, er war meines Wissens nach ca. 25. Die Firma hat die Leute natürlich nicht versichert und jetzt geht sie ins Insolvenz. Ich kann es nicht glauben, das so etwas mitten in Europa möglich ist."
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besorgter bürger


Beiträge: 3831



« Antworten #64 am: 16. August 2008, 11:25:16 »

Kommentar von Twister2007 zum Thema Callcenter

http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Mein-Gott-habt-ihr-jemals-so-grosse-Krokodilstraenen-gesehen/forum-142357/msg-15408550/read/
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Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.
jobless0815


Beiträge: 1009


« Antworten #65 am: 04. November 2008, 10:41:45 »



Was ist gemeint mit "...wie z.B. chefduzen nach und nach plattgemacht wurde"...?
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aian19


Beiträge: 1499



« Antworten #66 am: 04. November 2008, 14:22:19 »



Was ist gemeint mit "...wie z.B. chefduzen nach und nach plattgemacht wurde"...?


Totgesagte leben ja bekanntlich länger  Grin

Sagen wirs mal so, wenn ich´s recht in Erinnerung habe, war die für die Geburtsstunde dieses Forums ein großer grüner Callcenterbetreiber in Kiel mitverantwortlich, der auch INet-Anschlüsse usw. anbietet. Ging heiß her damals, die haben das gesamte juristische Sammelsurium aufgefahren um den Forengründer und dieses unbequeme kritische Forum plattzumachen. Doch dank positivem Feedback hier in diesem Forum, diversen Spendenaufrufen und einem standhaften Forengründer haben sie auf Granit gebissen. Sowas nenne ich im übrigen STANDHAFT und AUFRECHT und nicht sowas, was die SPD-Hansel in Hessen abgeliefert haben....
Ich denke mal das Forum war deswegen, auch gerade wegen der juristischen Feinheiten, zeitweise offline, wo einige dann wohl von ausgingen, das wars mit CD. Ist zum Glück nicht so. Und da so eine juristische Kampagne ja auch immer mit medialem Publikum verbunden ist und das dann oft nicht so gut in der Öffentlichkeit ankommt, gehen sie mittlerweile eher dazu über, hier U-Boote einzuschleusen oder gleich zu versuchen, das Forum zu hacken.
Wie man sehen kann, mit offenbar mäßigem bis gar keinem Erfolg  Grin
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"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

Mene mene tekel upharsin
jobless0815


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« Antworten #67 am: 07. November 2008, 16:13:33 »

..
Totgesagte leben ja bekanntlich länger  Grin

Sagen wirs mal so, wenn ich´s recht in Erinnerung habe, war die für die Geburtsstunde dieses Forums ein großer grüner Callcenterbetreiber in Kiel mitverantwortlich, der auch INet-Anschlüsse usw. anbietet.  (...)

Ok, Danker für die Info, auch wenn ich noch nicht herausbekommen habe, wer der "grüne CC-Betreiber" ist, steh da
grad  auf dem Schlauch, gibt sich sicher noch;-)
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Pinnswin


Beiträge: 4127



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« Antworten #68 am: 10. November 2008, 10:55:08 »

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=222.0

8-ung: Lang.
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
jobless0815


Beiträge: 1009


« Antworten #69 am: 14. November 2008, 23:29:51 »



Merci.
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admin
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Beiträge: 2300


« Antworten #70 am: 20. November 2008, 19:23:16 »

Basisgruppe Internationale Entwicklung (bagru.ie)
Zitat
Die Fabrik, also die räumliche Konzentration vieler ArbeiterInnen sowie der darüber ermöglichte Austausch zwischen und die Vernetzung von abhängig Beschäftigten, trug nicht unwesentlich zur Formierung der ersten ArbeiterInnenassoziationen bei. Unter den fragmentierten Bedingungen postfordistischer Produktion und ihrer räumlichen Zerstreuung der Arbeitsorte (Homework, Außendienst, Ich-AGs, dezentralisierte Fabriken und kleinteilige Unternehmensstrukturen usw.), aber auch der gesellschaftlichen Tendenz zu sozialer Fragmentierung und Vereinzelung ist die genannte räumliche Basis der Organisierung vielfach verloren gegangen. Unter diesen Voraussetzungen gewinnen neue Kommunikationstechnologien wie das Internet an Bedeutung, insofern sie die virtuelle Vernetzung von Menschen an weit voneinander entfernt liegenden Orten ermöglichen und so auch die Basis für (Selbst-)Organisierungsformen und Aktionen im "realen" Raum schaffen können.

Das Internetportal Chefduzen.de existiert seit 2004 (seit 2006 auch Chefduzen.at) und nutzt das Internet als Kampfwerkzeug. Von Information und Austausch über geringe Entlohnung und miserable Arbeitsbedingungen, über Tipps und Tricks im Umgang mit Arbeitslosen- und Sozialämtern bis hin zu Vernetzung, Aktion, Widerstand und Streik, über all das wird auf dem Forum diskutiert. Oft bleibt Gesagtes nicht nur virtuell, sondern findet auch reale Umsetzung.

Das Projekt erhielt politisches Gewicht durch die wachsende buntgemischte Community, die dieses Angebot des Austauschs zur sozialen Selbstverteidigung und Selbstorganisation nutzt. Das "Forum der Ausgebeuteten" steht seit seiner Nutzung durch eine breitere Öffentlichkeit unter juristischem Beschuss von AusbeuterInnen.

links: http://www.chefduzen.de

http://www.chefduzen.at

http://wikis.ie.bagru.at/altes-wikie/chefduzen?highlight=(chefduzen)



Hamburger Abendblatt, 8.11.2008

"Menschen sind keine Ware!"


Zitat
Ist Zeitarbeit also gar kein Fluch, sondern ein Segen, weil ja jetzt die Verleihfirma das wirtschaftliche Risiko trägt? Sind Leiharbeiter gar keine "Arbeitnehmer zweiter Klasse", wie der Deutsche Gewerkschaftsbund klagt, weil sie meist nicht nur schlechter bezahlt werden, sondern auch das höhere Entlassungsrisiko tragen? Ist es etwa übertrieben, wenn "Jürgen2" bei www.chefduzen.de, wo haarsträubende Erfahrungsberichte mit Zeitarbeitsfirmen geschildert werden, schreibt: "Man muss sich immer bewusst sein, die sehen dich nicht als Mensch und Arbeitnehmer, sondern als Kostenfaktor und Rohstoff." Hat Heiko Werner Unrecht, wenn er sagt: "Ich finde es in höchstem Maße unmoralisch, dass man Menschen genauso leihen kann wie eine Packung Schrauben. Menschen sind keine Ware!"

Aber Manövriermasse - gebraucht in guten Zeiten, abgestoßen in der Krise?

http://www.abendblatt.de/daten/2008/11/08/967791.html
« Letzte Änderung: 21. November 2008, 14:15:10 von admin » Gespeichert
jensen-ex


Beiträge: 1338



WWW
« Antworten #71 am: 05. Dezember 2008, 17:54:13 »

http://de.indymedia.org/2008/12/234666.shtml
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So it goes.

Kurt Vonnegut
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« Antworten #72 am: 10. Juni 2009, 15:55:43 »

Direkte Aktion 191
(Januar/Februar 2009) erschienen:


Forum der Ausgebeuteten
Interview mit Karsten Weber, dem Gründer der Internetplattform chefduzen.de


Zitat
- Was ist und macht chefduzen und wie ist das Projekt entstanden?

Chefduzen ist entstanden aus Frust über die Perspektivlosigkeit der linken
Szene. Es ist ein Versuch eine zeitgemäße Form des Klassenkampfes zu
entwickeln. Wir haben die soziale Frage in den Mittelpunkt gestellt und im
Internet einen Raum für Diskussion und Auseindersetzung geschaffen. Die
Betroffenen von Ausbeutung und Verarmung müssen selbst Lösungen der
sozialen und politischen Probleme entwickeln. Das können ihnen ein paar
politische Vorturner nicht abnehmen. Wir versuchen Dogmatismus und
Sektiererei zu vermeiden dafür zu sorgen, daß eine strömungsübergreifende
Diskussion möglich ist, nur bei faschistoider oder neoliberaler Propaganda
schreiten wir sofort ein, ansonsten lassen wir mehr zu, als anderswo in
der Linken denkbar wäre.

- Was hat chefduzen bisher erreicht? ("die größten Erfolge")
- Gab es schon Streß mit Behörden oder Arbeitgebern?


Diese beiden Fragen müssen wir zusammenfassen, denn der Streß mit Behörden
und Arbeitgebern bescherte uns auch unsere größten Erfolge. Wir haben
weitgehend Neuland betreten und alle Seiten versuchten die juristischen
Möglichkeiten auszuloten. Einge Unternehmen betrachteten ja schon die
Veröffentlichung ihrer Arbeitsbedingungen als Affront und es hagelte nach
kurzer Zeit Schreiben von Anwälten, Polizei und Gerichten. Wir sind keine
geborenen Helden, aber wir wollten auch nicht klein beigeben, so kurze
Zeit nach dem Start. Wir hatten schlaflose Nächte und ernsthafte
Existenzängste. Die Drohungen gipfelten in der Absurden Summe von einem
Zwangsgeld bis in Höhe einer viertel Million Euro oder der 6 Monate Haft.
Wir kamen mit einem Lehrgeld von rund 3000 Euro davon und Dank einer Welle
der Solidarität und Unterstützung durch die Rote Hilfe blieb auch das
letztendlich nicht auf unseren Schultern. Dieser Angriff auf chefduzen
machte erst die Runde in der Netzwelt, bis sich auch die Mainstreammedien
der Sache annahmen. Die Bekanntheit und Popularität des Forums der
Ausgebeuteten wuchs explosionsartig. Die erste Firma, die uns ans Bein
pißte, ist inzwischen pleite. Die Callcenterbetreiber freenet, buw oder
Tectum (uva.) bissen sich an dem Forum die Zähne aus und schossen sich
selbst ins Knie. Sie sägten so an ihren Ruf durch ihr lichtscheues
Verhalten und machten die Öffentlichkeit neugierig (allein das Thema
"freenet" wurde bei chefduzen 250 000 mal besucht) bis auch die
bürgerliche Presse interesse zeigte. Uns ist es wichtig uns nicht allein
auf die Ausbeuter zu konzentrieren. Uns bedeutet es auch viel, daß man
sich die Informationsfreiheit in den Medien und speziell im Internet nicht
weiter beschneiden läßt. Wir verachten den verauseilenden Gehorsam, den
viele Betreiber von Netzprojekten an den Tag legen. Wir haben im
Juristischen viel dazugelernt und wissen, daß es sich bei einem großen
Teil der Drohungen um Bluff handelt. Wir haben uns mit ähnlich
ausgerichteten Internetportalen und erfahrenen Juristen zusammengetan um
(unter dem Dach der Roten Hilfe)  gegen die Ausbreitung von Zensur und
Beschneidung der Meinungsfreiheit politisch und juristisch vorzugehen. Wir
verbuchen es als einen Erfolg, daß viele Unternehmen zwar Schiß vor der
Öffentlichkeit haben, aber noch größeren Schiß davor, das öffentliche
Interesse durch einen Angriff auf uns zu vergrößern. Es war auch die Folge
der so entstandenen öffentlichen Diskussion, daß ein Ausbeuter nicht mehr
ausreichend Personal rekrutieren konnte und gezwungen war den Lohn zu
erhöhen. Das Forum wurde auch von Aktivisten genutzt, einen Betriebsrat in
einem Callcenter zu etablieren. Solche Aktivitäten sind in einigen
Betrieben so schwer, wie unter einem diktatorischem Regime. Die anomymen
Diskussionsmöglichkeiten in einem solchen Forum haben sich als hilfreich
bewiesen.

- Was macht ihr momentan?

Neben dem Alltag mit dem Forenbetrieb und der Beteiligung an der
Diskussion, sind wir bemüht, die Möglichkeiten und Kontakte, die aus der
Arbeit an dem Netzprojekt entstanden sind, für praktische Aktivitäten zu
nutzen. Das Internet bietet einfach zusätzliche Möglickeiten, doch es
ersetzt nicht traditionelle Formen der politischen Auseinandersetzung mit
Flugblättern, Plakaten, Treffen und Versammlungen. Wir versuchen den
Schwerpunkt der Arbeit in die reale Welt zu holen ohne den virtuellen
Treffpunkt aufzugeben. Die Stammtische in mehreren Städten und die
Branchenzeitungen für den Leiharbeitssektor und die Callcenter sehen wir
als einen Schritt in die richtige Richtung.


- Was plant ihr in Zukunft?

Wir wollen gegen die Spaltungen und Atomisierung der Klasse gegenanwirken.
Die Erwerbslosen müssen selbst zwar in jeder Beziehung gestärkt werden,
doch sie sind selbst kaum organisierbar. Arbeitskämpfe der Zukunft müssen
auch die Rechte der Erwerbslosen einfordern. Und wir wollen auch weiter
vordringen in den ersten Arbeitsmarkt und die Stammbelegschaften der
Großbetriebe in die  Diskussion einbeziehen. Es kann nicht sein, daß
chefuzen allein für die Prekarisierten da ist und die Stammbelegschaften
der Industrie mit dem DGB herumklüngeln. Wir werden alle Opfer der Krise,
die über uns hereinbricht, es bleiben keine sicheren Inseln. Erst wenn wir
es lernen, solidarisch mit Leuten zu sein, denen im Moment noch etwas
besser geht, haben wir eine entscheidende Spaltung überwunden.
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6395


« Antworten #73 am: 12. Juni 2009, 13:12:56 »

Zitat
Weniger radikal in der Theorie, aber nicht minder effektiv in der Praxis ist das Internetforum “chefduzen.de”, das Markus Lawrenz vorstellt. Unter dem Motto “Online Zusammenschließen - Offline Kämpfen” vernetzt das Forum Lohnabhängige, gleich welcher Couleur (lediglich “Faschisten und Neoliberale müssen draussen bleiben”) und ermuntert diese zu einem Austausch über ihre Erfahrungen mit und in ihrem Betrieb. Betriebe, denen “chefduzen.de” ein Dorn im Auge ist, nicht zuletzt weil sie um einen Imageschaden für ihre Firma fürchten, verklagen das Forum mit aller Regelmäßigkeit. Der amüsante Effekt davon ist, dass das Forum dadurch nur an Popularität gewinnt, da mittlerweile auch die bürgerliche Presse auf den Arbeitskampf im world wide web aufmerksam geworden ist und der Druck auf die diskutierten Betriebe dadurch automatisch erhöht wird.

http://www.jugendzeitung.net/onlinemag/rezension-die-neuen-streiks-geschichte-gegenwart-zukunft/
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
admin
Administrator

Beiträge: 2300


« Antworten #74 am: 15. Januar 2010, 18:33:42 »

LabourNet  5. Januar 2010
...

Direkte Aktion 197 – Januar/Februar 2010:

Zitat
 Catwalk

Hartz IV: Überprüfungsanträge stellen!

Das Hessische Landessozialgericht hat im Oktober 2009 festgestellt, dass die aktuellen ALG II-Regelsätze nicht ausreichend und somit verfassungswidrig sind. Eine endgültige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts steht noch aus. Trotzdem ist es für alle EmpfängerInnen von ALG II wichtig, schnellstmöglich Überprüfungsanträge zu stellen – für Nachzahlungen für das Jahr 2005 war der Stichtag der 31.12.2009. Die notwendigen Unterlagen und weitere Hinweise sind auf www.chefduzen.de (dort dem entsprechenden Link oben auf der Seite folgen) zu finden.

 
Leiharbeit: Gleichen Lohn einklagen!

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (LAG) hat im Dezember 2009 die CGZP in zweiter Instanz für nicht tariffähig erklärt. (siehe Seite XY, Artikel Christliche Tariffähigkeit) Damit sind deren Dumpingtarifverträge in der Leiharbeit nicht rechtens. Falls das Urteil bestätigt wird, haben alle LeiharbeiterInnen, die unter CGZP-Tarifvertrag gearbeitet haben, rückwirkend zum 01.01.2007 Anspruch auf höhere Löhne. In diesem Zusammenhang werden das Büro Günter Wallraffs und chefduzen.de Sammelklagen führen. LeiharbeiterInnen können sich an die Kanzlei wenden: Prof. Dr. Rechtsanwalt Rüdiger Knaup, www.ra-knaup.de, Doktor-Ruer-Platz 6, 44787 Bochum, Telefon: 0234-60270-0
http://www.direkteaktion.org/197/catwalk


Und auch in einem russischen Forum diskutiert man mit dem Wissen aus chefduzen.de den Umgang mit Ämtern, Behörden und Jobs in Deutschland:
Zitat
http://www.chefduzen.de/index.php/topic,19965.105.html
здесь всё на эту тему,но ветка очень длинная
об этом процессе в телевизоре тоже говорили,Томас .К и есть,кто всё это организовал.
http://foren.germany.ru/legal/f/15045674.html?Cat=&page=0&view=collapsed&sb=5
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