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Autor Thema: Oury Jalloh: Selbstentzündung ausgeschlossen!  (Gelesen 24887 mal)
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counselor


Beiträge: 3515



« Antworten #50 am: 04. Januar 2018, 17:55:02 »

Zitat
Dessau - Oury Jalloh - Das war Mord!

Zum 13. Todestag von Oury Jalloh finden neben einer bundesweiten Demonstration am 7. Januar in Dessau zahlreiche Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die Föderation der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland hat dazu eine Erklärung herausgegeben.

Oury Jalloh wurde am 7. Januar 2005 in Dessau in der Zelle einer Polizeistation bei lebendigem Leibe verbrannt. Nach seinem Tod behaupteten die Polizisten, die sich zu dem Zeitpunkt im Dienst befanden, dass er sich selbst angezündet haben soll.

13 Jahre Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit

Es war offensichtlich, dass sich Oury Jalloh nicht auf einer feuerfesten Matratze anzünden konnte, an der er außerdem mit einer Handschelle fixiert war. Von Anfang an deuteten seine Angehörigen, Freunde und Flüchtlingsorganisationen auf die Widersprüche bei den Aussagen der Polizisten und den Umständen seines Todes hin, und sahen hinter dem Geschehenen einen vertuschten, rassistisch motivierten Mord. Der Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit wurde 13 Jahre lang nicht nur in den Gerichtssälen ausgefochten, sondern auch auf der Straße und in der Öffentlichkeit.

Kein Einzelfall

Oury Jalloh ist kein Einzelfall für einen rassistisch motivierten und vertuschten Mord! Beispiele für faschistisch und rassistisch motivierte Morde gibt es in Deutschland und anderen Teilen Europas viele.  Ein Großteil dieser Morde wurde erst durch die Haltung der Staatsbürokratie ermöglicht. Die NSU-Morde bieten genügend Beispiele dafür ...

Die Wahrheit muss ans Tageslicht

Nur durch den hartnäckigen Kampf für die Wahrheit wurde bewiesen, dass Oury Jalloh durch „Fremdeinwirkung“ in Polizeihaft lebendig verbrannt wurde. Es ist an der Zeit, festzustellen, wer genau dieses Verbrechen begangen hat ...

Demonstration und Kundgebungen

Neben der bundesweiten Demonstration am 7. Januar in Dessau werden wir als die Föderation der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland am 5. Januar ... überall in Deutschland auf der Straße sein ... Am 6. Januar wird es in Köln am  Eigelsteintorburg (Nähe Ebertplatz) um 13 Uhr eine Kundgebung geben.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw01/oury-jalloh-das-war-mord
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Kuddel


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« Antworten #51 am: 06. Januar 2018, 20:03:32 »

Zitat
Justizmitarbeiter wollte Polizisten offenbar wegen Mordes anzeigen

Medienberichte: Mitarbeiter des Dessauer Gerichts soll Aussage über Polizisten unter Druck zurückgezogen haben / Sonntag jährt sich der Tod des Flüchtlings zum 13. Mal
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1075251.oury-jalloh-justizmitarbeiter-wollte-polizisten-offenbar-wegen-mordes-anzeigen.html
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Nikita


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« Antworten #52 am: 07. Januar 2018, 14:32:16 »

Livetream der Demo zum Jahrestag des rassistischen Mordes deutscher Polizisten an Oury Jalloh, der von Staatsanwaltschaft und Behörden vor Ort vertuscht wird. Jetzt als Aufzeichnung. Beginnt bei 4:10 Minuten.

https://youtu.be/24N7YB-Nfdw
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Kuddel


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« Antworten #53 am: 07. Januar 2018, 15:20:58 »

Beeindruckend.
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Strombolli
Jeheimrat


Beiträge: 6738



« Antworten #54 am: 07. Januar 2018, 16:08:12 »

"Ich weiß ja nicht, ob sie es schon wussten" aber ich wohne 35km von Dessau entfernt, sehe immer das Polizeigebäude, wenn ich mal von KAUFLAND komme und habe IMMER so ein Scheißgefühl über das was dort vor sich gehen mag oder gegangen ist. Ich verstehe diese und viele andere Menschen ähnlicher Denke nicht mehr.

Was läuft bei ihnen oder eben bei mir falsch? Ich habe meine Erziehung durch meine Eltern (private Händler im Pseudosozialismus der DDR; erst in der BRD durch nichtbezahlte Rechnungen und Bankenwillkür kaputtgegangen) offenbar nicht vergessen. Das Pendel ist nicht in die andere Richtung umgeschlagen!
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Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
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Nikita


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« Antworten #55 am: 07. Januar 2018, 16:15:50 »

Bin überrascht, dass Undercover-Cops sich nicht unter die Demonstranten gemischt haben und Steine auf die eigenen Leute geworfen haben. Damit die Polizei die Demo niederprügeln darf.
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Kuddel


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« Antworten #56 am: 07. Januar 2018, 18:40:01 »

Zitat
Tausende demonstrieren in Dessau

Heute vor 13 Jahren verbrannte Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. In der Stadt versammelten sich Tausende Demonstranten im Gedenken an den Asylbewerber - und forderten weitere Ermittlungen.




Am 13. Todestag von Oury Jalloh haben in Dessau in Sachsen-Anhalt mehrere Tausend Menschen des in Polizeigewahrsam gestorbenen Afrikaners gedacht. Nach Angaben der Polizei folgten am Sonntag rund 3000 Demonstranten einem Aufruf der Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh, die Veranstalter sprachen von mehr als 4000.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/oury-jalloh-zum-13-todestag-demonstrieren-tausende-in-dessau-a-1186648.html
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« Antworten #57 am: 12. Januar 2018, 10:13:29 »




VIDEO

Im Gedenken an Oury Jalloh! Demonstration zum 13. Todestag in Dessau-Roßlau

https://vimeo.com/250693286
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« Antworten #58 am: 30. Januar 2018, 08:38:34 »

Aus: Ausgabe vom 30.01.2018, Seite 4   / Inland

Wider den Korpsgeist
Feuertod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau: Initiative ruft internationale Untersuchungskommission ins Leben

Von Susan Bonath



Demo am 7. Januar in Dessau zum 13. Todestag von Oury Jalloh: Eine Gruppe von Experten aus mehreren Ländern will unter anderem Manipulationen am Tatort untersuchen, der Polizeizelle, in der der Flüchtling verbrannte
Foto: Christian-Ditsch.de

Wie konnte Oury Jalloh vor am 7. Januar 2005 in einer Schlichtzelle des Polizeireviers Dessau am helllichten Tag bis zur Unkenntlichkeit verbrennen? Haben Polizei, Staatsanwälte, Gerichte und Politiker gezielt die Ermittlungen behindert? Wurden Beweismittel in diesem bis heute ungelösten Kriminalfall absichtlich manipuliert? Diesen und weiteren Fragen soll eine internationale unabhängige Untersuchungskommis­sion nachgehen. Das Gremium mit bisher neun Experten habe sich am vergangenen Wochenende in Berlin konstituiert, teilte die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh am Montag mit.

»Zu gegebener Zeit wird sich die Kommission öffentlich vorstellen«, kündigte Thomas Ndindah von der Initiative am Montag im Gespräch mit junge Welt an. Das Datum stehe aber noch nicht fest. Es könne sein, dass sich noch weitere Experten anschließen, so Ndindah. Bisher kommen die Mitglieder des Gremiums – Mediziner, Rechtswissenschaftler, Anwälte und ein Journalist – aus sieben Ländern, darunter auch Deutschland. Ihre Prüfungen orientierten sich an den vorliegenden Akten. Zudem sollen sie Kontakt zu Ermittlern, deren Gutachtern und dem Rechtsausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt aufnehmen. »Dann wird sich zeigen, inwieweit die Staatsanwälte bereit sind zu kooperieren«, sagte Ndindah.

Es gehe zum Beispiel darum, die jüngsten gutachterlichen Schlüsse zu analysieren. So hatten vor einem Jahr acht Experten – Mediziner, Chemiker, Brandsachverständige und Kriminaltechniker – mehrheitlich ausgeschlossen, dass der gefesselte Oury Jalloh das Feuer selbst gelegt haben kann. Der Dessauer Staatsanwalt Folker Bittmann hatte nach zwölf Jahren Ermittlungsarbeit seine bisherige These vom Selbstmord über den Haufen geworfen. Er geht nun von einem Verdeckungsmord aus. Womöglich hätten diensthabende Polizisten vorangegangene Misshandlungen oder unterlassene Hilfeleistung vertuschen und verhindern wollen, dass zwei weitere ungeklärte Todesfälle in ihrem Gewahrsam aus den Jahren 1997 und 2002 wieder aufgerollt werden.

Nachdem Bittmann jedoch Mordermittlungen eingeleitet und den Generalbundesanwalt in Karlsruhe vergeblich um Hilfe ersucht hatte, entzog Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad ihm das Verfahren. In Halle stellte es Oberstaatsanwältin Heike Geyer im Oktober ein. Die Linksfraktion Sachsen-Anhalt setzte den Fall im Landtag auf die Tagesordnung. Unter Druck geraten, wies Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) schließlich den Generalstaatsanwalt in Naumburg an, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Doch das läuft schleppend. Mitte Januar hieß es dort, fünf Wochen nach dem Auftrag seien noch nicht alle Akten eingegangen. Allein die Prüfungen könnten sich über Monate hinziehen. Außerdem sagte Keding den Mitgliedern des Rechtsausschusses Anfang Dezember Akteneinsicht in der Geheimschutzstelle zu. Doch bisher sei dort noch nichts eingetroffen, sagte der Grünen-Abgeordnete Sebastian Striegel auf jW-Nachfrage. Bei der Generalstaatsanwaltschaft war am Montag kein Sprecher erreichbar.

»Ich fürchte, dass man nun versucht – oder schon versucht hat –, Akten und Asservate mit Verweis auf Fristen zu entsorgen«, sagte Rechtsanwältin Beate Böhler im Gespräch mit jW. Sie vertritt Jallohs Vater, der in Guinea lebt. Mehrfach hätten sie und ihre Kollegin Gabriele Heinecke beantragt, asservierte innere Organe des Opfers in die Berliner Charité zu überführen, um die Obduktionsergebnisse zu überprüfen. »Darauf gibt es gar keine Reaktion«, so Böhler. Ferner habe sie sich der Strafanzeige der Initiative gegen den Polizisten Udo S. (69) angeschlossen und die Begründung für den erhobenen Tatverdacht erweitert. »Wir werden nun Anträge stellen dazu, was konkret ermittelt werden muss.« Hierbei könne die internationale Kommission sehr viel weiterhelfen. »Es gibt unzählige Hinweise, Ansätze, auch Parallelen zu den beiden anderen mutmaßlichen Tötungsdelikten in diesem Revier, das lässt mich hoffen, dass wir die Täter finden.« Der Fall Jalloh, konstatierte sie, zeuge von einem strukturellen Korpsgeist in den Behörden. Er gehöre auf bundesweite Ebene.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326315.wider-den-korpsgeist.html

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« Antworten #59 am: 16. Februar 2018, 07:39:25 »

Aus: Ausgabe vom 15.02.2018, Seite 4   / Inland

Durch den Schredder
Feuertod von Oury Jalloh: Justiz löscht Akten zu zwei weiteren ungeklärten Todesfällen im Dessauer Polizeirevier. Es gab personelle Überschneidungen
Von Susan Bonath



Anfang Januar erinnerten Aktivisten mittels Umgestaltung von Autobahn-Hinweisschildern an den Tod von Oury Jalloh in einer Polizeizelle
Foto: facebook.com/oury.jalloh.77

Verschwundene Beweismittel, Falschaussagen, verschleppte Ermittlungen: Vieles spricht dafür, dass die Verantwortlichen in Sachsen Anhalt alles unternahmen, damit der Feuertod von Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle im Januar 2005 nie aufgeklärt wird. Doch die Indizien für einen Mord sind erdrückend. 2017 verwarf der langjährige Ermittler Folker Bittmann die offizielle Selbstmordthese. Er wurde den Fall los. Aus Sicht Bittmanns wollte die Polizei mutmaßlich Misshandlungen verschleiern und ein Aufrollen zweier früherer Todesfälle verhindern. Doch die Akten zu diesen Fällen hat die Justiz vernichtet. Das räumte das Innenministerium Sachsen-Anhalt jetzt ein, wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) am Montag berichtete.

Es geht um Hans-Jürgen Rose und Mario Bichtemann. Ersteren nahm die Polizei am 8. Dezember 1997 wegen Trunkenheit im Straßenverkehr fest. Kurz nach seiner Entlassung am Folgetag brach Rose zusammen. Er starb an schweren inneren Verletzungen. Einen Verdacht, wonach Beamte den Mann an eine Säule gefesselt und misshandelt hätten, verfolgte niemand. Bichtemann geriet am 29. Oktober 2002 als »hilflose Person« in die Hände der Polizei. Tags darauf fand man ihn tot in seiner Zelle. Die Diagnose: Schädelbasisbruch, vier Rippenbrüche und weitere Verletzungen. Zu beiden Fällen seien keine Akten mehr vorhanden, sagte ein Ministeriumssprecher der MZ. Die Aufbewahrungsfristen sind verstrichen.

Doch die Hauptakte zum Fall Bichtemann liegt jW vor. Anders, als das Ministerium behauptet, ermittelten Justiz und Polizei nicht gegen zwei, sondern gegen drei Beamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung und fahrlässigen Tötung. Es handelte sich um Werner T. und Jürgen G. Sie hatten Bichtemann festgenommen, gaben aber Hinweise von Zeugen nicht weiter. Danach war der 36jährige zuvor mutmaßlich Opfer einer Gewalttat geworden. T. und G. riefen trotzdem keinen Krankenwagen. Auch gegen Dienstgruppenleiter Andreas Sch. wurde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Er habe keinen Notarzt gerufen, als Bichtemann auch nach mehr als zwölf Stunden nicht ansprechbar war.

Das Verfahren gegen Jürgen G. stellte die Staatsanwaltschaft im Mai 2003 ein, sechs Monate später auch die Ermittlungen gegen T. und den Dienstgruppenleiter. Man habe ihnen »einen Vorsatz nicht mit erforderlicher Sicherheit nachweisen« können, hieß es. Die Polizei legte interne Verfahren nach Jallohs Tod zu den Akten. Hauptermittler war hier Polizeirat Frank St. Dieser ist der leibliche Vater von Sebastian F., der im August 2017 wegen der brutalen Vergewaltigung und Ermordung der chinesischen Studentin Yangjie Li zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Werner T. und Andreas Sch. sind auch in den Fall Jalloh verwickelt. Sch. saß deshalb zweimal auf der Angeklagebank. Ende 2012 verurteilte ihn das Landgericht Magdeburg zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro. Er sei nach dem Ausbruch des Feuers nicht schnell genug eingeschritten. In Jallohs wie auch in Bichtemanns Fall wollten er und seine Kollegin Beate H. noch Lebensgeräusche der Gefangenen kurz vor ihrem Auffinden gehört haben. Das konnte jeweils medizinisch ausgeschlossen werden. Werner T. kontrollierte Jalloh zweimal, zuletzt knapp eineinhalb Stunden vor dem Anschlagen des Rauchmelders.

Es gibt weitere Überschneidungen: Der bis heute in Dessau praktizierende Neurologe Andreas B. bestätigte jeweils die Gewahrsamstauglichkeit. Bei Bichtemann »übersah« er den Schädelbruch und vier Rippenbrüche – falls die Verletzungen bereits bei der Einlieferung vorhanden waren. Daneben befanden sich die Beamten Jürgen S., Torsten T. und Udo S. im Umfeld beider Tatgeschehen. Im Fall Jalloh hatte ein Kollege Udo S. und den Beamten Hans-Ulrich M. bei einer undokumentierten Zellenkontrolle kurz vor dem Anschlagen des Rauchmelders erwischt. Auch der damalige Revierleiter Gerald Kohl war bei beiden Taten vor Ort. Er leitete das Revier in Dessau von 1997 bis 2007, also bereits zur Zeit, als Hans-Jürgen Rose umkam. Der Fall Jalloh soll am Freitag erneut Thema im Rechtsausschuss des Magdeburger Landtages sein.


Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327295.durch-den-schredder.html
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« Antworten #60 am: 06. März 2018, 08:44:59 »

http://www.zeit.de/2018/10/oury-jalloh-dessau-zelle-tod-aufklaerung
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« Antworten #61 am: 27. März 2018, 19:11:44 »

Zitat
Oury Jalloh: Gutachter schließt Selbsttötung aus

Ein unabhängiger Gutachter kritisiert die Ermittlungen im Fall des ungeklärten Todes des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Der Toxikologe Gerold Kauert schließt aus, dass sich Jalloh selbst angezündet haben könnte.
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/oury-jalloh-gutachter-schliesst-selbsttoetung-aus-100.html
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« Antworten #62 am: 15. April 2018, 22:15:08 »

Aus: Ausgabe vom 16.04.2018, Seite 4   / Inland

»Jahrelang weggeschaut«

Feuertod im Polizeirevier: Sonderermittler sollen für Magdeburger Landtag Akten zum Fall Oury Jalloh sichten und bewerten
Von Susan Bonath


Demonstration zum Gedenken an Oury Jalloh im Januar 2018 in Dessau
Foto: Christian-Ditsch.de

Im Fall Oury Jalloh werden zwei Sonderermittler tätig. Im Auftrag des Rechtsausschusses im Landtag von Sachsen-Anhalt sollen sie die Ermittlungsakten zum Feuertod des Flüchtlings vor über 13 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle auswerten. Den Abgeordneten liegen die Dokumente nach einem Antrag auf Einsicht seit Februar in einer Geheimschutzstelle vor. Den Fall komplett aufklären könnten sie allerdings nicht, sagte Ausschussmitglied Sebastian Striegel (Grüne) vergangene Woche gegenüber jW. Vielmehr sollten sie »bewerten, ob ordentlich ermittelt wurde«, so Striegel. Dies sei ein weiterer Schritt, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Einer der Sonderermittler ist der Anwalt und ehemalige Grünen-Politiker Jerzy Montag. Er untersuchte bereits für den NSU-Ausschuss im Bundestag den Fall des V-Mannes »Corelli«, der 2014 kurz vor seiner geplanten Vernehmung angeblich an einer unerkannten Diabetes gestorben war. Zweifel an der Todesursache wurden nie ausgeräumt. Der zweite Ermittler ist der frühere Bundesverfassungsrichter Herbert Landau. Er untersuchte 2016/17 für die sächsische Landesregierung den angeblichen Suizid des Terrorverdächtigen Dschaber Al-Bakr in der JVA Leipzig. Striegel erklärte, beide Personalien müssten noch vom Ausschuss bestätigt werden. Wegen der Unabhängigkeit sei es ihm wichtig, dass beide Ermittler nicht aus Sachsen-Anhalt stammten.

Die Linke im Landtag wurde nach eigenen Angaben nicht vorab über die Einigung der Koalitionsfraktionen CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf Montag und Landau informiert. Die Linke unterstütze »alle Schritte, die geeignet sind, Aufklärung zu befördern«, erklärte deren Abgeordnete Henriette Quade am Freitag. Entscheidend sei der Untersuchungsauftrag der Sonderermittler. So seien neben der juristischen Aufarbeitung zwingend »die Vorgänge im Polizeirevier Dessau und die Rolle der Polizei bei der Aufklärung der Todesfälle intensiv zu beleuchten«. Im Zusammenhang mit dem Dessauer Revier hatte es bereits vor Jalloh zwei Tote gegeben: Im Dezember 1997 brach Hans-Jürgen Rose wenige Minuten nach seiner Freilassung aus dem Gewahrsam mit schweren inneren Verletzungen zusammen und verstarb. Deutlichen Hinweisen auf Misshandlungen durch Polizeibeamte wurde nicht nachgegangen. Im Oktober 2002 fanden Beamte den Dessauer Mario Bichtemann mit gebrochenem Schädel und Rippen tot in seiner Zelle. Der Verdacht auf mindestens unterlassene Hilfe wurde nie ausgeräumt. Teils waren dieselben Beamten anwesend wie im Fall Jalloh.

Zu klären sei im Fall Jalloh auch, so Quade, »ob Instanzen der Justiz Indizien und Verdachtsmomenten nicht hinreichend nachgegangen sind, Falschaussagen nicht geahndet wurden und das jahrelange Festhalten an der Selbstverbrennungsthese gerechtfertigt war«, mahnte die Politikerin. Sie kritisierte das Verhalten von Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad. Dessen Aussagen vor dem Rechtsausschuss im November 2017 widersprachen denen des Dessauer Oberstaatsanwalts Folker Bittmann.

Seit 2005 hatte Bittmann im Fall Jalloh ermittelt und bis Anfang 2017 an der Selbstmordthese festgehalten. Er verwarf sie, nachdem von ihm bestellte Mediziner, Brandexperten, Chemiker und Kriminalisten erklärt hatten, sie sei unhaltbar. In einem Schreiben an den Generalbundesanwalt (GBA) in Karlsruhe begründete Bittmann ausführlich seinen Mordverdacht gegen mehrere Polizisten. Er nannte ein mögliches Motiv: Verdeckung von Straftaten und der beiden älteren Todesfälle.

Der GBA wies das Gesuch Bittmanns, den Fall an sich zu ziehen, zurück, Generalstaatsanwalt Konrad entzog ihm das Verfahren, die Staatsanwaltschaft Halle stellte es kurz darauf ein. Allerdings war das Schreiben Bittmanns jW und anderen Medien zugespielt worden. Auch die Anwältinnen der Hinterbliebenen hatten gegen die Einstellung Beschwerde eingelegt. Nun soll Konrads Behörde prüfen, ob der Fall neu aufgerollt werden soll. Thomas Ndindah von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh zeigte sich im Gespräch mit jW verhalten. »Seit einem Jahr wird nicht mal mehr ermittelt, sondern nur noch geprüft«, sagte er. Dies sei Folge jahrelangen bewussten Wegschauens aller Instanzen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/330830.jahrelang-weggeschaut.html
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Kuddel


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« Antworten #63 am: 12. September 2018, 17:52:47 »

Die Akte Rose
Vor Oury Jalloh starben bereits zwei weitere Männer im Polizeirevier Dessau.


Hans Jürgen Rose stirbt 1997 an schwersten inneren Verletzungen, Mario Bichtemann fünf Jahre später an einem Schädelbruch, und 2005 verbrennt der gefesselte Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit in seiner Zelle: Die Serie nie aufgeklärter Todesfälle im Polizeirevier Dessau ist einer der größten Justizskandale und Zeugnis mörderischen Korpsgeistes. Im Fall Jalloh verwarf Oberstaatsanwalt Folker Bittmann erst kurz vor seiner Pensionierung und nach einem Brandversuch die Selbstmordthese. Mehr noch: Die Verbrennung Jallohs sei wohl nur die Spitze des Eisbergs, vermerkte er im April 2017. Polizisten hätten damit mutmaßlich nicht nur Spuren im Fall Jalloh verwischt, sondern ein Wiederaufrollen der früheren Todesfälle verhindern wollen. Eine exklusive Recherche von jW zum Fall Hans Jürgen Rose dokumentiert deren Umstände:

https://www.jungewelt.de/artikel/339659.dokumentation-die-akte-rose.html
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Kuddel


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« Antworten #64 am: 19. Oktober 2018, 13:12:20 »

Es gibt den Verdacht für einen aktuellen rassistischen Mord in Haft.
Die "Unstimmigkeiten" sind himmelschreiend und man kann von vielfältiger Vertuschung ausgehen:

Zitat
Zu Unrecht inhaftierter Syrer
Hinweise auf Notruf bei tödlichem Zellenbrand


Im Fall eines zu Unrecht inhaftierten Syrers, der in Nordrhein-Westfalen nach einem Zellenbrand gestorben ist, gibt es laut übereinstimmenden Medienberichten Hinweise auf einen Notruf. Protokolle aus dem Gefängnis in Kleve deuteten darauf hin, dass entgegen der bisherigen Annahme am Abend des Brandes die Gegensprechanlage im Haftraum betätigt worden sei, berichteten „Bild“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Verweis auf einen nicht öffentlichen Bericht des Justizministers an die Landtagsfraktionen.

Diese Erkenntnis werde durch einen Datenträger belegt, der jetzt bei einem in der JVA Geldern ansässigen Fremddienstleister aufgetaucht sei. Die Staatsanwaltschaft ermittele nun unter anderem, ob und wann das mit der Sprechanlage ausgelöste Lichtsignal deaktiviert worden sei, berichteten die Zeitungen weiter. Nach Informationen der „Bild“ bestehe zudem der Verdacht, dass in der Gesundheitsakte Dinge standen, die pflichtwidrig nicht zur Kenntnis gebracht worden seien. Erst dadurch wäre der Gefangene von der JVA eben nicht als suizidgefährdet eingeordnet worden. Gegen einen Arzt der JVA werde nun wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen ermittelt.
...
Es sei kaum nachvollziehbar, dass sich der Syrer während seiner Haft nie über die Verwechslung beschwert haben solle, betonte Wolf. Zudem sei unklar, ob der 26-Jährige, trotz mehrerer diagnostizierter psychischer Störungen, überhaupt haftfähig gewesen sei
...
https://m.tagesspiegel.de/politik/zu-unrecht-inhaftierter-syrer-hinweise-auf-notruf-bei-toedlichem-zellenbrand/23206156.html
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CubanNecktie


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« Antworten #65 am: 19. Oktober 2018, 17:28:58 »

Zitat
Feuertod von Oury Jalloh: Internationale Untersuchungskommission stellt erste Ergebnisse vor. Initiative berichtet über Repressionen

Im Fall Oury Jalloh lassen Sachsen-Anhalts Behörden weiterhin keinen Aufklärungswillen erkennen. Der Flüchtling verbrannte im Januar 2005, an Händen und Füßen gefesselt, im Polizeirevier Dessau bis zur Unkenntlichkeit. Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh spricht von »andauernder Verschleppung« in dem Fall. Die Politik behindere nach wie vor die Mordermittlungen in diesem Polizei- und Justizskandal. In Eigenregie hatten die Aktivisten im Januar eine internationale Untersuchungskommission ins Leben gerufen. Am kommenden Dienstag soll diese im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte über ihre Arbeit und erste Ergebnisse informieren, wie die Initiative mitteilte.

https://www.jungewelt.de/artikel/341693.ermittlungen-im-fall-oury-jalloh-auf-eigene-faust.html?fbclid=IwAR3S5Rk5-lbTzBoCPp9iRT4ahygCRkoJHWH_bdm9rnZGjuu4N4b_qOB6oyQ

Und danke,  dass Ihr auch die anderen beiden Todesfälle / z.B. Artikel über "Die Akte Rose"  erwähnt/verlinkt - das macht die Sache noch viel brisanter in meinen Augen. Kann kein Zufall sein ...

Und dann gab es noch den Fall Yangjie Li, eine chinesische Studentin die vor einigen Jahren in Dessau vergewaltigt und umgebracht worden ist, durch den Polizistensohn Sebastian F. - und auch hier gab es Vertuschungsversuche durch die dortige Obrigkeit / Polizei!

https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Li_Yangjie

Üble Verbrecher!!!!!
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2018, 17:47:08 von CubanNecktie » Gespeichert

Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
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... und nun die durchgeschröderte Masse noch stärker unterdücken und nochmals ordentlich durchmerkeln, bis es ordentlich braun wird.
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« Antworten #66 am: 30. November 2018, 09:49:02 »

Aus: Ausgabe vom 30.11.2018, Seite 1   / Titel

Mord? Kein Interesse
Akte geschlossen: Feuertod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau wird nicht neu aufgerollt. Hinterbliebene wollen Klage erzwingen
Von Susan Bonath


Die Skandalkette im Fall Oury Jalloh reißt nicht ab. Knapp 14 Jahre nach dessen Feuertod im Polizeirevier Dessau hat Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad die Akte geschlossen. »Das Ermittlungsverfahren wegen des Todes von Oury Jalloh bleibt eingestellt«, informierte er am Donnerstag. Die Beschwerde der Familie habe er als »unbegründet« zurückgewiesen. »Ein Tatverdacht gegen benannte Polizeibeamte aus Dessau oder sonstige Dritte besteht nicht«, so Konrad. Und: Es gebe zu viele Möglichkeiten des Ablaufs, um einen Selbstmord auszuschließen. Anwältin Beate Böhler, Vertreterin der Familie Jalloh, sieht das anders. Mindestens ein Fakt sei nicht berücksichtigt worden, sagte sie am Donnerstag im Gespräch mit junge Welt. »Es ist nachgewiesen, dass das Feuerzeug, das bei den Asservaten aufgetaucht sein soll, nicht in der Zelle war.« Sie werde einen Klageerzwingungsantrag stellen.

Die Staatsanwaltschaft Halle hatte die Ermittlungen wegen Mordverdachts im Oktober 2017 überraschend eingestellt, weil sie »keine weitere Aufklärung« erwarte. Zuvor war durch journalistische Recherchen bekanntgeworden, dass Konrad das Verfahren von der Dessauer Staatsanwaltschaft abgezogen und nach Halle verlegt hatte. Der Grund ist brisant: Der damalige Chefermittler, Oberstaatsanwalt Folker Bittmann, hatte nach einem Brandversuch die Selbsttötung des in der Zelle gefesselten Flüchtlings ausgeschlossen.

In dem entsprechenden Vermerk, der jW vorliegt, berief sich Bittmann auf acht Experten aus den Bereichen Brandforensik, Chemie, Medizin und Kriminaltechnik. Deren Befund war eindeutig: Jalloh muss beim Ausbruch des Feuers bewusstlos gewesen sein. Zweitens sei das Brandbild ohne Brandbeschleuniger nicht erklärbar. Drittens könne das von der Polizei Tage nach Jallohs Tod präsentierte Feuerzeug mangels Spuren »nur theoretisch« in der Zelle gewesen sein. Es wurde offenbar manipuliert. Bittmann: »Deshalb und weil er in der letzten Minute seines Lebens nicht mehr in der Lage gewesen wäre, das Feuer zu entfachen, setzen die denkbaren Todesalternativen das Verursachen des Brandes von dritter Hand voraus.« Bittmann benannte auch tatverdächtige Polizeibeamte und legte ein Motiv dar: Vertuschen von Misshandlungen oder Unterlassung.

Zwei weitere ungeklärte Todesfälle nahm er ebenso ins Visier: 1997 war Hans-Jürgen Rose nach seinem Aufenthalt im Dessauer Revier seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. Es hatte zahlreiche Hinweise auf Gewalt durch Beamte gegeben. 2002 war Mario Bichtemann in einer Gewahrsamszelle an einem Schädelbruch gestorben. Auch seine Leiche war übel zugerichtet.

Im Jahr 2015 erklärte der gerichtlich bestellte Brandgutachter Henry Portz gegenüber jW, er habe im Fall Oury Jalloh gar nicht unabhängig prüfen dürfen. Das Landgericht Magdeburg habe ihn angewiesen, einen Selbstmord plausibel zu erklären.

Die Einstellung des Verfahrens in Halle im Oktober 2017 war seinerzeit auch Thema im Magdeburger Landtag. Die Fraktionen der Linkspartei und der in Koalition mit CDU und SPD regierenden Grünen hatten Akteneinsicht beantragt, um »Versäumnisse bei den Ermittlungen politisch zu prüfen«. Nach langem Prozedere wies Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) Konrad an, den Fall zu untersuchen. Im Februar 2018 trafen die Ermittlungsakten in der Geheimschutzstelle des Landtags ein. Vier Monate später präsentierte die Landesregierung die Juristen Manfred Nötzel und Jerzy Montag als Sonderermittler. Sie sollten mit der Einsicht erst nach der Einstellung beginnen. Näheres dazu war am Donnerstag noch nicht zu erfahren.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/344514.keine-weiteren-ermittlungen-mord-kein-interesse.html

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« Antworten #67 am: 06. Dezember 2018, 12:53:48 »

Der Einzelfall ist schon schlimm.
Es ist aber eine echte Katastrophe, daß es kein Einzelfall ist, sondern wir einen strukturellen Rassismus in Behörden, Polizei und Justiz haben. Diese Strukturen decken sich gegenseitig und behindern eine Aufklärung. Es gibt wahrscheinlich weitere Opfer, von denen wir nichts wissen.

Zitat
Brand in JVA Kleve: Neue Zweifel an offizieller Version

Experten vom Institut für Brand- und Löschforschung aus Dippoldiswalde haben die offizielle Version über den Verlauf des tödlichen Brandes in der JVA Kleve als unmöglich bezeichnet. In einem Gutachten für die WDR-Sendung "Monitor" am Donnerstag (06.12.2018) widersprechen sie den Darstellungen der Landesbehörden.

Gutachter: Häftling hätte bewusstlos sein müssen

Die offizielle Version besagt, dass der Syrer Amad A. am 17.09.2018 kurz nach 19 Uhr einen Haufen aus Matratzen, Bettdecken und Laken angezündet haben soll. Etwa 15 Minuten habe es bei geschlossenem Fenster gebrannt.

Dann habe Amad A. den Knopf der Gegensprechanlage betätigt und das Fenster geöffnet. Kurz darauf sei die Zelle geöffnet und Amad A. ins Krankenhaus gebracht worden, wo er zwei Wochen später verstarb.

Doch dieser Brandverlauf sei so nicht möglich, erklären die Brandschutzexperten. Amad A. hätte nach 15 Minuten in einem geschlossenen Raum, in dem sich toxische Rauchgase gebildet hatten, nicht mehr handlungsfähig sein können.

Hätte Amad A. gerettet werden können?

Wann Amad A. das Fenster geöffnet oder auf sich aufmerksam gemacht hat, ist wichtig für die Beurteilung der Rettungsmaßnahmen durch die JVA-Bediensteten. Es steht die Frage im Raum, ob sie den Brand früher hätten bemerken und Amad A. retten können.

Amad A. saß wegen einer Namensverwechslung monatelang unschuldig im Gefängnis. Laut Darstellung der Behörden legte er das Feuer in suizidaler Absicht.
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/jva-kleve-zelle-brand-100.html

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