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Autor Thema: Airbus  (Gelesen 2511 mal)
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piet


Beiträge: 214



« am: 10. Juni 2011, 09:31:53 »

LAKs bei Airbus! Kommt in die Puschen!

Rund 8000 Kolleginnen und Kollegen, darunter auch Leiharbeitskräfte (LAKs), beteiligten sich am 8. Juni an der Kundgebung von IG Metall und Airbus-Gesamtbetriebsrat vor dem Osttor. Jan-Marcus Hinz, Betriebsratsvorsitzender von Airbus in HH-Finkenwerder, machte u.a. deutlich, dass die "Flexibilität" der fest angestellten Airbus-KollegInnen nicht ausufern wird. Statt auf Leiharbeit, Outsourcing und Werkverträge müsse Airbus auf mehr Stammbeschäftigte und mehr Auszubildende, inkl. ihrer Übernahme, setzen. Letztendlich geht es um die Sicherung der Zukunft, zumindest bis 2020.
Die Aktion war gut und richtig - und ein deutliches Zeichen an die Geschäftsführung von Airbus! Leider beteiligten sich viel zu wenige LAKs an der Aktion.

Irgendwie verständlich - keine LAK, die bei Airbus eingesetzt ist, will "dumm auffallen" und den "Einsatzort" Airbus durch eine so genannte Abmeldung verlieren oder sogar auf der Straße landen.
Aber wann, wenn nicht jetzt, sollten LAKs bei Airbus über ihren Schatten springen?
Die Furcht "dumm aufzufallen" ist angesichts des drohenden Endes von Equal Pay (gleiches Geld für gleiche Arbeit) gerade jetzt so etwas wie das Starren des Kaninchens auf die Schlange!

Die Airbus-Vereinbarung "Siduflex" läuft 2012 aus! Darin war Equal Pay festgeschrieben.
Wer sich jetzt - als bei Airbus eingesetzte LAK - nicht einmischt, darf sich nicht wundern, wenn nach 2012 auch bei Airbus die Billig-Tarifverträge mit den Arbeitgebern der Zeitarbeits(Menschenhandels-)industrie gelten werden!
Nur mit einem Zukunftstariffairtrag für die Stammbeschäftigten bei Airbus, inkl. eindeutiger Regelungen für Zeitarbeit und Fremdvergaben, werden gleiches Geld und gleiche Rechte bei Airbus langfristig gesichert sein. Mit einem Zukunftstariffairtrag für die Stammbeschäftigten bei Airbus können Regelungen für die Übernahme von LAKs in Festanstellung festgeschrieben werden. Und auch das Outsourcing, die Fremdvergabe mit Werkverträgen, kann mit einem Zukunftstariffairtrag geregelt werden.

Bei Airbus gibt es KollegInnen in Zeitarbeit erster und zweiter Klasse!
Diejenigen LAKs, die direkt von Airbus "eingekauft" werden, sind zurzeit noch bei Klasse Eins. KollegInnen in Zeitarbeit, die irgendwo ohne spezielle Regelung eingesetzt sind, sagen schon, die LAKs bei Airbus "klagen auf hohem Niveau". Wir sagen: Das "hohe Niveau" ist nichts anderes als Gerechtigkeit!
Diejenigen LAKs (so genannte "Fremdarbeitskräfte", FAKs), die von Firmen "eingekauft" werden, die ihre Werkverträge mit Airbus erfüllen wollen, sind zurzeit bei Klasse Zwei - oder weit darunter. Hier ist besonderer Handlungsbedarf, insbesondere für den Betriebsrat von Airbus.

Wann wenn nicht jetzt sollten die Kaninchen ihre Zähne zeigen?
Indianer sagen, Schlange würde gar nicht schlecht schmecken!

xy, LAK bei Airbus seit 2006
Arbeitskreis Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) bei der Hamburger IG Metall

Der AK MiZ bei der Hamburger IG Metall will:
•   Informationen zu gesetzlichen Grundlagen und Tarifverträgen austauschen
•   Zur Gründung von Betriebsräten motivieren
•   Betriebsräte in den Entleihbetrieben für die Probleme der Zeitarbeit sensibilisieren
•   Den Kontakt zwischen Betriebsräten in Verleih- und Entleihbetrieben stärken
•   Menschen in der Zeitarbeit für gewerkschaftliche Organisierung interessieren und gewinnen
•   Die Kompetenz unserer Organisation, der IG Metall, stärken, Netzwerke bilden

UNSERE ZIELE sind:
Gleiches Geld für gleiche Arbeit
Gleiche Rechte für alle

Menschen in Zeitarbeit sollen für die IG Metall gewonnen werden, denn noch ist ihr Anteil an der Mitgliedschaft klein. Erfolge im Kampf für gleiches Geld und gleiche Rechte können nur Stammbeschäftigte in den Betrieben und KollegInnen in Zeitarbeit zusammen erzielen.
Ziel der IG Metall ist es, feste Arbeitsplätze in den Betrieben zu erhalten und zu schaffen, damit möglichst viele Menschen gerechte Arbeitsverhältnisse mit finanzieller Perspektive haben. Zeitarbeit soll auf ein Minimum reduziert werden.

Kontakt: IG Metall, Region Hamburg - Besenbinderhof 60 - 20097 Hamburg
Heiko von Thaden, Tel. 0160 / 5330 337 - Kai Trulsson, Tel. 0170 / 3333 144
E-Mail: AKMIZ-Hamburg@igmetall-zoom.de
Info im www: http://netkey40.igmetall.de/homepages/vst_hamburg/arbeitskreiseuausschsse/akmenscheninzeitarbeit.html

Treffpunkt: Jeden ersten Montag im Monat um 17.00 Uhr
in der Verwaltungsstelle der IG Metall
Besenbinderhof 60 - 20097 Hamburg (Nähe Hauptbahnhof) - Aufzugsebene 12

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Nâzım Hikmet
Seneca


Beiträge: 202


« Antworten #1 am: 10. Juni 2011, 16:45:57 »

UNSERE ZIELE sind:
Gleiches Geld für gleiche Arbeit
Gleiche Rechte für alle

@piet,

das mögen ja die Ziele des AKMIZ Hamburg sein aber es sind keinesfalls die Ziele der DGB Gewerkschaften. Siehe hierzu den " Flexibilisierungs-Pakt " Vorschlag der IGM Küste. Als engagiertem Gewerkschafter dürfte Dir dieser Haufen Mist ja wohl bekannt sein. Sicherlich hast Du auch die entsprechende Powerpoint Präsentation vorliegen.

Wenn das also die Ziele der sogenannten Vertreter der Arbeitnehmerinteressen, sprich Gewerkschaften, sein sollen dann sollte sich die IGM schnellstens umbenennen in AAC = Arbeitgeber-Arschkriecher-Club.

MfG

seneca

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piet


Beiträge: 214



« Antworten #2 am: 10. Juni 2011, 19:41:49 »

Hallo Seneca.
Angesichts der Trägheit der in der IGM organisierten LAKs würde mich der Aktivismus der anderen mehr als freuen!
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Nâzım Hikmet
piet


Beiträge: 214



« Antworten #3 am: 11. Juni 2011, 09:24:40 »

@seneca: Ich kenne zwar ne Menge, aber ich weiß grad nicht, welche "entsprechende Powerpoint Präsentation" du meinst. Schick mal rüber.
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Jonny79


Beiträge: 380



« Antworten #4 am: 14. Juni 2011, 14:04:38 »

Eben gefunden:

Airbus braucht Flexibilität durch Zeitarbeit
14.06.2011

Airbus-Chef Thomas Enders im Interview mit der Welt am Sonntag

Airbus-Chef Thomas Enders erläuterte in einem Interview mit der Welt am Sonntag, warum die Luftfahrt weiter boomen werde und die Zeitarbeit dafür brauche.
Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit
Airbus-Chef Thomas Enders: "Wir brauchen einen gewissen Anteil an Zeitarbeitern".

Auf die Frage nach der harten Auseinandersetzung mit der IG Metall und deren Forderung nach Beschäftigungsgarantien bis 2020 sowie eine Übernahme der Zeitarbeiter nach zwei Jahren antewortete Enders: "Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einem akzeptablen Ergebnis kommen. Eines muss aber klar sein: Wir brauchen bei Airbus ein hohes Maß an Flexibilität. Die nächste Krise kommt bestimmt, und dann schmelzen selbst sogenannte feste Aufträge rasch dahin. Deshalb brauchen wir einen gewissen Anteil an Zeitarbeitern. Wir beschäftigen diese aber nicht zu Hungerlöhnen, sondern bezahlen sie genauso gut wie Festangestellte."

Jobgarantie

Weiter heißt es: Welt am Sonntag: Ihre Auftragsbücher sind voll, Sie beurteilen die Aussichten der Branche positiv. Warum keine Jobgarantien? Enders: Mal ehrlich, wo bekommen Sie denn heute noch Garantien für zehn Jahre im Voraus? Unkonditioniert geht das schon gar nicht, das wäre unternehmerisch unverantwortlich. In unserer Branche werden wir im nächsten Jahrzehnt ein sehr dynamisches Wettbewerbsumfeld erleben. Besitzstandsdenken ist da fehl am Platze.

Europäische Wurzeln

Auf die Frage, wie europäisch Airbus bleibe, meinte er: "Unsere Wurzeln werden immer in Europa sein, auch wenn vielleicht 2020 nicht mehr 95, sondern nur noch 80 Prozent unserer Mitarbeiter in Europa sein werden. Aber das Geschäftsmodell, nur in Europa zu entwickeln, einzukaufen, zu fertigen und dann anderswo zu verkaufen, funktioniert nicht mehr. Wir müssen den Märkten der Zukunft auch industriell etwas anbieten. Deshalb haben wir auch Entwicklungszentren in Indien, China und den USA. In China haben wir sogar eine Endmontagelinie aufgebaut." In Europa halte man laut Enders an dem fest, was man habe.

Keine defensive Sicherheit

Seine Aufgabe sei es, den Menschen zu vermitteln, dass es diese Art der defensiven Sicherheit nicht geben könne. Es sei eine Chance für das gesamte Unternehmen, das internationale Geschäft auszubauen. Er empfinde es sehr bereichernd, mit jungen chinesischen oder indischen Ingenieuren zusammenzukommen und ihre Aufbruchsstimmung wahrzunehmen. Enders: "Wir brauchen diese Leute und ihre Kompetenz. Weltweit stellen wir in diesem Jahr mehr als 3000 Mitarbeiter ein, darunter 1000 in Hamburg. Es wird jedoch immer schwerer, qualifizierte Kräfte in Europa zu finden." (Welt am Sonntag, 12.06.11)

http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/9862
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Ich bin arm, aber sexy!
Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3263



« Antworten #5 am: 14. Juni 2011, 17:19:31 »

Zitat
Es wird jedoch immer schwerer, qualifizierte Kräfte in Europa zu finden.
Scheiiiibenkleister !!!
Sehn wir mal die Realität: Die Leute planen ihr Personal doch nur noch nach
Hire and Fire. Mit wem ginge es besser, als mit LAN ?
Obendrein will mir doch keiner erzählen, daß denen nicht auch die permanente Lohndrückerei
nicht noch ein Mehr an Profit bringt ?

Fazit: Der Kerl erzählt Müll.  Sad
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Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !
piet


Beiträge: 214



« Antworten #6 am: 14. Juni 2011, 19:31:57 »

Wirklich interessant wäre es, mit KollegInnen die bei Airbus eingesetzt sind, hier über die nächsten Schritte zu diskutieren. Ob nun vollautonom oder irgendwie in oder mit der IG Metall.
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Fritz Linow


Beiträge: 894


« Antworten #7 am: 02. Februar 2018, 13:56:06 »

Aussperrungen gab es auch lange nicht mehr:

Zitat
2.2.18
Reaktion auf Warnstreik: Airbus schließt Werke
(...)
https://www.ndr.de/nachrichten/Reaktion-auf-Warnstreik-Airbus-schliesst-Werke,warnstreiks366.html
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piet


Beiträge: 214



« Antworten #8 am: 02. Februar 2018, 15:31:19 »

Man achte auf das"wording": Nein, keine Aussperrung - bei Airbus in Hamburg hieß es am 2.2.2018 "suspendierende Betriebsstillegung".

Also Betriebsstillstand! Keine Strukturmontage, kein Fugzeugzusammenbau, keine Lackierung, keine Ausrüstung, keine Ausstattung, kein Engineering, kein HomeOffice, keine wie auch immer geartete Verwaltung, etc.

Und auch: Keine Airbus-Knete für alle Airbus-Beschäftigten in Hamburg-Finkenwerder für diesen Tag.
Sozusagen unbezahlter Urlaub ohne Urlaubsantrag und Urlaubsgeld!
Streikende Mitglieder der IG Metall bei den Stammbeschäftigten bekommen als Ausgleich Streikgeld von der IG Metall!

LeiharbeiterInnen im Einsatz bei Airbus durften aufgrund AÜG §11, Abs. 5, Satz 1 sowieso am 2.2. nicht in dem bestreikten Betrieb eingesetzt werden.
Und nach AÜG §11, Abs. 5, Satz 3 hätten sie darüber hinaus sogar ein Recht darauf, ihre Arbeitsleistung in einem bestreikten Einsatzberieb zu verweigern.

Aktuell geht es vor allen Dingen darum, Unsicherheiten bei den KollegInnen in Leiharbeit auszuräumen. Und darum, sie dazu zu bewegen, sich für ihre Interessen einzusetzen.
« Letzte Änderung: 02. Februar 2018, 15:39:03 von piet » Gespeichert

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