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Autor Thema: Drastische Kürzungen bei den Ein-Euro-Jobs führen dazu...  (Gelesen 8236 mal)
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Eivisskat
Gast
« am: 19. Juli 2011, 10:09:07 »

Zitat
Suppenküchen in der Hansestadt stehen vor dem Aus

Drastische Kürzungen bei den Ein-Euro-Jobs führen dazu, dass etliche soziale Dienste in Hamburg bald nicht mehr angeboten werden können.

Hamburg.  Im Pottkieker gibt es an diesem Mittag Bratwurstschnecke mit Steckrüben und Salzkartoffeln. Archibald Felsch, 85, trägt sein Tablett an den Tisch, er kommt seit fünf Jahren in die Stadtteilküche in Dulsberg, seit seine Frau tot ist. Jeden Tag um zwölf Uhr steht er an der Ausgabe, es schmeckt ihm. Und vor allem kann er es sich hier leisten. 2,80 Euro für Rentner, das Stück Kuchen ein Euro. Jetzt stellt er sich auf eine Scheibe Brot mittags ein. Und dazu eine große Portion Existenzangst. "Ich komm doch gerade so eben längs", sagt Felsch.

 In Sichtweite hinter der Ausgabe steht Silvia Kudwien, 53. Die rote Schirmmütze lässt sie freundlich aussehen, die Sorge in ihrem Blick kann sie nicht verdecken. "Deprimierend ist das", sagt sie. "Arbeitsangebote gibt's für mich doch schon lange nicht mehr."

 Silvia Kudwien macht einen Ein-Euro-Job, seit drei Jahren kocht, bedient und putzt sie im Pottkieker, ihre Maßnahme wurde mehrmals verlängert, diese läuft noch bis April. Doch spätestens im Dezember ist für sie Schluss. Die gemeinnützige Einrichtung kann sie nicht mehr bezahlen. Und den Pottkieker, der für Archibald Felsch und rund 280 weitere Menschen täglich ein warmes Essen kocht, wohl auch nicht.

 Das Beispiel aus Dulsberg ist nur eines von vielen. Die Lage der Beschäftigungsträger von Langzeitarbeitslosen spitzt sich in ganz Hamburg immer mehr zu. Mit drastischen Folgen nicht nur für die Ein-Euro-Jobber. Mit ihren Jobs bricht die Hilfe für Tausende Hamburger weg, einige sprechen von weit über 10.000 Menschen, die sich andere Unterstützung nicht leisten können. Haushaltshilfe für Senioren und behinderte Menschen, Suppenküchen, Stadtteilcafés, Kleiderkammern, Sprachunterricht, Bewerbungscoaching, Umzugs- und Hausmeisterhilfen - lauter sozialpolitische Maßnahmen, die auch für die Stadtteile sinnvoll sind, stehen auf dem Spiel.

 "Wir wussten ja, das etwas kommt", sagt Martina Nolte, stellvertretende Geschäftsführerin von Mook Wat. "Aber nicht, dass es so drastisch wird." Der Verein, der unter anderem den Pottkieker betreibt, steht vor einer Etatkürzung von 50 Prozent. Dass der Bund die Mittel zur Förderung von Langzeitarbeitslosen in diesem Jahr um 50 Millionen auf 134 Millionen Euro reduziert, ist schon seit Längerem klar. Doch in Hamburg sind mit einem Mal fast 2000 Ein-Euro-Jobs weggebrochen. Und wie es im kommenden Jahr mit den Maßnahmen für Langzeitarbeitslose weitergeht, entscheidet sich laut Sozialbehörde voraussichtlich erst kommenden Monat. "Uns Trägern fehlt momentan jegliche Planungsgrundlage", sagt Nolte. In so einer Situation bleibt den meisten nichts anderes übrig, als Projekte in naher Zukunft zusammenzulegen und zu schließen. Eine jahrelang gewachsene Struktur, so Nolte, die so schnell nicht wieder aufzubauen ist.

 Die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg wird ihr Sozialkaufhaus, den Buchladen und die Möbelhilfe zusammenlegen. Das Jobkontor im Schanzenviertel, in dem Jugendliche qualifiziert werden, muss vielleicht ein Café, das Haus der Familie, eine Werkstatt für Holzspielzeug und eine Fahrradwerkstatt auflösen. Die Passage gGmbH wird wohl das "gesunde Frühstück" einstellen, mit dem im Süderelberaum zehn Schulen beliefert werden. In Steilshoop werden die Angebote der Wäscherei, der Näherei und des Second-Hand-Kaufhauses stark eingeschränkt. Die Alraune gGmbH hat ihren Kulturtreff in Steilshoop bereits geschlossen, die hauswirtschaftlichen Hilfen und das Tierhaus sind in Gefahr. In Jenfeld gibt es ab kommendem Jahr vielleicht die Quartiershelfer der Quadriga gGmbH nicht mehr, die Spielplätze sauber halten, Bühnen und Zelte für Stadtteilfeste aufstellen und die Stadtteilzeitung verteilen. Und Koala e.V. in Altona bereitet sich auf die komplette Schließung vor.

 Ausbildungsrestaurant, Stadtteilkantine, Tischlerei, die Beratungsstelle für Arbeitslose und fünf Einrichtungen für Frauen würden dann im Stadtteil fehlen. "Das ist Zynismus pur", sagt Alraune-Geschäftsführer Holger Stümpel. "Es geht hier um lebenswichtige Hilfe." Mit den Kürzungen bei Ein-Euro-Jobbern werde das soziale Elend auch in den Stadtteilen zunehmen.

 Gerda Aldermann, 83, aus Dulsberg hat sich bereits hingesetzt und gerechnet. Die gelernte Versicherungskauffrau liegt mit ihrer Rente ganz knapp über dem Sozialhilfesatz. 250 Euro bleiben ihr zum Leben, 20 Euro gibt sie für eine Haushaltshilfe von Mook Wat aus, die vier Stunden im Monat für sie einkaufen geht und die Wohnung putzt. Eine dreimal so teure Hilfe, wie sie soziale Dienste vermitteln, kann Gerda Aldermann nicht bezahlen. "Das ist ein Trauerspiel", sagt Aldermann. Für sie bleibe dann nur noch das Heim.


abendblatt.de

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Onkel Tom


Beiträge: 3446



« Antworten #1 am: 19. Juli 2011, 13:31:39 »

Na und ?

Ich find es richtig gut, das die Ein Euro Jobs abgebaut werden  Grin

Erstens ist schon soooo oft über Alternativen an runden Tischen in Hamburg
nicht nur diskutiert worden, sondern Wege und Möglichkeiten gezeigt worden,
mit den erwerbslose besser klar kommen könnten und Ein Euro Träger auch
überleben könnten (ausser die Ganoven der Brance).

Doch die Trägerschaften sind es alleinig selber schuld, wie sich das entwickelt,
weil sie auf keinen Fall ihre Fründe im Bezug Diktat an Ein Euro Jobber Abstriche
zulassen wollen. Das nur eins von vielen Kriterien.

Solange die Trägerschaften ihr Sklaventreiberverhalten an erwerbslose nicht
aufgeben, sind keine Lösungen in Sicht und mit Ihrem Gejammer, das sie dann
die Suppenküche etc. dichtmachen müssen ist indirekte Erpressung an den
Kostenträgern. Erwerbslose stehen dabei nur außen vor oder werden von
Ein-Euro Klitschen zwecks selbsterhalt instrumentalisiert.

Gibt keine Suppe mehr ?.. Gibt es dann "Anreize" für erwerbslose Betroffene,
endlich auf die Straße zu gehen.

Wird auch Zeit !
 Grin
« Letzte Änderung: 19. Juli 2011, 13:33:19 von Onkel Tom » Gespeichert
Patrik


Beiträge: 239


« Antworten #2 am: 19. Juli 2011, 13:33:00 »

Ein Artikel der versucht die 1 Euro Jobs schön zu reden?

Kein Wort das z.B damit gerade prekäre Arbeit geschaffen und ausgeweitet wird.

Für die Menschen tut mir das allerdings leid. Allerdings stielt sich der Staat aus seiner Verantwortung für die Versorgung dieser Menschen. Das Zeichnet sich mit ungenügenden Regelsätzen aus aber auch das Menschen die heute in Rente sind schon damals nicht davon ausgehen konnten im Alter nicht arm zu sein.

Diese Einrichtungen übernehmen immer mehr Aufgaben die eigentlich dem Staate obliegen.

Und das ist keine Aufgabe für 1 Euro Jobber sondern für gut ausgebildete Fachkräfte die ein Einkommen und Arbeitszeiten haben müssen wo man jedem Menschen gerechnet werden kann.
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Onkel Tom


Beiträge: 3446



« Antworten #3 am: 19. Juli 2011, 13:36:06 »

...
Und das ist keine Aufgabe für 1 Euro Jobber sondern für gut ausgebildete Fachkräfte die ein Einkommen und Arbeitszeiten haben müssen wo man jedem Menschen gerechnet werden kann.
...

War auch Thema an runden Tischen, aber dann müssten ja auch Abeitnehmerrechte zugestanden werden, das der Ein Euro Mafia nu garnicht passt.
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reefshark


Beiträge: 224


« Antworten #4 am: 20. Juli 2011, 13:14:42 »

Hallo

Drastische Kürzungen bei 1€-Jobs? Shocked

Ohgottogott, da müssen sich die Kohleabgrei..., denen bislang bis zu 500 Teuronen
pro Monat und "Stück Mensch" in den Ar... geblasen wurden, aber jetzt echt
den eigenen Gürtel enger schnallen, die Dr........ Grin Grin Grin

Und das erst jetzt, nachdem der Bundesrechnungshof die EEJ- schei.... schon
vor Jahren kritisiert hat....

Da wird unsere U.v.d.L. aber die Beseitigung der " Vermittlungsdefizite " ihrer
ach so mildtätig betreuten Kunden anders aufzäumen müssen.... cry

Habe erst heute wieder in der Zeitung von den ach so grossen Betreungs-Anstrengungen
der geliebten A.....agentur gelesen ( lesen müssen? ) und nichts von den Defiziten bei den sog. FM, SB etc. Evil

Na, da beten wir doch für gute Besserung, oder?


Grüsse von

reefshark
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Onkel Tom


Beiträge: 3446



« Antworten #5 am: 20. Juli 2011, 13:54:54 »

Wer muss eigendlich von wem betreut werden und wenn überhaupt ?

Betreuung hat diesbezüglich eine fälschliche Bedeutung bekommen. Verstehe ich das richtig, das
unter dem Deckmantel "Betreuung" tatsächlich Verfolgungspädagogik und maipulative Eingriffe
in Selbstwertgefühle von erwerbslose gemeint ist ?..

So manche Sozialarbeiter_innen, die vor zig Jahren mit der Besinnung "Ich möchte Menschen helfen"
studiert haben und heutzutage Stellenangebote wie die Nadel im Heuhaufen suchen müssen, die
ihrer Besinnung nach nicht schädlich ist, können mir leidtun.

Das was so in der Erwerbslosenindustrie an Fachleuten rumkrebst, haben zum größten Teil ihre
Besinnung verraten und mit "ausbeutend manipulativer Menschenführung" getauscht.
Cool, das diese Leute nun langsam aber sicher ihr eigenes finanzielle Grab schaufeln.
Die heutige erwerbslosenindustrie hat dies mehr als verdient und wenn sie gestorben sind, greift
der Bazillus H4 die nächsten an.. Zaf und Co ?

Ist eigendlich schon asbach.. das thema..

http://www.arge-basta-hh.de/info/rech/pdf/080627ei.pdf

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Eivisskat
Gast
« Antworten #6 am: 20. Juli 2011, 14:23:45 »

Ich habe jedenfalls so einigen Menschen zu Arbeit und regelmäßigem Einkommen verholfen, während meiner Zeit als 1€-Jobberin und durch meinen Status als Erwerbslose.

Die HAB, andere Institutionen und auch die Stadt HH hat durch mich einiges an Geld verdient, bzw. eingespart.

Die dämlichen SB der HAB und verkrachten Sozialpädagogen von KOALA haben sich dank meines Status einen schönen Lenz gemacht und die Parkanlagen sahen dank meines Einsatzes wesentlich schicker aus, was wiederum auch das Publikum freute.

Bedankt hat sich dafür bisher Niemand und ich selbst war nach der Zeit genauso erwerbslos wie vorher, OHNE dass sich eine von den verwickelten Institutionen auch nur ansatzweise bemühte, diesen Zustand zu ändern.

Das alles war mir damals allerdings noch nicht ganz klar, hat mir aber trotzdem die Augen geöffnet.


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Onkel Tom


Beiträge: 3446



« Antworten #7 am: 20. Juli 2011, 14:54:11 »

Ich habe jedenfalls so einigen Menschen zu Arbeit und regelmäßigem Einkommen verholfen, während meiner Zeit als 1€-Jobberin und durch meinen Status als Erwerbslose.
...

Auch dazu missbraucht worden, fast schon Aufgaben eines Anleiters zu übernehmen, der gut 2100 Euronen netto verdient ?

Zitat
...
Die HAB, andere Institutionen und auch die Stadt HH hat durch mich einiges an Geld verdient, bzw. eingespart.

Die dämlichen SB der HAB und verkrachten Sozialpädagogen von KOALA haben sich dank meines Status einen schönen Lenz gemacht und die Parkanlagen sahen dank meines Einsatzes wesentlich schicker aus, was wiederum auch das Publikum freute.
...

Jo, dieses Gekungel, was sich offiziell Kooperationspartnerschaft schimpft.
Zu Ulldal's Zeiten hat sich die HAB zur Oberschaft der Ein-Euro-Jobs gemausert.. führte oder führt
immer noch die Datenbank Mistral, die mit einer "Stasi-strukturierten" Datensammelbank identifizierbar ist.
Scheele, ehemaliger Geschäftsführer der HAB ist nun Sozialsenator..  Roll Eyes

Zitat
...
Bedankt hat sich dafür bisher Niemand und ich selbst war nach der Zeit genauso erwerbslos wie vorher, OHNE dass sich eine von den verwickelten Institutionen auch nur ansatzweise bemühte, diesen Zustand zu ändern.
...

Warum sollte das auch anders sein ?.. Die Erwerbslosenindustrie betrachtet ihre erwerbslosen sowiso nur als Material, was
ausbebeutet gehört und möglichst schnell zu einer erneuten Runde der Veräppelung wiederkommen soll.

Zitat
...
Das alles war mir damals allerdings noch nicht ganz klar, hat mir aber trotzdem die Augen geöffnet.

Für den Anfang ist es niemanden klar aber nach und nach bestätigen Ausnahmen wie bei Dir die Regel..

Kenne einige "Deppen" die immer wieder einen Ein-Euro-Job machen wollen, obwohl sie geschnallt haben,
was Sache ist und dies sogar verdrängen oder nicht wahrhaben wollen.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2011, 14:56:22 von Onkel Tom » Gespeichert
Eivisskat
Gast
« Antworten #8 am: 20. Juli 2011, 15:16:14 »

Zitat
Kenne einige "Deppen" die immer wieder einen Ein-Euro-Job machen wollen, obwohl sie geschnallt haben, was Sache ist und dies sogar verdrängen oder nicht wahrhaben wollen.


Das ist im Jahr 2011 immerhin leider sehr traurig und bedenklich, denn inzwischen sollte jeder Idiot zumindest ansatzweise wissen, was es mit den EEJ auf sich hat und wie die Gesellschaft davon unberechtigterweise profitiert. Damals Anfang 2006 war die ganze Sache noch nicht soo leicht zu durchschauen wie jetzt.

Und auch das Argument mit den 100 € mehr scheint mir nicht mehr schlüssig, denn diese Summe kann mensch sehr häufig auch anderweitig dazu verdienen.

Ich glaube, diesen Leute wird vom Amt & Träger sehr hart zugesetzt mit der Masche "der Gesellschaft etwas zurückgeben für das H4-Geld, ehrenamtliche Bürgerarbeit" usw., das klang zu meiner Zeit auch schon etwas an.



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Strombolli
Jeheimrat


Beiträge: 6738



« Antworten #9 am: 20. Juli 2011, 22:23:18 »

Von dem Gedanken, das für an die "Gesellschaft" geleistete Arbeit (also richtige körperliche oder geistige Arbeit) irgendetwas Positives auf einen zurückkommt sollte man sich wirklich verabschieden.

Im Gegentum: Man sollte die leeren Versprechungen der Jahre 2005 ff. bzgl. der persönlichen Entwicklung, wenn man sich denn auf die verschrobenen
Arbeitsmarkt-Maßnahmen einlässt (EEJ, KommunalKombi, Bürgerarbeit, Zeitarbeit ...) entlarven, kennzeichnen, öffentlich machen.
Ich habe mich jetzt bei den eigentlichen, regionalen Dienstherren der KommunalKombi beworben, bisher ohne Reaktion. Vielleicht feilen sie noch meine
frechen Bemerkungen/Feststellungen zu widerlegen oder die Bewerbung wird ignoriert.

Nein, wir sind IHNEN egal und lästig. Ebenso aber auch die Verwalter des Arbeitsmarktdesasters. Die Jobcenter, ZAF's usw. sind auch nur verschleierte
Beschäftigungen. Alles im Dienste der "Produktivität". Worin unterscheidet sich eigentlich die niedrigere Arbeitsproduktivität und der große Verwaltungsapparat der DDR von den im Arbeitsmarkt-Verwaltungswahnsinn Tätigen und Betroffenen der BRD? Wäre nicht doch für alle genug da, wenn man veraltete Ideologien über Bord schmeissen würde?

Zum Thema Bürgerarbeit:
(kann ja vom Admin dorthin abgetrennt werden)

MÄRKISCHE ALLGEMEINE (Online-Ausgabe) vom 06.07.2011

SOZIALES: Zögern bei „Bürgerarbeit“ - Bundesprogramm läuft schleppend an / Jobcenter rührt die Werbetrommel

KLEINMACHNOW - Das vom Bundesarbeitsministerium geförderte Beschäftigungsprogramm der „Bürgerarbeit“ wird in Potsdam-Mittelmark bislang schwächer nachgefragt, als die Arbeitsmarktexperten des Jobcenters Maia angenommen haben. Von den 200 Stellen, die dem Landkreis zugeteilt wurden, seien jetzt 50 besetzt, sagte Maia-Chef Bernd Schade. Die Antragsfrist für Kommunen, öffentliche Träger und Vereine laufe aber nur noch bis zum 31. Oktober. Bewilligt werden die Stellen vom Bundesverwaltungsamt in Köln. (...und der Papst macht auch noch seinen Kringel dran. - Str.)

Der Bund fördert bei der „Bürgerarbeit“ Arbeitsstellen mit 30 Stunden Wochenarbeitszeit für drei Jahre mit monatlich 1080 Euro. Für den Arbeitnehmer bleiben rund 900 Euro Bruttolohn, nach Abzügen hat er rund 780 Euro in der Tasche. Das liegt je nach Einzelfall um rund 150 Euro über dem Hartz-IV-Satz. Allerdings darf kein bestehendes reguläres Arbeitsverhältnis gefährdet werden, die Jobs müssen also „zusätzliche Tätigkeiten“ abdecken und „im öffentlichen Interesse“ liegen. Von den bundesweit 33 000 geförderten Stellen in der „Bürgerarbeit“ ist laut Schade bislang erst ein Drittel besetzt.

„Im Grunde ersetzt die Bürgerarbeit die Ein-Euro-Stellen, die stark zurückgefahren werden“, so Schade.

Das bestätigte der Vorsitzende des Teltower Arbeitslosenvereins, Hans Fiedler, für die Teltower Region: „Wir hatten im vergangenen Jahr in den verschiedensten Einrichtungen etwa 80 Ein-Euro-Jobber, jetzt sind es nur noch 20.“ Die Klagen der Vereine darüber seien groß, dennoch würden die Chancen der „Bürgerarbeit“ dort noch nicht erkannt. Der Arbeitslosenverein selbst habe nun eine solche Stelle geschaffen. Die neue Mitarbeiterin soll nun bei Kommunen und Vereinen für das Bundesprogramm werben.

Für Fiedler sind zum Beispiel die Kirchen ein guter Ansprechpartner. „Es ist angedacht, die Digitalisierung der Grabdenkmale auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof durch Bürgerarbeit erledigen zu lassen.“ Auch für die Gestaltung des Teltower Friedhofs zu einem Park könnten solche Stellen geschaffen werden. „Wir haben allerdings das Problem, dass insbesondere die kommunalen Verwaltungen oftmals zu träge sind, um die Anträge beim Bundesverwaltungsamt zu stellen.“

Vor die Vermittlung in die „Bürgerarbeit“ hat das Ministerium eine „Aktivierungsphase“ der Arbeitslosen geschaltet. „Seit vergangenem Sommer haben wir im Landkreis rund 600 Teilnehmer aktiviert, die von vier Mitarbeitern des Jobcenters betreut wurden. Es ist uns gelungen, 200 Arbeitslose auf diese Weise in einen festen Job zu vermitteln“, sagte Schade.

Von Jürgen Stich - Märkische Allgemeine; 06.07.2011

Aktivierungsphase, wenn ich das schon höre. Meine Frau war 1 Jahr in einer Entgelttätigkeit in einem Job einer nichtkirchlichen Einrichtung hat sie genau die Aufgaben gemacht, welche sie einige Jahre vorher noch in der Kirche machte. Dann wurde sie "aktiviert", was für ein schreiender Dreckswitz!,
um nun im selben Objekt, wie die damalige Entgeltmaßnahme wieder pädagogische Aufgaben zu erledigen. Natürlich liegt das im öffentlichen Interesse, aber - verdammt noch mal - in einem vernünftig geführten Land, würde diese Einrichtung ihre Mitarbeiter aus ihren Einkünften selber bezahlen können!

Und dies haben wir den Subventionstöpfen zu verdanken, die über Jahrzehnte die angebliche Marktwirtschaft zukleistern. Die Kiste ist unrettbar verfahren und das haben wir drittklassigen Möchtegern-Politikern ohne soziale Verantwortung zu verdanken.
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Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
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reefshark


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« Antworten #10 am: 21. Juli 2011, 09:26:44 »

Hallo

Also zum Thema Vermittlungsdefizite:

Die gibt es schon öfters, aber hinter dem Schreibtisch! Grin

Habe in meiner Anfängerzeit  Sachen erlebt... huh

Morgens um 10 in Deutschland: SB erklärt seinem "Kunden"---
"Was wollen se? n`Job? Wissen´se, ich hab jetzt gleich Feierabend! das is mir wichtig,
und alles andere is mir egal, so, ham´se sonst noch fragen, keine? na dann auf Wiedersehn
bis zum nächsten Mal!

Seit dem Tag ist dem Kunden klar wie es um diese volkswirtschaftlich nutzlose Einrichtung
bestellt ist. evil evil evil

Grüsse von

reefshark
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Eivisskat
Gast
« Antworten #11 am: 28. Juli 2011, 16:46:12 »


            




bei scharf-links.de vom 27.07.11 "Wie Weihnachten - Das Jobcenter bringt Arbeit und Geld..."
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Strombolli
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Beiträge: 6738



« Antworten #12 am: 28. Juli 2011, 22:01:14 »

Ach, das werde ich morgen auf meinem Dienstdrucker mal ausdrucken und draussen aufhängen...

Solange mein befristeter KK-Job noch geht.

------

Meine KK läuft 08/11 aus. Die Stelle soll seit einigen Monaten wieder besetzt werden, als Bürgerarbeit. Es findet sich keiner, der den Arbeitsanforderungen
(PC, Office, Bearbeitungsprogramme, Kreativität, eigene Entscheidungen ... sowas halt...) gerecht werden will. Weitermachen darf ich nicht.
Ich müßte erst wieder 6 Monate "Aktivierungskurs" mitmachen. Da die Stelle aber bis 01/12 besetzt werden muß, sonst verfällt sie, geht das für mich nicht.
Nur 4 Monate "Aktivierungskurs"? Amt: "Das geht ja gar nicht!"

Gut, ich bleibe auch zuhause. Aber bitte liebes Amt mault nicht laufend rum, ich solle mich irgendwo bewerben, wenn ihr die Vorgaben von 2005 mich nach 3 Jahren-KommunalKombi-Haft in eine anständige Arbeit des 1. Arbeitsmarktes zu überführen, angesichts des großartigen Aufschwungs nicht erfüllen könnt.

Ihr seid Lügner, Verbrecher, Täuscher und Betrüger. Unfähig kreativ zu denken und wirkliche Lösungen zu erarbeiten. Euer Leben besteht aus Neid, Haß und Mißgunst. Besteht aus Textbausteinen, wöchentlich neuen Durchführungsbestimmungen oder Auslegungen von Gesetzen, die widerum andere
unbedarfte Schreibtischtäter verbrochen haben. SCHANDE und SCHMACH über euch! Und letztlich seid ihr nichts Besseres als wir. Ihr wisst es nur noch nicht, weil ihr ne Spur besser bezahlt werdet.

(Es geht mir besser!   Wink  )
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Onkel Tom


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« Antworten #13 am: 29. Juli 2011, 03:50:54 »

Eivisskat..

Das Ding ist doch glatt eine Produktion zum Aufkleber wert.. Hab es mir erstmal gesichert und
passt hier in HH vorzüglich auf den Laternenmasten von HH-HBF zum Arbeitsamt Norderstraße.

Ich werde es einfach mal auf Schwarz-Weis kopieren und beim nächsten Gang dorthin anbatschen
Gerade da passt es sehr gut (auf dem weg = 5 Erwerbslosenindustrielle) und frisst mir nicht gleich
die Haare vom Kopf.. Danke  Grin

so einfach ist das..
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Eivisskat
Gast
« Antworten #14 am: 15. November 2011, 10:54:13 »

Zitat
Kein Geld mehr für die Armen _ In Hamburg soll jeder dritte Ein-Euro-Job weg

Kahlschlag in den Stadtteilen: Weil jeder dritte Ein-Euro-Job gestrichen wird, müssen Hals über Kopf etliche soziale Projekte zum Jahresende schließen. Darunter Armenküchen, Kleiderkammern, Tafeln, Senioren-Cafés. Lauter Angebote, die Menschen in armen Stadtteilen wie Wilhelmsburg, Dulsberg und Steilshoop stützen.

Die Bezirksbürgermeister sind entsetzt über das gewaltige Ausmaß der Kürzungen. „Die Lage ist dramatisch“, sagt Wolfgang Kopitzsch (SPD), Bezirkschef von Nord. „Viele sinnvolle Projekte können bei uns nicht weitergeführt werden.“ Dabei gebe es die Angebote seit Jahren und sie hätten sich als erfolgreich erwiesen. „Das ist ein Schlag für die soziale Stadtteilentwicklung.“

Es müsse auch in Zukunft Jobs für Menschen geben, die langsamer sind und auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Besonders betroffen macht Kopitzsch die drohende Schließung der Stadtteilküche „Pottkieker“ in Dulsberg und die Streichung der der Grünpfleger-Stellen des jüdischen Friedhofs in Ohlsdorf.

Besonders dramatisch ist die Lage in Wilhelmsburg. „Die Streichungen gefährden dort die gesamte soziale Infrastruktur“, sagt Mitte-Chef Markus Schreiber (SPD). „Wie passt das zu Bauausstellung und Gartenschau? Auf der einen Seite wird Geld in den Stadtteil gepumpt und auf der anderen wird es wieder abgezogen.“

Die Wilhelmsburger Tafel etwa steht nun vor dem Aus. Dort bekommen jede Woche 500 Menschen ein preiswertes Essen und Nahrungsmittel für zu Hause. Bei den Sozialträgern in Wilhelmsburg wurden insgesamt an die 450 Ein-Euro-Jobs  Roll Eyes gestrichen. Schreiber: „Die Auswirkungen werden katastrophal sein.“

Bei der zuständigen Sozialbehörde sehen die Bezirkschefs keine Schuld. Schließlich sei die Kürzung der Ein-Euro-Jobs von mehr als 6000 auf 3900 eine Vorgabe aus Berlin. Allerdings habe Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) vollmundig angekündigt, dass bei der Vergabe der übrig gebliebenen Ein-Euro-Jobs besonderes Augenmerk auf die Bedeutung für die Stadtteile gelegt werde. Passiert sei das Gegenteil! Schuld ist laut SPD-Bezirkschefs die TeamArbeit (Einrichtung von Stadt und Arbeitsamt).

„Die Bezirke wurden kaum gehört“, so Kopitzsch. Dem stimmen auch seine Amtsleiter-Kollegen Warmke-Rose (Altona) und Meinberg (Harburg) zu. Für Grünarbeiten gab es in der ganzen Stadt keine Stellen mehr, für Küchenprojekte kaum. Das Gleiche gilt für Alleinerziehenden-Initiativen oder Migranten- und Jugendprojekte. Stattdessen werde nun „Malen nach Zahlen“ gefördert.




http://www.mopo.de/politik/kein-geld-mehr-fuer-die-armen-in-hamburg-soll-jeder-dritte-ein-euro-job-weg,5067150,11143114.html


Bermerkenswert sind die teilweise sehr guten Leser-Kommentare in der Mopo und man ganz genau merkt, wie viele Menschen inzwischen nachgedacht haben und aufgewacht sind
« Letzte Änderung: 15. November 2011, 11:25:42 von Eivisskat » Gespeichert
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« Antworten #15 am: 19. März 2014, 09:15:30 »

Arbeitsmarkt: Sozialsenator Scheele prangert unsinnige Ein-Euro-Jobs an

http://www.newsdump.de/news/arbeitsmarkt-sozialsenator-scheele-prangert-unsinnige-eineurojobs-an

Zitat
...
kritisiert Detlef Scheele. Zweckfrei zu arbeiten, sei für Hartz-IV-Empfänger nicht motivationsfördernd.
...

Wieviele Jahre soll diese Sau noch durchs Dorf getrieben werden, man meint ja schon fast,
es wäre Sommerloch.

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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Onkel Tom


Beiträge: 3446



« Antworten #16 am: 19. März 2014, 19:55:44 »

Hat Sozialsenator Scheele wohl ein Rüffel vom Wirtschaftssenator Horch
bekommen ?

Die EEJ`s in Hamburg werden von der Wirtschaftsbehörde mitfinanziert und
ausgerechnet Scheele pumpt sich auf ein Mal gegen EEJ`s auf ?

Vor 5 Jahren war Scheele Geschäftsführer des Beschäftigungsträgers
Hamburger Arbeit (HAB), die sogar das Monopol zur Vermittlung der Kanidaten
für EEJ`s inne hatten.

Naja schauen wa mal mit einem misstrauischem Auge, was da im Schilde führt..

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