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Autor Thema: Feminismus  (Gelesen 19116 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 5903


« am: 25. September 2011, 18:27:53 »

Die Linke Bewegung muß sich selbst kritisieren um sich zu verändern, um in sich ändernden Verhältnissen nicht überflüssig zu werden und unterzugehen.

Ich habe die Frauenbewegung stets als wichtigen Teil einer Bewegung zur Befreiung des Menschen von knechtenden Strukturen und Traditionen gesehen.

Frauen hatten sich auch gegen den Machismo der Linken Szene durchzusetzen. Doch der Feminismus hat sich derart etabliert und in seiner heutigen Form seine ursprünglichen Grundsätze verraten, wie die Grüne Partei die Grundsätze der grünen Bewegung.

Der Feminismus in seiner heutigen Form müßte von Frauen kritisiert werden. Es ist doch wenig angebracht, daß ein Typ das übernimmt. Oder habe ich eine Kritik von innen schlichtweg verpaßt?

In den 70ern lagen viel Themen für die Bewegung auf der Hand, §218, kein Zugang zu verschiedenen Berufen, eine sexistische Polizei und Justiz nach Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen.

In den 80ern ging es los. Ewigkeiten verbrachte man mit dem Streit, ob es nun Lesben- und Frauenwoche oder Frauen- und Lesbenwoche heißen soll. Und begann auch jede Menge reaktionärer Scheiß. Es wurde gefordert Kinder strikt nach Geschlechtern getrennt zu unterrichten. Mit sowas sind nichtmal katholische Nonnen an die Öffentlichkeit getreten. Alice Schwarzer forderte: "Frauen in die Bundeswehr!"

Frauenwochen, so sie überhaupt noch irgendwo stattfinden, sind keine politischen Werkstätten und Manifestationen mehr, sie sind hochprofessionell organisierte Events mit Bauchtanz und Auftritten weiblicher Ethnobands, auf denen sich Architektin, Therapeutin und Designerin bei einem Prosecco unterhalten läßt. Der organiserte Feminismus hat einige öffentlich finanzierter Jobs geschaffen, um die jetzt gerungen wird. Man kämpft nur noch für sich und hat dabei nichteinmal mitgekriegt, daß in dieser Gesellschaft Frauen noch immer 20-30% weniger Lohn kriegen. Für Krankenschwestern, Fisörinnen und Verkäuferinnen kümmern sich diese Frauen, die über Gender-Mainstreamingscheißdreck promovieren oder Sozialpädaginnen wohl wenig.

Das Thema mußte ausgerechnet von den wenig progressiven Gewerkschaften an die Offentlichkeit gebracht werden. Ein politischer Offenbarungseid der Frauenbewegung. Aber inzwischen schreibt Alice Schwarzer auch als Kolomnistin für die BILD Zeitung.
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Rappelkistenrebell


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« Antworten #1 am: 27. September 2011, 15:02:55 »

Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert:
 Monika Gärtner-Engel:Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau

Die Frauen haben insbesondere durch ihre Einbeziehung in die gesellschaftliche Produktion und in verschiedenen gesellschaftlichen Bewegungen ein neues Selbstbewusstsein herausgebildet. Das hat den Kampf um ihre Befreiung wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

 
 
Mit ihrer Streitschrift wollen die beiden Autoren einen Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Diskussion leisten. Sie ergreifen dabei konsequent Partei für die Befreiung der Frau in einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft.


Hier mal n Link zum Buch bei Amazon

http://www.amazon.de/Neue-Perspektiven-f%C3%BCr-Befreiung-Frau/dp/3880212848/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1317132018&sr=1-1


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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 5903


« Antworten #2 am: 29. September 2011, 16:37:41 »

Zitat
Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert
Man kann es sich auch leicht machen... Roll Eyes
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
kanuppke


Beiträge: 18


« Antworten #3 am: 02. Oktober 2011, 17:05:43 »

Zu dieser Thematik ist dieses Buch sehr empfehlenswert

Ich vermute, du hast dieses Buch gar nicht gelesen.
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Eivisskat
Gast
« Antworten #4 am: 02. Oktober 2011, 17:32:16 »

Zitat
Mädchen in Rosa

Von Anja Röhl

Heute, wohin ich auch blicke: Mädchen in Rosa, alle kleinen Mädchen, von 0 – 12, 13, bis 16, 17 hält das meist an, tragen Rosa, sei es als Streifen in den Schuhen, in den Söckchen, als Strumpfhose, Pullover, Kleidchen, Rock, Hemd, Unterhose, einfach überall, in der Bettwäsche, im Waschlappen, Mädchen sind uniformiert, würde man in einer X-beliebigen Schule alle Mädchen auf der einen Seite des Schulhofs sich versammeln lassen, so würde man ein Meer von rosanen Farben in allen Schattierungen sehen.

Dabei ist Rosa eine Unfarbe, ein vorgeschriebenes Muster, was angeblich alle freiwillig wählen, weil „kleine Mädchen Rosa so lieben“, in Wahrheit eine durch Werbung und Industrie produzierte gesellschaftliche Zuschreibung für Mädchen als Glitzergegenstand, als Zierde und Püppchen, als Barbie, rosa Symbol für Zartheit, eine Farbe von der Jungen sagen: IIIIIhhh – Mädchenfarbe !!!!

Rosa bringt Jungen dazu, Mädchen als nicht zugehörig anzusehen, bringt sie dazu, mit Mädchen nichts Abenteuerliches machen zu können, denn rosa kann schmutzig werden, rosa muss geschont werden, Rosa ist niedlich, Rosa ist süß, Rosa erfüllt Äußerlichkeit, Ausstellungszweck, Rosa bedeutet weibliche Rollenzuschreibung, Rosa zementiert Ungleichheit, Rosa diskriminiert. Mädchen, die Rosa ablehnen, scheint es in Deutschland kaum noch zu geben und da sie in der Minderheit sind, werden sie schon schief angeguckt.

Woher dieser Rückschlag? 1980 schien Rosa und Hellblau schon mindestens zehn Jahre out zu sein, nur hoffnungslose Spießbürger wählten für Baby- gar für Kindersachen noch die altmodischen Geschlechterfarben, woher die Rückkehr dieser entsetzlichen Gewohnheit, die wir unseren Großeltern zuschrieben, aber niemals gedacht hätten, sie bei unseren Enkeln wiederzufinden?

Unsere Farben waren bunt, kräftig, bestanden aus Grundfarben: rot, blau, gelb, orange, grün, lila und ihrer Mischpalette, unsere Kinder wollten wir nicht ab Babyalter in von der Gesellschaft bestimmte Geschlechterrollen hineinpressen, sie sollten sich ihre Identität frei und auch mal rollenkritisch wählen dürfen, Jungen durften bei uns auch mit Puppen spielen, Mädchen mit Bauklötzern, Mädchen durften auch Abenteuer erleben, darüber lesen, mit dabei sein, Mädchen-Vorbilder waren Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter. Zukünftig sollten auch Mädchen arbeiten und selbstständig sein. Unterordnung und Hausdame war passe´.

Heute saust die Welt im US/EU-amerikanistischen Globalisierungswahn mit Meilenschritten zurück in die Vergangenheit, Barbi ist „in“ und Barbi trippelt auf Laufstegen und sieht schön aus, in rosa. Vergessen Gleichberechtigung, vergessen öffnung der allgemeinen Männerwelt draußen auch für Frauen, Barbi konzentriert die Mädchen wieder auf Modepuppe, was auch praktisch ist, denn man braucht mehr als die Hälfte der Menschheit nicht mehr, was sollen uns da auf dem Arbeitsmarkt noch die Frauen!

Die brauchen wir dafür aber zur Ablenkung unserer gefrusteten Männchen, da sie draußen kaum noch etwas gelten, müssen sie wenigstens zuhause eine Rolle spielen, müssen sich über die hilflosen Püppchen erhaben fühlen, geistig sowohl als auch körperlich, sollen immer freundliche Gespielinnen haben, die ihnen das Leben versüßen und haben überhaupt nur zugeschriebene und angewiesene, von anderen festgesetzte Funktionen zu erfüllen, alles ganz freiwillig, versteht sich.

Es steht traurig um die Gleichberechtigung im Jahre 100 nach Einführung des internationalen Kampftages für die Rechte der Frau, Frauen sind die Hälfte der Menschheit, keine Minderheit, sie werden aber versteckt, verprügelt, klein und kurz gehalten und lediglich als Ausstellungsstücke in rosa dürfen sie sich öffentlich zeigen. Frauen haben in den Führungsetagen sämtlicher Berufe nur 1-2 % inne, wie kann da von Gleichberechtigung gesprochen werden?

Die Besonderheit in unserer Gesellschaft ist die, dass diese Dinge alle so angeblich freiwillig übernommen werden, denn man kann ja hingehen und andere Sachen kaufen. Aber sind Sie schon mal an einem Fußballweltmeistertag ohne Fußballbemalung durch die Straßen geradelt, ich ja, es ist nicht einfach Nonkonformist zu sein.

Bei den Frauen müssen wir also den Rückschritt aufhalten, während alle uns was vom Fortschritt erzählen, der angeblich erreicht wurde. Dies müssen wir besonders den Jugendlichen erzählen:

Boykottiert rosa! Boykottiert konservative Rollenmuster, kämpft um euer Recht auf eine Arbeit in allen Bereichen, nicht nur im Friseur-, Pflege- und Kindererziehungsbereich, kämpft aber auch darum, im Privatleben nicht als Püppchen benutzt zu werden, kämpft um eure Würde und Achtung als gleichwertige Menschen.


Quelle: http://www.scharf-links.de/ am 01.10.11



Zitat

Gleichstellung...und die Verhinderer

2008 hatte die damalige Frauenministerin ein Gutachten in Auftrag gegeben: Welche Gesetze verhindern die Gleichstellung? Jetzt liegt die 226-Seiten-Expertise vor – aber die interessiert die aktuelle Frauenministerin nicht.

Als Ursula von der Leyen noch Frauenministerin war, betrachtete sie irgendwann mit der ihr eigenen Stringenz die deutschen Gesetze und runzelte die Stirn. Was nützt ein neues Unterhaltsrecht, das Frauen zu durchgehender Erwerbstätigkeit anhält, wird sich die Mutter von sieben Kindern gefragt haben, wenn auf der anderen Seite das Steuerrecht das genaue Gegenteil bewirkt, nämlich: via Ehegattensplitting die Hausfrauenehe fördert und zementiert? Vermutlich fiel der jetzigen Arbeitsministerin auch auf, dass junge Frauen zwar die besseren Schulabschlüsse machen, sie aber gleichzeitig den Löwenanteil der miserabel bezahlten Minijobber stellen.

Es gibt also ein Problem. Emanzipationspolitisch relevante Gesetze hebeln sich gegenseitig aus. Weil sie sehr unterschiedliche Leitbilder zur Grundlage haben: Mal die erwerbstätige Frau, die ihre Existenz eigenständig sichert – mal die Hausfrau bzw. die „Zuverdienerin“. Also gab Frauenministerin von der Leyen im Juni 2008 ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag, das prüfen sollte: Wo gibt der Staat in der Gleichstellungspolitik widersprüchliche Signale? Ziel: eine „Gleichstellungspolitik aus einem Guss“.

Wenig später wurde gehandelt: Eine Sachverständigenkommission, bestehend aus drei Professoren und sechs Professorinnen verschiedener Disziplinen begann mit der Arbeit. Unter Vorsitz von Prof. Ute Klammer vom „Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik“ der Uni Duisburg-Essen durchforsteten die WissenschaftlerInnen zwei Jahre lang die deut- sche Gesetzgebung, wälzten Studien und führten Interviews mit ExpertInnen.

Die Bilanz der ExpertInnen fiel, wie befürchtet, kritisch aus: „Der Mangel an Konsistenz führt dazu, dass gleichzeitig Anreize für ganz unterschiedliche Lebensmodelle gesetzt werden oder dass oft die Unterstützung in der einen Lebensphase abbricht oder in eine andere Richtung weist“, rügt die Kommission. Es besteht also, wie es in der Politik so schön heißt, Handlungsbedarf.

Ursula von der Leyens Nachfolgerin allerdings scheint das anders zu sehen. In der Stellungnahme, die die Bundesregierung erst ein halbes Jahr nach Abgabe des Berichtes verlauten ließ, heißt es lapidar: „Die Bundesregierung teilt nicht alle aus dem Bericht erwachsenen einzelnen Schlussfolgerungen.“ Welche Schlussfolgerungen genau die Bundesregierung nicht teilt, wird allerdings nicht klar.


http://www.emma.de/ressorts/artikel/politik/die-verhinderer/
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2011, 17:52:49 von Eivisskat » Gespeichert
Rappelkistenrebell


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« Antworten #5 am: 06. Oktober 2011, 15:54:06 »

Lieber Freund Kanuppke,
ich habe dieses Buch nicht nur gelesen,sondern ich habe damals sogar in der Schule ein Referat darüber gehalten!

Aber ich Danke für Deine Unterstellung! Roll Eyes
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zak


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« Antworten #6 am: 07. Dezember 2011, 00:36:30 »

Mit steigender Bildung steigt auch der Grad der Individualisierung und damit die Anzahl der Meinungen. Dies war schon lange ersehnt, selbst als die Anpassung blühte.

Wieder ein Preis der Vereinzelung der bezahlt werden muß, aber nicht teuer.

Gemeinsame Nenner fehlen, dafür waren die Zähler in der Mehrheit. Mit steigendem Mangel an Fachkräften und der damit einher gehenden Qualifikation für alles mögliche nimmt auch die Befähigung zur differenzierten Betrachtung von relevanten Themen ab und die Besinnung auf banale Angelegenheiten findet einen Neuanfang.

Diese haben zwar, jedenfalls meistens, ihre Zeit in sich und die unmittelbar nachfolgende über sich, aber die Chance, gemeinsame Nenner zu finden steigt dadurch natürlich. Gemeinsame Nenner sind aber eine Grundvoraussetzung um gemeinschaftlich erfolgreich zu sein und etwas zu erreichen. Das gemeinsam Abgeleitete gibt sich als bindend, als schlechhin geltend, statt das Nirgendwo der Vernunft erscheint ihr ablesbares Überall und zählt sich selbst.

Es besteht also noch Hoffnung.

Die Änderung der gesellschaftlichen Strukturen wird also nicht von oben sondern bildungstechnisch von unten statt finden. Doch tritt der Überschuss im femininen Weltbild hinzu, jener Frauenstolz vor Männerbildung, der mit der Ideologie für freie Konkurrenz und Individualität nie ganz zusammenfiel. Nicht der Aufstand der Weberknechte wird einen Neuanfang einläuten sondern die Chancenlosigkeit der schlecht gebildeten Jugend und der joachitisch-taboritische Geist aus dem Täufertum in der hochtechnisierten und studierten Welt dieser Tage.

Wozu also diskutieren und streiten ? Lassen wir den Dingen ihren Lauf und alles wird in geordnete Bahnen finden und zu einem guten Ende führen.

Das musste mal gesagt werden.
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schwarzrot


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« Antworten #7 am: 07. Dezember 2011, 09:25:52 »

..Deine these vom geruhsamen abwarten wär ja prima, wenn es denn wirklich diesen 'facharbeitermangel' geben würde.
Wenn wir aber vom herrschenden kapitalismus ausgehen, in denen das angebot den preis bestimmt und der preis von facharbeitern nicht gestiegen, sondern in den letzten jahren (wie bei allen löhnen) gefallen ist, gibt es ergo auch keinen 'facharbeitermangel'.
Dies bestätigen auch alle (seriösen = nicht von Ede Sinn 'IFO', INSM, Bertelsmann, BDI,... lancierten) untersuchungen.
(auch in CD findest du etliche threads, die das dokumentieren)
Die neue 'greencard'-nummer dient wie jede anwerbung von ausländischen arbeitskräften, der lohnsenkung, nicht dass es es überhaupt einen 'mangel' hier gäbe, noch dass diese arbeit nicht anders (zu besseren konditionen) gemacht werden könnte.  Angry
Daneben ist abziehen von ausländischer intelligenz um sie hier als billigkonkurenz einzusetzen, zusätzlich eine ganz miese nummer, weil dieser staat dadurch sich die ausbildungskosten dieser, von (teilweise) entwicklungsländern/schwellenländern bezahlen lässt.
Dies verschärft ausserdem den wissensabzug von ländern, die diese fachkräfte eigentlich dringender bräuchten als 'unser' verelendungssystem hier.

Ob ich deine thesen über 'feminismus= individualisierung, vereinzelung und verschärfte konkurenz' teilen möchte, weiss ich auch noch nicht.
Aber vielleicht hab ich dich da ja auch falsch verstanden.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2011, 09:29:51 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
zak


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« Antworten #8 am: 07. Dezember 2011, 12:31:17 »

Zitat
Aber vielleicht hab ich dich da ja auch falsch verstanden.

Mit Sicherheit, denn ich versteh mein Gesabbel auch nicht. Wollte mich im Theoriebereich zu später Stunde dodsabbeln, hat aber irgendwie nicht geklappt...  CryGrin
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2011, 12:43:07 von zak » Gespeichert
Efeu
Erdling


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« Antworten #9 am: 03. Februar 2012, 15:24:50 »

Zitat
"Netter" Sexismus

Sozialpsychologin Julia Becker: "Feministinnen sind für angepasste Frauen eine Bedrohung ihres Weltbildes."

Warum haben Frauen so kleine Hände? Damit sie besser in den Ecken putzen können! Über solche Witze lachen nicht nur Männer, sondern kichern auch Frauen. Warum? Die Sozialpsychologin Julia Becker, 32, wollte es genau wissen. An der Philipps-Universität in Marburg führte die Wissenschaftlerin einige Studien durch über "Die Internalisierung von Sexismus bei Frauen". Die Ergebnisse sind nachdenkenswert, vor allem für Frauen.

Fangen wir vorne an: Was verstehen Sie denn unter Sexismus?
Julia Becker: Sexismus ist eine negative Einstellung oder Verhaltensweise gegenüber einer Person aufgrund ihres Geschlechts. Er kann sich gegen Frauen und Männer richten – Frauen sind aber schon immer stärker davon betroffen gewesen. Sexismus muss übrigens gar nicht feindselig sein. Er beginnt da, wo bestehende Geschlechterhierarchien künstlich aufrechterhalten werden.

Deshalb unterscheiden Sie in feindlichen und wohlwollenden Sexismus.
Genau. Feindlicher Sexismus ist vor allem Männersache. Frauen stimmen vorwiegend wohlwollendem Sexismus zu. Im Berufsleben begegnet uns eher der feindliche Sexismus. Der richtet sich gegen Frauen, die mit traditionellen Rollenmustern wie Hausfrau oder Mutter brechen. Im Alltag und in Paarbeziehungen finden wir vor allem den wohlwollenden Sexismus.

Zum Beispiel?
„Frauen müssen von Männern umsorgt und beschützt werden“ – das ist ein Klassiker für wohlwollenden Sexismus. Oder auch: „Frauen sind das bessere Geschlecht, sie haben mehr Sinn für Kunst und Kultur, sie sind feinfühliger, sie können sich besser um die Kinder kümmern“. Auch das ist sexistisch. Denn alle diese Attribute sind nicht mit Macht und Status verknüpft. Sie weisen Frauen eher einen geringeren Status zu. Frauen sind angeblich moralisch überlegen und fürsorglich, warmherzig und kreativ. Aber diese Eigenschaften werden nicht mit Kompetenz und Durchsetzungsvermögen in Verbindung gebracht. Frauen sind „gut“ zu anderen und deshalb bleiben sie in der Defensive. Sie können nicht einfach sagen: Heute beschütze ich mal meinen Mann.

Und feindlicher Sexismus?
Sätze wie „Frauen sind nicht so kompetent, wie Männer und deshalb haben Männer einen höheren Status verdient“ oder „Frauen wollen Männer doch nur dominieren“ sind Beispiele für feindlichen Sexismus. Ebenso: „Frauen versuchen sich unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung persönliche Vorteile zu verschaffen.“

Was ist denn für Sie das überraschendste Ergebnis Ihrer Forschung?
Dass es nicht nur Frauen gibt, die wohlwollendem, sondern auch solche, die offen-feindlichem Sexismus zustimmen. Dieser Beobachtung bin ich im Detail nachgegangen. Dabei habe ich herausgefunden, dass sie diese feindlichen Aussagen keineswegs auf sich selbst oder auf die Frauen im Allgemeinen beziehen. Nein, sie zielen damit immer auf Feministinnen und Karrierefrauen. Wenn sie also zum Beispiel der Aussage „Frauen wollen doch nur mehr Macht als Männer“ zustimmen, dann denken sie dabei an Feministinnen und nicht an sich selbst.

Und warum ausgerechnet diese beiden Gruppen?
Na ja, die Rollenaufteilung in vielen Beziehungen sieht heute noch immer so aus: Der Mann macht Karriere und ist der Hauptverdiener. Die Frau hört auf zu arbeiten, sobald die Kinder da sind und nimmt danach einen Teilzeitjob an. Eine traditionelle Familienaufteilung also. Karrierefrauen oder Feministinnen brechen mit dieser Tradition, sie sind non-konform. Und das kommt bei eher traditionellen Frauen nicht so gut an, weil sie non-konforme Frauen als Bedrohung ihres Weltbildes wahrnehmen.

Steht der Feminismus deshalb bei Frauen in einem ständigen Rechtfertigungszwang?
Ja. In der Psychologie heißt das „Systemrechtfertigung“: Menschen streben danach, nicht nur sich selbst und ihr Umfeld positiv wahrzunehmen, sondern auch das gesellschaftliche System, in dem sie leben. Selbst wenn Frauen heute nach wie vor in Führungspositionen unterrepräsentiert sind und weniger verdienen, streben vor allem traditionell eingestellte Frauen danach, diese Aufteilung trotzdem als fair und gerecht anzusehen. Dafür benutzen sie legitimierende Ideologien. Sexismus ist eine davon. Klar, wenn ich davon ausgehe, dass Frauen und Männer aufgrund ihrer Geschlechterzugehörigkeit völlig unterschiedlich sind, kann ich damit auch die fehlende Gleichberechtigung rechtfertigen.

Welche Weltbilder werden denn geschützt?
Viele Frauen und natürlich auch Männer sind der Ansicht, dass sich Frauen und Männer ergänzen, dass Frauen besser in der Kindererziehung sind und Männer besser im Berufsleben. Das Weltbild dieser Menschen wird natürlich angegriffen, wenn sie sehen, dass andere ihr Kind schon früh in den Kindergarten geben oder vom Vater aufziehen lassen.

„Frauen wollen doch gar keine Karriere machen“ – wäre das auch wohlwollender Sexismus?
Das ist eher ein Beispiel für modernen Sexismus. Die Annahme, dass Frauen heute gar nicht mehr diskriminiert sind. Ein Argument, um die bestehenden Ungleichheiten in der Wirtschaft zu rechtfertigen: Männer sind in einflussreicheren Positionen und verdienen mehr Geld. Daran sind die Frauen selbst schuld. Sie wollen ja gar keine Karriere machen.

Eigentlich dachten wir doch, die Zeit solcher Sprüche sei vorbei.
Das stimmt. Es ist aber auch erwiesen, dass solche Einstellungen besonders in Bedrohungssituationen sichtbar werden. Nehmen Sie eine Arbeitsgruppe in einem männlich dominierten Arbeitsfeld. Zum Beispiel im gehobenen Management, in dem es mehr Männer als Frauen gibt. Studien zeigen, dass Männer mit Sexismus reagieren, wenn nach und nach Frauen dazukommen. Sie aktivieren die Stereotype aus Selbstschutz, zum Erhalt ihrer Stellung.

Warum stimmen denn Frauen diesem wohlwollenden Sexismus überhaupt zu?
Es handelt sich schließlich um eine Wertschätzung, wenn einem per se positive Eigenschaften zugeschrieben werden. Viele Frauen mögen es, beschützt zu werden. Sie lieben Komplimente. Das sind alles Annehmlichkeiten, die sich im Kleinen gut anfühlen und im Großen Schaden anrichten. Die positiven Emotionen steigen an. Damit steigt die Systemrechtfertigung. Und dann denken Frauen, dass die Gesellschaft Frauen und Männer fair behandelt und die Aufteilung der Macht zwischen ihnen gerecht ist. Auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene hält dieses Wohlwollen allerdings Geschlechterstereotype aufrecht. Ich habe zum Beispiel herausgefunden, dass Frauen, die wohlwollendem Sexismus ausgesetzt sind, weniger dazu bereit sind, an kollektiven Aktionen für mehr Gleichberechtigung teilzunehmen. Beim feindlichen Sexismus ist das anders! Der macht eher wütend und erhöht die Bereitschaft.

Das heißt, wohlwollender Sexismus lullt ein?
Genau.

Warum machen Frauen sich selbst mundtot?
Weil sich Wohlwollen wie eine Belohnung anfühlt. Das ist das Gefährliche. In einer Studie haben Forscher zum Beispiel nachgewiesen, dass Frauen im Lösen von Denkaufgaben schlechter abschneiden, wenn sie vorher mit wohlwollendem Sexismus konfrontiert wurden. Das aktiviert die schon erwähnten Stereotype: Frauen sind nett aber nicht kompetent. Das beeinflusst die Frauen unbewusst und ihre Leistung nimmt ab.

In ihrer Forschungsarbeit schreiben Sie, dass Frauen Sexismus auch zustimmen, um dazuzugehören.
Es gibt eine andere Studie, in der Frauen mit folgendem Szenario konfrontiert werden: Sie sitzen in einem Raum mit Männern und einer macht einen sexistischen  Kommentar. Die Frauen werden gefragt: Was würdest du machen? 80 Prozent geben an, dass sie sich sofort wehren und den Mann auf sein unangemessenes Verhalten hinweisen würden. Das gleiche Szenario wurde dann tatsächlich hergestellt – und nur 15 Prozent der Frauen haben sich gewehrt. Genau das ist die Ursache, warum Sexismus nicht verschwindet: Die wenigstens sagen etwas dagegen, obwohl sie sich unwohl fühlen. Viele Frauen haben Angst, bei Kritik als kompliziert oder humorlos zu gelten. Sich gegen Sexismus auszusprechen, wird bis heute sozial sanktioniert. Sich als Feministin zu outen ebenso.

Erleben wir derzeit einen Backlash in Sachen Sexismus?
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich um einen Backlash handelt oder ob Sexismus immer latent da war. Ich glaube, dass Feministinnen oder eigentlich alle selbst bewussten Frauen oft übersehen, was beim Rest der Gesellschaft außerhalb ihres Milieus los ist.

Ernten Sie denn auch Kritik für Ihre Forschungsarbeit?
Ja, sogar häufig. Besonders wohlwollender Sexismus ist kein prominentes Forschungsgebiet. Viele sagen: Sexismus spielt für Frauen heute keine Rolle mehr. Oder: Heute werden Männer diskriminiert, zum Beispiel durch Frauen-Quoten.

Sie beschäftigen sich ja auch mit Auswegen aus dieser Sexismus-Falle. Wo sind die?
Besonders subtiler und wohlwollender Sexismus wirkt auf viele Frauen und Männer gar nicht sexistisch. Dagegen hilft eine stärkere Sensibilisierung. Auch von Frauen. Aufklärung ist wichtig. An Schulen gibt es Projekte für Integration und gegen Gewalt. Warum nicht gegen Sexismus? Kinder sollten schon früh lernen, wie negativ die Konsequenzen sind. Ich habe einmal Studentinnen Tagebücher ausgehändigt, in denen sie eine Zeit lang sexistische Erfahrungen notieren sollten. Das hat sie nicht nur für das Thema sensibilisiert. Sie haben sexistischen Äußerungen danach auch weniger zugestimmt.

Und auf der individuellen Ebene?
Alltägliche Verhaltens- und Denkweisen hinterfragen! Ist das sexistisch gewesen? Wenn eine Frau diese Frage mit „Ja!“ beantwortet, würde ich ihr dazu raten, sofort zu reagieren. Zu sagen: Das passt mir nicht! Oder nachzufragen: Wie hast du das denn gemeint? Humor ist auch immer gut. Frauen neigen dazu, in dem Moment selbst nichts zu sagen – und danach die ganze Zeit darüber nachzudenken. Es gibt nur einen Weg, dieses Nachgrübeln zu unterbinden: Sofort reagieren. Das hat sogar positive Effekte! Meine Untersuchungen haben nämlich auch gezeigt, dass Frauen so auf andere aufrichtiger, cleverer und sozial kompetenter wirken. Auch auf Männer.

EMMA Frühling 2011 - Das Gespräch führte Alexandra Eul.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/sexismus/netter-sexismus/


Feminism is the radical notion that women are people.
« Letzte Änderung: 15. Februar 2012, 14:28:28 von Efeu » Gespeichert

neophyte


Beiträge: 21


« Antworten #10 am: 04. Februar 2012, 14:49:53 »

2008 hatte die damalige Frauenministerin ein Gutachten in Auftrag gegeben: Welche Gesetze verhindern die Gleichstellung? Jetzt liegt die 226-Seiten-Expertise vor – aber die interessiert die aktuelle Frauenministerin nicht.

...

Die Bilanz der ExpertInnen fiel, wie befürchtet, kritisch aus: „Der Mangel an Konsistenz führt dazu, dass gleichzeitig Anreize für ganz unterschiedliche Lebensmodelle gesetzt werden oder dass oft die Unterstützung in der einen Lebensphase abbricht oder in eine andere Richtung weist“, rügt die Kommission. Es besteht also, wie es in der Politik so schön heißt, Handlungsbedarf.

Zensuschi von den Laien, die charakterblonde aber ambitionierte künftige Bundesmerkel als Vorbild für das Streben der Frauen nach Emanzipation und Freiheit … das war jetzt ein Witz, oder?

Das mit den widersprüchlichen Gesetzen ein klassisches Überregulierungsphänomen. Je mehr Gesetze es gibt (und es werden ja immer mehr neu gemacht als alte aufgehoben), desto mehr Inkonsistenzen finden sich darin. Einfach weil Regierungsmehrheiten einfach durch Zeitablauf wechseln. Das ist in Rechtsbereichen mit hoher legislativer Aktivität (Steuerrecht, Sozialrecht) sogar besonders deutlich zu erkennen.

In den Griff bekommt man das eigentlich nur, wenn für neue Gesetze alte aufgelöst werden müssten und Gesetze Verfallsdaten hätten, vor deren Ablauf sie überarbeitet und nochmals (befristet) verlängert werden müssen oder eben ersatzlos wegfallen würden. Für ein Gesetz ohne Frist (sagen wir standardweise 2/4/6 Jahre) bräuchte es dann eine besondere, schwer zu erlangende Mehrheit (sagen wir z.B. 2/3 wie für Grundgesetzänderungen) oder einen Volksentscheid.
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pjotr


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« Antworten #11 am: 10. Februar 2012, 12:12:29 »

Zum Thema Emanzipation ein lesenswerter Text von Ulrike Meinhof, 1968 war sie noch Chefredakteurin bei der Zeitschrift "Konkret".
Falsches Bewußtsein: http://zinelibrary.info/files/Ulrike%20Meinhof%201968%20-%20%20Falsches%20Bewusstsein.pdf
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Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt.
-Karl Kraus-
Efeu
Erdling


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« Antworten #12 am: 08. März 2012, 11:05:10 »

Unbedingt empfehlenswerte Doku (kam gestern Abend auf arte):

http://videos.arte.tv/de/videos/die_herrschaft_der_maenner-6449552.html

Zitat
Die Herrschaft der Männer

Am 6. Dezember 1989 betritt ein Mann die École Polytechnique in Montreal. Er dringt in einen Hörsaal ein, zieht eine Waffe, befiehlt den jungen Männern, den Saal zu verlassen, und kündigt an, alle anwesenden Frauen zu erschießen - im Namen seines Hasses auf die Frauen und vor allem auf die Feministinnen. Dann setzt er seine Jagd auf Frauen in den Korridoren der Hochschule fort und tötet 14 Studentinnen. Danach verübt er Selbstmord. Der von ihm hinterlassene Brief ist Zeugnis seines Hasses auf die Frauen, die den Platz der Männer in der Gesellschaft einnehmen.

Ausgehend von diesem Extremfall, untersucht der Dokumentarfilm die vielfältigen Erscheinungsformen von Frauenfeindlichkeit in der westlichen Welt. Dabei zeichnet sich ein kulturelles Kontinuum ab, das vom Bild der Frau in der Werbung bis zu körperlicher Gewalt, von der frühen Vermittlung von Geschlechterrollen durch Spielzeug bis zur Diskriminierung am Arbeitsplatz reicht. Kaum zu glauben, dass im 21. Jahrhundert Männer die Rückkehr zu den uralten Werten des Patriarchats fordern, denen zufolge Frauen an den Herd und Männer an die Macht gehören. Erstaunlich auch, dass gebildete junge Frauen einen "dominanten Partner" suchen.

Diese Tendenzen mögen auf den ersten Blick randständig erscheinen. Doch der Dokumentarfilm belegt, dass sich hinter der Illusion von der Gleichheit der Geschlechter ein Abgrund an täglichen Ungerechtigkeiten auftut. Solange Kinder in Geschlechterstereotypen erzogen werden, setzt sich wie selbstverständlich eine frauenfeindliche Ungerechtigkeit fort. Aus dem allgemeinen Gefühl heraus, das Geschlechterproblem sei gelöst, werden die Langsamkeit der Fortschritte und die Vielzahl der Rückschläge kaum wahrgenommen.
« Letzte Änderung: 08. März 2012, 11:13:43 von Efeu » Gespeichert

Efeu
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« Antworten #13 am: 21. März 2012, 16:58:27 »

Zitat
Amina Filali, eine 16-jährige, die vergewaltigt, misshandelt und zur Heirat mit ihrem Vergewaltiger gezwungen wurde, nahm sich das Leben, weil Marokkos Strafgesetzbuch es Vergewaltigern ermöglicht, ihre minderjährigen Opfer zu heiraten. Setzen wir dieser Schande ein Ende -- gemeinsam können wir die Regierung dazu drängen, ihr Versprechen auf Gesetzesreformen, die Gewalt gegen Frauen beenden, einzulösen. Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie es weiter:

http://www.avaaz.org/de/forced_to_marry_her_rapist_b/?cl=1676395333&v=13328

Vor wenigen Tagen nahm sich die 16-jährige Amina Filali das Leben, nachdem sie vergewaltigt, misshandelt und zur Heirat mit ihrem Vergewaltiger gezwungen worden war -- es war für sie der einzige Ausweg aus einer Falle, in die sie der Täter und das Gesetz gebracht hatten. Wenn wir jetzt handeln können wir verhindern, dass sich solch eine unbeschreibliche Tragödie wiederholt.

Artikel 475 des marokkanischen Strafgesetzbuches erlaubt es Vergewaltigern, einer Klage und einem langen Gefängnisaufenthalt zu entkommen, indem sie ihr Opfer heiraten, selbst dann, wenn sie noch minderjährig ist. Seit 2006 verspricht die Regierung, diesen Umstand zu ändern und ein Gesetz zu schaffen, das Gewalt gegen Frauen verbietet, doch noch immer hat sich nichts getan.

Hunderte marokkanische Demonstranten gehen auf die Straße und fordern Reformen; jetzt stehen der Premier und weitere Minister, die für Gesetzesvorschläge zuständig sind, unter Zugzwang. Auch die internationalen Medien haben die Geschichte aufgegriffen. Wenn wir den Druck noch erhöhen können wir wahren Fortschritt erreichen. Unterzeichnen Sie die Petition für ein umfassendes Gesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt und die Abschaffung von Artikel 475. Sobald wir 250.000 Unterschriften erreichen überreichen wir die Petition gemeinsam mit Frauengruppen vor Ort direkt an die Entscheidungsträger.

http://www.avaaz.org/de/forced_to_marry_her_rapist_b/?vl

Als Amina brutal vergewaltigt wurde erstattete ihre Familie in ihrer Heimatstadt Anzeige. Doch anstatt den Vergewaltiger strafrechtlich zu verfolgen gab ihm das Gericht die Option, sein Opfer zu heiraten -- und Aminas Familie willigte ein.

Angesichts des globalen Aufschreis der Empörung hat die Regierung eine Mitteilung veröffentlicht, die besagt, dass die Beziehung auf gegenseitigem Einverständnis beruhte, doch diese Geschichte ist nicht belegt. Unsere Partner in Marokko sagen, es handele sich um einen typischen Versuch der Regierung, dem Opfer die Schuld zuzuweisen und das Problem weißzuwaschen -- während das Gesetz bestehen bleibt. Umso notwendiger ist es jetzt, Artikel 475 beseitigen. Frauenrechtler in Marokko kämpfen schon lange gegen diesen Artikel und es ist an der Zeit, dass das Gesetz diese erbärmliche Tradition klar ablehnt und für den Schutz von Frauen sorgt.

Entrüstete Marokkanerinnen und Marokkaner überfluten die sozialen Netzwerke und Straßen mit Protest. Hunderte Frauen organisierten diese Woche Sit-ins for dem Gericht von Larache und dem Parlament. Schließen wir uns dem Ruf an -- Gesetze sollten Frauenrechte schützen, nicht auf ihnen herumtrampeln:

http://www.avaaz.org/de/forced_to_marry_her_rapist_b/?vl

Immer wieder nutzen wir als Avaaz-Mitglieder unsere kollektive Kraft um uns weltweit zusammenzuschließen und für eine bessere Welt einzutreten -- stehen wir heute mit Amina Filali und dem Vermächtnis der Hoffnung, das ihre Geschichte hinterlassen muss.

In dieser Hoffnung,

Dalia, Carol, Emma, Rewan, Ricken, Luis, Antonia und das ganze Avaaz-Team

Weitere Informationen:

Demonstrationen gegen Vergewaltiger-Gesetz (Der Standard)
http://derstandard.at/1331780071183/Demonstrationen-gegen-Vergewaltiger-Gesetz

Eheschließung mit Vergewaltiger: Marokkanerin begeht nach Zwangsheirat Selbstmord (Focus)
http://www.focus.de/panorama/welt/eheschliessung-mit-vergewaltiger-marokkanerin-begeht-nach-zwangsheirat-selbstmord_aid_724188.html

Selbstmord nach Zwangsehe: Proteste in Marokko (Frankfurter Neue Presse)
http://www.fnp.de/fnp/nachrichten/politik/selbstmord-nach-zwangsehe-proteste-in-marokko_rmn01.c.9695696.de.html

Marokko stellt härteres Vorgehen gegen Vergewaltigungs-Ehen in Aussicht (Al Jazeera, auf englisch)
http://www.aljazeera.com/news/africa/2012/03/20123171132404140.html

Marokko: Aminas Eltern widersprechen offiziellem Bericht, beteuern Tochter wurde vergewaltigt (Al Arabiya, auf Englisch)
http://english.alarabiya.net/articles/2012/03/17/201337.html

Global Rights-Bericht über Gewalt gegen Frauen in Marokko (auf Englisch)
http://www.globalrights.org/site/DocServer/2011-10-14_Final_Shadow_Report_to_CAT.pdf?docID=12983

Facebook-Gruppe
https://www.facebook.com/groups/188082354639954/
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« Antworten #14 am: 13. April 2012, 13:42:00 »

Zitat
Keine Gefängnisstrafe für Verhütung

Der honduranische Kongress entscheidet bald über eine Gesetzesvorlage, die die Nutzung der "Pille danach" unter Gefängnisstrafe stellen würde -- selbst für Opfer sexueller Gewalttaten. Doch die Regierung ist daran interessiert, ihr internationales Image aufzupolieren. Unsere weltweite Welle des Protests kann der religiösen und Militär-Lobby die Stirn bieten und diesen Angriff auf Frauen aufhalten. Unterzeichnen Sie die Petition an den honduranischen Kongress, und erzählen Sie auch anderen davon:

http://www.avaaz.org/de/no_prison_for_contraception_global/?cl=1724124998&v=13640

Honduras könnte jeden Moment ein extremistisches Gesetz verabschieden, das Teenager ins Gefängnis stecken würde, wenn sie nach einer Vergewaltigung die "Pille danach" benutzen. Wir können dieses Gesetz aufhalten und Frauen die Möglichkeit geben, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern.

Einige Kongressabgeordnete stimmen zu, dass dieses Gesetz -- unter dem sich auch Ärzte oder jeder, der die "Pille danach" verkauft, strafbar machen würde -- zu weit geht, doch sie beugen sich der mächtigen Kirchenlobby die hinter dem Gesetz steht. Diese Lobby behauptet fälschlicherweise, dass die “Pille danach” einer Abtreibung gleichkommt. Nur der Vorstand des Kongresses der für die Präsidentschaft kandidieren will und auf seinen Ruf im Ausland bedacht ist, kann dem ein Ende setzen. Indem wir ihn unter Druck setzen, können wir dieses reaktionäre Gesetz begraben.

Die Abstimmung könnte jeden Moment stattfinden -- zeigen wir Honduras, dass die Welt nicht einfach zusehen wird, wenn Frauen für das Verhindern ungewollter Schwangerschaften, selbst nach sexuellen Gewalttaten, verurteilt werden. Unterzeichnen Sie die dringende Petition für die Rechte der Frauen an den Präsidenten des honduranischen Kongresses. Avaaz wird mit Frauengruppen vor Ort zusammenarbeiten, um die Stimmen der Welt direkt zu überbringen:

http://www.avaaz.org/de/no_prison_for_contraception_global/?vl

Lateinamerika hat bereits zu viele Gesetze, die Frauenrechte beschneiden. Einige Länder, Honduras eingeschlossen, haben die "Pille danach" schon verboten. Doch wenn dieses neue Gesetz verabschiedet wird, wäre Honduras das einzige Land, das den Verkauf der “Pille danach” mit einer Gefängnisstrafe belegen würde. Jeder, der die Pille verkauft oder benutzt oder Informationen über sie verteilt -- ob Teenager, Vergewaltigungsopfer oder Ärzte -- könnte im Gefängnis landen.

Der Kongress hatte diese drakonische Maßnahme bereits im April 2009 verabschiedet, doch nur einen Monat später beugte sich Ex-Präsident José Manuel Zelaya dem Druck von Aktivisten und legte ein Veto ein. Dann fiel er nur Wochen später einem Putsch zum Opfer und seitdem hat das neue Regime das Gesetz zurück zu einer Abstimmung gezwungen.

Wir haben nicht viel Zeit, aber wir können diese fürchterliche Gesetzesvorlage stoppen. Der Kongress obliegt in diesem Fall die letzte Entscheidung und die Regierung will ihren bereits beschädigten Ruf international nicht riskieren. Machen wir dem Präsidenten des Kongresses deutlich, dass wir nicht zusehen werden, wie Honduras zu dem für Frauen repressivsten Land der Region gemacht wird. Unterzeichnen Sie die dringende Petition jetzt und erzählen Sie Ihren Freunden und Bekannten davon::

http://www.avaaz.org/de/no_prison_for_contraception_global/?vl

Notfallverhütung ist wichtig für Frauen überall auf der Welt, doch insbesondere dort, wo es viel sexuelle Gewalt gegen Frauen gibt, wo ungewollte Schwangerschaften häufig und der Zugang zu regulären Verhütungsmitteln begrenzt ist. Unterstützen wir die Frauen von Honduras und helfen wir ihnen, dieses Gesetz aufzuhalten.

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Alex, Laura, Alice, Emma, Maria Paz, David, Ricken, Emily und das ganze Avaaz team

WEITERE INFORMATIONEN

Blanca Dole über das Verbot von Notfallverhütungsmitteln in Honduras (Mädchenblog)
http://maedchenblog.blogsport.de/2011/01/17/blanca-dole-ueber-das-verbot-von-notfallverhuetungsmitteln-in-honduras/

Oberster Gerichtshof von Honduras bestätigt absolutes Verbot von Notfallverhütung (ReproRights, auf Englisch):
http://reproductiverights.org/en/press-room/honduras-supreme-court-upholds-absolute-ban-on-emergency-contraception-opens-door-to-crim

Honduras hat das weitreichendste Verbot von Verhütungsmitteln (RH Reality Check, auf Englisch):
http://www.rhrealitycheck.org/article/2012/02/14/honduran-supreme-court-upholds-complete-ban-on-emergency-contraception-0

Frauenrechte in Gefahr nach Putsch in Honduras (LatinoPolitics, auf Englisch):
http://latinopoliticsblog.com/2009/11/16/women%E2%80%99s-rights-reproductive-freedoms-under-attack-with-honduran-coup/

Rechtlicher Status von Notfallverhütung in Lateinamerika (Hevia M., auf Englisch):
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22088410

Notfallverhütung in Amerika (Pan American Health Organization, auf Englisch):
www.paho.org/english/ad/ge/emergencycontraception.PDF
« Letzte Änderung: 13. April 2012, 13:44:43 von Efeu » Gespeichert

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« Antworten #15 am: 08. Mai 2012, 12:26:21 »

Warum Schröders Selbstbestimmung keine ist

 von Isquierda   @ 2012-05-03  – 19:59:04   

Ich sollte dieses Buch lesen, aber ich habe keine Lust drauf. Es gibt interessantere Bücher. Wenn ich aber alles richtig verstanden habe, was dazu vorbeigeflogen ist, dann geht es Kristina wohl um Selbstbestimmung und die hängt ihrer Meinung nach von Rollendiktaten ab.

Nun isses aber so, dass nicht die Rollendiktate, wessen auch immer und welche auch immer, den Weg einer Frau und eines Mannes vorzeichnen, sondern der Gesetzgeber. Sobald eine Frau ein Kind bekommt, wird sie Mutter - ohne Nachfrage und Widerspruchsrecht - und sie geht in den Mutterschutz. Da is nichts mit Wahlfreiheit. Sie kann sich weder entscheiden, das Kind zu entbinden und keine Mutter zu werden und sie kann sich nicht entscheiden, nicht in den Mutterschutz zu gehen. Der Vater kann sich auch nicht entscheiden, ebenfalls in den Mutterschutz zu gehen oder wenigstens auf ein vollbezahltes Beschäftigungsverbot pochen ...

Quelle: Isis-Welt

Erklärung des Frauenverbandes Courage zum neuen Buch von Kristina Schröder, 6.5.12:

"Im Schreiben ist sie fix, für die Frauen tut sie nix!"

Viele Frauen wünschten sich, Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder würde sich für die Belange der Frauen ebenso rührig zeigen wie beim Schreiben ihres neuen Buches „Danke, emanzipiert sind wir selber! Abschied vom Diktat der Rollenbilder“.

Es ist wohl gerade die wachsende Kritik an ihrer frauen- und familienfeindlichen Politik, die sie zu diesem Buch bewogen hat. Dabei versucht sie sich als „junge“ kompetente Frauenpolitikerin darzustellen. Tatsächlich rechtfertigt sie nur etwas geschickter ihre reaktionäre Frauenpolitik und Angriffe auf die Frauenbewegung. Sie gesteht zu, dass der „Feminismus“ einst „Motor des Fortschritts“ war, aber nur um ihn und damit vor allem die Frauenbewegung als inzwischen „überholt“ zu degradieren. Schröder wirft den „Feministen“ vor, die „traditionellen“ durch „feministische Rollenleitbilder“ zu ersetzen, die die Frauen heute genauso „bevormunden“ würden. Das ist gerade zu lächerlich, ist es doch bis heute vor allem die Frauenbewegung, die überkommene Traditionen, Moralvorstellungen und Rollenklischees bekämpft wie z.B., dass Frauen einer bestimmten Schönheitsnorm entsprechen müssen ...

Quelle: Frauenverband Courage
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
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« Antworten #16 am: 06. Juli 2012, 21:00:09 »

Zitat
Wie ein Vergewaltigungsopfer Afghanistan verändern könnte

Nachdem sie von der afghanischen Polizei entführt, vergewaltigt und gefoltert wurde, kämpft die 18-jährige Lal Bibi gegen die Straffreiheit für Polizisten und den kulturellen Druck, Selbstmord zu begehen. Staatsanwälte haben ihre Vergewaltiger bislang nicht vor Gericht gebracht. Geberländer sind gerade dabei, Milliarden an Afghanistan zu überweisen -- weltweiter Protest könnte sie dazu bringen, ihren Einfluss zu nutzen, um konkrete Fortschritte für Lal Bibi und alle Frauen Afghanistans durchzusetzen. Unterzeichnen Sie die Petition:

https://secure.avaaz.org/de/gerechtigkeit_fuer_lal_bibi/?beDQCcb&v=15816

Die 18-Jährige Lal Bibi wurde von einer Bande mächtiger afghanischer Polizisten entführt, vergewaltigt und fünf Tage lang gefesselt. Doch Sie wehrt sich und tut, was Frauen in Afghanistan eigentlich untersagt ist -- gemeinsam können wir ihr helfen und Gerechtigkeit für alle Frauen in Afghanistan erlangen.

Gemäß tief verwurzelter kultureller Gepflogenheiten wurde Lal Bibi "entehrt" und müsste Selbstmord begehen -- es sei denn, ihre Vergewaltiger werden verurteilt, um ihre Ehre und Würde wiederherzustellen. Afghanistans Justizsystem versagt routinemäßig, diese Fälle vor Gericht zu bringen. Bisher wurden die Hauptverdächtigen in Lal Bibis Fall nicht strafrechtlich verfolgt, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass die internationale Aufmerksamkeit nachlässt. Jeder Tag, der ohne eine Verhaftung vergeht, rückt Lal Bibi näher an den Selbstmord -- aber es gibt Hoffnung.

Dieses Wochenende treffen sich die USA, Deutschland, Japan und andere wichtige Geberländer und werden voraussichtlich 4 Milliarden für Afghanistan bereitstellen -- Geld, das auch für die Bezahlung der für die Vergewaltigung von Lal Bibi verantwortlichen Polizeikräfte eingesetzt wird. Ein weltweiter Protestruf könnte die Geber bloßstellen und zwingen, ihre Hilfszahlungen von konkreten Schritten zur Bekämpfung von Vergewaltigung und zum Schutz von Frauen abhängig zu machen. Es bleibt nicht viel Zeit -- klicken Sie hier und unterzeichnen sie die Petition zur Rettung Lal Bibis und unsere Unterschriften werden direkt an der Geberkonferenz in Tokio übergeben:

https://secure.avaaz.org/de/gerechtigkeit_fuer_lal_bibi/?beDQCcb&v=15816

Lokales Brauchtum in einigen Gegenden Afghanistans besagt, dass Frauen durch eine Vergewaltigung Schande auf ihre Familie bringen und Selbstmord begehen müssen, um die Familienehre für zukünftige Generationen wiederherzustellen. Erstaunlicherweise versuchen Lal Bibi und ihre Familie in einem mutigen Schritt, ihr Leben zu retten, indem sie die Verurteilung ihrer Folterer verlangen und die Schande bei den Tätern suchen.

Der Teil der afghanischen Polizei, der für die Vergewaltigung verantwortlich ist, ist abhängig von Geldern ausländischer Geber, die an diesem Wochenende bei einem Treffen aller großer Geberländer in Tokyo zugesagt werden sollen. Diese Länder können und sollten darauf bestehen, dass diese Gelder nicht dazu benutzt werden, eine Polizei zu vergrößern, die in schrecklicher Straflosigkeit handelt.

In Afghanistan gibt es Hunderte Frauen und Mädchen, die ähnlicher “Stammesjustiz” ausgesetzt sind wie Lal Bibi. Und Tausende beobachten genau, wie die Regierung Afghanistans und die Welt auf das Schicksal eines Mädchens reagiert, das sich zur Wehr setzt und sich weigert, still den Freitod zu wählen. Stehen wir an ihrer Seite -- unterzeichnen Sie jetzt:

https://secure.avaaz.org/de/gerechtigkeit_fuer_lal_bibi/?beDQCcb&v=15816

Der weltweite Angriff auf Frauenrechte kennt keine Gnade. Doch immer wieder schließt sich unser Netzwerk zusammen, um Erfolge zu erzielen. Gemeinsam halfen wir, die illegale Steinigung von Sakineh Ashtiani im Iran aufzuhalten und Gerechtigkeit für Überlebende von Vergewaltigungen in Libyen, Marokko und Honduras zu erzielen. Zeigen wir erneut den globalen Muskel unseres Netzwerks um für Lal Bibi und Millionen Frauen in Afghanistan Gerechtigkeit zu fordern.

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Dalia, Emma, Alaphia, Ricken, Laura, Antonia und das ganze Avaaz-Team

P.S. Avaaz hat eine Bürgerpetitionen-Seite lanciert -- eine aufregende neue Plattform, auf der Sie schnell und einfach eigene Kampagnen starten können. Starten Sie Ihre eigene, indem Sie hier klicken:http://www.avaaz.org/de/petition/start_a_petition/?do.ps.lal_bibi

Weitere Informationen:

Vergewaltigungsfall testet Afghanistans Justiz (Radio Free Europe - auf Englisch)
http://www.rferl.org/content/rape-case-tests-afghan-justice/24604549.html

Afghanistan lässt die Frauen im Stich (20 Minuten)
http://www.20min.ch/ausland/news/story/16256399

Afghanischer Vergewaltigungsfall rückt lokale Polizei ins Zentrum (New York Times - auf Englisch)
http://www.nytimes.com/2012/06/28/world/asia/afghan-rape-case-turns-focus-on-local-police.html?pagewanted=all

Präsident Karzei wird bei Geberkonferenz in Tokio um Hilfe bitten (Der Standard)
http://derstandard.at/1339639708432/Karzai-Kabul-braucht-ab-2015-39-Milliarden-Dollar-pro-Jahr

Deklaration von Tokio wird Afghanistan dazu zwingen, Hilfsgelder besser zu nutzen (Reuters - auf Englisch)
http://www.reuters.com/article/2012/07/02/us-afghanistan-aid-idUSBRE8610CL20120702
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Dearhunter


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« Antworten #17 am: 07. Juli 2012, 02:22:57 »

Es gibt perverserweise eine Alternative zum Suizid:

Der Vergewaltiger hat das Recht und die Pflicht, die Vergewaltigte zu heiraten, die Vergewaltigte hat das Recht und die Pflicht, das anzunehmen.
Suizid ist eine sehr große Sünde im Islam, das ist eher kulturell als religös .. aber OK, genau trennen kann man das nicht.

DH
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jobnomade


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« Antworten #18 am: 07. Juli 2012, 08:06:35 »

Das ist in Indien und Pakistan genauso schlimm, aber darüber hört man von all den westlichen Menschenrechtsorganisationen kaum was, weil die politisch und religiös genehm sind.

Ach und hier noch der Kommentar der Mudschaheddin zum Fall:
http://www.shahamat-english.com/index.php?option=com_content&view=article&id=19595:the-crucial-responsibility-of-the-nation-towards-the-chaste-afghan-women&catid=2:comments&Itemid=3
Zitat
In this dark period of American occupation and in complete disagreement of our Islamic and national customs and culture, women are intentionally being pushed towards ignorance; are having to face inhumane conditions under the name of democracy; are being oppressed by unconstrained militias who work under the shadow of the invaders; are being kidnapped; are made to cry day and night due to barbarism and cruelty; they burn themselves up to a stage where their screams are heard throughout the world and even tough it is being maliciously used by the media, still no one bothers asking about them. Surely to Allah we belong and to him is the return.


Das ist natürlich stark übertrieben, aber lässt schon durchscheinen, welche Spitzenarbeit die deutschen Polizeiausbilder in Afghanistan geleistet haben  Roll Eyes

Den wikipedia - Artikel kann man vergessen, (c) 95% CIA.
« Letzte Änderung: 07. Juli 2012, 08:26:11 von jobnomade » Gespeichert

Searching each day for the answers  Watching our hopes disappear.
Set on a course for disaster  Living our lives in fear.
Our leaders leave us in confusion.  For them there's only one solution.
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« Antworten #19 am: 07. Juli 2012, 14:42:50 »

Es gibt doch immer noch Steigerungen. Oder ... nur wenige Berichte können einen noch wirklich treffen, man ist da wohl auch etwas abgestumpft. OK .. ich bin da wohl etwas abgestumpft. Dennoch in dem Zusammenhang etwas, was mir tierisch an die Nieren ging und immer noch geht, wenn ich konkret drüber nachdenke, habe ich konkrete Bilder im Kopf, die mich durchaus sehr belasten.

Aus dem Bereich und aus der gegend, etwas länger her: Ein 13-jähriges Mädchen wird von 3 oder 4 Männern einen ganzen Tag lang vergewaltigt und sexuell missbraucht. Sie bringt es zur Anzeige. Ergebnis; Den Männern passiert nix.

DAS ist ja schon fast üblich ... wo ist die Steigerung, fragt ihr euch?

Das Mädchen wird wegen vorehelichem Sex zur Steinigung verurteilt und das Urteil wird vollstreckt.

Schwache Nerven nicht weiterlesen.

Die Person wird eingegraben, nur der Kopf ist zu sehen. Die Steine dürfnen nicht zu groß sein, denn dann geht es zu schnell ...


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« Antworten #20 am: 09. Juli 2012, 14:44:27 »

Der Vergewaltiger hat das Recht und die Pflicht, die Vergewaltigte zu heiraten, die Vergewaltigte hat das Recht und die Pflicht, das anzunehmen.

Sowas ist einfach unfassbar im Jahre 2012... manchmal wünschte ich, dass man mit der gleichen kritischen, ja fast arroganten Sichtweise, mit der man heute auf die "Vergangenheit" blickt (achtet nur mal auf den "Grundtenor" der Sprecher in einer x-beliebigen Geschichts-Dokusendung) mal die eigene, aktuelle (!) Gegenwart beleuchten würde. Zu jeder Zeit haben die meisten Menschen doch gedacht, sie würden in einer "modernen" oder "aufgeklärten" oder "fortschrittlichen" Zeit leben. Sehe das irgendwie anders...


Zitat
Typisch Junge - typisch Mädchen?
Kinder haben ein starkes Bedürfnis, sich mit ihrer Geschlechtsidentität auseinanderzusetzen. [...] Bereits im Kleinkindalter bekommen Kinder einen Eindruck davon, dass die Welt in männlich und weiblich eingeteilt ist, noch bevor sie den eigentlichen Unterschied selbst kennen. Kleidung, Farben, Spielsachen und Sprache zeigen dem Kind: Es muss wohl eine enorm wichtige Rolle spielen, ob man ein Junge oder ein Mädchen ist. [...] Die Kinder glauben ganz genau zu wissen, wie Jungen und Mädchen sich verhalten müssen, was sie können und was sie dürfen.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/836254_Typisch-Junge-typisch-Maedchen.html


http://idogiveadamn.blogspot.de/2011/08/sexismus-und-tiere-essen-2.html

Zitat
Transsexualität: Im Zweifel gegen das Kind

Alex aus Berlin wurde als Junge geboren. Mit zweieinhalb Jahren beschloss er, ein Mädchen zu sein. Seitdem streiten Eltern, Psychologen, Ämter und Gerichte darüber, ob das überhaupt sein darf.
[...]
Mit zweieinhalb habe das Kind zum ersten Mal gesagt, es sei ein Mädchen. „Ich habe das korrigiert und bin strenger geworden“, sagt die Mutter. Sie habe begonnen, Mädchenspielzeug und -kleidung zu verbieten. Mit vier habe sie Alex die Haare ganz kurz geschnitten. Damals sei Alex immer stiller geworden. Sie konsultierte eine Psychologin. Die habe ihr geraten, dem Kind zu erlauben, so zu sein, wie es möchte. „Nach einiger Zeit hatte ich wieder ein fröhliches Kind.“

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/transsexualitaet-im-zweifel-gegen-das-kind,10809148,16127978,item,0.html



Zitat
Rollenbilder: Mädchen sollen harmlose Prinzessinnen sein

Sei süß, sei lieb, sei rosa: Prinzessin Lillifee & Co. zementieren die Rollenbilder von gestern. In ihrem Erfolg zeigt sich ein neuer Konservatismus.

Das Selbstwertgefühl vieler Mädchen hängt immer stärker von ihrem Aussehen ab.

Natasha Walter geht in ihrem Buch "Living Dolls" kritisch auf den Einfluss der Spielzeugindustrie auf die Entwicklung von Mädchen und Jungen ein. Sie diagnostiziert eine Rückkehr zu "mittelalterlichen Werten".

http://www.tagesspiegel.de/kultur/rollenbilder-maedchen-sollen-harmlose-prinzessinnen-sein/4557398.html



Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung wünscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation. Die britische Publizistin Natasha Walter hat viele junge Frauen nach ihrem Selbstverständnis befragt. Die Antworten sind erschreckend. Zwar glauben die meisten Frauen, sie hätten ihr Leben und ihre Sexualität selbstbestimmt im Griff, in Wirklichkeit aber reduzieren sie sich immer mehr auf ihr Äußeres und sehen allein ihre Attraktivität als Schlüssel zum persönlichen Erfolg. Auf dieses Lolita-Schema werden die Mädchen schon in frühen Jahren festgelegt. Es gibt fast nur noch rosa Spielzeug für kleine Mädchen, süße "Prinzessinnen" tragen Miniröcke, hochhackige Schuhe und Lippenstift. Junge intelligente Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten lassen sich in Casting Shows öffentlich demütigen. Natasha Walters kritische Bestandsaufnahme schockiert, rüttelt wach und macht eine Auseinandersetzung mit diesem wieder erstarkenden aggressiven Sexismus unabdingbar.

http://www.perlentaucher.de/buch/natasha-walter/living-dolls.html
http://www.fischerverlage.de/buch/Living_Dolls/9783810523778



Die Rückkehr des Sexismus: Frauenquälen für die ganze Familie

Sexismus, so glaubte man, ist heute kein Problem mehr. Doch das ist ein Irrtum. Der Unterschied zu früher: Viele Frauen machen bereitwillig mit.
[...]
Antreten zur Demütigung: Casting zur 5. Staffel von „Germany's next Topmodel”. [...] Andere Castingshows sind nicht nachsichtiger mit ihrem Personal, das fast immer weiblich ist. Im „Sommermädchen 2009“, ebenfalls ein Pro-Sieben-Einfall, waren die Kandidatinnen fast ausschließlich im Bikini zu sehen; wer ausschied, wurde vom Juror ins Wasser gestoßen. Die RTL-Konkurrenz „Mission Hollywood“ mit Til Schweiger demonstrierte, wie Julia Voss in der F.A.Z. schrieb, den „Aufstieg von sexueller Belästigung zum Unterhaltungsgenre“. Nacheinander sollten die Kandidatinnen den Striptease aus „9 1/2 Wochen“, den gespielten Orgasmus aus „Harry und Sally“ und den Frauenkuss aus „Eiskalte Engel“ vorführen. Ein Schauspielschüler hätte demnach einzig die Apfelkuchen-Penetration aus „American Pie“ nachspielen dürfen, aber mit Männern werden solche Shows ja kaum gemacht.

Lebendige Puppen
Von den Castingshows, kritisiert Natasha Walter, lernten Frauen, das Aussehen und das Verhalten anderer Frauen permanent zu bewerten - und sie erlebten, dass jene, die dem vermeintlich objektiven Anspruch an weibliche Attraktivität nicht genügen, aussortiert werden. Ein gesundes Selbstbild entsteht so nicht. Laut der „Bravo“-Studie 2009 sind nur noch 56 Prozent der befragten Mädchen zwischen elf und 17 Jahren mit ihrem Aussehen zufrieden und nur 54 Prozent mit ihrem Gewicht.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/die-rueckkehr-des-sexismus-frauenquaelen-fuer-die-ganze-familie-1606051.html


If you think women are the weaker sex, try pulling the blankets back to your side.

Women will never be equal to men until they can walk down the street with a bald head and a beer gut, and still think they are sexy.



Thread zum frauenfeindlichen Roman "Shades of Grey":
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=25798.0
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2012, 18:57:44 von Efeu » Gespeichert

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« Antworten #21 am: 02. Oktober 2012, 14:25:12 »

Zitat
Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest 2012 - Helfer stoßen an ihre Grenzen

[...]Eine Vergewaltigung wurde bisher bei der Polizei angezeigt. Gleich am ersten Wochenende war eine Frau hinter einem Zelt vergewaltigt worden und fand Zuflucht beim Security-Point "Aktion sichere Wiesn für Mädchen und Frauen", die Betroffene betreuen.

Überhaupt ist die Anzahl der sexuellen Übergriffe im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, bis zum Sonntag waren bei der Polizei bereits sechs Anzeigen erstattet worden, die Dunkelziffer der Übergriffe dürfte weit höher liegen. Im vergangenen Jahr gab es auf dem Festgelände laut Polizei keine Vergewaltigung.

Allein in der ersten Wiesnwoche halfen die Teams von Amyna, Imma und des Frauennotrufs München 91 Frauen, eine Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
[...]
Meist sind es Touristinnen, die dem Hilfsteam in die Arme laufen oder vom BRK und von der Security gebracht werden. Frauen, die das Bier unter- und die eigene Standhaftigkeit überschätzen. "Die sitzen dann mit hochgerutschtem Dirndl auf der Wiese und schlafen. Klar, dass das manche Männer als Einladung sehen", sagt Rudolf-Jilg.

Einladung? Da stimmt doch was nicht, dachten sich am Wochenende Anna-Katharina Meßmer und Lotte Steenbrink. Warum ist es noch immer Aufgabe der Frau, Regeln zu beachten und sich auf bestimmte Weise zu verhalten, um nicht belästigt zu werden?
[...]
"Ich gehe, seit ich denken kann auf die Wiesn, und wurde immer begrapscht", sagt Anna-Katharina Meßmer, "ich habe gelernt, mich zu wehren. Aber wer bringt den Männern bei, sich richtig zu benehmen?"

Frauen, so Meßmer, fühlten sich nach einer Vergewaltigung oft schuldig, weil vielleicht das Dirndl zu kurz war oder das "Nein" zu leise.
[...]
Deutschlandweit gibt es nämlich noch keine Kampagne, die sich direkt an jene richtet, die am besten verhindern können, dass es zu sexuellen Übergriffen kommt: die Männer.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-auf-dem-oktoberfest-helfer-stossen-an-ihre-grenzen-1.1484407
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2012, 14:27:34 von Efeu » Gespeichert

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« Antworten #22 am: 07. Januar 2013, 19:53:17 »


Zitat
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte...

Eine 23 Jahre alte Studentin starb, nachdem sie von mehreren Männern in einem Bus stundenlang vergewaltigt wurde. Das ist der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat. Schließen Sie sich den massiven Protesten in Indien an und fordern wir gemeinsam Indiens Regierung auf, härtere Gesetze zu verabschieden und eine große öffentliche Aufklärungskampagne zu lancieren, welche die grotesken Haltungen, die zu solchen Gewaltverbrechen führen, anprangert und bloßstellt:

http://www.avaaz.org/de/end_indias_war_on_women/?beDQCcb&v=20710


Liebe Freundinnen und Freunde,

sie war eine 23-jährige Physiotherapie-Studentin, die letzten Monat in Delhi in einen Bus einstieg. Sechs Männer verriegelten die Tür und vergewaltigen sie mehrere Stunden lang auf brutalste Weise, unter anderem mit einer Eisenstange. Sie warfen sie nackt auf die Straße, und nachdem sie tapfer um ihr Leben gekämpft hat, ist sie letztes Wochenende gestorben.

In ganz Indien gibt es heftige Proteste mit einer klaren Botschaft: Genug ist genug. Durchschnittlich wird dort alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt -- doch nur den Wenigsten widerfährt Gerechtigkeit. Weltweit werden unglaubliche 7 von 10 Frauen im Laufe ihres Lebens körperlich oder sexuell missbraucht. Der Horror in Delhi hat das Fass zum Überlaufen gebracht -- wir haben 2013, und der brutale, weltweite und korrupte Missbrauch von Frauen muss ein Ende haben. Wir können damit beginnen, dass wir in Indien die Grenze ziehen.

Die indische Regierung nimmt noch immer öffentliche Eingaben entgegen. Wir brauchen dringend eine strengere Anwendung der Gesetze sowie ein groß angelegtes öffentliches Aufklärungsprogramm, um die grotesken und doch weit verbreiteten Haltungen zu ändern, die derartige Gewalt gegen Frauen ermöglichen. Wenn 1 Million von uns Indien jetzt zum Handeln auffordern, können wir dafür sorgen, dass sich der Horror dieser jungen Frau nicht wiederholt und stattdessen neue Hoffnung ensteht:

http://www.avaaz.org/de/end_indias_war_on_women/?beDQCcb&v=20710

Der Anführer der Vergewaltiger sagte kalt, die Frau habe es verdient, weil sie es gewagt hat, sich ihm zu widersetzen. Dem Opfer die Schuld zu geben, ist in der ganzen Gesellschaft verbreitet -- auch bei der Polizei, die bei Vergewaltigung oft nicht ermittelt. Solche Ansichten unterdrücken die Frauen - überall. Groß angelegte Aufklärungskampagnen haben das Verhalten der Menschen in Bezug auf das Rauchen und Alkohol am Steuer drastisch geändert. Sie können auch einen Einfluss auf die Behandlung von Frauen haben. Die Bekämpfung der zugrunde liegenden Ursachen der indischen Vergewaltigungs-Epidemie ist entscheidend, zusammen mit besseren Gesetzen und zügigeren Gerichtsverfahren.

Werbung in Indien ist relativ billig und eine signifikante Finanzierungszusage der Regierung könnte die Aufmerksamkeit über verschiedene Medienkanäle für einen längeren Zeitraum sichern. Zielgruppe solcher Anzeigen wären männliche Subkulturen, in denen konservative Frauenfeindlichkeit herrscht, um solche Ansichten direkt anzuprangern und bloßzustellen. Diese Botschaften sollten beispielsweise durch bekannte Sportler transportiert werden, die für die Zielgruppe Vorbildcharakter haben.

Wir haben nur noch wenig Zeit, um Einfluss auf die offizielle Kommission zu nehmen, damit diese Wege findet, die Welle der sexuellen Gewalt in Indien in den Griff zu bekommen. Wenn wir Erfolg haben und die Einstellungen und Verhaltensweisen in Indien wirklich ändern können, kann das Modell auch in anderen Ländern angewandt werden. Das investierte Geld zahlt sich mehr als aus, indem es langfristig Armut reduziert und die Entwicklung vorantreibt. Der Umgang mit und die Befähigung von Frauen gilt als einer der wichtigsten Aspekte für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt. Klicken Sie hier, um eine klare Botschaft an die indische Regierung zu senden:

http://www.avaaz.org/de/end_indias_war_on_women/?beDQCcb&v=20710

Vom Widerstand gegen die Steinigung von Frauen im Iran über die Unterstützung der reproduktiven Rechte von Frauen in Marokko, Usbekistan und Guatemala bis hin zur Förderung von Aktionen gegen den zunehmenden "Vergewaltigungshandel" mit entführten und verschleppten Frauen und Mädchen -- unsere Gemeinschaft hat immer in der ersten Reihe gestanden, um den Missbrauch von Frauen zu bekämpfen und zu beenden. Beginnen wir dieses Jahr mit Entschlossenheit in Indien.

Voller Hoffnung,

Emma, Ricken, Luis, Meredith, Iain, Ian, Marie, Michelle, Alaphia, Allison und das gesamte Avaaz-Team


WEITERE INFORMATIONEN:

Vergewaltigungsfall in Indien: Ende der Ignoranz (Spiegel)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/vergewaltigungsfall-in-indien-hoffen-auf-gesellschaftliche-wende-a-875609.html

Inderin nach Massenvergewaltigung gestorben (Welt)
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article112286892/Inderin-nach-Massenvergewaltigung-gestorben.html

Blutend am Straßenrand, und niemand half (Stern)
http://www.stern.de/panorama/vergewaltigung-in-indien-blutend-am-strassenrand-und-niemand-half-1950422.html

Schwere Vorwürfe gegen indische Polizei (Tagesschau)
http://www.tagesschau.de/ausland/vergewaltigung-indien100.html

Verma-Komitee überflutet mit Vorschlägen gegen Vergewaltigung (News One India - englisch)
http://news.oneindia.in/2012/12/26/verma-committee-flooded-with-suggestions-on-rape-1120658.html

70% der Frauen erfahren physische oder sexuelle Gewalt in ihrem Leben (UNO-Report)
http://www.un.org/en/women/endviolence/pdf/apromiseisapromise.pdf


An die Regierung Indiens, die Verma-Kommission und die Mehra-Kommission:
"Wir fordern Sie auf, dringend die Gesetze gegen sexuelle Gewalt zu verschärfen sowie deren Durchsetzung zu gewährleisten, und eine weitreichende öffentliche Aufklärungskampagne mit schlagkräftigen und hochwertigen Inhalten ins Leben zu rufen - mit dem Ziel, tiefgreifende Veränderungen in der weit verbreiteten Haltung herbeizuführen, die Gewalt gegen Frauen erlaubt und befördert."

http://www.avaaz.org/de/end_indias_war_on_women/?beDQCcb&v=20710
« Letzte Änderung: 07. Januar 2013, 19:55:34 von Efeu » Gespeichert

Efeu
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« Antworten #23 am: 16. Januar 2013, 12:33:21 »

Zitat
Indien: Genug!
Nach dem Tod der 23-jährigen vergewaltigten Studentin fordert Namita die Regierung Indiens zu Reformen auf. Sie soll sich dafür einsetzen, künftige Gewaltverbrechen an Frauen zu verhindern. Unterstützen Sie sie?

https://www.change.org/de/Petitionen/indischer-präsident-vergewaltigungen-ein-ende-setzen-stoprapenow/


Hinweis: Dieser Text enthält Informationen zu sexuellen Übergriffen, welche für Betroffene und/oder empfindsame Menschen belastend sein können.

sie war 23 Jahre alt und wollte bald heiraten. Doch am 16.12. wurde sie von einer Gruppe von Männern vergewaltigt, mit Eisenstangen zusammengeschlagen und danach aus einem fahrenden Bus geworfen. Vor zwei Wochen ist „Indiens Tochter” an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Namita Bhandare kennt die immerwährende Gefahr, als Frau in Delhi zu leben. Lange Zeit glaubte auch sie, dass sich nie etwas ändern wird. Doch die landesweiten Proteste haben sie überzeugt, dass dies ein Wendepunkt sein könnte.

Deshalb hat Namita eine Petition auf Change.org gestartet, in der sie die indische Regierung auffordert, alle Vergewaltigungsfälle juristisch zu verfolgen, verpflichtende Trainings für die Polizei einzuführen und zwei Gesetzesentwürfe zum Schutz von Frauen auf den Weg zu bringen.

Knapp 500.000 Menschen weltweit haben Namitas Petition schon unterschrieben. Gerade der internationale Druck auf die indische Regierung erhöht die Chance auf schnelle Reformen, die Frauen bald besser schützen sollen. Dafür brauchen Namita und die Menschen, die mit ihr in Indien protestieren, jetzt Ihre Stimme.

Unterschreiben Sie Namitas Petition an den indischen Premierminister. Sobald Sie unterschrieben haben, leiten Sie diesen Text gerne an Ihre Freunde weiter.

https://www.change.org/de/Petitionen/indischer-präsident-vergewaltigungen-ein-ende-setzen-stoprapenow

Statistiken zufolge wird in Indien alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt; die Mehrheit der Täter wird nie verurteilt. Laut Medienberichten wird in Indien die Schuld häufig bei den Frauen gesucht, die Polizei weise viele Opfer ungehört ab.

„Wenn die Menschen diesen Moment der nationalen Aufmerksamkeit nicht wahrnehmen, wird er ungenutzt verstreichen", sagt Namita. Sie bittet um weltweite Unterstützung, um zu zeigen, dass die Welt hinschaut.

Unterschreiben Sie jetzt Namitas Petition und fordern Sie die indische Regierung auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um zu verhindern, dass sich Tragödien wie diese wiederholen.

Vielen Dank, dass Sie sich engagieren.

Jeannette und das gesamte Change.org-Team
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NachbarArsch


Beiträge: 34


« Antworten #24 am: 16. Januar 2013, 22:19:53 »

Zitat
Indien: Genug!
... Unterstützen Sie sie?

https://www.change.org/de/Petitionen/indischer-präsident-vergewaltigungen-ein-ende-setzen-stoprapenow/
...


Vielen Dank, dass Sie sich engagieren.

Jeannette und das gesamte Change.org-Team



Ich hab das hier gerade gelesen und dacht mir kann man ja ma unterschreiben. Eigentlich glaub ich nicht das Petitionen viel bringen, aber macht ja auch nicht viel arbeit und geht schnell, kann man also versuchen...

Dann hab ich aber unter Punkt 2 gesehen
Anwendung der Höchststrafe (exemplarisch, Generalprävention)
In Indien schein das in diesem Fall die Todesstrafe zu sein

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/indisches-schnellgericht-verurteilt-vergewaltiger-zum-tod-a-877785.html

Jetzt hab ich da doch etwas Probleme damit sowas zu fordern.
Klar geht es hier um echt wiederlich scheiß Verbrechen und bei einem auf wiederliche weise ermordeten Opfer kommen schnell hassfantasien auf und man sieht sich Forderungen reaktionärer Zeitungen näher als ich es mir voher vorstellen konnte. Aber eine Todesstrafe fordern, damit hab ich dann doch etwas Probleme...
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