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Autor Thema: Schulen im Visier der Privatwirtschaft  (Gelesen 14247 mal)
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6772



« am: 13. März 2012, 18:56:29 »

Zitat
Schulen im Visier der Privatwirtschaft

Auf Stiften, Heften oder Geodreiecken, die Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, prangen Logos von Unternehmen oder Verbänden. Sponsoring und Werbung an Schulen stehen im Trend.

Quelle, Video: ZDF-WISO


Auch mit dabei, die INSM, sogar ganz offen gegen das Grundgesetz, schwarz auf weiß.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti
Pinnswin


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« Antworten #1 am: 17. März 2012, 09:17:01 »

... und Schalke. http://www.derwesten.de/zeusmedienwelten/zeus/sponsoren/
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Tiefrot
Rote Socke


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« Antworten #2 am: 17. März 2012, 15:19:33 »

Wenn es denn nur um die Schulen ginge...
Hatte vor 2 Jahren nen 1€-Job in einer Kita.
Einen Tag war da Keller ausräumen angesagt, neben dem üblichen Krempel
fand ich dort Kartonweise Geschichtenheftchen, die unübersehbar von einem
Klopapierhersteller gesponsort wurden. Der Inhalt dieser Kisten war jedoch unberührt !
Da ich mich mit der Chefin des Ladens verstanden habe, fragte ich (aus Neugier)
direkt bei ihr nach, was mit dem Zeug passieren soll.
Antwort "Hau weg den Schrott, Kinder brauchen keine Werbung. Liegt hier auch schon ewig rum."

Die innere Freude beim Auskippen in den Papiercontainer brauch ich euch wohl nicht beschreiben,
und es beweist, es geht auch anders rum.  Grin
 
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Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !
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« Antworten #3 am: 31. März 2012, 11:11:18 »

Zitat
Studie: “Die Wirtschaft in der Schule – Agendasetting, Akteure, Aktivitäten”

Bereits im Januar hat der Bielefelder Soziologe Reinhold Hedtke ein drittes Working Paper mit dem Titel „Die Wirtschaft in der Schule – Agendasetting, Akteure, Aktivitäten“ veröffentlicht. Darin beschäftigt sich Hedtke kritisch mit dem Einfluss von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden auf Schulen im Allgemeinen und auf die ökonomische Bildung im Speziellen.

Hedtke benennt deutlich die Motive der Akteure: Vor allem im Finanz- und Energiesektor spielten beim Einfluss auf die politische Bildung “unmittelbare wirtschaftliche und politische Eigeninteressen” eine große Rolle. Die Branchenverbände sorgten sich um das Image ihrer Branche. Ihr Ziel sei es, “breite Akzeptanz” für Gesetze zu schaffen, die für sie Vorteil bringen.

Die Studie finden Sie hier. (Download auf Lobby Control)

Quelle: LobbyControl.de
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« Antworten #4 am: 15. Januar 2013, 17:43:48 »

Zitat
Die Schule als Werbeplattform – der Einfluss von Unternehmen im Klassenzimmer

Finanzthemen überfordern viele Lehrer, die deshalb auf Angebote der Wirtschaft zurückgreifen. Verbraucherschützer warnen vor der Werbung im Klassenzimmer, die dem Neutralitätsgebot widerspricht. Wie beurteilt die rheinland-pfälzische Landesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft ihre Kooperation mit Unternehmen? Werden Unterrichtsmaterialien von privaten Anbietern überprüft und wie informiert das Schulportal für Verbraucherbildung? Interviews mit Wissenschaftlern, Lehrern, Ministeriumsvertretern und Bankmitarbeitern klären auf über die Macht der Lobbyisten im Klassenzimmer.
Quelle 1: SWR (Einleitungstext)
Quelle 2: SWR (Podcast, ca. 25 MB) [audio - mp3]
Quelle 3: SWR (Manuskript zur Sendung) [PDF - 112 KB]

Quelle: NDS
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Eivisskat
Gast
« Antworten #5 am: 04. Mai 2013, 18:47:19 »

Schüler unter Einfluss - Lobbyisten im Klassenzimmer - Frontal 21


Zitat

Wirtschaftsverbände und Konzerne versuchen immer stärker, Inhalte des Schulunterrichts zu beeinflussen.
So fordert die Arbeitgeberlobby das Schulfach "Wirtschaft"- angeblich, um Wissensdefizite der Schüler in Bereich Ökonomie zu verringern.

Kritiker wie LobbyControl befürchten eine Verengung des Gemeinschaftskundeunterrichts auf die Sichtweise von Industrie und Wirtschaft.

Inzwischen existieren Lehrpläne, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die nach Ansicht der Kritiker einseitig die private Altersvorsorge und den Kauf von Aktien propagieren. In anderen Fällen erklärt die Industrie den Schülerinnen und Schülern die Vorteile des "Frackings" oder richtet Gen-Labore an Schulen ein.

Lehrer und Schüler würden so von den PR-Fachleuten der Unternehmen einseitig manipuliert, kritisiert auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.


Zitat
Bildung, Bildung, Bildung! – Solche Bildung?

In jeder Talk-Show sind sich alle Politiker nur in einem Thema einig. Es braucht “Bildung, Bildung, Bildung”! – Damit noch mehr Akademiker Taxi fahren, weil das Mantra “Effizienz”und die Abschaffung menschlicher Arbeit durch Maschinen dafür sorgen, dass es unweigerlich immer weniger Arbeitsplätze gibt.

Nicht gesellschaftspolitische Bildung ist gemeint, sondern die Bildung, die marktkonforme Sklaven produziert. Nicht kritische Bürger sollen “gebildet” werden sondern im Gegenteil unkritisch verbildete Marktteilnehmer.


http://uhupardo.wordpress.com/2013/05/04/bildung-bildung-bildung-solche-bildung/



Grusel... Shocked
« Letzte Änderung: 04. Mai 2013, 18:53:50 von Eivisskat » Gespeichert
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« Antworten #6 am: 06. Juni 2013, 16:56:14 »

Zitat
»Der Staat verkauft die Kinder an die Industrie«

Im Bildungswesen wird weiter privatisiert. Konzerne machen Schulen und Kindergärten zu Werbeträgern.
Gespräch mit Anne Markwardt
....
....
Gibt es Studien darüber, in welchem Maße an Schulen geworben wird?

Was die Lebensmittelindustrie angeht, liegen uns keine Langzeitstudien vor. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat allerdings festgestellt, daß die Privatisierung des Bildungswesens in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Neben der Lebensmittelindustrie machen sich jetzt auch Energieunternehmen oder die vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im Bildungswesen breit. Sie versuchen beispielsweise, in den Politik- oder Sozialkunde-Unterricht einzudringen.
....

Quelle und Interview: jW


Lieber keine Studien erstellen, allgemein ist es bei der derzeitigen Ausrichtung für die Verantwortlichen besser das alles nicht so genau zu dokumentieren, ohne Wissen kann man so schön Überraschung heucheln sollte etwas schief gehen wenn es schief geht.
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JoseyWales
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« Antworten #7 am: 10. Juni 2013, 20:38:57 »

Bei mir in der Schule hat die scheiß Allianz Versicherung "Berufvorbereitende Tests" durchgeführt. Das  ist auch so eine facette davon.
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« Antworten #8 am: 15. August 2013, 16:20:25 »

Zitat
Wie die Progressiven eine Generation verlieren

Die Bedeutung ökonomischer Bildung wird besonders von den Wirtschaftsverbänden beständig betont. Nicht ohne Grund – in den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Bedeutung von ökonomischen Prozessen in der Öffentlichkeit immer mehr in den Vordergrund gerückt worden. Konsequenterweise drängen die Schulreformer in den Kultusministerien mit Nachdruck auf die Implementierung von Wirtschaft in die Bildungspläne. Auf diesem Feld aber haben die Progressiven den Kampf um die Deutungshoheit praktisch bereits verloren – mit schwerwiegenden Folgen für die Zukunft.

Die Reformen der jüngsten Zeit in Baden-Württemberg etwa haben dazu geführt, dass Wirtschaft als ordentliches Kernfach in der Oberstufe wählbar ist und wirtschaftliche Inhalte in den Politik- und Erdkundeunterricht integriert werden. Das nötige Fachwissen dafür – in beiden Studiengängen spielte Wirtschaft bislang kaum eine Rolle, was sich erst mit den jüngsten Prüfungsordnungsreformen geändert hat – haben die Lehrer in der Regel nicht, was sie extrem abhängig von offiziellen Fortbildungen oder, im Fall der neu ausgebildeten Lehrer, von an das normale Programm angehängten “Fortbildungen” macht, deren Gewicht aber nicht auf den Inhalten, sondern auf der Didaktik liegt. Entsprechend viel Gewicht haben die wenigen inhaltlichen Informationen, die es zu dem Thema gibt. Ich möchte eine exemplarische Episode zu diesem Thema schildern, um die Problematik deutlich zu machen.

Angesetzt war ein Planspiel mit dem Namen “Macro”, das einen Einblick in die VWL geben sollte. Durchgeführt wird dieses Spiel von der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, einem in Tübingen ansässigen neoliberalen Think-Tank, der im Gegensatz zu seiner progressiven Konkurrenz die Zeichen der Zeit erkannt hat und sein Aktivitätenfeld auf den Bildungssektor verschoben hat, etwa durch Anbieten des Planspiels. Für die Schulen ist das attraktiv, denn ohne weitere Zusatzkosten kann eine interessante Abwechslung zum Schulalltag geboten werden, die von außen geplant und durchgeführt wird – für die chronisch klammen Kommunen und Länder ein verführerisches Angebot.
....
....
Stattdessen wird man zu der Erkenntnis gezwungen, dass die neoklassische Wirtschaftslehre das einzig Wahre ist, was von den Veranstaltern in ihren „Informations“-Vorträgen sogar offen bestätigt wird. Selbst wenn das nicht intellektuell in höchstem Maße unredlich wäre, handelte es sich dabei um eine flagrante Verletzung des für den Politikunterricht essenziellen „Beutelsbacher Konsens“, der eine direkte Beeinflussung der Schüler verbietet und stattdessen als Ziel die Mündigmachung des Schülers sieht, der in der Lage sein soll, eigene Urteile zu fällen. Mit Planspielen wie „Macro“ geschieht das genaue Gegenteil, und die Kultusministerien sollten deswegen auch folgerichtig davon absehen, den einfachen Weg zu beschreiten und diese Programme einfach ungeprüft zu übernehmen. Die Schule ist kein Ort für Propaganda, und der Politiklehrer kein Instrument dafür.

Quelle: deliberation daily

Laut Kommentar des Autors:
"Leider wird dieses spiel seit den sechziger jahren benutzt ...."


Und wehe man sieht in solchen Veranstaltungen ein allgemein methodisches vorgehen der Neoliberalen Zunft, irrer Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger oder mindestens ein dummer Unwissender ist einem als Titel sicher.
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Eivisskat
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« Antworten #9 am: 20. September 2013, 13:53:47 »

Zitat
Kultusminister wollen „McSchule“

Mit ihrem aktuellen Beschluss zur Verbraucherbildung an Schulen öffnen die Kultusminister aus Bund und Ländern Wirtschaftslobbyisten und Unternehmen die Türen der Klassenzimmer.

foodwatch fordert die Kultusministerkonferenz auf, den Beschluss zurückzunehmen und klarzustellen, dass Unternehmen keine geeigneten Partner für Verbraucher- und Ernährungsbildung an Schulen sind. Werbung und Sponsoring an Schulen müssen grundsätzlich untersagt werden.

http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/aktuelle-nachrichten/kultusminister-wollen-mcschule/
http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/2-minuten-info/
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« Antworten #10 am: 04. Januar 2014, 10:37:49 »

Xen Kunde Kind 27.12.2013


Da fällt mir Georg Schramm ein, wir benötigen nur noch "Konsumidioten", früh übt sich.
Da macht es plötzlich wieder Sinn wenn Wirtschaft und Politik im Bezug auf Kinder von "unserer Zukunft" sprechen.
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« Antworten #11 am: 07. März 2014, 21:03:06 »

Zitat
Werbematerial untergejubelt

Bald wird Helmut Schorlemmer seinen Kampf aufgeben, nach 15 Jahren. Der Schulleiter aus dem nordrhein-westfälischen Unna ist ehrenamtlicher Landesbeauftragter für Schulsponsoring. Der Einzige in Deutschland. Mit Infobroschüren und Veranstaltungen sensibilisiert er Lehrer und Verbände für das Thema. Zuletzt hatte er sich vor Anfragen kaum retten können: “Sponsoring an Schulen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen”, sagt Schorlemmer. “Dabei sind gute Partnerschaften entstanden, andererseits versuchen immer wieder Anbieter, ihre Angebote zu instrumentalisieren.”
Mittlerweile gebe es eine Flut von ungeprüftem Lehrmaterial, das Unternehmen, Stiftungen und andere Organisationen kostenlos für den Unterricht zur Verfügung stellten. Einfallstore für Lobbyismus. Vor Kurzem hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) die Ergebnisse der Analyse im “Materialkompass Verbraucherbildung” veröffentlicht. “Wir haben große Unterschiede bei der Qualität festgestellt, je nachdem, von welchem Anbieter das Material kommt”, sagt Tatjana Bielke vom VZBV. Während die Angebote aus öffentlicher Hand zu drei Vierteln mit “sehr gut” oder “gut” benotet wurden, wurde nur ein Drittel der Materialien aus der Wirtschaft positiv bewertet. “Oft werden Sachverhalte nicht objektiv, sondern verkürzt und einseitig dargestellt”, sagt Bielke. So verschweigt etwa die Volkswagen AG in der Broschüre “Mobil im Klimaschutz” unmotorisierte Verkehrsalternativen und Tetra Pak wirbt mit der eigenen Markenfigur in Texten zum Thema Recycling. Der Gedanke dahinter: In Schulen erreichen die Unternehmen die Konsumenten von morgen.
Eine Onlinestudie der Universität Augsburg ergab, dass mittlerweile etwa drei Viertel der größten deutschen Unternehmen eigenes Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen, insgesamt wurden im Jahr 2012 fast 900.000 Materialien frei zugänglich im Netz angeboten. Lehrer nutzen diese Angebote gerne: Sie sind aktueller und spezialisierter als Schulbücher – und meist kostenlos. Dabei sind sich viele der möglichen Einflussnahme durch Unternehmen nicht bewusst: “Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern fehlt die nötige Sensibilität”, sagt Bielke. Außerdem gebe es keine einheitlichen Standards, an denen sich die Lehrkräfte orientieren könnten
Quelle: taz

Quelle: NDS


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« Antworten #12 am: 17. März 2014, 14:21:03 »

Zitat
Das öffentliche Schulsystem in der Privatisierungszange

Ein kleiner Verein greift mit einer neuen Publikation in die Debatte um die Privatisierung öffentlicher Bildung ein. Neben der „Verbetriebswirtschaftlichung“ von innen, beispielsweise mittels New Public Management, und Privatisierung von außen, etwa mittels der Austrocknung des öffentlichen Schulsystems bei gleichzeitigem Boom privater Träger, verorten die Autoren der Streitschrift eine dritte Flanke des Angriffes auf das staatliche Bildungsmonopol. Jens Wernicke sprach hierzu mit Reinhard Frankl, Vorsitzender des GEW-Bezirksverbands Unterfranken und Mitglied im Vorstand von KLARtext e.V.
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Haben Sie denn einen Beleg hierfür, dass das, was Sie attestieren, die Strategie im Hintergrund solcher Bemühungen ist?

Die Unterfinanzierung des öffentlichen Sektors, insbesondere im Bildungsbereich, ist seit Mitte der Neunziger schlicht Fakt. Und der vor einigen Jahren verstorbene Stiftungspatriarch Reinhard Mohn, dessen neoliberal ausgerichtete Stiftung auch das Schlagwort der „Kommunalen Bildungslandschaften“ prägte, hat damals bereits ganz offen und deutlich gesagt, es wäre ein Segen, dass den öffentlichen Kassen das Geld ausgehe, denn nun könne endlich das notwendige Umdenken – nämlich in Richtung Zurückdrängen des Staates und damit der Privatisierungen – in Gang gesetzt werden.

Entsprechend sind die Aktivitäten nicht nur seiner Stiftung denn auch ausgerichtet. Im Aufsatz „Marktbereitung im Bildungssystem“ der Broschüre wird mehrfach aus Papieren des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge zitiert, der ebenfalls eindeutig in diese Richtung zielt. Ganz offen wird dort angesprochen, dass es zur Zusammenarbeit vor allem der Bereiche Jugendhilfe, Schule und Wirtschaft im Bildungsbereich vermeintlich gar „keine Alternative“ gäbe.
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Quelle: NDS


Ok, zum hundertsten mal, Unbarmherzige Samariter, Essay beim Spiegel.

Staat verarmen, handlungsunfähig machen und dann aus dem gebastelten Sachzwang heraus alles an die Privatwirtschaft verhökern was bei drei nicht auf dem Baum ist.
« Letzte Änderung: 17. März 2014, 19:33:17 von Troll » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 21. April 2015, 08:39:46 »

Zitat
Die Verwanzung der Kinderzimmer

Die Digitalisierung des Lebens schreitet voran und bringt ständig neue Überwachungstechniken hervor. Über das Spielzeug dringen diese nun bis in die Kinderzimmer vor und sammeln Daten über die Wünsche und Sehnsüchte der Kleinsten. Erste Eindrücke von Götz Eisenberg

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet am 29. März 2015 unter der Überschrift „Das gläserne Kind“ über die Entwicklung einer neuen Barbie-Puppe, die zu Weihnachten auf den Markt kommen soll. „Hello Barbie“ heißt die Puppe und sie fragt die Kinder mit glockenheller Stimme zum Beispiel: Was ist dein Lieblingsessen? Sie kann aber auch zuhören und antworten. Wenn ein kleines Mädchen etwa zu ihr sagt: „Was soll ich mal werden, wenn ich groß bin?“, sagt die Puppe: „Vielleicht Tänzerin?“ Die Puppe speichert die Fragen und Antworten der Kinder und schickt die Sounddatei automatisch per W-Lan an die Server der Herstellerfirma, die sie an Drittanbieter weitergibt. Auch die Eltern haben Zugriff auf die gesammelten Daten und können sich ein Bild davon machen, was ihre Kinder bewegt und mit was sie sich beschäftigen.

Barbie ist nicht allein bei der Verwanzung der Kinderzimmer und beim Sammeln von Daten über die Kleinsten. Ihr zur Seite steht ein kleiner Dinosaurier namens „Cognitoy“. Der Dino steigert „im Gespräch“ mit den Kindern peu à peu die semantischen Anforderungen und überwacht ihre Fortschritte. ...
....

Quelle: NDS


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« Antworten #14 am: 28. Juli 2015, 16:18:14 »

Zitat
„Die Investoren nehmen das öffentliche Schulwesen ins Visier“

Wenn nun schon die Hochschulrektorenkonferenz, der wir den neoliberalen Umbau der Hochschulen der letzten Jahre und Jahrzehnte zu verdanken haben, angesichts von TTIP warnt: „Bildung ist keine Ware“, wird klar, wie übel die Gesellschaftsprognose für die nächsten Jahre aussehen kann. Bei allem Wirbel im TTIP und Co. darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass die öffentliche Bildung schon seit langer Zeit unter Privatisierungsdruck steht – auch ganz ohne TTIP, was derlei Entwicklung jedoch weiter forcieren wird. Jens Wernicke sprach hierzu mit Matthias Holland-Letz, dem Autor der „Privatisierungsreporte“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Herr Holland-Letz, Sie sind der Rechercheur und Texter hinter den Privatisierungsreporten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft [PDF – 1.7 MB]. Der kürzlich erschienene 16. Privatisierungsreport setzt sich kritisch mit den Privatschulen im Lande auseinander. Warum ist das notwendig und worum geht es im Bericht?

Privatschulen gab es zwar schon immer in der Bundesrepublik. Doch ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. 3.500 allgemeinbildende Schulen in privater Trägerschaft sind es derzeit, also fast 60 Prozent mehr als noch 1998.

Uns hat interessiert: Sind Privatschulen wirklich besser als die öffentlichen, wie das ja so gerne und oft behauptet wird? Und was bedeutet es für den Zusammenhalt der Gesellschaft, wenn immer mehr Eltern ihre Kinder auf eine Privatschule schicken?

Und, sind sie besser? Und von welchen Kriterien reden wir hier überhaupt?

Nein, Privatschulen sind nicht besser. Der Bildungsforscher Professor Manfred Weiß belegt das anhand einer ganzen Reihe von Studien. Und wir reden hier von Kriterien wie Klassengröße und davon, wie reformfreudig eine Schule ist. Und selbstverständlich geht es auch um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Hier finden wir keine nennenswerten Unterschiede zwischen Privatschulen und öffentlichen Schulen. Immer vorausgesetzt, man vergleicht sogenannte statistische Zwillinge, also Mädchen und Jungen mit ähnlichem Familienhintergrund und ähnlichen sozio-geistigen Voraussetzungen. Dass Privatschulen bei Leistungsvergleichen oftmals einen besseren Eindruck machen, liegt lediglich daran, dass Kinder aus den sogenannten bildungsfernen Elternhäusern hier weniger stark vertreten sind als an öffentlichen Schulen. Da vergleicht man also Äpfel mit Birnen, das ist nicht seriös.
....

Quelle: NDS


Und die Politik bastelt fleissig an dem Märchen privat kann alles besser als der Staat mit, hilfreich ist da natürlich die öffentlichen Schulen verkommen zu lassen, so führt man der Bevölkerung ständig vor Augen das privat besser ist.
Die gewählte Regierung kommt jedoch "nur" ihrer eigentlichen Arbeit nicht nach.
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Kuddel


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« Antworten #15 am: 24. Januar 2018, 20:17:56 »

Zitat
Hochschulpolitik: Lidls verlängerte Werkbank

“Mit Geheimverträgen kapert die Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz die größte Hochschule Baden-Württembergs. Kein vermeidbarer Unfall, sondern Folge der Hochschulpolitik von Ministerin Theresia Bauer. "
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/hochschulpolitik-lidls-verlaengerte-werkbank-14377921.html

Zitat
Lidl lässt springen:
Dieter-Schwarz-Stiftung zahlt Münchner Uni 20 Professuren. Auf Inhalte soll das keinen Einfluss haben
https://www.jungewelt.de/artikel/325740.lidl-l%C3%A4sst-springen.html

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