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Autor Thema: Helios  (Gelesen 16126 mal)
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admin
Administrator

Beiträge: 2111


« am: 18. Juli 2012, 15:19:57 »

Bei der Beendung des Arbeitskampfes in den Helios Kliniken kam es zu einem Abschluß durch VERDI, der zu einer Spaltung der Belegschaft führte.

Für einen Rückblick auf die Auseinandersetzungen und eine Analyse des Abschlusses suchen wir dringend Mitarbeiter der Helios Kliniken, sowohl aus dem pflegerischen Bereich, alsauch aus dem nichtpflegerischen.


Bitte melden per pn oder unter info@chefduzen.de
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Kuddel


Beiträge: 9912


« Antworten #1 am: 21. Februar 2016, 11:12:30 »

Die Namen "Helios" und "Röhn" stehen für den Privatisierungswahn und die Machtkonzentration im Gesundheitswesen:

Zitat
Die Rhön-Klinikum AG ist eine private börsennotierte Betreibergesellschaft von Krankenhäusern, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Das Unternehmen hat 2013 einen Umsatz von 3,02 (2012: 2,87; 2011: 2,63; 2010: 2,55) Mrd. Euro erwirtschaftet und dabei einen Gewinn von 90 (2012: 91,97; 2011: 161; 2010: 145) Mio. Euro erzielt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rh%C3%B6n-Klinikum

Zitat
Die HELIOS-Kliniken-Gruppe ist einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung Europas. Zur Gruppe gehören seit 28. Februar 2014 nach der Übernahme von 38 Rhön-Kliniken insgesamt 110 Kliniken. HELIOS versorgte 2013 in seinen Kliniken stationär rund 1,2 Mill. Patienten und verfügt 2014 insgesamt über mehr als 44.000 Betten. Das Klinikunternehmen beschäftigt 2014 über 68.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.
https://de.wikipedia.org/wiki/Helios_Kliniken

Die wirtschaftliche Macht wird zur politischen Macht und nun versucht man die Kontrolle ober die Öffentliche Diskussion und Medien zu gewinnen:

Zitat
Kliniken Wiesbaden
Helios will Film verbieten

Klinikkonzern droht mit der Gewerkschaft Verdi mit rechtlichen Schritten. Die will einen Film zeigen, der Hygienemängel in den Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden aufzeigt.
http://www.fr-online.de/rhein-main/kliniken-wiesbaden-helios-will-film-verbieten,1472796,33822382.html
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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #2 am: 21. Februar 2016, 11:55:21 »

Die Argumentation von Helios ist absurd: Der Film verletze „unsere Mandanten in nicht gerechtfertigter Weise in ihren Unternehmenspersönlichkeiten“.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Krankenhäusen und Pflegeheimen aufgrund von Personalmangel Hygienedefizite vorkommen. Der Versuch von Helios, die Diskussion darüber zu verbieten, wird hoffentlich nach hinten losgehen. Kennt man ja aus anderen Branchen, in denen Kritiker mundtot gemacht werden sollen.
Auf der anderen Seite verstehe ich immer nicht, warum die Hygienepläne nicht eingehalten werden. Da gibt es ganz klare Ansagen, auf die man sich berufen kann. Wenn sich mal alle Beschäftigten an diese Vorgaben halten würden, könnte es wesentlich dazu beitragen, dass der Personalschlüssel zwangsläufig ganz anders aussieht.
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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #3 am: 22. Februar 2016, 11:10:21 »

Also die Doku wurde gezeigt.

Zitat
Das Interesse war riesengroß, das Audimax platzte aus allen Nähten. Erfolgreiche Veranstaltung am Freitag, 19. Februar 2016, zum Thema Notfall Krankenhaus mit Günter Wallraff und Sylvia Bühler (ver.di). Der vorgeführte Dokufilm über eine Undercover-Recherche in den HSK und die vielen Redebeiträge trafen den Nerv. Gesundheit darf keine Ware sein, Krankenhäuser dürfen nicht renditesüchtigen Konzernen ausgeliefert werden. Die von
CDU und SPD durchgeboxte Teilprivatisierung der HSK vor vier Jahren war ein Riesenfehler und hat riesigen Flurschaden angerichtet, den die Beschäftigten und PatientInnen ausbaden müssen. Forderungen nach Mindeststandards für die Personalbemessung. Die Stadt steht in der Verantwortung. Die Forderung nach Rekommunalisierung der HSK wurde bei einer Abstimmung von den Anwesenden nahezu einstimmig angenommen. Wir müssen dran bleiben!

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=977111502338103&id=311879498861310
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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #4 am: 24. Februar 2016, 14:44:46 »

In frontal21 kam gestern auch etwas zur Leiharbeit und speziell zu Helios:
http://www.zdf.de/frontal-21/themen-der-sendung-vom-23.-februar-2016-42358580.html

Aus dem Manuskript:
Zitat
„Beispiel Helios Kliniken. Mittels Werkverträgen reduziert man die Stammbelegschaft. 13 Prozent des Personals ist bereits ausgelagert -um Tariflöhne und Kündigungsschutz zu umgehen, sagt Betriebsrat Pflugmacher. Für ihn würden bei Helios Werkverträge missbraucht.“


Zitat
„Der Vorwurf: Helios lässt immer mehr Firmen mit eigenen Leuten die Jobs im Krankenhaus erledigen. Ein Betrieb im Betrieb. Nur, dass solche Arbeitskräfte bis zu 40 Prozent weniger verdienen.Helios spricht von Arbeitsteilung,...“

http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/42402084/2/data.pdf
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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #5 am: 11. April 2016, 10:13:39 »

Dem Personalleiter im HELIOS Klinikum Schleswig, Dr. Bernd Kölling, liegt die Gesundheit der Beschäftigten am Herzen:
Zitat
„Die Gesundheit der Beschäftigten ist ein wichtiger Bestandteil des Erfolges besonders eines Gesundheitsunternehmens.“

http://www.heliosaktuell.de/regionen/nord-west/gesundheitsprogramm-findet-grossen-anklang/?search=it

Zitat
Die Motivation von Beschäftigen ist maßgeblich von der Fähigkeit des Arbeitgebers abhängig, flexibel auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu reagieren“, betonte Dr. Bernd Kölling, Personalleiter der imland GmbH.

http://rendsburg.imland.de/presse_informationen/aid/425

Zitat
„Die Vereinbarkeit von Beruf und Privaten wird bei der Gewinnung von Fachkräften immer wichtiger.“erklärt Dr.Bernd Kölling

http://www.wj-schleswig.de/seiten/wuns/grafiken/Pressemeldung02.pdf

Dem gegenüber steht nun der Vorwurf der Nötigung der Mitarbeiter bei Helios:

Zitat
Klinik-Personal am Limit: Wurden Mitarbeiter genötigt?
vom 8. April 2016
Helios-Leitung und Betriebsrat stehen vor Gericht: In zwei Monaten wurden Mitarbeiter 900 Mal aus der Freizeit zum Dienst einberufen.
Die schwierige Personalsituation am Helios-Klinikum in Schleswig schlägt weiter hohe Wellen. Zu keiner Einigung kam es am Freitag vor dem Arbeitsgericht in Flensburg bei einem Gütetermin zwischen dem Betriebsrat und dem Unternehmen. (...)
Die Helios-Betriebsratsvorsitzende Gunhild Werling berichtete, dass allein im Februar dieses Jahres in 483 Fällen Mitarbeiter aus ihrer Freizeit heraus zum Arbeitseinsatz berufen worden sein sollen, ohne dies vorher mit dem Betriebsrat abgestimmt zu haben, im März waren es demnach 395 Fälle. Aus Einzelgesprächen mit Betroffenen ließe sich der Verdacht ableiten, dass es sich hierbei um Nötigung vonseiten des Unternehmens gehandelt haben könnte, indem man die Mitarbeiter damit konfrontierte, dass die Patientenversorgung akut gefährdet sei. (...)
Der Helios- Personalleiter Bernd Kölling betonte seinen Willen zu einer Einigung, gab aber auch zu, dass eventuell nicht in jedem Fall das gesetzlich vorgegebene Verfahren eingehalten wurde – und auch zukünftig nicht eingehalten werden könne. (...)

http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/klinik-personal-am-limit-wurden-mitarbeiter-genoetigt-id13215051.html

Und hier:

Zitat
Neuer Ärger beim Helios-Klinikum in Schleswig
Im vergangenen Oktober musste der Krankenhaus-Konzern Helios schließlich 20.000 Euro Strafe zahlen, weil die Schleswiger Klinik Vorgaben zum Einsatz der Ärzte auf der Intensivstation ignorierte.(...)
Personalleiter Bernd Kölling versuchte, die Vorwürfe zu relativieren. Aus seiner Sicht ist das Prozedere zu umständlich, wenn in einer angespannten Situation der Dienstplan kurzfristig geändert werden muss.(...)
"Ihr Rechtsbewusstsein irritiert mich", entgegnete daraufhin der Richter.(...)

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Neuer-Aerger-bei-den-Helios-Kliniken-in-Schleswig,helios312.html


Hauptsache gesund!

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Alex_IGL


Beiträge: 12


« Antworten #6 am: 12. April 2016, 19:57:08 »

Ja, die Veranstaltung fand statt und der Raum war proppenvoll - weitere Aktionen werden folgen.
So werden demnächst die Beschäftigten der HSK einmal an die Rathaustür klopfen.

Meinereiner durfte das Plakat zur Veranstaltung gestalten und habe auch sonst einen guten Draht zu den Organisatioren der Pro-HSK-Bewegung, werde Euch gerne auf dem laufenden halten.

Die Veranstaltung war ja Teil des Kommunalwahlkampf - die LINKE konnte ihren Einfluß im Stadtrat erweitern und tritt nach um den nun geplanten "vorübergehenden" Abbau von Intensivbetten zu verhindern:

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/linke--piraten-sowie-freie-waehler-kritisieren-abbau-von-intensivbetten-in-den-helios-dr-horst-schmidt-kliniken-in-wiesbaden_16790373.htm

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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #7 am: 26. April 2016, 11:49:49 »

Zitat
Helios-Kliniken erwirken einstweilige Verfügung gegen „Team Wallraff“

Die Helios-Kliniken haben sich in einem Verfahren vor dem Landgericht Hamburg gegen RTL durchgesetzt und eine einstweilige Verfügung gegen eine "Team Wallraff"-Produktion erstritten. Eine Sequenz der Episode "Wenn Krankenhäuser gefährlich werden" darf damit nicht mehr weiterverbreitet werden. Für die Folge schleuste sich eine Reporterin undercover in den Klinikbetrieb ein und machte heimlich TV-Aufnahmen...


http://meedia.de/2016/04/18/gericht-team-wallraff-sendung-ueber-helios-kliniken-darf-nicht-weiter-ausgestrahlt-werden/
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Alex_IGL


Beiträge: 12


« Antworten #8 am: 02. August 2016, 09:37:38 »

Zitat
WIESBADEN - Die ohnehin schon angespannte Personalsituation an den Helios-Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) könnte sich in den kommenden Wochen deutlich verschärfen. In einem gestern in der Klinik ans Personal verteilten Flugblatt kündigt der Betriebsrat an, ab Ende Oktober einem Einsatz von Leiharbeitskräften im Pflegebereich nicht mehr zuzustimmen. Der Einsatz von Leiharbeitern ist ohne Zustimmung des Betriebsrats nicht möglich.


http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/helios-dr-horst-schmidt-kliniken-in-wiesbaden-betriebsrat-will-keine-leiharbeit-mehr_17134555.htm
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Fritz Linow


Beiträge: 744


« Antworten #9 am: 21. April 2017, 19:29:33 »

Zitat
Bußgeld: Helios muss wegen nicht gewährter Pausen 88.000 Euro zahlen

Berlin, 21. April 2017 | Bereits am 5. April hat das Landesarbeitsgericht Berlin den Krankenhausbetreiber Helios Kliniken GmbH zur Zahlung von 88.000 Euro Bußgeld wegen nicht gewährter Pausen im Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin Zehlendorf verurteilt.

Hintergrund des Urteils ist eine jahrelange Auseinandersetzung gegen die zunehmende Arbeitsverdichtung im Krankenhaus und für die Einhaltung des gesetzlich verbrieften Rechts auf Pausen. Bereits im September 2014 hat das Landesarbeitsgericht Berlin Helios aufgefordert, für die Einhaltung der gesetzlichen Pausenregelungen im Klinikum Emil von Behring Sorge zu tragen. Über 200 Pausenausfallanzeigen im Jahr 2016 zeugen davon, dass Helios seinen gesetzlichen Verpflichtungen fortgesetzt nicht nachgekommen ist.(...)

http://www.verdi.de/themen/gesundheit/++co++536aeaec-267e-11e7-acfa-525400940f89

88.000 Euro wird Helios verschmerzen können. Es ist absolut deprimierend, dass man für's Pausemachen mehrere Jahre prozessieren muss. Berufsethos hin, Helfersyndrom her, manchmal verstehe ich die verbliebenen Beschäftigten in der Pflege echt nicht.
« Letzte Änderung: 21. April 2017, 19:32:26 von Fritz Linow » Gespeichert
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