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Autor Thema: armut macht krank  (Gelesen 10831 mal)
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besorgter bürger


Beiträge: 3831



« am: 06. Mai 2005, 14:22:48 »

Zitat
Schlechte Arbeitsbedingungen ohne längerfristige Beschäftigungsperspektive könnten im Einzelfall mit noch größeren gesundheitlichen Risiken verbunden sein als Phasen der Arbeitslosigkeit, so die Mediziner.


junge welt

ich weiß jetzt schon das unsere politiker aus der aussage "armut macht krank"
schnell die aussage "arbeitslosigkeit macht krank" machen werden.
ein kleiner aber entscheidener unterschied.
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Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6432


« Antworten #1 am: 06. Mai 2005, 15:45:29 »

Tony Blair, Schröders bester Freund (neben Putin) hat Hartz IV schon Jahre vorweggenommen. Auch im Herunterwirtschaften des Gesundheitssystems war er Vorreiter. Folgende Meldung kann somit auch als Blick in unsere Zukunft gesehen werden:

Zitat
Großbritannien: Arme leben viel kürzer

Die Lücke in der Lebenserwartung von Armen und Reichen in Großbritannien wird immer größer. Im Jahr 2001 kündigte die Regierung an, Maßnahmen zu ergreifen, die Lebenserwartung in den am meisten benachteiligten Regionen zu verlängern. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Lücke nahm von 10 Jahren im Zeitraum 1995/97 auf 11 Jahre im Zeitraum 2001/03 zu. Am niedrigsten ist die Lebenserwartung in Glasgow, am höchsten in East Dorset an der Kanalküste im Süden Englands.

rf-news 30.04.05
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
besorgter bürger


Beiträge: 3831



« Antworten #2 am: 06. Mai 2005, 20:21:45 »

wenn man diese unterschiede in der lebenserwartung und die pläne der heraufsetzung des rentenalters zusammen betrachtet kan einem eigentlich nur schlecht werden.
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Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.
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Abused Frog


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« Antworten #3 am: 07. Mai 2005, 19:06:46 »

"Arme leben viel kürzer"

Äh, ist doch der eigentliche Sinn und Zweck.
Bin jetzt 37 und habe MS, was glaubt Ihr denn? Soll ich mich auf die Rente freuen? Wohl eher nicht.
Macht doch Sinn das der Abschaum früher stirbt, der leistet auch nix mehr produktives.

Mittlerweile wird ja auch angestrebt älteren Mitarbeitern weniger zu bezahlen, wegen sinkender Leistungsfähigkeit. Fangen wir am besten mit den über 50 jährigen in diversen Vorständen mal an, an diesen kann man nämlich tatsächlich ein schwinden der Geistigen Leistungsfähigkeit eindeutig erkennen.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Wilddieb Stuelpner


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« Antworten #4 am: 07. Mai 2005, 19:43:04 »

Es ist dringend den Unternehmer-, Beamten- und Politikerlumpen anzuraten, bereits mit 25 ununterbrochen arbeitslos zu werden und zu bleiben bis zu ihrem evtl. eintretenden ungesichterten Ruhestand mit 75.

Sie solte Hartz XX am eigenen Leib zu spüren bekommen, allerdings ausschließlich nur sie. Und sie müssen von 25 bis 75 1-Euro-Arbeitsgelegenheiten verrichten. Das hebt ihre Menschenwürde ungemein.

Was sie anderen zumuten wollen, sollten sie vorbildhaft in einem großangelegten Selbstversuch an sich praktizieren. Nur so erlangen sie ihre Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung wieder.

Was ich denk und tue, daß trau ich auch dem Anderen zu!
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BGS
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« Antworten #5 am: 08. Mai 2005, 22:36:28 »

Soweit mir bekannt, gilt als arm, wer über weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Nettoeinkommens verfügt. 1995 waren dies in D 7,5 Mio. Menschen im sog. "erwerbsfähigen Alter". Zehn Jahre später sind es durch Hartz IV mit Sicherheit einige mehr.

Relative Armut bedeutet, im Vergleich zur übrigen Bevölkerung weniger materielle, kulturelle und soziale Mittel zur Verfügung zu haben und damit von der üblichen Lebensweise zwangsweise ausgeschlossen zu sein.

Die Kinder der Armen haben es jedoch noch schlimmer, würde ich sagen: schlechterer Zugang zu Bildung, schlechte Gesundheitsvorsorge, keine kulturellen Impulse, miese Wohnsituation etc. lässt sie sich von Anfang an ausgeschlossen fühlen. Die Folge: emotionale und gesundheitliche Störungen von Anfang an, z. B. Depressionen, beeinträchtigtes Selbstwertgefühl, übertriebene Aggressionen, Hyperaktivität, Sprachstörungen bis hin zur regelrechten Selbstaufgabe von Körper und Psyche- Laut PISA Studie hat ein Kind aus "gut situiertem Haus" siebenmal soviel Chancen auf einen guten Schulabschluß als ein armes Kind.rolleyes

In Deutschland ist schon seit den zwanziger jahren des letzten Jahrhunderts bekannt, daß Gesundheit und Leistungsfähigkeit mit sozialer Kompetenz zusammenhängt, jedoch wird hier eine gezielte Förderung der sozialen, psychischen und intellektuellen Fähigkeiten eines Teiles der Bevölkerung bewußt unterlassen, man scheint die Armen benutzen zu wollen werden, um die "besser gestellten" in Schach zu halten. Daß Arme früher sterben schadet wohl nicht, es kommen genug neue nach...Wink
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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« Antworten #6 am: 16. Mai 2014, 10:07:54 »

Zitat
Armut macht krank – Krankheit macht arm

Es ist weder Zufall noch Wunder, dass hierzulande auf der einen Seite chronisch Kranke häufig in Hartz IV und somit Armut abrutschen und auf der anderen Seite Armut wiederum krank bzw. noch kränker macht und inzwischen bereits über ein Drittel aller Hartz IV-Empfangenden als psychisch krank gilt. Die entsprechenden Zusammenhänge müssen beleuchtet und aufgeklärt und den Ursachen von Armut und chronischer sowie psychischer Erkrankung muss dabei entschieden entgegen getreten werden. Nicht wirklich möglich sein wird dies jedoch vermittels eines Menschenbildes, das davon ausgeht, seelisch-körperliche Probleme seien zu allererst einmal „eigenverantwortet“ und Gesundheit bedeute auch und vor allem in einer faktisch zunehmend angst- und krankmachenden Gesellschaft, eben k-e-i-n-e Symptome und also Verwundbar- sowie Menschlichkeit zu offenbaren, bedeute also eben, n-i-c-h-t gesund zu reagieren, weil nur der noch als gesund gelten darf, der auch im größten Elend noch funktioniert und auf seine Glückseligkeit insistiert. Aus dieser Sicht erfordert chronische wie psychische Krankheit dann eben vor allem eines: mehr individuelle Verantwortungsübernahme, Anpassungsbereitschaft und Therapie. Über die „Ursachen im außen“, den gesellschaftlichen Kontext, wird hingegen kaum überhaupt mehr diskutiert. So etwas endet dann nicht selten in einem Zynismus mit menschenverachtenden Zügen, wie diesen unlängst beispielsweise der Spiegelmit der Frage präsentierte, ob Obdachlosigkeit nicht womöglich „heilbar“ sei. Ein Kommentar von Jens Wernicke

Quelle: NDS


Es werden nicht die krankmachenden Zustände angegangen, sondern man schickt Massen von marktkonformen Psychologen ins Rennen die uns helfen sollen mit dem krankmachenden Gift umzugehen, die uns aufzeigen sollen das wir nichts gegen das System tun können sondern nur lernen können mit Scheisse zu jonglieren.
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« Antworten #7 am: 05. August 2014, 15:41:37 »

Zitat
Arzt spricht von "Wunder"
Experimentelles Serum rettet offenbar amerikanischen Ebola-Arzt
....

WHO warnt vor nicht-zugelassenen Medikamenten

Bei der Bereitstellung des Serums für die beiden Mediziner handele sich um einen höchst ungewöhnlichen Vorgang, schreibt "CNN" in seinem Internetportal. Der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte, Gesundheitsbehörden "können aus mehreren Gründen nicht einfach ungetestete Medikamente mitten in einem Ausbruch einsetzen".

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" schlug in dieselbe Kerbe. "Für Ärzte ist die Verabreichung von ungetesteten Medikamenten an unsere Patienten eine schwierige Entscheidung. Unsere Priorität ist es, keinen Schaden zuzufügen - und bei einer experimentellen Behandlung wüssten wir einfach nicht, ob wir dem Patienten mehr schaden als helfen."
....

Quelle: t-online


Letalität >50% - ~80% , je nach Auftreten des Virus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ebolavirus#Auftreten

Vor was warnt die WHO, daß man im dümmsten Fall an dem Versuchswirkstoff sterben kann?
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« Antworten #8 am: 05. August 2014, 21:25:13 »

Versteh ich jetzt auch nicht!
Ob ich nun an dem Virus sterbe oder an dem Medikament wär mir so ziemlich egal!
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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« Antworten #9 am: 06. August 2014, 08:48:09 »

Sie warnen und malen eine unsinnige Gefahr an die Wand damit aus der ersten Welt (Normalbevölkerung) heraus kein Druck entsteht die Betroffenen der dritten Welt ohne Gewinnaussicht zu behandeln, aus "Vorsicht" werden sie dann eben nicht behandelt.
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« Antworten #10 am: 14. September 2014, 16:11:20 »

Zitat
UNO und WHO danken Kuba für Ärzte im Kampf gegen Ebola in Afrika

Havanna. Die kubanische Regierung wird zur Unterstützung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie 165 Ärzte nach Westafrika entsenden. Dies gab der Gesundheitsminister Kubas, Roberto Morales Ojeda, am Freitag bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte Morales Ojeda, dass die ersten Mediziner den Plänen zufolge Anfang Oktober in Sierra Leone eintreffen werden.
....

Quelle: amerika21

Ist schon beeindruckend wie Kuba die gesamte freie westliche Welt bei Krisen in Armen Ländern beschämt bzw beschämen müßte, leider schämen sie sich nicht.
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Kuddel


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« Antworten #11 am: 13. Dezember 2016, 16:42:40 »

Armut kann tödlich sein
Wer wenig Geld hat, lebt viele Jahre kürzer als andere Menschen. Wieso nimmt die Gesellschaft das hin?
Mehr:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/armut-kann-toedlich-sein

Anmerkung:
Früher hieß es: Weil du arm bist, mußt du früher sterben. Siehe Film dazu von 1956 mit Bernhard Wicki.
https://de.wikipedia.org/wiki/Weil_du_arm_bist,_mu%C3%9Ft_du_fr%C3%BCher_sterben
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tleary


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« Antworten #12 am: 11. Januar 2018, 21:30:30 »

Armut kann tödlich sein
Wer wenig Geld hat, lebt viele Jahre kürzer als andere Menschen. Wieso nimmt die Gesellschaft das hin?

Antwort: Weil's ihr egal ist. Arme Menschen werden in dieser Gesellschaft, die sich vor dem Erfolgreichen verbeugt und ihm medial huldigt, eben verachtet.
« Letzte Änderung: 13. Januar 2018, 03:21:13 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
BGS
Polarlicht


Beiträge: 3058



« Antworten #13 am: 11. Januar 2018, 21:50:31 »

Wieso nimmt die Gesellschaft das hin?

Weil die Besitzer der Medien und der Unternehmen wünschen und täglich fördern, dass der Mensch des Menschen Wolf ist.

Obwohl die Mehrheit von Natur aus gut ist,

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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tleary


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« Antworten #14 am: 12. Januar 2018, 03:08:16 »

Obwohl die Mehrheit von Natur aus gut ist,
Gut ja, aber auch etwas zu duldsam.
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
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