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Autor Thema: Soziale Arbeit  (Gelesen 1713 mal)
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xyu


Beiträge: 581


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« am: 20. Oktober 2012, 23:29:08 »

Der Berufszweig (Leute die im universitären Rahmen dafür bezahlt werden, über solcherlei fragen langwierige und -weilige traktate zu verfassen sprechen auch von einer "Profession") der Sozialarbeit ist eine widersprüchliche kiste. im subtext schwinght immer die funktion des sozialbullen mit, der dem autoanzünden vorbeugen soll und den "klientInnen" die "vorzüge" der bürgerlichen lohnsklaverei schmackhaft machen (womöglich ist die in dieser reportage eine unrühmliche rolle spielende menschenverwalterin ebenfalls eine sozialarbeiterin?: http://dasgrossethier.wordpress.com/2012/10/13/keiner-kommt-hier-lebend-raus/ ). auf jeden fall stärkt soziallohnarbeit das prinzip der repräsentation (wo der schuh drückt und was wege wären dem abzuhelfen wäre am besten in selbstgewählter assoziation zu erörtern, die professionals "wissen das schon").
die andere seite ist, dass sozialarbeit auch wichtige funktionen erfüllen kann (z.B. im rahmen von frauenhäusern, hartz 4- und asylberatung oder der ausgabe sauberer spritzen an heroinkonsumentInnen) auch wenn ich behaupte es wäre immer noch besser, leute würden sich zu solchen zwecken selbst  assoziieren und das gerne dann auch nicht als "teilbereichsaktivität" verstehen (sinnvoll finde ich zb die derzeitige bewegung von asylbewerberInnen auch als das aufbegehren proletarisierter menschen, als klassenkampf zu verstehen).

Am Freitag gab es einen "Aktionstag Soziale Arbeit" in Berlin, an dem 1000 Leute teilnahmen, organisiert wurde das vom "Unabhängigen Forum kritische Soziale Arbeit": http://www.einmischen.com/
im aufruf hieß es:

Zitat
Der Aktionstag Soziale Arbeit richtet sich an alle SozialarbeiterInnen,

die nicht einverstanden sind mit dem gegenwärtigen fortschreitenden Abbau des Sozialen in unserer Gesellschaft,

    die nicht bereit sind, sich als Handlanger derer zu verstehen, die Menschen sanktionieren und ausgrenzen,
    die sich damit nicht abfinden, dass Soziale Arbeit immer mehr zu einem Geschäft wird, an dem Unternehmen verdienen und Sozialarbeitende und Klienten den Kürzeren ziehen,
    die mit den Vorgaben und Begrenzungen, die der Sozialen Arbeit vorgegeben werden, nicht einverstanden sind,
    die unter Einstellungsstopp, prekären Verträgen und Arbeitsbedingungen leiden.


gerade was aus dem zweiten punkt für schlüsse gezogen werden wäre von interesse.
 
    
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2012, 23:43:56 von xyu » Gespeichert
xyu


Beiträge: 581


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« Antworten #1 am: 05. Februar 2013, 23:15:57 »

Zitat
"Na dir werd ich helfen!" - Zur Kritik an der Sozialen Arbeit
Datum:
Dienstag, April 2, 2013 - 19:00

Nachdem das staatlich organisierte Gegeneinander nicht wenigen Menschen ein recht miserables Leben beschert, spendiert der Staat einigen von ihnen Hilfe: Mit viel praktischen Methoden der Manipulation ausgestattet, machen sich dann Sozialarbeiter_innen daran, den Gescheiterten mal ordentlich zur "Selbsthilfe" zu helfen. Sie kommen dann nicht selten besonders alternativ und kritisch daher und verteilen Ratschläge an Leute, die diese gar nicht bestellt haben. Wir wollen mit euch die Vorgehensweise, Denkfiguren und Methoden der Sozialen Arbeit diskutieren und genauer beleuchten, welche Zumutungen die Soziale Arbeit für die als hilfsbedürftig Definierten bereit hält.

In der Reihe "agitare bene" von der Gruppe Jimmy Bolye, jeden 1. Dienstag im Monat, 19.00 Uhr in der Erreichbar. Der Ort ist nicht barrierefrei.

Weitere Veranstaltungen in Berlin:

07.05.: Gesundheit

 
Ort:
Erreichbar
Reichenberger Str. 63a
Berlin

http://gegen-kapital-und-nation.org/na-dir-werd-ich-helfen-zur-kritik-der-sozialen-arbeit
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xyu


Beiträge: 581


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« Antworten #2 am: 27. Juli 2017, 16:14:01 »

Das Stadtteilmanagement in Kassel lässt seine Maske zur Kenntlichkeit fallen

Die Stadt des Kapitals leistet sich ein "Stadtteilmanagement", welches sie offenherzig auch genauso nennt.
Für gewöhnlich werden in diesem Rahmen, finanziert durch Gelder der Bundesregierung und der EU (Programm "Soziale Stadt" usw.), Funktionen übernommen, die erst einmal nett und sinnvoll wirken: finanzielle Förderung urbaner Gärten, Beratungsangebote für Menschen in "schwierigen Lebenslagen" (Erwerbslosigkeit, Alkoholzuspruch,...), Deutschkurse undsoweiter undsofort.
Ab und an fällt jedoch diese "nette" Maske und ein wesentlicher Zweck des Manövers wird kenntlich, die Aufrechterhaltung der Ordnung des Kapitals, Einhegung potentieller Selbstorganisation:
Zitat
In der zweiten Ausgabe des Stadtteilblatts ECHO für Rothenditmold konnte sich auch die Rothe Ecke mit einem Artikel vorstellen. Der ECHO zeigt die ganze Breite des Angebots in Rothenditmold: Stadtteilarchiv,  Vorstellung des Erzählcafé im Heilhaus, Bericht über das Stadtteilmanagement… und diesmal eben auch die Rothe Ecke. Für die Stadt war dies nun der Anlass die vorher zugesagte Druckkostenzusage zurückzuziehen, weil in unserem Artikel stand, dass „wir es satt haben auf dem Jobcenter schikaniert zu werden“. Der ECHO hat daraufhin der Stadt geschrieben und diesen Eingriff in die Pressefreiheit kritisiert und auch uns zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nicht genug: Am Samstag, den 13.05., beim Flohmarkt in der Engelhardstraße, der zudem ganzseitig auf der Rückseite des ECHO beworben worden ist, wurde sogar untersagt den ECHO zu verteilen.

Wir empfinden den Rückzug der Stadt als Schikane, mit dem versucht wird, Einfluss auf die zukünftige Berichterstattung zu nehmen und unabhängigen Initiativen Steine in den Weg zu legen. In unseren Augen zeigt es auch, wie wenig die Belange der Menschen hier in unserem Stadtteil ernst genommen werden.

http://rothe-ecke.de/stellungnahme-zum-echo-und-der-reaktion-der-stadt-schikane-durch-das-jobcenter/

Ironischerweise wurde ein paar Wochen vorher kurz vor der Oberbürgermeisterwahl im ebenfalls Kassel zugehörigem Stadtteil Wesertor ein ähnliches Infoblatt des Stadtteilmanagements freihaus verteilt, dessen erste Seite ein Grußwort des damaligen Stadtkämmerers zierte, seines Zeichens aussichtsreichster und dann auch gewinnender OB-Kandidat (von der spezialdemokratischen Partei), ähnliche Aktionen haben in anderen Städten schon zu erfolgreichen Wahlanfechtungen geführt.

Weiterhin interessant am Komplex des Stadtteilmanagements in Kassel ist, dass die Stadt in den letzten Jahren zwei neue "Stadtteilzentren" errichtet hat. Diese befinden sich jeweils in direkter Nähe zu evangelischen Kirchengemeinden, mit denen sie eine Symbiose bilden. Die offizielle Stadtteilarbeit wird somit genutzt, hilfsbedürftige Menschen einer schwächelnden Kraft der alten Welt zuzuführen.

http://fpd.blogsport.de/2017/07/27/das-stadtteilmanagement-in-kassel-laesst-seine-maske-zur-kenntlichkeit-fallen/
« Letzte Änderung: 27. Juli 2017, 16:27:15 von xyu » Gespeichert
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