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Autor Thema: Pflegenotstand in Deutschland  (Gelesen 16594 mal)
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Fritz Linow


Beiträge: 1264


« Antworten #25 am: 03. November 2017, 23:07:15 »

Bizarre Überlastungsanzeige mal vom "Arbeitgeber". Hauptsache der Schwarze Peter wird weitergereicht:

Zitat
3.11.17
Weil Pfleger fehlen: Hamburger Krankenhäuser zeigen sich an
(...)
Alle Geburtszentren der Krankenhäuser haben sich offenbar beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) selbst angezeigt, weil sie die Richtlinien für die Pflege nicht einhalten können. Ihnen fehlt Personal.

Der G-BA räumte ihnen eine Übergangsfrist bis 2019 ein, um mehr Pflegerinnen einzustellen und das zahlenmäßige Verhältnis von Patienten zu Pflegern zu verbessern und die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.
(...)
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt den Anspruch der Krankenversicherten und Regeln für die Behandlung fest. Ihm gehören Vertreter von Krankenkassen, Krankenhäusern und Ärzten sowie unabhängige Mitglieder an.
https://www.abendblatt.de/hamburg/altona/article212428741/Weil-Pfleger-fehlen-Hamburger-Krankenhaeuser-zeigen-sich-an.html
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12919



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« Antworten #26 am: 13. Februar 2018, 17:17:42 »

Hochinteressant!

Zitat
Chronisch überlastet –
Was hilft gegen den Pflegenotstand?

Es diskutieren:
Dr. Cornelia Heintze, Politikwissenschaftlerin und Pflegeexpertin, Leipzig
Roger Konrad, Altenpfleger und Vorsitzender des Vereins "Pflege in Bewegung"
Prof. Dr. Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, Hochschule Koblenz, Campus Remagen
Gesprächsleitung: Gregor Papsch
https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/diskussion-was-hilft-gegen-den-pflegenotstand/-/id=660214/did=20878348/nid=660214/ji0g2k/index.html
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


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« Antworten #27 am: 18. Februar 2018, 16:35:34 »

Mir fällt auf, daß plötzlich in allen Medien der Pflegenotstand zum Thema gemacht wird.
Dabei wird der Widerstand der Beschäftigten größergeschrieben, als er real ist.
Ich kann mir keinen rechten Reim darauf machen.
Will man eine aufkommende Bewegung schon im Vorfeld vereinnahmen und lenken?

 huh    huh     huh
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counselor


Beiträge: 3429



« Antworten #28 am: 18. Februar 2018, 16:47:29 »

Vielleicht will man damit im Zusammenhang mit dem Koalitionsvertrag den Eindruck erwecken, die Politik würde sich des Mißstands annehmen. Wobei die versprochene halbe Stelle pro Altenpflegeheim ein Witz ist.
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #29 am: 18. Februar 2018, 17:11:34 »

Zitat
Mir fällt auf, daß plötzlich in allen Medien der Pflegenotstand zum Thema gemacht wird.
In allen Medien? Ich habe da noch keine auffällige Häufung bemerkt!
Ist ja auch ein zentrales Thema, wenn es um das Versagen der Parteien bei sozialpolitischen Themen geht!
« Letzte Änderung: 18. Februar 2018, 17:14:47 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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BGS
Polarlicht


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« Antworten #30 am: 18. Februar 2018, 17:13:14 »

Die ganze "Koalition" ist ein Witz. Kein lustiger.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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« Antworten #31 am: 18. Februar 2018, 17:38:22 »

Zitat
Mir fällt auf, daß plötzlich in allen Medien der Pflegenotstand zum Thema gemacht wird.

Wahrscheinlich weil gerade kurz aufeinander zwei Pflegeheime in die Schlagzeilen gekommen sind durch innovative standardisierte Verelendung und Verwahrlosung der Insassen.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #32 am: 18. Februar 2018, 18:24:36 »

Das Thema kommt immer mal wieder in die Schlagzeilen, bis zur nächsten Trump- Twitter- Meldung.
Die Anstalt hatte es ja auch zum Thema gemacht.
Außerdem lässt sich daran ganz gut verdeutlichen, welche Bedeutung sozialpolitische Themen bei der Großen Koalition haben. Nämlich gar keine!
Dieses lächerliche Placebo im Koalitionsvertrag lässt sich binnen Sekunden als völlig wirkungsloser Unsinn entlarven!
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Fritz Linow


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« Antworten #33 am: 08. April 2018, 22:29:20 »

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und der Deutsche Pflegerat haben ein Positionspapier zum Pflegenotstand veröffentlicht. Neben der Forderung nach einem steuerfinanzierten Sofortprogramm für 50.000 Stellen steht da unter anderem auch:

Zitat
4.4.18
Bei der Krankenhausleitung bedarf es eines Umdenkens in der Betrachtung des Personals. Bei den Trägern sind die unternehmerischen Ziele und Prioritäten daraufhin zu prüfen, inwieweit sie einer erfolgreichen Personalentwicklung und -bindung entgegenstehen.

http://deutscher-pflegerat.de/aktuelles/Download%20aktuelles/Positionspapier-DGCH-und-DPR-2018-04-04-final.pdf

Das ist  zwar nicht unbedingt eine klassenkämpferische Aussage, aber dennoch eine Botschaft durch die Blume, die eigentlich Gehör finden sollte. Denn ohne OPs keine Kohle, kein Gewinn.

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Kuddel


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« Antworten #34 am: 28. April 2018, 17:00:47 »


Den Plan von Bayerns Staatsregierung, pflegenden Angehörigen ab September 1.000 Euro pro Jahr zu zahlen, nennt Pflege-Experte Claus Fussek "ein Signal". Dies gehe ihm aber nicht weit genug, sagte Fussek in der Bayern 2-radioWelt.

   
Zitat
"Rechnen Sie das mal durch auf 12 Monate. Da kriegen Sie pro Tag den Gegenwert von einem Cappuccino. Das sieht schon etwas dürftig aus, wenn man weiß, dass ein Pflegetag in der Regel 24 Stunden dauert."
Claus Fussek

Zum geplanten Landesamt für Pflege, das sich um die Ausbildung von Fachkräften kümmern soll, sagte Fussek:

   
Zitat
"Wir brauchen kein Landesamt, wir haben da keinerlei Erkenntnisprobleme. Diese ganzen Aufgaben sind Aufgaben der Arbeitgeber, der Wohlfahrtsverbände, der Einrichtungsträger. Wir haben ein großes Problem, weil viele Pflegekräfte derzeit den Beruf verlassen, weil die Arbeitsbedingungen grauenhaft sind. Die Pflegekräfte sind kaum gewerkschaftlich organisiert, (…) und es werden die Schülerinnen und Schüler bereits in der Ausbildung verheizt."
Claus Fussek

Pflege wieder in staatliche Hand?

Zu den Aufgaben, die das Landesamt nach den Plänen der Staatsregierung übernehmen soll, gehören unter anderem die Schaffung neuer Stellen und bessere Arbeitsbedingungen. Zur Rolle der Politik sagte Pflege-Experte Claus Fussek:

   
Zitat
"Die Politik kann das immer wieder thematisieren, aber die Politik muss dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen besser sind. Wenn die Arbeitgeber dem nicht nachkommen, dann muss man darüber sehr konkret nachdenken, ob die Politik die Verantwortung für die Pflege überhaupt wieder übernimmt."
Claus Fussek

Eine Entspannung der Versorgungslage durch die geplanten neuen Pflegeplätze in Bayern erwartet Pflege-Experte Fussek nicht:

   
Zitat
"Wir werden derzeit diese Stellen überhaupt nicht besetzen können, weil es kein Personal gibt!"
Claus Fussek

https://www.br.de/nachrichten/claus-fussek-pflege-landespflegegeld-pflegestufe-100.html
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counselor


Beiträge: 3429



« Antworten #35 am: 05. August 2018, 19:16:35 »

Zitat
Gesundheitswesen - Pflegenotstand in einem der reichsten Länder der Welt

Die Entwicklung in der Kranken- und Altenpflege ist für die breiten Massen in Deutschland eine brennende Frage. Wenn wir 2,86 pflegebedürftige Menschen in Deutschland zählen, so bedeutet das auch 2,86 Millionen betroffene Familien. Das sind dann schon 10 Millionen Menschen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw31/rote-karte-dem-pflegenotstand-in-einem-der-reichsten-laender-der-welt
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Fritz Linow


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« Antworten #36 am: 08. Oktober 2018, 10:48:23 »

Zitat
MHH: Pflegenotstand auf der Kinderintensivstation

Es gibt genügend Ärzte, die Technik ist vorhanden, Platz auch - was fehlt sind, Krankenschwestern und Pfleger. Wegen des Pflegenotstandes muss die Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Recherchen des NDR Fernsehmagazins Hallo Niedersachsen immer wieder schwer kranke Kinder abweisen.(…)

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/MHH-Pflegenotstand-auf-der-Kinderintensivstation,pflegenotstand138.html

Zitat
Pflegenotstand spitzt sich zu

Weil Fachkräfte fehlen, können im Brucker Rotkreuz-Pflegehaus von Lepel-Gnitz fünf der insgesamt 83 Plätze für Patienten nicht belegt werden. Einrichtungsleiter aus dem Landkreis befürchten, dass sich die Situation rasant verschlechtert  (…)

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/personalmangel-pflegenotstand-spitzt-sich-zu-1.4160237

Zitat
Pflegenotstand erreicht Kiel

Nach Angaben des Amtes für soziale Dienste kommt es in Kiel durch den Fachkräftemangel in Pflegeeinrichtungen „immer mehr zu Qualitätsverlusten“. Das führe zu zahlreichen Beschwerden, die immer häufiger auf zunehmende Pflegemängel hinweisen. Die Lage sei ernst, hieß es jetzt im Sozialausschuss.(…)

http://www.kn-online.de/Kiel/Fachkraeftemangel-Pflegenotstand-erreicht-Kiel
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Fritz Linow


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« Antworten #37 am: 30. Oktober 2018, 10:55:57 »

In Murnau (12.000 Einwohner) haben 400 Leute gegen Pflegenotstand protestiert. So viele kommen in wesentlich größeren Städten teilweise nicht zusammen.
https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/murnau-ort29105/demo-in-murnau-mit-trillerpeifen-gegen-pflegenotstand-400-pflegekraefte-demonstrieren-10407275.html
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