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Autor Thema: Pharmatests in der ehemaligen DDR  (Gelesen 2136 mal)
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Hartzmann


Beiträge: 9


« am: 12. Mai 2013, 21:28:11 »


Versuchskaninchen deutscher(?!) MENSCH


West-Pharmafirmen ließen in der DDR testen


 Medikamentenhersteller aus dem Westen betrieben offenbar Menschenversuche in DDR-Kliniken. Die Betroffenen wussten oftmals nicht, dass sie als Testpatienten für Arzneien dienten, wie der “Spiegel” berichtet. Es soll sogar Todesfälle gegeben haben.

Westliche Pharmakonzerne sollen in DDR-Kliniken hunderte Medikamentenstudien in Auftrag gegeben haben. Mehr als 50.000 Menschen dienten bis zum Mauerfall als Testpatienten etwa für Chemotherapie-Mittel und Herzmedikamente – oft ohne es zu wissen, wie der “Spiegel” berichtet. Mehrere Testreihen hätten zu Todesfällen geführt und mussten abgebrochen werden. Das Magazin beruft sich auf bislang unbekannte Akten des DDR-Gesundheitsministeriums, der Stasi und des Instituts für Arzneimittelwesen.

Den Akten zufolge starben bei einem Test des Hoechst-Medikaments Trental zwei Kranke in Ost-Berlin. In der Lungenklinik Lostau bei Magdeburg seien zwei Patienten gestorben, die mit dem von Sandoz entwickelten Blutdrucksenker Spirapril behandelt wurden - der Versuch wurde abgebrochen.

An der Universitätsklinik Charité ließ Boehringer-Mannheim demnach die als Dopingmittel missbrauchte Substanz Erythropoetin, auch “Epo” genannt, an 30 “unreifen Frühgeborenen” erproben, wie der “Spiegel” aus den Akten zitiert. Bayer habe Nimodipin, ein Mittel zur Verbesserung der Hirndurchblutung, unter anderem an Alkoholikern im akuten Delirium testen lassen. Diese konnten aufgrund ihres Zustandes nicht um Einwilligung gefragt werden.
Patienten wurden oft nicht über Risiken aufgeklärt

Die Hersteller boten demnach bis zu 800.000 D-Mark pro Studie an. Manager der West-Berliner Schering AG hätten der Charité sogar ein Testvolumen von jährlich sechs Millionen D-Mark angeboten. Führende Mediziner an der Charité waren sich laut Gesprächsprotokollen der Motive der Konzerne bewusst. So habe etwa Schering im Westen wohl “generelle ethische Probleme: der Mensch als Versuchskaninchen”, sagte damals ein zuständiger Arzt der Charité. Die DDR riskiere, wegen der Versuche als “günstige Teststrecke” bekannt zu werden.

Patienten seien über Risiken und Nebenwirkungen oft im Unklaren gelassen worden. Noch im März 1989 habe sich Hoechst laut Sitzungsprotokoll einverstanden erklärt, “dass der Aufklärungstext beim Prüfer verbleibt und nicht dem Patienten ausgehändigt wird”. Weiter heiße es in dem Protokoll: “Die Einwilligung des Patienten wird durch Unterschrift des behandelnden Arztes und eines Zeugen” dokumentiert.

Die betroffenen Unternehmen weisen laut “Spiegel” darauf hin, dass die Vorgänge weit zurücklägen. Sie betonen, dass klinische Tests prinzipiell nach strengen Vorschriften erfolgten. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller sieht “bisher keine Verdachtsmomente, dass irgendetwas faul gewesen wäre”, schreibt der “Spiegel”.

Gefunden bei : http://www.n-tv.de/politik/West-Pharmafirmen-liessen-in-der-DDR-testen-article10629041.html

Die Marburger Hoechst-Tochter Behringwerke erprobte an 21 DDR-Bürgern vom Juni 1987 bis zum Oktober 1989 das Antikrebsmittel Pirarubicin. Die Patienten kotzten und verloren ihre Haare.

Die österreichische Chemie Linz AG ließ in der Charite an 30 Patienten die Betablocker Celiprolol und Metoprolol testen. Der Prüfarzt meldete einen Angina-pectoris-Anfall und vier mittlere Herzattacken.

Boehringer Ingelheim spritzte acht Ostlern in den Jahren l984 und l985 das auf gentechnischem Weg erzeugte Interferon. Die Patienten litten, aber das Präparat wirkte nicht. Der Test mußte abgebrochen werden.

Beliebt war der DDR-Patient bei den Westlern in den riskanten Prüfphasen I und II. Sie sind, nach Laborexperiment und Tierversuch, die ersten Arzneimittelerprobungen am Menschen. In dieser Phase liegen kaum Erfahrungen über Nebenwirkungen, Dosierung und Verträglichkeit vor. Diese Erkenntnisse sollte der Ost-Kranke liefern.

Tumor-Nekrose-Tests, durchgeführt am Ost-Berliner Zentralinstitut für Krebsforschung.

Die Aufklärungsschrift des Asahi-Konzerns liest sich harmloser als der Beipackzettel eines Hustensaftes. Es bestehe die berechtigte Hoffnung, die Erkrankung vorteilhaft zu beeinflussen. Die Risiken seien ärztlich vertretbar; es handele sich ohnehin nur um die Erprobung eines “neu entdeckten natürlichen Stoffes”. Dabei war in den USA beschrieben worden, daß TNF im Körper der Kranken vor allem eines bewirkt – zusätzliche Verwüstung.

Professor Stephan Tanneberger, Kommunist und Klinikchef, wußte, daß schmerzende Nebenwirkungen garantiert und schmerzlindernde Erfolgsaussichten vage sind. “Der genaue Wirkungsmechanismus von TNF ist unklar”, notierte seine Mitarbeiterin Helgard Lenk in einer den Test begleitenden Dissertationsarbeit.

Der Klinikchef hielt in Treue zur Partei und ihren japanischen Geschäftspartnern. Die wollten in Deutschland-Ost ihren Wirkstoff “in eskalierenden Dosen”, also in maximaler Wirkstoffkonzentration, getestet sehen.

Mit 38 Krebskranken hat Tanneberger am 15. Mai 1987 den Menschenversuch begonnen. Die Wirkstoffdosis wurde im extremen Fall auf das 27fache der Einstiegsdosierung eskaliert. Die Leiden der Patienten eskalierten mit.

Bei den Nebenwirkungen, heißt es in der Lenk-Studie, hätten Schüttelfrost, Fieber bis 40 Grad, Angina pectoris, Schock, abwechselnd hochgradige Erregung und Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und schwerer Blutdruckabfall im Vordergrund gestanden.

Die übrigen Nebenwirkungen waren je nach Patient unterschiedlich. Originalton der Dissertation: “Bei zwei Patienten traten zusätzlich schwere Hustenanfälle auf. Bei fünf Patienten wurden Rasselgeräusche über den Mittelfeldern beider Lungen 24 bis 48 Stunden nach der Applikation registriert.”

3 von 38 Patienten hielten nicht bis zum offiziellen Testende durch. Sie mußten aufgrund schwerster Nebenwirkungen aus der Testgruppe entlassen werden.

Für den Rest der Patientenschar endete die Testserie vertragsgetreu am 29. September 1989. Wichtigster Schönheitsfehler: Die Patienten hatten umsonst gelitten. Der Tumor-Nekrose-Faktor, so das Fazit der Dissertation, habe eine “minimale Anti-Tumoreffektivität”. Die Substanz könne “nicht als wirksames Medikament empfohlen werden”.

Die TNF-Tortur war kein Ausnahmefall. Die Schalck-Firma BIEG lebte davon, daß Wirkstoffe, die im Westen umstritten waren, im Osten ausprobiert werden konnten. Schamhaft deklarierten die Planwirtschaftler das Experimentieren am Patientenkörper als “immateriellen Export”.


Die Pharmafirmen bevorzugen diese Tests wegen ihrer Unbestechlichkeit. Pharmakritiker Julius Hackethal geißelt den Doppelblindversuch als “die gräßlichste Errungenschaft der Neuzeitmedizin”. Auch Ulrich Moebius vom Institut für Arzneimittelinformation urteilt eindeutig: “Für die Patienten ist das russisches Roulett.”

Um das Selbstbestimmungsrecht der Patienten war es Bayer offenbar nicht bange. In das Wohlbefinden der Tester wurde dagegen investiert.

Der Ciprobay-Tester durfte vom 23. bis 28. Juni 1985 zu einem Kongreß nach Kyoto in Japan fliegen. Bayer zahlte Flug, Unterkunft und Taschengeld.

Mit dem Abriß des Mauerstaates verliert der Konzern ein großes Testgelände. Bayer ließ beispielsweise die Zuckerkranken im Bezirkskrankenhaus von Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, den Blutzuckersenker Arcabose ( Markenname: Glucobay) schlucken.

In Amerika waren klinische Prüfungen mit der von Bayer als “Innovation” gepriesenen Substanz über Jahre verboten. Der Grund: In einer von mehreren Testserien litten Ratten nach der Arcabose-Behandlung an Krebsgeschwüren.(…)

Hier der Spiegel- Link von 6/1991 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487494.html
Anmerkung: Sind seit dem Fall der Mauer, die Versuchskanichen eventuell nun in ganz Deutschland??  kotz *würgh* AAAAAh
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Eivisskat
Gast
« Antworten #1 am: 13. Mai 2013, 06:39:30 »

Nun haben wir diesen Verweis auf die Menschenversuche in der DDR zum 3. Mal!


Mir scheint es fragwürdig,

wie @hartzmann hier wahllos und ungeordnet ungekürzte Artikel reinhaut, teils doppelt und ohne Rücksicht auf bereits bestehende Therads.

Bereits gestern hatte ich darum gebeten, NICHT den kompletten Artikel, sondern bitte nur Überschrift und Link zu posten.

Auch aus Rücksicht aufs Forum und eventl. Probleme mit dem Urheber, hier spiegel.de.
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hanni reloaded
Gast
« Antworten #2 am: 13. Mai 2013, 07:41:57 »

Sei JoKü nimmer da ist und nunmehr im Elo sein Unwesen treibt, konnte die Hornhaut am Scrollfinger bissel abheilen.
Tja, denkste...

Auferstehung?
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Eivisskat
Gast
« Antworten #3 am: 13. Mai 2013, 07:57:36 »

Nein, ich glaube nicht, denn JoKü hätte nicht diese reißerischen Kurzkommentare kaum lesbar an seine Monster-Kopien angehängt.

Zitat
Anmerkung: Sind seit dem Fall der Mauer, die Versuchskanichen eventuell nun in ganz Deutschland??
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Kuddel


Beiträge: 10137


« Antworten #4 am: 26. Juli 2017, 16:35:53 »

Anmerkung: Sind seit dem Fall der Mauer, die Versuchskanichen eventuell nun in ganz Deutschland??  kotz *würgh* AAAAAh


Yep!

Zitat
Plötzlich wuchsen Schorsch Brüste

Medikamententests an Männern mit geistiger Behinderung

Von Charly Kowalczyk

Anfang der 70er-Jahre stellte der Ersatzdienstleistende Gebhard Stein im badischen Epilepsiezentrum der Diakonie Kork häufig die Medikamente für den nächsten Tag zusammen. Ihm fiel auf, dass ein Jugendlicher täglich eine Pille ohne Arzneimittelnamen bekam. Nur der Name eines großen Pharmakonzerns und eine Nummer standen auf der Medikamentenpackung. Damals behaupteten die Ärzte und Pfleger in Kork, dass man bei Schorsch den Sexualtrieb hemmen müsse. Der Autor geht in seinen Recherchen den Erinnerungen des Ersatzdienstleistenden nach. Was geschah in Kork und vielleicht auch anderswo? Wurden junge, behinderte Männer Versuchskaninchen eines Pharmakonzerns?
http://www.ndr.de/info/sendungen/das_feature/Ploetzlich-wuchsen-Schorsch-Brueste,sendung660858.html

Sonntag, 13. August 2017, 11:05 bis 12:00 Uhr, NDR Info
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