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Autor Thema: NSA, GCHQ, PRISM: Lauschangriff 2.0  (Gelesen 111882 mal)
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Nikita


Beiträge: 989



« Antworten #700 am: 02. Juli 2015, 10:54:05 »

Video von Tilo Jung mit dem Politiker Konstantin von Notz. Kurze, Verständliche Erklärung von "Selektorenliste" und worum es im NSA-Untersuchungsauschuß geht.
https://www.youtube.com/watch?v=sjJTeRdCX-c
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Nikita


Beiträge: 989



« Antworten #701 am: 02. Juli 2015, 10:58:52 »

Kopie von Wikileaks:
Zitat
Press Release

Die NSA hat umfangreich Telefonnummern von Bundesministern und Spitzen-Beamten aus dem Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Handel und Landwirtschaft ins Visier genommen - einschließlich des persönlichen Assistenten von Angela Merkel. WikiLeaks veröffentlicht dazu heute (1.Juli) eine Liste mit 69 Regierungs-Telefonnumern, die aus einer NSA-Überwachungsliste stammen und die die seit zwei Jahrzehnten andauernde Wirtschafts- und Politik-Spionage gegen Deutschland belegen. Die daraus resultierenden geheimen Abhörprotokolle zeigen unter anderem, wie die USA und Großbritannien deutsche Spitzenbeamte ausspionieren, als diese ihre Positionen und Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Lösung der griechischen Finanzkrise diskutieren.
Gespräche zwischen Merkel und ihrem persönlichen Assistenten abgehört

Ein US-Abhörprotokoll basiert auf der privaten Kommunikation zwischen Bundeskanzelerin Angela Merkel und ihrem persönlichen Assistenten; ein weiteres britisches Abhörprotokoll betrifft die Kommunikation des Leiters der Abteilung "Europapolitik" im Bundeskanzleramt, Nicolaus Mayer-Landrut.

Das Merkel-Protokoll stammt vom 11. Oktober 2011 und ist vom US-Geheimdienst zwei Stufen über "Streng Geheim" klassifiziert - ein Indiz dafür, dass das Dokument als höchst sensitiv eingeschätzt wurde. Trotzdem wurde es innerhalb des von der USA angeführten "Five Eyes"-Spionagerings auch an Großbritannien, Kanada, Australien und Neu-Seeland weitergegeben.

In dem abgehörten Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Assistenten redet diese über ihre Ansichten in Bezug auf eine Lösung der griechischen Finanzkrise und ihre politischen Differenzen in dieser Sache mit Kabinettsmitgliedern wie Finanzminister Wolfgang Schäuble, der französischen Regierung, dem EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso, dem Chef der europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet und der IWF-Vorsitzenden Christine Lagarde. In dem Gespräch zeigt sich Merkel auch ungeduldig in Bezug auf die Einführung einer Finanztransaktionssteuer; sie möchte auf die USA und Großbritannien Druck ausüben, damit diese der Steuer zuzustimmen. Die Finanztransaktionssteuer wurde zuerst im September 2011 von EU-Kommissionspräsidenten Jose Barroso vorgeschlagen; dieser Vorschlag wurde sowohl von den europäischen Großbanken als auch durch Großbritannien und Schweden innerhalb der EU abgelehnt. Das geheime Abhörprotokoll dieses Gespräches war dem britischen Geheimdienst bekannt.
Großbritannien hört den französisch-deutschen Rettungsplan für Griechenland ab und gibt das Protokoll an die USA weiter

Ein weiterer Bericht, den WikiLeaks heute veröffentlicht hat, beschreibt detailliert die deutsche Verhandlungsposition über einen EU-Rettungsplan für Griechenland; dieser Bericht stammt aus der Überwachung durch den britischen Geheimdienst GCHQ, der seine Ergebnisse mit der NSA teilte. Der Bericht bezieht sich auf eine Übersicht, die der Abteilungsleiter "Europapolitik" im Bundeskanzleramt, Nicolaus Mayer-Landrut erstellt hat. Deutschland war - so stellt es das Abhörprotokoll fest - gegen die Erteilung einer Banklizenz für die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Stattdessen sollte Deutschland einen speziellen IWF-Fond favorisieren, in den auch BRICS-Staaten einzahlen können, um die europäischen Rettungsmaßnahmen zu unterstützen. In dem Bericht vertritt MayerLandrut auch die Ansicht, dass eine Lösung der griechischen Finanzkrise eine stärkere Einbindung des privaten Sektors erfordert und dass es Vollzeit-Team in Athen vor Ort braucht, um die Situation besser zu beobachten.
NSA-Wirtschaftsspionage reicht bis in die Zeit von Präsident Clinton zurück

Die Abhörliste der NSA gegen deutsche Ziele aus Politik und Wirtschaft macht den Nachdruck deutlich, mit der die US-Geheimdienste gegen Spitzenbeamte aus den Bereichen Wirtschaft, Handel und sogar Landwirtschaft agieren. Die ältesten Ziele auf der nun veröffentlichten Liste datieren bis in die Zeit von Präsident Clinton (1992-2000) zurück: Sie umfassen neben dem damaligen Aussenminister Oskar Lafontaine (1998-1999) auch Personen wie Werner Müller (Wirtschaftsminister von 1998 bis 2002), der damaligen Staatssekretärin im Finanzministerium Barbara Hendricks (heutige Umweltministerin) sowie Ida-Marie Aschenbrenner, damalige Büroleiterin von Finanzminister Theo Waigel (1989-1998). Selektoren für Abhörmaßnahmen umfassen Minister, deren Mitarbeiter und den Arbeitsgruppen, die G7- und WTO-Treffen vorbereitet haben. Eine der Telefonnumern auf der Liste gehört zur europäischen Zentralbank. Die Liste enthält zudem die Nummern der Telefonzentralen und der FAX-Geräte in Schlüsselministerien.

WikiLeaks-Herausgeber Julian Assange sagte dazu: "Die heutige Veröffentlichung demonstriert die Wirtschaftsspionage der USA gegen Deutschland und EU-Schlüsselinstitutionen wie die europäische Zentralbank in Bezug auf die Griechenland-Krise. Unsere Veröffentlichung heute zeigt auch, wie Großbritannien die USA bei dieser Spionage in Mitteleuropa unterstützt. Hätten Frankreich und Deutschland mit dem BRICS-Rettungsplan für Griechenland weiter gemacht, wenn dieser nicht vorzeitig abgehört und an die Amerikaner weitergeleitet worden wäre, die sich von den geopolitischen Konsquenzen eines solchen Vorgehens sicherlich bedroht fühlten?"

-Julian Assange, Sarah Harrison und Kristinn Hrafnsson
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Nikita


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« Antworten #702 am: 02. Juli 2015, 20:50:11 »

Teil der Selektorenliste für Deutschland:
NSA Ziele mit hoher Priorität in Deutschland. Dies ist ein Auszug aus der NSA Datenbank von wichtigen Zielen aus Wirtschaft und Politik, die überwacht werden.
Zitat
NSA high priority targets for Germany

This is an NSA database extract of significant German political and economic telephone interception targets.

See here for an explanation of what the column names mean.
TOPI    Selector    Subscriber_ID    Information_Need    TOPI_Add_Date    Priority    IN_Explainer
S2C32    +49228682XXXX    MOF ASCHENBRENNER    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +4922817XXXX    OFF 400 FOR ECON POLICY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +4922817XXXX    OFF 400 FOR ECON POLICY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +4922817XXXX    OFF 400 FOR ECON POLICY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    BUNDESMINISTERIUM DER FINANZEN MONEY LOAN DEPT    2003-2777*    101215    2    Multi-country: International Finance Developments
S2C32    +49228682XXXX    GE INT BS FIN MIN CZAKERT    2003-2777*    101215    2    Multi-country: International Finance Developments
S2C51    +49691344XXXX    EUROPEAN CENTRAL BANK    2003-2777*    110111    3    Multi-country: International Finance Developments
S2C32    +49228682XXXX    GERMAN FIN MIN STATE SEC    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GERMAN MINIST FINANCE    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT TR MIN OF FIN HEND    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    GE INT MIN OF ECON MUELLE    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT MIN OF FIN HENDRIC    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    GE INT MINISTER OF ECONN MUELLE    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT BS FIN MIN GATZER    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    GE INT BS MIN OF ECON BOE    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT FIN MIN    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT FIN MIN ROLF WENZEL U    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT FIN MIN SCHWARZER    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT FINANCE MIN LAFONT    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    GE INT FINANCE MINISTRY L    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRGN MIN OF ECON    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615X    GE BMWI SWBD    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE CHIEF OF STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DEPT 61 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DEPT 61 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DEPT 62 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DEPT 62 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DIV 6 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE DIV 6 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE MINISTER ASST    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE MINISTER OFFICE    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228529XXXX    FRG MIN AGRICULTURE OFF 623 CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE PLANNING STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE PLANNING STAFF CHIEF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006XXXX    FRG MIN AGRICULTURE STATE SECRETARY    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302006X    FRG MIN AGRICULTURE SWITCHBOARD    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +491609634XXXX    FRG MIN ECON WTO POC KOEHLER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG MIN ECON WTO POC TRADE POLICY DIV    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG MIN ECON WTO POC TRADE POLICY DIV FAX    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE CH Z    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE EUROPEAN INTEGRATION    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG MOE MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG MOE MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE PARL STATE SEC    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE SHERPA STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE SHERPA STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE SHERPA STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE SHERPA STAFF    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE SHERPA STAFF FAX    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE STATE SEC EUROPEAN POLICY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG MOE STATE SECRETARY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    FRG MOF STATE SECRETARY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG ECON MIN ABT VII    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG ECON MIN BERL    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    FRG ECON MIN VI B 1    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302014XXXX    FRG ECON MINISTER OFFICE    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49302242XXXX    FRG FIN MIN STATE SEC    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    FRG FIN MINISTERBUERO    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    ANDREA JUNEMANN MIN ECON AND TECHNOLOGY    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    BMF    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    BMWI ABT I    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    BMWI ABT V    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615X    BMWI SWITCHBOARD    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228615XXXX    BMWI W01 ECON POLICY    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +49228682XXXX    BUNDESMINISTERIUM GERMAN MINISTRY OF FINANCE    2002-388*    101215    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +493018615XXXX    FGR MIN ECON MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +493018615XXXX    FGR MIN ECON MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
S2C32    +493018615XXXX    FGR MIN ECON MINISTER    2002-388*    101214    2    Germany: Political Affairs
Glossary
TOPI    "Target Office of Primary Interest", the unit within NSA tasked to process the collected interceptions.
Selector    A communications identifier, in this case a phone number, used to select communications for interception.
Subscriber_ID    This is an identifier describing the owner of the provided phone number.
Information_Need    "Information Needs" (IN) are collection requirements devised as part of the National SIGINT Requirement Process and generally produced by analysts in a broad format (e.g. understanding French economic intentions) and used to produce responses to demands of U.S. policy makers. INs rarely expire, so despite having the original creation date included in the identifier (e.g. "2002-388*"), they are renewed and they perpetuate over the time.
TOPI_Add_Date    Date of tagging of the entry with the responsible TOPI.
Priority    Collection priority, the lower the number, the higher the priority.
IN_Explainer    This is a brief and generally broad description of the relevant IN.
S2C32    "Analysis and Production International Security Issues - European Branch" also sometimes just called "ISI Europe".

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schwarzrot


Beiträge: 4516



« Antworten #703 am: 03. Juli 2015, 14:42:54 »

Danke Nikita.

Schön zu sehen, dass das unwürdige schauspiel der *geheimgeheim* selektorenliste-darf-nur-ein-superrichter-aber-kein-untersuchungsausschuss-sehen durch diese Wikileaks-veröffentlichungen vollends der lächerlichkeit preisgegeben wird.

Ah, hier gibts was neues vom Po-falla, bzw von eben diesem 'NSA-Untersuchungsausschuss':
Zitat
Ex-Kanzleramtschef im NSA-Ausschuss
Pofalla beendet alles

Herablassend, unkontrolliert, rechthaberisch antwortet Ronald Pofalla im NSA-Ausschuss und weist alle Vorwürfe als „falsch“ von sich.
http://taz.de/Ex-Kanzleramtschef-im-NSA-Ausschuss/!5209624/
« Letzte Änderung: 03. Juli 2015, 14:46:31 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
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Abused Frog


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« Antworten #704 am: 06. Juli 2015, 08:38:56 »

Zitat
Verfassungsschutz stellt Strafanzeige: Generalbundesanwalt ermittelt wegen unserer kritischen Berichterstattung

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat nach Informationen des Deutschlandfunks zwei Strafanzeigen wegen unserer Berichterstattung gestellt, in beiden Fällen soll der Generalbundesanwalt schon ermitteln.

Am 25. Februar hat ein Internetdienst wesentliche Teile des Wirtschaftsplans des Verfassungsschutzes von 2013 veröffentlicht, am 15. April wesentliche Teile des Plans für 2015. Darin sind auch operative Details aufgeführt. Deswegen ist er zu großen Teilen als geheim eingestuft. Beide Verfahren hat der Generalbundesanwalt an sich gezogen. Er ermittelt nun wegen des Verdachts, dass Staatsgeheimnisse verraten worden seien.

Mit dem Internetdienst sind wir gemeint. Am 25. Februar berichteten wir über Geheimer Geldregen: Verfassungsschutz arbeitet an „Massendatenauswertung von Internetinhalten“.

Der Verfassungsschutz arbeitet daran, massenhaft Internet-Inhalte zu erheben und auszuwerten, darunter Kontaktlisten und Beziehungsgeflechte bei Facebook. Dafür hat der Inlandsgeheimdienst einen Posten von 2,75 Millionen Euro in seinem geheimen Haushalt eingeplant, den wir veröffentlichen. Diese Daten sollen mit anderen verknüpft und gerastert werden, um „bislang unbekannte Zusammenhänge festzustellen“.
....

Quelle: Netzpolitik.org via NDS


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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Hochseefischer
Gast
« Antworten #705 am: 06. Juli 2015, 16:19:39 »

Die Nummer, die der VS im Sinne der Datenerhebung und -verarbeitung im Internet durchziehen will oder schon tut, ist wohl eine Nummer größer als das geplante oder bereits schon umgesetzte Social Media Monitoring Tool der BA  angry
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Schluepferstuermer


Beiträge: 805


« Antworten #706 am: 10. Juli 2015, 15:39:25 »

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-affaere-usa-erstaunt-ueber-zoegerliche-deutsche-reaktion-a-1043035.html

Über das wäre ich nicht überrascht. Das kennen wir seit Jahren.
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lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!
Troll
Abused Frog


Beiträge: 6368



« Antworten #707 am: 10. Juli 2015, 15:54:56 »

Zitat
NSA-Affäre: USA erstaunt über "zögerliche Reaktionen" der Deutschen

Einschränkung der Zusammenarbeit, Ausweisung von Personal: US-Geheimdienste rechneten nach SPIEGEL-Informationen mit harschen Reaktionen, nachdem bekannt wurde, dass sie das Handy der Kanzlerin abhörten. Die Zurückhaltung der Deutschen überraschte sie.
....

Ein gut erzogenes Hundchen beißt doch sein Herrchen nicht, und das Deutsche Hundchen beißt selbst dann nicht wenn es ganz übel Prügel bezieht, vorbildlicher Untertanengeist, daß können wir.
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Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti
Kuddel


Beiträge: 9232


« Antworten #708 am: 21. Juli 2015, 21:13:37 »

Kommentar von Selmin Çaliskan, Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International:

Zitat
Edward Snowden enthüllte, dass internationale Geheimdienste durch Massenüberwachung millionenfach die Menschenrechte einschränken. Doch die europäische Politik plant paradoxerweise weitere Rechtsverletzungen.


Den kompletten lesenswerten text gibt es hier: http://www.fr-online.de/gastbeitraege/nsa-skandal-rechtsverletzungen-statt-kampf-gegen-die-nsa,29976308,31266000.html

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Nikita


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« Antworten #709 am: 14. August 2015, 14:21:14 »

Die Bundesregierung wird wieder einmal von ihren Lügen der Vergangenheit eingeholt. Fr. Christiane Wirtz vom BPA und Regierunssprecher Seibert verlieren sich nur noch in Narrativen und Phrase ohne Anspruch auf Transparenz. Selbst das vorgeschobene Konsultationsverfahren und Vorbehalte der US-Regierung die Selektorenliste weiterzugeben, erweisen sich als reines Lügenkonstrukt der Bundesregierung.
https://www.youtube.com/watch?v=6awCvQkv6Dw

Es lohnt sich die Fragen auf Tilo Jungs youtube-Kanal zu verfolgen:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLuQE_zb4awhXCJ7GWJLbkngo3YNcuckhf


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Nikita


Beiträge: 989



« Antworten #710 am: 01. Dezember 2015, 22:25:55 »

NSA stoppt Bulk-Telefondaten-Sammlung innerhalb der USA:

http://www.reuters.com/article/2015/11/27/us-usa-nsa-termination-idUSKBN0TG27120151127

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cyberactivist
Urlaubsjunkie-Auf Entzug
Administrator

Beiträge: 701



« Antworten #711 am: 28. Dezember 2015, 10:27:05 »

NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen [32c3]
Wundervoller Beitrag zum BND-Untersuchungsausschuß
Anna hat sich in 41 Anhörungen des Untersuchungsauschusses gesetzt und Liveblogs geschrieben, um die Öffentlichkeit über den Inhalt zu informieren.

https://www.youtube.com/watch?v=MFzRprZK-NA
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Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.
Just B U


Beiträge: 853



« Antworten #712 am: 23. Januar 2016, 11:06:21 »

Zitat
[b]Mobilfunk-Überwachung
[/b]
BKA sendet massenhaft stille SMS

Genau 116.948 Handy-Kurzmitteilungen, deren einziger Zweck es war, den Aufenthaltsort der Empfänger ausfindig zu machen, hat das Bundeskriminalamt im 2. Halbjahr 2015 verschickt. Dies stellt eine Verfünffachung binnen eines Jahres dar.

Von: Achim Killer

Stand: 20.01.2016

Die drastisch gestiegene Zahl der Überwachungs-SMS steht in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Auch andere Behörden verschickten in diesem Zeitraum Tausende derartiger Kurzmitteilungen, das Bundesamt für Verfassungsschutz 45.376 und die Bundespolizei 41.671.

Kurzmitteilung verrät Aufenthaltsort

Eine stille SMS wird dem Empfänger nicht angezeigt. Bei ihrer Zustellung aber zeichnet der Mobilfunk-Provider die Verbindungsdaten auf, vor allem in welcher Funkzelle sich der Empfänger befindet. Und die simsende Behörde kann sich mit einem richterlichen Beschluss diese Daten aushändigen lassen.

BND lässt andere für sich schnüffeln


Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des NDR verschicken Behörden solche Kurzmitteilungen auch im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes. Welche Behörden diese Amtshilfe leisten, ist nicht bekannt. In einer Mail vom BND an das Bundeskanzleramt, aus der SZ und NDR zitieren, wird der Sachverhalt bestätigt. Jedoch bittet der BND darum, dies nicht publik zu machen. Tatsächlich verweigert die Bundesregierung auch in der aktuellen Antwort an die Linksfraktion explizit Auskünfte über den Auslandsgeheimdienst.



http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/computer/bka-handy-sms-100.html
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« Antworten #713 am: 22. November 2016, 21:49:21 »

Zitat
Im besonderen Fall der NSA-Selektorenlisten hat das Vorlageinteresse des Untersuchungsausschusses zurückzutreten

Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Bundesregierung die NSA-Selektorenlisten nicht an den NSA-Untersuchungsausschuss herausgeben muss. Zwar umfasst das Beweiserhebungsrecht des Untersuchungsausschusses dem Grunde nach auch die NSA-Selektorenlisten. Die Selektorenlisten berühren aber zugleich Geheimhaltungsinteressen der Vereinigten Staaten von Amerika und unterliegen deshalb nicht der ausschließlichen Verfügungsbefugnis der Bundesregierung. Eine Herausgabe unter Missachtung einer zugesagten Vertraulichkeit und ohne Einverständnis der Vereinigten Staaten von Amerika würde die Funktions- und Kooperationsfähigkeit der deutschen Nachrichtendienste und damit auch die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit der Bundesregierung nach verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Einschätzung der Regierung erheblich beeinträchtigen. Das Geheimhaltungsinteresse der Regierung überwiegt insoweit das parlamentarische Informationsinteresse, [...]

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 13. Oktober 2016, 2 BvE 2/15

Pressemitteilung:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/bvg16-084.html

Volltext:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2016/10/es20161013_2bve000215.html
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« Antworten #714 am: 08. März 2017, 16:53:23 »

Zitat
8. März 2017 um 14:24 Uhr |  Verantwortlich: Jens Berger


Wikileaks veröffentlicht beunruhigende Daten über Hacker bei der CIA und niemanden interessiert es



Bislang wurden Nerds, die die Kameralinse an ihrem Laptop mit einem Klebestreifen zukleistern, ja oft noch mitleidig belächelt … immer diese Paranoiker. Zumindest das sollte sich eigentlich spätestens seit heute ändern. Wie die jüngsten Enthüllungen von Wikileaks belegen, verfügt die CIA über zahlreiche Hacker-Techniken, mit denen sie nicht nur traditionelle Software auf Computern infizieren und für ihre Zwecke nutzen kann. Das besondere Interesse der CIA scheint vor allem darin zu bestehen, sogenannte „smarte“ Elektronikgeräte in Wanzen und Überwachungskameras umzuwandeln.
 Dies ist eine neue Eskalationsstufe im Krieg um unsere Privatsphäre.

In Zeiten von Skype, iPhone, Alexa, Siri, Bordcomputern im Auto und internetfähigen Fernsehgeräten, Waschmaschinen und Mikrowellen sind wir von Geräten umgeben, die man mit einem kleinen Hack zu Überwachungstechnik umfunktionieren kann, mit der jeder unserer Schritte, jede unserer Gesten und jedes unserer Worte protokolliert werden kann. Ach ja – nebenbei hat Wikileaks auch veröffentlicht, dass das US-Konsulat in Frankfurt am Main offenbar eine verdeckte Hacker-Basis betreibt. Und wo bleibt der Aufschrei?

Keine 12 Stunden nach der Veröffentlichung auf Wikileaks haben die Medien schon wieder auf Alltag umgeschaltet. SPON berichtet von russischen Verschwörungstheorien, die Süddeutsche echauffiert sich über das Frauenbild der „Populisten“ und die WELT lobt Ungarns Umgang mit den Flüchtlingen. Anders die NZZ, die sich mächtig aufregt … und zwar über das böse Wikileaks, das sich „erneut in russische Pläne hat einspannen lassen“ und „die USA und ihre Verbündeten“ attackiert. Nicht die Verantwortlichen, sondern die Überbringer der schlechten Nachrichten stehen mal wieder im Fokus des medialen Zorns. Wahnsinn.
(...)


http://www.nachdenkseiten.de/?p=37327
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« Antworten #715 am: 08. März 2017, 21:31:42 »

Wikileaks-Enthüllungen Der Spion im eigenen Haus

Smartphones, Fernseher, Bordcomputer: Die jüngsten Wikileaks-Enthüllungen zeigen, dass der amerikanische Geheimdienst CIA Menschen offenbar nach Belieben ausspähen kann. Für die Hacker scheint es keine Grenzen mehr zu geben.
08.03.2017

Die Namen der Spähwerkzeuge, die der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA nach den neuen Veröffentlichungen von Wikileaks für das Ausspähen von Smartphones, Fernsehern, Laptops oder Bordcomputern von Autos nutzt, klingen wie aus einem mittelmäßigen Computerspiel: „Weeping Angel“, „Wrecking Crew“, „ChrunchyLimeSkies“, „Assassin“ oder „Medusa“. Doch die verspielten Namen trügen. Denn es handelt sich um gefährliche Malware, Viren und Trojaner, mit denen eine eigene Programmiertruppe der CIA systematisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Geräten ausnutzt, die in jedem Haushalt auf der ganzen Welt vielfach vorhanden sind.

Der internetfähige Kühlschrank, der nach dem Aufstehen belauscht, wie sein Besitzer über Terrorismus redet; der Fernseher, der mitschneidet, welche Serien wann angeschaut werden; das Handy, das Gespräche heimlich mitschneidet und im Zweifel direkt ins CIA-Hauptquartier nach Langley schickt: Es ist die Horrorvision vom gläsernen, allseits überwachten Bürger, die Amerika nach der Veröffentlichung der mehr als 8000 Dokumente von Wikileaks aufgeschreckt hat wie lange nichts mehr. Und der am Dienstag veröffentlichte Datensatz „Vault 7“ mit 7818 Webseiten und 943 Anhängen sei nur die erste Tranche einer größeren Sammlung, kündigte Wikileaks an.
Schon jetzt bezeichnen Experten die neuen Veröffentlichung als größte Enthüllung in der Geschichte von Wikileaks. Wikileaks-Chef Julian Assange betonte, die Plattform habe mit „Vault 7“ bereits jetzt mehr Dokumente veröffentlicht als Edward Snowden in drei Jahren. Der Australier, der seit Jahren in der Botschaft von Ecuador in London lebt, bestritt, dass die Enthüllung etwas mit dem Erlass des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu tun habe, der eine kurzfristige Überprüfung aller Cyberwar-Programme angeordnet hatte.

Snowden schätzte die Veröffentlichungen von Wikileaks am Mittwoch als glaubwürdig ein. Er verwies in einem Tweet auf Detail-Informationen, die nur Geheimdienst-Insidern bekannt gewesen seien. Die Dokumente zeigten, dass die amerikanischen Regierung im Geheimen dafür gezahlt habe, Software aus den Vereinigten Staaten unsicher zu machen.
„Fake-Off-Modus“ für Samsung-Fernseher

Akribisch beschreiben die Dokumente, die im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen von Wikileaks teilweise zensiert wurden, wie Agenten in Smartphones, Laptops oder Bordcomputer von Autos einbrechen oder Fernseher in Abhörwanzen umwandeln können. „Sie können Musik abspielen oder komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen und einen Unfall verursachen, wenn sie jemand umbringen", sagte der Sicherheitsexperte Ross Schulmer dem Sender CNN. In einigen Dokumenten wird beschrieben, wie die CIA Informationen über Sicherheitslücken mit der amerikanischen Bundespolizei FBI oder befreundeten Geheimdiensten wie dem britischen GCHQ austauscht. Dabei wird auch immer wieder auf Firmen verwiesen, die ihr Wissen über sofort ausnutzbaren Sicherheitslücken („Zero day exploits“) kommerziell anbieten.

Die Funktion der verschiedenen Spähwerkzeuge ist dabei offenbar sehr unterschiedlich. Beim Projekt „Weeping Angel“ entwickelten die CIA-Programmierer in Zusammenarbeit mit Experten des britischen Geheimdienstes MI5 einen „Fake-Off-Modus“, bei dem bestimmte Fernseher-Modelle von Samsung scheinbar ausgeschaltet sind, in Wirklichkeit aber in den Raum lauschen – je nach Modell sogar mit eingeschalteter Webcam.
Eine andere Gruppe von Programmierern hat demnach Programme entwickelt, um gängige Smartphones zu hacken. So könnte der CIA laut Wikileaks sowohl den Standort des Besitzers senden als auch heimlich das Mikrofon und die Kamera des Handys aktivieren und so seine Audio- und Video-Kommunikation mitschneiden.

Seit Oktober 2014 hat die CIA den Dokumenten zufolge auch versucht, Kontrolle über die Bordcomputer von Autos und Lkw zu erlangen – womöglich mit dem Ziel, künftig gezielte Tötungen ausführen zu können, die kaum noch nachzuweisen wären, wie Wikileaks mutmaßt.

Das Beunruhigende daran: Die Spähprogramme der CIA sind offenbar nicht auf eine einzelne Plattform beschränkt, sondern betreffen nahezu alle großen Betriebssysteme. Ob auf dem stationären Rechner oder einem Mobilgerät, ob Apple iOS, Windows, Linux oder Android: Kaum eine Plattform scheint vor den CIA-Hackern noch sicher. Auch Software auf CDs oder DVDs, USB-Sticks, versteckte Systemdateien oder verborgene Festplattenpartitionen können die Spähprogramme den Wikileaks-Dokumenten zufolge infizieren.
Experten: WhatsApp oder Telegram wohl nicht betroffen

Für die Geräte- und Software-Hersteller, die von der CIA offenkundig wohlweislich nicht über die Sicherheitslücken informiert wurden, sind die neuen Enthüllungen der Super-GAU. Entsprechend bemühten sie sich am Mittwoch um Schadensbegrenzung. Apple erklärte nach einer ersten Analyse, viele der genannten Angriffspunkte seien in der jüngsten Version des iPhone-Betriebssystems iOS bereits geschlossen worden. „Wir werden weiter daran arbeiten, alle entdeckten Schwachstellen schnell zu schließen.“ Traditionell aktualisieren iPhone-Nutzer schnell die neuen System-Versionen, aktuell laufen nach Angaben des Konzerns 80 Prozent der Telefone damit. Elektronikkonzern Samsung kündigte lediglich an, „die Angelegenheit mit höchster Dringlichkeit“ zu prüfen. „Der Schutz der Privatsphäre unserer Kunden und die Sicherheit unserer Produkte genießen bei Samsung einen sehr hohen Stellenwert.“
Fachleute widersprachen am Mittwoch auch der Einschätzung, wonach der Geheimdienst die Verschlüsselung von Nachrichtendiensten wie WhatsApp, Signal oder Telegram aushebeln könne. Die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente lieferten keine Anhaltspunkte dafür, betonten die Krypto-Experten von Open Whisper Systems. Vielmehr gehe es dort darum, die Software der Telefone zu hacken. Damit könnten dann Informationen vor der Verschlüsselung oder nach der Entschlüsselung abgegriffen werden.

„Die allgegenwärtige Verschlüsselung treibt Geheimdienste von nicht entdeckbarer Massenüberwachung hin zu teuren, riskanten, gezielten Attacken“, hieß es von Open Whisper Systems. Die Software-Schwachstellen sind wertvoll, weil meist ein hoher technischer Aufwand nötig ist, um sie zu finden und unbemerkt zu nutzen. Geheimdienste setzen sie also grundsätzlich nur gezielt und sparsam ein, weil sie mit einer Entdeckung verbrannt wären. Zugleich machen nicht geschlossene Sicherheitslücken die Geräte immer grundsätzlich gefährlich. "Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass diese Schwachstellen nicht auch den Chinesen oder den Russen bekannt sind", sagte Paul Rosenzweig von der IT-Sicherheitsfirma Redbranch Consulting dem Online-Dienst „CNET“. Und eine breite Veröffentlichung des CIA-Codes könnte die Geräte zur Beute für Kriminelle machen, noch bevor die Lücken gestopft werden können.

Das Verhältnis zwischen der Tech-Industrie und der amerikanischen Regierung könnte sich dadurch noch weiter verschlechtern. Schon die Snowden-Enthüllungen im Sommer 2013 hatten den Fokus auf Verschlüsselung ausgelöst und viele Unternehmen dazu getrieben, Daten in Europa statt in den Vereinigten Staaten zu speichern. Jetzt bekommt das Silicon Valley ein besseres Bild davon, wie viele entdeckte Schwachstellen die Geheimdienste für sich behalten, statt sie den Unternehmen zu melden. Die Geheimdienst-Community wird zugleich inmitten ihrer aktuellen Auseinandersetzung mit Präsident Donald Trump um die vermuteten Russland-Verbindungen seiner Entourage geschwächt.

Fachleute widersprachen am Mittwoch auch der Einschätzung, wonach der Geheimdienst die Verschlüsselung von Nachrichtendiensten wie WhatsApp, Signal oder Telegram aushebeln könne. Die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente lieferten keine Anhaltspunkte dafür, betonten die Krypto-Experten von Open Whisper Systems. Vielmehr gehe es dort darum, die Software der Telefone zu hacken. Damit könnten dann Informationen vor der Verschlüsselung oder nach der Entschlüsselung abgegriffen werden.

„Die allgegenwärtige Verschlüsselung treibt Geheimdienste von nicht entdeckbarer Massenüberwachung hin zu teuren, riskanten, gezielten Attacken“, hieß es von Open Whisper Systems. Die Software-Schwachstellen sind wertvoll, weil meist ein hoher technischer Aufwand nötig ist, um sie zu finden und unbemerkt zu nutzen. Geheimdienste setzen sie also grundsätzlich nur gezielt und sparsam ein, weil sie mit einer Entdeckung verbrannt wären. Zugleich machen nicht geschlossene Sicherheitslücken die Geräte immer grundsätzlich gefährlich. "Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass diese Schwachstellen nicht auch den Chinesen oder den Russen bekannt sind", sagte Paul Rosenzweig von der IT-Sicherheitsfirma Redbranch Consulting dem Online-Dienst „CNET“. Und eine breite Veröffentlichung des CIA-Codes könnte die Geräte zur Beute für Kriminelle machen, noch bevor die Lücken gestopft werden können.

Das Verhältnis zwischen der Tech-Industrie und der amerikanischen Regierung könnte sich dadurch noch weiter verschlechtern. Schon die Snowden-Enthüllungen im Sommer 2013 hatten den Fokus auf Verschlüsselung ausgelöst und viele Unternehmen dazu getrieben, Daten in Europa statt in den Vereinigten Staaten zu speichern. Jetzt bekommt das Silicon Valley ein besseres Bild davon, wie viele entdeckte Schwachstellen die Geheimdienste für sich behalten, statt sie den Unternehmen zu melden. Die Geheimdienst-Community wird zugleich inmitten ihrer aktuellen Auseinandersetzung mit Präsident Donald Trump um die vermuteten Russland-Verbindungen seiner Entourage geschwächt.

Was die Deutschen indes mindestens ebenso beunruhigen dürfte wie die Enthüllungen an sich: Laut Wikileaks war neben dem CIA-Hauptquartier in Langley Frankfurt ein Ausgangspunkt der Überwachungen. So hätten die Hacker vom dortigen amerikanischen Generalkonsulat aus ihre Angriffe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gesteuert. In Frankfurt befindet sich einer der größten Knotenpunkte für das europäische Internet.


Quelle

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wikileaks-cia-spaeht-smartphones-und-fernseher-aus-14914713-p2.html
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« Antworten #716 am: 08. März 2017, 23:18:48 »

WikiLeaks hat damit begonnen, Dokumente und Daten der Hacker-Abteilung des Geheimdienstes der CIA, des Center for Cyber Intelligence, unter dem Titel "Vault 7" zu veröffentlichen. Unklar ist, ob die Daten aus einem Hack stammen oder von einem Whistleblower weitergegeben wurden, was wahrscheinlich ist, so dass nun auch die CIA ähnlich betroffen ist wie zuvor die NSA durch Edward Snowden. Schon länger war bekannt, dass die CIA die Cyberaktivitäten massiv ausbauen wollte.

Torrent:
https://file.wikileaks.org/torrent/WikiLeaks-Year-Zero-2017-v1.7z.torrent

Password:
SplinterItIntoAThousandPiecesAndScatterItIntoTheWinds

https://wikileaks.org/ciav7p1/

https://www.heise.de/tp/features/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger-3646552.html

Diskussion auf chefduzen.de:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27262.msg327217#msg327217
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« Antworten #717 am: 09. März 2017, 12:28:32 »

.. und ich Naivling habe mich immer gewundert warum die Treffer bei meiner Firewall mehrheitlich aus de kommen ...

Theoretisch ist es aber auch egal, von welchem Ort aus die Leute operieren. Vllt. ist der direkte Kontakt für BND-, BKA-Mitarbeiter  und Co.einfach nur leichter und schneller zu überbrücken als in die USA reisen zu müssen?

Die aktuellen Enthüllungen zeigen jedoch auch, dass man sich zwingend selber schützen und/ oder kümmern muss. Ähnlich wie bei den eigenen 4 Wänden.
Niemand gibt einen Pfifferling drauf, dass " Spionieren unter Freunden- das geht gar nicht" irgend eine Grenze ziehen wird oder gezogen wurde.

Leider kann ich gut nach vollziehen, dass so viele Leute " sich nicht auch noch darum kümmern" können/ wollen.
Es ist aufwändig; mit technischen Ausdrücken überfrachtet und all zu oft zweifelhaft ob die verwendete Soft- und Hardware nicht doch direkt von den "Sicherheits"behörden unterwandert oder gar selbst herkommt.

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« Antworten #718 am: 09. März 2017, 18:07:15 »

Die aktuellen Enthüllungen zeigen jedoch auch, dass man sich zwingend selber schützen und/ oder kümmern muss. Ähnlich wie bei den eigenen 4 Wänden.
Niemand gibt einen Pfifferling drauf, dass " Spionieren unter Freunden- das geht gar nicht" irgend eine Grenze ziehen wird oder gezogen wurde.
Vor was willst du dich denn schützen? Das die Wirtschaft, deine Daten missbraucht(Das geht ziemlich gut)
oder vor denn NSA und Co.? So viel Optimismus hätte ich auch gerne. Der einzige Schutz ist eine sehr starke python Verschlüsselung.
Glaube das war so 2002 da jemanden kennen gelernt, für denn war es normal alle 14 Tage eines neue Handy zuhaben. Das wahr ein guter Schutz.
Behaupte mal heute wird das nicht anderes mit Laptops sein.
Mit Tor ist man übrings nach spätestens ein halben Jahr bekannt.
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« Antworten #719 am: 09. März 2017, 18:11:32 »

shitux schrieb:

Zitat
Leider kann ich gut nach vollziehen, dass so viele Leute " sich nicht auch noch darum kümmern" können/ wollen.
Es ist aufwändig; mit technischen Ausdrücken überfrachtet und all zu oft zweifelhaft ob die verwendete Soft- und Hardware nicht doch direkt von den "Sicherheits"behörden unterwandert oder gar selbst herkommt.

Ich gehöre (zumindest bis jetzt) auch zu "diesen" Leuten.
Habe nicht wirklich viel Ahnung von dem ganzen Kram was Verschlüsselung und Firewalls etc. angeht....  Roll Eyes

rebelflori schrieb:

Zitat
Mit Tor ist man übrings nach spätestens ein halben Jahr bekannt.

Was heißt das?
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« Antworten #720 am: 09. März 2017, 19:42:27 »

shitux schrieb:

Zitat
Leider kann ich gut nach vollziehen, dass so viele Leute " sich nicht auch noch darum kümmern" können/ wollen.
Es ist aufwändig; mit technischen Ausdrücken überfrachtet und all zu oft zweifelhaft ob die verwendete Soft- und Hardware nicht doch direkt von den "Sicherheits"behörden unterwandert oder gar selbst herkommt.

Ich gehöre (zumindest bis jetzt) auch zu "diesen" Leuten.
Habe nicht wirklich viel Ahnung von dem ganzen Kram was Verschlüsselung und Firewalls etc. angeht....  Roll Eyes
Für denn normalen gebrauch, reicht eigentlich ein guter VPN Tunnel, DNS Server oder Tor aus.
Der einzige was hilf, ist eine sehr gute Festplattenverschlüsslung.

rebelflori schrieb:

Zitat
Mit Tor ist man übrings nach spätestens ein halben Jahr bekannt.

Was heißt das?
Das heißst das sie wissen wer du bist, aber das ist halb so schlimm. Selbst in der NSA werden, genug Leute mit verstand sein. Aber bist du ein Dark web Dealer, Hacker, Anführer einer Revolution bist oder schaust Kinderpornos. Würde ich mir Gedanken machen.

Mir ging bei der Aussage eigentlich darum, aufzuzeigen wie weit es real wirklich geht. Das währe genau so, wenn ich 100 € Greenpeace spende und dann in einen Tiguan steige.

Ich wollte dir keine Angst machen, es ist alles halb so schlimm.
Ich glaube, ich werde langsam Zyniker.
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shitux


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« Antworten #721 am: 09. März 2017, 21:58:13 »

rebelflori,

Mein Ansinnen war auch eher aus zu drücken, das keine eigene Regierung ein nachdrückliches Interesse hat, dass die PC´s der Bevölkerung (extrem) sicher sind.
Über " Das warum Wohl?" brauchen wir uns wohl nicht austauschen; richtig?

Der Postillion bringt z.B. einen Punkt: http://www.der-postillon.com/2017/03/cia-merkel.html
Bundesregierung will CIA-Spionage erst verurteilen, wenn Merkel selbst betroffen ist

Zitat
Vor was willst du dich denn schützen?

Z.B. vor dem ausnutzen div. Schwachstellen von Standardhard & Software. Ich erinnere an die Angriffe auf die Telekom-SchRouter im letzten Jahr. Netgaer hat- so glaube ich jedenfalls- eine allgemein gültige Notfall-IP, über die man auf deren Router im genannten Notfall zugreifen kann. Andere Router mögen da wohl nicht unbedingt besser sein.
Irgendein IT´ler hat mir auch mal versucht zu erklären, warum eine Firewall auf dem Rechner genauso nutzlos ist, wie eine Brandschutztür mitten im Wohnzimmer. Verstanden habe ich es nur partiell- genutzt hat es jedoch in so weit, dass ich eben selbst gebaut und ausgelagert habe.

Und wenn ich von den  >1000 Attacken/ Tag die!!! Entscheidende abwehren konnte, hat sich der Selbstbau meines Firewallrouters für mich durchaus  gelohnt.

ich bin natürlich kein Experte. und JedeR findet jmd der immer ein büschen mehr weiß über Sicherheit als der Vorherige. Vllt. endet das ganze auch in einer riesengroßen Paranoia- kA.


« Letzte Änderung: 09. März 2017, 22:35:35 von shitux » Gespeichert

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« Antworten #722 am: 09. März 2017, 22:47:27 »

Zitat
Mit Tor ist man übrings nach spätestens ein halben Jahr bekannt.
Das bezweifel ich.
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shitux


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« Antworten #723 am: 10. März 2017, 04:01:47 »

Folgende Szenarien war bis gerade eben Diskussion bei mir:

Mein vernetzter Kühlschrank bestellt 1 Kg Fleisch. Ich erzähl dies meinen Kumpels. Alle finden das noch recht lustig weil ich doch Vegetarier bin. Dies passiert jedoch ein paar mal. Irgendwann halten meine Kumpels mich vllt. für verrückt oder ein Spinner. Auch das mein Smart-TV meine Gespräche aufnimmt- " völlig irre der Typ. Vllt glaubt er auch noch, dass seine Geräte gehackt wurden ....tztztz"

Jetzt wo Wikileaks es öffentlich gemacht hat, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus ....

Ein weiteres: Es werden zukünftig die " Intelligenten Stromzähler" Pflicht. Was wenn ziemlich kritische Journalisten, Blogger oder Politiker die den Geheimdiensten zu nahe kommen, der Strom abgestellt wird, weil gehackte Stromzähler einen Horrorverbrauch anzeigen? Und niemand solche Rechnungen begleichen kann?

OK, vllt. ist dies schon die weiter oben angesprochene Paranoia. Aber angesichts dessen was die Schlapphüte jetzt schon können & grenzenlos machen: Wäre es wirklich soo abwegig?
« Letzte Änderung: 10. März 2017, 04:23:30 von shitux » Gespeichert

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« Antworten #724 am: 10. März 2017, 13:03:46 »

Naja, wer auf dem Land lebt könnte sich mit einem Notstromaggregat behelfen und völlig absurd hohe Stromrechnungen müssen sachlich begründbar sein, soweit bekannt. Wer hindert einen, sich möglichst alte, netzwerkunfähige Geräte und Kommunikationsmittel zu beschaffen und zu nutzen?

Ich brauche keine Geräte, die mir "helfen", ohne dass man sich dagegen verwehren kann, wozu? Ein einfaches Leben = Lebensqualität und gutes Gegenmittel Smiley. Ist uninteressant.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 10. März 2017, 17:59:59 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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