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Autor Thema: CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte  (Gelesen 939474 mal)
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12815



WWW
« Antworten #1000 am: 21. April 2016, 17:21:05 »

Da steht aber nirgends für wieviele Stunden das sein soll! Roll Eyes
Ist ja schon ein Unterschied, ob das eine 40, 50 oder 60 Stundenwoche sein soll!
« Letzte Änderung: 21. April 2016, 17:22:45 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #1001 am: 22. April 2016, 11:47:47 »

Ich gehe mal davon aus, das es sich um eine 38,5 h-Woche handelt..
Warum sollten sonst Arbeitszeitkonten dort existieren, so wie es von
ZAF`s erfunden wurde und mittlerweile nicht nur da angewannt wird.

Wahrscheinlich bleibt die monatliche Lohntüte immer gleich und wer
seine Überstunden nicht abfeiern kann, bereitet dem Ausbeuter
nette Geschenke richtung unentgeltlicher Arbeitsleistungen..

 kotz *würgh* AAAAAh

Manche Klauseln in Arbeitverträgen kann mann noch so streng in die
Geheimhaltungspflicht versetzen..
Doch das nutzt wenig, da sie so stark muffeln, das sie vom jeden
gerochen werden.

 Wink
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Lass Dich nicht verhartzen !
PeterS


Beiträge: 4


« Antworten #1002 am: 22. April 2016, 14:30:26 »

Habe es ja bisher immer vermieden mich in derartigen Foren auszulassen.
Da die Cces jedoch nicht bereit ist die mir zustehende Restzahlung zu leisten habe ich mich zusammen mit weiteren Betroffenen auf die Suche nach einem Anwalt gemacht (in meinem Fall wird die Klage von Rechtschutz bezahlt).
Hier nun mein Angebot: sollte jemand von euch finanzielle Forderungen gegen die CCES haben besteht die Möglichkeit sich einer Sammelklage anzuschließen und auf diesem Wege an euer Geld zu kommen.
Der Anwalt arbeitet auf Erfolgsbasis (bedeutet er nimmt nur im Falle einer erfolgreichen Klage 20% der Summe die Euch beim Prozess zugesprochen werden.

Ihr habt die Möglichkeit eure belegbaren Forderungen und die entsprechenden Unterlagen per Email an Cces-klage@ok.de zu senden, Anwalt wird jeden Fall prüfen und euch verständigen falls eine Klage Sinn macht.

Ich bitte um Verständnis dass vorab keinerlei Daten der Kanzlei bekanntgegeben werden um uns vor der bekannten Einflussnahme durch CCES24 zu schützen.

Werde auch hier nicht weiter auf Kommentare reagieren, ich für meinen Teil habe genug Material gesammelt (Video- und Tonmitschnitte von allen Gesprächen mit Vorgesetzten Emailverkehr usw.) um meine Interessen durchsetzen zu können.

IHR SEID HERZLICH EINGELADEN EUCH DIESEM EUCH ANZUSCHLIESSEN!!!
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dagobert


Beiträge: 4563


« Antworten #1003 am: 22. April 2016, 14:40:35 »

Zusammengefasst:
Komplette Infos sollen an eine unbekannte E-Mail-Adresse geschickt werden, von der keiner weiß wer dahinter steckt.

Klingt für mich nicht sehr seriös.
« Letzte Änderung: 22. April 2016, 14:50:52 von dagobert » Gespeichert
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12815



WWW
« Antworten #1004 am: 22. April 2016, 14:44:17 »

Das gleiche habe ich auch grade gedacht dago!
Zitat
(Video- und Tonmitschnitte von allen Gesprächen mit Vorgesetzten Emailverkehr usw.)
Ich weiß ja nicht wie das nach spanischem Recht aussieht, aber nach deutschem Recht wäre es eine Straftat, sofern die Erlaubnis zum Mitschnitt nicht vorher von allen Beteiligten eingeholt wurde.
Außerdem glaube ich nicht, das ein Chief Executive Officer einer Online- Marketing- Firma ernsthaft gegen CCES24 klagen will! Denke, hier geht es eher darum Daten abzugreifen!
« Letzte Änderung: 22. April 2016, 14:51:37 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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dagobert


Beiträge: 4563


« Antworten #1005 am: 22. April 2016, 14:52:49 »

Ich weiß ja nicht wie das nach spanischem Recht aussieht, aber nach deutschem Recht wäre es eine Straftat, sofern die Erlaubnis zum Mitschnitt nicht vorher von allen Beteiligten eingeholt wurde.
Die wohl kaum ein Vorgesetzter erteilen würde ...  Roll Eyes
Zitat
Denke, hier geht es eher darum Daten abzugreifen!
Was die Frage aufwirft, wer dahinter steckt.
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PeterS


Beiträge: 4


« Antworten #1006 am: 22. April 2016, 15:26:20 »

Dann muss ich dich nochmal reagieren.
1.) Mitschnitte sind strafrechtlich relevant sofern die ohne Zustimmung und unkenntlich machen der zu sehen den Personen veröffentlicht werden.
2.) Ich denke dass jeder Weiss um wen es sich handelt ( gab ja nicht so viele Peter S bei Ptb).
3.) Mitschnitte dienten zur Eigensicherung und und on sie zur Beweissicherung dienen wird  wenn dann Das zuständige Gericht entscheiden.

Und ich zwinge ja keinen sich anzuschliessen, klar wäre es den Menschen bei CCES lieber ich würde Namen der Kanzlei veröffentlichen
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jepe


Beiträge: 11



« Antworten #1007 am: 25. April 2016, 22:43:01 »

es ist sicherlich interessant Daten zu sammeln und gegen die CCES24 zu klagen. Finanziell wird man jedoch nach Ablauf der Fristen oder Unterzeichnung des finingito nichts mehr bekommen. Die CCES24  hat in Palma schon diverse Prozesse verloren.
Ich selber habe über fast 2 Jahre alle Kontostände des Arbeitszeitkontos und der Nominas gespeichert, sowie der meisten Wochenarbeitspläne. Daraus geht einduetig hervor, das die CCES24
1. mehr fach Überstunden angeordnet hat ohne zu fragen;
2. die CC§ES24 nicht in den gesetzlichen Fristen die Überstunden ausgezahlt hat, bzw. gar nicht bezaht hat;
3. die CCES24 auch versucht hat über angeordneten - nicht abgesprochenen - Überstunden Abbummeln, versucht hat mich als Agenten im Inbound um die Überstundenzuschläge zu betrügen;
4. Überstunden sind kein einziges mal korrekt ausgezaht worden;
5. Ich habe selbst bei der Abfindung nicht die mir zustehenden 20 minuten Pause ausbezaht bekommen; mal Nachrechnen mehr als 300 Arbeitstage a minimum 8 Std x 20 Minuten, das ist echt Geld, ist das Betrug lieber CEO der CCES24? Da hilft keine Gegendarstellung !
6. Idiomazuschläge wurden ebenfalls unterschlagen,
--------------und das sind nicht alte Kamellen;
weitere Vorgänge auch von anderen Mitarbeiter z.B. Ende 2015 habe ich ebenfalls schriftlich vorliegen.
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Du bist mehr Wert, Du verdienst Respekt und Anerkennung;
dagobert


Beiträge: 4563


« Antworten #1008 am: 27. April 2016, 01:17:09 »

es ist sicherlich interessant Daten zu sammeln und gegen die CCES24 zu klagen.
Dann sollte aber auch klar sein, wer da Daten sammelt.
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Fritz Linow


Beiträge: 1126


« Antworten #1009 am: 25. Mai 2016, 13:15:10 »

Neuer Verwaltungsratsvorsitzender, neues Glück:
http://www.cces24.es/de/management/

Ist das der hier?
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/strafanzeige-finanzinvestor-barclays-spaeht-geschaeftspartner-aus/3641142-all.html

https://web.archive.org/web/20160525110604/http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/strafanzeige-finanzinvestor-barclays-spaeht-geschaeftspartner-aus/3641142-all.html
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2908



« Antworten #1010 am: 25. Mai 2016, 15:05:22 »

Jedem  einzelnen "Hartz IV" Empfänger geht esweitaus mieser, als den beobachteten und verfolgten ehemaligen CC-Gruendern und Consorten.

Das steht natuerlich weder im "Handelsblatt", noch andernorts.

Aus dem Artikel:

Zitat
... ging auf den Mann zu, der fast ununterbrochen in seine Richtung gestarrt hatte, und sprach ihn an: "Warum beobachten Sie mich?"

Der Unbekannte sagte: "Sie müssen sich irren." Schleicher entschuldigte sich, drehte sich um, stieg in seinen Wagen und fuhr ab.
...
Das Observationsprotokoll <Anm.: m. E. durchaus vergleichbar mit den Akten der "ARGEN"> ... st Teil einer Fülle von Dokumenten, die einen erstaunlichen Vorgang illustrieren. ...

... Geschäftsführer von Barclays Private Equity, weist die Vorwürfe zurück. Sie entbehrten jeder Grundlage. Details könne er wegen des laufenden Verfahrens nicht nennen. ...

... Acht-Millionen-Bonus <des Verkäufers des CCs> in Gefahr ...

... Ein entsprechender Weisungsbeschluss vom 29. Januar 2010 ist unter anderem von Barclays-Geschäftsführer Dirk Schekerka unterschrieben. Darin ordnet er eine flächendeckende "Datensicherung" durch eine externe Firma an.
Im Februar 2010 griffen Spezialisten der Münchener Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Audecon auf 127 078 E-Mails von Thomas Steinle und seinem Bruder zu. Gescannt wurden nicht nur geschäftliche, sondern auch private und gelöschte E-Mails seit 2007.

Der Passwortschutz der E-Mail-Konten wurde umgangen. Sogar vermeintlich endgültig ausradierte Post wurde laut Audecon-Gutachten "sichtbar gemacht"... .

...  Die Detektive ermittelten die Quadratmeterzahlen der Wohnungen der Steinles, deren Bankverbindungen, sogar die Stromanbieter. Und das war erst der Anfang.

Die Detektive vor der Haustür ...

Dabei wurden die Betroffenen nicht angehört. ...

Diese Art der Beschattung führte zu teils skurrilen, teils haarsträubenden Situationen. ...

..., die beide <CC-Gruender> seit sieben Uhr morgens observiert wurden, trafen sich um 10.30 Uhr im Berliner Cafe Einstein. Beide Männer waren wie im Schockzustand. Ihre Kreditkarten waren gesperrt, die Bankautomaten spuckten für sie nichts mehr aus, Geld mussten sie sich bei Freunden leihen.

... klingelte es bei den Schleichers <ehem. CC GF> an der Tür. Seine Lebensgefährtin war mit ihrem sechs Monate alten Baby allein im Haus. Sie öffnete. Vor ihr standen: ein Gerichtsvollzieher, neben ihm zwei Rechtsanwälte der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. ..

... erfuhr erst auf der Rückfahrt, dass ein Gerichtsvollzieher bei ihm zu Hause stand - und konnte den Abtransport gerade noch verhindern. ...

Von den bereits erhaltenen 32 Mio. Euro sollte er 23 Mio. zurückzahlen und auf weitere Ansprüche verzichten. ...

... . Nun haben sich beide Seiten gegenseitig verklagt. ...



Quelle: Nun haben sich beide Seiten gegenseitig verklagt


Das ist jetzt keine Schadenfreude, doch offensichtlich wird in Deutschland mit zweierlei Mass gemessen: was fuer den Ausgebeuteten stets und regelmässig "zumutbar" ist, gilt bei den Ausbeutern als schwere Katastrophe.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 25. Mai 2016, 15:40:15 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
schwarzrot


Beiträge: 4516



« Antworten #1011 am: 26. Mai 2016, 06:58:58 »

Zitat
Quelle: Nun haben sich beide Seiten gegenseitig verklagt

Das ist jetzt keine Schadenfreude, doch offensichtlich wird in Deutschland mit zweierlei Mass gemessen

Genau und deshalb finde ich, in so einem fall ist auch allerheftigste schadenfreude mal wirklich erlaubt.  Wink
Muss man sich nur überlegen, wie diese 'investoren' ihr umfeld/ihre damaligen untergebenen fertiggemacht und abgezogen haben, als sie noch am drücker waren.
Leider kamen noch grössere abzocker vorbei und nun kloppen sich die vorigen leuteschinder mit ihresgleichen um die beute.  Grin

Da darf man als ausgebeuteter, der sonst nicht viel zu lachen hat, wirklich mal gerne richtig schadenfroh sein und seinen spass drüber haben, wenn sie ihre eigene 'medizin' fressen müssen.
Oder um es anders zu sagen:

« Letzte Änderung: 26. Mai 2016, 07:21:12 von schwarzrot » Gespeichert

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht
Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #1012 am: 26. Mai 2016, 11:58:06 »

Oh yeah  Grin Grin

Komplizen, die sich untereinander gegenseitig abgezogen fühlen..

Schlechte Kinderstube, wenn Mensch nicht teilen will.  Roll Eyes

Für die Ausgebeuteten selbst eine Hoffnung, das sie sich als lachender Dritte
und miteinander solidarisiert ihren Kampf wieder aufnehmen und gewinnen..  Wink

Was ist eigendlich nun auf Malle los ?

Ich habe schon lange nix mehr von Inseider_innen gelesen. Dieser Thread bietet
sich immer noch als Sprachrohr an gelle ?
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Lass Dich nicht verhartzen !
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6376


« Antworten #1013 am: 16. Juli 2016, 14:32:23 »

Das Elend der Migration:


Zitat
Das Insel-Leben der ausländischen Dauerbewohner
Die Mallorca-Migranten

Nicht nur während der Hauptsaison ist Mallorca voller Ausländer: Vor allem Briten und Deutsche leben dauerhaft auf der spanischen Insel. In vielen Pubs und Seniorenheimen wird vor allem Deutsch gesprochen, hier bleiben die Wahl-Mallorquiner unter sich.


Die Mühe, Spanisch oder Katalanisch zu lernen und in Kontakt mit den Einheimischen zu treten, nehmen die wenigsten Einwanderer auf sich.
...
inzwischen liegt der Ausländeranteil bei beinahe 20 Prozent.
Dauerbewohner - oder Resident - ist, wer mehr als 183 Tage pro Jahr auf der Insel lebt. Also offiziell gemeldet ist und entsprechend Steuern zahlt. Dazu kommen Schätzungen zufolge nocheinmal so viele, die kamen und einfach blieben. So wie die Einwanderer aus Marokko, aus Ecuador und Kolumbien auf der Suche nach Arbeit. Und Nordeuropäer auf der Suche nach Freiheit und einem möglichst unbeschwerten Leben. Manche von ihnen hatten nichts zu verlieren: etwa 2000 deutsche Obdachlose sollen auf Mallorca leben. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn die Menschen ohne Bleibe sind in den Statistiken ebenso unsichtbar wie auf den Straßen von Palma.
...
Seit anderthalb Jahren lebt er hier, von Anfang an als Obdachloser. In Deutschland war er nie ohne Wohnung, aber zurück in sein deutsches Hartz-IV-Leben möchte er trotzdem nicht mehr. "Ich habe die letzten Jahre von 60 Euro im Monat für Essen,Trinken und Rauchen gelebt. Und dann kam mein Vermieter auf die Idee, mir die Miete mal um 40 Euro zu erhöhen. Dann hätte ich noch 20 Euro gehabt im Monat. Und da habe ich gesagt, die kriege ich auch durch Betteln auf Mallorca zusammen." In seinem neuen Leben bestellt Klaus sogar manchmal einen Kaffee, oder wenn das Betteln gut gelaufen ist, auch mal ein Bier, in seiner dunklen Café-Ecke.
...
"Ich hatte nur 115 Euro in der Tasche, mehr hatte ich nicht und bin auf den Flughafen und die erste Linie, die ich buchen wollte, hat man mir im Reisebüro gesagt, ja, die Billigtickets, die gibt's nur über das Internet. Nicht bei uns. Und den Flug konnte ich mir natürlich nicht leisten und da sind ja mehrere Reisebüros, dann bin ich mal so rum. Und dann hat eine gesagt: Ja,  ich hätte da einen Flug für 103 Euro, aber der geht erst in drei Tagen. Also das hieß, ich hab den Flug natürlich genommen, ich musste mich dann drei Tage in Köln am Flughafen rumtreiben, bis dass ich dann fliegen konnte. Ja, und dann ging's los." Heimweh nach Deutschland hatte Klaus seitdem nicht mehr, er hat sich eingelebt; und sogar einen Begleiter gefunden: Ben, ein französischer Schäferhund, dem Klaus das Leben gerettet hat. Wenn Klaus in seinem Café sitzt, dann döst Ben meist auf dem Boden vor sich hin, ist aber sofort hellwach, sobald sein Herrchen an den großen Rucksack geht. Denn für seinen Hund hat Klaus immer genug Futter, selbst wenn beim Betteln mal nicht so viel zusammen gekommen ist."Im Winter ist es ein bisschen knapp mit dem Geld, weil kaum Touristen da sind. Aber sonst im Sommer: Ich habe zu rauchen, zu essen, ich habe Futter für meinen Hund. Ich bin ja eigentlich, seitdem ich hier bin, bin ich das erste Mal richtig frei. Bin ich vorher nicht gewesen. Ist eigentlich ganz gut, ist prima hier."
...
"Jetzt zieh nicht so, dann hängt auch die Krawatte nicht raus.." Aber Klaus behält die Kontrolle über Ben - und er hat wieder die Kontrolle über sich
selbst; fühlt sich nicht mehr fremdbestimmt wie in seinem Hartz-IV-Leben in Deutschland, wo er zwar nie obdachlos war, aber sich dafür auch nie so frei wie jetzt gefühlt hat. Klaus will deshalb auf Mallorca bleiben; auch weil er in Deutschland nicht das bekommen würde, was er auf der Insel hat: einen sonnigen Stammplatz. "Das hier ist im Sommer meine Bank."
...
Die Wirtschaftskrise hat nicht nur das spanische Festland erfasst - auch die Inseln haben unter den Folgen zu leiden. Nach Angaben der Caritas sind an die 300.000 Mallorquiner von Armut bedroht - mehr als ein Drittel der Bevölkerung kann die laufenden Lebenshaltungskosten kaum bezahlen, heißt es in dem jüngsten Bericht. Nicht zuletzt wegen der steigenden Mieten, etwa in der Hauptstadt Palma. Mit Nahrungsmittelspenden und Suppenküchen werden die Ärmsten versorgt.
...
Wer auf der Insel bleiben möchte und über entsprechende finanzielle Mittel verfügt,  kann seinen Erst- oder Zweitwohnsitz auf Mallorca anmelden. Seit 2005 können EU-Bürger nach dem sogenannten Freizügigkeitsgesetz ihren Aufenthaltsort innerhalb der Europäischen Union frei wählen, sie dürfen arbeiten oder sich selbständig machen. Wer nicht oder nicht mehr erwerbstätig ist, wenn er einen Wohnsitz anmelden, der über ausreichende Existenzmittel und über einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz verfügt und dies auch belegen kann. Die Suche nach einer passenden Unterkunft oder nach einer Immobilie ist für begüterte Mallorca-Migranten ebenfalls keine große Hürde - dank der zahlreichen  deutsch- und englischsprachigen Makler und Notare auf der Insel. In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens kommen Ausländer gut zurecht, ohne ein einziges Wort Spanisch oder gar mallorquinisches Katalanisch zu sprechen. Da diese beiden Sprachen jedoch nach wie vor auch auf Mallorca die Amtssprachen sind, muss sich, wer sich offiziell auf der Insel niederlassen will, bei den Behördengängen professionelle Unterstützung suchen. Die beginnt dann nicht erst in der Amtsstube, sondern in der langen Schlange vor dem Ausländeramt in Palma.

Doris Kirch hat eine dicke Mappe in der Hand; mit Anträgen für die Número de Identidad de Extranjero, kurz NIE. Für diese Nummer stellt sich Doris Kirch einmal pro Woche vor das Ausländeramt. Für ihre Kunden besorgt sie alle nötigen Termine, kümmert sich um den Papierkram, weiß, für welches Formular man an welchen Schalter gehen muss. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf, dass, wer auf Mallorca leben will, um diese Nummer nicht herum kommt.

"Das ist ein Problem, wenn man hier herkommt und dann arbeiten möchte. Weil ohne die NIE-Nummer darf man hier nicht arbeiten. Die meisten Banken wollen die haben, die meisten Vermieter verlangen eine NIE-Nummer, zum Arbeiten sowieso, Handyvertrag, wenn du zuhause Internet anmelden möchtest. Also das ist der erste Schritt hier wirklich. Der Gang zum Ausländeramt.
...
Während Doris Kirch alles mit der Sachbearbeiterin auf Spanisch regelt, muss Martin abschließend nur noch die Dokumente unterschreiben, die für ihn vorbereitet wurden und den Beleg abgeben, dass er die Bearbeitungsgebühr bezahlt hat - ebenfalls organisiert von Doris Kirch. Nach ungefähr einer Stunde ist es dann geschafft:

 "Herzlichen Glückwunsch." "Das ist wie so ne Urkunde." "Die Lizenz um hier anfangen zu dürfen, ja so ein bisschen ist es schon. Gut, ihr Lieben, tschüss, machts gut." "Viel Glück, ne?"

Die anderen Kunden von Doris Kirch verabschieden sich, aber Martin bleibt noch, er hat Doris Kirch gebucht für einen weiteren Service: für den Gang zur Bank und zum Handykarten-Kauf.
...
"Mallorca macht's einfach, man kann hier theoretisch komplett in einer Parallelgesellschaft leben. Man hat hier deutsche Medien, man hat hier deutsches Fernsehen bekommt man hier über Satellit, man hat hier deutsche Geschäfte, man kann hier komplett ohne Spanischkenntnisse leben, aber die Frage ist ja, will man das?"
...
http://www.deutschlandfunk.de/das-insel-leben-der-auslaendischen-dauerbewohner-die.922.de.html?dram:article_id=359638

Interessant sind die Schilderungen des Obdachlosen Klaus, der Betteln und Wohnungslosigkeit der Gängelung durch Hartz IV vorzieht und sich im Vergleich jetzt eher "frei" fühlt.

Das und die Unsicherheit der Migranten, die sich weder in Sprache, noch in Kultur oder den dort geltenden Gesetzen auskennen, sind die Grundlage, auf der Ausbeuter, wie das CCES24, mit dem zynischen Umgang mit ihrer Belegschaft durchkommen.

Nichts muß bleiben, wie es war. Die Migranten, die man als billige Arbeitskräfte in den 60ern und 70rn nach Deutschland holte, blieben nicht lange so ahnungslos, unsicher und unterwürfig. Sie erhoben sich und kämpften für ihre Würde und ein besseres Leben.

Zitat
Als es im August 1973 zu »wilden Streiks« der Türken bei Ford Köln kam, bekam das Bild vom unterwürfigen, für jede Drecksarbeit dankbaren Gastarbeiter die ersten Kratzer.

Auf einer Betriebsversammlung eine Woche vor Beginn des Streiks erklärten sich die türkischen Arbeiter solidarisch mit den Entlassenen, während die Mehrheit der deutschen Kollegen die Entlassungen und Disziplinarverfahren zum Teil applaudierend befürwortete. Den Deutschen, die als Vorarbeiter, Fertigmacher oder Meister vor allem vorgesetzte Funktionen im Betrieb innnehatten, erschienen die Entlassungen gerechtfertigt. Dennoch waren zu Beginn auch deutsche Kollegen an dem Streik beteiligt, wenn auch zögerlich.

Im Laufe des Tages zieht ein Demonstrationszug durch das ganze Werk. Am Abend dieses 24. August versammeln sich einige Tausend auf dem Werksgelände, zu diesem Zeitpunkt standen drei Forderungen im Zentrum: Zurücknahme der Entlassungen, eine Mark mehr pro Stunde für alle und die Herabsetzung der Bandgeschwindigkeit. In den nächsten zwei Tagen weitet sich der Streik innerhalb der Ford-Werke aus.
http://www.kanak-attak.de/ka/text/fordstreik.html

Weitere Infos über die Auseindersetzung der türkischen Migranten in Deutschland:
http://www.report-k.de/Wirtschaftsnachrichten/Koelner-Wirtschaft/Vor-40-Jahren-besetzten-tausende-Arbeiter-das-Niehler-Fordwerk-der-Fordstreik-in-Koeln-23585
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilder_Streik_bei_Ford_(1973)
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Frauke


Beiträge: 4


« Antworten #1014 am: 22. Juli 2016, 21:11:05 »

Wurde die Belegschaft nun mundtod gemacht ? Oder ist der Laden endlich dicht gemacht worden ? Oder gab es doch eine Besserung die hier nicht genannt werden darf ? Komisch das es keine neuen Berichte mehr gibt. Es war schon fast die Wochenende Pflichtlesung gewesen...
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dagobert


Beiträge: 4563


« Antworten #1015 am: 22. Juli 2016, 21:14:16 »

Wurde die Belegschaft nun mundtod gemacht ?
Dass der Propagandaminister relativ regelmäßig im Forum anzutreffen ist spricht dafür.
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Agent Orange


Beiträge: 11


« Antworten #1016 am: 22. Juli 2016, 23:54:41 »

Der Propagandaminister wurde mittlerweile vom "Head of Training" zum Projektmanager des Outbounds befördert. Frengel hat 51% der Unternehmensanteile an die DV-Com abgetreten und seinen GF-Posten einem türkischstämmigen MA der DV-Com überlassen. Die DSL Technik wird Zug um Zug abgebaut und an ein DV-Com Callcenter am Standort Magdeburg übertragen. Die Agents der DSL-Technik in Palma werden nun noch massiver unter Druck gesetzt. Nach dem Motto: "Was, Du beschwerst Dich! Du darfst gerne gehen, denn wir bauen momentan Personal ab!"

Das Unternehmen 1&1 ist hingegen mit dem Callcenter auf Mallorca sehr zufrieden und vergibt nun weitere Outbound Projekte. Schon sehr bald gibt es hier keinen einzigen Agent mehr der am Telefon nichts verkaufen muss.


Wurde die Belegschaft nun mundtod gemacht ?


Die Antwort lautet: JA!
« Letzte Änderung: 22. Juli 2016, 23:58:30 von Agent Orange » Gespeichert
Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #1017 am: 23. Juli 2016, 01:32:10 »

Vielen Dank Agent Orange.

Eine Struktur und Phylosophie, bei der Windeln so voll sind, das sie beim
nächsten Tröpfchien platzen.. Wat ne sauerei..

Eine Arbeit in entsprechendem Klima, wo es Entlassungsangst regnet.
Macht es dann noch Sinn, einen Brötchiengeber noch hinterher zu laufen,
für den mann sowiso nur als ein Etwas betrachtet wird der entweder
funzt und Zaster bringt oder wie eine aufgerauchte Fluppe aus zu drücken
gilt ?

Was ich mich und hier mal gefragt habe : Haben Jobcentren in D bei
Zustandekommen eines Arbeitsverhältnis bei CCS24 auch die Finger
drin ?

Umzug, Arbeitnehmerförderung die nur an Arbeitgeber fließt und
sogenannte "Intregrationshilfen" etc.. ?

Ich kann mir nicht vorstellen, das sowas nicht durch den Flurfunk gegangen
ist, wenn es so war oder immer noch überd JC in D oder E unterstützt wird.

Wäre schön zu erfahren, wie mann an so ein Job in der Ferne kommt.

 Wink
« Letzte Änderung: 23. Juli 2016, 01:35:10 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Agent Orange


Beiträge: 11


« Antworten #1018 am: 23. Juli 2016, 12:09:47 »

Genau so ist es, Onkel Tom!

Die auswanderunggswilligen Rekruten aus Deutschland werden von privaten Arbeitsvermittlern im Auftrag der CCES24 nach Malloca gelockt und vom Jobcenter gefördert. Weil einige von ihnen nach Verhandlungen mit dem deutschen Arbeitsamt erst einige Wochen probearbeiten und erst dann ihren heimischen Haushalt auflösen, werden sie zunächst von der CCES24 Führung täglich lieb gegrüßt und bauchgepinselt. Nach spätenstens sechs Wochen verwandeln sie sich dann (so wie das übrige Agentenpack) in Luft, bzw. falls sie es wagen sich mit einem Anliegen an die Personalabteilung oder das Projektmanagement zu wenden, mutieren sie zur lästigen Schmeißfliege!
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Kuddel


Beiträge: 11224


« Antworten #1019 am: 23. Juli 2016, 13:49:36 »

Hallo Agent Orange,

es ist erfrischend deine Beiträge zu lesen.
Ich war in diesem Thread viel unterwegs und mir ist meine Vielschreiberei sogar vorgeworfen worden.
Ich fand es äußerst spannend, was sich in diesem Diskussionsstrang und in der CCES24 Niederlassung getan hat. Das kollektive Krankmelden der Mehrheit der Beschäftigten, war eine ungewöhnliche, aber beeindruckende Kampfform. Die Belegschaft war in einer Position, in der sie massive Verbesserungen für sich hätte herausschlagen können. Daß sie diese Chance nicht genutzt hat und daß Indivualismus und Feigheit die Oberhand gewonnen haben, hat mich unendlich frustriert. Ich habe mich von dem Geschehen abgewandt, denn die herrschenden unerträglichen Bedingungen sind selbstverschuldet.

Das CCES24 ist ja im Grunde nichts Besonderes. Die zynische Profitgier und der menschenverachtende Umgang mit den Beschäftigten ist eher Standard in Callcentern, auch Deutschland. Es bleibt als Problem die komische Haltung der Agents. Ein traditionelles Arbeiterbewußtsein gibt es sowieso nicht. Das gibt es inzwischen auch in produzierenden Betrieben immer weniger. Aber dann gibt es in Callcentern (zumindest anfänglich) das Gefühl, daß Telefonieren ja eh keine richtige Arbeit ist. Und anfänglich läßt man sich auch von dem kumpeligen Umgang, oftmals auch mit Vorgesetzten, blenden.

Meine Haltung zur Callcenterarbeit: So leicht sie erscheinen mag, auf längere Sicht hat sie ernste Folgen für die Gesundheit. Die Statistiken dazu sind erschreckend. Das Gemeinschaftsgefühl ist erzwungen, geheuchelt, erlogen. Der wesentliche Teil der Callcenterleistungen ist purer Schrott. Ein Großteil gilt sowieso dem Verkauf von Produkten, die kein Mensch braucht. Von der Mehrzahl der Menschen wird der Umgang mit Callcentern als nervig empfunden. Das gilt für Outbound Werbeanrufe sowieso, aber auch der eigene Anruf in einer Hotline ist meist nervtötend mit den Warteschleifen, mit der inkompetenten Beratung, der gespielten, schleimigen Freundlichkeit, den unbrauchbaren und falschen Antworten. Die meisten Callcenterdienstleistungen braucht niemand, wenn man von denen absieht, die einen Reibach damit machen. Die Auftraggeber sind zumeist große Konzerne, auch wenn die ausführenden Center kleine Klitschen sein mögen. Wenn in diesen Klitschen unmenschliche oder auch illegale Zustände herrschen, dann waschen die Konzerne ihre Hände in Unschuld, als hätten sie damit nichts zu tun. Sie wissen aber sehr genau, was in der kleinsten und abgelegendsten Bude abgeht.

Die Callcenter in anderen Ländern haben natürlich noch eine Sondersituation. Die deutschen Agents sind dort gleich mehrfach verunsichert. Sie sind weder zuhaus in der Kultur, noch in Sprache, Arbeitsrecht oder im Umgang mit Behörden. Die deutschen Migranten sind oftmals geflüchtet vor eigenen Problemen, vor dem grauen deutschen Alltag und vor Hartz IV und den Schikanen deutscher Ämter. Einige haben einfach ihre Zelte abgebrochen, andere hatten noch eine große Klappe und herumgetönt, daß sie schon wüßten, wie es geht ein besseres Leben zu führen. Wenn man dann auf Mallorca auf die Fresse fliegt, ist die Rückkehr in die deutsche Tristesse und Behördenwillkür keine Option. Vor den Bekannten will man auch nicht als Gescheiterter wieder auftauchen. Aber auf der Insel fliegen einem nicht gerade die gebratenen Tauben in den Mund. Es gibt keine tollen sozialen Bedingungen, der Konkurrenzkampf ist hart, es gibt Armut, auch unter den Migranten und es soll über 2000 deutsche Obdachlose dort geben.

Das alles ist wohl leichter zu ertragen, wenn man sich die eigene Situation schönlügt. Nur bessert sich dadurch nichts.

Ich habe bereits gesagt, daß ich davon ausgehe, daß die Situation sehr leicht zu verbessern ist. Man muß dazu kein Revoluzzer sein und braucht nicht Kopf und Kragen zu riskieren. Man braucht dazu in erster Linie  den Austausch mit Kollegen und ein geschlossenes Vorgehen eines Teils der Belegschaft. Es muß sich nicht einmal um die Mehrheit handeln. Das spanische Arbeitsrecht ist in macherlei Beziehung weitaus nützlicher für die Beschäftigten, als das deutsche.

Es scheint, keiner hat so gut die Macht der offenen Diskussion gegen die Zustände im Betrieb erkannt, wie der Propagandaminister. Der schaut in schöner Regelmäßigkeit hier rein.

Es liegt in der Hand der Beschäftigten, ob sie die entwürdigenden Zustände weiter ertragen wollen, oder ob sie für eine Verbesserung der Bedingungen selbst sorgen. Das kann kein Außenstehender für sie tun.
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Agent Orange


Beiträge: 11


« Antworten #1020 am: 23. Juli 2016, 19:18:27 »

Hallo Kuddel, super Beitrag!

Die Belegschaft war in einer Position, in der sie massive Verbesserungen für sich hätte herausschlagen können. Daß sie diese Chance nicht genutzt hat und daß Indivualismus und Feigheit die Oberhand gewonnen haben, hat mich unendlich frustriert. Ich habe mich von dem Geschehen abgewandt, denn die herrschenden unerträglichen Bedingungen sind selbstverschuldet.


Auch mein Mitleid hält sich in Grenzen. Teilweise haben Ma's hier nur gepostet, weil sie sich eigene Vorteile verschaffen wollten. Viele wurden eingeschüchtert oder haben nach Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses einfach kein Interesse an jeglichen Aktivitäten.

Unter der Leitung der DV-Com wird sich an der gegenwärtigen Situation der Agents ganz bestimmt nichts ändern:

https://www.kununu.com/de/dv-com-dieter-gretzschel/a/SUZsUFtzfg%3D%3D

http://ainfos.ca/de/ainfos04978.html

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Onkel Tom


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« Antworten #1021 am: 23. Juli 2016, 21:19:18 »

Um da wirklich noch was ändern zu können, bedarf es Arbeit an der Pipeline
H4 D<>E..

Die "Arbeitsmarktpolitischen Instrumennte" zeigen auf Malle ihre volle Wirkung.

Weniger Nachschub von neuen "naiven" Mitarbeiter und Streik der italienischen
Art dürften die Problematik in den Vordergrund rücken..

Kein Wunder, das Malle ca. 2000 Obdachlose hat, zumal bei Rückkehr nach D
die H4-Sanktion schon wartet, weil z.B. eine Rückmeldung vom AG zum JC
erfolgt ist..

Aller Anfang ist jedoch das Zusammenkommen der Betroffenen und Wege zu
probieren, solche Zustände zu bekämpfen.
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Kuddel


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« Antworten #1022 am: 24. Juli 2016, 10:01:32 »

Onkel Tom,
es ist richtig, daß Hartz IV nicht nur die Erwerbslosen betrifft, sondern auch Teil des Großangriffs auf soziale - und Arbeitsbedingungen ist. Es betrifft die gesamte Gesellschaft. Das System Hartz IV kam ja von den britischen Inseln nach Deutschland und wurde von dort aus zum Exportschlager. Gerade wurde so etwas mit aller Gewalt in Frankreich durchgesetzt, wenn auch mit beeindruckender Gegenwehr. Bereits Anfang der 90er Jahre wehrten sich die Spanier mit einem Generalstreik gegen die von Deutschland befohlenen Verschlechterungen der Erwerbslosenunterstützung. Auch dieser Protest hatte den Angriff auf die sozialen Bedingungen nicht abwehren können. Heute können wir überall die katastrophalen Folgen erleben. Auch auf Mallorca.

Den Agents beim CCES ist wenig damit geholfen, jetzt über die Wirkung von Hartz IV zu diskutieren. Wie beschissen ihre Alternativen zu diesem Job aussehen, wissen sie selbst. Es gilt nun nach Dingen zu suchen, wie sie jetzt in ihrem Alltag auf ihren Ausbeuter reagieren können. Ein einfacher, aber sehr wichteiger Schritt wäre es, ersteinmal seine Arbeitszeit detailliert zu dokumentieren. In Callcentern ist es weltweit ein Phänomen, daß es häufig Fehler in der Lohnabrechnung gibt, nahezu ausschließlich zu Ungunsten der Agents. Es ist auch relativ leicht, einen gekauften, bzw. nichtsnützigen Betriebsrat abzusetzen.

Eine Beratung einer spanischen Gewerkschaft, wäre eine einfache, aber sinnvolle Sache. Die CCOO in Palma beitet auch deutschsprachige Beratung an. Ich habe aber eine kritische Haltung zu dieser Gewerkschaft. In Bezug auf das CCES hat sie sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mir erscheint immernoch die CNT die beste Adresse zu sein. CNT - Confederación Nacional del Trabajo  
Adresse: Carrer de Joan Alcover, 54, 07006 Palma
Telefon: +34 971 72 64 61
https://www.facebook.com/cnt.palma
Ein Bekannter hat die Aktiven in Palma kennengelernt und sie wärmsten empfohlen.

Ansonsten können Möglichkeiten zu praktischen Schritten hier zusammengetragen und diskutiert werden. Vieles wurde bereits gesagt, man muß sich nur ein wenig durch diesen endloslangen Thread arbeiten.
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Onkel Tom


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« Antworten #1023 am: 25. Juli 2016, 00:40:34 »

...
Ansonsten können Möglichkeiten zu praktischen Schritten hier zusammengetragen und diskutiert werden. Vieles wurde bereits gesagt, man muß sich nur ein wenig durch diesen endloslangen Thread arbeiten.

Jo, und das nachträgliche Durchlesen dieses so laaangen Thread hat sich meines
Erachten gelohnt.. Für mich war es eine virtuelle Reise durch eine Bimmelbude, in
der alles mögliche an Falschheiten Blüten treibt.

 Wink

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Agent Orange


Beiträge: 11


« Antworten #1024 am: 25. Juli 2016, 21:57:56 »

Ich habe einen aufschlussreichen Artikel über die DV-Com (den neuen Hauptanteilseigner) gefunden:


Zitat
Als sie erfuhr, dass die Gewerkschaft einen Betriebsrat durchsetzen wollte, lud sie schnell selbst zu einer Versammlung ein. Betriebsräte seien von der Gewerkschaft ferngesteuert, erklärten leitende Angestellte den Mitarbeitern. Das würde dem Unternehmen schaden. Der Verlust von Arbeitsplätzen stand im Raum. Den Mitarbeitern sei mehrmals gedroht worden, den Standort Dresden zu schließen, sagt Radeberg -was die Firma bestreitet. Die Belegschaft stimmte jedenfalls gegen einen Betriebsrat. Äußerst aggressiv sei die Stimmung unter den Mitarbeitern gewesen -die Strategie der Angstmache sei aufgegangen. "Woraus setzt sich die Belegschaft eines Call-Centers zusammen?", fragt sie, um dann gleich die Antwort zu geben. "Das sind entweder Menschen, die nichts gelernt haben oder solche, die lange arbeitslos waren und deshalb nicht in ihre alten Berufe zurückfinden können."



http://www.dw.com/de/angst-vor-arbeitslosigkeit/a-16091022
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