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Autor Thema: Militär und braunes Pack  (Gelesen 3334 mal)
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Kuddel


Beiträge: 9290


« am: 28. September 2013, 14:42:58 »

Dieser aktuelle Stern Artikel macht mich ein wenig nervös...

Zitat
Zwei deutsche Ex-Soldaten mit Spaß am Töten

Eine Bande, wie aus einem Thriller: Kokainschmuggel, Waffentransporte und Auftragsmorde - weltweit waren die fünf Männer aktiv. Unter ihnen auch zwei deutsche Ex-Soldaten, denen töten "Spaß machte".


Selbst New Yorks Staatsanwalt Preet Bharara fühlte sich an einen Thriller erinnert: "Die schauderhaften Anschuldigungen in der Klageschrift lesen sich, als wären sie aus einem Roman von Tom Clancy", sagte Bharara. Gerade hatte er nach einer filmreichen Jagd über vier Kontinente Anklage gegen fünf Ex-Soldaten erhoben, die angeblich einen US-Drogenfahnder und dessen Informanten ermorden wollten. Zwei von ihnen sind Deutsche.

Kopf der Gruppe war ein Mann, der sich Zeitungsberichten zufolge "Rambo", 48, nennen ließ. Nach einer Karriere bei der US Army begann der Ex-Ausbilder der Anklageschrift zufolge 2004 eine zweite - als Auftragskiller. Für mehrere Morde soll er verantwortlich sein, zumeist hatte er Hilfe. Für den jüngsten Auftrag holte er sich die Unterstützung von gleich vier Kameraden: einem Amerikaner, 42, einem Polen, 40, und zwei Deutschen, 27 und 29. Ihr Training hatten alle in der Heimat erhalten - in den regulären Armeen ihrer Länder. Die beiden Deutschen und der Pole waren Scharfschützen und trugen den Angaben zufolge bis vor wenigen Jahren noch Uniform.

Gut bezahlte Bonusjobs

Die fünf arbeiteten laut Bharara als Leibwächter für Drogenbosse, doch jeder wollte "Bonusjobs". Das waren Morde, die extra bezahlt wurden. Für einen ganz speziellen - dem an einem US-Drogenfahnder und dessen Informanten im westafrikanischen Liberia - sollte es für alle drei 700.000 Dollar geben, plus noch einmal 100.000 für "Rambo".

Mit ihren beiden Helfern reisten sie nach Angaben von Bharara um die Welt, schmuggelten Kokain, besorgten Maschinenpistolen ("Mac, MP5, MP7, irgendetwas kleines") und kleinkalibrige Pistolen ("Schalldämpfer sind ein Muss!") und kundschafteten ihre Opfer aus. Thailand, Mauritius, Liberia, Bahamas, New York - die Schauplätze könnten auch aus dem nächsten Bond-Film sein. Die Gangster beschafften sogar spezielle Gesichtsmasken, um aus den beiden Amerikanern und dem Deutschen drei Afrikaner zu machen.

Spaß an der Arbeit

Jedoch: Der Auftraggeber war ein verdeckter Ermittler und die fünf waren unter ständiger Beobachtung. Am Mittwoch wurden sie festgenommen: "Rambo" in Thailand, der andere Amerikaner und der Deutsche in Liberia, die beiden Helfer aus Polen und Deutschland in Estland. In New York sollen die fünf demnächst wieder zusammentreffen - vor dem Haftrichter.

"Die Anklage gibt Auskunft über eine Szene gut ausgebildeter Scharfschützen, die sich als Söldner im Namen des Bösen anheuern lassen", sagte Bharara. "Drei der Angeklagten waren bereit, willens und geradezu begierig darauf, kaltes Geld für einen kaltblütigen Mord zu nehmen." Wie kaltblütig, steht in den Ermittlungsakten. Demnach sagte der deutsche Scharfschütze, der den Mord in Liberia ausführen sollte, bei einem Treffen: "Das macht Spaß. Also mir macht das Spaß. Ich liebe diese Arbeit."
http://www.stern.de/panorama/internationale-gangsterbande-zwei-deutsche-ex-soldaten-mit-spass-am-toeten-2061170.html

Das erinnert mich daran, daß es keine neue Erkenntnis ist, daß braune Umtriebe in der Bundeswehr eine Tradition haben. Es gibt diverse Querverindungen zwischen Armee, Neonazis, Sicherheitsfirmen, Organisierter Kriminalität und Geheimdiensten.

Zitat
Anfang der 90er Jahre tobt zudem der jugoslawische Bürgerkrieg. Schon früh mobilisieren neonazistische Gruppierungen für Söldnereinsätze auf Seiten faschistischer kroatischer Milizen und später muslimischer Einheiten, die gegen die Zentralregierung in Belgrad und für eine Spaltung des Landes kämpfen. Mehr als 100 Deutsche folgen dem Ruf. Eugen Kammerer, selbst ein Ex-Söldner, berichtet sogar von »über tausend Ausländern, hauptsächlich Deutschen«, die in die Kämpfe verwickelt sind. »Alle haben faschistische Sprüche drauf. (…) Eins wollen sie alle: schießen und töten.« Erbeutete Waffen würden wieder nach Deutschland verschoben, geschmuggelt auch von Neonazis, so Kammerer. Bei ihrer Rückkehr gelten sie in der Szene nicht nur als Helden, sondern bringen auch internationale Kontakte und Know-how mit. Einer dieser Söldner ist Eckart Bräuniger. Der langjährige Berliner NPD-Funktionär mit guten Kontakten zu neonazistischen Skinheadnetzwerken wie Blood & Honour und den Hammerskins diente im Kroatienkrieg. Das dort erlangte Wissen wollte er offenbar im April 2004 bei Wehrsportübungen in einem Brandenburger Wald weitergeben.
http://www.pflaster-info-agentur.de/index.php?area=1&p=news&newsid=21439

Zitat
Sie stehen an den Türen von Diskotheken oder sorgen für die Sicherheit in Einkaufszentren – manchmal patrouillieren sie auch als Streifen durch Berliner Wohngebiete. Die Aufgabenbereiche von privaten Sicherheitsdiensten sind vielfältig und die Branche wächst. Uniformen und die mit ihnen verliehene Autorität ziehen dabei mitunter eine Klientel an, die in Security-Jobs eine Gelegenheit sieht, ihren Hang zur Gewalt auszuleben. Eine brisante Mischung: Hooligans, Rocker – und Neonazis.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/829431.mit-den-braunen-auf-patrouille.html

Zitat
NPD-Mitglieder als Wachmänner im Keltenmuseum‎



Bei der Eröffnung des hessischen Kelten-Museums sind zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen NPD als Wachmänner eingesetzt worden. Sie sollen die zentrale Statue des Keltenfürsten bewacht haben - im Auftrag des Landes.
http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/neonazis-npd-mitglieder-als-wachmaenner-im-keltenmuseum/4140938.html

Man beachte die SA-mäßigen Uniformen!
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Kuddel


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« Antworten #1 am: 14. Juni 2014, 18:58:21 »

Waffendiebstähle aus Kasernen gehören traditionell zu den wichtigsten Bewaffnungsmöglichkeiten der Faschisten. In der Bundeswehr sind sie gut vernetzt.
Nun haben sie schlagartig massig neues Material für einen Bürgerkrieg:

Zitat
Munitionsklau in Seedorf bleibt rätselhaft

Für die Bundeswehr ist der Fall eine Blamage: Anfang Februar stahlen Unbekannte Zehntausende Schuss Munition aus der Kaserne in Seedorf im Landkreis Rotenburg (Wümme). Rund 30.000 Patronen verschwanden unentdeckt, und bislang fehlt von der Munition und den Tätern jede Spur. Am Mittwoch hat sich in Berlin der Verteidigungsausschuss des Bundestags mit den aktuellen Ermittlungsergebnissen beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem 11. März gegen zwei Soldaten aus der Kaserne, ein Tatmotiv gibt es laut dem vorgelegten Bericht jedoch nicht.

Hatten die Täter Helfer in der Kaserne?


Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen wurden bereits Durchsuchungen durchgeführt. Allerdings ohne Erfolg. Die Täter hätten Kenntnisse über den Tatort gehabt, vermuten die Ermittler. Die Frage ist nur: woher? Hatten die Täter etwa Helfer in der Kaserne? Dazu sagt der Bericht nichts. Die Ermittlungen förderten auch Mängel der Wache zutage. Deshalb wird gegen die zwei Soldaten wegen Wachverfehlung ermittelt. Wachvergehen und Tatzeitraum fallen allerdings nicht zusammen.

Sicherung der Kaserne war geplant

Der Bericht setzt sich auch kritisch mit der Sicherung der Kaserne auseinander. Der Munitionsdiebstahl hätte verhindert oder zumindest deutlich erschwert werden können - wenn die Munitionsbehälter vom Wachgebäude hätten eingesehen werden können oder eine Einbruchmeldeanlage installiert worden wäre. Eine Kommission hatte 2006 beide Maßnahmen empfohlen. Sie wurden allerdings nicht voll umgesetzt. Ganz einfach, weil Geld fehlte.
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Munitionsklau-in-Seedorf-bleibt-raetselhaft,kaserne323.html

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Kuddel


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« Antworten #2 am: 29. September 2014, 16:26:17 »

Zitat
Rechtsrock auf der Stube, Hakenkreuze im Schnee, Übergriffe auf Asylbewerber: Die Bundeswehr zieht viele rechte Spinner an; auch gewalttätige Neonazis. Nur die wenigsten müssen die Truppe verlassen.
http://blogs.stern.de/der-investigativ-blog/wie-rechts-darf-ein-soldat-sein/
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Kuddel


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« Antworten #3 am: 15. April 2017, 18:20:00 »

Zitat
Hakenkreuz auf der Feldjacke

Der Militärische Abschirmdienst prüft 275 rechtsextreme Verdachtsfälle in der Bundeswehr. Die Verdächtigen haben dennoch Zugang zu Waffen.


Vor etwa einem Jahr malt ein Bundeswehr-Soldat ein Hakenkreuz auf seine Feldjacke. Als die Sache bekannt wird, bekommt er Ärger – und eine strenge Verwarnung. Wenig später meldet sich das Finanzamt beim Verteidigungsministerium: Ein Zeitsoldat hat die Zahlung von Steuern verweigert, da er sich als „Reichsbürger“ sehe – als Angehöriger jener Politsekte, die in jüngster Zeit mehrfach mit Waffen auf Polizisten geschossen hatte. Gegen den Soldaten läuft ein Disziplinarverfahren.

Gegen einen weiteren Kameraden wird seit November aus dem gleichen Grund intern ermittelt, vier weitere Soldaten fielen in den vergangenen anderthalb Jahren durch Hitlergruß, „Sieg Heil“-Rufe und andere sogenannte Propagandadelikte auf. Die Ermittlungen laufen, aber: Zugang zu Waffen haben sie bei der Bundeswehr weiterhin.

Das gelte auch für den Bundeswehrangehörigen, der das Foto eines Soldaten mit Maschinengewehr im Anschlag, die Mündung in Richtung des Betrachters, ins Internet stellte und darunter schrieb: „Das schnellste deutsche Asylverfahren, lehnt bis zu 1400 Anträge in der Minute ab.“ Gegen ihn ist das interne Disziplinarverfahren der Bundeswehr jedoch bereits eingestellt, „da Dienstvergehen nicht nachgewiesen werden konnten“. So schreibt es das Bundesverteidigungsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, die der FR vorliegt.

Die Liste der Verfehlungen ist lang: 275 rechtsextremen Verdachtsfällen in der Bundeswehr geht der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit nach, davon stammen 43 Fälle von 2016 und 53 Fälle aus diesem Jahr. Der älteste offene Fall stammt von 2011. In ihrer Ablehnung der Vorfälle sind sich die Bundestagsparteien zwar einig – die Konsequenzen unterscheiden sich jedoch. „Jeder einzelne Fall von Extremismus in der Bundeswehr ist abzustellen“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hennig Otte (CDU), der FR.

Es sei nicht „akzeptabel, wenn klar rechtsextrem aufgefallene Personen weiter Zugang zu Waffen haben“. Ulla Jelpke von der Linksfraktion, die die Anfrage gestellt hatte, fordert eine Verschärfung des Disziplinarrechts, „um entschlossener gegen Neonazis in den eigenen Reihen vorzugehen“. So lange die Bundeswehr „alle Vorkommnisse als Einzelfälle abtut“, gelte: „Der Fisch stinkt vom Kopf“, sagte Jelpke der FR.
http://www.fr.de/politik/bundeswehr-hakenkreuz-auf-der-feldjacke-a-1257551
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« Antworten #4 am: 15. April 2017, 19:06:18 »

Zitat
Die Verdächtigen haben dennoch Zugang zu Waffen.
Und zu Sprengstoff?


 
Zitat
Das Bundeskriminalamt verfügt nach eigenen Angaben über keine gesicherten Erkenntnisse zum beim Anschlag verwendeten Sprengstoff. "Es ist noch viel zu früh, solche Aussagen zu treffen, da die kriminaltechnischen Untersuchungen noch laufen", betonte eine Sprecherin.
Kurz zuvor hatte die "Welt" berichtet, dass dieser aus Beständen der Bundeswehr stammen könnte. Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen, so Ermittler zu der Zeitung.
http://www.tagesschau.de/inland/bvb-ermittlungen-101.html

Bisher reine Spekulation.
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Kuddel


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« Antworten #5 am: 27. April 2017, 10:23:15 »

Zitat
Ermittler des Bundeskriminalamtes haben einen Bundeswehrsoldaten festgenommen, der einen Anschlag geplant haben soll. Er hatte sich in eine Asylunterkunft eingeschleust. Der Mann aus Offenbach soll aus Fremdenhass gehandelt haben.
http://www.fr.de/politik/anschlagsplaene-bundeswehr-leutnant-unter-terrorverdacht-a-1267913
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Kuddel


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« Antworten #6 am: 30. April 2017, 15:44:43 »

Zitat

Die Bundeswehr hatte offenbar bereits im Jahr 2014 ernstzunehmende Hinweise auf die rechtsextreme Haltung des festgenommenen Oberleutnants Franco A. Das berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf die Aussagen eines Kameraden von Franco A.

Das Verteidigungsministerium hatte bislang behauptet, bis zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt nichts von einer rechtsextremen Gesinnung von Franco A. gewusst zu haben. Auch bei zwei Sicherheitsüberprüfungen durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD), dem Truppen-Geheimdienst, sei während der rund achtjährigen Karriere des Soldaten nie etwas aufgefallen.

Ende vergangener Woche meldete sich ein Soldat aus eigenen Stücken bei seinen Vorgesetzten. Er erinnerte sich, dass im Jahr 2014 die Professoren im Offizierslehrgang an der französischen Militäruniversität Saint-Cyr die Masterarbeit von Franco A. als extremistisch und unvereinbar mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung eingestuft hatten.

In der Arbeit mit dem Titel "Politischer Wandel und Subversionsstrategie" wiederholt er nach Informationen des Spiegel stramm völkische und teilweise rechtsextreme Positionen, ohne sich von diesen zu distanzieren. Ein Professor urteilte, die Arbeit sei nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar.

Ein Bundeswehrwissenschaftler vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften hatte die Arbeit damals ebenfalls gelesen. Er schrieb, der Text enthalte eindeutig "völkisches Denken". Trotz der beiden klaren Urteile wurde der Verdacht fallen gelassen, da sich Franco A. gegenüber seinem deutschen Vorgesetzten an der Uni wortreich erklärte, sich von der Arbeit distanzierte und angab, das Papier unter Zeitdruck geschrieben zu haben.

Danach wurde der Vorfall offenbar fallen gelassen. Franco A. verfasste eine neue Arbeit und schaffte damit den Abschluss. Da der deutsche Vorgesetzte an der Universität seine Vorermittlungen, die Vorstufe eines echten Disziplinarverfahrens, einstellte, wurde der Vorfall nicht in der Personalakte vermerkt. Auch der zuständige MAD wurde deswegen nicht mit weiteren Recherchen betraut.

Dem Verteidigungsministerium droht nun der Vorwurf, die Öffentlichkeit und das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags (PKGr) nicht richtig unterrichtet zu haben. Um dem vorzubeugen, schickte Staatssekretär Gerd Hoofe nach Informationen des Spiegel am Samstagvormittag einen entsprechenden Hinweis an den Vorsitzenden des Gremiums und bat ihn, auch die anderen Mitglieder über den brisanten neuen Hinweis zu unterrichten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte kurz vor Bekanntwerden dieser Vorfälle interne Untersuchungen angekündigt. "Wir klären rigoros auf, was geschehen ist, und ziehen wo nötig harte Konsequenzen", sagte sie am Samstag auf einer CDU-Veranstaltung. Der Generalinspekteur der Bundeswehr soll nun prüfen, ob der Fall womöglich innerhalb der Streitkräfte noch weitere Kreise gezogen hat. Auch sei, so von der Leyen, zwischen Innen- und Verteidigungsministerium eine gemeinsame Koordinierungsgruppe gebildet worden, "die jetzt intensiv den vielen Fragen und Verästelungen nachgeht". Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte Untersuchungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) an.

Der Oberleutnant war am Mittwoch unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Anschlag geplant zu haben. Er hatte sich laut Staatsanwaltschaft offensichtlich monatelang unter falschem Namen als syrischer Flüchtling ausgegeben. Ihm war vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sogar sogenannter subsidiärer Schutz gewährt worden. Aufgeflogen war die Doppelidentität des Offiziers durch den Fund einer Pistole, die er auf dem Wiener Flughafen versteckt hatte. Daraus ergibt sich auch der Verdacht einer möglichen Anschlagsplanung.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/terrorverdaechtiger-soldat-bundeswehr-rechtsextreme-thesen-masterarbeit

Sofort fiel mir die Meldung aus dem Jahr 2012 ein:
Zitat
Nur durch die hartnäckige Ermittlungsarbeit des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele kam am Dienstag heraus, dass der MAD, der vor allem radikale Tendenzen unter den Soldaten der Bundeswehr beobachtet, bereits 1995 eine umfangreiche Akte über das spätere NSU-Mitglied Uwe Mundlos angelegt hatte und auch mehrere Verfassungsschutzämter darüber informierte.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neuer-nsu-aktenskandal-ueber-gespraech-von-mad-mit-mundlos-a-855265.html

Es spricht alles dafür, daß seinerzeit Mundlos ausgeguckt wurde, als jemand, der für spezielle Aufgaben zu verwenden ist. Er wurde nach und nach aufgebaut zu dem, wofür wir ihn heute kennen.

Daß einiges aus dem NSU Komplex an die Öffentlichkeit gekommen ist, hat zu keinerlei Konsequenzen in dem staatlichen Umgang mit Rechtsextremen geführt. Rechtsextreme werden vom Staat gebraucht, geführt, benutzt.

Das NSU Prinzip lebt weiter. Rechter Terror nicht nur unter den Augen des Staates, sondern auch mit dessen aktiver Unterstützung. Viel zu wenig Beachtung findet die "Gruppe Freital":

Zitat
Die Gruppe Freital deckt sich in ihrer Mitgliederstruktur in weiten Teilen mit der ausländerfeindlichen Bürgerwehr FTL360, benannt nach dem Autokennzeichen von Freital und der Buslinie, auf der zwei der mutmaßlichen Täter, S. und W., als Fahrer eingesetzt waren. Sie war öffentlich als rechtsradikal erkennbar: Sie warb auf Facebook für Rechtsrock-Bands und sympathisierte mit dem Neonazi Horst Mahler. Auch die rechtsradikale Einstellung der Bürgerwehr-Anhänger war auf mehreren der persönlichen Facebookseiten leicht erkennbar. Dennoch sahen Polizei und Verfassungsschutz damals keinen Handlungsbedarf und wollten keine Gruppenstruktur erkennen.

Spätestens von Juli 2015 an bildeten die Angeklagten S., W. und F. mit weiteren Unterstützern die Terrorgruppe Freital. Nach Ansicht der Ermittler war die Gruppe auf längere Zeit angelegt und hatte zum Ziel, politisch Andersdenkende einzuschüchtern und Flüchtlinge so zu verängstigen, dass sie Deutschland wieder verlassen. Ihre rechtsextremistische Ideologie wollte sie gewaltsam durchsetzen, etwa durch Sprengstoffanschläge und durch das Töten von Menschen.

Timo S. ist als Rädelsführer der Gruppe angeklagt. Der 28-Jährige, geboren und aufgewachsen in Hamburg, war vor seinem Umzug nach Dresden in der militanten Neonazi-Szene Norddeutschlands unterwegs.

Patrick F. ist als zweiter Rädelsführer angeklagt. Der 26-Jährige ist gelernter Lagerist und arbeitete zuletzt nebenberuflich auch als Pizzabote. Er gilt mit S. und dem weiteren Angeschuldigten W. als Gründer der Gruppe Freital und soll ihr Planer und Vordenker sein. F. soll mit Sprengkörpern und Schwarzpulver experimentiert haben, um deren Wirkung zu steigern. Gegen F. wurde vor Jahren schon einmal wegen Mitgliedschaft in der Hooligan-Gruppierung Faust des Ostens ermittelt.

Der 30-Jährige ist gelernter Abwassertechniker und arbeitete wie S. bis zuletzt als Busfahrer. Wie S. soll er seine Fahrten dazu genutzt haben, um Ausländer zu überwachen. Wie S. trat er auch bei den Krawallen im sächsischen Heidenau in Erscheinung. In der Gruppe Freital gilt er als der Beobachter der linken Szene, er soll potenzielle Anschlagsziele ermittelt haben.

Die Gruppenmitglieder trafen sich regelmäßig bei Bockwurst und Bier an einer Aral-Tankstelle im Freitaler Ortsteil Deuben, wo mehrere von ihnen wohnten und die meisten der Taten verübt wurden. Die Gruppenmitglieder gingen nach Ansicht der Ermittler organisiert und arbeitsteilig vor und ordneten ihre persönlichen Ansichten dem Gruppenwillen unter.

Nach den Verhaftungen von S., F. und W. hatte die Dresdner Staatsanwaltschaft im Frühjahr 2016 Anklage vor dem Amtsgericht erhoben – wegen des Einsatzes der Sprengkörper, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Eine terroristische Gruppenstruktur wollten Polizei und Justiz nicht erkennen.



In wechselnden Besetzungen griffen die Angeklagten, so die Ermittler, unter anderem zwei Asylbewerberunterkünfte und ein linkes Wohnprojekt an. Sie nutzten dazu in Deutschland illegale Sprengkörper, die sie in Tschechien kauften. Teilweise bestreiten die Angeschuldigten eine Beteiligung.

Am 27. Juli 2015 sprengten die mutmaßlichen Täter den Golf des Freitaler Linken-Abgeordneten Michael Richter, der sich für Flüchtlinge engagiert. Das Fahrzeug erlitt Totalschaden, weitere Wagen wurden beschädigt.

In der Nacht vom 19. auf den 20. September 2015 sollen die Angeklagten am Küchenfenster einer Asylbewerberunterkunft auf der Bahnhofstraße Freital zwei Sprengkörper gezündet haben, darunter einen in Deutschland verbotenen mit Namen Cobra 12. Mauerwerk, Glas- und Kunststoffsplitter flogen umher. Verletzt wurde nur deshalb niemand, weil die acht Bewohner in anderen Räumen schliefen.

Am 20. September 2015 sollen die mutmaßlichen Täter die Schaufensterscheibe des Partei- und Abgeordnetenbüros der Linkspartei in Freital gesprengt haben, weil sich die Linke für Asylbewerber stark macht.

Am 18. Oktober 2015 soll die Gruppe gemeinsam mit zugereisten Unterstützern das linke Wohnprojekt Mangelwirtschaft auf der Overbeckstraße 26 in Dresden angegriffen haben. Sie schleuderten Steine und Böller ins Haus und sprengten eine Flasche mit Buttersäure, um das Haus unbewohnbar zu machen. Ein weiterer Sprengsatz dieser Art zündete aber nicht.

Am 31. Oktober 2015 soll die Gruppe an Fenstern im Erdgeschoss der Asylbewerberwohnung Wilsdruffer Straße 127 zeitgleich drei in Deutschland illegale Sprengkörper Cobra 12 gezündet haben. Die Explosion löste Teile der Fenster aus dem Mauerwerk, Glassplitter flogen umher und verletzten einen der Bewohner im Gesicht. Die drei anderen retteten sich in den Flur, nachdem einer die abbrennende Lunte bemerkt hatte.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/gruppe-freital-rechtsterror-gestaendnis-gericht-justin-sch-angeklagter#info-gruppe-freital-taten-5-tab

Zitat
Der Abgeordnete Enrico Stange (Die Linke) stellte im Juli 2015 eine Kleine Anfrage (Drs. -Nr: 6/1818) zum „Thema: Bürgerwehr Freital“. Innenminister Markus Ulbig antwortete, dass das Operative Abwehrzentrum in einem Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung (§ 224 StGB) gegen mehrere Beschuldigte, die zum Teil der „Bürgerwehr Freital“ zuzurechnen seien, ermittle. Weiter teilte er mit: „Eine ‚Bürgerwehr FTL / 360‘ ist kein Beobachtungsobjekt des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) Sachsen. Dem LfV Sachsen liegen keine Erkenntnisse über tatsächliche Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen einer ‚Bürgerwehr FTL / 360‘ vor.“ Im November 2016 räumte die Staatsregierung ein, dass der sächsische Verfassungsschutz Kontakt zu mindestens einem Mitglied der Gruppe hatte.

Ein Zeuge hatte als Person aus dem Umfeld der Gruppe umfänglich über den mutmaßlich ersten Anschlag der Gruppe im September 2015 ausgesagt. Er habe Namen der Mitglieder der „Gruppe Freital“ und die benutzten Chats preisgegeben. Er habe zudem erklärt, bei einem der Anschläge dabei gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Sachsen sicherte dem Informanten laut Spiegel Vertraulichkeit zu. In seinem Vernehmungsprotokoll wurde vermerkt, dass der Informant sich mit einer Dienstmarke ausgewiesen habe.

Seit Januar 2017 ist bekannt, dass dagegen 3 Beamte des Dienstgeheimnisverrats verdächtigt werden, und die Ermittlungen dazu sehr zögerlich anliefen.
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerwehr_Freital
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Kuddel


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« Antworten #7 am: 03. Mai 2017, 12:11:46 »

Ach! Welch Überrauschung! Die Bundeswehr ist in faschistoider Haufen. Tsss, tsss.
Der Thread hier ging immerhin schon 2013 online. Da hätten Medien und "Fachleute" einfach mal bei CD nachschauen können.

Ich schätze mal, das wird ebenso einschneidende Veränderungen nach sich ziehen, wie die Feststellung, daß der Verfassungsschutz eine faschistische Organisation ist, die sich an rassistischen Terroranschlägen beteiligt hat.
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shitux


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« Antworten #8 am: 04. Mai 2017, 06:10:55 »

Echt " witzig" wie sich über die BW aufgeregt wird.
 
Nur mal nach schauen welche Leute beim Neuaufbau der Wehrmacht nach dem 2.Weltkrieg beteiligt war:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederbewaffnung
Zitat
Die Vorgesetzten praktisch aller Führungsebenen der neuen Bundeswehr waren aus ehemaligen Offizieren und Unteroffizieren der Wehrmacht,[2][3] darunter notgedrungen auch vormals überzeugten Anhängern des NS-Regimes, rekrutiert worden. Im Jahre 1959 waren von 14.900 Bundeswehroffizieren 12.360 bereits in der Reichswehr oder Wehrmacht zu Offizieren ernannt worden, 300 Offiziere entstammten der Waffen-SS.[4][5]

Bis in die Jüngste Vergangenheit waren einige Kasernen noch mit Namen aus dem 3. Reich bezeichnet. Selbst der Namenswechsel von Wehrmacht zu Bundeswehr ist nur halb durch geführt worden.

Eigentlich müssten sämtliche Schlagzeilen doch eher so aussehen:
"Die  Wehrmachtnachfolgeorganisation  hat Sympathien für Nazi´s" und nicht " Nazi´s sympathisieren mit der BW"



kuddel:
Zitat
Viel zu wenig Beachtung findet die "Gruppe Freital":
Mit Grauen denke ich dabei auch an die unwillige Justiz in Sachen " Sturm 34" in Mittweida.

Zitat
Rechtsextreme werden vom Staat gebraucht, geführt, benutzt.
Man könnte resigniert die Schulter zucken, da " nur weitere RECHTSstaatliche Organisationen" aber das hieße die selben Fehler von der Oma & Opa Generation zu wiederholen.  kotz *würgh* AAAAAh
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« Antworten #9 am: 04. Mai 2017, 13:53:19 »

Mir hat dieser Tage ein ehemaliger langjähriger Zeitsoldat geschrieben, dass es in jeder Einheit der BW, in denen er gedient hat, braune Umtriebe vorhanden waren. Das würde von den Kompaniechefs geduldet.
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« Antworten #10 am: 04. Mai 2017, 15:09:30 »

Die "Traditionspflege" und der positive Bezug auf die Wehrmacht (bei gleichzeitiger Ausblendung all ihrer Verbrechen) ist kein neues Phänomen bei der BW!
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« Antworten #11 am: 05. Mai 2017, 11:50:03 »

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« Antworten #12 am: 05. Mai 2017, 15:03:07 »

http://www.titanic-magazin.de/news/fuchsig-8846
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« Antworten #13 am: 09. Mai 2017, 21:08:29 »

http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturen/2017/tarnflecken_b.jpg
Eine sehr treffende Karikatur!

Ich bin mir auch sicher, dass man so viel wusste, dass man lieber nicht weiter nach gefragt hat, um nicht noch mehr wissen zu müssen.

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« Antworten #14 am: 10. Mai 2017, 13:45:26 »

Die sollten mal über die autoritäre Gesinnung bei der Bundeswehr reden!
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« Antworten #15 am: 12. Mai 2017, 10:44:32 »

Die Situation ist wohl weitaus ernster, als wir ahnen.

Zitat
Die Offiziere und die Neue Rechte

Extrem rechte Positionen sind in der Truppe kein Problem der niederen Dienstränge allein. Auch aus den höheren Rängen der Truppe sind immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte Positionen zu hören.


Wenn es um die Frage geht, wie weit extrem rechte Positionen in der Bundeswehr verbreitet sind, stehen meist Soldaten mit niederen Dienstgraden im Mittelpunkt. Dabei gerät oft aus dem Blick, dass aus den höheren Rängen der Truppen immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte oder geschichtsrevisionistische Positionen zu hören waren.

Zum Beispiel vom früheren Brigadegeneral Reinhard Günzel: Im Jahr 2003 löste der damalige CDU-Abgeordnete Martin Hohmann durch eine vielfach als antisemitisch kritisierte Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Bundestag einen Skandal aus. Ein paar Wochen später erhielt Hohmann einen Brief von Günzel, Chef der Eliteeinheit KSK. Dieser dankte ihm darin für seinen „Mut zur Wahrheit“ und schrieb unter anderem, Hohmann habe mit seinen Gedanken „der Mehrheit unseres Volkes eindeutig aus der Seele“ gesprochen.

Einzelfall? Bis heute fallen immer wieder aktive und pensionierte Offiziere mit nationalkonservativen und geschichtsrevisionistischen Äußerungen und Veröffentlichungen auf. Nicht selten wird dabei auch eine Traditionslinie zur Wehrmacht beschworen. Ex-KSK-Chef Günzel etwa schrieb 2006 als Mitautor des Buches „Geheime Krieger“, dass sich die Elitekämpfer des Kommandos Spezialkräfte vor allem in der Tradition der Wehrmachts-Sondereinheit „Brandenburger“ sehen würden: „Das Selbstverständnis der deutschen Kommandotruppen hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg nicht geändert.“

Diese Gruppe publiziere in konservativen bis rechtsextremen Medien. „Hier verneinen sie die Singularität der Shoah und fordern ein ungebrochenes Traditionsverständnis zur Wehrmacht“, sagte Berger.

Bereits 2007 habe überdies eine Studie gezeigt, dass unter den 2300 Studierenden der Bundeswehr-Universitäten fast jeder Siebte der sogenannten Neuen Rechten nahestand, die mit ihrem akademisch-intellektuellen Auftreten bewusst auch auf das elitäre Selbstverständnis von Berufssoldaten und Offizieren zielt. Die Publizistin Alice Brauner-Orthen verweist darauf, dass der Elitebegriff der Neuen Rechten, der das Militär einschließt, eng mit jenem der Burschenschaften zusammenhänge.

Die Annäherung der Neuen Rechten an die Bundeswehr wird dadurch erleichtert, dass viele hochrangige Ex-Offiziere sich deren politische Positionen zu eigen gemacht haben und sie öffentlichkeitswirksam vertreten.

Auch einer der wichtigsten aktuellen Protagonisten der Neuen Rechten ist Bundeswehroffizier
: Götz Kubitschek, Gründer der im Jahr 2000 entstandenen neurechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS) im sachsen-anhaltischen Schnellroda. Kubitschek führte 1998 als Leutnant der Reserve einen Einsatzzug des Bataillons für Operative Informationen in Sarajevo. 2001 wurde er zunächst aus der Bundeswehr entlassen, nachdem seine Redaktionstätigkeit für die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ (JF) bekanntgeworden war. Nach einem von der JF initiierten „Appell an die Bundeswehr“, den viele Offiziere und Reserve-Offiziere unterzeichnet hatten, wurde die Entlassung wieder aufgehoben. 2005 trug sein IfS den Aufruf „Gegen das Vergessen“ mit, der sich gegen die Interpretation des 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung wandte. Unterzeichnet hatten auch zwölf pensionierte Bundeswehrgeneräle. Kubitschek ist zudem Chefredakteur des Theoriemagazins „Sezession“, in dem maßgebliche neurechte Ideologen publizieren.

Zu den Autoren gehört auch Brigadegeneral a. D. Erich Vad. Das CDU-Mitglied referierte zudem in Kubitscheks IfS und schrieb unter anderem auch für die JF. In einem seiner Texte kritisierte er, dass in der damaligen Wehrmachts-Ausstellung „nicht hinreichend erkennbar (sei), dass vieles, was damals – insbesondere im Partisanenkrieg und bei Repressalien sowie Geiselerschießungen – geschah, vom damaligen Kriegsrecht gedeckt war“. Bis zu seiner Außerdienststellung im Mai 2013 galt der heute 60-jährige Vad als der einflussreichste General in der Bundesrepublik – als Chef der Gruppe 22 in der Außen- und Sicherheitspolitischen Abteilung des Kanzleramtes war er der oberste Militärberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
http://www.fr.de/politik/bundeswehr-die-offiziere-und-die-neue-rechte-a-1276970

Man sollte sich die Situation einmal klarmachen: In der Bundeswehr leben die Werte der Wehrmacht weiter. Die reaktionären Kräfte sind gut organisiert und deren Netzwerke sind mit den politischen Eliten verbunden. Diese faschistischen Strukturen sind bewaffnet und sie träumen von der Machtübernahme.
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Fritz Linow


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« Antworten #16 am: 12. Mai 2017, 11:02:31 »

Falls die noch nicht erwähnt wurden:

Franz Uhle-Wettler, Generalleutnant a. D.:
„Als Autor militärhistorischer Bücher, zum Teil unter dem Pseudonym Ulrich Werner, und als Referent verbreitete er geschichtsrevisionistische Thesen. Dabei engagierte er sich für die Verteidigung des SS-Hauptsturmführers Erich Priebke, der 1994 in einem argentinischen Kurort aufgespürt wurde. Er veröffentlichte in rechtskonservativen Zeitschriften wie Junge Freiheit, Die Aula, Europa Vorn, Criticón und Ostpreußenblatt, aber auch im Spiegel.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Uhle-Wettler

Reinhard Uhle-Wettler, Brigadegeneral a. D.:
1996 schrieb er in Nr. 44 der Zeitschrift Deutschland in Geschichte und Gegenwart, gegen Deutschland werde ein „unerbittlicher Krieg aus dem Dunkel mit allen Formen von Täuschung, Hinterlist, Bestechung, Verrat, Verführung und psychologischer Kriegführung sowie von Gewalt jedweder Art bis hin zu Mord und heißem Krieg“ geführt. Die NSDAP habe „für Volk und Nation und gegen Versailles“ gekämpft. In der Gegenwart ginge es darum, „die inländischen Kollaborateure und Opportunisten abzulösen und den ausländischen Erpressern und Unterdrückern mit Klugheit und kühlem Kopf entgegenzutreten.“ Zum Holocaust meint er: „Wir haben zwar bis heute – anders als für die Vertreibung und die Kriegsgefangenen – noch keine amtliche Dokumentation über den Massenmord an den Juden. Keiner unserer Regierungen würde das wohl – ohne international organisierte Abstrafung – erlaubt werden. Aber warum ist es nicht möglich, eine internationale, neutrale Kommission einzusetzen, die die so genannte Offenkundigkeit des fürchterlichen Geschehens dokumentarisch belegt?“
https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Uhle-Wettler
 
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shitux


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« Antworten #17 am: 18. Mai 2017, 06:11:55 »

Hört ihr auch die Tendenz die sich langsam aber sicher einschleicht?
" Wir müssen die BW besser machen. "

So ein Satz erinnert mich an den Verfassungsschutz als das Thema NSU aufflog.
" Wir dürfen die Verfassungsschutzämter nicht auflösen sondern besser machen." Konsequenz war und ist, eine massive Aufstockung des Personals. Ehrhebliche Ausweitung der Möglichkeiten.

Mir schwant ähnliches bei der BW. " Seht wie toll es jetzt ist. Halten wir die gute Nachkriegstradition der BW hoch. Alles ist ab jetzt gut." So oder ähnlich.
Wenn alles gut ist kann man ja weiter töten- weltweit. Nur eben mit ein " paar" weniger Nazi´s. Wird evtl. sogar noch mehr " salonfähiger" für die Bevölkerung gemacht.

Sry- das Hauptproblem Weltweite Kriege führen ist absolut nicht vom Tisch.



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« Antworten #18 am: 18. Mai 2017, 13:54:01 »

Auch ist das Hauptproblem der Bundeswehr nicht weg: Die autoritäre Gesinnung innerhalb der Armee.
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shitux


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« Antworten #19 am: 18. Mai 2017, 17:54:19 »

Genau- nichts ist oder wird irgendwie anders oder besser.
Klar sind Nazi´s nicht läppisch. Aber was ist das denn für eine Meldung, dass " ein Modellflugzeug gefunden wurde, welches einen Typ aus dem 3. Reich darstellt"?

Völlig irre.

Wahrscheinlich wird diese Nazilupen-Rethorik jetzt genutzt, um still und heimlich Waffen aller Art im großen Stil zu besorgen. Schaut ja z.Z. niemand so genau hinne.  kotz *würgh* AAAAAh
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Kuddel


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« Antworten #20 am: 21. Mai 2017, 11:47:52 »

Sry- das Hauptproblem Weltweite Kriege führen ist absolut nicht vom Tisch.


Leider ist es nicht das einzige Hauptproblem.

Es gibt in der Bundeswehr ein weit verzweigtes rechtsradikales Netzwerk. Es handelt sich nicht um einen winzigen terroristischen Zusammenschluß, das Netz durchdringt die gesamte Truppe. Hier wird der gewaltsame Umsturz geplant.

Es war etwas anderes beim NSU. Es handelte sich um bewaffneten Terror gegen Migranten, um das gesellschaftliche Klima nach rechts schwenken zu lassen. Das hat gut geklappt und war relativ gut kontrollierbar. Um die kleine Terrorgruppe befand sich ein vielfaches an Geheimdienstleuten, die beraten haben und dafür sorgten, daß es in die richtige Richtung lief. Bei der Bundeswehr ist es etwas anderes. Hier könnte das, wovon wir nur einen winzigen Ausschnitt erfahren haben, aus dem Ruder laufen. Ein bewaffneter Putsch ist durchaus denkbar.

Zitat
Seit dem Skandal um den den terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. laufen Ermittlungen zu verschwundenen Kriegswaffen der Bundeswehr. Laut einem Bericht gab es mehr Diebstähle als bisher angenommen.
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeswehr-offenbar-mehr-waffen-verschwunden-als-bislang-angenommen/19831698.html

Der Skandal ist also um ein vielfaches heftiger, als die mediale Aufgeregtheit, die wir für einen Moment erleben. Ich sehe einen heftigen Machtkampf innerhalb der herrschenden Klasse. Die einen wollen den Kapitalismus retten durch die Einführung eines neuen faschistischen Systems, die anderen halten die Beibehaltung der parlamentarischen Demokratie für die bessere Option.

Auch wenn ich kein Fan der bürgerlichen Demokratie bin, ist der Faschismus keine Alternative oder "egal" unter dem Motto "Pest oder Cholera". Wir dürfen solche Entwicklungen nicht achselzuckend hinnehmen. Ich habe kein Problem mit einem Schulterschluß mit bürgerlichen Kräften in Medien, Politik und Justiz, wenn es denn hilft, gegen die rechten Netzwerke vorzugehen.

In den 70er Jahren sind viele Linke in die Bundeswehr gegangen, u.a. um den Gebrach der Waffe zu erlernen. Der MAD sah eine Bedrohung in der Entwickliung. Einige traten in der BW auch offen als Linke auf. Solch eine Gegenbewegung innerhalb der Truppe haben wir zur Zeit nicht.



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« Antworten #21 am: 21. Mai 2017, 12:21:08 »

Zitat
Einige traten in der BW auch offen als Linke auf. Solch eine Gegenbewegung innerhalb der Truppe haben wir zur Zeit nicht.
Da spielt natürlich auch die Umwandlung von einer Wehrpflicht- Armee zu einer Freiwilligen- Armee eine große Rolle.
Eine Freiwilligen- oder Berufsarmee zieht erstmal ein "gewisses Klientel" an Menschen an. Der gesamte autoritäre Aufbau dieses Vereins zieht eben grade Leute an, die auf sowas stehen.
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


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« Antworten #22 am: 21. Mai 2017, 12:25:53 »

... zieht erstmal ein "gewisses Klientel" an Menschen an. Der gesamte autoritäre Aufbau dieses Vereins zieht eben grade Leute an, die auf sowas stehen.

Absolut!
Es scheint, weder wir, noch die Demokratiebefürworter innerhalb des Systems, haben eine Antwort darauf.
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counselor


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« Antworten #23 am: 21. Mai 2017, 14:33:34 »

Genau Rudi!  Deswegen hatte ich oben auf die autoritäre Gesinnung in der Truppe hingewiesen. Ein idealer Nährboden für den  Faschismus!
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Kuddel


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« Antworten #24 am: Heute um 16:33:45 »

Hopsala!
Zitat
Gesagt hatte der Offizier bei einem Lehrgang angeblich: "Ich habe es so satt, dass 200.000 Soldaten unter Generalverdacht gestellt werden, wegen zwei Verrückten. Die Ministerin ist bei mir unten durch, das muss man ansprechen oder putschen."
https://www.heise.de/tp/features/Von-der-Leyen-schickt-Militaergeheimdienst-gegen-wuetenden-Bundeswehroffizier-3722844.html
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