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Autor Thema: Neuer Rekord: 350 Prozent Hartz IV Sanktion  (Gelesen 4172 mal)
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rebelflori


Beiträge: 928


« am: 14. Dezember 2013, 12:53:35 »

Die MainArbeit, das berühmte "Vorzeigejobcenter" der kreisfreien Stadt Offenbach, hat einen neuen Rekord aufgestellt: Eine Sachbearbeiterin hat einem ihrer "Hartz IV Kunden" eine Sanktion von 350 Prozent ausgesprochen. "Sanktion" bedeutet bei Hartz IV, dass ein Empfänger von Arbeitslosengeld II für tatsächliche oder angebliche Verletzungen seiner Pflichten die monatlichen Bezüge um einen gewissen Prozentsatz "abgesenkt" bekommt.

Herr R. aus Offenbach bekommt also derzeit 350% weniger Arbeitslosengeld als die üblichen 330 Euro im Monat, müsste demnach
also aufgrund der Tatsache, dass er einen Antrag gestellt hat, jetzt theoretisch monatlich 1155 Euro Sozialleistungen an die Stadt bezahlen.


http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/neuer-rekord-prozent-hartz-iv-sanktion-900159022.php

 Lips Sealed Lips Sealed
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2013, 13:03:10 von rebelflori » Gespeichert
dagobert


Beiträge: 4311


« Antworten #1 am: 14. Dezember 2013, 17:04:16 »

Wenn ich sowas lese ... *zensiert*.  kotz *würgh* AAAAAh
Da bleibt einem die Luft weg.
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2013, 21:29:06 von dagobert » Gespeichert
Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3243



« Antworten #2 am: 14. Dezember 2013, 18:54:26 »

Hmja, da fehlen selbst mir die Worte !  shocked kotz *würgh* AAAAAh
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Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Kein Preis, keine Leistung.
BGS
Polarlicht


Beiträge: 2752



« Antworten #3 am: 14. Dezember 2013, 19:15:39 »

Kein Kommentar.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
dejavu


Beiträge: 882



« Antworten #4 am: 15. Dezember 2013, 04:01:47 »

Zitat
Als die betroffene Behördenkundin schließlich ihrer Sachbearbeiterin gesagt hat, dass sie sich jetzt einen Rechtsanwalt nimmt, hat diese ihr davon energisch abgeraten. Einen Anwalt einzuschalten, das sei eine Maßnahme, die sich "nur zu Ihrem Nachteil auswirken wird."
Hier sollte niemand mehr "eingeschaltet" werden, abgesehen vom Staatsanwalt vielleicht.
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Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12674



WWW
« Antworten #5 am: 15. Dezember 2013, 09:53:35 »

Sieht stark nach Nötigung im Amt aus.
Im Klagefall befürchte ich mal, das es hier keinen Beistand als möglichen Zeugen gegeben hat und dann Aussage gegen Aussage steht.
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
dejavu


Beiträge: 882



« Antworten #6 am: 15. Dezember 2013, 13:39:04 »

Und nach unterlassener Hilfeleistung. Bei der Nötigung gibt es dann vielleicht Beweisprobleme.
Wie ging doch noch der Werbeslogan einer Firma die Kameras herstellt: "Zeugenussagen sind interessant. Videos überzeugen."
Bei derartigen Aktionen gibt es natürlich "Verwertungsprobleme". Ist man im Besitz einer solchen Aufnahme, sollte man es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen und darauf abzielen den Täter bzw. die Täterin dazu zu bringen, eine eidliche Falschaussage zu machen. Danach geht das Material mit Aktenzeichen und Prozessprotokoll an die Staatsanwaltschaft.
Vielleicht könnte man für derartige Aktionen sammeln, oder eine "Abschussprämie" ausloben. Der Gegner mit seinen Boni macht es ja im Grunde genauso.
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dagobert


Beiträge: 4311


« Antworten #7 am: 21. Oktober 2015, 20:12:24 »

Die MainArbeit, das berühmte "Vorzeigejobcenter" der kreisfreien Stadt Offenbach

... sorgt mal wieder für Negativ-Schlagzeilen.
(Im Beitrag steht zwar kein Datum, nach der Nummer im Link kann der Artikel aber kaum älter als 1 Woche sein.)

Zitat
Jobcenter Offenbach sabotiert Hartz IV Hilfe

Nach Aussagen der Hartz IV Hilfe Offenbach verweigert die MainArbeit „jegliche sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen oder hauptberuflichen Helfern und Begleitern von Jobcenterkunden“. Obwohl Erwerbslosen-Vertreter eine Einigung erzielen wollten, kam es zum Hausverbot.

Mehrere Strafverfahren
Inzwischen haben die Berater der Offenbacher "Hartz IV Hilfe" mehrere Strafanzeigen gegen die MainArbeit gestellt. Man sehe sich dazu leider verpflichtet. Bei den Anzeigen geht es unter anderem um Falschaussage, falsche Verdächtigung, Beleidigung, Verleumdung, das Vortäuschen von Straftaten und Prozessbetrug bei Gerichtsverfahren.

In einem Fall behauptete die MainArbeit in einer Anzeige bei der Polizei, eine Personengruppe aus den Reihen der Ehrenamtler hätte das Jobcenter dazu genötigt, von der Gruppe vertretenen Kunden Gelder auszubezahlen, auf das diese Kunden aber gar keinen Anspruch gehabt hätten. Das Verfahren gegen die angeblichen Erpresser wurde vorm Amtsgericht Offenbach inzwischen ergebnislos eingestellt. Die betroffenen Sozialberater halten den schwerwiegenden Vorwurf des Jobcenters für frei erfunden. In einem anderen Fall verlor ein Arbeitslosengeldberechtigter seine Wohnung, weil bei der MainArbeit auf unerklärliche Weise Geld verschwand.

In einem dritten Fall unterstellte die MainArbeit mehrfach einem Erwerbslosen zu Unrecht, er hätte Sachbearbeiter "um Leib und Leben bedroht." Der Mann wandte sich an einen Rechtsanwalt, der deswegen Strafantrag gegen die MainArbeit stellte.

Ein wenig Licht ins Dunkel wollen die Ehrenamtler aktuell auch bei einer Reihe von möglichen Betrugsfällen bringen. Die MainArbeit soll andere Behörden im Zusammenhang mit sogenannten Erstattungsansprüchen jahrelang an der Nase herumgeführt haben, um sich zu Unrecht Gelder überweisen zu lassen, die eigentlich dem Antragsteller zustehen.

Die Hartz IV Expertin Michaela Passert und ihre Kollegen haben recherchiert: "Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, der Elterngeldstelle und mehrerer Krankenkassen teilen unsere Einschätzung, dass es sich bei diesen Vorgängen um Betrug handeln könnte."

Ein letzter Klärungsversuch bei der MainArbeit endete statt mit Klärung mit einem gewaltsam durchgesetzten Hausverbot gegen den Vertreter eines Geschädigten. Zu der fälligen Anzeige wegen Betrugsverdacht kamen somit weitere Strafanzeigen gegen Mitarbeiter der MainArbeit wegen Körperverletzung und Beleidigung hinzu.

Die Hartz IV Hilfe schätzt den Gesamtschaden der vermutlich unrechtmäßig durch die MainArbeit gestellten Erstattungsansprüche auf mehrere hunderttausend Euro.

Die engagierte Hanauerin Passert erklärt, auch neue, unbelastete Berater wären bei ihren Vorsprachen im Jobcenter kürzlich unter absurden Vorwänden abgewiesen worden. So fordert die MainArbeit beispielsweise von Bevollmächtigten die Personalausweise ihrer Auftraggeber an; Fremde Ausweise an sich zu nehmen, ist aber gesetzlich verboten. Die Stadt Offenbach fordert also Bürger dazu auf, systematisch Gesetze zu brechen – und wer da nicht mitspielt, der wird eben im Offenbacher Jobcenter nicht bedient.

Keine Unterstützung erwartet sich die Hartz IV Hilfe Offenbach vom Magistrat der Stadt. Eine Antwort von Sozialdezernent Felix Schwenke auf einen 70 Punkte umfassenden Katalog mit Kritikpunkten aus dem Jahr 2013 - inclusive dem Hinweis, dass es strafrechtlich relevante Vorgänge bei der MainArbeit geben könnte - steht bis heute aus. (pm)

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/jobcenter-offenburg-sabotiert-hartz-iv-hilfe-361753.php
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Onkel Tom


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« Antworten #8 am: 21. Oktober 2015, 21:50:36 »

Na dann wird es für die Elo-Ini in Offenbach echt Zeit, vor dem betreffenden
JC Versammlungen durch zu führen..

Dort wird ja nun nach allem gegrabscht, um erwerbslose in totaler Wehrlosigkeit
zu bringen..

 kotz *würgh* AAAAAh
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karpfen


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WWW
« Antworten #9 am: 22. Oktober 2015, 13:15:58 »

der artikel ist schon wesentlich älter und die ganze geschichte auch ... vor anderthalb bis zwei jahren habe ich das erste mal diesen artikel gelesen ... und: mir ist die situation in offenbach/ffm durch persönliche bekannte bekannt. und wenn sich da in jüngerer zeit, so ein fall ereignet hätte, hätt ich das aus erster hand erfahren ...

kann es sein, daß da "gegen-hartz.de" eine alte geschichte aufgewärmt hat?
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ich bin, wie ich bin und keiner kann mich ändern oder etwas dagegen tun. denn ändern kann ich mich nur selber.

"generalstreik, ein leben lang!" gregor gog
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12674



WWW
« Antworten #10 am: 22. Oktober 2015, 14:28:46 »

gegen-hartz.de verweist auf die Hartz IV Hilfe Offenbach und die haben das scheinbar am 21.10.2015 auf ihrer HP eingestellt.
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Onkel Tom


Beiträge: 3335



« Antworten #11 am: 22. Oktober 2015, 15:52:11 »

Na super  Angry Ich glaubte das es backfrisch sei.

Dann wär es ja interessant, wie sich das weiter entwickelt hat, statt auf längst
vergangende Diskrepanzen zu kritisieren.
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dagobert


Beiträge: 4311


« Antworten #12 am: 22. Oktober 2015, 18:48:28 »

der artikel ist schon wesentlich älter und die ganze geschichte auch ... vor anderthalb bis zwei jahren habe ich das erste mal diesen artikel gelesen ...
Der Eingangspost ist in der Tat schon fast zwei Jahre alt, aber da es um dasselbe JC geht hielt ich es für besser den Thread fortzusetzen statt einen neuen aufzumachen.

Dann wär es ja interessant, wie sich das weiter entwickelt hat, statt auf längst
vergangende Diskrepanzen zu kritisieren.
Das dürfte wohl der Artikel sein, den ich in #7 zitiert habe.



EDIT: Rechtschreibung korrigiert.
« Letzte Änderung: 22. Oktober 2015, 19:33:44 von dagobert » Gespeichert
Onkel Tom


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« Antworten #13 am: 22. Oktober 2015, 19:27:29 »

Ok, dann doch besser mal Aktionen machen, die das JC das Fürchten lehren  Wink
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Pappel-Max


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« Antworten #14 am: 23. Oktober 2015, 09:15:27 »

Ok, dann doch besser mal Aktionen machen, die das JC das Fürchten lehren  Wink

Ich denke sich vor der Türe zu versammeln ist müßig ..... dann lehnen die sich drinnen zurück und trinken weiter Kaffee,
Also was nervt die am meisten ..... Leute die Arbeit verursachen .... also rein und um Beratung bitten und Anträge stellen.  Evil
Man sollte die Vögel so nerven das die sich verschlucken wenn sie nur das Wort "Mitwirkungspflicht" hören  Grin
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Kluge Leute lernen auch von ihren Feinden.
Aristoteles (384-322 v.Chr.)
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)
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« Antworten #15 am: 23. Oktober 2015, 12:14:43 »

Ich denke sich vor der Türe zu versammeln ist müßig ..... dann lehnen die sich drinnen zurück und trinken weiter Kaffee

Es wäre ein riesiger Schritt nach vorn, wenn sich Leute endlich zusammenfinden, um gemeinsam und öffentlich ihre Gegnerschaft kundzutun. Und wenn es nur 5 Leutchen sind! Wir haben eine Zeit der Resigniertheit und totalen Vereinzelung. Das Einzelkämpfertum und dieser ganze Internetquatsch sind der Ausdruck dieser Vereinzelung. Jeder Schritt raus aus dem Netz und hin zu gemeinsamen Aktionen, hat meine volle Unterstützung.
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Pappel-Max


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« Antworten #16 am: 23. Oktober 2015, 12:47:27 »

Jeder Schritt raus aus dem Netz und hin zu gemeinsamen Aktionen, hat meine volle Unterstützung.
absolut meine Meinung, ich merke ja gerade selbst was es heißt sich beim Jobcenter durchzubeißen
und überlege nun seit einigen Tagen schon, mich derart fit zu machen in den Bereichen  "rund um den Jobcenter"
um anderen Hilfebedürftigen, wenn auch erstmal nur hier im Ort zu helfen und Hürden zu meistern.
Somit werde ich bei den Beamten, wenn es den welche sind, weiterhin meinem Status gerecht "taucht der auf gibt's arbeit"   Grin Grin Grin

Pappel-Max  Grin
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Onkel Tom


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« Antworten #17 am: 23. Oktober 2015, 16:04:50 »

moin Pappel-Max

Das ist schön, das Du Dich zum Thema Jobcenter und Co. weiterbilden möchtest  Wink

Dein Satz, das Aktionen vor dem JC müßig sind, sagt mir "Oha, der sollte mal dabei
sein, dann wird er sehen, was er so verpasst hat".

Verständlich, das Außenstehende durch Infos von Aktionen dies als müßig empfinden,
weil so manches "Aktionserlerlebnis" nicht so einfach in Zeilen zu bringen ist.
Das Hauptinteresse ist ja in solchen Infos zu vermitteln, warum diese Aktion und
welche Forderungen im Raum stehen.

Klar trinken JC-Mitarbeiter weiter ihren Kaffee, während sich im Flurfunk folgende
Signale verbreiten..

---
Vor der Tür stehen drei Leute und verteilen was.
Was verteilen die da ? Hat ein Kollege schon ein Exemplar gesichert ?
Ja, die verteilen Tipps für die Kunden.
Was denn für Tipps, woher sind die ?
Oh, die sind von St.Pauli und könnten Randalierer sein.
Willi Wichtig, hast Du schon die Lage gescheckt ?
---

Die Neugierde eines SB`s, zum Feierabend zu wissen, wie viel Fälle heute in die Ablage
"in Arbeit vermittelt" und "Sanktionieren" selektiert sind, wird durch etwas unbekannten
abgelenkt. Die Unbekannten erzeugen Verunsicherung und aus diesem Grund erstmal
ein weiteren Schluck Kaffee, der jedoch nicht mehr ganz so gut schmeckt als sonst.
Währenddessen in den Wartebereichen wartende Kunden, die ein Flugblatt lesen..

---
pip.. Ja, hier Willi Wichtig. Die Leute vor der Tür sind normal bekleidet und lassen
sich nicht weg schicken. Sie verteilen weiter und ignorieren mich einfach. pip.
pip.. Soll ich die Polizei rufen ? pip..
pup.. Ja hier die Standortleiterin. Nicht gleich die Polizei rufen, ich schaue mir das
mal an. pup..
---

Eine halbe Stunde schon verteilen sie Infoblätter und der Regen lässt sie nicht davon
abhalten. Die Standordleiterin befragt die Aktivisten, was sie dort verteilen und warum
ausgerechnet vor Ihrem JC. Mit der Erkenntnis das ihr JC wohl negativ aufgefallen sein
muss, geht sie zurück ins Büro, trocknet ihre Haare, nimmt ein Schluck Kaffee und
schreibt folgende Nachricht in den Flurfunk :

---
Keine Aufregung bitte, an den drei ist nichts krimminelles. Sie stehen außerhalb unseres
Hausrecht, von daher besser keine Polizei.
Heute bitte etwas zügiger arbeiten und Kundenreibereien vermeiden, damit der Wartebereich
nicht zu voll wird. Weiter ordne ich für heute 16:00 eine Teamsitzung an.
---

Der Arbeitstag nähert sich dem Ende. Die drei trotzen immer noch dem Regen und haben fast
allen Kunden des Tages mit Tipps versorgt. 5 Kunden fanden das besonders gut und bekamen
Verabredungen, um ihre Diskrepanzen mit dem JC besser lösen zu können.
Im Flurfunk ging es weiter drunter und drüber.. Manche Mitarbeiter wurden unruhig und
fühlten sich schon allein damit gestört, das sie sich heute nicht so austoben konnten
wie sonst. Willi Wichtig hatte heute auch etwas mehr zu tun als sonst. Er versuchte die
drei vom verteilen ab zu bringen, jedoch vergebens und so trafen sich alle um 16:00 im
Seminarraum mit der Erkenntnis, das sie heute Leute ertragen mussten die ihnen nicht
wohlgesonnen sind.

16:00 - Teamsitzung :

Soo.. Ich habe heute die Teamsitzung anberaumt, ihr Könnt euch ja schon denken warum.
Nun hatten wir ja heute drei Leute vor der Tür, die was verteilten, was unsere Arbeit
erschwert. Ich reiche mal 2 Exemplare rum, mehr konnten wir nicht sichern, weil die
Kunden diese Überlebenshefte einsteckten statt sie im Müll zu werfen..

Während sich die Augen der Mitarbeiter auf den Inhalt der Überlebenshefte konzentrieren
fragte die Mitarbeiterin Frau Bammel:

Ja, aber warum wurden die denn nicht einfach entfernt ? Also wenn ich das jetzt jeden
Tag erleben muss, kann ich nicht arbeiten. Dann diese Tipps. Was sollen wir denn blos
machen, wenn alle unsere Kunden davon Gebrauch machen ? Dann kriegen wir hier ja
nichts mehr auf die Reihe. Und was sind denn das für Leute ? Sind das etwa Chaoten oder
Terroristen ?

Nein Frau Bammel, es handelt sich um Leute, die wohl einer Erwerbsloseninitiative
angehören und wollen mit unseren Kunden in Kontakt kommen. Ich habe in meinen Unterlagen
geschaut, ob wir die Verteilaktion unterbinden können, aber die kannten sich gut mit der
Materie Versammlungsrecht aus.

Frau Bommel: Ja und warum waren die heute ausgerechnet bei uns ? Kann man den garnichts
dagegen machen ??

Nun, Frau Bammel, beruhigen Sie sich doch bitte.. Solange diese Leute keine Grenzen
überschreiten, müssen wir sie dulden und wie es heute war ist ja nicht jeden Tag so.
Ich habe deswegen auch drum gebeten Kundenreibereien zu vermeiden, damit die Lage ruhig
bleibt.
Und falls die nochmal auftauchen gilt die Regel die Kunden SGB-konform zu behandeln.
Druckmittel etzetera sind dann auf ein Minnimum zu reduzieren, nicht das ein Kunde sich
denen noch anschließt und wir hier die Kontrolle verlieren.
Wir wurden deswegen aufgesucht, weil wohl ein Kunde von uns mit denen Kontakt aufgenommen
hat. Zunächst bitte ich euch, eurer Arbeit wie bisher nach zu gehen und in den Fallakten
nach Problemfällen zu schauen. Deren Namen dann bitte in die Q-Liste eintragen, die ich heute
erstellt habe. Muss ja keiner wissen, das das Q für Querulannt steht und diese Liste bitte
nur im internen Infoverteiler austauschen.
In Zukunft können wir durch die Q-Liste sehen, mit welchem Kunden wir es gerade zu tun
haben. Die Kunden, die dort eingetragen sind dann mit mehr Vorsicht bearbeiten.
Alle anderen wie gehabt.
Unser Sparpegel ist zu 95% erfüllt und es ist nicht ganz so schlimm, wenn wir dieses Jahr
im Ranking auf ein parr Plätze runter fallen.
Die letzten Geschäftsjahre sind ja hervorragend ausgefallen, was Ranking angeht und wenn
Mekker von oben kommt, haben wir ja schon die Schuldigen dafür.

Die Teamsitzung ging seinem Ende zu. Frau Bammel erleichtert auf dem weg nach Hause mit dem
Gedanken "Das ging ja heute auf die Nerven.."

---

So, Pappel-Max.
Flurfunk lässt sich natürlich von aussen schlecht abhören..
Dieser hier, der nur eine Vorstellung ist, kann die Ursache dafür sein, das ein JC durch
solch Erlebnis wieder auf dem Teppich kommt und mit den Kunden etwas besser umgehen wie zuvor.
Diese Wirkung hält zwar meistens nicht lange an, aber mit jeder Widerholung solcher Aktionen
werden Gemüter von JC-Mitarbeiter_innen wieder geweckt und löst bei manchen Mitarbeitern
sogar Reflektionen aus, die ihre Tätigkeit und das wie in Frage stellen.

Die Ängste, die sie bei Kunden schüren und züchten, durften sie nun mal selbst erleben.
Zwar in anderen Formen, aber Angst ist Angst und die Folgen immer gleich.
Weiter ist es für Aktive ein Hochgenuss, lange Gesichter von JC-Mitarbeitern zu sehen.
Ich verkneife mir dann die Schadenfreude, weil ich wenig Bock darauf habe, mich mit
aufgebrachten JC-Mitarbeitern ab zu kaspern.

Möchtest Du ein Schluck Kaffee abhaben ?

M.s.G. Tom  Smiley

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Pappel-Max


Beiträge: 65



« Antworten #18 am: 24. Oktober 2015, 12:10:41 »

Danke Onkel Tom, das habe ich in meinen kleinen Köpfchen so noch gar nicht durchgespielt  rolleyes

Das könnte mir trotz der wahrscheinlich dann kalten Füße richtig Spaß machen
und ich könnte die mir ja momentan von (Gott?) gegebene freie Zeit noch sinnvoller verbringen.  Cheesy


gruß Pappel-Max  Grin
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(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)
Onkel Tom


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« Antworten #19 am: 24. Oktober 2015, 14:09:07 »

Aber ja doch  Grin

Der Außenstehende sieht immer nur das Produkt einer Aktion und bewertet gern, ob
der ganze Aufwannd was gebracht hat. Es ändert sich sichbar erstmal nichts, was
schnell die Auffassung "Das bringt nix" und "Da kommt doch sowiso nichts bei rum"
erzeugt.

Sich zu versammeln, ob das nun für eine Aktion ist oder einfach zum Erfahrungs-
austausch, wie z.B. ein Treffen von erwerbslosen zum Erwerbslosenfrühstück ist,
macht Sinn und finde ich wichtig.

Menschen die sich an solchen Orten treffen, haben alle das gleiche oder ähnliche
Problem. Dadurch versteht man sich untereinander, Vereinzelung wird begegnet und
dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten kommt Mensch auch näher.

Es gibt viele aus dem JC und deren Erwerbslosenindustrie, die beim Wort "Erwerbslosen-
initiative" gleich die Krätze kriegen.
Sie bekommen mit, das vereinzelte erwerbslose sich immer weniger alles vom JC und
Co.  gefallen lassen und vermuten oft, "Bah, da steckt doch bestimmt wieder so eine
Arbeitslosengruppe hinter.."
Es geht ihnen letztendlich darum, alles unter Kontrolle zu behalten und die Teilhabe des
erwerbslosen am gesellschaftlichen Leben soweit zu minimieren, das es für den
Betroffenen nur noch sehr schwer wird, seine Kontakte in seinem sozialem Umfeld zu
pflegen.
Menschen sind Herdentiere und brauchen sozialen Austausch zu anderen Menschen.
Knapp bei Kasse zu sein, zwingt viele dann in Richtungen ein, die sehr ungesund sind,
was unter verdekter Hand von JC und Co. gern gesehen wird.

Jedenfalls führt H4 bei "allein dastehenden erwerbslosen" zu Handlungen, die auf
Dauer Wehrhaftigkeit, Durchhaltevermögen und Selbstwertgefühle massiv (zer)stören.

In einer Erwerbsloseninitiative wird diesen Nebenwirkungen schon allein damit begegnet,
das man sich z.B. nicht in einer Pinte trifft, um sich die Sorgen herunter zu spülen,
sondern einen Raum ohne Verzehrzwang nutzt und beim Kaffee oder Tee sich austauscht..

Der Vorteil, an solchen Erwerbsloseninitiativen liegt klar in der Hand..
Nicht jeder erwerbslose muss auf den gleichen Dreck, der sich das JC neu ausgedacht
hat, hereinfallen.
Einer macht diese Erfahrung, trägt dies in die Ini und schon wird daran gearbeitet, wie der
"neue Dreck" von vornherein verhindert oder umgangen werden kann.

Manch Außenstehender glaubt auch, das diese Erwerbslosentreffen wie Jammerclubs
oder Schnupftuchtreffen abgehen, doch das ist absoluter Quatsch.

Ok, es kann auch passieren, das ein Betroffener kommt, der schon ziemlich fertig von der
ARGE-Pain ist und sein Frust da gern loswerden möchte, wo es auch verstanden wird.
Dies hilft den erwerbslosen, das er endlich mal wieder tief einatmen und wieder klaren
Gedanken fassen kann. (Deparalisierung)
Berater_Innen gehen dann gern schnell dazu über, das Problem des Betroffenen zu
untersuchen und der Erfahrungspool einer Ini ermöglicht in den meisten Fällen schneller
eine Lösung, wie manch Betroffener zuvor geglaubt hat.

Soweit zum Innenleben einer Erwerbsloseninitiative.

Doch mit der "Ersten Hilfe" für Betroffene ist es allein nicht getan. Um nicht nur Sympthome
von H4 zu begegnen, sondern auch gegen das "Verursacherprinzip" zu kämpfen, sind
halt auch Aktionen, wie z.B. Zahltag oder Aufklärung der Betroffenen vor Ort notwendig.

Vor dem Jobcenter Flugis zu verteilen, die den JC-Mitarbeitern aber garnicht schmecken,
dient nicht nur dem Erwerbslosen. Es dient auch dazu, (tobsüchtigen) Sachbearbeiten auch
zu vermitteln, das Betroffene auch da Unterstützung bekommen können, die dem Kontroll-
und Steuerungswahn des JC komplett entzogen ist.
Dieser Status ist bei den Inis zu erkennen, die sich nicht von der Staatskasse fördern lassen
und somit sich nicht vom Staat anhören müssen, wie weit sie Erwerbslose unterstützen "dürfen".

Ach ja, war da nicht was, das staatlich geförderte Erwerbslosenberatungstellen nun
Buchführung darin betreiben sollen, um über das JC zu prüfen, ob die Beratung notwendig war ?
Sowas sollte doch in Hamburg ausprobiert werden und weiß dies nur vom Hörensagen.

Es ist also nicht so kompliziert, bei einer ELO-Ini dabei zu sein und kann sich viel besser gegen
JC-Pain wappnen. Wenn man allein vor seinem Problem steht und in seinem Umfeld nur auf
Unverständnis stößt, geht das ganz schnell ans Gemüt und mündet in Hilflosigkeit und Stigmar.

Trau Dich und schaue Dich um..  Wink

« Letzte Änderung: 24. Oktober 2015, 14:28:59 von Onkel Tom » Gespeichert
tleary


Beiträge: 338


« Antworten #20 am: 15. Mai 2017, 02:26:10 »

Onkel Tom, du hast einige gute Gedanken in deinen Schilderungen, die in mir etwas "geweckt" haben. Ich werde 'mal recherchieren, ob es in meiner Gegend unabhängige Treffs von Arbeitslosen gibt. Ziemlich schwer hier, da die (geschönte) AL-Quote letztes Jahr wohl wieder unter die 3 %-"Vollbeschäfitgungs"-Definitionsgrenze gefallen ist. Aber dafür gibt es umso mehr arme Schweine im Niedriglohnbereich (damit meine ich Bruttostundenlöhne so bis 10 oder 11 €. Die bei den Leiharbeitsklitschen Beschäftigten zu erreichen, ist wohl noch um einiges schwerer, als jene "Voll-"Arbeitslosen, weil sie zum einen täglich malochen müssen, und danach wohl auch wenig Zeit und Lust haben, sich mit gleichgestellten zu treffen. Andererseits hat bei etlichen wohl auch schon die Gehirnwäsche gewirkt, und sie sehen ihren Lohn und die damit einhergehende Ausbeutung als "normal" an. Somit nichts, was man ändern müsste. Aber wie gesagt: Die erstgenannte Gruppe ist wohl leichter zugänglich.
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