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Autor Thema: Unterschriften: Hände weg von Vio.me!  (Gelesen 5444 mal)
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Perestroika


Beiträge: 236


« am: 07. August 2014, 12:57:50 »

Infos
http://www.neues-deutschland.de/artikel/938555.selbstverwaltung-soll-bleiben.html

Zitat
VIO.ME (Viomichaniki Metalleftiki) wurde 1982 als eine von drei Tochterfirmen der Unternehmensgruppe Filkeram gegründet, die der Familie Filippou gehört. Sie stellte chemische Baumaterialien her und lieferte in ganz Griechenland. 2006 zählte sie noch zu den 20 erfolgreich.
(...)
Nach dem Konkurs erwogen die unbezahlten Arbeiter die Selbstverwaltung, die schließlich mit 97 Prozent der Stimmen angenommen wurde. Seitdem halten sie die Fabrik besetzt und VIO.ME entwickelte sich zu einem Symbol der Selbstorganisierung in ganz Europa.
(...)


Es droht die Schließung. Dagegen gibt es u.a. eine Unterschriftenaktion:
http://gskk.eu
Hier der Text:
Zitat
Seit Mai 2011 halten die Kollegen von VIO.ME in Griechenland ihren Betrieb besetzt, nachdem die  Eigentümer Konkurs angemeldet hatten. Vor über einem Jahr haben sie die Produktion und den Verkauf von umweltfreundlichen Reinigungsmitteln für den Hausgebrauch aufgenommen. Ihr Kampf wird von einer großen Welle der Solidarität in Griechenland, Europa und darüber hinaus unterstützt. Seither hat sich VIO.ME zu einem Symbol von Selbstorganisation und Arbeiterselbstverwaltung im Kampf gegen die Austeritätspolitik der Troika und der griechischen Regierung entwickelt.

Jetzt versuchen die ehemaligen Eigentümer mithilfe einer Ge­richts­entscheidung, eine Über­gangs­geschäftsführung einsetzen zu lassen, die den Betrieb end­gültig schließen, die Arbeiter ohne Abfindung entlassen und die Pro­duktionsmittel zur Deckung der rie­igen Schulden verscherbeln soll. Die Basisgewerkschaft von VIO.ME schlägt stattdessen eine temporäre Geschäftsführung ihres Ver­­trauens vor, die die Schlie­ßung abwenden, die Ursachen der Misswirtschaft durch die Muttergesellschaft aufdecken und die Weiterführung des Betriebes durchführen soll. Nach einem ersten Gerichtstermin Anfang Juli hat das Gericht eine Entscheidung innerhalb der nächsten drei Monate angekündigt.

Wir erklären uns mit den Kollegen von VIO.ME solidarisch und unterstützen ihren Kampf um die Arbeitsplätze und für den Weiterbetrieb ihrer Fabrik in Selbst­organisation und Arbeiterselbstverwaltung. Eine gegenteilige Gerichts­entscheidung werden wir mit europaweitem kämpferischen Protest  beantworten.



Solidaritätserklärung mitzeichnen!
http://gskk.eu
Anschliessend wird eine Bestätigungsmail versandt. Bitte im Postfach nachschauen und die Unterschrift bestätigen!

Ende der Aktion: 31. August 2014
Anzahl der Mitmacher: 651 (Stand 07.08.14)
Gespeichert
Just B U


Beiträge: 882



« Antworten #1 am: 27. November 2015, 20:25:24 »

Occupy, Resist, Produce: VIOME / ΚΑΤΑΛΗΨΗ-ΑΝΤΙΣΤΑΣΗ-ΠΑΡΑΓΩΓΗ: ΒΙΟΜΕ

https://www.youtube.com/watch?v=2Fg2akSUvFM



Zitat
Griechenland: Hände weg von VIO.ME

in Solidaritätskampagnen, Südeuropa 20. November 2015   


Wir dokumentieren hier den Aufruf zur Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen der Vio.ME Fabrik in Thessaloniki.

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren und ohne Unterbrechung betreiben wir die Fabrik „Viomichaniki Metalleftiki“ – immer an dem Grundsatz der Arbeiterkontrolle der Produktion und der Selbstverwaltung durch die Vollversammlung der ArbeitnehmerInnen festhaltend.

Es ist ein Versuch, der realistisch beweist, dass die Arbeiter-Emanzipation die passende Antwort auf die Wirtschaftskrise ist, die abertausende Menschen und ihre Familien in die Arbeitslosigkeit und das Elend stürzt.

Das Projekt VIO.ME hat die Bedeutung der Arbeits- und sozialen Kämpfe neu definiert, zum einen mit einer Wende zum Prinzip der Selbstverwaltung jenseits der kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse, zum anderen mit der Mobilisierung von kämpfenden gesellschaftlichen Strukturen innerhalb und außerhalb Griechenlands für eine solidarische Unterstützung der VIO.ME KollegenInnen. Die Stärkung der Kämpfe und die Ausbreitung des Projekts von VIO.ME passt nicht in das kapitalistische System, das mit Hilfe der Justiz die Geschäfts- und Wirtschaftsinteressen, für die sie arbeitet, verteidigt und so sein Überleben absichert.

Immer wieder haben sich die ArbeitnehmerInnen und die SolidaritätsunterstützerInnen von VIO.ME in einem Gerichtssaal gefunden, um ihren Kampf zu verteidigen. Dieser Kampf hat die ArbeitnehmerInnen und ihre Familien am Leben erhalten und die Fortführung des Betriebs ermöglicht, während die Arbeitgeberin (die Familie Filippou), die die KollegenInnen nach jahrelanger Ausbeutung auf die Straße gesetzt hatte, immer noch auf freiem Fuß ist, obwohl sie wegen der hohen Verschuldung bereits zu einer Gefägnisstrafe verurteilt wurde. Dieser Kampf genoss die Anerkennung der Gesamtheit der Gesellschaft sowohl der Stadt als auch des Landes, weil er für die Arbeiterrechte geführt wird.

Doch diesmal ist die Lage von zentraler Bedeutung und entscheidend für die Zukunft unseres Kampfes. Am 26. November startet im Gericht von Thessaloniki das Verfahren der Zwangsversteigerung zur Veräußerung der Immobilie. Doch der Ausgang dieses Verfahrens hätte verheerende Folgen für den Verlauf unseres Kampfes, denn dieser ist eng mit der Betriebsfläche der Fabrik verbunden, zum einen ist sie lebenswichtig für die Fortführung der Produktion, zum anderen geht es auch um einen ideologischen Grundsatz von VIO.ME:

Wir geben nicht zurück, was uns gehört!

Die Fabriken gehören in die Hände der Arbeiter, die Produktion gehört der Gesellschaft!


VIO.ME steht dem Staat und Kapital feindlich gegenüber, beide waren in den letzten Jahren verantwortlich für die Verarmung und Verelendung von Millionen Menschen in diesem Land, den Selbstmord von Tausenden, den Grenzzaun am Evros-Fluß, die massive Repression des Widerstandes (gegen den Goldabbau) in Chalkidiki, die Tolerierung der paramilitärischen Strukturen – vielmehr sollten wir von der Ausbau sprechen –, die AntifaschistenInnen und EinwanderInnen ermorden und diejenigen terrorisieren, die nicht in ihr Bild passen. Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als auch die Haltung der Regierung zu kritisieren, die nicht nur ein offenes Desinteresse für die Belange von VIO.ME trotz ihrer Wahlversprechen zeigt, sondern auch das brutale Vorgehen der früheren Regierung fortführt.


(...)


https://www.sozialismus.info/2015/11/griechenland-haende-weg-von-vio-me-2/





Zitat

GRIECHENLAND: Vio.Me, eine Fabrik in Arbeiter_innenhand

Von Rainer Thomann*,18.01.2015

Nach zwei Jahren Stillstand nehmen die gekündigten Arbeiterinnen und Arbeiter einer Fabrik in Thessaloniki dieselbe wieder in Betrieb – um in Eigenverwaltung etwas Sinnvolles zu produzieren.

«Ihr könnt nicht, wir können!» Das war die lapidare Antwort der Arbeiter_innen an die Besitzer ihrer Fabrik, nachdem sie von diesen im Mai 2011 ohne Lohn und Arbeit zurückgelassen worden waren. Das zum Konzern von Philkeram Johnson gehörende Werk am Stadtrand von Thessaloniki produzierte Klebstoffe für Fliesen und stand nach dem mutmasslich betrügerischen Konkurs der Muttergesellschaft – 2012 wurden zuerst der Direktor, dann sein Rechtsanwalt in Haft gesetzt – vor dem Aus.

Damit wollte sich die Belegschaft nicht abfinden und besetzte den Betrieb. Dass die Maschinen und Vorräte aufgrund der ausstehenden Löhne ohnehin den Beschäftigten gehörten, stand bald einmal fest. Doch wie es weitergehen sollte, war vorerst nicht klar.
Am 12. Februar 2013 nahmen zweiundzwanzig von den ehemals siebzig Beschäftigten die Produktion wieder auf. In den zwei Jahren quälenden Wartens hatten sie ausreichend Zeit, um über ihre Lage, ihr Leben, die Gesellschaft und die Zukunft nachzudenken.

«Wir haben lange genug mit giftigen Chemikalien arbeiten müssen. Darum wollen wir jetzt Dinge produzieren, die naturnah sind und die die Menschen wirklich brauchen», erklärt einer der Arbeiter von Vio.Me. Nach traditionellen, handwerklichen Verfahren stellen sie heute Seifen und Reinigungsmittel für den Hausgebrauch her. Manche Einrichtungen wirken improvisiert, sind aber zweckmässig. Die Produkte werden verkauft, getauscht oder verschenkt. Je nach den Umständen – jede und jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder und jedem nach seinen Bedürfnissen. Vom Erlös werden neue Rohstoffe gekauft und Löhne bezahlt. Jeder bekomme 15 Euro pro Tag, der Rest gehe in «die Solidarität». Gemeint ist der kollektive, länderübergreifende Kampf für eine solidarische Gesellschaft. Auch im Ausland können beispielsweise die ansprechend verpackten Naturseifen  bestellt werden1.

Teil einer sozialen Revolution

Um dem Verkauf der Produkte von Vio.Me einen legalen Rahmen zu verschaffen, wurde eine Genossenschaft gegründet, der auch Aussenstehende als «Solidaritätsunterstützende» beitreten können. Der monatliche Beitrag beträgt 3 Euro, für Arbeitslose die Hälfte, und kann gegen Produkte getauscht werden. Vio.Me soll der gesamten Gesellschaft gehören, an deren Schicksal auch die Zukunft von Vio.Me geknüpft ist. Vio.Me ist Teil einer sozialen Revolution, die damit begonnen hat, dass die Menschen ihr Leben in die eigene Hand nahmen. Das revolutionärste an Vio.Me ist wahrscheinlich, dass diese zweiundzwanzig Arbeiter_innen die Logik des Markt- und Konkurrenzdenkens, das unser ganzes Leben beherrscht, durchbrochen haben.

In der freien Marktwirtschaft besteht die Freiheit hauptsächlich darin, dass die Menschen aus einem kaum überschaubaren Angebot an Waren – sofern sie das Geld dazu haben – auswählen können, welche sie kaufen wollen. Und diese Freiheit bezahlen sie mit ihrem Leben: damit, dass sie sich den Zwängen der Lohnarbeit unterwerfen und einen schönen Teil der Freizeit mit Pendeln und Einkaufen verbringen. Wie ein Hamsterrad, das immer schneller dreht. Und jene, die nicht mehr können, fallen heraus und bleiben auf der Strecke: als Arbeitslose, als von der Sozialhilfe Abhängige, als psychisch Kranke, als Obdachlose, wie auch immer der individuelle Schicksalsweg aussehen mag.

Vio.Me hat sich zu einem Symbol der Selbstorganisation im Kampf gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung und der Troika aus EU-Kommission, EZB2 und IWF 3 entwickelt. Aus diesem Grund erfährt die selbstverwaltete Fabrik eine Welle grosser Solidarität und Unterstützung sowohl in Griechenland als auch im übrigen Europa und darüber hinaus.




http://www.viome.org/

Man kann die Seife übrigens auch bestellen. Z. B. hier:  
 http://www.neues-deutschland.de/shop/article/1457169

oder hier:  
http://viomeberlin.blogsport.eu/about-vio-me/
« Letzte Änderung: 27. November 2015, 20:34:33 von Just B U » Gespeichert

Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer die Einen, desto mächtiger die Anderen.


"Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden."
Seyran Ates
Kuddel


Beiträge: 11367


« Antworten #2 am: 12. Januar 2018, 21:42:59 »

Zitat
Erfolgreiche Blockade der gerichtlichen Zwangsversteigerung des Fabrikgeländes von Vio.Me am 11.1.



Vio.Me: Erfolgreiche Blockade der gerichtlichen Zwangsversteigerung des Fabrikgeländes am 11.1.2018Die ArbeiterInnne von Vio.Me und ihre UnterstützerInnen – ungefähr 150 Personen – haben am Donnerstag, 11. Januar, den Gerichtsaal in Thessaloniki beim ersten Termin blockiert und damit eine Aufschiebung erwirkt. Nun wird zu den nächsten Terminen am nächsten Donnerstag (18.1.) und 25. Januar mobilisiert. Gleichzeitig fand eine Soli-Demo vor dem Arbeitsministerium in Athen statt.
http://www.labournet.de/?p=10220
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 7063



« Antworten #3 am: 10. Februar 2018, 10:39:37 »

Zitat
Re: Klassenkampf mit Bioseife

Eine griechische Fabrik in Arbeiterhand
Die Vio.Me-Seifenfabrik im nordgriechischen Thessaloniki ist eines der aufregendsten sozialen Experimente Europas. Die Belegschaft hat ihren Arbeitsplatz vor drei Jahren besetzt. Seitdem sind die Arbeiter ihre eigenen Chefs und verstehen sich als Beispiel für eine Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus.
Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ging Philkeram-Johnson, einer der bedeutendsten griechischen Produzenten für Baustoffe und Keramikfliesen, bankrott. Seitdem produzieren die Arbeiter unter dem Namen „Vio.Me“ in Eigenverantwortung ökologische Seife. Unter ihnen gibt es keine Hierarchie, jeder bekommt den gleichen Lohn und alle Entscheidungen werden im Kollektiv getroffen.
Doch die Gläubiger von Philkeram-Johnson drängen auf eine Zwangsversteigerung der Fabrik, wodurch die Arbeiter alles verlieren würden. Kann das soziale Experiment bestehen?
Quelle: arte

Via NDS


https://youtu.be/1yjz84AN5y8
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Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
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