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Autor Thema: Kampf gegen Armut? Krieg gegen die Armen!  (Gelesen 12257 mal)
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Kuddel


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« Antworten #25 am: 11. Oktober 2016, 17:51:48 »

Zitat
Das Münchner Präsidium wehrt sich gegen den Vorwurf, zu wenig gegen Drogenkriminalität und illegale Prostitution zu unternehmen.

Man setze deshalb ein "umfangreiches und intensives Maßnahmenbündel" um. Dazu gehört laut Polizei vor allem eine möglichst hohe Präsenz von uniformierten und zivil gekleideten Beamten. Das Polizeipräsidium listet 533 Einsätze größerer Einheiten auf, 30 Schwerpunkteinsätze des Einsatzabschnitts Mitte sowie 62 Einsätze der Kriminalpolizei zur Bekämpfung der Rotlicht- und Betäubungsmittelkriminalität. 63 Mal gingen seit Ende April Landespolizisten gemeinsam mit ihren Kollegen der Bundespolizei auf Streife. Dazu kamen die Streifen der örtlich zuständigen Polizeiinspektionen.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/kriminalitaet-polizei-mindestens-zweimal-pro-tag-am-hauptbahnhof-im-einsatz-1.3200906
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Kuddel


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« Antworten #26 am: 15. November 2016, 12:14:44 »

Zitat
Köln –  Polizisten haben nicht weit vom Kölner Hauptbahnhof einen Obdachlosen mit brennender Kleidung gefunden. Nachdem die Flammen gelöscht waren, konnte ein Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Der 29-Jährige sei der Obduktion zufolge wohl Opfer einer Gewalttat geworden, sagte ein Polizeisprecher. Ob er durch das Feuer starb oder schon vorher umgebracht worden war, sagten die Ermittler nicht.
http://www.fr-online.de/panorama/gewalt-in-koeln-obdachloser-in-flammen,1472782,34935432.html
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Kuddel


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« Antworten #27 am: 25. Dezember 2016, 17:49:02 »

Zitat
Schlafender Obdachloser auf Berliner U-Bahnhof angezündet

Berlin - Auf einem U-Bahnhof in Berlin haben Unbekannte in der Nacht auf den ersten Weihnachtstag versucht, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Passanten verhinderten das jedoch.


Im Berliner Stadtteil Kreuzberg hat eine Gruppe Unbekannter Kleidungsstücke eines in einem U-Bahnhof schlafenden Obdachlosen angezündet. Augenzeugen löschten die Flammen schnell, wodurch der 37-Jährige unverletzt bliebt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Das sei dem sofortigen und beherzten Eingreifen mehrerer Passanten zu verdanken. Die Habseligkeiten des 37-Jährigen hätten gebrannt. Bisher geht die Polizei von fünf bis sechs Tätern aus.
https://www.tz.de/welt/schlafender-obdachloser-auf-berliner-u-bahnhof-angezuendet-zr-7169280.html
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Kuddel


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« Antworten #28 am: 26. Dezember 2016, 18:02:32 »

Die hamburger Innenbehörde ist wieder bemüht mit ihrer faschistoiden Politik Bayern oder Sachsen zu übertrumpfen:

Zitat
Obdachlose:
Kalter Entzug
Die Stadt verschärft überraschend die Regeln für Obdachlose – viele rumänische Bettler sollen gehen.


Bislang fand er dort jeden Abend ein kostenloses Bett. Doch jetzt reagiert die Stadt, weil sie zu viele geworden sind. Jetzt steht Cristi auf einer Liste für die Rückreise, in wenigen Tagen wird er sein Busticket bekommen, zurück nach Hause. Er muss dann abreisen oder sich einen anderen Schlafplatz suchen. Ins Winternotprogramm lassen sie ihn dann nicht mehr.

Sozialverbände kritisieren die Stadt. "Gruselig" findet Birgit Müller vom Straßenmagazin Hinz&Kunzt das Vorgehen und warnt davor, dass Menschen erfrieren könnten. Dirk Hauer von der Diakonie ermutigt die Betroffenen, sich juristisch zu wehren. Er sagt: "Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Stadt eine rechtliche Unterbringungsverpflichtung für unfreiwillig Obdachlose hat. Den Versuch, Osteuropäer jetzt zu freiwilligen Obdachlosen zu machen, finden wir extrem fragwürdig."

Betteln könne kein Lebensmodell sein, sagt die SPD-Politikerin. Und die Stadt könne es nicht fördern, indem sie das Winternotprogramm jedes Jahr ein bisschen größer mache. Schon deshalb, weil die Akzeptanz des Programms in der Nachbarschaft nicht allzu groß sei.
http://www.zeit.de/2016/51/obdachlose-hamburg-rumaenien-rueckkehr/komplettansicht


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Rudolf Rocker
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« Antworten #29 am: 26. Dezember 2016, 21:08:57 »

Zitat
Betteln könne kein Lebensmodell sein, sagt die SPD-Politikerin
Es gibt eben Leute, die soviel Selbstachtung haben das sie lieber Betteln gehen als SPD- Politiker zu werden!
SPD-Politikerin ist nämlich auch kein Lebensmodell sondern das Sinnbild für koruppte, rückratlose  POO
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BGS
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« Antworten #30 am: 26. Dezember 2016, 23:07:17 »

Zitat
Betteln könne kein Lebensmodell sein, sagt die SPD-Politikerin
Es gibt eben Leute, die soviel Selbstachtung haben das sie lieber Betteln gehen als SPD- Politiker zu werden!
SPD-Politikerin ist nämlich auch kein Lebensmodell sondern das Sinnbild für koruppte, rückratlose  POO

Stimmt. Heute scheint der letzte "Lobbyist" den meisten Politikern den Marsch zu blasen.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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« Antworten #31 am: 29. Dezember 2016, 09:27:48 »

Zitat
Marginalisiert in Leben und Tod – Wohnungslose als Opfer rechter Gewalt

Am 23.10.2014 wird ein 55-jähriger Ruander in einer städtischen Unterkunft für Wohnungslose im hessischen Limburg brutal von drei Männern zu Tode geprügelt. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer rassistischen Motivlage der Täter aus – am selben Tag wurden zwei von ihnen beim Zeigen des Hitlergrußes fotografiert. Die Tat reiht sich ein in eine lange Reihe von Morden an Wohnungslosen durch Neonazis. Sozialdarwinismus ist ein zentraler Baustein neonazistischer Ideologie. Jedoch finden Obdachlose als Opfergruppe rechter Gewalt kaum Beachtung. Selten wird ihnen gedacht, über ihr Leben kaum berichtet. Zynisch: Vor allem Nazis versuchten zuletzt, diese Morde lokal erneut zu nutzen.

Von Joschka Fröschner

Wenig ist bekannt über das, was sich in der Nacht zum 23.10.2014 in einer städtischen Unterkunft für Wohnungslose im hessischen Limburg abgespielt hat. In der Gemeinschaftsküche der Einrichtung schlugen und traten drei Täter abwechselnd so lange auf einen Mann aus Ruanda ein, dass dieser wenig später an seinen inneren Blutungen starb. Drei Tatverdächtige, zwischen 22 und 43 Jahren, konnten schnell ermittelt werden. Einer von ihnen beging in Untersuchungshaft Selbstmord. Polizei und Staatsanwaltschaft kommunizierten schon am Anfang der Ermittlungen, dass es klare Anhaltspunkte für eine rassistische Motivation der Täter gebe.

Hitlergrüße vor der Tat

Woran genau sich dies festmacht, ob die Täter womöglich Kontakte in die organisierte Neonaziszene haben, ist nicht bekannt. Kürzlich sickerte aber durch, dass zumindest zwei der Täter am Tag der Tat beim Zeigen des Hitlergrußes fotografiert wurden. Noch weniger als über die Geschehnisse in Limburg weiß man in der Öffentlichkeit allerdings über das Opfer der Mordtat: Nur sein Alter und seine Nationalität sind bekannt: 55 Jahre alt, aus Ruanda. Über sein Leben und seine Geschichte wird nichts berichtet. Dies ist nichts Neues, wenn Wohnungslose Opfer rechter Gewalt werden. Von einigen obdachlosen Todesopfern existieren bis heute nicht einmal Fotos und komplette Namen.

Sozialdarwinismus als Ungleichwertigkeitsideologie


Seit 1990 wurden 167 Wohnungslose von Täter_innen außerhalb der Wohnungslosenszene getötet, so die Statistik der „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“ (BAGW). Davon finden sich 28 Opfer auch in der Chronik von „Tagesspiegel“ und „Zeit“ zu Todesopfern rechter Gewalt. Wahrscheinlich aber ist die Anzahl von Todesopfern rechter Gewalt unter Wohnungslosen deutlich höher, da sich die BAGW-Chronik ausschließlich auf Presseauswertungen stützt, schreibt der Historiker Lucius Teidelbaum in der Zeitschrift „Lotta“. Deutlich ist: Die Gewaltbereitschaft gegenüber Wohnungslosen ist sowohl in der rechten Szene als auch in der Gesamtgesellschaft äußerst hoch.

Säuberung des Volkskörpers


Die sozialdarwinistische Abwertung von Obdachlosen war bereits im Nationalsozialismus ein Teil von Programmen zur „Sozialhygiene“: „Alles Schädliche und Faule, alles was schwach und krank und verdorben ist, muss aus dem gesunden Volkskörper rücksichtslos herausgeschnitten werden“, war die Maxime der Nationalsozialisten. Die Säuberung des Volkskörpers von „Schädlingen“ mündete in der Verfolgung und Internierung von „Asozialen“. Seinen Höhepunkt erreichte die Verfolgung von Wohnungslosen, Menschen mit geistiger Behinderung und aus anderen sozialen „Randgruppen“ mit der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ im Jahr 1938. Dabei wurden mehr als zehntausend Menschen verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Hunderte Frauen wurden zwangssterilisiert, in den Lagern kamen viele Wohnungslose ums Leben.

Mangelnde Anerkennung der NS- Verfolgung

Nach 1945 wurden die als „asozial“ Verfolgten von Entschädigung und Anerkennung weitestgehend ausgeschlossen. Die an ihnen verübten Verbrechen galten nicht als „NS-spezifisches Unrecht“. Das Nichtanerkennen der Verfolgung und die verweigerte Aufarbeitung tragen zu einer Kontinuität der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Wohnungslosen bis in die heutige Zeit bei. Heutzutage erfährt die  Abwertung von Wohnungslosen durch kapitalistische Verwertungslogik eine verstärkte Legitimation:  Der Wert eines Menschen richtet sich zunehmend nach seiner ökonomischen „Nützlichkeit“. Wer nichts „leistet“ ist auch nichts wert – aus objektiv vorhandener Ungleichheit wird eine angeblich vorhandene Ungleichwertigkeit.

Abwertung von Wohnungslosen ein deutscher Zustand

Diese Ansicht ist in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet. Wilhelm Heitmeyers Studie „Deutsche Zustände“ zufolge wünscht sich etwa ein Drittel der Befragten die Vertreibung von Obdachlosen aus Fußgängerzonen, 34 % bezeichnen Obdachlose als ihnen „unangenehm“ (Zahlen von 2010). Die Abwertung von Langzeitobdachlosen ist noch deutlich stärker ausgeprägt. Aus wirtschaftlicher Schwäche wird charakterliches Versagen konstruiert. Dieser Diskurs wird zumeist von Politiker_innen noch befeuert, wenn etwa Franz Müntefering während seiner Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Soziales verlangt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“

Sozialdarwinismus der Tat


Aus diesem Sozialdarwinismus des Wortes folgt bei Gewaltverbrechen gegen Wohnungslose ein „Sozialdarwinismus der Tat“, wie Teidelbaum ihn bezeichnet. Der Ausschluss von Wohnungslosen, der diskursiv bereits gerechtfertigt ist, wird durch die praktische „Säuberung“ der Gesellschaft von „unerwünschten Elementen“ vollzogen. Die meisten Morde werden von Tätergruppen verübt, zu einem überwiegenden Teil männlich und jung. Auffällig ist auch die besondere Brutalität, mit der oft vorgegangen wird. Sie zeugt von einer Entmenschlichung der Opfer, und der Überzeugung der Täter, dass Wohnungslose „unwertes Leben“ darstellen:

„Der hatte es nicht anders verdient“


In der Nacht zum 1. August 2008 legt sich Hans-Joachim Sbrzesny zum Schlafen auf eine Parkbank in der Nähe des Dessauer Hauptbahnhofs. Wegen einer psychischen Erkrankung lebt und schläft Sbrzesny immer wieder im öffentlichen Raum. Gegen 1 Uhr nachts finden ihn dort die beiden Neonazis Sebastian K. (23) und Thomas F. (34). Sie stellen ihre Fahrräder ab und schlagen dem wehrlosen 50-Jährigen mit Fäusten ins Gesicht. Als Sbrzesny am Boden liegt, treten sie ihm auf den Kopf. Sebastian K. schlägt mehrfach mit einem über fünf Kilogramm schweren Metallmülleimer auf den Oberkörper des Opfers ein. Sbrzesny erleidet Quetschungen an Herz und Lunge und verstirbt noch am Tatort. Die Täter werden in derselben Nacht in unmittelbarer Tatortnähe verhaftet. F. ist als Teilnehmer von NPD-Veranstaltungen bekannt und hat sich den Schriftzug „White Power“ auf den Körper tätowieren lassen. Im Prozess sagt ein Zeuge aus, Sebastian K. habe ihm während der Untersuchungshaft erzählt, Sbrzesny sei ein „Unterbemittelter“ gewesen, der es „nicht anders verdient“ habe. In seinem Urteil erkennt das Gericht keine rechte Tatmotivation. Anlass des Mordes sei Sebastian K.‘s „schlechte Laune“ gewesen.

Todesstrafe für Obdachlosigkeit?

Am 23. August 2008 schläft der 59-Jährige Karl-Heinz Teichmann auf einer Parkbank hinter der Leipziger Oper. Dort finden ihn zwei Neonazis, die zuvor auf einer von neonazistischen „Freien Kräften“ organisierten Demonstration unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder“ gewesen sind. Einer der Neonazis, der 18-Jährige Michael H., sagt Teichmann, dass er „nicht hier schlafen solle“. Dann schlägt er ihn mit der Faust und springt ihm ins Gesicht. Anschließend verlassen die beiden Neonazis den Park, um sich mit Freunden zu treffen. Eine halbe Stunde später kehrt Michael H. jedoch zurück, um Teichmann erneut zu verprügeln. Ärzt_innen stellen bei Teichmann später massive Kopfverletzungen, Prellungen am ganzen Körper, Brüche im Gesicht, eine Halswirbelfraktur und Hirnblutungen fest. Er stirbt am 6. September im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Das Leipziger Landgericht verurteilt Michael H. wegen „heimtückischen Mordes“, wertet die Tat aber nicht als rechtsradikal motiviert. Für die Polizei ist es eine „normale Straftat unter Alkoholeinfluss“.

„Kein Recht, unter der strahlenden Sonne zu leben“


Die Begründungen von rechtsradikalen Mördern für ihre Verbrechen an Wohnungslosen gleichen sich: „Penner“ passen nicht ins Stadtbild, liegen „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche“,  „der Anblick passte nicht in mein Weltbild“, oder „So einer hat kein Recht, unter der strahlenden Sonne zu leben“. Trotz der besonderen Brutalität und der menschenverachtenden Begründungen erfahren die Mordtaten von Neonazis an Wohnungslosen wenig Aufmerksamkeit. Dies ist, bei der weiten Verbreitung sozialdarwinistischer Einstellungen in der Gesellschaft, kein Zufall. Das Recht, die Stadt von Obdachlosen zu säubern, dass die Täter für sich in Anspruch nehmen, wird vom Staat seit jeher in die Tat umgesetzt. Dies geschieht durch die Vertreibung von Wohnungslosen aus Fußgängerzonen und aus Bahnhöfen durch Polizei und Sicherheitspersonal, oder durch bauliche Maßnahmen, die es verhindern sollen, dass Obdachlose unter Brücken schlafen können, wie in Hamburg geschehen. Das hohe Ausmaß an Akzeptanz von struktureller Gewalt gegen Wohnungslose zeigt sich nicht zuletzt an dem fehlenden Aufschrei über Kältetote, die es jeden Winter in deutschen Städten gibt.

Staatlich sanktionierte Ausschlüsse

Staatlich umgesetzte oder sanktionierte Ausschlüsse führen letztendlich zur besonderen Verwundbarkeit von Wohnungslosen für Gewalttaten. Von Orten vertrieben, die durch hohes Menschenaufkommen Sicherheit bieten, bei gleichzeitigem chronischen Mangel an Unterkünften, müssen sie immer wieder vereinzelt an Plätzen schlafen, an denen sie nicht „sichtbar“ sind. So ist es wenig verwunderlich, dass die Tatorte von neonazistischen Morden an Obdachlosen immer wieder Parkanlagen und -bänke oder andere behelfsmäßige Schlafplätze sind. Und auch die Ermittlungsbehörden übersehen besonders häufig Neonazi-Angriffe auf Wohnungslose und andere sozial Benachteiligte. Dafür spricht zumindest ein Vergleich der staatlich erfassten Todesopfer rechter Gewalt mit denen der von „Tagesspiegel“ und „Zeit“ ermittelten. 70 Prozent der obdachlosen und sozial schwachen Todesopfer rechtsradikaler Gewalt sind in den offiziellen Statistiken nicht erfasst!

Gedenken mit Hindernissen

Es ist auch die mangelnde Anerkennung, die ein adäquates Gedenken und Erinnern an wohnungslose Opfer rechter Gewalt erschwert. Noch dazu ist es durch die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Wohnungslosen und sozial schwachen Menschen oftmals schwer, ihre Biographie und Geschichte in Erfahrung zu bringen, um ihnen auf diese Weise ein Gesicht zu verleihen.  Die Marginalisierung von Obdachlosen im Leben schreibt sich auf diese Weise auch nach dem Tod fort. Nur an wenigen Orten in Deutschland gibt es Gedenksteine und Veranstaltungen an Todestagen um ihnen zu gedenken. Wenn dies geschieht, dann häufig sogar gegen den Widerstand der Lokalpolitik. In Greifswald ist es der Initiative „Schon Vergessen?“ zu verdanken, dass regelmäßig dem 2000 von jungen Neonazis ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz gedacht wird, in Neuruppin erinnert ein antifaschistisches Bündnis an Emil Wendland, der 1992 auf einer Parkbank schlafend von Neonazi-Boneheads erstochen wurde.

Instrumentalisierungsversuche von Rechts


In beiden Fällen versuchen mittlerweile auch Neonazis, das Gedenken auf zynische Art und Weise für sich zu vereinnahmen. Emil Wendland wurde nicht auf Grund der neonazistischen Gesinnung der Täter als Opfer ausgewählt, Schuld an seinem Tod sei „subkulturelle Perspektivlosigkeit“, schreiben die Freien Kräfte Neuruppin/ Osthavelland auf einem Flyer. In Greifswald legten Neonazis einen Kranz am Gedenkstein für Eckard Rütz nieder, und beklagten sich öffentlich über die Inschrift „Zum Gedenken an Eckard Rütz – am 25. November 2000 von drei Jugendlichen mit rechtsextremistischer Gesinnung ermordet“, die zur „Diskreditierung der Bewegung“ diene. Das lokale Neonazi-Newsportal „MuPInfo“ schwärmte für die NS-Politik gegenüber Obdachlosen, die im „obdachlos gewordenen Menschen zunächst einmal den Volksgenossen“ gesehen habe.

Mehr Engagement von Nöten

Diese unbeholfenen Instrumentalisierungsversuche können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Abwertung und, wenn möglich, Vernichtung sozial schwacher Menschen ein fester Bestandteil neonazistischer Ideologie ist. Umso wichtiger ist es aber, dass klar Position gegen die Abwertungsmechanismen bezogen wird, die rechten Gewalttaten gegen Wohnungslose zu Grunde liegen. Außerdem braucht es mehr Recherche zu den Biographien der Opfer, die oftmals wegen mangelnder öffentlicher Finanzierung nicht durchgeführt werden konnte. Und natürlich braucht es noch mehr Menschen, die sich in lokalen Initiativen für die Rechte Wohnungsloser und für das Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt einsetzen.

Mehr im Internet:

| Chronik bei berberinfo.blogsport.de
Einzelne Biographien bei todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de
| Einzelne Biographien bei www.rechte-gewalt-in-sachsen-anhalt.de
| Gedenkinitiative für Eckard Rütz und Klaus Dieter Gerecke: schonvergessen.blogsport.de
| Gedenkinitiative für Emil Wendland: jwp-mittendrin.de/blog/emil-wendland/
| Gedenkinitiative für Dieter Eich: niemandistvergessen.blogsport.eu
| Gedenkinitiative für Günter Schwanne: guenterschwannecke.blogsport.eu/ueber-guenter-schwannecke/
| Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.www.bagw.de
| Lucius Teidelbaum „Penner klatschen“ –Über Obdachlosenfeindlichkeit niemandistvergessen.blogsport.eu/?p=1625

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/marginalisiert-leben-und-tod-wohnungslose-als-opfer-rechter-gewalt-9852
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Kuddel


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« Antworten #32 am: 03. März 2017, 09:12:12 »

Zitat
Obdachlose zunehmend Opfer

Rund 500 Obdachlose kamen laut Aktivisten seit 1989 gewaltsam um, nicht selten waren Rechtsextremisten Täter.




Seit dem Wendejahr 1989 sind in Deutschland 502 obdachlose Frauen und Männer durch Gewalt ums Leben gekommen. Das hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) ermittelt. Die Tendenz ist steigend. Allein 2016 waren es 17; dabei waren die Tatverdächtigen in acht Fällen selbst nicht wohnungslos. Dies legt aus Sicht der BAGW den Verdacht nahe, dass hier ein rechtsextremistisches Motiv dahinter stecken könnte. Denn: „Bei den Gewalttaten gegen wohnungslose Menschen spielen nach Erkenntnissen der BAGW menschenverachtende und rechtsextreme Motive häufig eine zentrale Rolle.“ Unter den mindestens 179 Todesopfern rechtsextremistischer Gewalt hätten demnach zirka 20 Prozent bis dahin auf der Straße gelebt.
Dass die Bundesregierung nicht bereit ist, anzugeben, wie viele Obdachlose seit 1990 aus politischen Gründen ermordet wurden, ist eine Frechheit. Obdachlose werden damit auch über ihren gewaltsamen Tod hinaus ausgegrenzt und ihrer Würde beraubt.
Zitat
Monika Lazar, grüne Bundestagsabgeordnete

Die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar aus Leipzig wollte es genau wissen, stellte eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung – und hält die nun eingetroffene Antwort aus dem Bundesinnenministerium für „eine einzige, große Enttäuschung“. Wörtlich sagte Lazar dieser Zeitung: „Dass die Bundesregierung nicht bereit ist, anzugeben, wie viele Obdachlose seit 1990 aus politischen Gründen ermordet wurden, ist eine Frechheit. Obdachlose werden damit auch über ihren gewaltsamen Tod hinaus ausgegrenzt und ihrer Würde beraubt.“


2001 war vereinbart worden, dass Hasskriminalität in Deutschland fortan erfasst wird. Ein Kriterium sollte dabei sein, dass das Motiv des Täters „im gesellschaftlichen Status“ des Opfers begründet liegt. In der Antwort heißt es aber nun, dass die zuständigen Bundesländer Informationen über politisch motivierte Kriminalität an das Bundeskriminalamt weiterreichen müssten. Und Detailinformationen zu Opfern seien „hierbei nicht als Pflichtfelder vorgesehen. Aus diesem Grund sind die genannten Opfereigenschaften nicht automatisiert recherchierbar.“
Regelrechte Hinrichtungen

Stattdessen, so Lazar, würden unter Hasskriminalität Gewalttaten gegen Polizeibeamte oder „Straftaten gegen höhere soziale Schichten“ erfasst und damit das gesamte Vorhaben auf den Kopf gestellt. „Eine solche Statistik braucht kein Mensch – außer, man will das Ausmaß rechter Gewalt in Deutschland verschleiern“, erklärte die grüne Parlamentarierin.

Unter Straftaten gegen höhere soziale Schichten wird etwa das Abfackeln von „Nobelkarossen“ verstanden, das nicht zuletzt in Berlin meist auf das Konto von Linksextremisten geht. Soeben erst hatte der Europarat kritisiert, dass Hasskriminalität in Deutschland unzureichend erfasst werde.

Nicht selten gleichen Angriffe auf Obdachlose regelrechten Hinrichtungen. Am 27. Mai 2011 etwa wurde André Kleinau im sächsischen Oschatz von fünf Männern im Alter von 16 bis 36 Jahren mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt. Am nächsten Morgen fanden Zeugen den 50-Jährigen mit schwersten Kopfverletzungen auf. Vier Tage später starb er.

Umso frustrierter ist Werena Rosenke, stellvertretende BAGW-Geschäftsführerin, über die Antwort der Bundesregierung. „Wir beobachten eine Zunahme von Gewalt gegen Wohnungslose“, sagte sie. „Und immer wieder haben Gewalttaten einen rechtsextremistischen Hintergrund. Das hat manchmal den Charakter von Folter.“ Rosenke fügte hinzu: „Trotzdem gibt es daran offenbar kein Interesse.“
Markus Dec
http://www.fr.de/politik/hasskriminalitaet-obdachlose-zunehmend-opfer-a-1046985
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« Antworten #33 am: 28. März 2017, 19:12:22 »

Die Vereinzelung und Entsolidarisierung wurde und wird massiv und bewusst gefördert, ein Beispiel von vor zehn Jahren:

Zitat
[...] TNS - Infratest beispielsweise hat für die aufsehenerregende Studie über Deutschland im Reformprozess neun Milieus ausgemacht und mit folgenden Namen ausgestattet:

   1. Abgehängtes Prekariat (8 %)
   2. Autoritätsorientierte Geringqualifizierte (7 %)
   3. Selbstgenügsame Traditionalisten (11 %)
   4. Bedrohte Arbeitnehmermitte (16 %)
   5. Zufriedene Aufsteiger (13 %)
   6. Engagiertes Bürgertum (10 %)
   7. Kritische Bildungselite (9 %)
   8. Etablierte Leistungsträger (15 %)
   9. Leistungsindividualisten (11 %)


Aus: "DEUTSCHE MILIEUS - Das alte und neue Unten" Von Franz Walter (SPON; 17. Februar 2007)

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466865,00.html

MfG

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http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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« Antworten #34 am: 28. März 2017, 19:56:37 »

Zitat
Nachdem die Polizei im Delmenhorster Wollepark am Montagabend eine Großkontrolle angeordnet hat, kommen jetzt weitere Hintergründe zu dem Fall an die Öffentlichkeit. Die Stadt Delmenhorst droht damit, in den kommenden Tagen in zwei Wohnblöcken des Viertels Gas und Wasser abzustellen, weil die Vermieter ihre Rechnungen bei den Stadtwerken nicht gezahlt haben sollen. Mittlerweile sei eine Summe von etwa 200.000 Euro aufgelaufen, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) am Dienstag.
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Wollepark-Delmenhorst-will-Wasser-abstellen,delmenhorst530.html
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« Antworten #35 am: 08. Mai 2017, 07:51:30 »

Zitat
Wer sein Essensgeld nicht bezahlt, kommt öffentlich an den Pranger

In den USA werden Kinder in der Schule öffentlich gedemütigt, wenn ihre Eltern das Essensgeld nicht bezahlen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nachrichten-am-morgen-die-news-in-echtzeit-a-1146057.html
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« Antworten #36 am: 08. Mai 2017, 14:32:09 »

Kommt in Deutschland bestimmt auch noch!
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dagobert


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« Antworten #37 am: 08. Mai 2017, 14:44:56 »

Gibt es schon, glaube ich.



Nachtrag:
Zitat
Für das einzelne Kind ist es eine tägliche Erniedrigung: Während die KlassenkameradInnen sich in der Schulmensa an der Essensausgabe bedienen, muss es so lange draußen warten, bis die anderen satt sind. An der Spreewald-Grundschule im Schöneberger Norden geht das derzeit 50 Kindern so: Sie werden vom Schulessen ausgeschlossen, weil die Eltern dauerhaft keine Beiträge zum Schulmittagessen zahlen.

http://www.taz.de/!5353744/
« Letzte Änderung: 08. Mai 2017, 14:55:15 von dagobert » Gespeichert
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« Antworten #38 am: 18. Mai 2017, 16:18:51 »

Zitat
Bahnhofsviertel Frankfurt
Sprayer rebellieren gegen gestiegene Polizeipräsenz

Das Bahnhofsviertel soll wieder sicher, sauber und vorzeigbar werden. Doch nicht alle Anwohner sind mit den städtischen Maßnahmen einverstanden.


...Dazwischen stand dort „ACAB“ („All cops are bastards“) und „Fuck BAO“ geschrieben.

„Das ist nicht nur eine Beleidigung für die Polizisten, die hier gute Arbeit machen, da geht es auch um die Sauberkeit im Ortsbezirk“, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) im Bezug auf die Einheit BAO, die seit gut drei Monaten mit 100 Polizisten im Bahnhofsviertel stationiert ist und verschärft Kontrollen etwa im Drogenmilieu durchführt. Strank legte also selbst Hand an und entfernte zusammen mit Kerry Reddington von der kommunalen Ausländervertretung die Schmierereien und tünchte das Häuschen wieder rot.
http://www.fr.de/frankfurt/bahnhofsviertel-frankfurt-sprayer-rebellieren-gegen-gestiegene-polizeipraesenz-a-1280829
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« Antworten #39 am: 12. Juni 2017, 20:18:42 »

Lebensunwertes Leben.

Zitat
Arme und Ungebildete sterben früher
Einer Studie zufolge leben Menschen durchschnittlich bis zu zwölf Jahre länger, wenn sie gut verdienen und eine hohe Bildung haben.


"In fast allen Ländern leben Hochschulabsolventen im Durchschnitt zwei bis zwölf Jahre länger als Landsleute, die höchstens eine Grundschule oder gar keine Schule besucht haben", heißt es in der Studie. Besonders alt werde die Wissenschaftselite...
http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-06/lebenserwartung-studie-armut-reichtum-bildung

Auf die Armen wartet der Schredder.
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Troll
Abused Frog


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« Antworten #40 am: 19. Juli 2017, 09:33:45 »

Zitat
In der Filterwelt

Mir wurde oft gesagt, ich beschäftigte mich hier zu oft mit unpolitischen Dingen wie "Fake News", dem "Narrativ" und Ähnlichem. Nun, es ist nicht nur so, dass ich versuche, die Welt aus vielen Perspektiven zu betrachten, sondern dass gerade diese Dinge ungemein politisch sind. Selbst das Radikalste, Extremste in Bezug auf ein System: die revolutionären Ansätze, funktionieren nicht ohne ein Narrativ und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Niemand wird den Umsturz proben, nur weil er die Schnauze voll hat. Im Gegenteil lassen sich viele Menschen ausbeuten, quälen, betrügen und unterdrücken, solange niemand ihnen eine sehr konkrete Alternative bietet. Das geht so weit, dass die Ordnung selbst verteidigt wird, sei sie noch so nachteilig, selbst also wenn sie dafür sorgt, dass Menschen zunehmend verarmen und entrechtet werden. Sie wird verteidigt von denen, die unter ihr leiden.
....

Quelle: Feynsinn


"Sie wird verteidigt von denen, die unter ihr leiden." Es geht ihnen Schlecht, haben aber nach leidvoller Erfahrung die Angst eine vollmundig angepriesene Veränderung (huhu Reformen) könnte es noch schlimmer machen als es schon ist. Extremfall ist dann natürlich wenn ausgerechnet Parteien wie die AfD von den Leidtragenden gewählt wird, denen wird komischerweise geglaubt das sie in die "bessere" Zeit zurückreisen können.

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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Kuddel


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« Antworten #41 am: 27. Juli 2017, 09:39:53 »

Zitat
Obdachlose in Frankfurt
Mehr Kontrollen auf der Zeil

Die Frankfurter Stadtpolizei geht auf der Zeil verstärkt gegen lagernde Obdachlose und aggressive Bettler vor. Seit Mitte Juni sind von frühmorgens bis abends mehrere Streifen auf der Einkaufsstraße unterwegs.


Als Andrea Brandl am Mittwoch den Lokalteil der Frankfurter Rundschau las, war die Sprecherin von Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) einigermaßen irritiert. In dem Artikel über die Zeil, die nach einer Erhebung die am meisten besuchte Einkaufsstraße Deutschlands ist, beschwert sich der Verein „Neue Zeil“ über Obdachlose, die auf den Bänken vor den Geschäften lagerten. Und auch die IHK spricht von der „Aufenthaltsqualität auf der Straße“.

Tatsächlich habe die Stadtpolizei ihre Kontrollen auf der Zeil zuletzt massiv ausgeweitet, sagte Brandl am Mittwoch im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Seit Mitte Juni sind von frühmorgens bis abends mehrere Streifen auf der Einkaufsstraße und den angrenzenden Plätzen unterwegs. Die Polizisten gehen gegen Obdachlose vor, die auf dem Trottoir oder auf Bänken lagern. Gegen Bettler, die Passanten nachhaltig ansprechen oder berühren. Und gegen Straßenmusiker, die zu lange an einem Ort verweilen. Das alles ist nach der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt verboten.
Anzeige gegen 50 Obdachlose

Nach vier Wochen zog das Ordnungsdezernat am Mittwoch eine erste Bilanz. Knapp 220 Menschen wurden kontrolliert. An rund 200 Obdachlose erging die Aufforderung, ihren Platz zu räumen. 50 von ihnen bekamen eine Anzeige, weil sie nach der Definition der Stadt lagerten und damit gegen die kommunale Verordnung verstießen. In sechs Fällen gingen die Stadtpolizisten wegen aggressiven Bettelns vor, dazu schrieben sie fünf Anzeigen wegen öffentlichen Urinierens. Die Einsätze zeigten jedenfalls Wirkung, sagte Brandl. Die Zahl der festgestellten Verstöße sei rückläufig.

Anlass für die verstärkten Kontrollen seien vor allem die Beschwerden von Geschäftsleuten und Passanten, die im Frühling stark zugenommen hätten. Zugleich geht es dem Ordnungsdezernat darum, mögliche Verdrängungseffekte zu beobachten. Denn in der neuen Grünflächensatzung, die seit Anfang Juni gilt, ist auch das Lagern in Parks verboten. Ob Obdachlose nun in die Innenstadt ausweichen, lasse sich noch nicht abschließend beurteilen, sagte Brandl.

Bei ihren Kontrollen haben die Stadtpolizisten vor allem mit Definitionsfragen zu tun. Was bedeutet eigentlich lagern? Fakt ist: Auch Obdachlose dürfen sich auf Bänke setzen. Ebenso klar ist, dass das Ausbreiten von Schlafsäcken vor Schaufenstern nicht erlaubt ist. Vieles dazwischen bedarf der Auslegung. Ebenso verhält es sich mit dem Betteln. Wer mit einem Schild um Geld bittet, darf das. Wer sich Passanten in den Weg stellt, darf das nicht. Im Graubereich dazwischen bietet die Gefahrenabwehrverordnung hingegen noch Interpretationsspielraum.
http://www.fr.de/frankfurt/obdachlose-in-frankfurt-mehr-kontrollen-auf-der-zeil-a-1312683
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Kuddel


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« Antworten #42 am: 10. September 2017, 17:55:23 »

Es gibt die Verachtung in der Gesellschaft für die Armen und Schwachen und es gibt auch Gewalt von denen da unten, untereinander.
Egal woher die Gewalt kommt, die Ärmsten sind sehr oft Opfer von Gewalt.

Zitat
Berlin-Steglitz
Obdachloser aus Rendsburg getötet

Nach dem gewaltsamen Tod eines 47-jährigen Mannes in Berlin hat die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet und Bilder veröffentlicht. Der Mann war erst vor wenigen Tagen aus Rendsburg in die Hauptstadt gekommen.


Die Obduktion der Leiche ergab, dass der 47-Jährige aus Rendsburg an Tuberkulose erkrankt war. Es sei möglich, dass der Täter sich infiziert habe, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Am selben Tag veröffentlichte sie ein Foto des Opfers. Laut Polizei handelt es sich um einen wohnungslosen Mann, der vermutlich erst vor wenigen Tagen mit seinem Hund aus Rendsburg nach Berlin gekommen war.
http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Rendsburg/Berlin-Steglitz-Obdachloser-aus-Rendsburg-getoetet
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Kuddel


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« Antworten #43 am: 13. September 2017, 10:14:34 »

Der Krieg gegen Drogen ist ein Krieg gegen die Armen!

Zitat
Seit gut eineinhalb Jahren geht die Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel verschärft gegen Drogenkriminalität vor. Heute wollen Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) und der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill über die aktuelle Situation informieren. Seit Anfang 2016 hat die Polizei mit zahlreichen Razzien und Kontrollen den Druck auf die Drogenszene enorm erhöht.



Vor knapp einem Jahr richtete die Polizei eine sogenannte „Besondere Aufbauorganisation“ ein und kontrollierte seither Zehntausende Menschen und nahm Hunderte wegen Drogendelikten fest. Die temporäre Einheit soll nun aufgelöst und stattdessen eine feste Dienststelle ausschließlich zur Kriminalitätsbekämpfung im Bahnhofsgebiet eingerichtet werden.
http://www.fr.de/rhein-main/das-bringt-der-tag-kampf-gegen-drogenszene-im-bahnhofsviertel-a-1350034
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Kuddel


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« Antworten #44 am: 14. September 2017, 11:10:15 »

Meldung aus den USA:

Zitat
Porsche-Fahrerin schießt Obdachlosen nieder

Ein Obdachloser bat sie, ihren SUV umzuparken - da rastete eine Porsche-Fahrerin in den USA aus. Sie zückte ihre Waffe und schoss auf den Mann.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nashville-porsche-fahrerin-schiesst-auf-obdachlosen-a-1167565.html
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Kuddel


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« Antworten #45 am: 12. Oktober 2017, 12:01:52 »

Zitat
Grüner Sheriff
Personalie



Stephan von Dassel (Grüne), Bürgermeister von Berlin-Mitte


Im August forderte er ein Verbot der Straßenprostitution an der Kurfürstenstraße in Berlin-Tiergarten, nun will er im Tiergarten campierende renitente Obdachlose abschieben lassen können. Nein, Stephan von Dassel, der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte ist kein CDUler, sondern Mitglied der Grünen.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1066299.gruener-sheriff.html
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« Antworten #46 am: 12. Oktober 2017, 15:30:17 »

Zwischen Grünen und CDU ist nicht viel Unterschied. Links sind die Grünen schon lange nicht mehr.
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Rudolf Rocker
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« Antworten #47 am: 12. Oktober 2017, 16:53:01 »






« Letzte Änderung: 12. Oktober 2017, 16:55:06 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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« Antworten #48 am: 12. Oktober 2017, 17:39:09 »

Wie isser denn von Springfield nach Berlin-Mitte gekommen?
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Rudolf Rocker
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« Antworten #49 am: 12. Oktober 2017, 21:20:58 »

...und wie konnten sie ihn dann auch noch zum Bürgermeister machen? Azn
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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