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Autor Thema: Mieter organisieren, wie?  (Gelesen 5515 mal)
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dejavu


Beiträge: 903



« am: 02. Januar 2015, 05:26:57 »

In dem Haus in dem ich wohne lässt der Vermieter alles vergammeln.

Das Treppenhaus sieht aus wie Schwein, bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr Renoviert. Die Farbe blättert von Wänden Decken und Türen, die Treppenhausbeleuchtung funktioniert nach dem Zufallsprinzip.
Durch das Dach heult der Wind wie ein Rudel sibirischer Wölfe. Teilweise werden leerstehende Wohnungen nicht mehr vermietet.
Die niemals gereinigten Regenrinnen haben sich zu einer Brutstätte von Mücken aller Art entwickelt.

Beschwerden einzelner haben bislang anscheinend nicht viel gefruchtet, alle haben irgendwie die Schnauze voll.
Kennt ihr Beispiele erfolgreicher Aktionen bei denen Mieter gemeinsam und organisiert gegen derartige Zustände vorgegegangen sind?
Ich hab gerade vor, eine von vielen, möglichst allen Mietern unterschriebene Aufforderung an den Vermieter zu schicken.
Meint ihr das das Sinn macht? Was kann man noch tun?
« Letzte Änderung: 02. Januar 2015, 05:30:22 von dejavu » Gespeichert

Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!
Hochseefischer
Gast
« Antworten #1 am: 02. Januar 2015, 09:59:08 »

Ist einer von Euch Mietern im Mieterverein? Falls ja, dann diesen Mieter den Mieterverein fragen lassen, was getan werden kann in dieser Sache. Vielleicht ordnet der Mieterverein diesem Euren Mitmieter ja einen Anwalt zu, und der schreibt Euren Vermieter in der Sache ja mal an.

Ein solcher Anwalt vertritt aber wahrscheinlich nur die Interessen desjenigen Mitmieters, der Mitglied im Mieterverein ist. Also nicht die Interessen aller Mieter in Eurem Haus.

Das kann aber nicht schaden. Gleichzeitig würde ich die Unterschriftenaktion aller Mieter gegen die Missstände im Haus vorantreiben. So kriegt dann der Vermieter a) Post vom Anwalt des einzelnen Mitmieters und b) die Unterschriftensammlung von allen Mietern.

Und der Mitmieter, der Mitglied im Mieterverein ist, der kann die anderen Mitmieter ja über rechtliche Infos informieren, die er vom Mieterverein bzw. von seinem Anwalt bekommt. Auch das könnte weiterhelfen.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12816



WWW
« Antworten #2 am: 02. Januar 2015, 13:00:57 »

Ich bin seid letztem Jahr Mitglied im Deutschen Mieterbund (DMB).
Eingetreten bin ich, weil der Verdacht bestand, das die Betriebskostenabrechnung nicht korrekt ist. Das war auch so, ich hab 100 Euro wiederbekommen! (Interessanterweise genau die Summe, die ich angeblich nachzahlen sollte.)
Damit hatte ich dann den Mitgliedsbeitrag wieder raus; der liegt nämlich bei 75€ im Jahr + eine einmalige Aufnahmegebühr von 20€.
Ist eine ganz schöne Stange Geld, aber ich denke, das es sich lohnt.
Als ich unseren Immobilienhai angeschrieben habe, haben die mich komplett ignoriert, aber als der DMB die angeschrieben hat sind die sofort eingeknickt.

Wir haben vor ein paar Jahren mal erfolgreiche Unterschriftenaktionen gemacht. Bei einer wollte uns der Vermieter die Nutzung des Dachbodens untersagen und dann gab es das noch eine, ich kann mich aber grade nicht daran erinnern worum es da ging!
Beides war jedefalls erfolgreich.

Das war aber zu einer Zeit, wo wir hier noch "sozialer Wohnungsbau" waren. Das ganze wurde nun aber an eine "Investmentfirma" verkauft und keiner weiß, wer eigentlich der Käufer ist!
Du wendest Dich mit Deinen Angelegenheiten also immer an eine Hausverwaltung. Diese Hausverwaltung wendet sich an ihre Hauptgeschäftstelle und diese dann an den Eigentümer (oder eben auch nicht).
Ich vermute mal, das das bei Dir so ähnlich ist dejavu!
Trotzdem: Unterschriftenaktion würde ich versuchen und gleichzeitig Mieterbund einschalten.
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Just B U


Beiträge: 877



« Antworten #3 am: 02. Januar 2015, 19:58:03 »

Hallo alle,

ich kann. aus eigener Erfahrung, jedem Mieter - der keine pivate Rechtschutzversicherung hat - raten in den Mieterverein einzutreten, das ist wirklich Gold wert!

Ich habe seit Jahren immer wieder Probleme mit den Vermietern meiner Wohnung und bin SO froh, das es den MV gibt...die haben mir schon oft sehr wirksam geholfen.   Grin

Leider haben die Vermieter meiner Wohnung ( arrogante Familie, 2. Generation) ) eine Art "Gutsherren-Manier" oder Feudalherrschafts-Allüren, und werden hochgradig fies und unsachlich, wenn ein Mieter nicht alles unkritisch hinnimmt bzw. neben seinen Pflichten auch seine Rechte kennt (z. B. auf Mietminderung bei Beinnträchtigung der Wohnqualität) und müssen dazu noch immer das "letzte Wort" haben, und sei es noch so unsachlich, unverschämt und/oder rechtlich falsch...

Ich war bis jetzt in allen Angelegenheiten zu ca. 98 % im  Recht bzw. habe Recht gehabt/bekommen. Nur das akzeptieren sie leider nicht.
Bzw. ist wohl für sie unerträglich...

Solch ekelhafte und widerliche Menschen traf ich bis jetzt nur im "job"center.   kotz *würgh* AAAAAh

Ich denke Ihr habt per se schon mal das Recht auf eine Mietminderung falls der Vermieter nach einer Aufforderung diese Schäden und Beeinträchtigungen bis zu einer best. Frist (üblicherweise 2 bis 4 Wochen)  nicht behoben hat.

Das sind allerdings "nur"  meine Erfahrungswerte.

Erkundigt Euch bei Fachleuten (Anwalt, Mieterverein) , dann seid Ihr auf der sicheren Seite.
« Letzte Änderung: 02. Januar 2015, 20:15:18 von Just B U » Gespeichert

Ich habe nichts gegen Menschen.
Es sind die Idioten, die mir zu schaffen machen.
dr.gscheidle


Beiträge: 55


WWW
« Antworten #4 am: 07. Januar 2015, 16:37:17 »

Sehr geehrte/r/s Herr/Frau/Fräulein dejavu,

wenn das alles so schlimm ist, warum legen Sie nicht selbst Hand an? Ihr Vermieter hat sicherlich nichts dagegen, wenn Sie sich selbst um die Renovierung des Treppenhauses oder die Reinigung der Regenrinne kümmern! Und wenn es doch so schlimm ist, warum ziehen Sie dann nicht aus? Es gibt genügend freien Wohnraum, z.B. auch bald wieder im Haus meiner Eltern, wenn ich meine unredlichen Mieter endlich herausgeekelt habe, was dank meines schönen Schildes "Hurenhaus", das ich über dem Eingang habe anbringen können, bald der Fall sein wird!

Immer diese fürchterlich anspruchsvollen deutschen Mieter! Immer jammern, aber selbst nichts tun wollen und irgendwelche dubiosen "Rechte" einklagen, welche von geschmierten Sozen-Richtern dann auch noch durchgewinkt werden! Stellen Sie sich vor: Als ich meine derzeitigen Mietern kündigen wollte, da sie nachweislich dieser widerwärtigen, unhygienischen und extrem unredlichen sogenannten "Sechs"-Sache da nachgegangen sind (was ich nachweisen konnte, da ich bei meiner letzten Hausbegehung, die ich in Abwesenheit der Mieter heimlich mit dem Nachschlüssel durchgeführt habe, eine Packung diabolischer sogenannter "Kondome" gefunden habe; mir ist zwar die Funktionsweise dieser Dinger nicht klar, aber ich weiß genau, dass man sie zu dieser fürchterlichen "Sechs"-Sache benötigt), und das im Haus meiner immer keuschen Eltern, hat irgendein Sozen-Richter ihnen doch tatsächlich Recht gegeben! Und als ich danach hilfsweise zu einer Verzehnfachung der Miete griff, hat ein anderer Sozen-Richter das ebenfalls untersagt!

Offenbar sind wir längst im diabolischen Sozialismus angekommen, in dem ein armer, geplagter Vermieter nicht nur nicht mehr über sein Eigentum verfügen kann und die letzten Menschen (z.B. Sechs-Praktizierer, Krachmusikhörer oder sogar Tätowierte!) bei sich wohnen lassen muss, sondern sich von diesen garstigen Gestalten auch noch vorschreiben lassen soll, wann er an der Mietsache etwas zu reparieren hat - so eine Unverschämtheit!

Dr. Diethelm Gscheidle
(löblicher und toleranter Vermieter, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
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Ich bin ein löblicher Mensch - daher sind meine Beiträge redlich und anglizismenfrei.
Hochseefischer
Gast
« Antworten #5 am: 07. Januar 2015, 20:02:26 »

 Jetzt wiederum denke ich mir wieder, dass unser Doktor ein ausgebuffter Satiriker ist.
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Just B U


Beiträge: 877



« Antworten #6 am: 07. Januar 2015, 20:14:13 »

Ein Satiriker der offensichtlich Langeweile hat und dringend Aufmerksamkeit braucht?

 Grin
« Letzte Änderung: 07. Januar 2015, 20:16:29 von Just B U » Gespeichert

Ich habe nichts gegen Menschen.
Es sind die Idioten, die mir zu schaffen machen.
ethos07


Beiträge: 29


« Antworten #7 am: 15. Januar 2015, 02:25:30 »

Wer in Berlin lebt, dem empfehle ich eher die MieterGemeinschaft als den Mieterverein - erstere ist zwar auch nicht unumstritten in der 'Szene' aber insgesamt doch eher noch in der linken Bewegung beheimatet.  www.bmgev de

Sie hilft auch bei der Organsiation von Hausversammlungen  und ist mit rechtskundigen Leuts dann  mit dabei.

Übrigens gut zu wissen:
 Das Jobcenter übernimmt die Mitgliedsbeiträge bzw. die Kosten für eine Mietrechtsschutzversicherung! - also eintreten und Antrag auf Kostenerstattung stellen! 
Zumindest in Berlin ist das so - aber falls anderswo nicht, könnte man das dort ev. mit Hinweis auf Berlin (Gleichbehandlungsgebot) einklagen -

Und zur Sicherheit, vorher nochmals im JC nachfragen, ob's noch stimmt; ich hab diese  Info nämlich schon vor etwas längerer Zeit aufgeschnappt.. :-))
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MichaC


Beiträge: 52


« Antworten #8 am: 30. Januar 2015, 14:23:56 »

Zitat
Das Jobcenter übernimmt die Mitgliedsbeiträge bzw. die Kosten für eine Mietrechtsschutzversicherung! - ...
Zumindest in Berlin ist das so

Sehr gute Nachricht, ist mir neu!
@ethos07 - Kannst du eine Quelle benennen? Vor ca. 3 Jahren habe ich mich schon mal um diese Frage gekümmert, aber leider die umgekehrte Antwort erhalten (Nicht in Berlin, aber in anderen Bundesländern).

Die anderen Tips kann ich bestätigen: Mietrechtsschutzversicherung wie beschrieben besorgen (es lohnt sich!), wenn möglich/vorhanden lokale Mieterinitiative aufsuchen. Mit denen kann man auch offen und ehrlich reden.
In nahezu jeder größeren Stadt gibt es diese, in Berlin z.B. in der Innenstadt nahezu in jedem Stadtbezirk (außer Mitte, da gibts nur noch glückliche Eigentumsbesitzer). Aber selbst in Außenbezirken haben sich hier schon welche gegründet.
Und sonst - selber eine gründen, andere Betroffene gibt es überall.

Anstrengend wird es werden - aber es lohnt sich!
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dagobert


Beiträge: 4523


« Antworten #9 am: 30. Januar 2015, 14:48:40 »

Zitat
Das Jobcenter übernimmt die Mitgliedsbeiträge bzw. die Kosten für eine Mietrechtsschutzversicherung! - ...
Zumindest in Berlin ist das so

Sehr gute Nachricht, ist mir neu!
@ethos07 - Kannst du eine Quelle benennen? Vor ca. 3 Jahren habe ich mich schon mal um diese Frage gekümmert, aber leider die umgekehrte Antwort erhalten (Nicht in Berlin, aber in anderen Bundesländern).
Das ist regional unterschiedlich, einige JC übernehmen die Beiträge zum Mieterverein, andere nicht.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12816



WWW
« Antworten #10 am: 30. Januar 2015, 14:57:53 »

Zitat
Das ist regional unterschiedlich, einige JC übernehmen die Beiträge zum Mieterverein, andere nicht.

Gibt es dafür eine Rechtsgrundlage? Roll Eyes


*Edit (alte Hexe!)*

Das habe ich dazu gefunden:

http://archiv.linksfraktion-nrw.de/fileadmin/lv/dokumente/Kommunalinfos/memo.mitgliedbeitraege.mieterverein.pdf

https://www.elo-forum.org/archiv-news-diskussionen-tagespresse/56901-jobcenter-hannover-zahlt-beitraege-mieterbund.html
« Letzte Änderung: 30. Januar 2015, 15:03:42 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


Beiträge: 11083


« Antworten #11 am: 23. März 2015, 21:12:59 »

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Kuddel


Beiträge: 11083


« Antworten #12 am: 03. Mai 2018, 13:09:46 »

Zitat
Diese Wohnung ist besetzt



Zwei Familien sind in leerstehende Wohnungen eingezogen. Ohne Mietvertrag. Hausfriedensbruch ist eine Straftat, betont die Stuttgarter Stadtverwaltung. Sympathisanten betrachten die Besetzung als längst überfällige Protestform gegen Gentrifizierung und Mietwucher. Ein Besuch vor Ort.


Rosevita ist entwurzelt worden. "Wie ein Häufchen Asche" hat sie sich gefühlt, nach zwei Jahren vergeblicher Wohnungssuche. Sie zündet sich eine Zigarette an und erzählt. Von dem Gefühl, auf Besichtigungsterminen mit vierzig anderen in einem kleinen Zimmer zusammengedrängt zu stehen, wenn "man so vielen anmerkt, wie verzweifelt sie suchen". Davon, wie sich Mieter entblößen und erniedrigen müssen, um ihre Chancen auf dem Markt zu verbessern. Schufa, Einkommensnachweis, und eine intime Selbstauskunft, die freiwillig genannt wird, und ohne die man es gleich vergessen kann, sofern sie vom Vermieter in spe verlangt wird.



Schlimmer noch sei es aber, berichtet Rosevita und seufzt tief, Tag für Tag Anfragen rauszuschicken und überhaupt keine Antwort zu bekommen. Das sei leider die Regel: "Viele hören 'Mutter mit Kind', und das genügt dann schon: Du bist raus!" Jetzt befindet sie sich in einer Situation, die sie noch vor wenigen Monaten für unmöglich gehalten hätte: Vergangenen Samstag sind sie und ihr neunjähriger Sohn zu Hausbesetzern geworden.
weiter:
https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/370/diese-wohnung-ist-besetzt-5066.html
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Kuddel


Beiträge: 11083


« Antworten #13 am: 19. Mai 2018, 09:52:44 »

Zitat
Wohnungsnot in den Städten
»Besetzungen sind ein legitimes Mittel des Widerstandes«

Es werden wieder Häuser in Deutschland besetzt - jedoch nicht von klassischen Linksradikalen. Für den Autor Armin Kuhn sind die Besetzungen heute vor allem ein »Akt der Notwehr« gegen Wohnungsnot und spekulativen Leerstand.


Ein Revival ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber erstaunlich ist es schon. Was besonders interessant ist: Die Besetzungen der letzten Monate haben sich nicht in der typischen Szene bewegt. Lange Zeit war ein linksradikaler Freiraum-Gedanken prägend, das ist nun anders. Das lässt hoffen, dass Hausbesetzungen wieder ein Mittel für städtische Kämpfe werden.

Da sind auch Linksradikale dabei, aber zusammen mit Leuten, die vorher nicht unbedingt verdächtig für dieses Thema waren. In Stuttgart haben Familien mit Kindern das Haus besetzt und sind sogar in die Wohnungen eingezogen. Getragen wird die Besetzung von einem breiten Bündnis, das von Initiativen über Verbände bis hin zur örtlichen LINKEN reicht. In Göttingen entstand die Besetzung im Unterstützerkreis der Geflüchtetenbewegung. Im letzten Jahr gab es in Bochum eine Besetzung, die von einem Nachbarschaftsnetzwerk getragen wurde.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1088558.wohnungsnot-in-den-staedten-besetzungen-sind-ein-legitimes-mittel-des-widerstandes.html
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Fritz Linow


Beiträge: 1110


« Antworten #14 am: 20. Mai 2018, 17:42:43 »

Zitat
20.5.18
Frühling der Besetzungen hat begonnen

Aktivisten besetzen Haus in Berlin-Neukölln / Ziel ist eine »radikale Intervention« gegen Verdrängung und Wohnungsnot
(...)
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1088677.protest-gegen-wohnungsnot-fruehling-der-besetzungen-hat-begonnen.html

https://besetzen.noblogs.org/
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Kuddel


Beiträge: 11083


« Antworten #15 am: 21. Mai 2018, 10:46:43 »

Zitat
Zwei der besetzten Häuser geräumt – Aktivisten werfen Polizei Gewalt vor

Am Pfingstsonntag wurden mehrere leer stehende Häuser in verschiedenen Berliner Bezirken besetzt. Die Polizei räumte in der Nacht zu Montag zwei der Häuser. Die Aktivisten werfen den Einsatzkräfte vor, Personen verletzt zu haben.
https://www.welt.de/vermischtes/article176536691/Berlin-Acht-Haeuser-besetzt-Aktivisten-werfen-Polizei-Gewalt-vor.html

Die Polizei, der bewaffnete Arm der Spekulantenmafia.
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Kuddel


Beiträge: 11083


« Antworten #16 am: 04. Juni 2018, 06:42:01 »

Zitat
Demonstration für mehr bezahlbare Wohnungen



Gegen rasant steigende Mieten und fehlenden sozialen Wohnungsbau in Hamburg haben am Sonnabend Tausende in der Innenstadt demonstriert. Während die Polizei von rund 3000 Teilnehmern sprach, nannten die Organisatoren die Zahl von 8000 Demonstranten.
https://www.tageblatt.de/lokales/hamburg/hamburg-artikel_artikel,-Demonstration-fuer-mehr-bezahlbare-Wohnungen-_arid,1371347.html
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Klaus-Peter


Beiträge: 1


« Antworten #17 am: 12. Juli 2018, 14:11:09 »

Weil die 3 Punkte weiter oben im Thread, etwas kurz sind, eine ausführlichere Anleitung wie man sich mit seinen Nachbar_innen wehren kann.

Von einem Flyer der Berliner Mietergemeinschaft zitiert:
10-Punkte-Sofortprogramm bei Gentrifizierung

Die Mieten in Berlin steigen weiter. Trotz der Mietpreisbremse. Trotz der Zweckentfremdungsverbotsverordnung. Neben dem Neubauwahnsinn wächst der Verwertungsdruck auf die Mieter_innen massivst:
Die letzten unsanierten Häuser werden saniert, letzte ungedämmte Häuser werden gedämmt und die letzten Mieter_innen aus diesen Häusern verdrängt.

Was können wir dagegen machen? Druck!

Viele Mieter_innen sind schockiert, wenn sie eines Tages die "böse" Post im Briefkasten finden. Hier ist ein in der Praxis erprobtes Zehn-Punkte-Sofort-Programm:

1. Rechtsschutzversicherung: z.B. Mietergemeinschaft e. V. bzw. Mieterverein beitreten.

2. Nachbar_innen: Sprecht eure Nachbar_innen an. Haben sie auch eine Modernisierungsankündigung oder eine andere "böse" Post erhalten?

3. hausversammlung: Eine/n auf das Mietrecht spezialisierte/n Anwältin/Anwalt einladen und sich über die juristischen Möglichkeiten informieren.

4. Gemeinschaft: E-Mail-Verteiler, SMS-Kette oder Taubenpost einrichten. Jour fix ausmachen. Aufgaben verteilen. Auf Maulwürfe achten!

5. Solidarität: Nachbar_innen bei den Wohnungsbesichtigungen durch Makler, Eigentümer und Handwerker als Zeug_innen unterstützen. Als Publikum bei den Gerichtsverhandlungen der Nachbar_innen anwesend sein.

6. Presse: Sich schriftlich oder persönlich an die Presse wenden. Lokale Presse, Tageszeitungen, Fernsehen, Radio, Blogs. Ergreift die Initiative! Sprecht die Medien an!

7. Blog: Werdet selber zur Presse! Informiert regelmäßig die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge. Blogt sachlich, korrekt und nur darüber, was ihr 100% nachweisen könnt.

8. Politik: Vertreter der politischen Parteien aufsuchen, (am Besten unangekündigt in ihren Büros) und sie über den Sachverhalt informieren. Vorhandene politische Instrumente nutzen, z. B. Einwohnerfragestunde, Ausschüsse, BVV-Tagungen.

9. Vernetzung: Kontakt zu anderen Mietergemeinschaften und stadteilinitiativen suchen, aufbauen und pflegen.

10. Engagement: Wichtige Informationen und know-how mit anderen Betroffenen austauschen. Mit anderen Initiativen zusammenarbeiten. Kräfte bündeln! Einen Finger kann man brechen, aber eine Faust niemals!
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