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Autor Thema: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.  (Gelesen 50731 mal)
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Fritz Linow


Beiträge: 736


« am: 24. Februar 2015, 13:40:44 »

Wer Mitglied im Kieler Kaufmann e.V. ist, erfahren nur die Mitglieder. Die Öffentlichkeit bleibt seit Ende 2011 außen vor. Bis dahin wurden die Mitglieder auf ihrer Seite angegeben.
Zitat
Der Kieler Kaufmann e.V. zählt rund 380 führende Vertreter der schleswig-holsteinischen Wirtschaft zu seinen Mitgliedern. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Wirtschaftsregion Kiel, deren Struktur von den Clubmitgliedern gut repräsentiert wird.

Der Kreis der Mitglieder setzt sich aus Unternehmern und Kaufleuten verschiedener Branchen sowie Vorständen und Geschäftsführern regional bis international tätiger Firmen zusammen. Das Spektrum der Geschäftsfelder erstreckt sich von Industrie über Handel, Immobilien, IT, Banken, Versicherungen bis zu den beratenden Berufen und sorgt damit für einen interessanten Gedankenaustausch zwischen den Clubmitgliedern.

Die Mitglieder des Kieler Kaufmanns setzen sich aktiv für die Förderung der schleswig-holsteinischen Wirtschaft ein.

Clubmitglieder können bei Bedarf per E-Mail im Clubsekretariat eine aktuelle Mitgliederliste anfordern.

http://www.der-kieler-kaufmann.de/die-mitglieder/

Schon beim ersten Durchsehen fallen viele bekannte und auch weniger bekannte Typen auf: Marc Paris (Anzeigenleitung KN), Uthoff (Sänger und Steuerhinterzieher), Schleifer (Krankenhaussanierer), Thomas Stritzl (Politiker), Ziegenbein (u.a. Tarifverhandlungsbeauftragter für die Service Stern Nord am UKSH). Eine systematische Auswertung könnte vielleicht erklären, warum Wirtschaft in Kiel so und nicht anders funktioniert, nach dem Motto: Die eine Krähe hackt der anderen nicht das Auge aus.

Zitat
Stand: August,2011:
Vorstandsmitglied : Wilhelm Tischendorf
Vorstandsmitglied : Peter F. Hanemann
Vorstandsmitglied : Götz Bormann
Vorstandsmitglied : Jan Christoph Kersig
Vorstandsmitglied : Kurt G. Schmalz
Vorstandsmitglied : Michael Prange
Vorstandsmitglied : Norbert Vogel
Vorstandsmitglied : Jörn Biel
Vorstandsmitglied : Knud Hansen

Ahlsdorf, Bernd
Albers, Peter
Anders, Richard
Auen, Sven
Bahn, Lydia
Bardenhewer, Jörn
Bardenhewer, Klaus
Barg, Wolfgang
Bartilla, Mirco
Bartilla, Sven
Bauer, Helmut
Becker, Kai-Christian
Becker, Henning
Beckmann, Peter
Beeck, Egon
Bergemann, Sönke
Berger, Hans
Beyer, Thomas H.
Biederbeck, Arne
Biel, Jörn
Biernath-Wüpping, Siegmar
Birke, Rainer
Birr, Katrin
Birr, Klaus
Blechschmidt, Wolfgang
Boike, Ulrich
Boll, Reinhard
Bormann, Götz
Bothur, Frank
Botschatzke, Wolfgang
Boy, Oliver
Braatz, Erwin
Braun, Frank
Brendel, Jens
Bretschneider, Nils
Broß, Oliver
Bruhn, Johannes
Bröcker, Eckart
Buncke, Manfred
Bunzen, Niels
Burchard, Hans Joachim von der
Bächle, Arthur
Böge, Peter
Böhm, Kristina
Böttcher, Wolfgang
Böttcher, Erwin
Böttcher, Marco
Carija, Mark
Carlsen, Jan
Carlsen, Jochen
Christensen, Sven
Christiansen, Uwe
Claus, Dirk
Cohrt, Christian
Cohrt, Dieter
Comberg, Axel
Conradi, Ulrich
Cornelissen, Jürgen
Cornelius, Claus
Dahlmann, Robert
Dahmke, Frank
Dany, Peter
Decken, Hubertus W. von der
Deckers, Franz-Josef
Deicke, Heinrich
Demme, Heike
Derad, Ulrich
Ditting, Richard
Drengenberg, Hauke
Driftmann, Hans Heinrich
Duncker, Reinhold
Dörwald, Jörg
Eck, Alexander
Eck, Christian
Eckel, Andreas
Ehlers, Carl-Christian
Ehrk, Wolfgang
Evert, Monika
Ewoldt, Thomas
Fahrenkrog, Hemmo
Fahrenkrog, Philipp
Ferch, Joachim
Fladvad, Gunnar
Focke, Andreas
Franke, Arne
Freund, Marten
Fries, Ulrich
Gabriel, Ulrich
Giesecke, Karl-Heinz
Gleue, Tobyas
Glindemann, Lars
Goerke, Alexander
Gottwald, Winfried
Graf, Hans-Peter
Grimm, Rudi
Grützmacher, Stefan
Gutschlag, Jörg
Günther, Ole
Günther, Joachim
Günther, Moritz
Göttsch, Carlos
Hacker, Daniel
Hafkemeyer, Hanno
Hager, Jürgen G.
Hanemann, Peter F.
Hansen, Knud
Hansen, Thomas
Hansen, Jürgen
Hanus, Peter
Harms, Henrik
Harmuth, Morten
Harneit, Paul
Hausberg, Volkmar
Heinsius, Dietrich
Henf, Frieder
Herbers, Rita
Herud, Gunnar
Heß, Eckhard
Hintz, Hans Hermann
Hoedtke, Günter F.
Hoedtke, Joachim H.
Hoffmann, Gerd
Hoffmann-Wülfing, Kai
Hopmann, Andreas
Hosberg, Rainer
Hose, Axel
Hundacker, Heinz-Jürgen
Hundt, Reinhold
Hübener, Erhard
Hüsgen, Axel
Hüsgen, Hans-Joachim
Höhmann, Harald
Jacobi, Jörg
Jacobi, Ulrich
Jahnke, Sven
Jenne, Lothar-Joachim
Max Jenne
Johannsen, Jes
Jonat, Walter
Joswig, Hartmut
Jörgensen, Kurt-Günter
Kaack, Hartmut
Kadenbach, Ralf-Jörg
Kaltefleiter, Roland
Kamischke, Jörg-Dietrich
Karstens, Hans Heinrich
Kersig, Thomas
Kersig, Jan Christoph
Kersig, Jesse
Keulen, Till
Kibbel, Rainer
Klabundt, Jürgen
Klausmann, Walter
Kleinfeld, Tim
Kloth, Stefan
Knollmann, Johann W.
Knudsen, Volkert
Knudsen, Jens Broder
Knüpp, Helmut
Kohlhaas, Michael
Kolberger, Sven
Koppe, Holger
Kriegel, Volker
Kruse, Jan
Kruse, Kai-Ulrich
Kuhnert, Dieter
Kulbe, Wolfgang
Kulbe, Michael
Kurda, Andreas
Küfe, Detlef
Kühl, Gerd
Küster, Dietmar
Kämmerer, Christoph
Kässens, Werner
Köhn, Karl-Heinz
Ladwig, Ralf Dieter
Lafrentz, Karl-Heinz
Lahl, Torsten
Laloi, Christoph
Lang-Lendorff, Gert
Lange, Martin
Langhans, Ursula
Langness, Hermann
Liedtke, Jens-Uwe
Luetgebrune, Stefan
Lübke, Dirk Lücke, Fritz
Lütje, Gerhard
Lütje, Dirk
Lütt, Rudolf ( Hermann)
Magnussen, Burkhardt
Marschall, Klaus-Peter
Martensen, Mirko
Marx, Peter
Mathias, Stefan
Meerheimb, Hans-Wilhelm Freiherr von
Mehl, Reinhard
Metzner, Peter
Mey, Eckhard
Meyer, Karsten
Mielke, Frank
Miethke, Jürgen
Miljes, Patrick
Mohnberg, Andreas
Mohr, Detlef
Motte, Chris de la
Murmann, Klaus
Murmann, Sven
Müller, Volker
Münze, Dirk
Möller, Rainer
Neu, Mario
Niemann, Günter
Niemann, Wolf-Dieter
Nowak, Inga
Oberg, Markus
Oelerking, Knud
Ohl, Norbert
Oldenburg, Henning
Osterloh, Jan
Ottow, Christian
Paeske, Hans-Jürgen
Pahlke, Peter
Pannenbeckers, Dirk
Paris, Marc
Petersen, Björn
Petersen, Jens-Uwe
Petersen, Lars
Petersen, Kay
Petersen, Hans-Peter
Pfeiffer, Dietmar
Plambeck, Peter
Plate, Heiko
Prange, Michael
Prange, Birgit
Prey, Thomas
Prien, Klaus-Peter
Prühs, Joachim
Rave, Klaus
Reeker, Detlef
Reher, Philipp
Reime, Roland
Rieckhof, Michael
Rittler, Andreas
Rohr, Joachim
Rohwer, Rüdiger
Roos, Hans
Rudolph, Jörg
Ruhnau, Axel
Rüther, Ulrich
Röseler, Hartmut
Rösler, Hans-Jürgen
Sachse, Dirk
Salomo, Wolfgang
Scharffenberg, Malte
Scheffer, Friedrich
Schelwat, Heinz
Scheuse, Ingo
Schleifer, Carl Hermann
Schlotmann, Jochem
Schlumbom, Christoph
Schmalz, Kurt G.
Schmidt, Hans Joachim
Schmidt, Sebastian
Schmidt, Dirk
Schmitt, Edgar
Schneider, Jochen
Schneider, Jürgen
Schnittger, Knud
Schnura, Gabriele
Schröder, Randolph
Schröter, Ralf
Schröter, Tobias
Schultz, Hans-Albert
Schulz, Axel
Schulz, Michael
Schulz-Kleinfeldt, Matthias
Schwarze, Björn
Schwenke, Wolfgang
Schwenker, Uwe
Schwinum, Ulf
Schücking, Gisbert
Schütt, Klaus
Schütz, Michael
Schütze, Michael
Sekunde, Gerhard
Senner, Thorsten
Siemonsen, Joachim
Sievers, Christian
Sievers, Roland
Siewert, Volker
Skaruppe, Martin
Sommer, Wilfried
Sothmann, Wolfgang
Speer, Siegfried
Sporea, Herbert
Springer, Harald
Spönemann, Heiner G.
Stamp, Nicolai Klaus
Steen, Wolfgang
Stefan, Klos
Stegemann, Kai-Michael
Stegemann, Roland
Steinweg, Ury
Stelzer, Ulrich
Sternberg, Detlef
Steuck, Andreas
Stritzl, Thomas
Stüer, Robert
Stöben, Carsten
Süverkrüp, Fritz
Süverkrüp, Christian
Szillat, Sven
Tank, Alexander
Tennstedt, Klaus
Thilow, Lars
Tholund, Stefan
Thoma, Alexander
Thoma, Peter
Thomsen, Niels
Thomsen, Walter J.
Timm, Olaf
Timm, Hans Erhard
Tischendorf, Wilhelm
Toffel, Caroline
Trunk, Matthias
Ubben, Jürgen
Unwerth, Alexander von
Unwerth, Hasso von
Uschkoreit, Klaus R.
Ussat, Udo
Uthoff, Detlef
van der Walle, Jens
Viehoff, Volker
Vogel, Eberhard
Vogel, Detlef
Vogel, Norbert
von Hoenning, Daniel
von Negelein, Alexander
Vonhausen, Hans-Walter
Völpel, H. Peter
Wackerhagen, Björn
Wagner, Jörn
Wagner, Gunnar
Wanger, Uwe
Warnecke, Michael
Warzyceck, Jörg
Wegener, Wolfgang
Wegner, Georg
Weiß, Michael
Wenzel, Lutz
Werner, Tanja
Westermann-Lammers, Erk
Westhagemann, Michael
Wienholtz, Ekkehard
Wilby, Matthew
Wilde, Wilhelm
Wilde, Frank T.
Willer, Christian
Willer, Peter
Willmann, Dirk
Winkelmann, Hartmut
Wittenborg, Dirk
Wohlthat, Harald
Wolff, Dankwart
Wörner, Jens
Zervas, Holger
Ziegenbein, Ulrich
Ziegenbein, Reinhard
Ziplinsky, Rainer
Zschalich, Wilfried W.



 
« Letzte Änderung: 28. Januar 2017, 00:02:23 von Fritz Linow » Gespeichert
BGS
Polarlicht


Beiträge: 2617



« Antworten #1 am: 24. Februar 2015, 13:46:34 »

Herzlichen Dank für die Liste. Jetzt weiß ich endlich, wer mich damals in Kiel auf die "schwarze Liste" gesetzt hat. Hat nichts genützt.

MfG

BGS (u. a. internationaler Kaufmann)
« Letzte Änderung: 24. Februar 2015, 13:50:15 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Kuddel


Beiträge: 9874


« Antworten #2 am: 24. Februar 2015, 15:13:47 »

Interessant.
Seilschaften. Der Filz der regionalen Eliten. Niemand hat dieses Pack gewählt. Lokalpolitker wurden zu deren Handlangern degradiert.

Korruption:
https://kielkontrovers.wordpress.com/2012/11/09/kiels-unkontrollierbare-korruption/
https://kielkontrovers.wordpress.com/2010/10/08/ratsversammlung-erteilt-sich-selbst-einen-freibrief-fur-korruption/

Der Fall Uthoff:
Zitat
15 Jahre blieb der Chef der Kieler Augenarztklinik Bellevue, Detlef Uthoff, der Stadt Kiel 4,1 Millionen Euro Gewerbesteuern schuldig. Im Juni 2013 erließ ihm die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) per Eilentscheid einen Großteil – und löste damit ein politisches wie juristisches Erdbeben aus, an dessen Ende ihr Rücktritt stand.
http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Kieler-Steuer-Deal

Zitat
Uthoff hat weitere Steuerschulden
Der Kieler Augenarzt Detlef Uthoff streitet sich vor dem Finanzgericht um eine knapp 30 Millionen Euro schwere Steuerschuld beim Finanzamt Kiel-Nord. Der Großteil dieser von Insolvenz-Sachwalter Klaus Pannen bestätigten Forderungen stammt, wie berichtet, aus gescheiterten Immobilien-Geschäften Anfang der 90er Jahre in Hamburg.
http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Kieler-Steuer-Deal/Steuerdeal-Kiel-Uthoff-hat-weitere-Steuerschulden

Zitat
Im Fall des insolventen Kieler Augenarztes Detlef Uthoff belaufen sich die Forderungen der mehr als 100 Gläubiger auf rund 120 Millionen Euro. Nach Angaben des Sachwalters Klaus Pannen geht es in dem Insolvenzverfahren um rund 200 angemeldete Forderungen.
http://www.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article136401129/Glaeubiger-fordern-120-Millionen-Euro-von-Augenarzt-Uthoff.html

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27552.0
https://kielkontrovers.wordpress.com/2013/11/09/gaschke-nur-ein-bauernopfer/

Dieser Detlef Uthoff

"Als „Tony Uthoff“ rockt der stimmgewaltige Professor regelmäßig zur Kieler Woche die Bühne."KN

...ist prominentes Mitglied des Kieler Kaufmann.

Wer sich für Korruption interessiert, dürfte zahlreiche interessante Fälle in obiger Liste finden.




Immoblienhaie, Bauunternehmen, Spekulanten, Steuerberater, regionale Banken bis hin zur Deutschen Bank und Julius Bär, vereint mit dem Zeitungs- und Meinungsmonopol Kieler Nachrichten. Ein übles Gebrau...
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admin
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Beiträge: 2109


« Antworten #3 am: 26. Februar 2015, 16:11:05 »

Herzlichen Dank für die Liste. Jetzt weiß ich endlich, wer mich damals in Kiel auf die "schwarze Liste" gesetzt hat.

Da kommen Erinnerungen auf. Ich sah gerade, auch HUGO HAMANN steht auf dieser Liste, ein kieler Traditionsunternehmen für Künstler- und Bürobedarf. In der Anfangsphase des Forums berichtete ein ehemaliger Mitarbeiter über unhaltbare Arbeitsbedingungen in dem Laden. Die Geschäftsführung zeigte sich wenig erfreut über die Öffentlichmachung der Arbeitsbedingungen, konnte den Mitarbeiter ja nicht mehr entlassen, da er dort nicht mehr beschäftigt war. Es war auch nicht möglich das Forum mit Bitten oder juristischen Drohungen zur Rücknahme dieser Veröffenlichung zu bewegen. Dann rief mich der Autor des Berichts an. Ich möge den Bericht sofort herausnehmen. Er sei von HUGO HAMANN auf eine Schwarze Liste gesetzt worden und könne in der Stadt keinen Job mehr im Einzelhandel bekommen. Ich nahm den Beitrag zähneknirschend aus dem Forum.

Kurze Zeit später kam ein Journalist der Kieler Nachrichten zur Uraufführung des Chefduzenhörspiels und fügte in seine Kulturkritik auch die Anekdote über das kieler Traditionsunternehmen ein. Vor der Veröffentlichung wurde dieser Part in der der Redaktion wieder herausgeschnitten. So funktionieren diese Seilschaften der Wirtschaft.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12409



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« Antworten #4 am: 26. Februar 2015, 18:38:21 »

Dieser ganze Filz funktioniert auf Gemeindeebene, auf Kreisebene, auf Landesebene, auf Bundesebene, europaweit und weltweit!



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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #5 am: 27. Februar 2015, 00:15:50 »

Egal,welchen Namen man sich herauspickt und ein wenig rumrecherchiert; bei fast allen kommt etwas Spaßiges heraus.
Beispiel 1:
Die Bäckerei Günther, im Kieler Kaufmann vertreten durch Moritz und Joachim Günther, hat seinen Jahresabschlussbericht 2013 (im Bundesanzeiger zu finden) durch die Allgemeine Treuhand Nord prüfen lassen, die wiederum mit Thomas H. Beyer und Kai Hoffmann-Wülfing im Kieler Kaufmann vertreten ist. Das mag rechtlich korrekt sein (keine Ahnung), hat aber schon ein kleines Geschmäckle. Wie die Brötchen schmecken,so ist halt die unabhängige Wirtschaftsprüfung.

Beispiel 2:
Tobyas Gleue hat laut seinem Xingprofil folgende Karriere hinter sich: Callcenter Mobilcom, Freenet, KDW+Service GmbH, INTRAG Internet Regional AG und nun Vodafone, für die er neuerdings 35 neue arme Callcenteragents in Stahnsdorf bei Berlin sucht. Verschwiegen hat er sein Engagement bei Yoosello, eine lustige Kleinanzeigenseitenfirma am schönen Sophienblatt 82-86. Vorallem aber sind die Beschwerden über das Geschäftsgebaren von Intrag ganz interessant: https://abgezockt223.wordpress.com/2013/11/26/vorsicht-intrag-regional-ag-in-kiel/
Herzlichen Glückwunsch, Toby! Auch Du hast es in den erlauchten Kreis des Kieler Kaufmann e.V. geschafft.
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Beiträge: 2109


« Antworten #6 am: 27. Februar 2015, 13:34:49 »

Sehr schön, daß sich hier jemand um Recherche bemüht.

Auch bei oben erwähnten Namen klingelt es.
Zum Thema MOBILCOM gibt es zwei Threads im Forum:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=129.0
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=161.0

In besonderer Erinnerung blieb natürlich FREENET
Dieser Laden hat sich auf chefduzen juristisch eingeschossen. Das brachte Freenet bundesweit schlechte Presse und diesem Forum einen der meistbesuchten Threads mit rund 270.000 Klicks:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=222.0
Je zwielichter Unternehmen sind, desto mehr scheuen sie die Öffenlichkeit. Freenet bewirkte die Schließung von Webseiten:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=634.0
und kündigte einem Mitarbeiter wegen eines Postings:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=2001.0

Es ist ein Grundanliegen von chefduzen Recherche zu fördern und Öffentlichkeit zu schaffen.
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Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #7 am: 02. März 2015, 17:01:51 »

Durch ihre Monopolstellung haben die Kieler Nachrichten die Macht, Öffentlichkeit, bzw. Nicht-Öffentlichkeit zu schaffen. Daher ist es vielleicht ab und an notwendig, das Bild, das die KN selbst von sich verbreitet, zu ergänzen. http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/150-Jahre-Kieler-Nachrichten (Vorsicht,Kotzgefahr!)

Zitat
Kieler Zeitung 1864, so steht es seit Jahr und Tag auf der ersten Seite des Kieler Lokalteils, und auch 2014 trägt unser Verlag noch stolz diesen Namen. (KN)


Sowohl die Kieler Zeitung als auch die Kieler Neuesten Nachrichten standen ab 1926 der Deutschnationalen Volkspartei und somit der Hugenberg-Presse nah, zu dem Zeitpunkt, als Curt Heinrich nach Kiel kam, der dann schließlich 1929/30 der Besitzer beider Zeitungen wurde.
Zitat
Den Nazis waren private Zeitungskonzerne ein Dorn im Auge. Die Leonhardts zogen sich deshalb von der Förde zurück und übertrugen ihre Gesellschafterrechte an ihren Schwiegersohn Dr. Curt Heinrich. (KN)

Das ist schon richtig, denn Dr. Curt Heinrich war den Nazis mit Sicherheit kein Dorn im Auge, war er doch seit 1931 strammes NSDAP-Mitglied und schrieb in der Kieler Zeitung auch schon mal selber, dass Hitler ein neuer Martin Luther des national erwachenden Deutschlands sei.
Zitat
Nach deren Einstellung (Kieler Zeitung und KNN) im Zweiten Weltkrieg war es dann Heinrich, der über verschlungene Wege eine neue Tageszeitung in Kiel gründete: die Kieler Nachrichten. (KN)

Die verschlungenen Wege bestanden darin, dass der Altnazi und somit nicht geschäftswürdige Curt Heinrich keine Lizenz für eine Zeitung bekam und sich deshalb mit den Altnazis der neu gegründeten CDU zusammentat. Daraus entstand die CDU-Lizenzzeitung Kieler Nachrichten. 1951 konnte sich Heinrich dann seine gichtknotigen Hände reiben (Spiegel,26,1950), als er seine Anteile am Kieler Zeitungsverlag zurückbekam.
Wie stark die Verquickung von Politik, wirtschaftlichen Interessen und journalistischer Arbeit schon damals war, zeigt ein Brief von dem CDU-Vorsitzenden an den KN-Chefredakteur 1946:
Zitat
Zu meinem Bedauern muß ich Ihnen mitteilen, dass bei Durchsicht der Mitgliederliste festgestellt wurde, dass ein sehr großer Teil der Redaktion und des sonstigen Personals der Kieler Nachrichten nicht Mitglied der CDU ist. (…) und ich bin beauftragt, Ihnen im Namen des Kreisverbandes Kiel der CDU mitzuteilen, dass der Kreisverband es als selbstverständliche Voraussetzung einer Arbeit in den Kieler Nachrichten ansieht, dass man sich offen zur CDU bekennt.

Nur drei Redaktionsmitglieder waren daraufhin nicht in die CDU eingetreten. (Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 79, Heft 3, S. 93)
Heutzutage scheint sich die KN weiterhin ihre Vergangenheit schönzusaufen. Gegenüber ZAPP vom NDR, der am 26.2.14 über die ungenügende Aufarbeitung der braunen Pressevergangenheit berichtete, wurde lediglich daraufhingewiesen, dass es schon zwei wissenschaftliche Arbeiten darüber gebe, die von KN unterstützt worden seien.
Wer trotzdem mehr darüber erfahren möchte,kann hier nachlesen:
Seit jeher haben sich die Kieler Nachrichten wirtschaftlichen und politischen Interessen angebiedert, um Gewinn zu erzielen. Daraus wird eigentlich auch überhaupt kein Hehl gemacht. Das geht soweit, das sich die 51prozentigen Anteilseigner nach dem Altnazi Curt Heinrich Dr. Curt Heinrich Nachfolger GmbH nennen.
Dass der Anzeigenleiter Marc Paris Mitglied im Kieler Kaufmann ist, ist insofern nur ein weiteres Mosaiksteinchen und passt zur KN.
Zitat
Marc Paris: Ein unabhängiger Qualitätsjournalismus schafft ein glaubwürdiges Umfeld für die Werbebotschaften. (...). Gefälligkeits-Journalismus sollten Werbekunden nicht akzeptieren. Er verdirbt das Image und sorgt möglicherweise sogar für Spott oder einen Shitstorm. (KN)

Wie Qualitätsjournalismus bei der KN aussieht, kann man am Kommentar zum Mindestlohn von Chefredakteur Christian Longardt sehen. Dieser Typ gönnt den Taxifahrern noch nicht einmal lumpige 8.50 die Stunde und zieht auch im redaktionellen Teil alle Register, um gegen den Mindestlohn zu schreiben. Das wird umso verständlicher, wenn man die Aussage von Geschäftsführer Sven Fricke hinzuzieht:
Zitat
Durch den Mindestlohn wird die Zustellung der Tageszeitung erheblich komplizierter und teurer. (KN)

Infolgedessen wurden die Abo-Preise ab Januar 2015 um knapp 10 Prozent erhöht. Lustig daran ist aber, dass der Mindestlohn für Zeitungszusteller erst ab 2017 gilt.
Die an den Kieler Nachrichten beteiligten Personen scheinen moralisch und intellektuell irgendwie entrückt zu sein, denn sie können es sich aufgrund ihres Monopols erlauben. Da es unwahrscheinlich bis unmöglich ist, dem eine effektive Alternative entgegenzusetzen, besteht momentan eigentlich nur die Möglichkeit, genau hinzuschauen, was da so in der Fleethörn verzapft wird.
 






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Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #8 am: 18. Oktober 2015, 15:01:43 »

Hier ein kleiner ungeordneter Ausschnitt der Unternehmen, die mit dem Kieler Kaufmann e.V. mindestens bis 2011 in Verbindung zu bringen sind. Insgesamt sind das natürlich noch viel mehr.
Zitat
Förde Sparkasse
Privatbank Donner & Reuschel
UBS
Eck & Oberg
incito consult
RQP
boy | Strategie und Kommunikation GmbH
ATN Allgemeine Treuhand Nord
Nexxt Consult GmbH
PricewaterhouseCoopers
Esche Schümann Commichau
Spiering
Schütt
C. de la Motte
GVI Immobilien
Pecunia Immobilien Management GmbH
WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG
Kieler Volksbank Immobilien GmbH
Gabriel Rechtsanwälte
Henf & Partner
Barg & Magnussen
Gebeco Reisen
Ford Autozentrum
Telaflex Zeitarbeit
Vineta
Remondis
Werner & Zeisse
Abfallwirtschaftszentrum Rastorf GmbH & Co. KG
Kieler Weinkontor
Hotel Birke
Ballon Sail
Consist Software Solutions
assono GmbH, IT-Consulting & Solutions
eCONNEX AG
Gesundheitszentrum Am Löwen
eauvell Wasserspender Service GmbH
HK-Übersetzungen GmbH
Avanade Deutschland GmbH
wir drei werbung gmbh
Max Jenne Arzneimittel- Großhandlung KG
Gutshof-Ei
Hoedtke Metall- und Lasertechnik
Gisecke Elektrotechnik
Joh. Kriegel GmbH
Der Wassermann Sanitärtechnik Gas Intact Gasrohrsanierung e. K.
KFM Kabel- und Fernmeldemontage
Bäckerei Günther GmbH
assono GmbH, IT-Consulting & Solutions
PECUNIA Immobilien Management GmbH
BWD Verwaltungsgesellschaft GmbH
Abfallwirtschaftszentrum Rastorf GmbH
Schlemmermarkt Freund
Hugo Hamann
Allgemeine Treuhand Nord
Paulsen & Thoms GmbH
August Cohrt Getränke
AC Immobilien Verwaltungs GmbH
MARLOG Marine Logistik GmbH
HK-Übersetzungen
Kieler Yacht Club
Alexander Eck Beteiligungen GmbH
Giesecke Elektrotechnik GmbH
Intrag, Yoosello,Mobilcom
Meislahn
PV Carlsen & Lamich GmbH & Co. KG
Zippels
Kieler Nachrichten
« Letzte Änderung: 21. November 2015, 00:04:00 von Fritz Linow » Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 9874


« Antworten #9 am: 18. Oktober 2015, 19:13:10 »

Was für Seilschaften, welch ein Filz!

Sehr schön. Hihi.
Die Mafia sieht ihre Namen nicht gern in der Öffentlichkeit.
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Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #10 am: 18. Oktober 2015, 22:56:12 »

Es gibt in dieser Liste durchaus einige Provinzpatrizier, die aus ihrer Mitgliedschaft im Kieler Kaufmann e.V. keinen Hehl machen und es sogar mit Stolz erwähnen. Bis Mitte 2011 war diese Liste wie schon erwähnt öffentlich.
Man kann nur spekulieren, warum die Mitglieder nicht mehr öffentlich sind:
Seitdem ist Thomas Stritzl MdB geworden, Uthoff hat seine Steuerschulden erfolgreich verschleiern können.
Es wurde vielleicht erkannt, dass einfach zuviel Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Immobilienunternehmen, Kanzleien und Sozietäten, Banken und andere subversive Unternehmen öffentlich einsehbar waren, die allesamt nicht unbedingt dem hehren Ideal eines ehrbaren Kaufmanns entsprechen, was auch immer das sein mag?
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Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #11 am: 16. Januar 2016, 22:14:45 »

Eine weitere Mitgliedschaft im Kieler Kaufmann e.V. liefert gerade den Stoff für das nächste Skandälchen, das durchaus das Zeug für mehr hat:
boy | Strategie und Kommunikation GmbH

In den nächsten fünf Jahren gibt die Stadt (SPD-Bürgermeister) 500.000 Euro unter anderem dafür aus, dass statt des Stadtwappens überall nur ein Marketinglogo erscheint.

Zitat
Kiels neue dynamische Marke: „Kiel.Sailing.City.“

(...)
Aber die von der Kieler Agentur boy entwickelte Marke soll nicht nur von der Stadtverwaltung genutzt werden. Auch andere Institutionen und Firmen können im Rahmen einer entwickelten Dachmarkenstruktur zeigen, dass sie ein Teil der „Kiel.Sailing.City.“ sind.
(…)
Für den Wettbewerb, die erbrachten Leistungen der Agentur boy und die Anmeldung der Marke standen 2015 Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung. In den städtischen Haushalt 2016 (Verabschiedung im Februar) sind wiederum 100.000 Euro eingestellt, für die folgenden drei Haushaltsjahre sollen ebenfalls jährlich 100.000 Euro für die weitere Umsetzung eingeplant werden.

http://www.kiel-marketing.de/presse/pressemeldungen/detailansicht/archive/2016/01/14/kiels-neue-dynamische-marke-kielsailingcity.html

Frau Boy ist neuerdings mit dem Ministerpräsidenten Albig (SPD) liiert.

In den Kieler Nachrichten kochen die Emotionen hoch. Hier ein recht guter Kommentar:

Zitat
Für scheinheilige Werbeberater sind Institutionen wie Behörden, Vereine und Verbände usw. ein gefundenes Fressen. Sie sind gutgläubig, leicht zu überzeugen und zu begeistern. Am Beispiel der Agentur Boy ist zu sehen, wie meist vorgegangen wird: Zunächst werden auf einem nicht-öffentlichen Workshop mit ausgewählten Personen, diesen suggeriert, dass sie ein wichtiger Teil in kreativen Findung sind. Missionsartig werden sie dabei schon zu einem geplanten Ziel gelenkt (später einen größeren Auftrag an Land zu ziehen). Darauf folgt die Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse, die die teilnehmenden Probanden ein weiteres Mal bauchpinseln. Die erste Auftragsvergabe erfolgt, eine Marketing-Umfrage zu starten, die immer nach gleichen Muster erfolgt. Es werden gezielt Quartiere gesucht, in denen meist die entsprechenden Statements zu finden sind, die dazu führen, das Defizit zu einem neuen Auftrag herzustellen. Nun folgt die Auftragsstufe 3: Die gesamten Daten werden aufgemöbelt und in einer Hochglanzbroschüre mit geringer Auflage produziert und ebenso hochpreisig umgesetzt. Für die Stadtverwaltung dienen diese Daten zur Beweisführung gegenüber den Einwohnern der Stadt Kiel: Liebe Kieler, wir brauchen eine neue Marke. Aus Agentursicht strategisch genial. Die Stadtvertreter werben für einen weiteren Auftrag der Agentur selbst. So stehen die Stadtvertreter unbewusst im Dienst der Agentur und es geht weiter. Die Stadtvertreter beginnen an weitere Agenturen eine öffentlich Ausschreibung zu formulieren. Das Briefing wird aus der bereits erstellten Vorlage von der Agentur Boy formuliert, wenn nicht sogar die Briefinginhalte bereits mitliefert. Jede weitere Agentur hat wenig Chance, jemals die Inhalte aufzuholen. Würde beispielsweise eine Agentur, anderer Ansicht sein, welche Inhalte Kiels in die Welt zu transportieren wären, wird sie es immer wieder schwer haben, die bereits durch die Agentur überzeugten Stadtvertreter mit kontreren Inhalten zu überzeugen. Somit neu hinzugezogene Agenturen sehr geringe Chancen. Die Agentur Boy versucht dabei möglichst hochpreisig und steuerbegünstigt auf mehrere Jahre verteilt in 100 000 der Schritten der Stadt ein Angebot zu machen für Behörden, die in Perioden agieren, erscheint die dargestellte Endsumme meist machbar. So wurde es bereits schon beim Erscheinungsbild des Landes Schleswig-Holstein gehandhabt. Die Agentur geht dabei noch perfider vor, in dem sie ihre Mitgliedschaft in der SPD entsprechend nutzt, um an richtiger Stelle Freundschaften bis Liebschaften zu gründen. Sie hat an den richtigen Stellen ihre Drahtzieher.


http://forum.kn-online.de/showpost.php?p=12796561&postcount=85

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Fritz Linow


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« Antworten #12 am: 21. Juni 2016, 17:03:26 »

Service-Clubs wie Rotary sind auch ganz nützliche Netzwerke für Leute, die gerne die Fäden im Hintergrund ziehen. Unter dem Deckmantel eines weltweit aktiven, sozial engagierten Netzwerkes kommen hier „Berufsleute“ zusammen, dessen Ziele humanitäre Dienste, Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sowie Dienstbereitschaft im täglichen Leben sind.
Auch in Kiel gibt es natürlich die Rotarier, deren Engagement sich in einem Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt, Segeln oder Schwimmkursen für finanzschwache Kinder äußert.
Ein genauerer Blick darauf, was einige Kieler Rotarier sonst so machen, dient vielleicht der Aufklärung, ob die hehren Ziele der Wirklichkeit standhalten können:

Direkt in der Wortspielhölle scheint die Rotarierin und Motivationstrainerin Regina Först ihre Unternehmung „People Först“ ersonnen zu haben. Sie spornt ganz im neoliberalen Sinne Manager, Geschäftsführer und Mitarbeiter zu besseren Leistungen an. Ihre Botschaften sind Liebe, Wertschätzung, aber auch Quantenphysik, wie sie in einem Imagefilm erzählt:

„Also zum Beispiel das Thema „Kraft der Gedanken“, da kam man früher schon gleich in diese Esoecke, ja weil man darüber gesprochen hat, heute wissen wir die Quantenphysik, alle möglichen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen auch: Okay, ich muss mich ein bisschen mehr kümmern um die Dinge, die auch unbewusst und unterbewusst laufen.“

Max Planck würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass die Quantenphysik zur Gewinnmaximierung herhalten muss. Aber ganz so ernst scheint sie das alles nicht zu nehmen, sonst hätte sie wohl nicht den „Heute ist Lächeltag“ erfunden, zu dem entsprechende Produkte in Form von Aufklebern Kugelschreibern, T-Shirts usw. angeboten werden. Haha!

Weniger amüsant ist die Tatsache, dass überdurchschnittlich viele Ärzte und Professoren des Universitätsklinikums Mitglieder bei den Kieler Rotariern sind, und natürlich der Vorstandsvorsitzende Jens Scholz, Bruder des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz.
Scholz erhält unter anderem deswegen mindestens 500.000 Euro als Vergütung, weil er stets von dem Rotarier und „Kieler Kaufmann“-Mitglied Walter Jonat (ehemaliger Leiter der Frauenklinik) begünstigt wurde, und weil er als damaliger Direktor der Klinik für Anästhesie der Wunschkandidat von Carl Hermann Schleifer, dem damaligen externen Krankenhaussanierer war. Scholz war der unternehmerischste Klinikdirektor: „Seine Klinik für Anästhesie war einfach die appetitlichste und serviceorientierteste.“, so Schleifer, der übrigens auch Mitglied im „Kieler Kaufmann“ ist. Würde Scholz wieder in seine Klinik zurückkehren, bekäme er aufgrund seines Altvertrages ca. 700.000 Euro. Während also Pflegenotstand am UKSH herrscht und in den kommenden Jahren sogar noch über 100 Stellen abgebaut werden sollen, verdienen sich andere eine goldene Nase.

Ebenfalls bei den Kieler Rotariern sattsam vertreten ist das Militär. Der Generalmajor a.D. Bernd Diepenhorst zum Beispiel ist Regionalleiter der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft, einem Lobbyverband, der für die NATO wirbt. Ebenfalls im Rotarierclub ist der Flottillenadmiral a.D. Wolfgang Kalähne, der Geschäftsführer des Ausschusses für Verteidigungswirtschaft des BDI in Berlin war und nun Präsident des Maritimen Industriezirkels Bonn-Berlin (Marinbo) ist, einem anscheinend bei Parlamentarien und Vertretern der Wirtschaft sehr beliebten Interessenverband, der regelmäßig einen Stammtisch in Berlin veranstaltet. Ziel ist es, für die Notwendigkeit der Marine zu werben und damit Gelder für neue Waffensysteme zu generieren, die dann vozugsweise in die regionale Rüstungsproduktion fließen sollen. Da trifft es sich hervorragend, wenn sich unter den Kieler Rotarierfreunden auch Vertreter der entsprechenden Firmen befinden, wie zum Beispiel Marine Logistik GmbH (Marlog), von der weltweit die Instandhaltung der HDW-U-Boote betreut wird. Wenn man bedenkt, an wen HDW so alles direkt oder indirekt die Waffen verkauft, so muss man zu dem Schluss kommen, dass auch Marlog ein feiner Profiteur dieses traurigen Geschäfts ist.
Ebenfalls Kieler Rotarier sind der Geschäftsführer von L-3 ELAC Nautik, einem Zulieferer von hydoakustischen Systemen u.a. für U-Boote, ein Ex-HDW-Vorstand und weitere Ex-Kommandeure, die nun als selbstständige Berater tätig sind.

Interessant ist auch, was die Kieler Rotarier Wolf Schäfer und der ehemalige Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig so machen. Ersterer ist Vorsitzender der „Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft“, während letzterer im Kuratorium sitzt. Diese Gesellschaft vertritt marktradikale Ideen im Sinne von Fritze Hayek, dem Vordenker des Neoliberalismus:
„Ungleichheit ist nicht bedauerlich, sondern höchst erfreulich. Sie ist einfach nötig.“
2015 waren mehrere Marktradikale aus der Gesellschaft ausgetreten, weil „Vulgärliberale“ und „wertkonservative Liberale“ die Oberhand gewonnen hatten. Schäfer und Schmidt-Jortzig wohl nicht, und so befinden sich sich nun in bester Gesellschaft mit Georg-Berndt Oschatz, der für das Querfront-Fanzine Compact schreibt, oder Vera Lengsfeld oder auch Beatrix von Storch, allesamt Mitglieder der „Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft“. Ob die beiden Kieler Rotarier nun marktradikal oder wertkonservativ liberal sind, ist eigentlich schnuppe: Es wirkt zumindest eher egoistisch, inhuman bis völkisch als selbstlos oder menschlich.

Neben einigen üblichen Verdächtigen aus der Kieler Wirtschaft, von denen die meisten auch Mitglieder im Kieler Kaufmann e.V. sind oder waren (man bleibt halt gerne unter sich), sind vielleicht folgende weitere Rotary-Mitglieder bemerkenswert:
Die Chefin von NDR 1 Welle Nord und Stellvertreterin des Direktors im NDR Landesfunkhaus Schleswig-Holstein, der Direktor des Sozialgerichts Kiel, ein Opernsänger, ein Soziologieprofessor, der putzigerweise zum Einfluss der Eliten auf Enwicklungsprozesse habilitiert hatte, und der Präsident der Muthesius Kunsthochschule.

Fazit: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit scheint eine große Lücke zu klaffen. Die humanitären Dienste sind ein Furz im Vergleich zur neoliberalen Agenda, die von einigen Mitgliedern des Rotaryclubs Kiel propagiert wird. Ebenso klingt der Einsatz für Frieden und Völkerverständigung fast schon pervers angesichts der vertretenen Rüstungslobby.
Wie glaubwürdig solche Service-Vereine in Kiel (und anderswo) sind, zeigt abschließend dieses Beispiel:
Der amtierende Schatzmeister des Lions Clubs Siebzig aus Kiel, -ähnliche Ausrichtung wie Rotary Club-, Lüder Hogrefe, ist Geschäftsführer der Raytheon Anschütz GmbH, die in Kiel integrierte Schiffsbrücken u.a. für die Bundeswehr und Royal Navy installiert. Der Mutterkonzern Raytheon in den USA produziert zum Beispiel Tomahawk- und Patriot-Raketen. Der Lions Club in Kiel veranstaltet alljährlich Entenrennen, bei denen bisher über eine halbe Million für wohltätige Zwecke gesammelt wurden. Die Vorstellung, wie ein Rüstungsmanager dabei hilft, ein Entenrennen zu organisieren, ist mehr als befremdlich.

Links:

Mitgliederliste Rotary-Club Kiel:
http://www.rotary1890.org/kiel/05_clubleben/rocas_clubs_mitgliederliste.php

People Först:
http://www.people-foerst.de/
http://www.people-foerst.de/charity/heute-ist-ein-laecheltag-e-v/
https://www.youtube.com/watch?v=--KjQbt_edE

Jens Scholz:
http://www.md-institute.com/cms/portraits/medbiz-Juli-2009-Ganz-oben-im-Norden-Portrait-Jens-Scholz.pdf
http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Uniklinikum-Was-darf-ein-Vorstandschef-verdienen

Marinbo:
https://www.xing.com/communities/posts/die-abloesung-der-lobbys-politische-und-militaerpolitische-entscheidungsvorbereitung-durch-netzwerke-1001969166

Hayek-Gesellschaft:
http://hayek.de/hayek-gesellschaft/vorstand/

Lions Club:
http://www.lions-kiel.de/kieler-clubs/lc-kiel-siebzig/
http://entenrennen-kiel.de/entenrennen/was-ist-das-entenrennen/  
« Letzte Änderung: 21. Juni 2016, 23:09:17 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #13 am: 06. Juli 2016, 13:04:49 »

Der hier schon erwähnte Carl Hermann Schleifer hat auch einen keuschen und reinen Eintrag auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Hermann_Schleifer
Dieser Eintrag ist ein wenig langweilig, daher hier einige kleine Ergänzungen:

Zitat
Staatliches Lottogeld wird seit Jahren zum Wohle der Kieler CDU-Landesregierung verwendet
(...)
Die oppositionellen Parlamentarier haben das System der Umwegfinanzierung durchschaut: Als Schlüsselfigur bei der Geldvergabe fungiert Carl-Hermann Schleifer, Staatssekretär im Finanzministerium, der als Vorsitzender des Beirats der Lotto-Gesellschaft auch bei der Spendenvergabe mitentscheidet.
Kaum hatte Schleifer 1983 auf Regierungsbeschluß den Beiratsvorsitz übernommen, füllte sich der Spendentopf im Lotto-Verwaltungsetat, wie sich Mitarbeiter erinnern, "auf sein Betreiben sprunghaft" - von 3000 Mark auf weit über 100 000 Mark jährlich.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528778.html  (13/1988)

Zitat
Die schleswig-holsteinische CDU-Regierung hat auch einen Spendentrick des Verlegers Axel Springer gefördert. Steuerverlust: zehn Millionen Mark
(...)
Daß die Antwort bis heute ausblieb, lag womöglich an der Schlüsselfigur im Hintergrund, dem wendigen Finanz-Staatssekretär Carl Hermann Schleifer (CDU). Der einflußreiche Steuerexperte, der vorletzte Woche in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde, weil er der scheidenden CDU-Sozialministerin Ursula Gräfin Brockdorff eine Landes-Apanage zuschieben wollte, muß den Vorgang Springer genau gekannt haben.
Die Steuerakte war dem "Herrn Staatssekretär", Behördenkürzel "VISt", mehrfach ausdrücklich "mit der Bitte um Kenntnisnahme" zugeleitet worden. Mindestens einmal hat Schleifer offenbar auch persönlich abgezeichnet - in der Farbe des Staatssekretärs, mit braunem Filzstrich.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13530394.html (22/1988)
Zitat
Was wußte der Kieler Ministerpräsident über die dunklen Geschäfte der Werft HDW?

Den Auftrag für die Kieler Werft Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) hatte Franz-Josef Strauß, seit vielen Jahren ein treuer Freund des südafrikanischen Apartheid-Regimes, an Land gezogen. 1983, bei einem seiner Besuche in Südafrika, sicherte der bayerische Ministerpräsident Regierungschef Pieter Willem Botha zu, sich für die Lieferung deutscher U-Boote an Pretoria zu verwenden.(...)
Neben Kohl und Strauß wissen nur Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg, der während seiner Zeit als schleswig-holsteinischer Ministerpräsident in so manches geheime Rüstungsgeschäft der HDW eingeweiht war, und der Kieler Finanzstaatssekretär Carl-Herrmann Schleifer über "IK 97" Bescheid.

http://www.berliner-zeitung.de/was-wusste-der-kieler-ministerpraesident-ueber-die-dunklen-geschaefte-der-werft-hdw----von-andreas-foerster-agententhriller-um-u-boote-und--traumschiff--17377200 (1995)

und hier zur U-Boot-Affäre:
Zitat
So unterrichtete der Staatssekretär im Schleswig-Holsteinischen Finanzministerium, Carl Hermann Schleifer, die betroffenen Unternehmen über die geheimen Sitzungen des U-Boot-Pläne-Untersuchungsausschusses, während der damalige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Friedrich Voss, noch an dem Geschäft beteiligt war, als bereits seit einem Jahr gegen die HDW seitens der Oberfinanzdirektion Kiel ermittelt worden war.

https://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Pl%C3%A4ne-Untersuchungsausschuss


Zitat
Ballett Staatsanwalt und Rechnungshof befassen sich mit einem Skandalschloß, das ein Barschel-Intimus der Regierung Engholm hinterlassen hat (…)

Verantwortlich dafür war vor allem der ehemalige Finanz-Staatssekretär Carl Hermann Schleifer, 46. Der Weggefährte Barschels, zugleich geschäftsführender Vorsitzender des Musik-Festivals und Vertrauter von Festival-Intendant Justus Frantz, hatte den Kauf ohne Kabinettsbeschluß eingefädelt und auch sonst manches Ding gedreht.
Als wenige Tage nach der verlorenen Landtagswahl im Mai 1988 bekannt wurde, daß Schleifer seine Tennispartnerin, die Sozialministerin Ursula Gräfin Brockdorff, als Wirtschafterin in Salzau (Jahresgehalt: 72 000 Mark) unterbringen wollte, mußte er auf Druck der noch amtierenden CDU-Regierung den Dienst quittieren. Gräfin Brockdorff ließ sich vom Amt entbinden. (…)
Schon jetzt weisen interne Untersuchungen des Landesrechnungshofes (LRH) und der SPD-Finanzministerin Heide Simonis, 45, eine Verantwortung Schleifers für absonderliches Finanzgebaren in vielerlei Fällen nach.(...)
Jahrelang hatten Schleifer und seine Kassenwarte den Ballettmeister mit Zuschüssen geradezu überhäuft.(...)
Mittlerweile ist in Kiel ein weiterer Schleifer-Coup bekanntgeworden. Dem Staatssekretär war schon einmal ein bemerkenswertes Schnäppchen auf dem Immobilienmarkt gelungen. Für nur 480 000 Mark erwarb er 1986 - unter Umgehung der Ausschreibungspflicht - von der Oberfinanzdirektion eine gediegene Altbauvilla in bester Kieler Wohnlage. Villen-Inhaber seitdem: Carl Hermann Schleifer.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531945.html (48/1988)

Aus einer Gegendarstellung aus späterer Zeit zur Altbauvilla:
Zitat
Ferner wird in dem Artikel vom 30.8.2004 behauptet, ich hätte mir eine Villa aus Landesbesitz zu Sonderkonditionen gesichert. Hierzu stelle ich fest, dass ich im Jahr 1986 vom Bundesvermögensamt Kiel ein dem Bund gehörendes Haus, in dem ich bereits zur Miete wohnte, zum Schätzpreis eines vereidigten Sachverständigen gekauft habe.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-32499132.html (43/2004)

Die „Zeit“ war auch darauf eingegangen:
Zitat
Ob der alte Kasten teurer hätte verkauft werden können, ist für den Fiskus heute bedeutungslos. Aus der bloßen Spekulation über einen höheren Preis lassen sich keine juristischen Fallstricke für einen der Beteiligten konstruieren. Der Bundesrechnungshof dreht offenbar auch an einem ganz anderen Strick. Schleifer hat die Villa zwar im Februar 1985 gekauft, aber erst ein Jahr später bezahlt.

http://www.zeit.de/1990/11/immer-zur-verfuegung/seite-2 (1990)

Zitat
NDR: Ermittlungen wegen Bestechlichkeit
(...)
R. soll angeblich von dem früheren Vorstandschef der Klinik- und Tourismusgruppe Carl Hermann Schleifer bestochen worden sein.

http://www.sueddeutsche.de/medien/ndr-ermittlungen-wegen-bestechlichkeit-raetselhafter-vorgang-1.15778 (2010)

oder hier:

Zitat
Bestechungsvorwurf: NDR suspendiert TV-Redakteur
(...)
Im Visier der Ermittler steht auch der ehemalige Vorstandschef der Klinik- und Tourismusgruppe Damp Holding, Carl Hermann Schleifer. Er wird verdächtigt, den NDR-Mitarbeiter bestochen zu haben.

http://diepresse.com/home/kultur/medien/547992/Bestechungsvorwurf_NDR-suspendiert-TVRedakteur (2010)

Das Verfahren wurde erst kürzlich eingestellt:

Zitat
„Keine Absprachen und keine Erwartungen“
Bestechlichkeit und Betrug in 68 Fällen wirft die Anklage dem ehemaligen NDR-Redakteur Gerd R. (62) vor, dessen Prozess am Mittwoch im Kieler Landgericht fortgesetzt wird. So oft soll der Kieler Fernsehjournalist seinen Medienpartnern zwischen 2003 und 2010 als Amtsträger der Rundfunkanstalt illegale Leistungen angeboten haben.
(…)
Nur gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Damp Holding AG, Carl Hermann Schleifer (74), verhängte die Justiz einen Strafbefehl.(...)Der Angeklagte blieb der öffentlichen Verhandlung am 7. September 2015 fern. Mit dem Hinweis, von neun Tatvorwürfen seien sieben verjährt, erreichte sein Verteidiger die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen.

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Schleswig-Holstein/Schleswig-Holstein/Prozess-gegen-NDR-Redakteur-Keine-Absprachen-und-keine-Erwartungen (2016)

Und sonst so ist vielleicht noch ganz interessant, dass Carl Hermann Schleifer seit dem Sommersemester 1963 Mitglied der schlagenden und farbentragenden Burschenschaft Teutonia zu Kiel ist. Deren Motto lautet "Ehre, Freiheit, Vaterland".
(Festschrift zum 175. Stiftungsfest, Kiel, 1992)
« Letzte Änderung: 24. März 2017, 21:05:20 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #14 am: 08. Juli 2016, 11:20:35 »

Die Murmann-Sippe ist auch bemerkenswert. Mit einem geschätzten Vermögen von einer halben Milliarde Euro zählt sie zu den 250 reichsten Toitschen. Zu der Produktpalette gehören oder gehörten Schiffskompressoren, Pistolen und Flinten, Heimatbücher, Vermögensverwaltung , Immobilien usw.. Man ist im Bundestag vertreten und verwandtschaftlich mit dem Hörfunkdirektor des NDR verbandelt.
Wo wurde der Grundstein für diese beachtliche Anhäufung gelegt? Unter anderem in Soest. Der Vater von Klaus, Rolf und Dieter Murmann, Walter Murmann, hatte 1938 zusammen mit einem NSDAP-Parteigenossen die Glühlampenwerke „Merkur“ für knapp eine Million Reichsmark erworben, die zuvor arisiert worden waren:

Zitat
Julius Rosenthal war Inhaber des Glühlampenwerks „Merkur“ in Soest. Am 28. November 1938 verfügte die Gestapostelle Dortmund die Beschlagnahme des gesamten Vermögens der Firma sowie des privaten Vermögens der Familie. Familie Rosenthal flüchtete in die Schweiz. Inzwischen fand ein "scharfer Ringkampf" zahlreicher Interessenten um das Unternehmen statt. Dabei obsiegten Walter Heringlake, Kohlenhändler in Siegen und Gauinspekteur der NSDAP, und ein weiterer Parteigenosse, die sich die Beute hälftig teilten. „Der Kaufpreis fuer die gesamten 100% Geschaeftsanteile war RM. 975.000  & war … zahlbar vier Wochen nach Eintritt der Rechtswirksamkeit des Vertrags, d. h. nach Eingang der erforderlichen Genehmigungen. Diese Klausel ermoeglichte den Kaeufern, innerhalb dieser Frist die Wertpapiere zu realisieren & Außenstaende einzuziehen & so den ganzen Verkauf mit den eigenen Mitteln von Merkur, m. W. ohne eigenes Vermoegen zu besitzen, zu finanzieren.“ (Memorandum Kurt Rosenthal,  Sohn von Julius R., undat. [1948]), es sei sogar noch etwas „übriggeblieben“ (Eugen Flegenheimer an Entnazifizierungshauptausschuss im Verfahren Walter Heringlake, 10.4.1949).
(...)
Heringlake und sein Kompagnon waren zwar nach 1945 gezwungen, im Ergebnis eines langwierigen Rückerstattungsverfahrens das Merkur-Werk zurückzugeben, erhielten jedoch (1951) jeweils eine Abfindung von DM 125.000 von der Familie.

http://aktives-gedenkbuch.de/index.php/Detail/Object/Show/object_id/1543



Selbstredend wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt.
http://www.soester-anzeiger.de/lokales/soest/soester-firma-merkur-stellte-jahre-lang-gluehlampen-5328179.html

1953 ging es dann nach Schleswig-Holstein, wo sich Walter Murmann in die Kompressorenfabrik „Wilhelm Poppe GmbH“ einkaufte und somit den Grundstock für weitere Geschäftstätigkeiten legte.

So war das damals halt.

Die Kieler Nachrichten basteln eifrig an der Geschichtsfälschung durch Weglassung mit:

Zitat
Nach dem Krieg erwarb der Unternehmer Walter Murmann aus dem Verkaufserlös seiner Flensburger UCA-Kamerafabrik die Firma Poppe und baute um sie herum eine Firmengruppe auf.

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten/Nachrichten-Wirtschaft/Eines-der-aeltesten-Industrieunternehmen-Kiels-J.P.-Sauer-Sohn-seit-130-Jahren

Daher nochmal in aller Klarheit:
Der Unternehmer Walter Murmann konnte überhaupt erst eine Firmengruppe aufbauen, da er zuvor die Glühlampenwerke Merkur aus jüdischem Besitz an sich reißen konnte, ohne eine Reichsmark dazu zahlen zu müssen, Zwangsarbeiter einsetzte und später sogar noch eine Entschädigung erhiehlt.
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2016, 16:03:47 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #15 am: 11. Juli 2016, 13:34:04 »

Der Kieler Kaufmann Peter Böge, seit 1968 Geschäftsführer der Wulff Textil-Service GmbH, lässt sich 2008 zum 40jährigen Jubiläum im Handelsblatt feiern:
Zitat
„Wir sind ein traditionsreiches Familienunternehmen", so Böge. Wichtige Voraussetzung dafür sei die Begeisterung der Mitarbeiter. Denen brächte die Firmenleitung große Wertschätzung entgegen: „Für uns gehören sie zur großen Wulff-Familie.“
(…)
„Er ist sehr zielstrebig und weitsichtig, gleichzeitig steht er als Unternehmer für hohe soziale Verantwortung.“ Die spiegele sich in seinen Entscheidungen, aber auch in den Gesprächen mit seinen Mitarbeitern wider: „ ‚Corporate Social Responsibility' galt für ihn schon immer als selbstverständlich."

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/unternehmerpaar-lieber-waschen-als-studieren-seite-2/2935008-2.html

Das haben die Beschäftigten 1976 anscheinend etwas anders gesehen. Hier wird die Firmenleitung eher als nicht so nett beschrieben:


Zitat
Wäscherei und Reinigung WULFF: HUNGERLOHN UND ARBEITSHETZE

5.83 DM durchschnittlicher Stundenlohn und Arbeitshetze bei kaum erträglicher Hitze – so lassen sich die Bedingungen zusammenfassen, unter denen ca. 100 Arbeiterinnen in der Wäscherei und Reinigung Wulff schuften müssen.
In der Abteilung Reinigung wird auch nach Akkord gearbeitet. Hier werden u.a. Kleidungsstücke gebügelt. So beträgt der Akkordlohn pro Hose an einer Presse 0.21 DM, an einer schnelleren Presse 0.16 DM, der Akkord für einen Pulli 0.03 DM, pro Popelinmantel 0.53 DM. Wer sich genügend abschindet und so viele Kleidungsstücke bügelt, daß es den Stundenlohn übersteigt, bekommt Akkordgeld. Nun schafft man nach einer gewissen Anlernzeit etwa 30 Hosen. Das bedeutet an der einen Presse: Hose vom Hosenblock nehmen, auf den Topper packen (Dampf- und Gebläsegerät), auf Falte legen, dann in die Presse, zwischendurch einen Bügel holen, auf den Bügel Pappe stecken, damit die Hosen beim Aufhängen nicht geknickt werden. Erst wenn man dies alles so schnell schafft, daß man ca. 30 Hosen bügelt, liegt man über dem Hungerlohn von 5.83 DM und bekommt Akkordsätze bezahlt. Die Folge: viele Frauen hetzen, um 40-50 Hosen zu schaffen in der Stunde, wobei immer wieder einige ein zweites Mal gebügelt werden müssen, weil in der Eile z.B. eine zweite Bügelfalte hineingedrückt wurde.
Zur Zeit wirbt die Firma Wulff mit einem Sonderangebot bei der Reinigung von Pullovern: 0.95 DM das Stück. Das bedeutet, daß die Kolleginnen jetzt überwiegend Pullover bügeln müssen, bei einem Stückakkordsatz von 0.03 DM. Hier ist der Stundenlohn praktisch überhaupt nicht zu übertreffen – die Folge: das Sonderangebot der Firma Wulff wird zu einem Sonderopfer der Arbeiterinnen!
Aufgrund der Akkordschinderei bekommt fast jede Kollegin im Betrieb einen unterschiedlichen Lohn. Ohne Akkord liegt der Durchschnittslohn bei ca 650,-DM netto im Monat, mit Akkord ca. bei 750,-DM. Um lächerliche 800,-DM im Monat zu verdienen, muß man den ganzen Monat lang streng Akkord schinden. Und dabei ist es völlig unsicher, ob man jeden Monat den gleichen Lohn verdienen kann: wenn nichts mehr zum Bügeln da ist, werden die Kolleginnen ohne jede Bezahlung nach Hause geschickt, bzw. es wird ihnen angeboten, andere im Betrieb anfallene Arbeit – in der Wäscherei oder sonstwo – zu machen. Auch in Zukunft wird sich der Lohn praktisch nicht erhöhen. Der Stundenlohn von 5.83 DM bedeutet bereits eine Erhöhung gegenüber dem alten Stundenlohn von 5.55 DM. Firma Wulff zahlt diese 5% seit März im Vorgriff auf einen noch auszuhandelnden Lohntarifvertrag, der für die Wäschereien und Reinigungen in der dritten Schlichtungsrunde steckt. Dieser neue Stundenlohn bedeutet jedoch praktisch, daß die Akkordsätze verringert worden sind, denn diese sind seit mehreren Jahren trotz Lohnerhöhungen gleichgeblieben. Um jetzt den Stundenlohn durch Akkordarbeit zu überholen, müssen entsprechend mehr Kleidungsstücke gebügelt werden, wie die Lohnerhöhung in Stückzahlen ausmacht.
In der Reinigung wird man den ganzen Tag benebelt von den „Düften“ der chemischen Reinigungsmittel, es herrscht eine schier unerträgliche Hitze, so daß einem die Kleidung auf dem Körper klebt schon wenn man sich nur kurze Zeit dort aufhält. Eine Klimaanlage ist nicht vorhanden, Duschen gibt es ebenfalls nicht, die einzige Waschmöglichkeit sind Waschbecken auf den Toiletten.
Die Firmenleitung, bestehend aus der Senior-Chefin, Sohn, Schwiegersohn und Schwiegertochter, lungert den ganzen Tag im Betrieb herum, kontrolliert und treibt zur Arbeit an. Kaum, daß die Kolleginnen mal kurz miteinander sprechen, kommt einer an und fragt, ob man denn nichts zu tun habe. Kolleginnen, die mehrfach krank sind – aufgrund der elenden Arbeitsbedingungen sind Erkältungen natürlich an der Tagesordnung – werden bespitzelt. Familie Wulff ruft sogar beim Arzt an, um sich danach zu erkundigen, ob man tatsächlich und wie krank man denn sei! Entlassungen und Neueinstellungen kommen ständig vor: in der dreimonatigen Probezeit kann man von einem Tag auf den anderen entlassen werden.
Die meisten Kolleginnen haben Angst um ihren Arbeitsplatz. In Kiel könnten nur die wenigsten von ihnen einen neuen Arbeitsplatz erhalten. Dennoch wird die Lage nicht widerstandslos hingenommen. Auf der letzten Betriebsversammlung wurde die sofortige Einrichtung von Duschen und Umkleideräumen gefordert. Die Arbeiterinnen lassen sich das Herumgescheuche durch die Firmenleitung nicht mehr bieten wie früher. Und die Bedingungen dafür, daß sich die Kolleginnen einsetzen für ihre Interessen gegenüber den Wulff-Kapitalisten, sind gut: ca. 80% sind gewerkschaftlich organisiert. Es kommt jetzt weiter darauf an, die gewerkschaftliche Arbeit zu verstärken und Forderungen nach Streichung der unteren, schlechtbezahlten Lohngruppen und Abschaffung jeglicher Akkordschinderei zu erheben, wie es bereits in anderen Bereichen der Gewerkschaft Bekleidung-Tetil erfolgt ist.

http://mao-archiv.de/Scans/BRD/S-H/K/KBW/Kiel_KBW645.jpg
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« Antworten #16 am: 14. Juli 2016, 13:12:37 »

Einige Anekdötchen aus dem Land zwischen den Meeren, die sehr, sehr gut in diesen Thread passen.


Sartori & Berger (Reederei, 1969):

Der damalige Wirtschaftsminister Knud Knudsen lavierte laut Spiegel zwielichtig
zwischen öffentlichem Amt und privatem Geschäft bei der Übernahme der Reederei Sartori & Berger.

Zitat
Wegen Knudsens Verhalten nach seinem Dienstantritt erhebt Rechtsanwalt Dobberstein den Vorwurf, der Minister habe "In Ausnutzung der Notlage Sartoris mit der Durchführung einer Zwangsvollstreckung" gedroht, "auf die er als Wirtschaftsminister nicht ohne Einfluß war".

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45793933.html

Auch die ZEIT berichtete:
Zitat
Knudsens Nebentätigkeit ließ ihn „unter den besonderen Bedingungen der Gesellschaftsverträge Schritt für Schritt in eine gewerbliche Tätigkeit hineinwachsen, die mit Artikel 29 der Landessatzung nicht vereinbar war“.

http://www.zeit.de/1969/13/knudsens-abgang

Sartori & Berger gibt es immer noch:
Zitat
Bundesverdienstkreuz für Volkert Knudsen

Im Rahmen einer Feierstunde im Hamburger Rathaus ist Konsul Volkert Knudsen, geschäftsführender Gesellschafter des Kieler Schifffahrtsunternehmens Sartori & Berger mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Er wird damit sowohl für sein unternehmerisches als auch für sein breites gesellschaftliches Engagement geehrt.

http://www.schiffundhafen.de/news/personalia/single-view/view/bundesverdienstkreuz-fuer-volkert-knudsen.html


ELMOS Semiconductor
(2001):

Ein zu spät gemeldetes Wertpapiergeschäft.

Zitat
„Demnach hatte das Aufsichtsratmitglied Herbert Sporea am 27. August 2001 1.350 Aktien der ELMOS Semiconductor AG gekauft.“

http://www.shortnews.de/id/419475/deutsche-boerse-verhaengt-strafe-gegen-elmos-semiconductor#  

THOMSEN Import/Export GmbH (2005):

Zu Zeiten des Gammelfleischskandals hatte sich die Kieler Firma laut Spiegel nicht an die Einfuhrbestimmungen für Geflügelhack gehalten:

Zitat
Im jüngsten Fall, der in der vergangenen Woche für Schlagzeilen sorgte, kaufte die Firma Thomsen aus Kiel als eine Art Fleischmakler mehrere Dutzend Tonnen gefrorenes Geflügelhack in Dänemark ein. Die Kieler verhökerten es an die Firma Domenz in Gelsenkirchen weiter. Angeblich, so eine Thomsen-Stellungnahme, habe man "ausdrücklich darauf hingewiesen", dass das Fleisch nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sei, sondern allenfalls als Hundefutter. Legal war schon das freilich nicht: Das deutsche Geflügelfleischhygienerecht verbietet die Einfuhr von Geflügelhack, unter anderem weil die Gefahr oft tödlicher Salmonelleninfektionen dabei enorm ist.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43301961.html

Aus einer aktuelleren Unternehmensberichterstattung:
Zitat
Das Erfolgsrezept: gute Kontakte, und zwar weltweit. „In 35 Ländern pflegen wir Geschäftsbeziehungen“, verrät Niels Thomsen, der sein Unternehmen als bekennender „Self-made-Man“ über die Jahrzehnte erfolgreich auf- und ausgebaut hat.

http://www.kn-online.de/News/Unternehmenskraft/Thomsen-liefert-das-Fleisch-in-die-Welt

THW Kiel (2007-2009):

Bestechungsvorwürfe um Spielmanipulationen, wobei auch gegen den Manager Uwe Schwenker ermittelt wurde. Zum Glück hat das Rechtssystem gesiegt und er wurde 2012 freigesprochen:

Zitat
Das Kieler Landgericht hat die früheren Verantwortlichen des Turnverein Hassee-Winterbek ( THW), Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarušić, vom Vorwurf der Bestechung, der Untreue und des Betrugs freigesprochen.

http://www.zeit.de/sport/2012-01/handball-thw-kiel-freispruch

So konnte weiterhin ununterbrochen Spitzenhandball in der Ostseehalle geboten werden, die der Sparkasse, Provinzial und den Kieler Nachrichten gehört. Eins, zwei, drei, wer hat den Ball?


Autohaus Kath GmbH (2008-2011):

Zitat
Vier Monate nach dem Verlust des Audi-Händlervertrags wurde der norddeutschen Kath-Gruppe nun auch der Volkswagen-Vertrag für den Standort Rendsburg gekündigt. Grund für die Trennung ist nach Angaben des Wolfsburger Herstellers eine "schwerwiegende Vertragsverletzung". (...) Es seien nicht nur staatliche Gelder unrechtmäßig bezogen worden, sondern auch die bei nahezu allen Herstellern damals übliche Aufstockung der Umweltprämie. (…) Der bisherige Geschäftsführer Hauke Drengenberg hatte sich nach der Kündigung des Audi-Vertrags im April zurückgezogen.

http://www.automobilwoche.de/article/20110901/NACHRICHTEN/110839974/kath-verliert-vw-in-rendsburg

Tatsächlich gab es später ein Geständnis:

Zitat
Der 42-Jährige frühere Geschäftsführer des Autohauses mit neun Niederlassungen in Schleswig-Holstein und Hamburg räumte vor dem Kieler Landgericht 107 Fälle ein. Durch Vortäuschen falscher Tatsachen erschlich er vom Staat und den Autoherstellern VW und Audi insgesamt rund 430.000 Euro an Abwrack- und Umweltprämien.



Andererseits muss man wohl zugute halten, dass es um das Wohl der Mitarbeiter ging:

Zitat
"Ich habe mich aus falsch verstandener Sorge für die Mitarbeiter und das Unternehmen verleiten lassen, gegen Gesetze zu verstoßen.“

http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/ex-chef-von-autohaus-legt-gestaendnis-ab-id283106.html

Bartels-Langness Handelsgesellschaft mbH & Co. KG (2009):

Man trinkt gerne selbstgebrauten Wein.

Zitat
Im Umfeld des Brockdorff-Vereins ist Hermann Langness zu finden, Schleswig-Holsteins größter Arbeitgeber (...). Zum Langness-Imperium gehört die Supermarktkette Famila und eine 50-Prozent-Beteiligung an der Citti-Gruppe, bei der die Lebensgefährtin des Ministerpräsidenten, Sandra Thomsen, als Personalmanagerin angestellt ist.
Langness besitzt viel, aber eines fehlte ihm. Ein Weingut.(...) Dann schaltete sich der Ministerpräsident persönlich in die Verhandlungen ein (...). Und so wurde Schleswig-Holstein - zwei Monate nachdem bundesweit letztmalig Neuanpflanzrechte vergeben worden waren - am 30. Juli 2008 offiziell Weinbauland.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66970428.html

CITTI Handelsgesellschaft mbH & Co. KG (2012):

Der geschäftsführende Gesellschafter der zu Bartels-Langness gehörenden Citti-Handelsgesellschaft erhielt 2012 einen Verdienstorden, der ihm 2009 versagt worden war:
Zitat
(...) Ende Januar hatte der CDU-Politiker den Verdienstorden des Landes an Gerhard Lütje verliehen. (...) Lütje (sollte) den Orden schon vor drei Jahren erhalten. Damals war das Vorhaben am Einspruch des Justizministeriums gescheitert. Grund: ein Strafbefehl gegen den Citti-Chef - 200 Tagessätze wegen Steuerhinterziehung.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84061089.html

Provinzial NordWest
(2012):

Der Vorstandschef erzählt von einer Schraubenzieherattacke gegen ihn bei einer Betriebsversammlung. Die Staatsanwaltschaft vermeldet dann, dass er sich den Angriff nur ausgedacht habe.
Zitat
Sensationelle Wende in den Ermittlungen zum vermeintlichen Angriff auf Provinzial NordWest-Vorstandschef Ulrich Rüther. (…) Vorstandschef mit Münchhausen-Syndrom?

http://www.fondsprofessionell.de/news/news-products/nid/harakiri-vorstand-provinzial-chef-taeuscht-schraubenzieher-attacke-vor/gid/1007053/

« Letzte Änderung: 26. März 2017, 23:24:37 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #17 am: 23. März 2017, 23:05:03 »

Zwar kein Kieler Kaufmann, sondern nur SPD-Lokalpolitiker, aber trotzdem das übliche Phänomen:

der Rechtsanwalt Hans-Werner Tovar

In den 90ern musste er sein Amt als Fraktionschef niederlegen, weil er für die Stadt einen Grundstücksdeal perfekt gemacht hatte und dieses Geschäft dann ausgerechnet in seiner Kanzlei notariell beurkundet wurde. Da ging es um wesentlich mehr als einige Hundert Euronen, die als Notargebühr abfielen.
Diese kleine Anekdote wurde in dem schönen Buch „ Das Primat der Mittelmäßigkeit: politische Korruption in Deutschland“, 2007, verewigt und mit der Feststellung verbunden, dass diese Mittelmäßigkeit anscheinend keinerlei Konsequenzen hat - und genau das ist das Phänomenale an Hans-Werner Tovar. Seit einigen Jahren ist er nun Stadtpräsident, - ein gänzlich überflüssiges Amt für „verdiente“ Klüngler -, und darf den Grüßaugust bei allen möglichen Anlässen spielen.
« Letzte Änderung: 23. März 2017, 23:08:39 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #18 am: 24. März 2017, 15:44:01 »

Zitat
„Seilschaften. Der Filz der regionalen Eliten. Niemand hat dieses Pack gewählt. Lokalpolitiker wurden zu deren Handlangern degradiert.“


Es gibt sogar einen Verein, der sich die Züchtung weiterer Handlanger zur Aufgabe gemacht hat, den Verein zur Förderung der Politischen Nachwuchsbildung in Schleswig-Holstein e.V. mit Sitz in Kiel:
http://www.politiknachwuchs.de/

Da werden Seminare angeboten mit so lustigen Inhalten wie "So setze ich mich durch!“ oder „Aus der Politik in die Wirtschaft & zurück“. Zum Abschluss gibt es ein Zertifikat.
In der Festschrift zum 10jährigen Bestehen heißt es:

"So war es quasi auch ein Herzenswunsch der Wirtschaft in Schleswig–Holstein, einen Verein zu gründen, in dem Interessierte aus der Wirtschaft für Politik und die Übernahme von politischer Verantwortung gefördert werden."

oder auch:

"Politik wird in unserem Auftrag betrieben, im Auftrag der Bürger.  Wir  sind  die  Auftraggeber,  also nehmen wir auch diesen Auftrag, den uns unsere demokratische Verfassung einräumt, auch wahr…"

Wenn man jetzt „Bürger“ mit „Geldintelligenz“ oder „Ausbeuter“ ersetzt, wird schon deutlicher, welche Stoßrichtung der ganze Quark hat: Angst um den Besitz.

Als Vorsitzender des Vereins wird der ehemalige SPD-Innenminister Andreas Breitner genannt, der kurz nach seinem Rücktritt in die private Wohnungswirtschaft ging. Beisitzer ist unter anderem Christian von Boetticher, die einstige CDU-Nachwuchshoffnung und der wegen einer selten dämlichen Liebesaffäre nun Haferflockenfabrikant ist. Das Netzwerkeln, das man in diesem Verein lernen kann, lässt niemanden fallen. Eine feine Sache…


Altgediente Patschehändchen erfreuen sich am politischen Nachwuchs
« Letzte Änderung: 24. März 2017, 16:15:20 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #19 am: 30. März 2017, 23:51:26 »

Und mal wieder kein Kieler Kaufmann, aber mittenmang: Der Heilpraktiker Henning Pless.

Hinweise abseits der heilpraktischen Tätigkeiten gibt es hier:

https://quimera.noblogs.org/2013/neonazi-funktionar-betreibt-heilpraxis-in-der-kieler-innenstadt/
https://rotehilfeogkiel.gaarden.net/ermittlungseifer-der-kieler-polizei-im-auftrag-von-neonazi-henning-pless-antifaschistin-zur-ed-behandlung-vorgeladen/

Blick nach Rechts, taz und Schleswig-Holstein-Magazin berichteten ebenso.

Es stellt sich irgendwie unweigerlich die Frage, wie sich eine Heilpraxis dieser Größenordnung und in bester Lage nach all den Veröffentlichungen überhaupt noch halten kann.
Das Gebäude ist in Besitz der Immobilienfirma und Hausverwaltung Schütt (selbstredend Kieler Kaufmann e.V. und deren Aufstieg kurz nach der Olympiade 1936 begann, nach der man sich wesentlich „freier“ bedienen konnte); es wurde eine Veranstaltung in einem dufte Hotel abgehalten (selbstredend Mitglied im Kieler Kaufmann e.V.) und in der Ostseehalle gab es eine Gesundheitsmesse (selbstredend sind die Kieler Nachrichten an der Ostseehalle beteiligt, also auch Kieler Kaufmann e.V.).

So ist es nicht verwunderlich, dass in der neuesten Extra-Ausgabe der KN zum Thema Gesundheit von 2017 der Heilpraktiker Henning Pless ebenso Gehör findet wie zum Beispiel das UKSH.

Vom ersten Bürgermeister nach 1945, Andreas Gayk (SPD), stammt dieses Zitat kurz vor seinem Tod ’54:

„Die gegenrevolutionäre Taktik von heute besteht darin, zunächst die demokratischen Parteien und erst von ihnen aus den Staat zu erobern. Das ist keine Fieberphantasie politischer Abenteurer, das ist saubere Generalstabsarbeit der Gegenrevolution. In der Kriegsgeneration in Eckernförde, in der Kieler Gemeinschaft, im Kieler Rathaus, im Einrücken namhafter Nationalsozialisten in die Führungsstellen der bürgerlichen Parteien unseres Landes sehen wir bemerkenswerte Symptome dieser Entwicklung…Aber daß ausgerechnet diejenigen, die dem ‚Bösen‘ und der ‚Bestialität‘ gedient haben, eine humane Welt aufbauen könnten,…daß alle diejenigen, die alles vergessen und nichts dazugelernt haben, die deutsche Demokratie krisenfest machen wollen, dieses Märchen möge man an national-sozialistischen Kaminen erzählen.“

Man kann von Andreas Gayk halten, was man will, aber mit den Nazis hatte er so überhaupt nichts am Hut, und vielleicht würde er heute noch folgende Frage stellen:
Wo befinden sich diese national-sozialistischen Kamine denn nun genau?
« Letzte Änderung: 31. März 2017, 10:51:56 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #20 am: 15. Mai 2017, 21:42:15 »

Aus dem aktuellen Spiegel. Es geht um den Filz zwischen Albig und der Werbeagentur boy, die natürlich auch im Kieler Kaufmann vertreten ist. Den ganzen Text gibt es wohl demnächst.  Wink


Zitat
Triebzüge im Nahverkehr

Eine 300Millionen-Ausschreibung und die Geschäfte der Partnerin von Noch-Ministerpräsident Albig sorgen in Kiel für Diskussionen.

Torsten Albig hat Bärbel Boy viel zu verdanken. Zum Beispiel eine "harte Erfahrung", die aber "total schön für die Beziehung" war, wie der Noch-Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Ende April einer Reporterin des Klatschblatts "Bunte" gestand. Heilfasten, zehn Tage nur Brühe, verdünnte Säfte und Tee. Das Ergebnis: fünf Kilo weniger.

Bei seiner Lebensgefährtin ist es offenbar umgekehrt. Für Bärbel Boy wird es mehr. Nicht am Körper, aber in den Auftragsbüchern ihrer Firma, einer PR-Agentur in Kiel. Und ob sie dies auch ihrer Liaison mit dem SPD-Politiker verdankt, ist eine Frage, die in der Landeshauptstadt wieder einmal für Debatten sorgt.

Denn auf der Website der Agentur "boy" findet sich unter "Referenzen" ein Unternehmen, das sich deutlich vom Rest der Kunden abhebt: Bombardier Transportation, "weltweit Marktführer im Bereich Schienenfahrzeuge", wie es heißt.

Ein Global Player, betreut von einer Provinzagentur – und das sogar in "Strategie und internationaler Kommunikation". Warum vertraut sich der Weltkonzern einem Werbeteam an, das ansonsten mit seiner PR-Tätigkeit für die Hameln Marketing und Tourismus GmbH oder eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde in Berlin wirbt, die Baptisten Schöneberg?

Möglicherweise, so argwöhnen Kieler Ministerialbeamte, hat es auch mit einer Ausschreibung zu tun, die in Schleswig-Holstein seit einiger Zeit läuft. Im August 2016 veröffentlichte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie in Kiel eine "Auftragsbekanntmachung" für "Innovative Triebzüge für Schleswig-Holstein". Ab 2021 soll der gesamte Schienennahverkehr von Diesel auf elektrisch getriebene Züge umgerüstet werden. Ein Riesengeschäft: 52 Fahrzeuge "zuzüglich weiterer Kapazitäten für mögliche Angebotsausweitungen und Nachfragesteigerungen", wie es in den Ausschreibungsunterlagen heißt.

Auf 250 bis 300 Millionen Euro kann sich das Unternehmen freuen, das vom Land den Zuschlag erhält. Im Rennen um den lukrativen Auftrag sind derzeit die Firmen Siemens, Alstom – und Bombardier Transportation. Da kann es möglicherweise nicht schaden, wenn die Agentur der Lebensgefährtin des Noch-Ministerpräsidenten sich von der Qualität der Produkte des Bieters Bombardier überzeugen kann. "Landschaftspflege" nannte der ehemalige Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch diese Versuche der indirekten Einflussnahme.

Ob dies am Ende hilft, den Auftrag zu ergattern, steht dahin. Denn bislang liegen noch keine Angebote vor. Dass "der Preis nicht das einzige Zuschlagskriterium" ist, wie es in der "Auftragsbekanntmachung" heißt, lässt Raum für flankierende Maßnahmen – wobei der unschöne Eindruck entstehen kann, dass der Auftrag an die Agentur eine davon sein könnte. Bombardier Transportation weist den Verdacht zurück: "Boy" sei "nie für die Unterstützung in Vergabeverfahren engagiert" worden. Alle "Compliance-Regeln" würden in der Zusammenarbeit befolgt.

Albig hat allerdings in der Vergangenheit bereits den Verdacht genährt, dass er "private Belange und sein öffentliches Amt nicht sauber zu trennen vermag", wie die "Kieler Nachrichten" im Sommer 2016 schrieben. Damals war er auf einer Veranstaltung der Agentur "boy" als Stargast aufgetreten. Als "gewählten Krisenmanager" hatte die Agenturchefin ihn gefeiert; als einen Mann, der über "den Mangel an Augenmaß" philosophiere. Ausgerechnet zum 15-jährigen Jubiläum ihres Unternehmens, auf dessen Feier der Geschäftsbereich "Krisenkommunikation" im Vordergrund stand.

Dass Albigs Staatskanzlei wenige Wochen zuvor eine Ausschreibung für "Kommunikation in Krisensituationen" auf den Weg gebracht hatte, irritierte nicht nur seine politischen Gegner. Auch in der Regierung bekam manch einer offenbar kalte Füße. Die Ausschreibung wurde aufgehoben, nachdem der Spiegel (25/2016) über Ungereimtheiten im Verfahren berichtet hatte.

Ein Gefühl dafür, was man tut – und was man besser nicht tut, selbst wenn es legal ist, hat sich bei Bärbel Boy – allem Anschein nach – danach nicht eingestellt. Dazu gehört, dass man als Partnerin des Ministerpräsidenten nicht jeden Auftrag annehmen kann, ohne den Verdacht von Korruption und Patronage zu erwecken.

Boys Anwalt kann den Vorwurf einer möglichen Interessenkollision nicht nachvollziehen. Die Agentur sei von Bombardier seit "2008 in unregelmäßigen Abständen für verschiedene Projekte beauftragt" worden, weil sie über "namhafte Referenzen" im Transportbereich verfüge. Von der Triebzüge-Ausschreibung habe sie keine Kenntnis. Da ist es wohl Zufall, dass sich eine Boy-Mitarbeiterin bei Experten gemeldet hat, um im Auftrag von Bombardier nach den Chancen der Markteinführung innovativer Schienenfahrzeuge zu fragen. Der Anwalt bestreitet dies. Thema der Gespräche sei ein "Marken-Workshop" gewesen.

Dass "boy" auch für den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein arbeitet, der die Triebzüge-Ausschreibung betreut, ist – so ein Unternehmenssprecher – auch kein Problem. Man gestalte "die Nahverkehrskommunikation ohne Einbeziehung der Landesregierung". Na dann.

https://magazin.spiegel.de/SP/2017/20/151139714/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage


Weil es so amüsant ist: Albig, DGB-Hornschu und Stadtpräsi Tovar am 1. Mai im vereinten Kampf gegen das Kapital.
 
« Letzte Änderung: 16. Mai 2017, 16:34:42 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #21 am: 21. Juni 2017, 21:24:10 »

Zitat
Die Damenwelt stand mal wieder "Kopf"

Hässliche Schicke Hüte und zahlreiche troglodyte illustre Gäste: Der Empfang im Romantik Hotel Kieler Kaufmann ist der gesellschaftliche Tiefpunkt Höhepunkt und ein Superhaufen Highlight der Kieler Woche.

Club-Präses Jan-Christoph Kersig konnte am Mittwoch im Gestrüpp Garten des Schuppens Hotels fast 400 nationale und internationale Gäste, darunter Vertreter der NSDAP, des Diplomatischen und Konsularischen Korps, wie Laurent Toulouse, den Generalkonsul der Republik Frankreich, sowie aus Politik, Rockerbanden, Wirtschaft, Marine, Geheimdiensten, Kirche, Mafia und öffentlichem Leben bemoinsen begrüßen.

Traditionell stand die Tussifraktion Damenwelt bei diesem Empfang „Kopf“, sehr viele hässliche schöne und billige fantasievolle Kreationen waren zu begatten bewundern. Und dass es Petrus gut meinte, passte in den geilen Rahmen. Die Orgien Gespräche drehten sich dabei aber nicht nur ums Ficken Wetter und Stellungen Hüte.

Jan-Christoph Kersig und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hoben die Wichtigkeit einer korrupten offenen Gesellschaft und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung hervor. „Wir haben in Kiel schon immer zurzeit eine gute und intensive Korruptionskultur Diskussionskultur über alle Parteigrenzen hinweg“, stöhnte sagte Kersig. Man rede nicht übereinander, sondern miteinander.

http://www.kn-online.de/Veranstaltungen-Kiel/Kieler-Woche/Kieler-Woche-2017/Empfang-im-Kaufmann-Die-Damenwelt-stand-mal-wieder-Kopf
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12409



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« Antworten #22 am: 21. Juni 2017, 21:40:22 »

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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #23 am: 04. September 2017, 23:58:40 »

Weiter geht's:

Zitat
4.9.17
Die Verkaufsverhandlungen für das Kieler Schloss stecken in einer Sackgasse. In einem Brief an den Oberbürgermeister teilten die derzeitigen Eigentümer am Montag mit, die Gespräche seien von den Interessenten abgebrochen worden.

Nach monatelangen, erfolgversprechenden Verhandlungen war man sich nach Informationen unserer Zeitung kurz vor dem Ziel über nochmals veränderte Konditionen nicht einig geworden. Statt dessen haben die Geschäftsleute Klaus-Peter Marschall (Kiel) und Margrit Howe-Neuy (Wiesbaden) der Stadt nun erneut die Übernahme des sanierungsbedürftigen, nicht mehr kostendeckend zu betreibenden Konzertsaales für 1 Euro angeboten. Diesen symbolischen Preis hatten sie 2003 für die gesamte, weitgehend vermietete Immobilie bezahlt.

Für eine öffentlich geförderte, auf rund 24 Millionen Euro bezifferte Sanierung muss der Konzertsaal in öffentliche Hand zurückgeführt werden. Die Stadt und die alte Landesregierung hatten ihre Förderung bislang ausdrücklich von einem Eigentümerwechsel abhängig gemacht, um mit den künftigen Besitzern partnerschaftlich ein zukunftssicheres Konzept entwickeln zu können. Zu diesem Weg bekannte sich OB Ulf Kämpfer gestern erneut. Die Zeit, die Sanierung anzugehen, drängt: Der Betreibervertrag läuft Mitte 2018 aus. Ein privater Förderverein steht in den Startlöchern.

http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Kiel/Kieler-Schloss-Verkauf-vorerst-gescheitert

Da der Konzertsaal ein großes Verkaufsargument für das danebenstehende neue „Schlossquartier“ ist, bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als das Angebot anzunehmen. Hinter dem „Schlossquartier“ und dem Förderverein stecken die Kieler Kaufmänner, die nun ein wenig Geld sammeln gehen (am besten mit einem Rotarier-Glühweinstand), während die Stadt den großen Rest bezahlen muss. Von Eigentümerwechsel kann nicht im Ansatz die Rede sein. Der Vorschlag, notfalls einen Förderverein zu gründen, wurde vor einigen Monaten von irgend so einer SPD-Trulla in der Ratsversammlung vorgebracht, unter abwiegelndem Gelächter der anderen, dass es so weit wohl nicht kommen würde.
Schön ist auch, dass die für die Sanierung veranschlagten 24 Millionen Euro von einem Architekten berechnet wurden, der ansonsten auch mal gerne von einem Architekten, der Mitgesellschafter des „Schlossquartiers“ ist, für irgendwelche Scheißhäuser prämiert wird, was dann wiederum schön die verfilzte Lokalpresse betextet und bebildert. 
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