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Autor Thema: ADIDAS - Rieste -----MIESE ARBEITSBEDINGUNGEN!  (Gelesen 5469 mal)
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Rappelkistenrebell


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« am: 21. Mai 2015, 20:07:29 »

Wie in den Sweatshops ins Asien wird auch in der brd die Knute immer mehr angezogen! Angry

Sportartikelhersteller wehrt sich „Adidas ist die Hölle“: Kritik von Arbeitern in Rieste

 Osnabrück. Leiharbeiter des Adidas-Logistikzentrums in Rieste im Landkreis Osnabrück erheben in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Eine Frau aus Bramsche sagt: „Arbeiten bei Adidas, das ist die Hölle.“ Der Konzern aus Herzogenaurach entgegnet: „Aus unserer Sicht entbehren alle Vorwürfe jeglicher Grundlage.“ Und auch der Betriebsrat findet, an den Anschuldigungen sei „überhaupt nichts dran.“ Es steht Aussage gegen Aussage.

In der zweiseitigen Reportage berichten vier Arbeiter über fragwürdige Bedingungen in dem Werk: unbezahlte Überstunden, Arbeiten bis zur Erschöpfung, Einschüchterungen durch Vorgesetzte. Die „Zeit“ schreibt von „Menschen, die wie Rechtlose behandelt werden.“ Adidas habe offenbar keinen Überblick über das Treiben der Zeitarbeitsfirmen, bei denen die Leiharbeiter angestellt seien, schlussfolgert die Autorin.

281 Festangestellte, 583 Zeitarbeiter

Wie Adidas auf Nachfrage erklärt, seien am Standort Riese 281 Festangestellte tätig. 583 Menschen seien von den Zeitarbeitsfirmen „Manpower“ oder „Olympia Personaldienstleistungen“ in das 2013 eröffnete Werk im Osnabrücker Land entsandt.

Die Vorwürfe der Leiharbeiter erinnern an Schilderungen aus der Schlachtbranche. Sie sagen etwa, sie hätten 30 Stunden mehr im Monat gearbeitet, als es in den Unterlagen vermerkt werde. Zudem gebe es einen sogenannten Bereitschaftsdienst, bei dem Arbeiter permanent telefonisch erreichbar sein müssten. Die „Zeit“ beruft sich auf Zettel in deutscher und polnischer Sprache, die im Werk aushängen sollen. Adidas streitet die Existenz eines solchen Dienstes allerdings ab.

Adidas verteidigt Subunternehmer

In einer Reaktion auf den Artikel stellt sich der Sportartikelhersteller explizit vor seine Subunternehmer: „Wir haben alle Vorwürfe gemeinsam mit unserer Personalabteilung und dem Betriebsrat vor Ort in Rieste geprüft. Das Ergebnis: […] Die erwähnten Vorwürfe bezüglich Abrechnungen, Überstunden und Urlaubsansprüchen treffen nicht zu.“

Vize-Betriebsratsvorsitzender Jens Worpenberg bestätigt unserer Redaktion, dass sich keiner der im Artikel beschriebenen Kollegen an ihn gewandt habe – trotz des engen Verhältnisses, das der Betriebsrat auch zu den Leiharbeitern habe. „Wir behandeln alle Teile der Belegschaft gleich“, betont Worpenberg. Er räumte allerdings ein, dass sich kein Leiharbeiter im Betriebsrat befände. Dies sei gesetzlich nicht erlaubt.

Betriebsrat: Keine Probleme bekannt

„Arbeitsleistung, Motivation – das ist alles top“, beschreibt Worpenberg die Kollegen der Leiharbeitsfirmen. Im relativ neuen Werk in Rieste bewege sich alles im gesetzlichen Rahmen. Dementsprechend geschockt sei er von dem Zeit-Artikel gewesen. An den Vorwürfen sei „überhaupt nichts dran“. Die Arbeitszeiten würden korrekt erfasst. Die „Zeit“ beruft sich auf Arbeitsunterlagen, die der Reporterin vorlägen.

Worpenberg sagt weiter: „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass niemand im Werk eingeschüchtert worden ist.“ Was allerdings vor den Werkstoren, etwa in den Büros der Zeitarbeitsfirmen passiere, könne er auch nicht sagen.

Für Adidas eine Erfolgsgeschichte

„Rieste ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt die Konzernsprecherin zu dem Logistikzentrum. „Die Leute werden weggeschmissen“, zitiert die „Zeit“ eine Arbeiterin. „Die Fluktuation liegt unter dem Branchenschnitt“, entgegnet die Sprecherin. „Seit Eröffnung des Distributionszentrums in Rieste/Niedersachsenpark hat die adidas Gruppe 281 neue Arbeitsstellen geschaffen und allein im vergangenen Jahr 117 Mitarbeiter von Olympia und Manpowergroup übernommen, in diesem Jahr bislang 24.“

Einen Hintergrund zum Gewerbegebiet Niedersachsenpark im Landkreis Osnabrück finden Sie in der Zeitung „Die Wirtschaft“ aus dem März.

Quelle

http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/577688/adidas-ist-die-holle-kritik-von-arbeitern-in-rieste
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #1 am: 21. Mai 2015, 20:12:02 »

Hier der Artikel des Zeit Schmierblattes....


 SportkonzernAusbeutung bei adidas

Im adidas-Logistikzentrum in Rieste, Niedersachsen, werden Arbeiter offenbar behandelt wie Untertanen. Jetzt wehren sie sich.

21. Mai 2015  16:03 Uhr

Adidas lässt offenbar Arbeiter in seinem Logistikzentrum in Rieste, Niedersachsen, ausbeuten. Das berichtet DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. Es geht unter anderem um nicht erfasste und nicht bezahlte Überstunden, unklare Arbeitszeiten, monatelange Urlaubssperren und Nachtschichten. Betroffen sind Arbeiter, die adidas von den Personaldienstleistern Manpower und Olympia entleiht. Einige Arbeiter wehren sich jetzt gegen die Ausbeutung. Vier von ihnen nennen in der ZEIT ihren Namen und zeigen ihr Gesicht – und fordern den Konzern auf, etwas zu verändern.

Der ZEIT liegen Informationen und Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, wie der Konzern die Arbeiter behandeln lässt. Offenbar wird zahlreichen Arbeitern ohne Angaben von Gründen gekündigt. Auch die Gewerkschaft IG BCE spricht von einer "hohen Fluktuation". Adidas sagt, es handele sich um Einzelfälle.

Weiterhin können sich die Arbeiter nicht auf vorhandene Dienstpläne verlassen, sondern müssen ihre Supervisor oft persönlich oder am Telefon fragen, ob sie wirklich arbeiten dürfen. Manchmal werden sie sofort oder nach einigen Stunden wieder nach Hause geschickt. Außerdem gibt es Bereitschaftsdienste, die jedoch nicht entlohnt werden. Adidas bestreitet, dass es einen Bereitschaftsdienst gibt.

Weiter beklagen die Arbeiter, dass Überstunden nicht erfasst und nicht ausbezahlt werden. Es gibt eine monatelange Urlaubssperre und Nachtschichten, von denen die Arbeiter total erschöpft sind. Arbeiter müssen im Umkreis von 12 Kilometern zum Zentrum wohnen, einige müssen dafür umziehen. Andere Arbeiter werden in Mehrbettzimmern untergebracht. Zumindest ein Arbeiter wurde körperlich eingeschüchtert.

Adidas, mit den einzelnen Vorwürfen konfrontiert, bestreitet die Vorfälle. Der Konzern antwortet in jedem Fall auch für die Personaldienstleister Olympia und Manpower, welche die Arbeiter beschäftigt haben.

Das Logistikzentrum versorgt den Groß- und Einzelhandel in Zentral- und Westeuropa mit den Marken adidas und Reebok. Adidas ist der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Das Unternehmen beschäftigt 54.000 Mitarbeiter und wies zuletzt einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro aus.





Quelle

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-05/adidas-ausbeutung-arbeiter-rieste
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oldfaithfull


Beiträge: 236


« Antworten #2 am: 24. Mai 2015, 04:01:05 »

@ rappelkisterebell
des versteh ich jetzt nicht ganz: Du tust die Kritik der Zeit an den Verhältnissen als Ergebnisse eines "Schmierblattes" ab? Lies denArtikel bitte noch einmal ganz genau... ja, danke Smiley
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12921



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« Antworten #3 am: 24. Mai 2015, 08:27:54 »

Vermutlich hat Rappel sich die Veröffentlichung des Zeit- Artikels nicht vom ZK genehmigen lassen! Grin
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Hochseefischer
Gast
« Antworten #4 am: 24. Mai 2015, 09:49:26 »

@Rudi: *grins*

Mir ist dazu grad auch noch was eingefallen:

Aus Rappels Sicht ist die "Zeit" ein Blatt der Bourgeoisie. Und die Bourgeoisie ist ja bekanntermaßen der Klassenfeind der Arbeiterklassse. Nur die "Rote Fahne", das Leib- und Magenblatt von Rappel, kennt die wahre und einzig richtige Wahrheit.

Das musst Du doch wissen, @oldfaithfull  Wink

PS: Ich musste erstmal nachschlagen, wie man das Wort "Bourgeoisie" richtig schreibt.
« Letzte Änderung: 24. Mai 2015, 09:51:47 von Hochseefischer » Gespeichert
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12921



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« Antworten #5 am: 24. Mai 2015, 10:37:25 »

Zitat
Aus Rappels Sicht ist die "Zeit" ein Blatt der Bourgeoisie.


Das ist aber nicht nur aus Rappels Sicht so!

Neben Helmut Schmidt ist Josef Joffe Herausgeber dieses Blattes.
Ein neoliberales Drecksarschloch wie es im Buche steht!

 
Zitat
Er ist Beirat der Hypovereinsbank, der Goldman Sachs Foundation, Mitglied der Trilateralen Kommission, dem International Institute for Strategic Studies und der Münchner Sicherheitskonferenz.[4] 2006 nahm er an der Bilderberg-Konferenz teil.[10] Er ist Beirat des Aspen Institut[11], Autor und im Vorstand im American Institute for Contemporary German Studies[12][13] und Mitglied der Atlantik-Brücke e. V.[3]


Zitat
In der Untersuchung von Uwe Krüger zum Einfluss von Eliten auf Leitmedien wird Josef Joffe zu den am stärksten mit den Eliten vernetzten Journalisten gerechnet. Besonders in den Themenfeldern Sicherheit, Verteidigung und Auslandseinsätze der Bundeswehr zeige sich, dass er in seinen Artikeln den Diskurs der Eliten abbilde, deren Argumente verbreite und für mehr militärisches Engagement werbe.[26] Dies zeigte sich schon 1982, als er in einer Rezension das Buch Das Schicksal der Erde – Gefahr und Folgen eines Atomkrieges von Jonathan Schell abqualifizierte.[27]

Vor allem von Autoren der Blogosphäre und des Onlinejournalismus wird Joffe für seine Kommentare oft heftig angegriffen. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisierte Joffe unter anderem scharf aufgrund eines Nazivergleichs von Joffe an der Zuschauerkritik an der Talkshow von Markus Lanz.[28] Die Nachdenkseiten warfen Joffe vor, Artikel im Geiste des Kalten Kriegs zu verfassen und einen Konservatismus ohne Werte zu vertreten.[29]

Im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine 2014 zählt die trotzkistische World Socialist Web Site Joffe sowie Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung zu den deutschen Journalisten, die während der Ukraine-Krise "am aggressivsten gegen Russland hetzen und ein härteres Vorgehen gegen das Putin-Regime fordern".[30]

Jürgen Rose bezeichnet Joffe in der Neuen Rheinischen Zeitung in Bezug auf die ISAF-Mission in Afghanistan als „Bellizisten“ und „habituellen Islamophobiker“. In Übereinstimmung mit dem „Strategischen Kommunikationsprogramm“ für die truppenstellenden NATO-Staaten, worunter Rose geheimdienstliche Propagandaempfehlungen der Red Cell der CIA versteht, knüpfe Joffe präzise und zielgenau an die als deutschlandtypisch ausgewiesenen diskursiven Kontexte an (Kostenfrage, Nichteinmischung, terroristische Bedrohung, Drogenhandel, Flüchtlingsströme, Bündnissolidarität und humanitäre Hilfeleistung), um Kriegspropaganda zu betreiben.[31]

Über die angebliche Schleichwerbung in Joffes Artikeln in der Auto-Kolumne der Zeit-Beilage[5] schreibt der Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl: „So ruiniert man journalistische Glaubwürdigkeit ohne Wenn und Aber“.[32]
Rechtsstreit mit dem ZDF

Joffe, der Verflechtungen zwischen Journalisten und Meinungsmachern aus Politik und Wirtschaft als „schreckliche, symbiotische Beziehung“ bezeichnet[33], wurde in der Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ vom 29. April 2014 selbst Vernetzung mit Thinktanks und politischen Eliten vorgeworfen.[34][35]

Auf diese Darstellung reagierte Joffe mit einem Unterlassungsantrag an das ZDF (zeitgleich mit Jochen Bittners Beschwerde) nach seinem erfolglosen Beschwerdebrief an Peter Frey. Der Beitrag entspreche nicht den Fakten und Uwe Krügers Untersuchung sei „keine gute Wissenschaft“. Das ZDF wies den Antrag zurück.[36][37] Krüger relativierte die Kritik Joffes und wies erneut auf die fehlende kritische Distanz von Journalisten zu lobbyistisch arbeitenden Interessengruppen hin.[38]

Das Landgericht Hamburg beschloss am 4. Juni 2014 eine einstweilige Verfügung, das ZDF dürfe nicht behaupten oder verbreiten, Joffe sei Mitglied, Beirat oder Vorstand von acht Organisationen, die auf einer Schautafel der „Anstalt“ vom 29. April gezeigt wurden. Das ZDF legte dagegen Widerspruch ein[39], woraufhin die einstweilige Verfügung am 6. Oktober aufgehoben wurde.[40][41] Nachdem sich das Landgericht Hamburg mit dem Streit in Form einer Hauptsacheklage befasste, wies es die Klage Josef Joffes im November 2014 als unbegründet ab. Das Gericht war zu dem Schluss gekommen, es sei für den Betrachter nicht entscheidend, ob auf der Schautafel sieben oder acht Verbindungen zwischen Joffe und transatlantischen Organisationen aufgezeigt wurden. Darüber hinaus müsse auch der satirische Charakter der Sendung berücksichtigt werden.[42][43]

http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Joffe

Somit ist Rappels Bezeichnung "Schmierblatt" gar nicht so abwegig.
Nur passt es eben nicht zu dem verlinkten Artikel, der ausnahmsweise mal nicht so schlecht ist, wie oldfaithfull richtigerweise bemerkt hat.


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Hochseefischer
Gast
« Antworten #6 am: 24. Mai 2015, 15:03:59 »

@Rudi: ich hatte mich mit dem Begriff "Bourgeoisie" eigentlich auf die Leserschaft der "Zeit" bezogen (alles, was nicht Arbeiter ist und die "Zeit" liest, ist doch bourgeois, nicht wahr?) Ich gebe Dir aber Recht dahingehend, dass der aktuelle Herausgeber wahrscheinlich ein Neoliberaler ist.

Ich selber habe die "Zeit" mal als Abo von meinem Onkel geschenkt gekriegt, als ich 16 war. Damals fand ich sie gut, da lernte ich das Lesen von megalangen Artikel durchzuhalten, befasste mich zum ersten Mal so richtig intensiv mit den unterschiedlichsten außen- wie innenpolitischen Themen. Meinen Onkel konnte man der "Bourgeosie" zurechnen, er hatte echt viel Kohle und las die FAZ.

Irgendwann aber wurde mir die "Zeit" zu bürgerlich. Ich kaufe sie seit mindestens 10 Jahren nicht mehr. Und wenn ich sie mir damals kaufte, dann auch nur für lange Zugfahrten.

Trotzdem gibt es ab und an auch gute Artikel bei ZON.
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #7 am: 25. Mai 2015, 00:02:19 »

Rudolf Rocker liegt mit seiner Einschätzung gut. Ja,für mich ist das Schmierblatt "Feindpresse". Das dort auch mal ein guter Artikel stehen kann,streite ich nicht ab. Aus diesem Grunde verlinke ich ihn ja und Ja, ich gehe davon aus,daß die Arbeitsbedingungen dort mies sind. Ich kenne Leute die dort Stammpersonal sind.

Man kann ja meine Lieblingszeitung gerne kritisieren und auch Inhalte anders bewerten. Kein Problem! Aber die "ROTE FAHNE" ist immer auf der Seite der arbeitenden Menschen und steht für Internationalismus und Völkerfreundschaft! Und damit ist sie mir weitaus näher als die ganzen Schmierblätter der verlogenen bürgerlichen Kampfpresse.
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #8 am: 21. August 2018, 09:20:04 »

Schon vor der Gesetzesänderung ist Adidas Rieste und die Leiharbeitsmenschenhändermafia dort berüchtigt für miese Arbeitsbedingungen,systematische Erpressung und Nötigung der Mitarbeiter massenweise Überstunden zu kloppen usw....ein absoluter Sauladen!

Nach Gesetzesänderung Leiharbeiter bei Adidas und Schulte müssen gehen

Osnabrück. Mit einer Reform der Leiharbeits-Gesetzes sollte der Missbrauch eingedämmt werden. Jetzt zeigt sich: Die neuen Regeln bringen erhebliche Nachteile für die Arbeitnehmer mit sich. Im Zweifelsfall werden sie aussortiert - auch in Rieste und Dissen.Die Gruppe Rumänen versteht die Welt nicht mehr. Seit Monaten arbeiten sie im Adidas-Logistikzentrum in Rieste, kümmern sich um die Abwicklung von Internetbestellungen. Damit soll aber bald Schluss sein. Das hat ihnen ihr Arbeitgeber mitgeteilt; ein Leiharbeitsunternehmen aus Hessen, das sein Personal an Adidas verleiht. „Warum?“, fragt eine Arbeiterin. Die Antwort liefert ein Blick ins Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).
Das hatte die alte Bundesregierung im April vergangenen Jahres verschärft. Maximal 18 Monate sollten Leiharbeiter künftig noch verliehen werden dürfen und keinen Tag mehr. Sonst muss sie das entleihende Unternehmen fest anstellen. In diesen Wochen greift die neue Frist nun zum ersten Mal und es zeigt sich: Was vom Gesetzgeber als Verbesserung gedacht war, bringt für einige Leiharbeiter erhebliche Nachteile mit sich. (Weiterlesen: Leiharbeiter beim Einkommen deutlich unter dem Durchschnitt)
In der zum Tönnies-Konzern gehörenden Wurstwarenfabrik Schulte in Dissen beispielsweise müssen dem Vernehmen nach 45 teils langjährige Leiharbeiter gehen. „Schulte will die Mitarbeiter einfach gegen neue Leiharbeiter austauschen“, hieß es von der Gewerkschaft NGG. Eine Festanstellung ist offenbar keine Option. Der Betriebsrat wundert sich, wie ohne die langjährigen Kollegen die Produktion aufrecht erhalten werden soll.
 Auch bei Adidas bereitet ein Subunternehmen offenbar den Austausch eines Teils der eingesetzten Leiharbeiter vor. „Uns wurde gesagt: Entweder gehst du in eine Fleischfabrik, oder du meldest dich arbeitslos“, berichtet eine Arbeiterin, die bald 18 Monate im Werk Rieste arbeitet. Bei Adidas gefällt es ihr, in den Schlachthof will sie nicht. Bleibt also erst einmal nur der Gang zur Arbeitsagentur. Nach drei Monaten, so habe es der Vorarbeiter ihr mitgeteilt, könnte sie dann wieder bei Adidas einsteigen.
Das ist die sogenannte Unterbrechungszeit, die das Gesetz seit vergangenem Jahr fordert. Sind die drei Monate rum, darf der Leiharbeiter zurück an den angestammten Arbeitsplatz. Laut Adidas arbeiten in dem Werk in Rieste in Spitzenzeiten bis zu 400 Zeitarbeiter, dem gegenüber stehen 700 Festangestellte. Über 200 seien ehemalige Leiharbeiter, betont Adidas und stellt klar: Der Sportartikelhersteller „hält sich selbstverständlich an gesetzliche Vorgaben“.
Das betont auch das Leiharbeitsunternehmen Manpower – eines der größten seiner Art in Deutschland. Die 18-Monats-Frist erfordere von den Mitarbeitern eine erhöhte Flexibilität, heißt es auf Anfrage. Entlassungen habe es nicht gegeben. Das neue Gesetz lässt zu, was mit den Adidas-Leiharbeitern jetzt geschieht. Und die ahnten wohl nicht, was auf sie zukommt. Zumindest versichern sie, dass ihnen niemand etwas von der Frist erzählt habe.
Die Gesetzesreform war seinerzeit ein Herzensanliegen der SPD. Die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, man wolle dem Missbrauch der Leiharbeit einen Riegel vorschieben. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann war in der vergangenen Legislaturperiode der zuständige Berichterstatter seiner Fraktion bei dem Thema. Er sagt, er habe darauf hingewiesen, dass die 18-Monats-Frist für einen Drehtüreffekt sorgen werde: altgediente Leiharbeiter werden durch neue Kräfte ausgetauscht. „Aber die SPD hat darauf beharrt. Die Leidtragenden sind die Arbeitnehmer“, so Stegemann.
Allerdings lässt das Gesetz eine Ausnahme von den 18 Monaten: Wer einen entsprechenden Tarifvertrag schließt, darf Leiharbeiter auch deutlich länger als anderthalb Jahre beschäftigen. Davon wurde in einigen Branchen bereits Gebrauch gemacht.
Dennoch gilt: Die Entwicklungen bei Adidas und Schulte dürften Vorboten für das sein, was in vielen Unternehmen ansteht, die Leiharbeiter einsetzen. An den Arbeitslosenzahlen lasse sich aber noch kein Effekt ablesen, betont die Arbeitsagentur Niedersachsen-Bremen. Es seien jedoch Einzelfälle bekannt, in denen Leiharbeiter mit Verweis auf die 18-Monats-Frist gekündigt worden seien, sagt eine Sprecherin.
Andersherum gebe es aber auch Fälle, in denen danach eine Festanstellung erfolgte. „Davon sollen insbesondere höherqualifizierte Fachkräfte betroffen sein, die in der derzeitigen Arbeitsmarktlage schwer zu ersetzen wären.“ Die Sprecherin kommt zu dem Schluss, dass es derzeit noch zu früh für eine Bewertung der Auswirkungen der Gesetzesreform sei.

Quelle

https://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/1475635/leiharbeiter-bei-adidas-in-riesre-und-schulte-in-dissen-muessen-gehen

GESETZ ALS MOGELPACKUNG?
Metallindustrie unterläuft Regeln zu Leiharbeit
Von Marion Trimborn


Osnabrück. Seit April gelten neue Regeln, um Leiharbeiter zu schützen. Sie dürfen zum Beispiel nur noch 18 Monate lang in einem Unternehmen arbeiten. Doch große Teile der Metallbranche halten sich noch nicht daran und nutzen die Übergangsfrist aus.

Schon 13 regional geltende Tarifverträge erlauben Abweichungen von der gesetzlichen Regelung, wonach Leiharbeiter höchstens 18 Monate lang in einer Firma eingesetzt werden dürfen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Übergangsfrist ausgenutzt
Wie die Einträge im Tarifregister des Bundesarbeitsministeriums zeigen, überschreiten Tarifverträge in elf Bundesländern diese Grenze und nutzen damit eine Übergangsfrist. Wie viele Leiharbeiter davon betroffen sind, kann die Bundesregierung nicht sagen. Das Bundesarbeitsministerium verwies darauf, dass die Tarifvertragsparteien der Einsatzbranchen „noch bis Oktober 2018 Zeit haben, um abweichende Regelungen zu treffen.“ Experten gehen davon aus, dass noch zahlreiche weitere Branchentarifverträge hinzukommen, um die Höchsteinsatzdauer zu umgehen.

Seit April gilt neues Gesetz
Die neue Vorschrift war mit der Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes am 1. April eingeführt worden. Sie soll Leiharbeiter – die zumeist schlechter bezahlt werden - davor schützen, dass sie immer wieder auf derselben Stelle eingesetzt werden, ohne eine Festanstellung zu bekommen. In der Praxis verlängern viele Unternehmen, etwa Autohersteller, die Einsatzzeit von Leiharbeitern einfach auf 48 Monate, um Lohnkosten zu sparen. Aber auch die Gewerkschaften haben durchaus ein Interesse daran, um die Stammbelegschaft zu schützen.

Grüne: Gesetz ist eine Mogelpackung
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke kritisierte: „Die Höchstüberlassungsdauer ist eine Mogelpackung, denn sie begrenzt Leiharbeit in keiner Weise.“ Sie warf der Bundesregierung vor, es mit der Höchstüberlassungsdauer nicht ernst gemeint zu haben: „Sonst hätte sie keine Verlängerung ermöglicht, zumal die meisten Leiharbeitskräfte viel kürzere Einsatzzeiten haben.“

In ihrem Wahlprogramm fordern die Grünen, dass Leiharbeiter vom ersten Tag an mindestens den gleichen Lohn erhalten wie Stammbeschäftigte – und zusätzlich eine Flexibilitätsprämie. Müller-Gemmeke sagte: „Das wäre gerecht und davon würden die Leiharbeitskräfte tatsächlich profitieren. Leiharbeitskräfte bekämen einen höheren Lohn und für Unternehmen wäre eine Festanstellung betriebswirtschaftlich günstiger.“

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wollte die Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren. In der Vergangenheit hatte der Arbeitgeberverband darauf hingewiesen, dass Leiharbeit für Firmen wichtig ist, um Auftragsspitzen und zunehmende Schwankungen der Märkte ausgleichen zu können.

Quelle

https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/954586/metallindustrie-unterlaeuft-regeln-zu-leiharbeit-1
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dagobert


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« Antworten #9 am: 21. August 2018, 17:09:41 »

Zitat
An den Arbeitslosenzahlen lasse sich aber noch kein Effekt ablesen, betont die Arbeitsagentur Niedersachsen-Bremen.
An den Arbeitslosenzahlen wird man das nie ablesen können.
Einer fliegt, ein anderer kommt - macht für die Statistik ein Nullsummenspiel.
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