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Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 207511 mal)
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counselor


Beiträge: 3431



« Antworten #175 am: 26. Dezember 2017, 17:49:52 »

Osterlohs Gehalt grenzt an Bestechung. Er trägt die sozialchauvinistische Politik des VW-Konzerns mit. Er ist mitverantwortlich für einen Zukunftspakt, der die Vernichtung von 30000 Arbeitsplätzen bedeutet (und eine 25%tige Produktivitätssteigerung). Außerdem trägt er den Konkurrenzkampf der VW-Bosse mit.
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Bowie


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« Antworten #176 am: 27. Dezember 2017, 11:56:14 »

Wirklich lustig
Zitat
Das Gesetz besagt, Belegschaftsvertreter dürften finanziell weder bevorzugt noch benachteiligt werden.
Es sei ein Unding, wenn sich jemand über den Betriebsrat emporgearbeitet habe, auf Augenhöhe mit dem Vorstand verhandele, "dann aber auf das Gehalt eines Maschinenschlossers zurückfällt". Düwells Vorschlag entsprach den Wünschen der SPD und der Gewerkschaften, fiel aber bei CDU/CSU durch.

CDU/CSU zeigen mehr Moral, als DGB und SPD, die die Selbstbedienung der Arbeiterverräter im Betrieb gesetzlich absichern wollen.
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Kuddel


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« Antworten #177 am: 28. Dezember 2017, 10:42:32 »

Zitat
Bernd Osterloh ist Betriebsratschef bei VW - und so mächtig wie kaum ein anderer Arbeitnehmervertreter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-bernd-osterloh-deutschlands-maechtigster-arbeiterfuehrer-in-bedraengnis-a-1147480.html

Zitat
In Wolfsburg schlage das Herz von Volkswagen, erinnerte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Deswegen müssten hier Digitalisierung und Elektromobilität zuerst Realität werden. Osterloh wörtlich: „Wolfsburg muss das Silicon Valley von Volkswagen werden.“
http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Wolfsburg-muss-das-Silicon-Valley-von-VW-werden

Zitat
VW-Betriebsrat und Aktionäre ziehen an seinem Strang

Die Schweizer Bank Credit Suisse zieht aus einer Londoner Investorenveranstaltung mit Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh positive Schlüsse für den Autobauer.


In vielen Bereichen habe die wegen ihrer Mitbestimmungsrechte einflussreiche Arbeitnehmer-Vertretung ähnliche Interessen wie die Aktionäre, da die Bonuszahlungen für die Belegschaft an den operativen Gewinn des deutschen Kerngeschäfts sowie Aktivitäten in China gekoppelt seien, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Der Betriebsrat sei zudem nicht gegen höhere Dividendenzahlungen aus steigenden Gewinnen, so der Analyst weiter.

Osterloh habe zudem betont, dass der „Zukunftspakt“ genannte Sparkurs für die Kernmarke VW vom Betriebsrat initiiert worden sei und er die damit verbundenen Maßnahmen ebenso unterstütze wie den VW-Markenchef Herbert Diess, berichtete Schwarz weiter. Auch gegen Anteilsverkäufe oder Börsengänge einzelner Bereiche habe der Betriebsrat prinzipiell nichts einzuwenden, sofern das Geld dann in weiteres Wachstum investiert werde wie etwa im Lkw-Bereich. Nur sehe die Mitarbeiter-Vertretung momentan noch keine Notwendigkeit dafür.

Gemäß der Einstufung „Outperform“ erwartet die Credit Suisse in den nächsten 12 Monaten eine überdurchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von dem Analysten beobachteten Werten derselben Branche.
https://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/credit-suisse-vw-betriebsrat-und-aktionaere-ziehen-an-seinem-strang_id_7915896.html

Zitat
Jetzt genießt Bernd Osterloh sogar Respekt bei Börsen-Analysten

Wolfsburg  Der Betriebsratschef wirbt in London für die Vorteile einer starken Mitbestimmung – und überzeugt die Experten.

Als Co-Manager wollen sich die Spitzenkräfte des Betriebsrates von VW partout nicht bezeichnen lassen. VW-Management, Börsenanalysten und professionelle Investoren sehen das offenbar ganz anders – und haben zudem auch nicht immer ein Problem damit.

Das ist jedenfalls das Echo auf einen ziemlich bemerkenswerten Auftritt von Betriebsratschef Bernd Osterloh und seines Generalsekretärs Gunnar Kilian auf einer Analystenkonferenz der Schweizer Großbank Credit Suisse in London. Die Börsenprofis waren danach angetan von Osterlohs Vortrag.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212769043/Jetzt-geniesst-Bernd-Osterloh-sogar-Respekt-bei-Boersen-Analysten.html

Zitat
Zu viel Geld zeugt von zu viel Nähe zu den Mächtigen

VW kürzt das sehr hohe Gehalt des Betriebsratschefs Osterloh drastisch. Er hätte gut daran getan, weniger zu nehmen. Doch die üppige Bezahlung ist nur Teil eines größeren Problems.


Bernd Osterloh, der Betriebsratschef von Volkswagen, hat sich in diesem Jahr heftig aufgeregt über "aus dem Lot geratene" Gehälter und Boni von Managern. Viele Konzernvorstände kassieren inzwischen hohe Millionenbeträge. Das verletze das "allgemeine Gerechtigkeitsempfinden", rügte Osterloh in einer gemeinsamen Erklärung mit Kollegen aus anderen Unternehmen wie BMW und Daimler. Aus dem Lot geraten ist allerdings auch, was manche Betriebsräte einstreichen, allen voran Osterloh selbst. Der hat in seinem, finanziell betrachtet, besten Jahr bei VW 750 000 Euro bekommen, 200 000 Euro Grundgehalt plus Bonuszahlungen.

Jetzt tritt der VW-Vorstand auf die Bremse. An Osterloh gehen plötzlich nur noch 96 000 Euro Gehalt im Jahr, Boni sind vorerst ausgesetzt. Das geschieht nicht aus besserer Einsicht, sondern weil Staatsanwälte den Konzern verdächtigen, den Betriebsratschef zu gut zu bezahlen.

Osterloh rechtfertigt sein hohes Salär auch damit, dass ihm "Managementqualitäten" zugeschrieben würden. In der Tat gilt bei VW der Betriebsratschef als Co-Manager. Osterlohs Job ist es aber, die Belegschaft zu vertreten.

 Aber wie verführerisch und falsch die Rolle als Co-Manager ist, zeigt sich im Aufsichtsrat, dem Osterloh quasi kraft Amtes angehört. Im Kontrollgremium hätte der sonst so streitbare Gewerkschafter mit seinen Kollegen von der IG Metall und dem Land Niedersachsen als einem der Hauptaktionäre längst durchsetzen können, dass VW von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen der Abgasaffäre Schadenersatz fordert. Sollte Winterkorn von den manipulierten Schadstoffmessungen nichts gewusst haben, wie er behauptet, dann hätte er keine Ahnung gehabt, was im Unternehmen passiert. Das hätte Osterloh rügen können, stattdessen hat er Rücksicht auf vermeintliche Managerkollegen genommen - wohl, weil er sich blenden lässt von seiner angeblich übergroßen Bedeutung. Das ist zu viel Nähe zu den Mächtigen im Konzern. Und zu viel Geld für einen Betriebsratschef.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vw-betriebsraete-zu-viel-geld-zeugt-von-zu-viel-naehe-zu-den-maechtigen-1.3804694
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Kuddel


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« Antworten #178 am: 29. Dezember 2017, 10:17:46 »

Es wird immer absurder.
Volkswagen steht über herrschenden Gesetzen und über den Dingen.
Eine Untersuchung? Ja, wo kommen wir denn da hin!?!
Zitat
VW-Aktionäre hatten einen Sonderprüfer durchgesetzt, der die Abgasaffäre untersuchen soll. Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/abgasskandal-volkswagen-wehrt-sich-gegen-sonderpruefung-a-1185372.html
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dagobert


Beiträge: 4711


« Antworten #179 am: 30. Dezember 2017, 02:42:06 »

Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.

Dort allerdings erfolglos:
BVerfG, Beschluss vom 20. Dezember 2017, 1 BvR 2754/17
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/12/rk20171220_1bvr275417.html
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Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #180 am: 31. Dezember 2017, 00:14:18 »

Der Suppenkasper Bernd Osterloh poltert im Sylvesterinteview laut gegen Leiharbeit:

Zitat
28.12.17
(...)
Wenn es nach uns als Betriebsrat geht, würde es die Leiharbeit generell nicht geben.
(...)

http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Volkswagen-Bernd-Osterloh-im-grossen-AZ-WAZ-Interview

Zur Erinnerung nochmal aus der Charta für Zeitarbeit bei Volkswagen von 2013, die zwar bedeutungslos ist, aber freiwillig auch von Osterloh unterschrieben wurde:

Zitat
Arbeitnehmer- und Unternehmensseite stimmen über Folgendes überein:
 
Der maßvolle Einsatz von Zeitarbeit ist für Volkswagen ein notwendiges Flexibilitätsinstrument.

https://www.audi.com/content/dam/com/corporate-responsibility/nachhaltigkeit_pdfs/Volkswagen_Charta_der_Zeitarbeit.pdf

Dieser Schleim, der aus dem kompletten Interview trieft, ist unerträglich. Bessere Büttel als diese vefilzten und korrupten Gewerkschafter kann sich eigentlich kein Unternehmen wünschen. Und Hand in Hand versuchen sie gemeinsam, die Fassade entgegengesetzter Interessen vorzugaukeln. Umso mehr sich unabhängige Arbeitskämpfe und Proteste entwickeln, desto lauter, agressiver und ängstlicher werden diese schmierigen Typen reagieren.

« Letzte Änderung: 31. Dezember 2017, 00:22:23 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #181 am: 09. Januar 2018, 14:04:07 »

Zitat
8.1.18
Thomas Zwiebler legt sein Amt als Betriebsratschef bei Volkswagen Nutzfahrzeuge nieder.  Als Gründe gab er familiäre Belastungen und den Streit um die Bezahlung von Arbeitnehmervertretern an. Zwiebler stand seit Mitte 2009 an die Spitze des Betriebsrats.
(...)
Nach seinem Ausscheiden aus dem Betriebsrat will Zwiebler bei VWN ins Management wechseln. Er habe sich entschlossen, ein entsprechendes Angebot anzunehmen. Zum Gehalt in der neuen Position will Zwiebler nichts sagen. Wie aus dem Unternehmen verlautet, soll die Stelle besser dotiert sein als die jüngst beschlosenen Gehaltsobergrenze für Betriebsräte – das Entgelt liege aber unterhalb der Summe, die Zwiebler vor dem 1. Dezember erhalten habe, hieß es.

http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/VWN-Betriebsratschef-Thomas-Zwiebler-tritt-zurueck

Das ganze Betriebsratsmodell bei VW muss man nicht wirklich ernstnehmen.
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Kuddel


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« Antworten #182 am: 09. Januar 2018, 14:34:29 »

Krass.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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WWW
« Antworten #183 am: 09. Januar 2018, 15:46:59 »

Noch mehr Nutten und Koks?
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
counselor


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« Antworten #184 am: 09. Januar 2018, 16:15:50 »

Krasser Karrierismus!
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Fritz Linow


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« Antworten #185 am: 09. Januar 2018, 17:13:20 »

Aus Sicht von VW ist das wohl alles nicht so krass. Damit machen sie nochmal deutlich, dass die Karriere vom Betriebsrat zum Manager möglich ist. Im Nachhinein werden somit die Managergehälter der korrupten Betriebsräte legitimiert. Das alles sieht eher nach einer vorbeugenden Maßnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig aus, die gerade die Vergütungsregeln für das "Ehrenamt" eines Betriebsrates bei VW untersucht.
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Nikita


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« Antworten #186 am: 10. Januar 2018, 01:21:33 »

Mehr Korruption geht nicht. Es zeigt deutlich, dass der Konzern beliebig kriminell vorgehen kann und sich weiterhin keine Staatsanwaltschaft an sie rantraut.
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #187 am: 10. Januar 2018, 12:24:21 »

Erst wenn die traditionellen Gewerkschafts-Betriebsratsstrukturen die Kontrolle über die Belegschaft verlieren, bekommt VW echte Probleme.
Es scheint sich in dieser Richtung positives zu entwickeln...

Zitat
Eine selbstorganisierte Arbeitergruppe macht bei VW Portugal Furore: Erneut Streikbeschluss



Was kurz vor Weihnachten 2017 als Nachricht durch die portugiesischen Medien ging, wirkte zunächst ausgesprochen nebulös: Eine Gruppe von Beschäftigten habe sich gebildet, die die Vorgehensweise des jüngst gewählten Betriebskomitees von Autoeuropa Portugal kritisiere. In der Auseinandersetzung gegen das Diktat der Unternehmensleitung zur Wochenendarbeit, die schon das frühere Betriebskomitee ihre Posten gekostet hatte, fahre auch das neue Betriebskomitee einen Kurs, der den Absichten des Unternehmens entgegen komme, so wurde die Kritik der nicht näher bekannten  „Gruppe Gemeinsam“ (Grupo Juntos) zusammen gefasst. Zwei Tatsachen haben diesen zunächst bestehenden unbestimmten Eindruck verändert: Zum einen hat die Gruppe ihre Forderungen veröffentlicht, die laut ihrem Vorschlag mit einem zweitägigen Streik im Februar 2018 vertreten werden sollten – und dann haben in 5 der 6 stattgefundenen Schichtversammlungen die jeweiligen Mehrheiten diesen Vorschlag angenommen und für die beiden Protest-Streiktage (am ersten Februar-Wochenende, das das erste sein soll, an dem gearbeitet werden muss) sowie Betriebsversammlungen am 17. Januar 2018 gestimmt, die dann endgültig über einen erneuten Streik beschließen müssten.
http://www.labournet.de/?p=126267

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
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« Antworten #188 am: 11. Januar 2018, 13:25:33 »

VW ist ein Verbrecherkonzern durch und durch und der Begriff VW ist für mich synonym für Mafia Angry
Eine Zeit lang war ich selbst im Werk beschäftigt und kann bestätigen,daß es ein Sauladen ist!

Zur Zeit gibt es auch da Warnstreiks und andere Aktionen!

9. Januar 2018

KAPITAL & ARBEIT
Der Boss, und wie er die Welt sah…

Achim Bigus zur Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Der Tarifkonflikt 2018 in der Metall- und Elektroindustrie könnte einer der härtesten seit langem werden. Das erstaunt etwas angesichts der IG Metall-Forderungen: Sechs Prozent mehr Lohn bei guten Gewinnen der meisten Unternehmen sowie ein individuelles Recht auf „kurze Vollzeit“ – nicht etwa „bei vollem Lohnausgleich“ wie einst die 35-Stunden-Woche, sondern nur mit einem Zuschuss, wenn diese Option für Erziehungs- oder Pflegearbeit oder zur Entlastung von Schichtarbeitern in Anspruch genommen wird. Die „Süddeutsche Zeitung“ findet das „nicht abseitig, sondern avantgardistisch“ und lobt: „Mit der Vereinbarkeit von Leben und Arbeit greift die Gewerkschaft… eine Frage auf, die viele Menschen bewegt…“.
Doch die Kapital-Vertreter weisen besonders die Arbeitszeit-Forderungen als „fast unüberbrückbare Hürde“ scharf zurück (so Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch).
Manche ihrer Argumente sind wahre Perlen:
„Was habe ich mit den familiären Zuständen der Beschäftigten zu tun?“ – ungeschminkt, ohne Phrasen („liebe Mitarbeiter“!) macht Dr. Volker Schmidt (Hauptgeschäftsführer NiedersachsenMetall) hier klar, dass Verkauf und Kauf der Arbeitskraft für die Beteiligten sehr verschiedene Zwecke verfolgen: geht es dem Verkäufer um die Existenz (mitsamt der „familiären Zustände“), so geht es den Dr. Schmidts um die Quelle des Profits und sonst gar nichts…
„Mehr Geld fürs Nichtstun wird es mit uns nicht geben“ – auch dem Gesamtmetall-Präsidenten Rainer Dulger ist zu danken für die Klarstellung, dass es sich bei Erziehung und Pflege aus Unternehmersicht um „Nichtstun“ handelt. Persönlich ist ihm zu wünschen, nie auf Pflegende angewiesen zu sein, die das genauso sehen…
Mein momentaner Favorit ist aber Unternehmerpräsident Ingo Kramer: „Es geht nicht, dass der Arbeitnehmer allein entscheidet, wann er wie viel arbeiten will“ – der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erkennt hier „ein vordemokratisches Denkmuster“, welches ins 19. Jahrhundert passe. Als sein Bruder im Geiste kritisiert Südwestmetall-Chef Stefan Wolf „Forderungen, die keine Rücksicht auf die betriebliche Organisation nehmen: Es ist aber immer noch die Hoheit des Unternehmers, diese Organisation aufrecht zu erhalten.“
Gibt es bessere Kronzeugen für die Feststellung des guten alten Karl Marx, bei jeder Beschränkung der Arbeitszeit ginge es immer auch um Fragen des „Prinzips“ (MEW 16, S. 11)?

Vorab aus der UZ vom 12.01.2018

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2018/01/der-boss-und-wie-er-die-welt-sah/

Achim Bigus war Direktkandidat der DKP in Osnabrück und ist Freigestellter VK-Leiter der IG Metall, Volkswagen Osnabrück GmbH

Quelle

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/joachim-bigus

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« Antworten #189 am: 12. Januar 2018, 10:42:04 »

Aus: Ausgabe vom 12.01.2018, Seite 9   / Kapital & Arbeit

Wahrheitssuche
Dokumentarfilm beleuchtet Rolle von VW während brasilianischer Militärdiktatur. Debatte in Berlin

Von Peter Steiniger




Den ehemaligen VW-Beschäftigten Lúcio Bellantani, hier mit einem Foto von der Poizei nach seiner Festnahme während der Militärdiktatur in Brasilien, lässt das Vergangene nicht los. Er wartet weiter auf ein klares Schuldbekenntnis des Konzerns
Foto: NDR

Volles Haus im Simón-Bolívar-Saal des Ibero-Amerikanischen Instituts der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Am Dienstag abend zeigte dort der Verein »Lateinamerika-Forum Berlin« die im Sommer 2017 zuerst ausgestrahlte ARD-Dokumentation von Stefanie Dodt und Thomas Aders »Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur«. Die Ereignisse liegen Jahrzehnte zurück, doch ehemalige Arbeiter von VW do Brasil, der Tochter des deutschen Konzerns, wie Lúcio Bellantani, der zwei Jahre lang verhaftet war und gefoltert wurde, kämpfen damit bis heute. Nicht alle seine Kollegen, die politische Verfolgung erfuhren, haben die Torturen überlebt. Ans Messer geliefert wurden sie auch von Aufpassern auf dem Werksgelände. Gemeinsam mit anderen VW-Veteranen kämpft Bellantini nun dafür, dass der Konzern endlich »die Wahrheit anerkennt«. Für die Dreharbeiten durfte er, um die Genehmigung dazu war lange gefeilscht worden, sein altes Werksgelände in São Bernardo do Campo noch einmal betreten. Aber es waren nur Außenaufnahmen unter strenger Aufsicht gestattet.

Zu Wort kommen im Film auch Konzerverantwortliche von damals. Leute wie Carl Hahn junior, VW-Vorstandschef von 1982 bis 1993, die von nichts gewusst haben wollen und finden, man solle besser nach vorne schauen. Oder Jacy Mendonça, Personalchef bei »Volks« in Brasilien, als es für Menschen seiner Denkart – für sie gilt das dort bis heute – keine Diktatur gab, sondern Ordnung herrschte. Die Dokumentation zeigt auf, wie der VW-Werkschutz Hunderte als Kommunisten verdächtigte Arbeiter umfassend bespitzelte und seine Dossiers an die politische Polizei weiterreichte. Verhaftungen und Schläge gab es auch auf dem Werksgelände selbst. Mit anderen Firmen tauschte man schwarze Listen aus. Eine institutionelle Zusammenarbeit mit den Repressionsorganen bestreitet VW do Brasil bis heute.

Mit Aufklärung hat man sich viel Zeit gelassen bei Volkswagen in Wolfsburg und erst recht bei seinem 1953 gegründeten südamerikanischen Ableger, der als brasilianischer Vorzeigebetrieb gilt. Die Zeit verwischt Spuren. Viele Beweise landeten im Schredder statt in Archiven. Zeugen starben. Die Filmemacher haben dennoch wichtige Details zusammentragen können.

Werner Würtele vom Lateinamerika-Forum, der für ein Forschungsprojekt der FU Berlin kurz vor Beginn der großen Metallerstreiks 1978 in Brasilien weilte und dabei auch mit dem damaligen Gewerkschaftsführer und späteren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zusammentraf, berichtete auf der Veranstaltung, dass Volkswagen bei den Aktivisten vor Ort im Ruf stand, besonders repressiv vorzugehen. »Bloß keine Gewerkschaft im Betrieb«, sei das Motto dort gewesen. Würtele machte auch auf die »Verantwortungsketten« im damals noch als Volkswagenwerk AG firmierenden Konzern aufmerksam. Neben dem Land Niedersachsen als Hauptaktionär zählte zu jener Zeit auch der Bund noch zu dessen Miteigentümern, Vertreter der IG Metall saßen (wie heute) im Aufsichtsrat.

Nach den Aussagen ehemaliger Mitarbeiter vor der Nationalen Wahrheitskommission 2014 und Klagen kam die Kollaboration von VW mit den Militärs in die breite Öffentlichkeit. Die selbst verstrickten brasilianischen Leitmedien hatten bis dahin wenig Interesse gezeigt. Volkswagen hat nun ein Gutachten erstellen lassen. In Auftrag gegeben wurde es bei dem Wirtschaftshistoriker Christopher Kopper von der Universität Bielefeld. Wie Filmemacherin Dodt beteiligte sich auch Kopper am Dienstag in Berlin an der Podiumsdiskussion, die der Soziologe Luiz Ramalho moderierte und an der auch Sarah Lincoln, Menschenrechtsexpertin des evangelischen Entwicklungsdienstes »Brot für die Welt«, mitwirkte. Den Schulterschluss mit den Militärs erklärte Dodt auch »mit einem gewissen Hintergrund« der deutschen Manager der Nachkriegszeit. Der über die »Rattenlinie« nach Brasilien gelangte Franz Stangl, der frühere Chef der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka, konnte 1959 bei VW einen Job finden. 1967 wurde er an die Bundesrepublik ausgeliefert. Kopper kam auf die gemeinsame antikommunistische Orientierung bei VW-Werkschutz und Polizei zu sprechen. Die war wohl auch Grundlage für die »stillschweigende Zustimmung des Vorstands« zur Auslieferung eigener Arbeiter an die Schergen der Militärdiktatur, von der der Historiker ausgeht. Wo, wie für VW in Brasilien, Traumrenditen winken, das wurde in der Diskussion deutlich, wird auch heute noch die Missachtung von Arbeiter- und Menschenrechten in Kauf genommen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325316.wahrheitssuche.html

DER FILM AUF YOUTUBE


Komplizen? - VW und die brasilianische Militärdiktatur

https://www.youtube.com/watch?v=DLzSjuJUipU

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« Antworten #190 am: 14. Januar 2018, 00:29:32 »

Verbrechen zahlt sich aus...

Aktuelle Zahlen aus Changchun:
Zitat
FAW-VW verkauft 2017 über 2 Millionen Autos

CHANGCHUN, 5. Januar (Xinhua) - Das chinesisch-deutsche Auto-Joint-Venture FAW-Volkswagen (FAW-VW) hat im Jahr 2017 ein Absatzvolumen von mehr als 2 Millionen erreicht, ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz in Changchun in der nordostchinesischen Provinz Jilin, wurden über 1,405 Millionen Volkswagen und 595.288 Audi Fahrzeuge verkauft, was einem jährlichen Wachstum von 6,8 Prozent bzw. 1,1 Prozent entspricht.
Im Jahr 2017 lief das 15-millionste Auto des Unternehmens vom Band.
Das Joint Venture wurde 1991 vom chinesischen Automobilhersteller FAW Group und dem deutschen Volkswagen Konzern gegründet.
Es wird erwartet, dass die jährliche Produktion des Unternehmens im Jahr 2020 3 Millionen erreichen wird.
http://www.xinhuanet.com/english/2018-01/05/c_136874619.htm
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« Antworten #191 am: 16. Januar 2018, 11:03:44 »

Aus: Ausgabe vom 16.01.2018, Seite 5   / Inland

Zu den Chefs übergelaufen
Während der Tarifverhandlungen bei VW wechselt Betriebsrat ins Management. Zeichen stehen auf Warnstreik

Von Stephan Krull


Bei Volkswagen hat alles seinen Preis. Gewerkschafter wechseln in die Unternehmsführung
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
In den sechs Werken der Volkswagen AG in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Hannover und Emden verhandelt die IG Metall für die gut 100.000 Beschäftigten einen Haustarifvertrag. Die »fairen Forderungen«, so der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, umfassen die Erhöhung des Entgelts um sechs Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden.

Zur Begründung der Forderungen erklärt die IG Metall in einem Flyer für die Beschäftigten: »Mit Blick auf Inflation, Produktivität und die nötige Umverteilung ist das ein gerechter Ausgleich.« Mehr Geld zur Verfügung zu haben, sei nicht nur persönlich erstrebenswert, sondern tue der gesamten Wirtschaft gut. »Bei Volkswagen haben wir ein faires Forderungspaket geschnürt: Die Beschäftigten wollen Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit.« Diese Forderungen seien untrennbar miteinander verbunden und träfen den Nerv der Zeit.

Statt der Sorge um die »gesamte Wirtschaft« wäre es angebracht, immer wieder auf die außerordentlichen Gewinne des Unternehmens als Begründung für eine kräftige Umverteilung hinzuweisen, die bei der Forderung von sechs Prozent doch nur recht bescheiden ausfällt.

Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für das Tarifgebiet der Volkswagen AG, kommentierte den Verlauf der ersten Tarifrunde so: »Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend.« Es sei bedauerlich, dass das Unternehmen weder ein Angebot noch konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet habe, erklärte er am 11. Dezember in einer Pressemitteilung.

Auch bei der zweiten Verhandlung am 11. Januar wurde kein annahmefähiges Angebot von Volkswagen unterbreitet. Trotz 70 Milliarden Euro Gewinnrücklagen, wie eine detaillierte Bilanzanalyse ergibt, unterbreitete Volkswagen kein diskussionswürdiges Angebot: Lediglich 1,6 Prozent Lohnerhöhung gerechnet auf zwölf Monate wurden angeboten. Die tatsächliche Inflation würde dadurch nicht ausgeglichen, die Produktivitätssteigerungen nicht berücksichtigt und mit der künftigen Gewinnverteilung ausschließlich die Eigentümer begünstigt. So stehen die Zeichen zunächst auf Warnstreik, auch weil das Unternehmen zynischerweise Arbeitszeitverlängerung als einen »Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung« ins Spiel gebracht hat.

Einen Bärendienst erwies der bisherige Betriebsratsvorsitzenden des hannoverschen Nutzfahrzeugwerkes von VW, Thomas Zwiebler, der IG Metall und den Beschäftigten: Am 8. Januar, kurz vor der Betriebsratswahl und mitten in der Tarifverhandlung, legte er für viele überraschend sein Betriebsratsmandat mit sofortiger Wirkung nieder, um ins Management zu wechseln. Zwiebler gehörte zu den wenigen Mitgliedern des Betriebsrates bei Volkswagen, die außerhalb des Tarifes und mit zusätzlich »erfolgsabhängigen« hohen Boni bezahlt wurden – pro Jahr mit mehreren hunderttausend Euro. VW hatte sein Gehalt »vorsorglich« auf Grund drohender Klagen wegen ungesetzlicher Bevorteilung von Betriebsräten und Steuerhinterziehung auf das oberste Tarifniveau gekürzt. Dies wären fast 100.000 Euro pro Jahr gewesen. Für Zwiebler zu wenig, um, wie er schrieb, »den Verpflichtungen gegenüber meiner Familie gerecht zu werden«. Nun wird er als Manager wieder »gerechter« entlohnt werden – und die Beschäftigten fragen sich zur bevorstehenden Betriebsratswahl, ob sie sich wieder einen Komanager aufladen sollten. Zwiebler hätte gewarnt sein können, hatte doch sein Vorgänger Günter Lenz seine Funktion als Betriebsratsvorsitzender vor zehn Jahren kurzzeitig »ruhen lassen«, bevor er als Beschuldigter in der Affäre um »Lustreisen« von Peter Hartz und Klaus Volkert einen Strafbefehl akzeptierte und zurücktrat – als Betriebsrat und SPD-Landtagsabgeordneter.

Die Personalkostenreduzierung hat im Unternehmen mit dem im November 2016 beschlossenen »Zukunftspakt« längst begonnen. Er sieht den großflächigem Abbau von Personal in Produktion und Verwaltung vor – allen voran betroffen sind Leiharbeiter. Die Produktivität soll um 25 Prozent gesteigert werden. Im Jahr 2017 sind so bereits nachhaltig über eine Milliarde Euro eingespart worden. Der aktuelle Angriff der Unternehmensleitung auf den Tarifvertrag zur Arbeitszeit, also die Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit, ist die logische Folge davon. Stattdessen wäre es nötig, seitens der Gewerkschaft eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit zu fordern, um Beschäftigung zu sichern und die Produktion auf eine nötige Verkehrswende auszurichten.

Mit der Gewinnrücklage von 70 Milliarden Euro könnte Volkswagen diese Arbeitszeitverkürzung locker finanzieren – und das wäre ein guter Flankenschutz für die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie und für die unweigerlich anstehenden Kämpfe um die Arbeitszeit.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325393.zu-den-chefs-übergelaufen.html
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« Antworten #192 am: 17. Januar 2018, 18:37:33 »

Zitat
Eine (Zwischen)Bilanz des Kampfes der Leiharbeiter bei VW China

Solidarität mit VW-Leiharbeitern in China am Rande von G20 in HamburgDie zweijährigen Zeitarbeitsverträge der mehreren Tausend Leiharbeiter bei VW in China liefen zum 31. Dezember 2017 aus. Wer das kurzfristige „Angebot“ nicht annahm, eine direkte Beschäftigung bei VW anzutreten – unter der Bedingung des Verzichts auf alle früheren Ansprüche – stand damit auf der Straße. Keine Leiharbeiter mehr bei VW in China – und ganz im Unterschied zur BRD nicht, indem sie auf die Straße geworfen werden? Ganz so ist es nicht – es gibt ja noch die Beschäftigten von Subunternehmen. Darauf verweist in dem Beitrag zur Bilanz des über einjährigen Kampfes „Has the Workers’ Protest at FAW-VW Ended?“ Xia Nü am 15. Januar 2018 bei Gongchao http://www.gongchao.org/2018/01/15/has-the-workers-protest-at-faw-vw-ended/ , der die Entwicklung dieser Auseinandersetzung nochmals konkret nachzeichnet und ihre Etappen und Ergebnisse analysiert. Siehe dazu unsere kurze deutsche Zusammenfassung des Textes und den Verweis auf den bisher letzten unserer Beiträge zum Kampf der VW-Leiharbeiter in China:

Zitat
„Ist der Protest der Arbeiter bei FAW-VW beendet?“

Unter dieser Überschrift zieht Xia Nü eine ausführliche Bilanz der langen Auseinandersetzung, die damit begonnen habe, dass von den rund 3.500 beschäftigten Leiharbeitern genau 1.028 eine Petition unterzeichnet hatten, mit der gefordert wurde, gegen die Gesetzesverstöße des Unternehmens vorzugehen. Über 2.000 Leiharbeiter hätten sich demnach nicht aktiv an den Protesten beteiligt – wohl aber dennoch von ihnen profitiert.

Es werden dann auch die zahlreichen verschiedenen Maßnahmen der Repression in einem Überblick zusammen gefasst, deren Höhepunkt die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Polizei war, um den Protest zu kriminalisieren. Die Zugeständnisse an den langen Kampf begannen im April 2017, als VW anbot, 2.400 Stellen direkt zu besetzen. Das sei nur zögerlich angenommen worden: Vor allem, weil lediglich 500 der angebotenen Stellen in Changchun angeboten wurden – die restlichen rund 2.000 an anderen Orten. Und auch dieses erste „Angebot“ von VW war, wie in dem Artikel ausgeführt wird, an diktierte Bedingungen geknüpft. Wer eine Anstellung an einem anderen Ort akzeptierte, wurde von künftigen Bewerbungen in Changchun ausgeschlossen. Und annahmen konnte man diese direkten Anstellungen ohnehin nur unter Verzicht auf alle Forderungen auf lange Jahre vorenthaltene Bezahlung. (Im Artikel wird das nicht Erpressung genannt). Insgesamt nahmen etwa 1500 Leiharbeiter dieses Angebot an.

Das zweite Angebot kam für nahezu alle überraschend Ende Dezember 2017. Das insofern besser war, als es ein Angebot der Übernahme für alle und eben in Changchun war. Aber ebenfalls erneut unter dem Diktat des Verzichts auf alle früheren Forderungen. In einer Situation, die für viele der bis dahin noch rund 900 aktiven Leiharbeiter sehr kompliziert war: Gerichtlich konnten sie nach verschiedenen lokalen Entscheidungen kaum auf einen Erfolg hoffen, die Kriminalisierung hatte zu Festnahmen geführt (Fu Tianbo ist auch zum Zeitpunkt dieser Zusammenfassung immer noch in Haft) und ihre Zweijahresverträge, deren Verlängerung ihnen so oft aufgezwungen worden war, standen kurz vor Ablauf, weswegen alle bis auf 5 Kollegen dieses „Angebot“ annahmen. Ai Zhenyu, einer der Sprecher der Aktionen und vier weitere Kollegen, die sich geweigert hatten, wurden an die Leiharbeitsfirma „zurück geschickt“, die sie wiederum zum Jahresende entließ. Sie kündigten die Fortsetzung des Kampfes an.

Außer der Festanstellung wurde bisher mit dem Kampf nichts erreicht: Dass lange Jahre vom Unternehmen ungesetzlich vorgegangen wurde und viel zu wenig bezahlt, bleibt ebenso bestehen, wie auch andere Forderungen nicht durchgesetzt werden konnten – etwa die Bezahlung nach Berufsjahren. Alle die Jahre, die die Kollegen im Werk gearbeitet haben, sollen laut dem Diktat des Unternehmens bei der Bezahlung nach Beschäftigungsdauer nicht angerechnet werden – ganz so, als würden sie neu eigestellt. Die Festanstellungen wiederum sind nicht nur ein Zugeständnis, sondern passen auch in die Unternehmensstrategie der Ausweitung der Produktion (durch Vergrößerung bestehender und Bau neuer Werke), wofür erfahrene Arbeitskräfte gut gebraucht werden können.

Abschließend wird in dem Bilanzartikel noch darauf hingewiesen, dass es – neben den 5 Kollegen, die sich geweigert haben, das Diktat anzunehmen – drei weitere Quellen potenzieller künftiger Proteste gebe, weswegen eben diese Bilanz eine Zwischenbilanz sei. Zum einen jene Kollegen, die zwar unterschrieben haben, aber dies taten im Bewusstsein, erpresst zu werden, gezwungen zu sein. Zum zweiten gab es Unzufriedenheit unter den Bürobeschäftigten, dass diese Angebote nur den Beschäftigten direkt in der Produktion gemacht worden seien. Und drittens gebe es im Werk auch noch die Beschäftigten von Subunternehmen, die unter ähnlichen Bedingungen arbeiten, wie bisher die Leiharbeiter.
http://www.labournet.de/?p=126725
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Onkel Tom


Beiträge: 3680



« Antworten #193 am: 18. Januar 2018, 22:52:56 »

Ok, der Stein rollt also weiter.. China ist weit weg aber die Welt so klein
geworden  Grin

VW wird das so schnell nicht begreifen wollen, das nicht nur Global
Player die Welt umrunden können..

Solidarität tut es von Germany to China.

Interesannt wäre 10 Minuten Gedenkzeit während der Arbeitszeit,
um das Fu Tinabo wieder aus dem Gefängnis frei gelassen wird.

10 Minuten Stillstand bei VW, einmal um den Erdball dürfte genug
Druck erzeugen, das VW sich darum "kümmert" Fu Tinabo aus
dem Knast zu holen.
So eine Protestwelle, die wie Sylvester zeitlich um die Erde kreist wäre
ja auch mal was neues.

 Roll Eyes
« Letzte Änderung: 18. Januar 2018, 22:55:42 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #194 am: 23. Januar 2018, 00:05:32 »

Menschelndes Gossip:

Zitat
22.1.18
Ex-Betriebsratschef kümmert sich jetzt ums Bulli-Erbe

Thomas Zwiebler trat Anfang Januar zurück. Jetzt wird er Leiter von Nutzfahrzeuge Heritage.

Sein Abgang kurz vor den Betriebsratswahlen kam überraschend. Thomas Zwiebler machte familiäre Gründe geltend, als er Anfang Januar als Betriebsratsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover zurücktrat.
(...)
Der 52-jährige gebürtige Vöhrumer wird Leiter der bereichsübergreifenden Organisationseinheit Nutzfahrzeuge Heritage (der Begriff aus dem Englischen bedeutet „Erbe“), die zum Geschäftsfeld Customer Solutions gehört.
(...)
Um welche dringenden familiären Verpflichtungen es sich im Falle Zwieblers handelt, ist offiziell nicht bekannt. Aus dem Umkreis des VW-Betriebsrates heißt es, der ehemalige Betriebsratschef müsse seinen schwerbehinderten Vater pflegen. Als neuer Leiter der Organisationseinheit Heritage, die bei Nutzfahrzeuge in der Tradition des legendären Bullis eine große Rolle spielt, bewegt sich Zwiebler in der Gehaltsstufe eines Managers. Ob er künftig mehr Zeit hat, dürfte angesichts der Vielzahl von Oldie-Treffen und Messen fraglich sein.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213193349/Ex-Betriebsratschef-kuemmert-sich-jetzt-ums-Bulli-Erbe.html
« Letzte Änderung: 23. Januar 2018, 00:23:33 von Fritz Linow » Gespeichert
Nao


Beiträge: 140


« Antworten #195 am: 23. Januar 2018, 14:37:32 »

Dieses von den Leiharbeitern von Changchun gemachte Video wurde in diesem Thread bereits verlinkt.

! No longer available


Nun hat sich ein deutscher Sinologiestudent an einer Übersetzung versucht. Er ist teilweise an der schlechten Bild- und Tonqualität gescheitert:

Zitat
派遣之歌
Lied der „Entsendeten“ (Leiharbeiter)


Bild/Sprechchor:
一汽大众同工不同酬还我血汗钱
FAW-Volkswagen: gleiche Arbeit, aber ungleicher Lohn – gebt mir Geld für meine Anstrengungen

Titel:
 派遣之歌

1. Foto: Tor des Palasts des Himmlischen Friedens am Tian‘anmen-Platz

2. Foto: Gebäudeeingang der ACFTU (Gewerkschaftsdachverband)
中华全国总工会 (中華全國總工會)
All-China Federation of Trade Unions (http://www.acftu.org/)
3. Foto: Dokument
Das Dokument ist von der Gewerkschaftsorganisation ACFTU
(http://www.labournet.de/internationales/china/arbeitskaempfe-china/vw-china-duldet-illegale-leiharbeit-arbeiter-jilin-streiken-solidaritaet-ist-angezeigt/#more-112622).
Leider ist die Auflösung zu schlecht, man kann den Text nicht entziffern, nicht einmal die Überschrift.
4.  Bild
临时工将与正式工同工同酬
Leiharbeiter sollen/werden bei gleicher Arbeit wie reguläre Arbeiter gleichen Lohn erhalten
中华人民共和国劳动合同法
[Staatliches] Chinesisches Arbeitsvertragsgesetz
Das Gesetz wurde recherchiert aber nicht diese genaue Formulierung gefunden, allerdings ist der Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ explizit enthalten, z. B. Im Artikel 63:
被派遣劳动者享有与用工单位的劳动者同工同酬的权利。
Der Leiharbeitnehmer hat einen Anspruch darauf, für die gleiche Arbeit auch das gleiche Entgelt zu erhalten wie die Festangestellten des Entleihers.
(Übersetzung zitiert im labournet-Artikel)

1. Strophe:
假如问我什么阶段最难过
Wenn du fragst, wann es mir am schlechtesten ging
派遣到一气达众
[vermutlich absichtlich falsch geschriebene Variante, richtig wäre:
一汽大众)伤害了我]
zu FAW Volkswagen geschickt zu werden, hat mich geschädigt
同工和同酬若只是个传说
Wenn gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit nur ein Märchen ist,
何必要出那派遣法呢
warum wurde dann jenes Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung erlassen
曾以为国企定会执行的
Früher dachte ich, die Regelungen für staatliche Unternehmen werden vollstreckt/umgesetzt
谁知一气达众是 容嬷嬷
Wer hätte gedacht, dass FAW Volkswagen (wie) Amme Rong ist?
[Amme Rong, ein ränkeschmiedender Charakter aus der Serie My Fair Princess/ 还珠格格,
wurde für ihre Intrigen zum Tode verurteilt, aber dann im letzten Moment begnadigt.]
Wer hätte gedacht, dass FAW so glimpflich [ungestraft] davon kommt.
同工和同酬变成了泡沫
Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit ist eine (Seifen)Blase (geworden).
难道只有上访才能解脱
Kann es wirklich sein, dass wir uns nur aus dieser misslichen Lange befreien können,
wenn wir uns an die Obrigkeiten wenden?
为什么干了十年多
Warum, nach über zehn Jahren Arbeit
你还是让我感到悲伤难过
bereitet ihr mir immer noch solchen Kummer [ihr bzw. du]
是我当初不懂法软弱
Habe ich seinerzeit einfach nicht verstanden, dass das Gesetz wirkungslos ist
还是上辈子欠你的太多
oder schuldet die vorige Generation euch zu viel
[könnte auch heißen: schulde ich euch aus einem früheren Leben zu viel]
为什么工资不咋多
Warum ist der Lohn so niedrig?
还不如正式工人扣的税多
Nicht mal höher als die Steuern, die den Festangestellten abgezogen werden [Huh?]
[Sozialbeiträge und Steuern – Differenz zwischen Brutto und Netto
einschließlich z. B. der in China seltenen Rentenversicherungsbeiträge wie auch Krankenversicherungsbeiträge]
工作一年算一下结果
Ein Jahr Arbeit hat folgendes Ergebnis:
一张保单竟然超过我
ich kann mir nicht einmal eine Versicherungspolice leisten
(Ende der ersten Strophe)

gesprochener Teil:
 打工不容易阿尤其是出门在外
Arbeiten/Jobben ist nicht einfach, besonders, wenn man dafür die Heimat verlässt
[Dann kommt ein Teil, der akustisch schwer verstehbar ist]
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Kuddel


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« Antworten #196 am: 23. Januar 2018, 18:39:55 »

Zitat
RAT & TAT China Info 26 : VW Betriebsrat & IG Metall üben keine Solidarität mit Leiharbeitern bei VW China

Betriebsratschef erzählt Märchen über die VW-Zeitarbeitscharta


Wir berichteten bereits vor einem Jahr in unserem China-Info Nr. 25 über den Kampf der Leiharbeiter bei VW China um gleiche Bezahlung. Schon damals verwiesen wir auf unsere eigenen Recherchen zum Thema. Nunmehr berichtete der NDR über den nun schon über ein Jahr dauernden Kampf der der langährigen (!) Leiharbeiter im VW-Werk Changchun. Die Arbeiter berufen sich dabei auf die VW-Zeitarbeitscharta – so wie wir es vor einem Jahr vorgeschlagen hatten ! - . Diese war mit dem „Weltbetriebsrat“ von VW abgeschlossen worden. Sie sieht die Übernahme von Leiharbeitern als Stammbeschäftigte vor. Gleichzeitig protestieren die Arbeiter gegen die Inhaftierung eines ihrer Sprecher wegen „öffentlichen Protestes“. Doch beim Betriebsratsvorsitzenden und IG-Metall-Mitglied Bernd Osterloh wurden die um Solidarität bittenden chinesischen Kollegen abgewiesen: Man könne die Vorwürfe (?) nicht verifizieren. Die Zeitarbeitscharta von VW sei „im Werk in Changchun nicht verbindlich“. Das Sagen habe der örtliche Parteisekretär. Man solle sich der „chinesischen Gesetzeslage entsprechend“ über das sog. Hinweisgebersystem an die „hierfür zuständigen Stellen in China“ wenden: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/VW-erteilt-Arbeitern-in-China-eine-Abfuhr-,vwchina102.html Doch was der NDR nicht berichtet, ist das, was w i r aus eigener Kenntnis und Praxis wissen :

1. Die VW-Zeitarbeitscharta wurde mit dem „Weltbetriebsrat“ abgeschlossen, der sehr wohl auch für China zuständig ist. Die Behauptung n u r in China gelte diese Charta nicht, ist eine bewußte Irreführung. Umgekehrt: Der Justitiar des Unternehmens Besental hat wiederholt in den Prozessen von Mitarbeitern der Autovision gegen VW bei Gericht erklärt, die Zeitarbeitscharta gelte „gar nicht“, weil sie „rechtlich unverbindlich“ sei. Das sei eine nicht einklagbare Vereinbarung ohne rechtliche Bedeutung…. Von wegen „Parteisekretär“ !

2. Das Chinesische Recht der Leiharbeit geht teilweise weiter als in Deutschland. Warum verweist Osterloh darauf nicht ? Dr. Rolf Geffken hat erst kürzlich in 5. Auflage (!) einen auch in deutscher Sprache geschriebenen Kommentar zum chinesischen Arbeitsvertragsgesetz herausgegeben (der auch vom Konzernvorstand oder Herrn Osterloh längst hätte erworben werden können). Er kann bei uns bestellt werden. Im Art. 66 heißt es unter anderem: „Die Leiharbeit darf nur sekundär zum Arbeitsverhältnis verwendet werden und kann nur für Vertretungsfälle (usw.) eingesetzt werden.“ In Art. 63 ist der Grundsatz „Equal Pay“ verankert. Und: Nach Art. 67 dürfen Arbeitgeber keine Leiharbeitsfirmen errichten, mit denen sie an sich selbst Arbeitnehmer verleihen (also das was VW mit Autovision macht !). Warum bezieht sich Osterloh auf die angebliche „chinesische Gesetzeslage“, verschweigt aber diesen Sachverhalt ?

3. Die IG Metall verfügt über langjährige Kontakte nach China, darunter a u c h zu durchaus kritischen Vertretern des Gewerkschaftsdachverbandes. Sie w e i ß exakt, w i e die Lage der Arbeiter in China ist und kennt auch das chinesische Arbeitsvertragsgesetz. Warum ermutigt sie die Betroffenen noch nicht einmal, sich auf das chinesische RECHT zu berufen ? Das „Hinweisgebersystem“ ist eine vordemokratische Einrichtung aus feudalen Zeiten („Eingabe an den Feudalherrn“). Es ist selbst in China längst obsolet, wie auch die Bundesregierung nicht müde wird im Rahmen des Rechtsstaatsdialogs zu betonen. Die chinesischen Arbeiter fordern IHR RECHT und keine „Gnade“ !

4. Der rigorose und unsolidarische Umgang des Herrn Osterloh mit den chinesischen Leiharbeitern entspricht exakt demjenigen, der mit den hiesigen Mitarbeitern von Autovision gepflegt wird. Insoweit verweisen wir aktuell auf unser RAT & TAT Info 277 und die aktuell laufenden Prozesse gegen VW vor den Arbeitsgerichten Emden, Hannover und Braunschweig. Den zahlreichen „China-Experten“, die auf dem Umweg über China (!) plötzlich ihr Interesse für den VW-Konzern entdeckt haben, empfehlen wir, die von uns herausgegebenen Publikationen zum Thema „Arbeit in China“ zur Kenntnis zu nehmen. Das gilt nicht nur für den NDR. Auch der Titel zur aktuellen Politik der IG Metall in der Automobilindustrie („Legende & Wirklichkeit“) sollte zur Vermeidung sich immer wieder neu reproduzierender Mißverständnisse über die „kämpferische“ IG Metall zur Kenntnis genommen werden:

www.drgeffken.de/nc/aktuelle-bereiche/inhalt-rat-tat-infos/einzelansicht-rat-tat-infos/article/rat-tat-info-275-legende-wirklichkeit-die-ig-metall-in-der-automobilindustrie/

Das erleichtert eine qualifizierte Debatte zum Thema. Sämtliche Titeleien sind hier beigefügt

http://www.drgeffken.de/nc/aktuelle-bereiche/inhalt-rat-tat-china-infos/einzelansicht-rat-tat-china-infos/article/rat-tat-china-info-26-vw-betriebsrat-ig-metall-ueben-keine-solidaritaet-mit-leiharbeitern-bei/
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« Antworten #197 am: 26. Januar 2018, 21:47:17 »

Gangstersyndikat!

Zitat
Die geheimen Preisabsprachen der deutschen Autokonzerne
Neuer Kartellverdacht: Die geheimen Preisabsprachen der deutschen Autokonzerne

Ein Syndikat aus VW, BMW, Daimler und Bosch trieb es womöglich noch dreister als bislang bekannt: Haben sich die Unternehmen beim Einkaufspreis für Stahl abgestimmt?
http://www.spiegel.de/spiegel/vw-bmw-daimler-und-bosch-sollen-stahlpreise-abgesprochen-haben-a-1189938.html
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« Antworten #198 am: 29. Januar 2018, 18:54:01 »

AUTOKONZERNE
Empörende Abgastests an Menschen und Affen

Abgastests an Menschen und Affen, um die Ungefährlichkeit der Abgase von Dieselautos vorzutäuschen. Dafür gründeten und finanzierten die führenden deutschen Autokonzerne Daimler, VW und BMW zusammen mit dem Autozulieferer Bosch bereits 2007 die „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ (EUGT).

Von fb
Montag,  29.01.2018,  14:58 Uhr


Protest gegen umweltzerstörende Konzerne am 11. November in Bonn (Foto: RF)

Das ist erst jetzt durch eine Recherche der "New York Times" bekannt geworden. Die Enthüllungen dazu offenbaren erneut die unglaubliche Verkommenheit der Konzerne.

 

2014 ließ VW in den USA Experimente mit Affen durchführen, indem sie entweder den konzentrierten Abgasen „alter“ Dieselautos ausgesetzt wurden oder den Abgasen des VW-Beetle mit der manipulierten Abgastechnik.

Diesel-Abgase gesund?
Die Tierquälereien sollten beweisen, dass die Schadstoffbelastung dank der angeblichen (manipulierten) Abgasreinigung erheblich abgenommen habe und Dieselfahrzeuge heute keine Gesundheitsschäden mehr verursachen würden.



Ein Affe im Versuchslabor (foto: gemeinfrei)

Bereits im Jahr zuvor (2013) wurden von der „Forschungsvereinigung“ entsprechende Menschenversuche in einem Institut des Uniklinikums Aachen an 25 jungen, gesunden Personen durchgeführt. Über mehrere Stunden mussten die Probanden das Gas NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen einatmen. Laut der Studie habe man keinerlei Wirkung auf die Gesundheit der Testpersonen feststellen können.

 

Tatsächlich und längst nachgewiesen ist, dass Feinstäube und Stickoxide die Hauptfaktoren dafür sind, dass 400.000 Menschen jährlich in der EU vorzeitig sterben. Ein zusätzlicher Skandal ist, dass die zuständige Ethikkommission des staatlichen Uniklinikums die Menschenversuche nachträglich als „vertretbar“ bewertete. Das zeigt ein weiteres Mal, wie der Staat als Dienstleister der Monopole funktioniert.

Wieder mal "von nichts gewusst"
Natürlich haben die Konzernmanager von VW, Daimler, BMW und Bosch sowie bürgerliche Politiker von den Menschen- und Affenversuchen mal wieder "nicht gewusst" und geben sich heuchlerisch „erschüttert“. Wer fühlt sich da nicht erinnert an die ersten Enthüllungen zur kriminellen Abgasmanipulation, als der komplette Vorstand von VW seine Hände in Unschuld wusch?

 

Man verurteile die Versuche „auf das Schärfste“, so der Daimler-Konzern. Angeblich würde das Vorgehen der vom Konzern mit gegründeten Forschungsvereinigung „unseren Werten und ethnischen Prinzipien“ widersprechen. Und wieder einmal fordern Politiker wie Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Bernd Althusmann (CDU) „vollständige Aufklärung“ und „harte personelle Konsequenzen“.

 

Mit "Aufsicht" hat seine Tätigkeit für VW in Wirklichkeit wenig zu tun. Vielmehr hilft Althusmann genauso wie die gesamte niedersächsische Landesregierung, das Kraftfahrtbundesamt, das Bundesverkehrsministerium und allen voran Bundeskanzlerin Merkel den Automobilkonzernen bei der Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Staatsmonopolistischer Kapitalismus live
Dazu gehört auch, eine "vollständige Aufklärung" der tatsächlichen Zusammenhänge im staatsmonopolistischen Kapitalismus mit allen Mitteln zu verhindern.

 Konzerne kennen nur einen Wert und ethnisches Prinzip: Die Profitsteigerung! Wer eine grundsätzliche Alternative zu diesem System sucht, das die natürlichen Lebensgrundlagen und die Gesundheit des Menschen systematisch zerstört bzw. schädigt, der muss die Arbeiter- und Umweltpartei MLPD stärken.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw05/vw-daimler-bmw-und-bosch-betrieben-abgastests-an-menschen-und-affen

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Gegen System und Kapital!


www.mlpd.de
Rappelkistenrebell


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« Antworten #199 am: 30. Januar 2018, 09:26:16 »

Aus: Ausgabe vom 30.01.2018, Seite 8   / Ansichten

Etikettenschwindel
Von Egon Krenz




Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Vielleicht erinnert sich mancher noch an eine 2013 vom Spiegel ausgelöste unappetitliche Kampagne gegen das DDR-Gesundheitssystem. Die Rede war von einem »Versuchslabor Ost«, in dem angeblich »unerprobte Arzneien« ausprobiert und eingesetzt worden seien. Damit dies allein dem »kriminellen Staat DDR« angelastet werden konnte, musste von Anfang an verschwiegen werden, dass es auf dem Gebiet des Gesundheitswesens ein offizielles Regierungsabkommen der beiden deutschen Staaten gab. Dieses garantierte, dass auch die Bundesregierung genau Bescheid wusste, was auf dem Gebiet der Medikamentenerprobung passierte. Der Deutsche Bundestag hatte schon am 17.10.1975 – selbst mit den Stimmen der damaligen Opposition – beschlossen, auch im Medikamentenbereich eng mit der DDR zusammenzuarbeiten. Damit aber die DDR-Beteiligung so richtig menschenfeindlich, ja faschistisch erscheint, war im Spiegel-Artikel die Rede von »Menschenversuchen in der DDR« – eben alles genauso wie bei den Nazis. Das ging monatelang durch alle Medien.

Nun liegt ein Abschlussbericht der Charité vor. Er spielt in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Das wohl deshalb, weil es darin ein Kapitel unter der Überschrift gibt »Der Skandal, der keiner war«. Systematische Verstöße gegen damals geltende Regeln seien nicht festgestellt worden, konstatieren die Autoren. Und wörtlich: »Klinische Studien in DDR-Krankenhäusern wurden nach vergleichbaren Standards wie im Westen durchgeführt«. Wer nun aber glaubt, es gebe Entschuldigungen für faustdicke Lügen, der irrt. Diese Methode ist keine Ausnahme. Sie ist in bezug auf die DDR die Regel. Die Unwahrheit wird verbreitet. Die Richtigstellung bleibt ziemlich unbekannt. Die Lüge soll im Gedächtnis der Leute bleiben. Heiner Müller nennt das: »Ein Kadaver kann dem Obduktionsbefund nicht widersprechen.«

Nun erfährt Deutschland aktuell durch die New York Times, dass in der Bundesrepublik sogar in der Gegenwart nicht nur mit Affen, sondern auch mit Menschen Abgastests durchgeführt wurden. Wer aber wird das nun als »Versuchslabor Bundesrepublik« bezeichnen? Offiziell wahrscheinlich niemand. Solche Etiketten vergibt man nur, wenn es gegen die DDR geht, wenn man glaubt, sie delegitimieren zu können. Dass es nun aber nicht in der DDR, sondern in der Bundesrepublik Versuche an Menschen, und das sogar mit Gas, gegeben hat, was sagt das über die Bundesrepublik aus? Es wird höchste Zeit, bei der Beurteilung der deutschen Zeitgeschichte gleiche Maßstäbe anzulegen.

Egon Krenz wurde im Oktober 1989 Nachfolger Erich Honeckers als Generalsekretär des ZK der SED und Staatsratsvorsitzender

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326341.etikettenschwindel.html

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Gegen System und Kapital!


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