Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 ... 4 5 6 7 [8]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 139685 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
counselor


Beiträge: 2610



« Antworten #175 am: 26. Dezember 2017, 16:49:52 »

Osterlohs Gehalt grenzt an Bestechung. Er trägt die sozialchauvinistische Politik des VW-Konzerns mit. Er ist mitverantwortlich für einen Zukunftspakt, der die Vernichtung von 30000 Arbeitsplätzen bedeutet (und eine 25%tige Produktivitätssteigerung). Außerdem trägt er den Konkurrenzkampf der VW-Bosse mit.
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Bowie


Beiträge: 133


« Antworten #176 am: 27. Dezember 2017, 10:56:14 »

Wirklich lustig
Zitat
Das Gesetz besagt, Belegschaftsvertreter dürften finanziell weder bevorzugt noch benachteiligt werden.
Es sei ein Unding, wenn sich jemand über den Betriebsrat emporgearbeitet habe, auf Augenhöhe mit dem Vorstand verhandele, "dann aber auf das Gehalt eines Maschinenschlossers zurückfällt". Düwells Vorschlag entsprach den Wünschen der SPD und der Gewerkschaften, fiel aber bei CDU/CSU durch.

CDU/CSU zeigen mehr Moral, als DGB und SPD, die die Selbstbedienung der Arbeiterverräter im Betrieb gesetzlich absichern wollen.
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 10270


« Antworten #177 am: 28. Dezember 2017, 09:42:32 »

Zitat
Bernd Osterloh ist Betriebsratschef bei VW - und so mächtig wie kaum ein anderer Arbeitnehmervertreter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-bernd-osterloh-deutschlands-maechtigster-arbeiterfuehrer-in-bedraengnis-a-1147480.html

Zitat
In Wolfsburg schlage das Herz von Volkswagen, erinnerte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Deswegen müssten hier Digitalisierung und Elektromobilität zuerst Realität werden. Osterloh wörtlich: „Wolfsburg muss das Silicon Valley von Volkswagen werden.“
http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Wolfsburg-muss-das-Silicon-Valley-von-VW-werden

Zitat
VW-Betriebsrat und Aktionäre ziehen an seinem Strang

Die Schweizer Bank Credit Suisse zieht aus einer Londoner Investorenveranstaltung mit Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh positive Schlüsse für den Autobauer.


In vielen Bereichen habe die wegen ihrer Mitbestimmungsrechte einflussreiche Arbeitnehmer-Vertretung ähnliche Interessen wie die Aktionäre, da die Bonuszahlungen für die Belegschaft an den operativen Gewinn des deutschen Kerngeschäfts sowie Aktivitäten in China gekoppelt seien, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Der Betriebsrat sei zudem nicht gegen höhere Dividendenzahlungen aus steigenden Gewinnen, so der Analyst weiter.

Osterloh habe zudem betont, dass der „Zukunftspakt“ genannte Sparkurs für die Kernmarke VW vom Betriebsrat initiiert worden sei und er die damit verbundenen Maßnahmen ebenso unterstütze wie den VW-Markenchef Herbert Diess, berichtete Schwarz weiter. Auch gegen Anteilsverkäufe oder Börsengänge einzelner Bereiche habe der Betriebsrat prinzipiell nichts einzuwenden, sofern das Geld dann in weiteres Wachstum investiert werde wie etwa im Lkw-Bereich. Nur sehe die Mitarbeiter-Vertretung momentan noch keine Notwendigkeit dafür.

Gemäß der Einstufung „Outperform“ erwartet die Credit Suisse in den nächsten 12 Monaten eine überdurchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von dem Analysten beobachteten Werten derselben Branche.
https://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/credit-suisse-vw-betriebsrat-und-aktionaere-ziehen-an-seinem-strang_id_7915896.html

Zitat
Jetzt genießt Bernd Osterloh sogar Respekt bei Börsen-Analysten

Wolfsburg  Der Betriebsratschef wirbt in London für die Vorteile einer starken Mitbestimmung – und überzeugt die Experten.

Als Co-Manager wollen sich die Spitzenkräfte des Betriebsrates von VW partout nicht bezeichnen lassen. VW-Management, Börsenanalysten und professionelle Investoren sehen das offenbar ganz anders – und haben zudem auch nicht immer ein Problem damit.

Das ist jedenfalls das Echo auf einen ziemlich bemerkenswerten Auftritt von Betriebsratschef Bernd Osterloh und seines Generalsekretärs Gunnar Kilian auf einer Analystenkonferenz der Schweizer Großbank Credit Suisse in London. Die Börsenprofis waren danach angetan von Osterlohs Vortrag.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212769043/Jetzt-geniesst-Bernd-Osterloh-sogar-Respekt-bei-Boersen-Analysten.html

Zitat
Zu viel Geld zeugt von zu viel Nähe zu den Mächtigen

VW kürzt das sehr hohe Gehalt des Betriebsratschefs Osterloh drastisch. Er hätte gut daran getan, weniger zu nehmen. Doch die üppige Bezahlung ist nur Teil eines größeren Problems.


Bernd Osterloh, der Betriebsratschef von Volkswagen, hat sich in diesem Jahr heftig aufgeregt über "aus dem Lot geratene" Gehälter und Boni von Managern. Viele Konzernvorstände kassieren inzwischen hohe Millionenbeträge. Das verletze das "allgemeine Gerechtigkeitsempfinden", rügte Osterloh in einer gemeinsamen Erklärung mit Kollegen aus anderen Unternehmen wie BMW und Daimler. Aus dem Lot geraten ist allerdings auch, was manche Betriebsräte einstreichen, allen voran Osterloh selbst. Der hat in seinem, finanziell betrachtet, besten Jahr bei VW 750 000 Euro bekommen, 200 000 Euro Grundgehalt plus Bonuszahlungen.

Jetzt tritt der VW-Vorstand auf die Bremse. An Osterloh gehen plötzlich nur noch 96 000 Euro Gehalt im Jahr, Boni sind vorerst ausgesetzt. Das geschieht nicht aus besserer Einsicht, sondern weil Staatsanwälte den Konzern verdächtigen, den Betriebsratschef zu gut zu bezahlen.

Osterloh rechtfertigt sein hohes Salär auch damit, dass ihm "Managementqualitäten" zugeschrieben würden. In der Tat gilt bei VW der Betriebsratschef als Co-Manager. Osterlohs Job ist es aber, die Belegschaft zu vertreten.

 Aber wie verführerisch und falsch die Rolle als Co-Manager ist, zeigt sich im Aufsichtsrat, dem Osterloh quasi kraft Amtes angehört. Im Kontrollgremium hätte der sonst so streitbare Gewerkschafter mit seinen Kollegen von der IG Metall und dem Land Niedersachsen als einem der Hauptaktionäre längst durchsetzen können, dass VW von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen der Abgasaffäre Schadenersatz fordert. Sollte Winterkorn von den manipulierten Schadstoffmessungen nichts gewusst haben, wie er behauptet, dann hätte er keine Ahnung gehabt, was im Unternehmen passiert. Das hätte Osterloh rügen können, stattdessen hat er Rücksicht auf vermeintliche Managerkollegen genommen - wohl, weil er sich blenden lässt von seiner angeblich übergroßen Bedeutung. Das ist zu viel Nähe zu den Mächtigen im Konzern. Und zu viel Geld für einen Betriebsratschef.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vw-betriebsraete-zu-viel-geld-zeugt-von-zu-viel-naehe-zu-den-maechtigen-1.3804694
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 10270


« Antworten #178 am: 29. Dezember 2017, 09:17:46 »

Es wird immer absurder.
Volkswagen steht über herrschenden Gesetzen und über den Dingen.
Eine Untersuchung? Ja, wo kommen wir denn da hin!?!
Zitat
VW-Aktionäre hatten einen Sonderprüfer durchgesetzt, der die Abgasaffäre untersuchen soll. Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/abgasskandal-volkswagen-wehrt-sich-gegen-sonderpruefung-a-1185372.html
Gespeichert
dagobert


Beiträge: 4303


« Antworten #179 am: 30. Dezember 2017, 01:42:06 »

Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.

Dort allerdings erfolglos:
BVerfG, Beschluss vom 20. Dezember 2017, 1 BvR 2754/17
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/12/rk20171220_1bvr275417.html
Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 846


« Antworten #180 am: 30. Dezember 2017, 23:14:18 »

Der Suppenkasper Bernd Osterloh poltert im Sylvesterinteview laut gegen Leiharbeit:

Zitat
28.12.17
(...)
Wenn es nach uns als Betriebsrat geht, würde es die Leiharbeit generell nicht geben.
(...)

http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Volkswagen-Bernd-Osterloh-im-grossen-AZ-WAZ-Interview

Zur Erinnerung nochmal aus der Charta für Zeitarbeit bei Volkswagen von 2013, die zwar bedeutungslos ist, aber freiwillig auch von Osterloh unterschrieben wurde:

Zitat
Arbeitnehmer- und Unternehmensseite stimmen über Folgendes überein:
 
Der maßvolle Einsatz von Zeitarbeit ist für Volkswagen ein notwendiges Flexibilitätsinstrument.

https://www.audi.com/content/dam/com/corporate-responsibility/nachhaltigkeit_pdfs/Volkswagen_Charta_der_Zeitarbeit.pdf

Dieser Schleim, der aus dem kompletten Interview trieft, ist unerträglich. Bessere Büttel als diese vefilzten und korrupten Gewerkschafter kann sich eigentlich kein Unternehmen wünschen. Und Hand in Hand versuchen sie gemeinsam, die Fassade entgegengesetzter Interessen vorzugaukeln. Umso mehr sich unabhängige Arbeitskämpfe und Proteste entwickeln, desto lauter, agressiver und ängstlicher werden diese schmierigen Typen reagieren.

« Letzte Änderung: 30. Dezember 2017, 23:22:23 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 846


« Antworten #181 am: 09. Januar 2018, 13:04:07 »

Zitat
8.1.18
Thomas Zwiebler legt sein Amt als Betriebsratschef bei Volkswagen Nutzfahrzeuge nieder.  Als Gründe gab er familiäre Belastungen und den Streit um die Bezahlung von Arbeitnehmervertretern an. Zwiebler stand seit Mitte 2009 an die Spitze des Betriebsrats.
(...)
Nach seinem Ausscheiden aus dem Betriebsrat will Zwiebler bei VWN ins Management wechseln. Er habe sich entschlossen, ein entsprechendes Angebot anzunehmen. Zum Gehalt in der neuen Position will Zwiebler nichts sagen. Wie aus dem Unternehmen verlautet, soll die Stelle besser dotiert sein als die jüngst beschlosenen Gehaltsobergrenze für Betriebsräte – das Entgelt liege aber unterhalb der Summe, die Zwiebler vor dem 1. Dezember erhalten habe, hieß es.

http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/VWN-Betriebsratschef-Thomas-Zwiebler-tritt-zurueck

Das ganze Betriebsratsmodell bei VW muss man nicht wirklich ernstnehmen.
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 10270


« Antworten #182 am: 09. Januar 2018, 13:34:29 »

Krass.
Gespeichert
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12649



WWW
« Antworten #183 am: 09. Januar 2018, 14:46:59 »

Noch mehr Nutten und Koks?
Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
counselor


Beiträge: 2610



« Antworten #184 am: 09. Januar 2018, 15:15:50 »

Krasser Karrierismus!
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Fritz Linow


Beiträge: 846


« Antworten #185 am: 09. Januar 2018, 16:13:20 »

Aus Sicht von VW ist das wohl alles nicht so krass. Damit machen sie nochmal deutlich, dass die Karriere vom Betriebsrat zum Manager möglich ist. Im Nachhinein werden somit die Managergehälter der korrupten Betriebsräte legitimiert. Das alles sieht eher nach einer vorbeugenden Maßnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig aus, die gerade die Vergütungsregeln für das "Ehrenamt" eines Betriebsrates bei VW untersucht.
Gespeichert
Nikita


Beiträge: 1056



« Antworten #186 am: 10. Januar 2018, 00:21:33 »

Mehr Korruption geht nicht. Es zeigt deutlich, dass der Konzern beliebig kriminell vorgehen kann und sich weiterhin keine Staatsanwaltschaft an sie rantraut.
Gespeichert

ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6237


« Antworten #187 am: 10. Januar 2018, 11:24:21 »

Erst wenn die traditionellen Gewerkschafts-Betriebsratsstrukturen die Kontrolle über die Belegschaft verlieren, bekommt VW echte Probleme.
Es scheint sich in dieser Richtung positives zu entwickeln...

Zitat
Eine selbstorganisierte Arbeitergruppe macht bei VW Portugal Furore: Erneut Streikbeschluss



Was kurz vor Weihnachten 2017 als Nachricht durch die portugiesischen Medien ging, wirkte zunächst ausgesprochen nebulös: Eine Gruppe von Beschäftigten habe sich gebildet, die die Vorgehensweise des jüngst gewählten Betriebskomitees von Autoeuropa Portugal kritisiere. In der Auseinandersetzung gegen das Diktat der Unternehmensleitung zur Wochenendarbeit, die schon das frühere Betriebskomitee ihre Posten gekostet hatte, fahre auch das neue Betriebskomitee einen Kurs, der den Absichten des Unternehmens entgegen komme, so wurde die Kritik der nicht näher bekannten  „Gruppe Gemeinsam“ (Grupo Juntos) zusammen gefasst. Zwei Tatsachen haben diesen zunächst bestehenden unbestimmten Eindruck verändert: Zum einen hat die Gruppe ihre Forderungen veröffentlicht, die laut ihrem Vorschlag mit einem zweitägigen Streik im Februar 2018 vertreten werden sollten – und dann haben in 5 der 6 stattgefundenen Schichtversammlungen die jeweiligen Mehrheiten diesen Vorschlag angenommen und für die beiden Protest-Streiktage (am ersten Februar-Wochenende, das das erste sein soll, an dem gearbeitet werden muss) sowie Betriebsversammlungen am 17. Januar 2018 gestimmt, die dann endgültig über einen erneuten Streik beschließen müssten.
http://www.labournet.de/?p=126267

Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2551



WWW
« Antworten #188 am: 11. Januar 2018, 12:25:33 »

VW ist ein Verbrecherkonzern durch und durch und der Begriff VW ist für mich synonym für Mafia Angry
Eine Zeit lang war ich selbst im Werk beschäftigt und kann bestätigen,daß es ein Sauladen ist!

Zur Zeit gibt es auch da Warnstreiks und andere Aktionen!

9. Januar 2018

KAPITAL & ARBEIT
Der Boss, und wie er die Welt sah…

Achim Bigus zur Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Der Tarifkonflikt 2018 in der Metall- und Elektroindustrie könnte einer der härtesten seit langem werden. Das erstaunt etwas angesichts der IG Metall-Forderungen: Sechs Prozent mehr Lohn bei guten Gewinnen der meisten Unternehmen sowie ein individuelles Recht auf „kurze Vollzeit“ – nicht etwa „bei vollem Lohnausgleich“ wie einst die 35-Stunden-Woche, sondern nur mit einem Zuschuss, wenn diese Option für Erziehungs- oder Pflegearbeit oder zur Entlastung von Schichtarbeitern in Anspruch genommen wird. Die „Süddeutsche Zeitung“ findet das „nicht abseitig, sondern avantgardistisch“ und lobt: „Mit der Vereinbarkeit von Leben und Arbeit greift die Gewerkschaft… eine Frage auf, die viele Menschen bewegt…“.
Doch die Kapital-Vertreter weisen besonders die Arbeitszeit-Forderungen als „fast unüberbrückbare Hürde“ scharf zurück (so Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch).
Manche ihrer Argumente sind wahre Perlen:
„Was habe ich mit den familiären Zuständen der Beschäftigten zu tun?“ – ungeschminkt, ohne Phrasen („liebe Mitarbeiter“!) macht Dr. Volker Schmidt (Hauptgeschäftsführer NiedersachsenMetall) hier klar, dass Verkauf und Kauf der Arbeitskraft für die Beteiligten sehr verschiedene Zwecke verfolgen: geht es dem Verkäufer um die Existenz (mitsamt der „familiären Zustände“), so geht es den Dr. Schmidts um die Quelle des Profits und sonst gar nichts…
„Mehr Geld fürs Nichtstun wird es mit uns nicht geben“ – auch dem Gesamtmetall-Präsidenten Rainer Dulger ist zu danken für die Klarstellung, dass es sich bei Erziehung und Pflege aus Unternehmersicht um „Nichtstun“ handelt. Persönlich ist ihm zu wünschen, nie auf Pflegende angewiesen zu sein, die das genauso sehen…
Mein momentaner Favorit ist aber Unternehmerpräsident Ingo Kramer: „Es geht nicht, dass der Arbeitnehmer allein entscheidet, wann er wie viel arbeiten will“ – der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erkennt hier „ein vordemokratisches Denkmuster“, welches ins 19. Jahrhundert passe. Als sein Bruder im Geiste kritisiert Südwestmetall-Chef Stefan Wolf „Forderungen, die keine Rücksicht auf die betriebliche Organisation nehmen: Es ist aber immer noch die Hoheit des Unternehmers, diese Organisation aufrecht zu erhalten.“
Gibt es bessere Kronzeugen für die Feststellung des guten alten Karl Marx, bei jeder Beschränkung der Arbeitszeit ginge es immer auch um Fragen des „Prinzips“ (MEW 16, S. 11)?

Vorab aus der UZ vom 12.01.2018

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2018/01/der-boss-und-wie-er-die-welt-sah/

Achim Bigus war Direktkandidat der DKP in Osnabrück und ist Freigestellter VK-Leiter der IG Metall, Volkswagen Osnabrück GmbH

Quelle

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/joachim-bigus

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2551



WWW
« Antworten #189 am: 12. Januar 2018, 09:42:04 »

Aus: Ausgabe vom 12.01.2018, Seite 9   / Kapital & Arbeit

Wahrheitssuche
Dokumentarfilm beleuchtet Rolle von VW während brasilianischer Militärdiktatur. Debatte in Berlin

Von Peter Steiniger




Den ehemaligen VW-Beschäftigten Lúcio Bellantani, hier mit einem Foto von der Poizei nach seiner Festnahme während der Militärdiktatur in Brasilien, lässt das Vergangene nicht los. Er wartet weiter auf ein klares Schuldbekenntnis des Konzerns
Foto: NDR

Volles Haus im Simón-Bolívar-Saal des Ibero-Amerikanischen Instituts der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Am Dienstag abend zeigte dort der Verein »Lateinamerika-Forum Berlin« die im Sommer 2017 zuerst ausgestrahlte ARD-Dokumentation von Stefanie Dodt und Thomas Aders »Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur«. Die Ereignisse liegen Jahrzehnte zurück, doch ehemalige Arbeiter von VW do Brasil, der Tochter des deutschen Konzerns, wie Lúcio Bellantani, der zwei Jahre lang verhaftet war und gefoltert wurde, kämpfen damit bis heute. Nicht alle seine Kollegen, die politische Verfolgung erfuhren, haben die Torturen überlebt. Ans Messer geliefert wurden sie auch von Aufpassern auf dem Werksgelände. Gemeinsam mit anderen VW-Veteranen kämpft Bellantini nun dafür, dass der Konzern endlich »die Wahrheit anerkennt«. Für die Dreharbeiten durfte er, um die Genehmigung dazu war lange gefeilscht worden, sein altes Werksgelände in São Bernardo do Campo noch einmal betreten. Aber es waren nur Außenaufnahmen unter strenger Aufsicht gestattet.

Zu Wort kommen im Film auch Konzerverantwortliche von damals. Leute wie Carl Hahn junior, VW-Vorstandschef von 1982 bis 1993, die von nichts gewusst haben wollen und finden, man solle besser nach vorne schauen. Oder Jacy Mendonça, Personalchef bei »Volks« in Brasilien, als es für Menschen seiner Denkart – für sie gilt das dort bis heute – keine Diktatur gab, sondern Ordnung herrschte. Die Dokumentation zeigt auf, wie der VW-Werkschutz Hunderte als Kommunisten verdächtigte Arbeiter umfassend bespitzelte und seine Dossiers an die politische Polizei weiterreichte. Verhaftungen und Schläge gab es auch auf dem Werksgelände selbst. Mit anderen Firmen tauschte man schwarze Listen aus. Eine institutionelle Zusammenarbeit mit den Repressionsorganen bestreitet VW do Brasil bis heute.

Mit Aufklärung hat man sich viel Zeit gelassen bei Volkswagen in Wolfsburg und erst recht bei seinem 1953 gegründeten südamerikanischen Ableger, der als brasilianischer Vorzeigebetrieb gilt. Die Zeit verwischt Spuren. Viele Beweise landeten im Schredder statt in Archiven. Zeugen starben. Die Filmemacher haben dennoch wichtige Details zusammentragen können.

Werner Würtele vom Lateinamerika-Forum, der für ein Forschungsprojekt der FU Berlin kurz vor Beginn der großen Metallerstreiks 1978 in Brasilien weilte und dabei auch mit dem damaligen Gewerkschaftsführer und späteren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zusammentraf, berichtete auf der Veranstaltung, dass Volkswagen bei den Aktivisten vor Ort im Ruf stand, besonders repressiv vorzugehen. »Bloß keine Gewerkschaft im Betrieb«, sei das Motto dort gewesen. Würtele machte auch auf die »Verantwortungsketten« im damals noch als Volkswagenwerk AG firmierenden Konzern aufmerksam. Neben dem Land Niedersachsen als Hauptaktionär zählte zu jener Zeit auch der Bund noch zu dessen Miteigentümern, Vertreter der IG Metall saßen (wie heute) im Aufsichtsrat.

Nach den Aussagen ehemaliger Mitarbeiter vor der Nationalen Wahrheitskommission 2014 und Klagen kam die Kollaboration von VW mit den Militärs in die breite Öffentlichkeit. Die selbst verstrickten brasilianischen Leitmedien hatten bis dahin wenig Interesse gezeigt. Volkswagen hat nun ein Gutachten erstellen lassen. In Auftrag gegeben wurde es bei dem Wirtschaftshistoriker Christopher Kopper von der Universität Bielefeld. Wie Filmemacherin Dodt beteiligte sich auch Kopper am Dienstag in Berlin an der Podiumsdiskussion, die der Soziologe Luiz Ramalho moderierte und an der auch Sarah Lincoln, Menschenrechtsexpertin des evangelischen Entwicklungsdienstes »Brot für die Welt«, mitwirkte. Den Schulterschluss mit den Militärs erklärte Dodt auch »mit einem gewissen Hintergrund« der deutschen Manager der Nachkriegszeit. Der über die »Rattenlinie« nach Brasilien gelangte Franz Stangl, der frühere Chef der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka, konnte 1959 bei VW einen Job finden. 1967 wurde er an die Bundesrepublik ausgeliefert. Kopper kam auf die gemeinsame antikommunistische Orientierung bei VW-Werkschutz und Polizei zu sprechen. Die war wohl auch Grundlage für die »stillschweigende Zustimmung des Vorstands« zur Auslieferung eigener Arbeiter an die Schergen der Militärdiktatur, von der der Historiker ausgeht. Wo, wie für VW in Brasilien, Traumrenditen winken, das wurde in der Diskussion deutlich, wird auch heute noch die Missachtung von Arbeiter- und Menschenrechten in Kauf genommen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325316.wahrheitssuche.html

DER FILM AUF YOUTUBE


Komplizen? - VW und die brasilianische Militärdiktatur

https://www.youtube.com/watch?v=DLzSjuJUipU

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Kuddel


Beiträge: 10270


« Antworten #190 am: 13. Januar 2018, 23:29:32 »

Verbrechen zahlt sich aus...

Aktuelle Zahlen aus Changchun:
Zitat
FAW-VW verkauft 2017 über 2 Millionen Autos

CHANGCHUN, 5. Januar (Xinhua) - Das chinesisch-deutsche Auto-Joint-Venture FAW-Volkswagen (FAW-VW) hat im Jahr 2017 ein Absatzvolumen von mehr als 2 Millionen erreicht, ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz in Changchun in der nordostchinesischen Provinz Jilin, wurden über 1,405 Millionen Volkswagen und 595.288 Audi Fahrzeuge verkauft, was einem jährlichen Wachstum von 6,8 Prozent bzw. 1,1 Prozent entspricht.
Im Jahr 2017 lief das 15-millionste Auto des Unternehmens vom Band.
Das Joint Venture wurde 1991 vom chinesischen Automobilhersteller FAW Group und dem deutschen Volkswagen Konzern gegründet.
Es wird erwartet, dass die jährliche Produktion des Unternehmens im Jahr 2020 3 Millionen erreichen wird.
http://www.xinhuanet.com/english/2018-01/05/c_136874619.htm
Gespeichert
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2551



WWW
« Antworten #191 am: Heute um 10:03:44 »

Aus: Ausgabe vom 16.01.2018, Seite 5   / Inland

Zu den Chefs übergelaufen
Während der Tarifverhandlungen bei VW wechselt Betriebsrat ins Management. Zeichen stehen auf Warnstreik

Von Stephan Krull


Bei Volkswagen hat alles seinen Preis. Gewerkschafter wechseln in die Unternehmsführung
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
In den sechs Werken der Volkswagen AG in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Hannover und Emden verhandelt die IG Metall für die gut 100.000 Beschäftigten einen Haustarifvertrag. Die »fairen Forderungen«, so der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, umfassen die Erhöhung des Entgelts um sechs Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden.

Zur Begründung der Forderungen erklärt die IG Metall in einem Flyer für die Beschäftigten: »Mit Blick auf Inflation, Produktivität und die nötige Umverteilung ist das ein gerechter Ausgleich.« Mehr Geld zur Verfügung zu haben, sei nicht nur persönlich erstrebenswert, sondern tue der gesamten Wirtschaft gut. »Bei Volkswagen haben wir ein faires Forderungspaket geschnürt: Die Beschäftigten wollen Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit.« Diese Forderungen seien untrennbar miteinander verbunden und träfen den Nerv der Zeit.

Statt der Sorge um die »gesamte Wirtschaft« wäre es angebracht, immer wieder auf die außerordentlichen Gewinne des Unternehmens als Begründung für eine kräftige Umverteilung hinzuweisen, die bei der Forderung von sechs Prozent doch nur recht bescheiden ausfällt.

Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für das Tarifgebiet der Volkswagen AG, kommentierte den Verlauf der ersten Tarifrunde so: »Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend.« Es sei bedauerlich, dass das Unternehmen weder ein Angebot noch konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet habe, erklärte er am 11. Dezember in einer Pressemitteilung.

Auch bei der zweiten Verhandlung am 11. Januar wurde kein annahmefähiges Angebot von Volkswagen unterbreitet. Trotz 70 Milliarden Euro Gewinnrücklagen, wie eine detaillierte Bilanzanalyse ergibt, unterbreitete Volkswagen kein diskussionswürdiges Angebot: Lediglich 1,6 Prozent Lohnerhöhung gerechnet auf zwölf Monate wurden angeboten. Die tatsächliche Inflation würde dadurch nicht ausgeglichen, die Produktivitätssteigerungen nicht berücksichtigt und mit der künftigen Gewinnverteilung ausschließlich die Eigentümer begünstigt. So stehen die Zeichen zunächst auf Warnstreik, auch weil das Unternehmen zynischerweise Arbeitszeitverlängerung als einen »Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung« ins Spiel gebracht hat.

Einen Bärendienst erwies der bisherige Betriebsratsvorsitzenden des hannoverschen Nutzfahrzeugwerkes von VW, Thomas Zwiebler, der IG Metall und den Beschäftigten: Am 8. Januar, kurz vor der Betriebsratswahl und mitten in der Tarifverhandlung, legte er für viele überraschend sein Betriebsratsmandat mit sofortiger Wirkung nieder, um ins Management zu wechseln. Zwiebler gehörte zu den wenigen Mitgliedern des Betriebsrates bei Volkswagen, die außerhalb des Tarifes und mit zusätzlich »erfolgsabhängigen« hohen Boni bezahlt wurden – pro Jahr mit mehreren hunderttausend Euro. VW hatte sein Gehalt »vorsorglich« auf Grund drohender Klagen wegen ungesetzlicher Bevorteilung von Betriebsräten und Steuerhinterziehung auf das oberste Tarifniveau gekürzt. Dies wären fast 100.000 Euro pro Jahr gewesen. Für Zwiebler zu wenig, um, wie er schrieb, »den Verpflichtungen gegenüber meiner Familie gerecht zu werden«. Nun wird er als Manager wieder »gerechter« entlohnt werden – und die Beschäftigten fragen sich zur bevorstehenden Betriebsratswahl, ob sie sich wieder einen Komanager aufladen sollten. Zwiebler hätte gewarnt sein können, hatte doch sein Vorgänger Günter Lenz seine Funktion als Betriebsratsvorsitzender vor zehn Jahren kurzzeitig »ruhen lassen«, bevor er als Beschuldigter in der Affäre um »Lustreisen« von Peter Hartz und Klaus Volkert einen Strafbefehl akzeptierte und zurücktrat – als Betriebsrat und SPD-Landtagsabgeordneter.

Die Personalkostenreduzierung hat im Unternehmen mit dem im November 2016 beschlossenen »Zukunftspakt« längst begonnen. Er sieht den großflächigem Abbau von Personal in Produktion und Verwaltung vor – allen voran betroffen sind Leiharbeiter. Die Produktivität soll um 25 Prozent gesteigert werden. Im Jahr 2017 sind so bereits nachhaltig über eine Milliarde Euro eingespart worden. Der aktuelle Angriff der Unternehmensleitung auf den Tarifvertrag zur Arbeitszeit, also die Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit, ist die logische Folge davon. Stattdessen wäre es nötig, seitens der Gewerkschaft eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit zu fordern, um Beschäftigung zu sichern und die Produktion auf eine nötige Verkehrswende auszurichten.

Mit der Gewinnrücklage von 70 Milliarden Euro könnte Volkswagen diese Arbeitszeitverkürzung locker finanzieren – und das wäre ein guter Flankenschutz für die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie und für die unweigerlich anstehenden Kämpfe um die Arbeitszeit.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325393.zu-den-chefs-übergelaufen.html
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Seiten: 1 ... 4 5 6 7 [8]   Nach oben
Drucken
Gehe zu: