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Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 207476 mal)
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Fritz Linow


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« Antworten #225 am: 17. März 2018, 00:28:03 »

Die Standortpolitik von Volkswagen ist die Fortsetzung kolonialer Bestrebungen aus wilhelminischer Zeit. Der Konzern schreitet Hand in Hand mit der Regierung voran, auf dass der schwarze Kontinent die Wohltat deutscher Fürsorge erfahre.
Die Pfründe werden abgesteckt. Nach Südafrika, Nigeria, Algerien und Kenia steht nun als nächstes Ruanda auf dem Portfolio, das anscheinend einen prächtigen Gewinn verspricht.
Demnächst gibt es auch in Ruanda ein kleines Montagewerk, weil es dort keine Korruption gibt, die Bevölkerung so wissbegierig ist und weil ansonsten dort nicht viel los ist. Ach ja, laut Amnesty International gibt es dort keine Meinungsfreiheit, keine ordentlichen Gerichtsverfahren und die kongolesischen Cobaltminen sind zum Greifen nah, die so dringend für diese neuartigen Autobatterien benötigt werden.
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Kuddel


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« Antworten #226 am: 18. März 2018, 15:00:47 »


Chinesischer Absatzmarkt: fabrikneue Volkswagen in Changchun.

http://www.fr.de/wirtschaft/volkswagen-mit-milliardengewinn-durch-die-dieselkrise-a-1454871
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Kuddel


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« Antworten #227 am: 24. März 2018, 10:56:09 »

Demokratie 4.0

VW-Chef Müller: "Mir gefällt es nicht, wenn sich Politiker in mein Geschäft einmischen"

Klar doch. Wozu Politiker, wenn es Konzernchefs gibt!?!
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« Antworten #228 am: 29. März 2018, 17:58:59 »

Erfolg der Solidarität mit Andreas Gärtner in seinem Prozess
Am gestrigen Mittwoch, 28. März, fand der Kammertermin zur Klage des Vertrauenskörperleiters bei VW, Andreas Gärtner, gegen VW statt.

Korrespondenz aus Kassel
Donnerstag,  29.03.2018,  10:00 Uhr


Andreas Gärtner (mitte) und sein Anwalt Peter Weispfenning (rechts daneben) auf der Solidaritätskundgebung vor dem Gericht (rf-foto)

Gärtner klagte auf Entfernung von drei Abmahnungen gegen ihn aus seiner Personalakte. Andreas Gärtner hatte im Bundestagswahlkampf mit einem Kollegen über ein Flugblatt zur Wahlwerbung für die Internationalistische Liste/MLPD bei der Arbeit diskutiert und dafür die besagten drei Abmahnungen bekommen. VW ließ nach dem Vortrag der Richterin zwei der drei Abmahnungen fallen. Das zeigt die Defensive von VW. Es blieb die Abmahnung wegen - so die Behauptung von VW - Nutzung der Arbeitszeit zu persönlichen Zwecken.

Es geht um die Bestrafung von klaren politischen Aussagen
Im Kern geht es dem Konzern um die Bestrafung der klaren politischen Aussage, dass bei VW ausgebeutet wird und die VW-Umweltverbrecher vor Gericht gehören. Die Richterin wie die VW-Vertreter versuchten davon abzulenken und die ganze Sache auf eine rein formale Schiene zu schieben. Andreas Gärtner und sein Anwalt Peter Weispfenning lehnten den Kuhhandel ab, einfach die Abmahnungen am 31. Mai aus der Akte zu entfernen, was die Richterin vorschlug; sie bestanden auf sofortiger Entfernung. Das Urteil soll am 20. April verkündet werden.

Breite Solidarität
Die Solidarität mit Andreas Gärtner war breit. 35 Unterstützerinnen und Unterstützer nahmen an der Verhandlung teil: Es waren auch Freunde und VW-Kollegen aus Wolfsburg und Braunschweig gekommen. Alle Teilnehmenden ermunterten Andreas Gärtner konsequent weiter zu kämpfen und versicherten ihm ihrer weiteren Solidarität.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw13/erfolg-der-solidaritaet-mit-andreas-gaertner-in-seinem-prozess
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« Antworten #229 am: 02. April 2018, 09:01:05 »

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« Antworten #230 am: 10. April 2018, 21:47:17 »

Großer Tusch!

Führungswechsel bei der Automafia.
Volkswagen hat einen neuen Paten.
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Fritz Linow


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« Antworten #231 am: 10. April 2018, 23:44:12 »

Der voraussichtliche Nachfolger, Herbert Diess, ist der größtmögliche Sozio- und Psychopath, den man sich wünschen kann. Ist aber eigentlich auch egal, weil die Unterschiede eh nicht erwähnenswert sind. Problem bleibt der Endsieg, der mit der Verquickung von Staat und Kapital immer wieder glückt, ohne dass es kaum jemand merkt, geschweige denn dass es den Bilanzen schaden würde.  

Diess hat sein Handwerk bei Bosch gelernt. Das sind die mit der Software. Später als Einkäufer handelte er ganz in der Tradition von José López. Neuerdings hat er den afrikanischen Markt unter Berücksichtigung der ehemaligen Kolonien entdeckt, und so weiter und so fort...
« Letzte Änderung: 11. April 2018, 00:16:43 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #232 am: 11. April 2018, 18:21:55 »

Vorstandsvorsitzender Müller geschasst – Keine Änderung der kriminellen Machenschaften
Wenn am 3. Mai 2018 die Jahreshauptversammlung der VW-Aktionäre stattfindet, wird die Ablösung von VW-Chef Matthias Müller das Spitzenthema sein.

Von Korrespondenz aus Gelsenkirchen
Mittwoch,  11.04.2018,  14:48 Uhr


Geht mit einer fetten Rente: Matthias Müller (foto: Volkswagen AG (CC BY 3.0))

Gestern wurde die Ablösung Müllers bekannt und als Nachfolger an der Konzernspitze steht Herbert Diess bereit, einst von BMW zu VW gewechselt und Leiter der Kernmarke VW. Er gilt als extrem ehrgeizig und als harter Verfechter von Kostensenkungen in Zusammenhang mit Stellenstreichungen, um VW noch profitabler zu machen. Außerdem führt er die Tradition des Vorsitzenden mit Ermittlungsverfahren am Hals fort: Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Verdachts der Marktmanipulation.


Der neue: Herbert Diess (foto: Rudlof Simon (CC BY-SA 3.0))

Offenbar ist Müller im Ringen um die Reinwaschung vom Diesel-Betrug nicht mehr zu halten. Müller hatte Mitte 2015, als der ganze Umfang des Abgasbetrugs bei VW so richtig ans Tageslicht kam, Martin Winterkorn als Vorstandsvorsitzenden abgelöst. Dieser hatte völlig unglaubwürdig immer wieder beteuert, dass ihm von der manipulierten Abgassoftware nichts bekannt war. Das ist heute – nicht zuletzt aufgrund der Aufklärungsarbeit der MLPD gemeinsam mit vielen VW-Beschäftigten - widerlegt.

 Zu gerne würde VW sich diesen Makel vom Hals schaffen. Aber Matthias Müller gehörte als Porsche-Chef schon damals mit zum Konzernvorstand, war also mit verantwortlich für den ganzen Betrug. Es wurden neue skandalöse Aktivitäten unter seinem Vorsitz bekannt. So brachte seine Verteidigung der Abgastests mit Affen die Öffentlichkeit gegen ihn auf. Zur Propaganda einer neuen Konzernkultur „nach dem Diesel-Skandal“ gehörte der Beschluss über die Deckelung von Managergehältern auf bescheidene 10 Millionen Euro pro Jahr. Aber dies war Herrn Müller zu wenig und bereits 2017 hat er für sich selbst arrogant diese beschlossene Gehaltsobergrenze durchbrochen und sich 10,14 Millionen Euro genehmigt. Angesichts seiner großen Verantwortung als Manager sei das gerechtfertigt. Seither fühlt er sich durch Kritiker „unfair angegriffen“.

 Für die Automobilarbeiter hält Müller gedeckelte und gekürzte Gehälter für vollkommen richtig. Gerade VW forciert ständig die Auflösung der Tarifeinheit in der Belegschaft durch den Ausbau der Leiharbeit, Auslagerung zehntausender Arbeitsplätze in die konzerneigenen Billiglohn-Töchter Autovision und Sitech. Aber Managergehälter deckeln, dass ging Müller zu weit. Im März 2018 äußerte er in einem Spiegel-Interview zur Diskussion um Gehaltsobergrenzen für Manager: „In Deutschland besteht der Drang, alles politisch regulieren zu wollen. Aber wo soll das enden? Wir hatten so etwas bereits einmal in Form der DDR.“¹

 Im Gegenzug zu Müller kapitalistischer Gier hält die MLPD die sozialistischen Prinzipien der Pariser Kommune auch heute noch für richtig. Nach deren Regeln wurde zu Beginn auch der Sozialismus in der DDR aufgebaut. Sie legen unter anderem fest „Und zweitens zahlte sie (die Pariser Commune) für alle Dienste, hohe wie niedrige, nur den Lohn, den andre Arbeiter empfingen. (...) Damit war der Stellenjägerei und dem Strebertum ein sicher Riegel vorgeschoben...“² Klar, dass einer, der mit 10 Millionen Euro Jahreseinkommen nicht zufrieden ist, solche Verhältnisse als Hölle ansieht.

Müller war und ist in die ganzen kriminellen Abgasmanipulationen verstrickt, er kommt ja von Porsche und es stehen demnächst einige Prozesse an

Ein VW-Kollege

„Müller war und ist in die ganzen kriminellen Abgasmanipulationen verstrickt", so Kollege von VW gegenüber Rote Fahne News zu Müllers bevorstehender „Demission“. "Müller kommt von Porsche und es stehen demnächst einige Prozesse an. Die ganze moralische Verkommenheit von Leuten wie Müller zeigt sich auch an seiner Beteiligung als Beifahrer an einer Fahrerflucht in Südafrika, als ein mit Arbeitern besetzter Kleinbus von der Straße gedrängt wurde. Von seinem möglichen Nachfolger Diess erwarten die Kolleginnen und Kollegen nicht viel, eher eine Verschärfung der Angriffe. Besonders aufgeregt sind die Kolleginnen und Kollegen über die Neubesetzung des Personalvorstandes. Das soll der bisherige Generalsekretär des Konzern-Betriebsrats werden. Es ist schon atemberaubend, wie in den letzten Monaten führende Betriebsräte die Seite wechseln.“

 Der Wechsel des Vorstandsvorsitzenden von VW ändert nichts an der Tatsache, dass die kriminellen Machenschaften dieses Konzerns weiter aufgedeckt und bestraft werden müssen. Dazu fordert die MLPD unter anderem:

* Haftung der Großaktionäre und Top-Manager mit ihrem Privatvermögen!

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw15/vorstandsvorsitzender-mueller-geschasst-keine-aenderung-der-kriminellen-machenschaften

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Fritz Linow


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« Antworten #233 am: 12. April 2018, 23:55:28 »

Wohlsein!
Zitat
Viel wurde über Herbert Diess in den vergangenen Tagen geschrieben („Ruf wie ein Donnerhall“). Was den wenigsten bekannt ist: Er ist Restaurant-Besitzer. In München betreibt er gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn eine Tapas-Bar mit dem schönen Namen „Itxaso“.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213999485/Erinnerungen-an-die-Zeit-in-Spanien.html

Ob schon jemand mal ausprobiert hat, ob das Essen da "gut" ist? Wenn Gläser zum Prosit erklingen, muss nicht Wein die Ursache sein.
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Kuddel


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« Antworten #234 am: 13. April 2018, 02:27:49 »

Zitat
Auf der Aufsichtsratssitzung am heutigen Donnerstag soll beschlossen werden, dass er seinen Posten räumt, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Seinen Vorstandsvertrag werde Müller aber behalten.

Bis zu dessen Auslaufen im Februar 2020 wird der Manager Geld von Volkswagen erhalten. „Eine Vertragsaufhebung würde keinen Sinn machen, da die Abfindung genauso hoch sein würde wie der laufende Vertrag“, sagte eine involvierte Person. Gemessen am bisherigen Jahresverdienst wird er damit knapp 20 Millionen Euro erhalten.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/vw-vorstandsumbau-matthias-mueller-erhaelt-sein-millionen-gehalt-bis-2020/21168842.html
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« Antworten #235 am: 16. April 2018, 20:18:27 »

VW-SKANDAL
Zulieferer ausspioniert und kaltgestellt
Die Führungsspitze von VW ist offensichtlich nicht bereit, ihre skandalösen Machenschaften aufzugeben, mit denen sie ihre Profit- und Machtinteressen durchsetzen wil.

Von ba
Montag,  16.04.2018,  13:30 Uhr

Der neue VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess will die VW-Spitze als saubere Truppe verkaufen. In der Belegschaft ist er aber schon dafür verrufen, rücksichtlos Arbeitsplätze zu vernichten, um VW noch profitabler zu machen. Und - welch Zufall - die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt schon gegen ihn wegen des Verdachts der Marktmanipulation.

 Die geschassten Führungskräfte haben dagegen ihre Schuldigkeit getan – und können gehen: Vorstandschef Matthias Müller mit einer Betriebsrente von 3.600 Euro - am Tag! Und der ausgetauschte Einkaufschef García Sanz bekommt die „Kleinigkeit“ von 2.990 Euro Betriebsrente, ebenfalls pro Tag.

 Mit welcher unverfrorenen Dreistigkeit VW dabei vorgeht, zeigt der am Wochenende bekannt gewordene Vorgang um den Zulieferer Prevent. Die VW-Spitze ließ die Firma seit März 2017 von Privatdetektiven der Kanzlei Hogan ausspionieren. Dazu wurden 37 ihrer Führungskräfte und zum Teil deren Familien beschattet.

Mit dem "Projekt Herzog" genannten Vorgehen wollte die VW-Spitze offenbar Schwachstellen bei Prevent aufspüren, um diese aufmüpfige Zuliefererfirma maßregeln zu können. Im August 2016 hatte ein Lieferstopp von Sitzbezügen und Gussteilen für Getriebe durch zwei in der Prevent-Gruppe zusammengeschlossene Automobilzulieferer den VW-Konzern rund 100 Millionen Euro gekostet.

 Das sächsische mittelständische Unternehmen CarTrim und sein Schwesterunternehmen ES Autoguss hatten die fristlose Kündigung eines Großauftrags durch VW und Porsche im Umfang von 56 Millionen Euro ohne Schadensersatzleistungen nicht akzeptiert.

Normalerweise hat ein Zulieferer gegenüber einem Übermonopol wie VW kaum Druckmittel. Für jedes Teil gibt es mindestens zwei Lieferanten. Diese werden gnadenlos gegeneinander ausgespielt und in den Würgegriff genommen. Die Zulieferer wälzen den Druck des Übermonopols auf ihre Belegschaften ab und versuchen dort die Ausbeutung zu steigern.

 Die Prevent-Gruppe war aber damals im Bereich Getriebeteile vorübergehend der einzige Zulieferer von VW. Der Lieferstopp brachte VW deshalb in eine Zwickmühle. Auch Drohungen mit Geld- und Gefängnisstrafen sowie mit Polizeieinsatz nutzten nichts.

 So musste die VW-Spitze Zugeständnisse machen. Sie schloss einen langfristigen Liefervertrag mit ES Autoguss ab. Außerdem musste VW 13 Millionen Euro an CarTrim zahlen und seinerseits auf Schadensersatzforderungen verzichten. Nach dem anfänglich martialischen Auftreten musste der Konzern also recht kleinlaut zurückrudern.

VW-Spitze spionierte Zulieferer auf Struktur und Netzwerke aus
Das wollte VW auf keinen Fall auf sich sitzen lassen. Ein VW-Sprecher erklärte dazu laut Bild am Sonntag jetzt: "Wir haben in der damaligen Ausnahmesituation, in der uns Prevent durch unrechtmäßige Lieferstopps in eine Zwangslage gebracht hatte, Recherchen über die Gruppe in Auftrag gegeben, insbesondere um mehr Transparenz über deren Strukturen und Netzwerk zu bekommen.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

 Nun hat VW kurz vor den Osterfeiertagen wieder kurzfristig und rechtlich fragwürdig vertraglich vereinbarte Lieferungen von allen Prevent-Firmen gekündigt. Die Prevent-Tochter Foamtec aus Stendal muss deshalb schließen. Das "Projekt Herzog" hatte unter anderem zum Ziel, einen alternativen Zulieferer zu Prevent "aufzubauen". Das scheint jetzt offenbar gelungen.

 Die bürgerlichen Politiker wie der damalige niedersächsischen Regierungschef Stephan Weil (SPD) und rechte Gewerkschaftsführer wie der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Bernd Osterloh blamierten sich damals mit ihrer Zustimmung zur Erpressungspolitik von VW gegenüber Prevent. Osterloh bejubelt auch jetzt wieder den Umbau der Führungsspitze. Gunnar Kilian, bisher Generalsekretär im Betriebsrat, wird für diese „Vasallentreue“ der Betriebsratsspitze nun mit dem Posten des Personalvorstands belohnt.

Der Wechsel des Vorstandsvorsitzenden von VW und die weiteren personellen Umbauten ändern nichts an den skandalösen und kriminellen Machenschaften dieses Übermonopols. Sie müssen weiter vollständig aufgedeckt und bestraft werden. Die Belegschaft wird sicher auch die „Großzügigkeit“ der Führungskräfte untereinander richtig zu würdigen wissen.

 Auch wenn es sich um eine Auseinandersetzung zwischen Kapitalisten um den größeren Anteil an der Ausbeutung handelte, wurde im Zusammenhang mit dem Zulieferstopp durch Prevent deutlich: Die internationalisierte, hoch arbeitsteilige Produktion ist äußerst störanfällig. Erst recht gilt das für Kämpfe der Belegschaften.

 Jeder Streik, selbst von Teilen der Belegschaft, kann eine enorme Kraft entfalten und starken Druck auf die Chefetagen von Übermonopolen ausüben. Für die Arbeiterklasse ist der Zusammenschluss der Belegschaften der Übermonopole und Zulieferer gegen die Kapitalisten die entscheidende Perspektive.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw16/aufmuepfige-zulieferer-ausspioniert-und-teilweise-kalt-gestellt-1
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Fritz Linow


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« Antworten #236 am: 24. April 2018, 00:06:35 »

Der ehrgeizige Frank Patta, der sich u.a. auch so sehr für die Leiharbeiter in China eingesetzt hatte, ist zurückgetreten. Grund scheint wohl zu sein, dass die konzerneigenen Gewerkschaftsstrukturen gerade zerschlagen werden. Beides ist irgendwie gut:

Zitat
23.4.18
Pattas Rücktritt wirft viele Fragen auf

Karriere des VW-Generalsekretärs endet in der Sackgasse.

Allen offiziellen Erklärungsversuchen zum Trotz wirft der Rückzug von Frank Patta viele Fragen auf. Der zurückgetretene Generalsekretär des Europäischen- und Weltkonzernbetriebsrates (EKBR/WKBR) und des Ausschusses der Marke Volkswagen hat ihn Ende vergangener Woche in einem Schreiben an die Kollegen aus seiner Sicht erläutert. Darin äußert er zwar Zustimmung zu den Argumenten der Wolfsburger Betriebsratsspitze, warnt aber auch vor möglichen Folgen.

Die Stärkung der Betriebsratsarbeit in Wolfsburg trage er mit, so Patta in seinem Schreiben. Allerdings verwundert es schon, dass ausgerechnet Pattas sogenanntes „internationales Betriebsratsmandat“ nun wegfällt und stattdessen für die Arbeit im Betrieb genutzt werden soll. Denn ohne dieses Mandat könne er gar nicht in die Gremien von EKBR/WKBR gewählt werden, wie er erläutert. Er entschied sich, den Posten des Generalsekretärs aufzugeben und fortan als einfaches Betriebsratsmitglied an der Basis zu wirken. Wer den sehr ehrgeizigen Patta ein wenig kennt, mag an diese Interpretation nicht so recht glauben.

Betriebsratschef Bernd Osterloh erklärt das interne Vorgehen so: „Ein Ergebnis der Belegschaftsbefragung war, dass sich die Kolleginnen und Kollegen vor Ort mehr Betreuung wünschen. Diesen Wunsch nehmen wir jetzt konsequent auf.“ Patta spricht in seinem Schreiben vieldeutig von „die Ereignisse der letzten Zeit, insbesondere die Geschehnisse der letzten Woche“, hätten ihn zu seinem Schritt veranlasst. Nähere Erläuterungen liefert er nicht.

Prinzipiell sei es richtig, die Strukturen an die veränderten Zuschnitte im Volkswagen-Konzern anzupassen, so Patta in seinem Schreiben. Dadurch aber, „laufen wir Gefahr, mittelfristig den Zusammenhalt im EKBR/WKBR durch die weitere Zersplitterung des Konzerns in einzelne Markengruppen, Geschäftsfelder und Holdingstrukturen zu verlieren. Die jüngst beschlossene Umstrukturierung des Konzerns erhöht dieses Risiko und den daraus resultierenden Handlungsdruck für meinen Nachfolger/in und des EKBR/WKBR“.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article214103133/Pattas-Ruecktritt-wirft-viele-Fragen-auf.html
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Kuddel


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« Antworten #237 am: 04. Mai 2018, 09:37:59 »

Zitat
US-Justiz klagt Ex-VW-Chef Martin Winterkorn an

Die USA weiten ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen VW-Mitarbeiter in der Dieselgate-Affäre aus. Nun ist auch der langjährige Konzernchef Martin Winterkorn unter den Beschuldigten.
http://www.fr.de/wirtschaft/abgas-skandal-us-justiz-klagt-ex-vw-chef-martin-winterkorn-an-a-1499450

Uns ist es schon lange klar, was für ein kriminelles Pack an der Spitze der Autokonzerne sitzt. Hier setzt sich nicht der "Rechtsstaat" durch. Die deutsche Justiz hat schon immer weggeschaut bei den Rechtsbrüchen der deutschen Konzerne. Der amerikanische Vorstoß ist wohl weniger dem Rechtsempfinden geschuldet, denn dem Konkurenzkampf zwischen der US Autoindustrie und der deutschen.
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counselor


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« Antworten #238 am: 06. Mai 2018, 10:52:20 »

Zitat
VW prüft Schadenersatzansprüche gegen Winterkorn

Wolfsburg (dpa) - Im Abgasskandal hat die US-Justiz Martin Winterkorn angeklagt. Nun prüft der VW-Aufsichtsrat auch Schadenersatzansprüche gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden. «Die Prüfung dauert seit längerer Zeit an und wird unabhängig von behördlichen Verfahren durchgeführt», sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichtet mit Blick auf mögliche Schadenersatzforderungen, dass Winterkorn der Ruin drohe. Sein Vermögen könnte im Extremfall komplett weg sein.


Quelle: http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/vw-prueft-schadenersatzansprueche-gegen-winterkorn-15576502.html
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Onkel Tom


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« Antworten #239 am: 07. Mai 2018, 07:09:28 »

Eine ähnliche Info habe ich aus der Glotze erfahren.. Ich hoffe sehr, das
Winterkorn sein "komplettes Vermögen" verliert..

Daumendrück, Händereib und übermäßiges Verlangen dannach, Gierlappen
in den Abgrund stürzen zu sehen.. Ob er dann zur Grusi muss ?
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« Letzte Änderung: 07. Mai 2018, 07:14:43 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
dagobert


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« Antworten #240 am: 07. Mai 2018, 12:47:23 »

Eine ähnliche Info habe ich aus der Glotze erfahren.. Ich hoffe sehr, das Winterkorn sein "komplettes Vermögen" verliert..
Das wird nicht passieren.
Allenfalls eine kleine Forderung als Leckerli für die Öffentlichkeit.
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« Antworten #241 am: 01. Juni 2018, 21:25:17 »

Den Medien war es bisher keine Zeile wert:

Ein Leiharbeiter des VW Werks Changchun (China) sitzt seit einem Jahr im Knast, weil er den Konzern aufgefordert hat, sich an das geltende Arbeitsrecht zu halten.

Um das mediale Schweigen zu durchbrechen, haben wir eine Protestaktion am VW Werk in Hannover durchgeführt (denn in dem Werk gab es im vergangenen Jahr ebenfalls Leiharbeiterproteste).



Weitere Infos zu der Aktion:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329255.0
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Fritz Linow


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« Antworten #242 am: 01. Juni 2018, 21:53:22 »

Eigentlich auch keine Meldung wert:
Zitat
31.5.18
Vom Auswärtigen Amt zu VW
...Ein führender VW-Mitarbeiter ist zugleich Beamter im Auswärtigen Amt - wenn auch beurlaubt...Denn der Leiter der VW-Abteilung "Internationale und Europäische Politik", Jens Hanefeld, ist zugleich Beamter des Auswärtigen Amtes..."Es ist auch ein Instrument, um das Kennenlernen zwischen wirtschaftlichem und ministeriellem Tätigwerden zu regeln. Und das ist eigentlich auch in diesem Fall der Fall."...

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-lobbyismus-politik-101.html
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Nao


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« Antworten #243 am: 02. Juni 2018, 19:05:35 »

Zitat
Volkswagen plant drei neue Werke in China

Der VW-Konzern weitet seine Kapazitäten in China aus. In drei neuen Fabriken sollen vor allem große SUVs gebaut werden. Für die Zukunft ist die Produktion von Elektroautos geplant.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-in-china-drei-neue-werke-geplant-a-1210877.html
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Fritz Linow


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« Antworten #244 am: 19. Juni 2018, 19:49:34 »

In der englischen Wikipedia wird der Kampf der Leiharbeiter bei FAW-Volkswagen recht ausführlich beschrieben:
https://en.wikipedia.org/wiki/FAW-Volkswagen

Nicht schlecht, leider fehlt die aktuelle Entwicklung und die IGM kommt noch zu gut weg.
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Fritz Linow


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« Antworten #245 am: 19. Juni 2018, 23:24:12 »

Hier ein geistesgetörtes Werbefilmchen von Schnellecke Logistics AG & Co. KG:
https://www.youtube.com/watch?v=B463P81b1Pc

Das als in diesem Clip bezeichnete Familienunternehmen ist ein hochgradig verfilztes und korrumpiertes Unternehmen, das überall dort, wo auch Volkswagen seine dreckigen Finger im Spiel hat, ordentlich mitmacht und teilweise sogar als Vorhut voranschreitet. Das ist kein flockiges "Familienunternehmen".

Der Schöpfer dieser Unternehmenstruktur erdreistete sich schon in den 70ern, als speichelleckerisches Subjekt in die Arbeiterschaft einzugreifen, indem er sich als wohlgefälliger Disputant und rätselhafter Schwammkopf andiente. Der Lohn war letztendlich ein Job als Oberfuzzi von Wolfsburg (zu mehr hat es nicht gereicht, aber reicht ja auch).

Wer sich über Volkswagen informieren will, sollte nicht die ganzen ekligen Zulieferer vergessen.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2018, 23:44:53 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #246 am: 29. Juni 2018, 19:32:04 »

Zitat
29.6.18
Seit 80 Jahren fest verwoben mit VW

In Wolfsburg wird an diesem Wochenende gefeiert: Die VW-Stadt wird 80. Mit viel Musik und Show setzt sich der Konzern in Szene. Doch dass Tausende Zwangsarbeiter bis 1945 in Wolfsburg ausgebeutet wurden, kommt kaum zur Sprache, kritisieren Historiker.
(...)
"Was feiert man in Wolfsburg ... die Zukunft? Fällt mir nix drauf ein, was die hier feiern! Ich meine - ich bin im Grunde Wolfsburger, ich wohne 75 Jahre hier, ich habe das ja alles mitgemacht, den ganzen Aufbau alles und war 45 Jahre bei VW. Aber wenn Sie mich über die Zukunft fragen ..."
(...)
"Wenn man sich jetzt die 80-Jahr-Feier anschaut, dann ist das alles sehr 'hochglanzausgestattet', und die Erinnerungen an die historisch entscheidenden Gründungsjahre, die werden immer zurückgestellt. Ich fände es besser, die Stadt würde offen damit umgehen, es einfach nennen, und dann ist das für jeden klar. Und man muss das nicht immer verstecken."

Es wird aber versteckt - und das sei eigentlich ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Wolfsburg, meint der ehemalige VW-Chefhistoriker Manfred Grieger. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dürfe doch auch bei einer Geburtstagsfeier nicht einfach ausgeblendet werden.

"Naja, ich denke, es geht um dieses Nachdenken darüber, wie sich Geschichte, oder meinetwegen unliebsame Aspekte der eigenen Geschichte, integrieren lassen. Es sieht ja so aus, als hätte es gar kein Bemühen gegeben, diese Thematik überhaupt einzubinden - weil ja der Blick auf die Zukunft gerichtet ist, in der ja dann, wenn ich die Verlautbarungen richtig verstehe, alles gut sein wird, weil ... digital."
https://www.deutschlandfunk.de/wolfsburg-seit-80-jahren-fest-verwoben-mit-vw.769.de.html?dram:article_id=421675

Ein wenig Einfühlsamkeit kam dann doch noch beim Empfang:
Zitat
29.6.18
(...)
Auch Herbert Diess bekannte sich zur „dunklen Vergangenheit“ sowie zu den „schmerzhaften Erfahrungen“ im Dieselskandal: „Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Folgen auf- und abzuarbeiten“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende. Dazu gehöre „eine neue, offenere und ehrlichere Führungskultur mit neuen technologischen Schwerpunkten und Kompetenzen“.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article214726609/Wir-werden-die-Innenstadt-neu-erfinden.html

An offener und ehrlicher Führerkultur hat es noch nie gemangelt.
« Letzte Änderung: 29. Juni 2018, 23:47:48 von Fritz Linow » Gespeichert
Gino


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« Antworten #247 am: 04. Juli 2018, 02:40:21 »

Zitat
Auch Herbert Diess bekannte sich zur „dunklen Vergangenheit“ sowie zu den „schmerzhaften Erfahrungen“ im Dieselskandal: „Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Folgen auf- und abzuarbeiten“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende. Dazu gehöre „eine neue, offenere und ehrlichere Führungskultur mit neuen technologischen Schwerpunkten und Kompetenzen“.

Aber nur mit den gleichen Leuten, oder zumindest Leuten die genauso brav zu allem klatschen. 
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Fritz Linow


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« Antworten #248 am: 11. Juli 2018, 22:14:16 »

Zitat
12.7.18
Im Dienst der Konzerne
Medien werden immer mehr zu PR-Maschinen von Unternehmen. Jüngstes Beispiel: VW und die Braunschweiger Zeitung
(...)
Die BZ spart sich kritische Blicke auf den größten Arbeitgeber der Region schon länger.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/335851.im-dienst-der-konzerne.html

Ei, wer hätte gedacht, dass die Regionalzeitungen von Volkswagen abhängig sind? Alles so weit richtig. Das ist schon mal einen Artikel in der Jungen Welt wert. Fairerweise sollte man auch erwähnen, dass wenn überhaupt, es die zur BZ gehörende Wolfsburger Nachrichten sind, die ab und an mal tatsächlich kritisch über VW berichten, allerdings eher durch die Blume.

Zitat
Was die Zeitung hier abgeliefert hat, ist nur ein besonders groteskes Beispiel für die Bedienung kommerzieller Interessen trotz publizistischen Auftrages in deutschen Verlagen. Angesichts der täglichen Praxis der Konzernmedien ist die Ziffer sieben des Pressekodexes des Deutsches Presserates längst zur Lachnummer verkommen. Dort heißt es: »Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden.« Verleger und Redakteure hätten »derartige Versuche« abzuwehren und »bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen«, dies kenntlich zu machen.

Ach was...
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Onkel Tom


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« Antworten #249 am: 12. Juli 2018, 16:30:27 »

Huch, den Punkt 7 im Pressecodex kannte ich noch nicht..

Das sollten sich unter anderem die Verlage und Jornalisten noch mal zu Augen
führen, die meinen, durch ihre Arbeit ständig dem "Staat" in den Anus schlüpfen
zu wollen..

 Roll Eyes
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Lass Dich nicht verhartzen !
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