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Autor Thema: Invasion auf Haiti ?  (Gelesen 14147 mal)
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Solidanosh


Beiträge: 175



« Antworten #50 am: 17. Mai 2010, 17:01:16 »

Ich werde den Eindruck nicht los, dass in Haiti die USA ihr Menschen als Versuchskannichen haben wollen, indem Sie genverseuchtes Essen geben wollen, im Namen der Hilfe. Ich habe den Eindruck, dass man mit dem Essen evtl auf subtile art und weise den Willen des volkes brechen will, wer weiss was in der Nahrung noch für Substanzen sind. Mich würde es sogar nichtmal wundern, wenn die USA mit Hilfe einer geheimen Waffe das Erdbeben realisiert hätten.

Die USA sind doch der letzte perverstste Satanistenhaufen auf der Erde.
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Sir Vival


Beiträge: 1764



« Antworten #51 am: 18. Mai 2010, 13:17:00 »

"Die USA sind doch der letzte perverstste Satanistenhaufen auf der Erde."

nee nee!
Die sind unterwegs im Auftrag des Herrn! Also manchmal frag ich mich, wie die Affen auf den Mond gekommen sind.
Ansichten aus dem Mittelalter ziehen aber offenbar auch in der Neuzeit.  Sad
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Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Es gibt 2 Arten von Politikern:
- der eine kann nichts!
- der andere nichtmal das!
Solidanosh


Beiträge: 175



« Antworten #52 am: 19. Mai 2010, 22:48:28 »

"Die USA sind doch der letzte perverstste Satanistenhaufen auf der Erde."

nee nee!
Die sind unterwegs im Auftrag des Herrn! Also manchmal frag ich mich, wie die Affen auf den Mond gekommen sind.
Ansichten aus dem Mittelalter ziehen aber offenbar auch in der Neuzeit.  Sad


Na , da frag mal George W Bush... er ist auch sehr "Religiös" - damit hätten ja BinLaden und Bush eines gemeinsam....
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Abraxas


Beiträge: 438



« Antworten #53 am: 22. Mai 2010, 09:08:55 »

Da kan ich euch beruhigen. Ich garantiere euch-es gibt keinen Gott
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"es ist eine dumme idee menschen schlecht zu behandeln, die mit deinem essen alleine sind"
Aloysius


Beiträge: 2835



« Antworten #54 am: 22. Mai 2010, 16:05:40 »

Schon gewusst? Bill Clinton regiert derzeit Haiti.

http://www.truthout.org/foreign-led-commission-now-governs-haiti59537

Zitat
On April 15, the Haitian Parliament ratified a law extending by 18 months the state of emergency that President René Préval declared after the earthquake of January 12. The Parliament also formally ceded its powers over finances and reconstruction, during the state of emergency, to a foreign-led Interim Commission for the Reconstruction of Haiti (CIRH). The CIRH's mandate is to direct the post-earthquake reconstruction of Haiti through the $9.9 billion in pledges of international aid, including approving policies, projects, and budgeting. The World Bank will manage the money.

The majority of members on the CIRH are foreign. The criterion for becoming a foreign voting member is that the institution has contributed at least $100 million during two consecutive years, or has cancelled at least $200 million in debt. Others who have given less may share a seat. The Organization of American States and non-governmental organizations working in Haiti do not have a vote.

The CIRH is headed by U.N. Special Envoy Bill Clinton and Prime Minister Jean-Max Bellerive. The only accountability or oversight measure is veto power by Préval.


Der wichtige, letzte Absatz in meiner Übersetzung:

Die CIRH wird geleitet vom UN Sonderbotschafter Bill Clinton und Premier Minister Jean-Max Bellerive. Die einzige Möglichkeit von Verhinderung von Massnahmen is durch Veto von Préval.

Gute Wahl, der Typ könnte dem Teufel die Hölle abkungeln, genialer 'Snake-Oil-Charmer'


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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #55 am: 26. Mai 2010, 19:26:42 »

Zitat
Hunderte demonstrieren gegen Präsident Preval
26. Mai 2010, 09:07

Die Proteste gegen Präsident Preval dauern bereits seit Wochen an. Seine Gegner werfen ihm vor, die Lage nach dem Erdbeben Mitte Jänner auszunutzen, um die Wahl eines Nachfolgers zu hintertreiben.


    * Artikelbild: Die Proteste gegen Präsident Preval dauern bereits seit Wochen an.
Seine Gegner werfen ihm vor, die Lage nach dem Erdbeben Mitte Jänner auszunutzen,
 um die Wahl eines Nachfolgers zu hintertreiben. - Foto: AP/Esteban Felix


Proteste ohne Zwischenfälle - US-Senatsausschuss billigte Milliarden-Hilfen

Port-au-Prince - Erneut haben in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince Hunderte Menschen gegen Präsident Rene Preval demonstriert. Sie forderten den Staatschef zum Rücktritt auf, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag (Ortszeit) berichtete. Die Demonstration verlief ohne größere Zwischenfälle. Zeitgleich protestierten nahe der staatlichen Universität zahlreiche Studenten gegen die Mission der Vereinten Nationen in Haiti. Einige von ihnen warfen Steine auf UN-Fahrzeuge. Es sei niemand verletzt worden, sagte ein UN-Mitarbeiter. Am Montag und Dienstag war es nach der Festnahme eines Studenten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.

Andauernde Proteste

Die Proteste gegen Preval dauern bereits seit Wochen an. Seine Gegner in den Reihen der Opposition und in den Gewerkschaften werfen ihm vor, die Lage nach dem Erdbeben Mitte Jänner auszunutzen, um die Wahl eines Nachfolgers zu hintertreiben. Anfang des Monats hatte der Senat einem bereits im Parlament gebilligten Gesetz zugestimmt, das Prevals Amtszeit bis zum 14. Mai kommenden Jahres ausdehnt. Eigentlich soll an diesem Tag ein neuer Staatschef ins Amt eingeführt werden, aber nur dann, wenn noch in diesem Jahr gewählt wird. Preval strebe eine Mandatsverlängerung an, kritisierten Oppositionspolitiker. Preval dagegen erklärte Mitte Mai: "Ich werde mein Mandat nicht verlängern, denn die Regierung wird alle Vorbereitungen für die Wahl in Angriff nehmen."

Bei dem Erdbeben am 12. Jänner wurden in Haiti zwischen 250.000 und 300.000 Menschen getötet. Die ohnehin marode Infrastruktur des Landes wurde weitgehend zerstört. Der Außenausschuss im US-Senat in Washington billigte am Dienstag ein Hilfspaket in Höhe von zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro). Die Gelder sollen in einen Fonds fließen, aus dem über zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der haitianischen Regierung Infrastrukturprojekte gefördert werden sollen. Der Gesetzentwurf muss noch vom Senat und vom Abgeordnetenhaus abgesegnet werden. (APA)
http://derstandard.at/1271377467860/Hunderte-demonstrieren-gegen-Praesident-Preval
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #56 am: 30. Mai 2010, 15:34:24 »

In dieser Woche gab es in Haiti bereits mehrere Demonstrationen gegen Präsident Rene Préval, dem viele vorwerfen, er nütze die Erdbebenkatastrophe aus, um die Wahlen zu verschieben und länger im Amt zu bleiben. Auch hunderte Studenten protestierten gegen die UN-Mission auf Haiti und warfen Steine auf UN-Fahrzeuge. Die Menschen sind äußerst unzufrieden über den unzureichenden Wiederaufbau: es gibt immer noch 1,7 Millionen Obdachlose in Notunterkünften.

http://www.rf-news.de/2010/kw21/29.05.10-haiti-wieder-proteste-gegen-praesident-und-un-truppen
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Kuddel


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« Antworten #57 am: 18. Juni 2010, 11:32:26 »

Zitat
Jetzt sind sie auch noch undankbar! 10.000 Menschen gegen Monsanto

Monsanto wollte helfen - wem auch immer. 400 Tonnen Saatgut sollen 2010 nach Haiti gehen. Nur: Die haitianischen Bauern wollen dieses "Geschenk" nicht - schliesslich handelt es sich dabei um Gentechnik. Und da inzwischen wieder kaum etwas über ihr Leben an die Öffentlichkeit kommt, beschlossen sie eine Demonstration zu organisieren - gegen Monsanto. 10.000 Menschen nahmen Anfang Juni teil, wird in dem Artikel "Haitian peasants march against Monsanto Company for food and seed sovereignty"vom 16. Juni 2010 bei via campesina berichtet.
http://viacampesina.org/en/index.php?option=com_content&view=article&id=930:haitian-peasants-march-against-monsanto-company-for-food-and-seed-sovereignty&catid=49:stop-transnational-corporations&Itemid=76

http://www.labournet.de/internationales/rh/index.html
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ThePoor


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« Antworten #58 am: 18. Juni 2010, 13:03:07 »

da sind die Haitianer ja klüger als die USA und große Teile der Welt,

US-Präsident Barack Obama hat in den letzten Wochen mehrere wichtige Posten innerhalb seiner Administration mit Gefolgsleuten des Gentechnik-Konzerns Monsanto besetzt.
http://www.genfoodneindanke.de/wp/2009/10/usa-obama-setzt-auf-monsanto/

Monsanto's High Level Connections to the Bush Administration
http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Monsanto%27s_High_Level_Connections_to_the_Bush_Administration

für mich ist Montesanto eine der größten Gefahren seit dem 2. Weltkrieg.
« Letzte Änderung: 18. Juni 2010, 14:00:41 von ThePoor » Gespeichert
Kuddel


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« Antworten #59 am: 02. Juli 2010, 16:20:02 »

Zitat
Monsantos WINNER-Zauber für Haiti

Thomas Pany 02.07.2010
Der Agrar- und Biotechnikkonzern will Tonnen von Saatgut an das arme Land verschenken, Bauern fürchten Schlimmes und verweigern die Hilfe

Der Konflikt gehört zu denen, die den Anfang des 21. Jahrhunderts charakterisieren, doch schwingt viel Mittelalter mit, feudale Interessen, Bauernrebellion und Beschwörungen von Himmel und Hölle. Auslöser ist ein Geschenk des Life-Sciences-Unternehmens Monsanto an das hilfsbedürftige Haiti: 475 Tonnen Saatgut im Wert von etwa 4 Millionen Dollar; Hybridsaat für Mais und Gemüse für die Bauern des armen Landes, umsonst.


Geboren wurde die PR-Idee Monsantos auf dem diesjährigen World Economic Forum in Davos, in höheren Sphären also. In der haitianischen Wirklichkeit kam die Spende nicht gut an, es rief 12 000 wütende Bauern zum  Protest auf die Straße und spornte einen Wortführer dazu an, von einem "neuen Erdbeben" zu sprechen. Man verbrannte eine symbolische Menge des bereits gelieferten Saatguts, alles wolle man nicht verbrennen, betonte Doudou Pierre Festile, Sprecher der Organisation Mpnkp, denn das würde "die Luft verpesten".
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Monsanto sät Unheil, so Argumente (in detaillierter Ausführung hier nachzulesen) der Gegner des "Geschenks", das man als vergiftet bezeichnet. Der Hybrid-Mais, eine Kreuzung aus zwei Sorten gentechnisch veränderter Monsanto-Sorten, bringe die einheimische Landwirtschaft langfristig in Abhängigkeit zum Großkonzern, er verdränge lokale Sorten und verlange teure Neubestellungen des Saatguts, da die Saatkörner des aus dem Geschenk erwachsenen Mais nicht zum Wiederanbau taugen.

Das Giftige an der geschenkten Saat ist jedoch nicht nur metaphorisch gemeint, sondern ganz konkret. Man fürchtet aber auch tatsächliche gesundheitliche Schäden, die man allein schon bei der Berührung mit ihm riskiere, wie dies von Kritikern des Hybrid-Maises ins Feld geführt wird. Man stützt sich dabei immerhin auf Erkenntnisse der US-Umweltschutzagentur (EPA). Demnach ist ist die geschenkte Hybrid-Mais-Saat mit "Fungizid Maxim XO" behandelt und die ebenfalls gespendete Tomatensaat Calypso mit "Thiram":

Thiram gehört zu einer hochgiftigen Klasse von Chemikalien mit der Bezeichnung Ethylenbisdithiocarbamate (EBDC). Die Ergebnisse von Tests mit EBDC an Mäusen und Ratten riefen Bedenken bei der US-Umweltschutzagentur (EPA) hervor, die daraufhin eine Sonderüberprüfung in Auftrag gab. Die EPA bestimmte, dass die mit EBDC behandelten Pflanzen für landwirtschaftliche Arbeiter so gefährlich sind, dass sie beim Umgang mit diesen Pflanzen eine spezielle Schutzkleidung tragen müssen. Nach der Regelung der EPA müssen Pestizide, die Thiram enthalten, ein spezielles Warnetikett enthalten. Die EPA untersagte darüber hinaus die Vermarktung der Chemikalien für viele Produkte für Haus und Garten, weil sie davon ausgeht, dass viele Hobbygärtner nicht die passende Schutzkleidung haben.

Wie gefährlich der gentechnisch-veränderte Mais tatsächlich für die Gesundheit ist, ist nicht restlos geklärt; ein Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für genetisch veränderte Organismen (GVO-Gremium) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Monsanto-Maishybrid 2004 zu dem Ergebnis, dass "keine Einigung hinsichtlich der Evaluierung der Sicherheit des Hybridmais erzielt" werden konnte.

Dass sich bei der Einschätzung der Risiken Lager bekämpfen, deren Extrempole einerseits Geschäftsleute markieren, Saatgut-Macchiavellis, die auf Monopolmacht feudaler Art aus und rabiate Pflanzenausreisser andrerseits, macht die Wahrheitsfindung über wissenschaftliche Methoden hinaus auch zu einem politischen Problem. Aus der politischen Perspektive zeigt sich wiederum, dass dier PR-Aktion Monsantos durchaus ihre Haken hat, die als Enterhaken eines Konzerns funktionieren können, der es auf die Landwirtschaft in Haiti abgesehen hat.

Da gibt es zum Beispiel die hervorragenden Beziehungen Monsantos zu amerikanischen Organisation USAID, die auch das Saatgut Monsantos über deren Hilfsprogramm WINNER verteilt. Die Macht der USAID in Haiti ist beträchtlich, wie eben auch die Macht der USA auf Haiti groß ist. Manche sprechen sogar davon, dass Bill Clinton der wahre Präsident Haitis sei.

Die USA sorgen mit ihrer Armee für Sicherheit, US-Vertreter arbeiten sehr eng mit Ministerien in Haiti zusammen, um Hilfe zu organisieren – es gibt plausible Indizien für solche Wahrnehmungen. Dass Mosanto in der benachbarten dominikanischen Republik erfolgreich ist, beruhigt die aufgebrachten Gemüter in Haiti nicht. Man wolle "Saat-Souveränität", fordern Bauernorganisationen.

Praktische Argumente, die von Seiten der USAID zur Untesrtützung der Monsato-Gabe propagiert werden, lauten, dass die Ernte mit dem Mosanto-Hybrid-Samen ertragreicher wird. Allerdings ist das nur ein kurzfristiger Effekt (siehe oben). Der braucht aber auch darüberhinaus ein bestimmtes Düngemittel, dessen Verwendung ebenfalls sehr in der Kritik steht.

Haiti hat in der Vergangenheit schon einmal schlechte Erfahrungen mit Saatgutimporten gemacht:

Unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds wurde das zentralamerikanische Land 1995 gezwungen, die Importzölle für Reis von 35 Prozent auf nur 3 Prozent zu senken. Als Ergebnis stieg der Reisimport in neun Jahren um 150 Prozent. Heute kommen drei von vier Portionen Reis, die in Haiti gegessen werden, aus den USA. Die rund 50 000 einheimischen Reisbauern und -bäuerinnen sind die grossen VerliererInnen
Marina Mai, WOZ


http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32890/1.html
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« Antworten #60 am: 24. Juli 2010, 11:31:12 »

Zitat
Generalstreik in Haiti angesetzt

Port-au-Prince (apn) Gegner des haitianischen Präsidenten René Préval haben für (den heutigen) Donnerstag zu einem Generalstreik aufgerufen. Sie fordern eine Verschiebung der für den 28. November angesetzten Präsidentenwahl und die Einrichtung eines neuen Wahlrats, da der Bestehende korrupt sei. Bewohner deckten sich angesichts des erwarteten Streiks am Mittwoch mit Benzin und Wasser ein. Der schleppende Verlauf des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar hat in dem Karibikstaat Frustration und Verärgerung hervorgerufen.
http://de.news.yahoo.com/1/20100722/tde-generalstreik-in-haiti-angesetzt-61556ad.html
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« Antworten #61 am: 18. September 2011, 19:18:32 »

Zitat
Haiti: Studenten fordern Abzug von UN-

Am Mittwoch demonstrierten in Port-au-Prince auf Haiti Studenten für den sofortigen Abzug der UN-Truppen (MINUSTAH), die sie als Besatzungstruppe bezeichnet. Aktueller Anlass für den Protest ist die Vergewaltigung einer jungen Haitianerin durch vier UN-Soldaten. Die Studenten setzten sich dabei über ein Demonstrationsverbot hinweg. Die Polizei ging mit einer Unmenge an Tränengas gegen die Demonstranten vor, so dass umliegende Gebäude, darunter auch eine Klinik, von den Tränengasschwaden eingehüllt wurden.
http://www.rf-news.de/2011/kw37/17.09.11-haiti-studenten-fordern-abzug-von-un
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« Antworten #62 am: 11. Oktober 2011, 17:50:19 »

Zitat
Bericht aus Haiti: Wo ist das Geld?

Bill Quigley, der diesen Report am 7. Oktober 2011 schrieb, hätte Berichte kurz nach dem Erdbeben nochmals lesen sollen, die erzählten, wie die Amis alles an sich rissen, Truppen landeten statt Nahrung und Wasser, nicht-US-Flugzeugen mit Hilfe an Bord die Landung verweigerten, und obendrein die Gangster Bush und Clinton als Koordinateure der Hilfe einsetzen. Na und da war das Geld in den richtigen Händen. Das US_Eingreifen war von Anfang als Genozid-Aktion angelegt. Und dann übte man so lange Druck auf Lula aus, dass er Männchen machte und brasilianische Truppen nach Haiti schickte, die das Volk zusätzlich schikanieren.
....
Was ich in der Woche nicht sah, waren Bulldozer, die die Zementberge beseitigten, die vom Erdbeben im Januar noch daliegen. Keine Baukräne zum Bau neuer Häuser. Keine Projekte für öffentliche Arbeiten. Keine Wohnbauentwicklung. Keine öffentliche Verteilung von Nahrung und Wasser.
Wohin ich auch kam, fragten die Leute in Haiti: „Wo ist all das Geld, das den Haitianern versprochen wurde?“
Die Welt ist weiter gegangen. ....

Quelle und vollständiger Artikel: einartysken
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« Antworten #63 am: 02. Oktober 2012, 11:07:17 »

Zitat
Proteste in Haiti
Demonstranten fordern bessere Lebensbedingungen

Vor allem seit dem Erdbeben im Jahr 2010 haben sich die Lebensbedingungen auf Haiti verschlechtert. Tausende Demonstranten gehen nun gegen die Regierung auf die Straße – und fordern den Rücktritt von Staatschef Martelly.



Ein Demonstrant mit einem Bild von Haitis Präsident Michel Martelly als Katze.

Port-au-Prince. Bei Protesten in Haiti haben tausende Demonstranten der Regierung vorgeworfen, sich nicht ausreichend um eine Verbesserung des Lebensstandards in dem mittelamerikanischen Land zu kümmern. Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Port-au-Prince beklagten sie am Sonntag vor allem hohe Lebensmittelpreise und forderten den Rücktritt von Präsident Michel Martelly. An der Kundgebung nahmen vor allem Anhänger des früheren Staatschefs Jean-Bertrand Aristide teil.

Der ehemalige Popsänger Martelly steht seit Mai an der Spitze des verarmten Karibikstaats. Gegen ihn gibt es seit Monaten Sozialproteste. Verschärft wird die Lage durch den Umstand, dass nach einem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 noch immer fast 400.000 Menschen in Zeltlagern ausharren müssen. Bei der Katastrophe kamen etwa 250.000 Menschen ums Leben. Viele Haitianer verloren ihr Dach über dem Kopf, anfangs lebten rund 1,5 Millionen Menschen in Camps.

Der frühere katholische Priester Aristide war im Jahr 1990 zum ersten demokratisch legitimierten Präsidenten Haitis gewählt worden. Er stand in den Jahren 1991 bis 2004 mit Unterbrechungen drei Mal an der Staatsspitze. Im Jahr 2004 wurde er unter Androhung militärischer Gewalt sowie durch Druck aus dem Ausland gestürzt. Er lebte daraufhin im südafrikanischen Exil und kehrte im März 2011 nach Haiti zurück.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/proteste-in-haiti-demonstranten-fordern-bessere-lebensbedingungen/7201688.html
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« Antworten #64 am: 17. April 2013, 10:27:55 »

Zitat
Haiti: Tödliche Hilfe

Im Januar 2010 wurde der Karibikstaat Haiti von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht. Der Filmemacher Raoul Peck hat den Wiederaufbau seines Landes mit der Kamera festgehalten. Seine zweijährige Nonstop-Beobachtung beleuchtet die Kulissen und Irrwege der großangelegten internationalen Hilfskampagne und hinterfragt Wirksamkeit und Folgen dieser Aktion.

Schonungslos prangert der Dokumentarfilm das verheerende internationale Hilfsmanagement angesichts der komplexen Situation nach dem Erdbeben in Haiti an. Zu den wichtigsten Steuermännern und Protagonisten gehören die internationalen Hilfsagenturen, die meisten weltweit tätigen Nichtregierungsorganisationen, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, internationale Experten von überall her, ganze Flugzeuge voller wohlmeinender Katastrophenhelfer und nicht zu vergessen: die Hollywoodstars.

Die "Hilfsmaschine" überrollte die staatlichen Strukturen Haitis, schaltete den Präsidenten, seine Regierung und die haitianische Zivilgesellschaft aus und blockierte brutal jedwede lokale Initiative. Drei Jahre nach Beginn dieses fragwürdigen Wiederaufbauprozesses ist die haitianische Bevölkerung nicht nur an den Rand gedrängt, sondern noch hilfloser als vor der Katastrophe. Die insgesamt elf Milliarden Dollar, die die Weltgemeinschaft dem gebeutelten Land zugesagt hat, sind noch immer nicht vollständig ausgezahlt, geschweige denn für effektiven Wiederaufbau verwendet worden.

Quelle: Arte+7 (video)


Zitat
Haiti: Tödliche Hilfe - Interview mit Raoul Peck

Der Autor des Dokumentarfilms "Haiti: Tödliche Hilfe" erklärt uns die heutige Lage in Haiti

Quelle: Arte+7 (video)


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« Antworten #65 am: 01. Februar 2015, 14:42:40 »

Zitat
Generalstreik und neue Proteste in Haiti
Von Vilma Guzmán


Sicherheitskräfte der UN-Mission in Haiti, Minustah,
im Einsatz gegen Demonstranten im Dezember 2014

Port-au-Prince. Gewerkschaftsführer und politische Oppositionsgruppen in Haiti haben für die kommende Woche einen zweitägigen landesweiten Streik und politische Protesttage angekündigt.

Die Koalition der Haitianischen Transportgewerkschaften (CSTH), in der 13 Gewerkschaftsorganisationen zusammengeschlossen sind, gab bekannt, dass am 2. und 3. Februar ein Generalstreik stattfinden wird, um die Senkung der Benzinpreise um mindestens 100 Gourdes (rund zwei US-Dollar) zu erreichen. Die Gewerkschaften verweisen hierfür auf ein Abkommen mit der Regierung von 1996, in der sie sich verplichtet hatte, den Benzinpreis an den internationalen Marktpreisen auszurichten. Da die Ölpreise international seit sechs Monaten fallen, fordern die Gewerkschaften nun die Angleichung, damit dadurch auch die hohen Lebenshaltungskosten wieder sinken.

Die politischen Oppositionsbewegungen und -parteien riefen dazu auf, am Montag und Dienstag "die Straßen zu leeren". Ab Mittwoch sollen in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince drei politische Protesttage beginnen, in deren Zentrum die Forderung nach dem Rücktritt von Präsident Michel Martelly und seinem Preminerminister Evans Paul stehen wird. Turneb Delpé, Sprecher der Patriotischen Bewegung der Demokratischen Opposition (Mopod), die Teil der Platfom Pitit Desalin und anderer Organisationen des Bündnisses "Mesa de Concertación" (Runder Tisch) ist, sagte außerdem, dass auch andere soziale Forderungen erhoben werden. Unter anderem gehe es um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Lehrpersonal, das derzeit im Streik ist. Auch werde gegen die hohen Lebenshaltungskosten protestiert.

Trotz der Versuche der Regierung, die politische Krise im Land durch die Ernennung eines neuen Premierministers und die Bildung einer Koalition unter Einbeziehung Oppositioneller in den Griff zu bekommen, reißen die Proteste nicht ab. Zwar wurde auch ein neuer Wahlrat eingerichtet, um in diesem Jahr Wahlen abhalten zu können, ein konkreter Termin wurde jedoch noch nicht festgelegt.

Das Parlament in Haiti hatte sich am 13. Januar aufgelöst, die Mandate der Abgeordneten waren abgelaufen. Nachdem die für Oktober 2014 zugesagten Wahlen nicht stattfanden, kam es zu massiven Protesten gegen die Regierung von Präsident Martelly. Die Teilnehmer forderten die Anberaumung von Parlaments- und Regionalwahlen, die von der Regierung seit dem Jahr 2011 zugesagt werden, seither aber immer wieder verschoben wurden.
https://amerika21.de/2015/01/111300/generalstreik-proteste-haiti
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« Antworten #66 am: 22. Juli 2017, 18:18:49 »

Zitat
Nach der Provokation der staatlichen Lohnkommission Haitis:
25.000 TextilarbeiterInnen auf den Straßen für die Erhöhung des Mindestlohns


Polizei gegen streikende Textilarbeiter in Haiti - auf Weisung der US Botschaft?Die Streik- und Protestbewegung in der haitianischen Textilindustrie entwickelt sich seit nunmehr über zwei Monaten mit der Forderung, den Mindestlohn von 300 auf 800 Gourdes zu erhöhen. Dem war der State Salary Council’s (CSS) in der ersten Juli-Woche mit der unverschämten Empfehlung an den Präsidenten begegnet, eine Erhöhung auf 335 Gourdes anzuordnen. Wobei festzuhalten ist, dass die geforderten 800 Gourdes gerade einmal rund 11 Euro bedeuten würden – am Tag. Schon die ersten Reaktionen auf diese sogenannte Empfehlung des CSS – der mehrheitlich von Vertretern der Unternehmen besetzt ist – waren so intensiv, dass der Senat Haitis den Präsidenten aufforderte, dieser Empfehlung nicht zu folgen, sie nicht umzusetzen. In dem Bericht „Action NOW. Haitian Senate Sides w/Workers. 800 Gourdes!“ am 12. Juli 2017 beim Rapid Response Network externer Link wird von der Demonstration am Vortag geschrieben, sie sei mit 25.000 Menschen die bisher mit Abstand größte Aktion dieser zwei Monate gewesen. Neben den Gewerkschaften SOTA-BO, SOKOWA und SOVAGH, die zur Föderation Batay Ouvriye gehören, hatten auch Organisationen der StraßenhändlerInnen und der Studierenden zur Teilnahme aufgerufen – nach dieser erfolgreichen Mobilisierung und der Haltung des Senats sehen viele eine reale Möglichkeit, das Ziel der 800 Gourdes zu erreichen.
http://www.labournet.de/politik/alltag/entlohnung/mindestlohn/mindestlohn_int/nach-der-provokation-der-staatlichen-lohnkommission-haitis-25-000-textilarbeiterinnen-auf-den-strassen-fuer-die-erhoehung-des-mindestlohns/

Zitat
Polizei Haitis schießt auf streikende TextilarbeiterInnen


Polizei gegen streikende Textilarbeiter in Haiti - auf Weisung der US Botschaft?

Eine eher kleinere der vielen Protestaktionen im Rahmen der Bewegung der haitianischen TextilarbeiterInnen für einen lebenserhaltenden Mindestlohn bei Fairway Apparel eskalierte am 15. Juli 2017 durch das Eingreifen der Polizei, die das Feuer auf die ArbeiterInnen eröffnete: Drei Schwerverletzte und eine ganze Reihe weiterer Verletzungen, darunter auch etwa einer schwangeren Arbeiterin, waren des Ergebnis dieses terroristischen Akts. Der Beitrag „Workers Shot. Union Busting. Action NOW“ seit dem 15. Juli 2017 beim Rapid Response Network ist eine Chronologie der Ereignisse seitdem und ein Aufruf zur Solidarität (etwa durch Muster-Protestmails). Das Werk blieb in den 3 Folgetagen geschlossen und in der Zeit wurden 13 Mitglieder verschiedener Gewerkschaften entlassen, unter anderem wegen „Anstiftung zur Unruhe“, ein Funktionär der Gewerkschaftsföderation Batay Ouvriye wurde von der Polizei geschlagen. Die Belegschaft trat als Reaktion auf diese Angriffe in den Streik.
http://www.labournet.de/interventionen/solidaritaet/polizei-haitis-schiesst-auf-streikende-textilarbeiterinnen/
« Letzte Änderung: 22. Juli 2017, 18:38:28 von ManOfConstantSorrow » Gespeichert

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« Antworten #67 am: 15. September 2017, 09:33:21 »

Zitat
Haiti: Schwere Proteste dauern an

Puerto Principe.- Seit zwei Tagen gibt es schwere Proteste in der Hauptstadt von Haiti. Auseinandersetzungen zwischen der Nationalpolizei und tausenden Demonstranten forderten mehrere Verletzte. Die Protestler hatten mehrere Autoreifen und auch Autos in Brand gesetzt, die Polizei rückte mit Tränengas vor und benutzte Gummigeschosse um die Demonstranten zu vertreiben.

Die Wut der Bürger brach aus, als das Parlament die Steuern für mehrere öffentliche Dienste deutlich angehoben hatte. So sind die Kosten für einen Pass von 40 auf 95 USD angehoben worden, ein Führerschein kostet 50 % mehr. Dutzende von Autos wurden von Demonstranten abgefackelt, ebenfalls legte man Geschäfte in Brand. Die Demonstranten geben an, dass die Regierung Nichts für die Armen tut, die Reichen haben Vorrang. Die Regierung schaffe keine Arbeit, erhöht aber die Steuern, so lautet ein weiterer Vorwurf. Andere Demonstranten beklagen, dass sie bei den steigenden Gebühren ihr Studium abbrechen müssen, es ist nicht mehr finanzierbar.

Die Proteste wurden organisiert von der zivilen Gesellschaft und politischen Organisationen wie der Partei Familia Lavalas, angeführt von Ex – Präsident Jean Bertrand Aristide, von Studentenbewegungen und Bauerngruppen, der Plattform Dessalines.
http://www.karibik-news.com/news/5060-haiti-schwere-proteste-dauern-an.html
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« Antworten #68 am: 15. Juli 2018, 11:48:28 »

Haiti. Ein wahrlich spannendens Land mit einer interessanten Geschichte und auch heute mit einer lebhaften Widerstandskultur.
Das Land und dessen Menschen werden von den reichen westlichen Ländern wie Dreck behandelt. Haiti ist unseren Medien bestenfalls einer Randnotiz würdig.

Zitat
Vor 225 Jahren auf Haiti
Sklavenaufstand gegen die französische Kolonialmacht

Mitte August 1791, zwei Jahre nach dem Sturm auf die Bastille, griffen die Sklaven in Frankreichs reichster Kolonie Saint-Domingue, dem heutigen Haiti, zu den Waffen, um sich ihre Freiheit zu erkämpfen. Nach einem zwölfjährigen blutigen Bürgerkrieg erlangten sie die Unabhängigkeit und gründeten die Republik Haiti.
https://www.deutschlandfunk.de/vor-225-jahren-auf-haiti-sklavenaufstand-gegen-die.871.de.html?dram:article_id=363012

Zitat
Haitis Diktatur-Vergangenheit
"Noch immer herrscht eine absolute Straflosigkeit"

Unter François Duvalier und dessen Sohn Jean-Claude starben und verschwanden auf Haiti bis 1986 zehntausende Menschen. Diese Zeit ist kaum aufgearbeitet, kein Täter bestraft, Schulbücher schweigen darüber.
https://www.deutschlandfunk.de/haitis-diktatur-vergangenheit-noch-immer-herrscht-eine.799.de.html?dram:article_id=399855

Zitat
Haiti
Regierung suspendiert Oxfam wegen Missbrauchsvorwüfen

Nach dem verheerenden Erdbeben 2010 sollen Mitarbeiter der Organisation Oxfam einem internen Bericht zufolge Sex als Gegenleistung für Hilfe verlangt haben.
https://www.deutschlandfunk.de/haiti-regierung-suspendiert-oxfam-wegen-missbrauchsvorwuefen.1773.de.html?dram:article_id=411572

Zitat
Einwanderer aus Afrika und Haiti
Trump kritisiert Migration aus "Drecksloch-Ländern"

Bei einem Treffen zur US-Einwanderungspolitik hat sich US-Präsident Donald Trump abfällig über Einwanderer aus Afrika und Haiti geäußert.
https://www.deutschlandfunk.de/einwanderer-aus-afrika-und-haiti-trump-kritisiert-migration.1773.de.html?dram:article_id=408120

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Haiti

Mehrere Tote bei Ausschreitungen




In Haiti sind bei gewaltsamen Protesten gegen die angekündigten Benzinpreiserhöhungen mehrere Menschen ums Leben gekommen.

In Medienberichten ist von sieben Toten die Rede. Die Polizei nannte keine genauen Zahlen. Ausschreitungen gab es in der Hauptstadt Port-au-Prince und weiteren Städten des Landes. Hotels und Geschäfte wurden zerstört und die Flughäfen in Haiti geschlossen. Nach den Ausschreitungen nahm die Regierung die Benzinpreiserhöhungen um rund 40 Prozent vorerst zurück.
https://www.deutschlandfunk.de/haiti-mehrere-tote-bei-ausschreitungen.1939.de.html?drn:news_id=901251

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Haitis Premier nach Protesten zurückgetreten

Lafontant kam Amtsenthebung durch ein Misstrauensvotum zuvor Port-au-Prince – Der Ministerpräsident Haitis ist nach anhaltender Kritik wegen einer unpopulären Entscheidung zur Benzinpreiserhöhung zurückgetreten. Er habe das Rücktrittsgesuch von Jack Guy Lafontant und dessen Kabinett angenommen, schrieb Haitis Präsident Jovenel Moïse am Samstag (Ortszeit) auf Twitter. Er wolle Lafontant und den Kabinettsmitgliedern für ihren Dienst an der Nation danken, so Moïse. Lafontant war mit seinem Rücktritt einer Amtsenthebung per Misstrauensvotum durch die Unterkammer des Parlaments zuvorgekommen.

Die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderten Preisanhebungen
um 38 Prozent für Benzin und 47 Prozent für Diesel sowie um 51 Prozent für Kerosin hatten Krawalle in mehreren Städten ausgelöst, bei denen mindestens vier Menschen starben. In Porte-au-Prince waren Barrikaden aus brennenden Reifen errichtet worden. Geschäfte wurden geplündert, Autos in Brand gesetzt. Die Flughäfen des Landes wurden geschlossen. Die Regierung nahm die Preiserhöhung daraufhin vorerst zurück. Schon vor dem Konflikt über die Treibstoffpreise war Lafontant politisch angeschlagen gewesen. Der politische Quereinsteiger hatte bei der Bevölkerung vergeblich um Geduld geworben, damit seine Regierung "eine Vision, ein klares Programm" umsetzen könne.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, Korruption und Gewalt sind weit verbreitet. Die Bevölkerung leidet unter Massenarbeitslosigkeit und seit drei Jahren unter einer Inflationsrate von mehr als 13 Prozent. Das Land hat sich noch nicht von dem verheerenden Erdbeben erholt, bei dem 2010 etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen waren. In der Folge starben tausende weitere durch eine Cholera-Epidemie. Der Hurrikan "Matthew" im Jahr 2016 richtete weitere schwere Schäden in dem bitterarmen Karibikstaat an.
derstandard.at/2000083488723/Haitis-Premier-trat-nach-Protesten-gegen-Spritpreiserhoehung-zurueck









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