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Autor Thema: Weihnachtsgeschenk nach VW-Art  (Gelesen 7516 mal)
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dagobert


Beiträge: 4563


« am: 20. Dezember 2015, 14:33:29 »

Zitat
Keine Feiertage für VW-Leiharbeiter

Im Werk Zwickau des Automobilriesen müssen 600 angemietete Beschäftigte um ihre Arbeit bangen

Volkswagen steckt wegen der Abgasmanipulationen in der Krise. Um den Konzern durch die drohenden Milliardenklagen zu lotsen, haben Eigentümer und Management beschlossen, einen »Sparkurs« zu fahren. Und wie immer trifft es die Schwächsten zuerst: Die sogenannten Leiharbeiter. Im Werk Zwickau stehen 600 von ihnen nicht vor einer besinnlichen Weihnachtszeit, sondern sehen einer unsicheren Zukunft entgegen.

Denn der Konzern hat beschlossen, eines der Lieblingsprojekte des früheren »Patriarchen« und Großaktionärs Ferdinand Piëch zu begraben: die Luxuslimousine Phaeton. Die Verträge der 600 Kollegen sollen 2016 in zwei Stufen auslaufen, berichtete der VW-Betriebsrat am Dienstag unter Berufung auf Pläne des Vorstands der VW-Kernmarke. Das Gremium fordert, alternative Aufgaben im Konzern für die Betroffenen zu prüfen. Nach Auskunft des Betriebsratschefs von VW-Sachsen, Jens Rothe, gibt es beim Schwesterunternehmen Porsche, womöglich auch bei der Konzerntochter Audi Bedarf. In Zwickau wird die Karosserie für den Phaeton gefertigt, die Endfertigung erfolgt in der »Gläsernen Manufaktur« in Dresden. Die Leiharbeiter in Zwickau hatten am Dienstag bei einer Versammlung von den Plänen erfahren – gut eine Woche vor Weihnachten. Noch im September lagen für das kommende Jahr Pläne für eine Weiterentwicklung des Phaeton in der VW-Schublade. Doch die »Neuausrichtung« des Konzerns infolge des Abgasskandals warf diese über den Haufen.

Der Phaeton bekommt nun keinen herkömmlichen Nachfolger mit einem Verbrennungsmotor, sondern wird zum Elektroauto mit Batterieantrieb. Das soll laut Konzernangaben aber frühestens 2019 klappen. VW-Konzernbetriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied Bernd Osterloh sagte der Emder Zeitung (Dienstagausgabe): »Derzeit sagt der Vorstand nur, dass die Stammbelegschaft sicher ist.« »Ich habe für das Werk Wolfsburg gesagt, dass wir jedenfalls für das erste Quartal 2016 sagen können, dass es keine Veränderungen für die Kolleginnen und Kollegen mit Leiharbeitsverträgen geben wird. Das gilt auch für den Standort Emden.« Osterloh stellte zudem Forderungen für die Konzerntochter Autovision, über die Großteile der Leiharbeit laufen. Er erwarte vom Konzernvorstand, »dass er der 100prozentigen VW-Tochter Autovision Beine macht und sie auffordert, mehr Geschäft auf dem Drittmarkt zu generieren«. (dpa/jW)
https://www.jungewelt.de/2015/12-17/042.php
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Fritz Linow


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« Antworten #1 am: 05. August 2017, 08:59:34 »

Zitat
3.8.17
Viele Ex-Mitarbeiter der Autovision erhalten keine Prämie

Wer vor dem 28. Februar gehen musste, hat keinen Anspruch auf die 375 Euro.

Die Frustration ist groß bei vielen Mitarbeitern der Autovision Zeitarbeit. Volkswagen baut nach und nach alle Leiharbeitsjobs ab. Wer will, kann sich derzeit noch in befristete Projekte bei VW in Hannover oder Kassel oder auch zu Porsche vermitteln lassen. Jetzt sorgt eine Stichtagsregelung bei der Ausschüttung der Anerkennungsprämie für 2016 für zusätzlichen Ärger gerade bei diesen ehemaligen Mitarbeitern.

Die Prämie ist bei der Autovision eine freiwillige Leistung. In den Verhandlungen habe die Geschäftsführung die Auszahlung der Prämie in Höhe von 375 Euro an die Akzeptierung einer Stichtagsregelung gekoppelt, erläutert Autovision-Betriebsratschef Ali Naghi von der IG Metall. Trotz zäher Verhandlungen sei die Autovision nicht bereit gewesen, diese Koppelung aufzugeben. Im Ergebnis gehen jetzt alle Mitarbeiter, die am 28.Februar dieses Jahres nicht mehr an Bord waren, leer aus.

Die Geschäftsführung schilderte den Sachverhalt auf Anfrage unserer Zeitung so: „Unternehmensleitung und Betriebsrat der Autovision Zeitarbeit GmbH & Co. OHG haben in einer Betriebsvereinbarung für das Jahr 2016 eine Anerkennungsprämie in Höhe von 375 Euro brutto für alle aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbart. Bei der Prämie handelt es sich um eine ausschließlich freiwillige Leistung des Unternehmens ohne tarifvertraglichen oder arbeitsvertraglichen Bezug. Voraussetzung für die Zahlung ist, dass das Arbeitsverhältnis mindestens bis zum 28. Februar 2017 bestanden hat.“

Dieses Verfahren sorgt an den deutschen VW-Standorten, an denen Zeitarbeitnehmer im Einsatz sind, für tiefe Verstimmung. Auf der Betriebsversammlung im Werk Kassel wurde das Thema von Leiharbeitern angesprochen. Vertrauensleute nannten die Regelung „eine absolute Frechheit“. Alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen hätten ihren Beitrag für das Geschäftsjahr 2016 geleistet. Besonders bitter sei das für jene Mitarbeiter, die die befristeten Jobs angenommen hätten. Sie erhielten weder den Bonus der Autovision noch den von Volkswagen. Angesprochen wurde auch die Verantwortlichkeit von Volkswagen, da die Autovision deren 100-prozentige Tochter sei.

Die Autovision schreibt dazu: „Einzelne ehemalige Mitarbeiter, die vor dem 28. Februar 2017 ausgeschieden sind und nach der Betriebsvereinbarung keinen Anspruch auf die Prämie haben, meldeten sich bei der Autovision Zeitarbeit. Ihnen wird die Situation entsprechend erläutert.“

Naghi ist anzumerken, dass er unzufrieden ist mit dem erzielten Kompromiss. Die Enttäuschung der betroffenen Kollegen sei nur zu verständlich. Aber die Verhandlungsposition des Betriebsrates sei schwach gewesen, weil es sich bei der Prämie eben um eine freiwillige Leistung handele. Deshalb konnten sich die Arbeitnehmervertreter auch nicht auf Urteile von Arbeitsgerichten berufen, die Stichtagsregelungen ausdrücklich ausschließen.

Rund 500 Verträge von Zeitarbeitnehmern der Autovision sind im ersten Halbjahr im Stammwerk nicht verlängert worden (wir berichteten). Betriebsrat, VW-Personalwesen und der Verleiher haben sich darum bemüht, den Betroffenen Anschlussverträge zu vermitteln. Das ist in der überwiegenden Zahl der Fälle gelungen: 430 arbeiten aktuell mit Zeitverträgen im VW-Werk Kassel, bei Nutzfahrzeuge in Hannover und bei der Konzerntochter Porsche in Zuffenhausen. Dass ihre Leistung jetzt nicht durch eine Prämie anerkannt wird, dürfte für Verbitterung sorgen.

Die Zahl der Zeitarbeitnehmer der Autovision ist innerhalb von anderthalb Jahren von 11 000 auf rund 4300 abgeschmolzen. Die Zukunftsperspektiven sind bei weitem nicht mehr so gut wie in den Vorjahren. Da hatte Volkswagen Tausende von Zeitarbeitnehmern nach Ablauf der Projekte in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.Der Betriebsrat hat die Geschäftsführung der Autovision Zeitarbeit kürzlich aufgefordert, sich auf dem Drittmarkt – also bei Firmen außerhalb von VW – nach Jobs umzusehen. Früher hatte die Autovision diesen Drittmarkt durchaus erfolgreich bespielt. Doch nachdem die Zeitarbeiternehmer in den Boomjahren von 2007 bis 2015 nur noch bei VW tätig waren, ist das nun nicht so einfach. „Das ist eine schwierige Situation“, räumt auch Betriebsratschef Ali Naghi ein.

http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211465249/Viele-Ex-Mitarbeiter-der-Autovision-erhalten-keine-Praemie.html
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Fritz Linow


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« Antworten #2 am: 12. Dezember 2017, 18:06:01 »

Zitat
Selbständige Protestaktionen von Leiharbeitern bei VW

Am Freitag, 8. Dezember, fand bei VW in Hannover in der Frühstückspause von 9.30 bis 10 Uhr eine Pausenversammlung mit 50 Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern statt.
Die 200 Leiharbeiter, die im Februar 2017 von Wolfsburg nach Hannover versetzt wurden, sollen zum 20. Dezember - nach zweieinhalb Jahren bei VW - entlassen werden.

Bericht von der Betriebsversammlung

Die Pausenversammlung fand vor der Kantine auf einer Hauptfahrstraße statt. Anwesende Meister telefonierten hektisch, trauten sich aber nicht, einzugreifen. Ein Sprecher informierte über das kämpferische Auftreten der Leiharbeiter auf der Betriebsversammlung, der Teilnahme an der IG-Metall-Kundgebung zur Metalltarifrunde am 6. Dezember und Beratungen mit Stammwerkern. Dafür gab es viel Beifall.

 Darauf vereinbarten die Leiharbeiter, dass alle - auch die bisher Unentschlossenen - um 14 Uhr beim Betriebsrat ihr Recht auf Information einfordern sollten.

Wütend über miese Jobangebote

Von 12.30 bis 13.30 Uhr fand eine Informationsveranstaltung der AutoVision und Personalabteilung für die Leiharbeiter der Spätschicht über Jobangebote statt. Die Kollegen waren enttäuscht und wütend, weil es kaum Angebote und nur schlecht bezahlt gab.

Statt zur Infoveranstaltung für die Frühschicht um 14 Uhr zu gehen, versammelten sich ca. 100 Leiharbeiter und marschierten zum Betriebsrat – darunter auch 10 bis 15 Leiharbeiter der Spätschicht. Da kein Betriebsrat im Büro war, riefen die Kollegen den für die Fahrzeugmontage (wo die meisten Leiharbeiter arbeiten) zuständigen Betriebsrat an: „Hier stehen 100 Wolfsburger Leiharbeiter vor deiner Tür, die mit dir sprechen wollen.“ Unterstrichen von einem ohrenbetäubendem Lärm.

"Wir sind am Montag wieder bei dir"

Der Betriebsrat meinte, er stehe hinter den Leiharbeitern, könne ihnen aber nicht helfen. Er sei erst um 17 Uhr wieder im Büro. „Das macht nichts,“ antworteten die Leiharbeiter, „wir sind am Montag wieder bei Dir“.
https://www.rf-news.de/2017/kw50/selbstaendige-protestaktion-und-pausenversammlung-von-leiharbeitern-bei-vw
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Fritz Linow


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« Antworten #3 am: 13. Dezember 2017, 18:25:42 »

Rangiermasse Leihsklaven bei VW. 200, die von Wolfsburg nach Hannover verlegt wurden, dürfen gehen, und 200, die von Emden nach Osnabrück verlegt wurden, kommen nun nach Hannover, oder wie ist das zu verstehen?

Zitat
13.12.17
VW-Leiharbeiter protestieren gegen auslaufende Verträge

Der Unmut machte sich in Hannover Luft und ist auch ein großes Thema in den sozialen Netzwerken.

Das berufliche Schicksal der Zeitarbeitskräfte bewegt die Gemüter bei Volkswagen immer heftiger. Bei Nutzfahrzeuge in Hannover gab es am vergangenen Freitag spontane Proteste der Leiharbeiter. Und auf der Facebook-Seite von VW-Mitarbeitern im Stammwerk wird das Thema heiß diskutiert. Dort ist auch ein Flugblatt von Leiharbeitern zu sehen. Ihr Vorwurf lautet: „Arbeitsplatzverlust für uns, Sonderschichten für Euch!“. Zum Jahresende ist womöglich für Hunderte der Zeitarbeitskräfte Schluss bei VW. Der zwischen Betriebsrat und Unternehmen abgeschlossene Zukunftspakt lässt da wenig Spielraum. Beide Seiten bemühen sich aber noch um individuelle Lösungen und sprechen auch von Härtefällen.

Um wie viele auslaufende Verträge in Wolfsburg und Hannover es sich handelt, wird vom Unternehmen nicht kommuniziert. In Hannover sollen es rund 200 sein, die ursprünglich bis Oktober laufen sollten, dann aber bis Ende Dezember verlängert wurden. Die Mitarbeiter waren zu Beginn des Jahres von Wolfsburg nach Hannover gewechselt. Die Zeitarbeitnehmer hatten sich auch auf Betriebsversammlungen an den VW-Standorten zu Wort gemeldet (wir berichteten).

„Wir bedauern die persönliche Situation jedes einzelnen Zeitarbeiters. Volkswagen hat in den zurückliegenden Jahren rund 17 000 Zeitarbeiter übernommen. Doch leider können wir Übernahmen wie in den vergangenen Jahren nicht fortsetzen. Denn Volkswagen und die gesamte Autoindustrie befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel, auf den sich die Marke Volkswagen mit dem Zukunftspakt einstellt. Was die Zeitarbeit betrifft, haben wir offen gesagt, dass wir die Verträge vieler Zeitarbeitnehmer nicht verlängern und sie auch nicht in die Stammbelegschaft übernehmen können“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Dennoch bemühe sich Volkswagen intensiv um Lösungen für Betroffene. Wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, können dies auch Einsätze an anderen Standorten oder auch befristete Übernahmen an anderen Standorten sein. Man helfe auch, Brücken in eine andere Beschäftigung zu bauen. Die Autovision Zeitarbeit helfe bei der Suche nach Folgebeschäftigungen.

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212844919/VW-Leiharbeiter-protestieren-gegen-auslaufende-Vertraege.html
Zitat
13.12.17
VW Emden: Leiharbeiter vor Rückkehr

Auf ein herausforderndes, aber auch erfolgreiches Jahr haben Werkleiter Andreas Dick und Betriebsratschef Peter Jacobs am Dienstag auf der Betriebsversammlung im Emder VW-Werk zurückgeblickt. Jacobs hob hervor, dass es im Zuge des Verhandlungen um den Zukunftspakt gelungen sei, 800 Zeitarbeitskräfte in den Haustarif zu übernehmen. Im Gegenzug hatten die Arbeitnehmervertreter zugesagt, an dem Kostenziel des Vorstandes von 1000 Euro pro Fahrzeug mitzuarbeiten.

Wie Jacobs weiter ausführte, kehren von den 300 Leiharbeitern, die im Zuge des Zukunftspaktes im April eigentlich für einen Zeitraum von zwei Jahren ins Osnabrücker VW-Werk entsandt worden waren, 100 bereits zum 1. Januar nach Emden zurück. Die übrigen 200 Beschäftigten sollen übergangsweise das VW-Nutzfahrzeugwerk in Hannover unterstützen, ehe auch sie dann 2019 nach Emden zurückkehren sollen.

Jacobs hob ebenso wie Dick hervor, dass mit der kürzlich beschlossenen exklusiven Fertigung der Passat-Familie ab Ende 2018 in Emden, eine wichtige Weiche für die Zukunftsfähigkeit des Standortes gestellt worden sei. Auch die für 2019 geplante Produktion eines vierten Modells, eines Coupé mit Steilheck, sei eine gute Nachricht für das Werk. Dick sagte, dass für den Standort Investitionen über 1,1 Milliarden Euro eingeplant seien.

https://www.nwzonline.de/wirtschaft/emden-vw-emden_a_50,0,1499312921.html

« Letzte Änderung: 13. Dezember 2017, 22:49:46 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #4 am: 16. Dezember 2017, 14:46:55 »

Zitat
15.12.17
Erneut selbständige Protestaktion bei VW Hannover
(...)
„Man kann doch nicht sagen, der Konzern boomt, aber uns rausschmeißen!“ VW heuchelt gegenüber der Presse Bedauern über die Entlassungen und behauptet, sich „intensiv um Lösungen für Betroffene zu bemühen.“

Die Kollegen berichten, wie diese Bemühungen aussehen: auf einer Infoveranstaltung wurde ihnen ein bundesweiter Einsatz bei der Bundeswehr angeboten und netterweise noch die Kontaktdaten des Arbeitsamts Wolfsburg.
(...)
https://www.rf-news.de/2017/kw50/erneute-selbstaendige-protestaktion-bei-vw-hannover
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Fritz Linow


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« Antworten #5 am: 16. Dezember 2017, 20:22:19 »

Zitat
16.12.17
Demonstration – Leiharbeiter von VW geben nicht klein bei

Ihre Verträge laufen aus. Sie kritisieren die IG Metall und den VW-Betriebsrat

Gut 30 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter von VW in Hannover sind am Samstagnachmittag protestierend durch die Wolfsburger Innenstadt gezogen. Ihre Verträge laufen in diesem Monat aus und werden nicht verlängert. 200 zuvor im Wolfsburger Stammwerk eingesetzten Zeitarbeitnehmern waren die Verträge in Hannover zu Jahresbeginn angeboten worden. Nach zweimaliger Verlängerung laufen sie jetzt aus. Volkswagen will sich im Rahmen des Zukunftspaktes von nahezu allen Leiharbeitern trennen. Seit zwei Wochen protestieren die Betroffenen organisiert gegen ihr Schicksal – unter anderem auf Betriebsversammlungen in Wolfsburg und Hannover. Auf den verteilten Flugblättern bedanken sich die Protestanten für die Unterstützung von Kollegen der Stammbelegschaften bei Volkswagen, äußern aber auch deutliche Kritik an IG Metall und VW-Betriebsräten. „Wir kämpfen bis zum Schluss um unsere Existenz und für alle Leiharbeiter“, heißt es weiter. Die Rede ist von 200 betroffenen Leiharbeitern in Hannover und weiteren 200 in Wolfsburg. Zahlen für das Stammwerk hat Volkswagen bisher nicht genannt.

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article212872931/Demonstration-Leiharbeiter-von-VW-geben-nicht-klein-bei.html

« Letzte Änderung: 18. Dezember 2017, 11:36:05 von Fritz Linow » Gespeichert
counselor


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« Antworten #6 am: 17. Dezember 2017, 19:55:37 »

Zitat
VW-16. Dezember: Kämpferische mutige Aktion in Wolfsburg

Am gestrigen Samstag um 14 Uhr, pünktlich zum Ende der Sonder-Frühschicht, begann eine Protestversammlung gegen die geplante Entlassung der 200 Leiharbeiterinnen und -arbeiter vor Tor 17 in Wolfsburg. Es war bereits die fünfte Protest- und Kampfaktion binnen weniger Tage.

Quelle: https://www.rf-news.de/2017/kw50/kampfaktion-der-zeitarbeiterinnen-und-zeitarbeiter-bin-wolfsburg
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Kuddel


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« Antworten #7 am: 18. Dezember 2017, 12:57:41 »

Noch eine Meldung vom 13.12.

Zitat
Volkswagen
Leiharbeiter kämpfen verzweifelt um Weiterbeschäftigung

Verträge für rund 200 befristet Beschäftigte, die über die Autovision seit 2015 bei Volkswagen tätig sind, laufen am 22. Dezember endgültig aus. Die Betroffenen, die seit Februar im Werk in Hannover arbeiten, fordern auf Flugblättern und Transparenten Solidarität. Doch die Chancen stehen schlecht.



Protest bei Volkswagen in Hannover: Für rund 200 Leiharbeiter aus Wolfsburg laufen am 22. Dezember 2017 endgültig die Verträge aus. Sie protestierten bei einer Betriebsversammlung Ende November, fordern eine Übernahme.

Wolfsburg/Hannover.  Mit aller Kraft versuchen Leiharbeiter aus Wolfsburg, deren Verträge am 22. Dezember auslaufen, eine Weiterbeschäftigung mit Hoffnung auf Festanstellung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover zu erreichen. Die Chancen stehen schlecht. Am Montag verteilten Betroffene Flugblätter im Werk in Stöcken und veröffentlichten ihre Forderungen auch im Internet. Sie hoffen auf Solidarität der festangestellten Kollegen.

Ein Streik ist jedoch unwahrscheinlich. Und der Betriebsrat in Hannover sieht keinen Handlungsspielraum mehr. „Wir fühlen uns von allen im Stich gelassen“, sagt eine der Arbeiterinnen. Sie gehört zu rund 200 befristet Beschäftigten aus Wolfsburg, die seit Februar im Werk in Hannover arbeiten. Eingestellt worden waren sie 2015 von der Autovision für die Golf- und Tiguan-Fertigung. In Wolfsburg hätten sie im April 2017 mit Kündigung rechnen müssen, in Hannover galten die Verträge vorerst bis Oktober, dann gab es eine Verlängerung bis Dezember. Jetzt ist endgültig Schluss. Ein Versprechen für eine langfristige Weiterbeschäftigung habe es vor dem Wechsel aber auch nicht gegeben, versichern sowohl Betriebsrat als auch Unternehmen. „Früher haben sich drei Jahre zittern als Leiharbeiter gelohnt, dann wurde man übernommen“, klagt eine weitere Betroffene.

„Wir bedauern die persönliche Situation jedes einzelnen Zeitarbeiters“, sagt ein VW-Sprecher, „doch leider können wir Übernahmen nicht fortsetzen. Volkswagen und die gesamte Autoindustrie befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel.“

VW will im Rahmen des Zukunftspakts inklusive Umstellung auf Elektromobilität deutschlandweit bis zu 23.000 Arbeitsplätze abbauen und im Gegenzug 9000 neue Stellen in Zukunftsfeldern schaffen. Die Zeitarbeiter sehen vor allem die momentane Situation und kritisieren, dass weiterhin Sonderschichten an Samstagen gefahren und Studenten eingestellt werden müssten, um die geforderten Stückzahlen in der Produktion zu erreichen.
http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Leiharbeiter-kaempfen-verzweifelt-um-Weiterbeschaeftigung
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Fritz Linow


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« Antworten #8 am: 18. Dezember 2017, 19:34:08 »

Betriebsrat und IG Metall haben nichts unversucht gelassen, doch...

Zitat
18.12.17
Hartwig Erb: „Es hätte Lösungen für die Leiharbeiter gegeben“

Wolfsburg  Der Chef der IG Metall kritisiert die Haltung von Volkswagen.

Das berufliche Schicksal der Zeitarbeitnehmer von Volkswagen belastet immer stärker das Verhältnis von VW-Management auf der einen und Betriebsrat und IG Metall auf der anderen Seite. Dazwischen stehen die insgesamt rund 600 Betroffenen in Hannover und Wolfsburg, deren jetzt oder im März auslaufende Verträge nicht verlängert werden. Die über die Autovision-Zeitarbeit angestellten Mitarbeiter fügen sich nicht passiv in ihr Schicksal, sondern machen seit Wochen aktiv auf ihre Situation aufmerksam. Zuletzt geschah das in Wolfsburg am Samstag in Form einer Demonstration vor dem Werkstor und in der Fußgängerzone (wir berichteten). Während das Gros der Kollegen aus der Stammbelegschaft am Donnerstag in die Festtagsferien geht, enden für viele der Zeitarbeitnehmer in Hannover und Wolfsburg die befristeten Verträge. Wie viele von ihnen überhaupt noch Angebote für eine Weiterbeschäftigung in anderen VW-Werken oder bei Konzerntöchtern erhalten, ist nicht bekannt.

„Die Haltung des Unternehmens trifft bei mir auf Unverständnis. Aus meiner Sicht hätte es Lösungen für eine Übernahme der Kollegen gegeben“, kritisiert Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der Wolfsburger IG Metall die Haltung von VW. Er verweist darauf, dass die Tiguan-Nachfrage nur durch Extraschichten befriedigt werden kann. Zudem, so Erb, hätten die Kollegen der Autovision die Lücken füllen können, die durch den Abbau von Zeitwertkonten und die Qualifizierung von Mitarbeitern entstehen. Mit ihrer Position stießen Erb und Betriebsratschef Bernd Osterloh aber in den aktuellen Verhandlungen auf taube Ohren.

Von Teilen der Stammbelegschaft – beispielsweise von Kollegen aus der Wolfsburger Tiguanfertigung oder aus der Halle 8 – erfahren die Betroffenen Solidarität. Das gilt auch für andere Standorte. In einem der Flugblätter fragen die Leiharbeiter rhetorisch: „Wenn wir schon bei Personalmangel und Rekordumsatz nicht weiter beschäftigt werden, wer ist dann von euch der nächste, der gehen muss?“

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212889929/Hartwig-Erb-Es-haette-Loesungen-fuer-die-Leiharbeiter-gegeben.html

Dass das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Management immer stärker belastet ist, belegt eindrucksvoll die traditionelle Weihnachtsfeier am selben Tag, als die Demo in Wolfsburg stattfand:

Zitat
800 Besucher bei Internationaler Weihnachtsfeier

Es ist eine Traditionsveranstaltung: Am Samstag luden Volkswagen, VW-Betriebsrat, Stadt und Italienische Konsularagentur zur Internationalen Weihnachtsfeier ins Theater ein. (...)

http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Stadt-Wolfsburg/800-Besucher-bei-Internationaler-Weihnachtsfeier
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« Antworten #9 am: 19. Dezember 2017, 12:11:04 »

Zitat
18.12.17
Hartwig Erb: „Es hätte Lösungen für die Leiharbeiter gegeben“

Wolfsburg  Der Chef der IG Metall kritisiert die Haltung von Volkswagen.

Es ist ja absolut unerträglich, wie sich der IGM Bonze verbal an die Leiharbeiter ranwanzt und sie gleichzeitig zur Schlachtbank führt.
Der VW Betriebsrat steckt sowieso zu tief im Arsch des Konzerns, als daß er jemals einen echten Streik bei VW organisieren würde. In dem Fall der Leiharbeiter hätte es bereits gereicht, die Sonderschichten am Samstag nicht zu genehmigen...
Aber von diesem korrupten Verein ist nicht ein Fünkchen Solidarität zu erwarten.
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Fritz Linow


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« Antworten #10 am: 21. Dezember 2017, 05:40:19 »

Zitat
20.12.17
„Wir lassen die Leute nicht im Regen stehen“

Wolfsburg  VW wehrt sich gegen den Vorwurf, Leiharbeiter unfair zu behandeln. MIG 18 fordert zur Solidarität auf.
(…)
Zukünftig solle Leiharbeit für Volkswagen nur noch zur Abdeckung von Auslastungsspitzen dienen. „Wir machen es uns nicht leicht und bemühen uns nach Kräften um Lösungen für die Betroffenen…“
(…)
Im politischen Wolfsburg schlägt das Thema keine hohen Wellen.(…) Wolfsburgs Politiker schweigen. Nur Pia Zimmermann (Die Linke) hat sich aus Berlin zu Wort gemeldet.
(…)
Ein Echo gibt es auch von der Betriebsratsgruppe MIG 18. In einer Pressemitteilung dazu heißt es: „Die von den Zeitarbeitern formulierte Warnung bringt es auf den Punkt: Auf der einen Seite werden Umsetzungen vom direkten Bereich in Facharbeiterposten oder Sachbearbeiterstellen verhindert, auf der anderen Seite Kollegen entlassen. Rekordumsatz, Personalmangel und Renditewahnsinn stehen vor den Schicksalen dieser Kollegen.“

MIG18-Betriebsrat Georg Guder schlägt konkret vor: „Zumindest muss es eine Zusage für die Kollegen geben, dass sie bei weiteren Einstellungen bevorzugt werden. Sonst gehen diese Spielchen unendlich weiter.“ Seine Kollegen Antonino Potalivo und Dirk Schenker fordern zu einem breiten Solidaritätsbündnis auf. Schenker schlägt vor, dass die IG Metall über ihre Vertrauensleute im Werk abfragen solle, „ob die Weiterbeschäftigung der Zeitarbeiter Teil unserer Tarifrunde werden soll“. MIG 18-Gründer Potalivo setzt auf ein starkes Signal: „Ich bin dafür, dass wir uns als Belegschaft hinter die Zeitarbeiter stellen und für sie kämpfen. Das beinhaltet notfalls auch deutschlandweite Aktionen und Kundgebungen. Wir müssen dafür kämpfen, dass wir nicht nur als reiner Kostenfaktor wahrgenommen werden.“
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212909933/Wir-lassen-die-Leute-nicht-im-Regen-stehen.html
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« Antworten #11 am: 11. Januar 2018, 20:46:03 »

Zitat
VW will alle Leiharbeiter entlassen
Von Dietmar Henning
6. Januar 2018

Am Donnerstag berichtete die Tagesschau, dass der Volkswagen-Konzern darauf besteht, dass bis 2020 alle Leiharbeiter aus den VW-Werken verschwunden sind. Das sei eine Folge des von VW, IG Metall und Betriebsrat vor einem Jahr vereinbarten „Zukunftspakts“.

„Leider können wir Übernahmen wie in den vergangenen Jahren nicht fortsetzen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Unternehmens. „Denn Volkswagen und die gesamte Autoindustrie befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel, auf den sich die Marke Volkswagen mit dem Zukunftspakt einstellt.“

Das betrifft die derzeit 400 Leiharbeiter im Stammwerk in Wolfsburg genauso wie Leiharbeiter in anderen VW-Werken. Vor Weihnachten hatten VW-Leiharbeiter im Nutzfahrzeuge-Werk in Hannover gegen ihre drohende Arbeitslosigkeit demonstriert. 200 von ihnen sollten ihren Job verlieren. Nun haben 60 eine Vertragsverlängerung bekommen und 47 wechseln zu VW nach Kassel. Über 90 sind arbeitslos.

Die 200 Leiharbeiter waren über die VW-eigene Zeitarbeitsfirma Autovision seit 2015 in Wolfsburg eingesetzt und im Frühjahr 2017 ins Nutzfahrzeuge-Werk nach Hannover versetzt worden. Die Leiharbeiter hatten sich lange Zeit Hoffnung gemacht, doch übernommen zu werden. Das Unternehmen habe dies bei „guter Auftragslage“ in Aussicht gestellt. Dass sie jetzt trotz guter Ausgangslage arbeitslos werden, macht viele wütend.

Erst recht weil sie durch Leiharbeiter ersetzt werden sollen, die noch im VW-Werk Osnabrück eingesetzt sind. 300 von ihnen hatten wiederum vorher im Werk in Emden gearbeitet und waren im Zuge des „Zukunftspakts“ im letzten April nach Osnabrück versetzt worden. Hundert von ihnen sind zu Jahresbeginn wieder nach Emden zurückgekehrt, diejenigen, die nun in Hannover arbeiten, sollen angeblich 2019 nach Emden zurückkehren.

Dieser Verschiebebahnhof dient vor allem der Disziplinierung der Arbeiter. Ständig schwebt das Damoklesschwert des Arbeitsplatzverlustes über ihnen.

Der Abbau der Leiharbeitskräfte bei VW war von IG Metall und Betriebsrat im Zuge des sogenannten „Zukunftspakts“ vereinbart worden. Danach werden in den nächsten Jahren 30.000 Arbeitsplätze allein bei der Kernmarke VW abgebaut, mehr als jede siebte der aktuell 200.000 Stellen weltweit. In Deutschland sollen 23.000 Stellen gestrichen werden. Wie immer sind es die Leiharbeiter, die als erste ihren Arbeitsplatz verlieren. Bei anderen Autoherstellern wie Porsche oder Opel ist es nicht anders.

Um den massiven Arbeitsplatzabbau vorzubereiten und durchzusetzen, arbeiten VW-Personalchef Karlheinz Blessing und Betriebsratschef Bernd Osterloh eng zusammen. Beide, Blessing und Osterloh, sind langjährige Funktionäre der SPD und der IG Metall.

Blessing war schon 1974 in die SPD eingetreten und im Juso-Landesvorstand in Baden-Württemberg aktiv, bevor er 1984 in der Vorstandsverwaltung der IG Metall aufstieg und Büroleiter von IGM-Chef Franz Steinkühler wurde. 1991 wechselte Blessing von der IGM-Zentrale in die SPD-Zentrale und wurde für zwei Jahre Bundesgeschäftsführer der SPD. Anschließend wurde er Personalchef der Dillinger Hütte und spielte eine Schlüsselrolle beim Abbau der Arbeitsplätze in der saarländischen Stahlindustrie.

Auf beiden Seiten des Verhandlungstischs in Wolfsburg sitzen SPD- und IG-Metall-Funktionäre und arbeiten den Arbeitsplatzabbau aus.

Osterloh hatte die jetzige Entlassungswelle kurz vor Jahresende in einem ausführlichen Interview mit der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung (WAZ) verteidigt. „Der Zukunftspakt ist ein Erfolg. Damit haben wir bereits rund zwei Milliarden Euro Einsparungen realisiert.“ Auch bei der Altersteilzeit sei Volkswagen auf Kurs: „9200 Kolleginnen und Kollegen haben sich für Altersteilzeit entschieden.“ Der Zukunftspakt stelle sicher, „dass die Marke VW die Finanzkraft hat, um in ihre Zukunftsprodukte zu investieren“.

Osterloh behauptete, die Entlassung der Leiharbeiter sei weniger eine Folge des „Zukunftspakts“, sondern der zurückgehenden Auslastung der Werke trotz Absatzrekord der Marke VW im Jahr 2017 – und dies sei „entscheidend“.

Im ersten Halbjahr 2018 wolle er „das Unternehmen zu Gesprächen auffordern, wie wir künftig mit dem Einsatz von Leiharbeit umgehen wollen“. Ihm schwebe folgende Lösung vor: „Volkswagen soll künftig die Menschen wieder direkt befristet (!) einstellen.“ Zynisch fügte er hinzu: „Dann kommt vielleicht wenigstens das Werkmanagement zur Verabschiedung der Kolleginnen und Kollegen, wenn die Verträge auslaufen.“ An der Unsicherheit der befristet eingestellten Arbeiter würde sich also rein gar nichts ändern.

Indirekt kündigte Osterloh in dem Interview zudem an, dass das Unternehmen plant, die Zahl der Ausbildungsplätze zu reduzieren. Ohnehin dürfte sich der im „Zukunftspakt“ vereinbarte Arbeitsplatzabbau angesichts des geplanten Umstiegs auf Elektromobilität sowie der weiteren Automatisierung und Digitalisierung der Produktion nur als Anfang entpuppen. Denn für die Produktion von Elektromotoren werden bedeutend weniger Arbeiter benötigt. Spiegel Online schrieb kürzlich unter Berufung auf Vertreter der IG Metall, dass bei VW „10 bis 15 Werke überflüssig werden“.
https://www.wsws.org/de/articles/2018/01/06/vowa-j06.html
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« Antworten #12 am: 16. Januar 2018, 21:40:56 »

Aus der Wahlwerbung zur Betriebsratswahl bei VW:

Zitat
16.1.18
(...)
Das maßgeblich von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Wolfsburgs IG Metall-Vorsitzenden Hartwig Erb initiierte Postionspapier kommt zum Schluss: „Politisch haben wir als IG Metaller ohnehin eine klare Haltung: Wir halten Leiharbeit als Instrument der Personalplanung für unsozial und für unzulässig. Deshalb wollen wir mit dem Management darüber sprechen, ob wir in Zukunft komplett auf Leiharbeit verzichten und stattdessen sofort befristet einstellen. In jedem Fall muss für Leiharbeit bei Volkswagen nicht nur Equal-Pay und Equal-Treatment gelten. Es muss auch einen Risiko-Zuschlag und klar benannte Einsatzzeiträume geben.“ Nur so lasse sich aus Sicht der IG Metall im VW-Betriebsrat sicherstellen, dass es sich bei Leiharbeit tatsächlich – so wie ursprünglich vom Gesetzgeber gedacht – um eine kurzfristige Abdeckung von Produktionsspitzen handelt. Eine jahrelange Zitterpartie um eine feste berufliche Zukunft soll es jedenfalls nicht mehr geben.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213132145/Statt-Leiharbeit-VW-soll-kuenftig-befristete-Vertraege-abschliessen.html

Politisch natürlich schon immer gegen Leiharbeit gewesen, als Co-Manager dafür, aber nur für Produktionsspitzen und nicht zur Personalplanung, ansonsten halt gerne befristet direkt eingestellt. Auf jeden Fall ist die Charta der Zeitarbeit ad acta gelegt.
Diese Typen irrlichten anscheinend nervlich angeschlagen durch den BR-Wahlkampf.
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« Antworten #13 am: 18. Januar 2018, 20:19:45 »

Zitat
Klagen auf Festanstellung gegen VW: Mitarbeiter von Autovision klagen in Emden und Hannover

Beschäftigte verschiedener Werkvertragsfirmen klagten in der Vergangenheit gegen verschiedene Automobilfirmen auf Festanstellung. Einige der von uns vertretenen Kläger zB gegen AUDI, VW und Daimler waren erfolgreich. Andere nicht. Den Firmen kam dabei die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zugute, wonach bei Vorliegen einer „Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis“ die mit den Werkverträgen meist verbundene „illegale“ Arbeitnehmerüberlassung nicht zu einer Festanstellung beim Stammbetrieb führe. Der Gesetzgeber hat nun im neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz seit 1.4.2017 den Rechtsmißbrauch solcher „Überlassungserlaubnisse“ verhindert und zugleich die Anstellung im Stammbetrieb verlangt, wenn die Beschäftigten in die Arbeitsorganisaton des Stammbetriebe eingegliedert sind. Darauf berufen sich zahlreiche Beschäftigte der VW-Tochter seit der Gesetzesnovelle. Bislang ohne Erfolg. Während VW sich zuvor darauf berief, eine „Überlassungserlaubnis“ verhindere einen Anspruch auf Festanstellung wird n u n geltend gemacht, die Arbeit der (eigenen Tochter!) Autovision sei „ganz normale fremde (!) Dienstleistung“ in den Werken des Unternehmens. Mit Hilfe künstlicher Änderungen der Arbeitsorganisaton (darunter sogar Kontaktverboten zu Autovisionsbeschäftigten !) wird versucht, die Rechtsfolgen des Gesetzes zu umgehen. Nun stehen beim Arbeitsgericht Emden 6 Güteverhandlungen und beim Arbeitsgericht Hannover 5 Kammertermine an: Montag 22.1.2018, 11.15 Uhr, ArbG Emden, Schweckendieckplatz 2. Drei Klagen. Dienstag 30.1.2018, 10.00 Uhr, ArbG Emden, Schweckendieckplatz 2. Drei Klagen. Mittwoch 14.2.2018, 10.15 Uhr, ArbG Hannover, Leonhardtstrasse 15. Fünf Klagen.
Pressemitteilung von RA Dr. Rolf Geffken vom 18.1.2018.
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« Antworten #14 am: 22. Januar 2018, 18:05:44 »

Zitat
22.1.18
Gütetermin im Streit zwischen Leiharbeiten und Volkswagen ist gescheitert

Das Gericht muss nun nach eigenen Angaben unter anderem klären, ob es sich um eine Arbeitnehmerüberlassung handelt und wenn ja, ob sie auch zulässig ist.

Emden. „Das ist eine spannende Frage.” Auch wenn Christel Schmid, Vorsitzende Richterin des Emder Arbeitsgerichts, ihre Einschätzung während des nur knapp halbstündigen Gütetermins gestern eher beiläufig kund tat, so könnte die Beantwortung dieser „spannenden Frage” tatsächlich tief greifende Folgen haben, die weit über den von drei ostfriesischen Beschäftigten der Autovision angeschobenen Arbeitsgerichtsprozesses hinaus gehen könnten. Denn tief im Kern könnte es nämlich um die Zukunft der Leiharbeit gehen. Bei VW im Speziellen, überall in Deutschland im Allgemeinen.
https://www.emderzeitung.de/emden/~/guetetermin-im-streit-zwischen-leiharbeiten-und-volkswagen-ist-gescheitert-709765
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« Antworten #15 am: 24. Januar 2018, 12:48:39 »

Zitat
2. Runde im Kampf für Festanstellungen – Beschäftigte der Autovision erzielen grosses Echo

Wie zu erwarten kam es bei der ersten Runde der Klagen von Betroffenen auf Festanstellung im Arbeitsgericht Emden am 22.1.2018 nicht zu einer Einigung mit der VW AG. Die vorsitzende Richterin räumte ein, daß es sich bei dem Rechtsstreit um einen Konflikt grundsätzlicher Art handele. Letztlich geht es darum, ob der Gesetzgeber mit der Anfang 2017 in Kraft getretenen Novellierung des AÜG tatsächlich den unterschiedlichen Arten des Rechtsmißbrauchs von Werkverträgen und Leiharbeit einen Riegel vorgeschoben hat oder nicht. Während VW meint, die alte Praxis der Scheinwerkverträge ausgerechnet mit der konzerneigenen Tochter Autovision und deren Mitarbeitern fortführen zu können, sind wir mit den Klägern der Auffassung, daß die Beschäftigten in die Arbeitsorganisation von VW eingegliedert sind und deshalb nach § 10 AÜG mit VW ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist. Einen Teilerfolg erzielten die Kläger dadurch, daß die Richterin VW die Auflage erteilte, nunmehr die vertraglichen Beziehungen des Unternehmens zur Autovision offenzulegen. Die Kläger hatten hierauf gedrungen, weil nur so zweifelsfrei festgestellt werden könne, ob die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten der Arbeiter überhaupt von den Vereinbarungen gedeckt seien.

In einem an den Termin anschließenden Pressegespräch kritisierten RA Dr. Rolf Geffken und einige der Unterstützer der Kläger die Haltung von Betriebsrat und IG Metall, die bis zuletzt Betroffenen von Klagen abgeraten hatten und nicht bereit sind, deren Engagement zu unterstützen. Dr. Geffken erklärte: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb die IG Metall darauf verzichtet, die wichtige und von ihr selbst begrüßte Novellierung des Gesetzes zur Leiharbeit auch in der Praxis durchzusetzen.“ Innerhalb der Belegschaft wächst die Überzeugung, daß Betriebsrat und IG Metall allenfalls bereit sind, die Interessen der Stammbeschäftigten zu vertreten, nicht aber der Leiharbeiter, der Werkvertragsbeschäftigten und der Mitarbeiter der Autovision.
Der Kammertermin vor dem Arbeitsgericht Emden wurde nun für den 25.4.2018 um 11.00 Uhr anberaumt. Im Vorfeld des Gütetermins aber auch unmittelbar danach hatten diverse Zeitungen der Lokalpresse und auch die Wolfsburger Nachrichten berichtet. Einige der Artikel sind hier beigefügt. Wir weisen darauf hin, daß es am 30.1. in Emden mit drei Klägern und am 14.2. in Hannover mit fünf Klägern weitergeht (siehe unten).

Zitat
Gerichtstermine
Die Klagen von Beschäftigten der VW-Tochter „Autovision“ gegen VW auf Festanstellung gehen in eine neue Runde. Unmittelbar bevorstehen Termine von 8 Klägern beim
Arbeitsgericht Emden am 30.1.2018, 10.00 Uhr,  Schweckendieckplatz 2.
und Mitte Februar der Kammertermin im Rechtsstreit von 5 Beschäftigten der „Autovision“ gegen VW im Hannover beim
Arbeitsgericht Hannover, am 14.2.2018, 10.15 Uhr, Leonhardtstraße 15.
Unabhängig davon findet wie bereits oben erwähnt der Kammertermin der ersten drei Klagen dann statt beim
Arbeitsgericht Emden am 22.4.2018, 11.00 Uhr, Schweckendieckplatz 2
RAT & TAT Info 278 - Zweite Runde im Kampf um Festanstellungen bei VW
www.drgeffken.de
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« Antworten #16 am: 11. Februar 2018, 17:18:34 »

Zitat
Gütetermin im Streit zwischen Leiharbeiten und Volkswagen ist gescheitert
Das Gericht muss nun nach eigenen Angaben unter anderem klären, ob es sich um eine Arbeitnehmerüberlassung handelt und wenn ja, ob sie auch zulässig ist.


Emden. „Das ist eine spannende Frage.” Auch wenn Christel Schmid, Vorsitzende Richterin des Emder Arbeitsgerichts, ihre Einschätzung während des nur knapp halbstündigen Gütetermins gestern eher beiläufig kund tat, so könnte die Beantwortung dieser „spannenden Frage” tatsächlich tief greifende Folgen haben, die weit über den von drei ostfriesischen Beschäftigten der Autovision angeschobenen Arbeitsgerichtsprozesses hinaus gehen könnten. Denn tief im Kern könnte es nämlich um die Zukunft der Leiharbeit gehen. Bei VW im Speziellen, überall in Deutschland im Allgemeinen.
https://www.emderzeitung.de/emden/~/guetetermin-im-streit-zwischen-leiharbeiten-und-volkswagen-ist-gescheitert-709765

Zitat
Klagen auf Festanstellung gegen VW: Mitarbeiter von Autovision klagen in Emden und Hannover

Beschäftigte verschiedener Werkvertragsfirmen klagten in der Vergangenheit gegen verschiedene Automobilfirmen auf Festanstellung. Einige der von uns vertretenen Kläger zB gegen AUDI, VW und Daimler waren erfolgreich. Andere nicht. Den Firmen kam dabei die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zugute, wonach bei Vorliegen einer „Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis“ die mit den Werkverträgen meist verbundene „illegale“ Arbeitnehmerüberlassung nicht zu einer Festanstellung beim Stammbetrieb führe. Der Gesetzgeber hat nun im neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz seit 1.4.2017 den Rechtsmißbrauch solcher „Überlassungserlaubnisse“ verhindert und zugleich die Anstellung im Stammbetrieb verlangt, wenn die Beschäftigten in die Arbeitsorganisaton des Stammbetriebe eingegliedert sind. Darauf berufen sich zahlreiche Beschäftigte der VW-Tochter seit der Gesetzesnovelle. Bislang ohne Erfolg. Während VW sich zuvor darauf berief, eine „Überlassungserlaubnis“ verhindere einen Anspruch auf Festanstellung wird n u n geltend gemacht, die Arbeit der (eigenen Tochter!) Autovision sei „ganz normale fremde (!) Dienstleistung“ in den Werken des Unternehmens. Mit Hilfe künstlicher Änderungen der Arbeitsorganisaton (darunter sogar Kontaktverboten zu Autovisionsbeschäftigten !) wird versucht, die Rechtsfolgen des Gesetzes zu umgehen.

Mittwoch 14.2.2018, 10.15 Uhr, ArbG Hannover, Leonhardtstrasse 15. Fünf Klagen.
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« Antworten #17 am: 18. Februar 2018, 00:49:45 »

Der Automobilarbeiterratschlag (MLPD), der auch die Proteste der Volkswagen-Leiharbeiter in Wolfsburg, Braunschweig und Hannover begleitet, hat mal eine Chronik zu den Leiharbeiterkämpfen bei VW veröffentlicht, die jetzt nichts mit der Klage auf Festanstellung,- vertreten durch den "Anwalt" und Unternehmensberater Rolf Geffken-, zu tun haben:

http://www.iawc.info/de/2018/h1/chronologie-des-leiharbeiterkampfes-wolfsburg-hannover-braunschweig-2017

Alle Einzelheiten muss man nicht unbedingt verstehen, trotzdem ist es lesenswert.

Auszüge:

Damals gründete sich die gemeinsame „WhatsApp - Gruppe“.

Wir waren „die WOB Zeitarbeiter“ von Anfang bis Ende, die IGM BR war „nicht für uns zuständig“.

Hannover: Ab April gab es nur noch 3 Verlängerungen in kürzester Zeit für die Leiharbeiter/-innen : von April – Juli; von Juli – Oktober; von Oktober bis Dezember – ein Nervenkrieg für uns und unsere Familien.

Wir waren mit 12 Kollegen/-innen spontan in der IGM Verwaltungsstelle, das Gespräch dauerte 2 Stunden mit dem Versprechen, dass wir von ihnen hören. Wir haben bis heute noch keinen neuen Termin oder eine Antwort bekommen.

Januar 2018: (…) IGM macht weiter Druck nach dem TV Beitrag unsere Alternativen einzufordern .Er gibt zu das die Autovision auf den Infoveranstaltungen Enten Verkauft hat, um besser da zu stehen. Es passiert nichts.

Wir haben unser Abwarten überwunden, weil wir unsere Angst und unsere Hoffnungen in die Versprechen der Chefs verloren hatten. Das nächste Mal wollen wir das nicht erst kurz vor Ende der Verträge machen, sondern von vorne herein ohne Illusionen unsere Erfahrungen in die neuen Belegschaften einbringen.


Bleibt die Hoffnung, dass es nicht darauf hinausläuft:

DGB, Partei oder Geffken werden es schon richten.
« Letzte Änderung: 18. Februar 2018, 01:26:35 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #18 am: 02. März 2018, 21:56:17 »

 
Zitat
„Für die Zukunft der Jugend – gegen Profiteure und Umweltverbrecher in der VW-Krise

Die Entlassung von 4 Leiharbeiterinnen im August 2017 hat für Unverständnis und Aufsehen im VW Werk und in Hannover gesorgt. Die 4 Kolleginnen waren in der Service Factory angestellt, um in der Nachtschicht die SB-Shops zu betreuen. Mit ihnen wurden 400 weitere Leiharbeiter und ein halbes Jahr später noch mal 400 Leiharbeiter eingestellt, da damals die Nachtschicht in Hannover wieder eingeführt wurde. Diese 800 Kollegen wurden jetzt für 2 Jahre befristet bei VW übernommen, die 4 Kolleginnen nicht, da sie eine falsche Kostenstelle haben!

1233 Unterschriften in 3 Tagen wurde im Werk gesammelt, um gegen die Kündigungen zu protestieren. Am 01.09.2017 protestierten die vier Frauen, ihre Unterstützer aus der Stammbelegschaft und die Direktkandidatin Anke Nierstenhöfer von der Internationalistischen Liste/MLPD vor dem Tor, mit Transparenten und Flugblättern, für die Wiedereinstellung. Auch Beiträge auf der Betriebsversammlung bei VW, die die Wiedereinstellung forderten, bekamen viel Applaus und Zustimmung von den Kollegen. Mit der „Hannoveranner Frauenerklärung“ wurde die Entlassungen und der mutige Kampf der vier Kolleginnen bundesweit bekannt gemacht.

Diese sind Teil des Zukunftspakts. Mit dem sollen die Krisenlasten auf die Belegschaft abgewälzt werden. VW hat damit den Abbau von 23.000 Arbeitsplätzen hier in der Region beschlossen. Die Leiharbeiter sind die ersten. Unter anderem  mit dem Abbau von Leiharbeitern hat VW seinen Gewinn im letzten Jahr auf 11,4 Milliarden € fast verdoppelt.

VW geht es ums Prinzip, weil sich die Kollegen gewehrt haben sollen sie entlassen werden. Auch wenn genau das VW im Prozess von 2 der 4 Leiharbeiterinnen abgestritten haben. Der Vorschlag des Richters auf eine Abfindung hat VW genau aus diesem Grund abgelehnt. Obwohl selbst die Kammer Probleme in den Tarifvertrag sieht. Zum einen die Auslegung was ist „in der Regel“ und zum anderen was bedeutet das in Absprache mit Betriebsrat und Geschäftsleitung die Übernahme gesprochen wird. Trotzdem hat sich für die Kammer keine Übernahme daraus ergeben und die Klage der beiden wurde verloren. Es ist schon eine unglaubliche Wortklauberei wenn der Richter sagt das wenn nur 4 von 800 nicht übernommen werden doch „in der Regel“ übernommen wurde. Und das eine Zusage auf einer Betriebsversammlung durch den Betriebsratsvorsitzenden ist nichts wert da der Betriebsrat für den Richter kein Vertragspartner ist sondern die IG-Metall.

Wir halten das Urteil für einen Skandal. Fakt ist das die Arbeit da ist. Die Nachtschicht bei VW, für die die Kolleginnen eingestellt wurden, läuft weiter, die Kollegen wollen weiter in der Nacht etwas zu essen haben. Gleichzeitig sind jetzt schon für dieses Jahr 18 Samstag Zusatzschichten angesetzt.

Leiharbeiter sind aber keine Arbeiter zweiter Klasse!
„Es war und ist unser Recht, das wir uns wehren und die Entlassung nicht einfach hinnehmen. Es geht um unsere Existenz, aber auch um das Schicksal vieler Leiharbeiter... Die IG Metall unterstützt unsere Klage mit Rechtsschutz. Wir wollen auch jedem Leiharbeiter Mut machen, sich zu wehren und sich zusammen zu schließen.“ (Flugblatt von den Kolleginnen vom 01.09)

Am Dienstag den 06.03.2018 ist noch ein Kammer-Termin von einer der 4 Kolleginnen.
Gemeinsam sind wir stark!

Unterstützt den Kampf weiter auch gegen das Skandalurteil kommt alle zu dem Protestkundgebung
am 06.03. um 10:00 Uhr
vor dem Arbeitsgericht in Hannover, Leonhardstr 15
und danach zu den Prozessen um 11:00 Uhr
.
Presseerklärung: VW-Komitee Hannover
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Fritz Linow


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« Antworten #19 am: 29. März 2018, 16:21:32 »

Zitat
28.3.18
Erb kritisiert „brutalen“ Umgang mit VW-Zeitarbeitern

Lob für den Betriebsrat: Nur wegen der Kompetenz von Osterloh und Co. bleibe Wolfsburg Konzernsitz.
(...)
Den künftigen Einsatz von Zeitarbeitnehmern sehen IG Metall und VW-Betriebsrat kritisch. Sie wollen, dass VW selbst bei entsprechenden Auftragsspitzen Mitarbeiter befristet einstellt. Die Nichtverlängerung von Verträgen von Zeitarbeitnehmern kurz vor Weihnachten in dieser Größenordnung nannte Erb im Rückblick „brutal“. So etwas dürfe nie wieder passieren. Die IG Metall sei grundsätzlich gegen Zeitarbeit, das gelte auch für die Logistiker im Umfeld des Stammwerkes.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213879543/Erb-kritisiert-brutalen-Umgang-mit-VW-Zeitarbeitern.html

Unglaubwürdig.
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« Antworten #20 am: 30. März 2018, 04:00:30 »

Die IG Metall sei grundsätzlich gegen Zeitarbeit

Für wie blöd halten die die Leute eigentlich?

Aus einem anderen Thread, vor knapp einem Jahr:
Zitat
IG Metall sagt Ja: Leiharbeit bis zu 48 Monaten

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328033.msg328032#msg328032
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« Antworten #21 am: 13. April 2018, 22:22:50 »

Aus einem Interview mit Hartwig Erb, IGM-Wolfsburg-Typi. Der Ex-Personalvorstand Blessing (typische SPD- und Gewerkschaftsmanagerkarriere) war schuld:

Zitat
13.4.18
(...)
 Gunnar Kilian war bislang Generalsekretär des Betriebsrats. Er wird nun neuer Personalvorstand.

Gunnar Kilian kennt nicht nur die Arbeitnehmer-, sondern auch die Arbeitgeberseite. Er ist gut vernetzt – in die VW-Welt, in die Politik, in die Wirtschaft, in Wolfsburg, Deutschland und international. Aus unserer Sicht ist die Personalie Kilian sogar noch wichtiger, als dass Herbert Diess neuer Vorstandsvorsitzender wird. Gunnar Kilian ist für uns der Garant, dass die Interessen der Volkswagen-Belegschaft – nämlich Beschäftigungssicherung – wieder auf eine Ebene mit den Interessen des Unternehmens gehoben werden.

Ist das als Kritik an den nunmehr abberufenen Personalvorstand Karlheinz Blessing zu verstehen?

Es darf bei Volkswagen nicht passieren, dass kurz vor Weihnachten Leiharbeitnehmer nach Hause geschickt werden, nur um sie im März/April dann wieder einzustellen, wenn die Nachfrage steigt. Es darf auch nicht sein, dass man Arbeitsverträge so verkürzt, dass Leiharbeitnehmer unter die 36-Monats-Regel fallen. Das geht bei VW nicht! Wenn Sie es so wollen, ja, das ist als Kritik an Herrn Blessing zu verstehen.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article214009271/Hartwig-Erb-wird-deutlich-Das-geht-bei-VW-nicht.html

Unter Gunnar Kilian wird alles besser. Der Westerländer Wattwurm war u.a. Büromitarbeiter des MdB Vögel- und Meineid Uhl (SPD, Betriebsrat, VW usw.) und Büroleiter von Piech in Salzburg. Es kann also nur besser werden.
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« Antworten #22 am: 03. Juni 2018, 09:00:37 »


    Weitere Klagen gegen VW und weitere Güteverhandlungen bei neuen Klagen auf Festanstellung am 4.6.2018 in Emden


    “Für weitere 5 Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (jetzt: „VW-Services Group“), die gegen den Autokonzern auf Festanstellung klagen, wurden jetzt für den 4. Juni 2018 ab 11.00 Uhr Gütetermine beim Arbeitsgericht Emden anberaumt.
    Die „Kammertermine“ in drei anderen Sachen, die bereits am 22.1.2018 verhandelt worden waren, wurden wegen des Umfangs des Streitstoffs aufgehoben und werden voraussichtlich erst im September stattfinden. Für 3 weitere Kläger, deren Fall von der Kammer 3 anhängig war, stehen noch keine Kammertermine zur Verfügung, da dort ein Richterwechsel ansteht.
    Die Kläger berufen sich neuerdings nicht nur auf die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Betriebes sondern auch auf das ihnen bei der letzten Wahl des Betriebsrats zugestandene Wahlrecht für die Arbeitnehmervertretung. Nach ihrer Auffassung sei dieses Wahlrecht – das anderen Fremdfirmenmitarbeitern nicht zusteht – nur im Hinblick auf ihre Eingliederung in einem Tarifvertrag festgelegt worden. Dies aber verbiete es dem Konzern, sich darauf zu berufen, die Mitarbeiter von VW Services Group seien „Fremdbeschäftigte wie alle anderen Fremdbeschäftigte“…” Aus der Pressemitteilung von Rolf Geffken vom 30.5.2018 zum Termin am Montag, 4.6.2018 11.00 Uhr, ArbG Emden, Schweckendieckplatz 2.


Siehe dazu:

        Kampf gegen Werkverträge in der Automobilindustrie: Das Arbeitsrecht gilt auch innerhalb des Betriebsgeländes von VW 

        “Immer wieder klagen Beschäftigte von Werkvertragsfirmen gegen verschiedene Automobilfirmen auf Festanstellung. Seit letztem Jahr verlangt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz die Anstellung im Stammbetrieb, wenn die Beschäftigten in die Arbeitsorganisation des Stammbetriebe eingegliedert sind. Am 4. Juni stehen beim Arbeitsgericht Emden nun sogenannte Gütetermine an, bei denen es um die Klage von 5 Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (jetzt: „VW-Services Group“) geht, die gegen den Autokonzern auf Festanstellung klagen. Über die Klagen, die Praxis der Werkverträge im Allgemeinen und die Rolle der Gewerkschaften haben wir mit Dr. Rolf Geffken, Arbeits-, Wirtschaftsrechtler und Autor aus Hamburg gesprochen.” Interview vom 1. Juni 2018 von und bei Radio Dreyeckland

 Audio Datei: https://rdl.de/beitrag/das-arbeitsrecht-gilt-auch-innerhalb-des-betriebsgel-ndes-von-vw
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« Antworten #23 am: 05. Juni 2018, 23:43:05 »

Kuddel:
Zitat
Weitere Klagen gegen VW und weitere Güteverhandlungen bei neuen Klagen auf Festanstellung am 4.6.2018 in Emden

Zehnminütige Fortsetzung in Emden:
Zitat
Am Montag scheiterte erneut eine Güteverhandlung vor dem Emder Arbeitsgericht. Die Streitparteien konnten sich in der nur knapp zehnminütigen Sitzung nicht im Ansatz auf einen Vergleich einigen. Im September wird es dann aber wohl ernst.

Emden. Erneut haben gestern sechs Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (heute Volkswagen Group Services GmbH), die im Emder Volkswagen-Werk eingesetzt sind, vor dem Emder Arbeitsgericht gegen den VW-Konzern geklagt.
https://www.emderzeitung.de/emden/~/wieder-klagen-leiharbeiter-gegen-vw-741577
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