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Autor Thema: Trinkwasser als Ware - die Kunden zahlen die Zeche  (Gelesen 22772 mal)
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Wilddieb Stuelpner


Beiträge: 8920


« am: 03. August 2005, 10:20:12 »

NDR, Sendung "Panorama": Trinkwasser als Ware - die Kunden zahlen die Zeche

PANORAMA Nr. 656 vom 14.07.2005

Weniger Staat, geringere Ausgaben, mehr Effektivität. So einfach klingt es, wenn Politikern Privatisierung fordern. Alle profitieren angeblich, nicht zuletzt auch die verschuldeten Kommunen, denen das verscherbelte Tafelsilber Geld in die Kassen spült. Doch wenn deutsche Städte und Gemeinden ihre rentablen Wasserwerke an private Unternehmen verkaufen, sieht das Ergebnis meist viel ernüchternder aus: Hohe Wasserpreise, weniger Arbeitsplätze, Investitionsstau. Trinkwasser als Ware – für den Bürger geht die Rechnung nicht auf.

Anmoderation Anja Reschke:

Weniger Staat heißt die Zauberformel für moderne Wirtschaftspolitik. Alles was in privater Hand ist, wird effektiver und so auch für den Bürger billiger, so die allgemeine Annahme. Toll dachte man sich in der Politik und begann vor einigen Jahren staatliche Unternehmen zu privatisieren. Die deutsche Bundespost, die deutsche Bundesbahn, die Bundesdruckerei. Und weil der Staat ja meistens klamm ist und die Gemeinden ganz besonders, verkaufte man auch noch das Trinkwasser. An private Betreiber. Denn die würden das ja modern und gut und vor allem auch billiger machen. Heute ist man in vielen Gemeinden nicht mehr ganz so davon überzeugt. Stefan Buchen und Ariane Reimers über fatale Folgen der Wasserprivatisierung.

Wasser für 4 Millionen Verbraucher. Das Pumpwerk am Bodensee ist das größte in Deutschland. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, gebaut und über Jahrzehnte gepflegt mit Steuergeldern. Versorgungssicherheit, das war bisher die Leitlinie. Doch Städte und Gemeinden sind klamm. Dieses in Europa einmalige System haben sie jetzt zu einem Drittel an private Investoren verkauft. Für die Konzerne ist Trinkwasser ein Riesengeschäft.

O-Ton Karl Albrecht Schachtschneider, (Prof. für öffentliches Recht):

„Wasser ist ein Produkt, das jeder braucht, auf das niemand verzichten kann, der Umsatz ist sichergestellt, es ist eine Frage der Kosten, die investiert werden müssen und man kann geradezu die Rendite berechnen, ohne dass man große Marktrisiken eingeht.“

In Stuttgart hat deswegen der private Energieversorger EnBW die gesamte Wasserversorgung gekauft. Motto: die Privaten können es einfach besser.

O-Ton Willibald Banschbach (Chef EnBW Regional AG):

„Wir machen heute mit etwa 10, 12 Prozent im Wasserbereich weniger Personal die gleichen Aufgaben bei mindestens gleicher Qualität wie früher. Wir machen es einfach effizienter.“

Effizienter und besserer Service, das sind die vollmundigen Versprechungen der Privatisierer. Vor allem soll es für die Verbraucher billiger werden. Das glaubte auch die rot-grüne Bundesregierung. Im Jahr 2001 präsentierte sie ein Gutachten über die Marktöffnung der Wasserversorgung. Die Studie schätzt das Potenzial für Preissenkungen auf 10 bis 15%.

Eine glatte Fehleinschätzung. Die Stuttgarter Bürger zahlen seit der Privatisierung statt 2,05 €, jetzt 2,18 € je Kubikmeter. Angeblich ein Inflationsausgleich. Werner Weber kämpft seit Jahren gegen die privaten Wasserkonzerne. Der Verkauf des Trinkwassers: für ihn ein fataler Fehler.

O-Ton Werner Weber (Bürgerinitiative Wasserforum Stuttgart):

„Dass einem immer vorgegaukelt worden ist, dass die Privatisierung immer besser ist und die Preise senkt. Aber so wie man sieht, ist ja nichts billiger geworden, weder Strom, noch Gas, noch Wasser. Und das einzige, was wir wissen, ist, dass das gleiche mit weniger Menschen gemacht wird. Wahrscheinlich ist doch vielleicht der Profit erhöht worden.“

O-Ton Willibald Banschbach (Chef EnBW Regional AG):

„Selbstverständlich muss eine Aktiengesellschaft, die ein Netz betreibt und Wasser absetzt, Gewinne machen. Ich glaube, das ist völlig legitim und das ist so.“

Und die EnBW ist weiter auf Einkaufstour. Bei mehr als 40 kommunalen Wasserbetrieben hat der Konzern bereits Anteile gekauft. In Baden-Württemberg ist man schon zum Wasserversorger Nummer eins aufgestiegen.

O-Ton Werner Weber (Bürgerinitiative Wasserforum Stuttgart):

„Wer das Wasser hat, hat die Macht. Das ist in jeder Wüste so. Wenn einer die Oase besitzt, der hat die Macht. Die anderen, die da über den Sand laufen, die haben nichts zu sagen. Und das ist in Deutschland nicht anders. Wer das Wasser hat, der hat es. Und wenn ein privater Konzern die Infrastruktur vom Wassernetz aufkauft, da haben wir ja keine Wahl, wir können ja nicht sagen, wie beim Strom, da können wir ja immerhin noch wechseln.“

Das Klärwerk Ruhleben am Westrand von Berlin. Die bankrotte Hauptstadt hat die Hälfte ihrer Wasserbetriebe an zwei Privatkonzerne verkauft: RWE und Veolia. Das Werbevideo von Veolia: der französischer Wasserriese vermarktet das blaue Gold auf allen fünf Kontinenten. Nach dem Einstieg in Berlin machte der Deutschlandchef von Veolia großspurige Ankündigungen.

O-Ton Christophe Hug (Geschäftsführer Veolia):

„Der Preis für den Kunden, der ist hoch. Das ist unbestritten, dass in Deutschland die Preise hoch sind. Es geht also darum, ohne Qualitätsabstriche die Preise, die Kosten zu senken, und da sehen wir Möglichkeiten in der öffentlich-privaten Partnerschaft.“

Leere Versprechungen. In Berlin sind seither die Wasserpreise von 4,37 € auf 6,15 € gestiegen. Begründung auch hier: Inflationsausgleich.

O-Ton Gerlinde Schermer (SPD):

„Das zu ignorieren, dass Konzerne aus einem Monopolbetrieb die höchstmögliche Rendite schlagen, das ist das Problem. Die Politiker verwechseln Konzerne mit so genannten Partnern, so als ob man eine Ehe eingeht. Aber auch Mann und Frau streiten sich und noch viel schlimmer ist, wenn einer immer die Rendite aus diesem Vertrag rausziehen will.“

Und dieser Vertrag ist besonders tückisch. Gerlinde Schermer, damals Fraktionsvize der SPD, prophezeite schon bei Abschluss ein riesiges Verlustgeschäft.

Genauso kam es. Nach Zahlen des Landes Berlin gingen seit 2000 nur 171 Millionen Euro Gewinne an das Land. RWE und Veolia steckten 495 Millionen ein.

O-Ton Gerlinde Schermer (SPD):

„Das ist ein Skandal. Das ist ein Rentenvertrag für RWE und Veolia, dass sie das Geld einstecken können, egal, was passiert.“

Denn sogar für eventuelle Verluste der Wasserkonzerne kommt der Steuerzahler auf. Ein vertrauliches Papier zeigt das Kleingedruckte des Kaufvertrages: darin verpflichtet sich das Land Berlin, der BB-AG, gemeint sind die privaten Investoren, geringere Gewinne in vollem Umfang auszugleichen.

O-Ton Karl Albrecht Schachtschneider (Prof. für öffentliches Recht):

„Es ist völlig untragbar. Dass die Inhalte der Verträge nicht öffentlich sind, zum Teil sogar nicht einmal von den Räten der Kommunen gelesen werden können, weil sie viel zu umfangreich sind, zum Teil gar nicht lesbar sind, dass sie Kurzfassungen bekommen zur Information, ist demokratierechtlich und rechtsstaatlich völlig untragbar. Ich halte ein solches Verfahren für einen klaren Verstoß gegen unsere Rechtsprinzipien.“

Kiel, Schleswig-Holstein. Auch hier gingen die Wasserwerke in private Hände. Man verkaufte an einen US-Rentenfond. Die Stadträte stimmten vor fünf Jahren sogar einstimmig für die Privatisierung. Auch SPD-Mann Tovar hoffte auf das große Geschäft für Kiel, den Ausweg aus der Schuldenmisere der Stadt.

O-Ton Hans-Werner Tovar (Stadtrat, Vors. Wirtschaftsausschuss):

„Aus heutiger Sicht sage ich, ja – das war ein Fehler, das war, glaube ich, mein größter politischer Fehler, den ich in meiner „Karriere“ als Ratsherr dieser Stadt gemacht habe.“

Die Stadt hat keinen Einfluss mehr auf die Preispolitik mit ihren 49%, die auch in den Aufsichtsgremien – wir sind dann eben auch in den Aufsichtsgremien in der Minderheit, das ist der eine Punkt. Dadurch kann der Bürger verlieren. Und der andere Punkt ist der, wir erleben das in anderen Städten in Europa, dass möglicherweise die Versorgungssicherheit irgendwann in 10, 15 Jahren nicht mehr so ist, wie sie das früher unter unserer Regie war.“

Denn: Wer Gewinne machen will, der streicht bei den Investitionen. Weniger Geld für Rohre und Leitungen – seit der Privatisierung wurde genau dort erheblich gekürzt.

Investierten die Stadtwerke 1998 noch mehr als 50 Mio. Euro, werden es in es diesem Jahr gerade noch 22 Millionen sein.

O-Ton Hans-Werner Tovar (Stadtrat, Vors. Wirtschaftsausschuss):

„Und da genau steckt das Risiko drin, dass eines Tages eben sich das rächt, das geht 10, 15 Jahre gut, weil unser Rohrnetz in einem einwandfreien Zustand war, als wir es übergeben haben und irgendwann ist es vielleicht nicht mehr der Fall.“

O-Ton Karl Albrecht Schachtschneider (Professor für öffentliches Recht):

„Das wesentliche Interesse ist die Rendite und nicht die Versorgung und man kann mit dieser Verantwortung für das Land und für die Kommune durch international agierende Unternehmen nicht in dem Maße rechnen, wie wenn die Kommunen eben politisch verantwortlich sind ihrer Bevölkerung, was sich in jeder Wahl zeigt. Und da würde eine Störung der Wasserversorgung sofortige Reaktionen der Bevölkerung bewirken.“

In Stuttgart sammelt Werner Weber fleißig Stimmen für den Rückkauf der Wasserwerke. 12.000 Unterschriften hat er schon beisammen. Er fürchtet, die Privatisierung des Wassers ist der Beginn vom kompletten Ausverkauf bei Städten und Gemeinden.

O-Ton Werner Weber (Bürgerinitiative Stuttgarter Wasserforum):

„Wenn kein kommunales Eigentum mehr da ist, dann haben wir auch nichts mehr zu bestimmen. Dann brauchen wir auch nicht mehr wählen. Dann brauchen wir auch keinen Oberbürgermeister mehr. Wir können die Stadtverwaltung abschaffen und die Verwaltung der Stadt Stuttgart einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen übergeben und den Personalausweis kriegen wir an der Tankstelle.“

Autor: Stefan Buchen, Ariane Reimers
Schnitt: Maria Klindworth
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Spätlese


Beiträge: 797


« Antworten #1 am: 03. August 2005, 10:40:07 »

Thema hatten wir ja kürzlich hier, speziell ausgerichtet auf Strom am Beispiele der marktbeherrschenden Konzerne Vattenfall, E-ON, ENBW und RWE.

Ob nun Wasser - Strom - Gas, zwischenzeitlich ist der Großteil der Versorgungsunternehmen Dank der Verantwortungslosigkeit der Kommunen und deren Entscheidungsträger privatisiert, Kommunen haben kein Mitbestimmungsrecht mehr, die Unternehmen machen Gewinn ohne Ende - Endresultat: Der Verbraucher zahlt die Zeche.

:-) Ironisch gesehen:
Wohl den bösen kapitalistisch angehauchten Westbürgern und sonstigen Kapitalmagnaten:

Wer z. B. bei den obengenannten Aktiengesellschaften, aber auch z. B. bei Solarworld und Norsk Hydro Wertpapiere kaufen konnte - den betreffen die Preissteigerungen nicht so sehr, denn z. B. von Anfang Februar 2005 bis Ende Juli 2005, also gerade mal 6 Monate, stiegen diese Wertpapierkurse allesamt zwischen 30 - 120%.
Da klingelt das Spielgeld und macht das Leben sorgenfrei - für DIE, DIE es sich leisten können.
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Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
antonov


Beiträge: 1516


« Antworten #2 am: 25. März 2008, 00:59:23 »

der link zu der sendung funktioniert nicht mehr

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2005/erste8810.html <--- aktueller link

das Video zur Sendung:Trinkwasser als Ware - die Kunden zahlen die Zeche

Stuttgarter Wasserforum

http://www.wasser-in-buergerhand.de/

http://www.unverkaeuflich.org/wasser/

ähnliche Forumsbeiträge:

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=14341

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=14206
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momo13


Beiträge: 90


« Antworten #3 am: 25. März 2008, 10:00:49 »

Sag ich doch!

Gas,Strom,Wasser und Grundnahrungsmittel gehören in die Hand des Staates, ansonsten wird es zum Wirtschaftsgut, ebenso die medizinische Forschung und Ausübung der Gesundheitsversorgung.

Wenn Grundbedürfnisse in die Hände von Spekulanten geraten,
gehts an die Substanz;
und wie das aussieht, kann ja keiner mehr übersehen.
 momo13 Cool
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Motte


Beiträge: 480


« Antworten #4 am: 25. März 2008, 10:35:32 »

Zitat
Original von momo13
Sag ich doch!

Gas,Strom,Wasser und Grundnahrungsmittel gehören in die Hand des Staates, ansonsten wird es zum Wirtschaftsgut, ebenso die medizinische Forschung und Ausübung der Gesundheitsversorgung.

Wenn Grundbedürfnisse in die Hände von Spekulanten geraten,
gehts an die Substanz;
und wie das aussieht, kann ja keiner mehr übersehen.
 momo13 Cool


In den Händen des Staates?
 Zur Erinnerung, der Staat, das sind nach dem heutigen Verständnis Politiker, Menschen die für ihr Wohlergehen sorgen und das der Spekulanten.
Na Proste Malzeit kann ich da nur sagen.
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momo13


Beiträge: 90


« Antworten #5 am: 25. März 2008, 11:25:15 »

Hallo Motte,
natürlich nicht dieser Staat!
Das ist ja auch Utopie, denn die würden nicht einen Cent für andere Menschen hergeben, es sei denn, in Verbindung  mit einer Großen Spendenaktion, wo ihr Name dann auch sicher genannt wird, ebenso die Summe, und  wo  sie ihre Prifilierungsneurosen austoben können.

Bei uns  ist  vor zwei Jahren die Wasserwirtschaft von einem Privatunternehmer übernommen worden; seither sind die Preise für Wasser um 18 % gestiegen, und für das Abwasser sogar um 38 %.
Vielleicht habe ich mich  etwas falsch ausgedrückt, da habe ich manchmal so meine Probleme.
Fakt ist doch aber, das alle Grundbedürfnisse der Menschen von privaten Aasgeiern gnadenlos vermarktet werden;  und das ist unrecht, denn schließlich hat ja der Arbeiter das geschaffen, was die sich unter den Nagel reißen.Von denen hat sich doch keiner jemals die Hände schmutzig gemacht, oder sollte z.B. der Manager von Rhein-Ruhr Kohle selbst mal Kohle geschlagen haben?
Diese Leute genießen das, was andere erarbeiten, so sehe ich das, und dafür bekommen jene auch noch einen Tritt in den Allerwertesten.
Das kanns doch nicht sein.
momo13 Cool
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antonov


Beiträge: 1516


« Antworten #6 am: 01. November 2008, 10:28:43 »

Zitat
30.10.2008 www.attac.de
Die türkische Regierung plant umfangreiche Privatisierungen der Wasserressourcen


Im Zentrum steht die Überlassung von Quellen, Seen und Flüssen an internationale Konzerne für einen Zeitraum von mindestens 49 Jahren. Dies bedeutet eine neue Qualität der Wasser-Privatisierung.

Im März 2009 wird das „Weltwasserforum“ in Istanbul tagen und die Initialzündung für den anschließend geplanten Verkauf der Wasserressourcen in der gesamten Türkei geben. Das "Forum" wird bestimmt vom World Water Council, einem privaten Think-Tank, in dem multinationale Wasserkonzerne in enger Zusammenarbeit mit Weltbank, OECD oder EU, ihre strategischen Interessen vorantreiben.

---> weiter ...

Gemeinsame >> Unterschriftenliste << von attac und ver.di gegen die Privatisierung des Wassers in der Türkei! Bitte ausdrucken, auslegen und an attac oder ver.di (Anschriften unten auf den Listen) zurücksenden! Danke!


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Kat


Beiträge: 82


« Antworten #7 am: 02. November 2008, 22:58:27 »

Na ja. Meines Erachtens liegt der Hauptgrund für die steigenden Preise an der wenigen Konkurrenz.

Ein gegenteiliges Beispiel ist ja z.B. das Telefon. Das ist in den letzten Jahren wesentlich billiger geworden, da ist aber auch eine große Konkurrenz.
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Pinnswin


Beiträge: 4127



WWW
« Antworten #8 am: 03. November 2008, 09:13:59 »

Trinkwasser ist teurer, wie Milch, mhmm... also, vom Ansatz her musste sich da schon was "verbilligen" lassen.  Roll Eyes
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Lefat


Beiträge: 1568



« Antworten #9 am: 17. November 2008, 17:58:37 »

Auch sehr perfide :

http://www.wdr.de/unternehmen/presselounge/pressemitteilungen/2008/11/20081114_aktuelle_stunde.phtml

Zitat
Löschwasser der Feuerwehr: In Solingen 400 mal teurer als Trinkwasser
WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, Freitag, 14.11.2008, 18.50 bis 19.30 Uhr
1,2 Millionen Euro zahlt die Stadt Solingen jedes Jahr pauschal dem städtischen Wasserversorger SWS für die Bereitstellung und das Vorhalten von Feuerwehr-Löschwasser. Diese Summe bestätigte auf Anfrage des WDR-Magazins Aktuelle Stunde Solingens Stadtkämmerer Ralf Weeke und bezeichnete den bereits im Jahr 2001 geschlossenen Löschwasservertrag „sehr unglücklich“. Weeke wörtlich: „Mir persönlich gefällt der Vertrag nicht so gut, weil ich der Auffassung bin, dass die Bereitstellung des Löschwassers eine klare Aufgabe der Daseinsvorsorge im Bereich Ordnung und Sicherheit ist.“ In anderen Kommunen werde Löschwasser kostenlos bereitgestellt.

Ausgehandelt hat den Löschwasservertrag Weekes Vorgänger zu einem Zeitpunkt, als die Stadtwerke Solingen mit der MVV Energie Mannheim einen neuen Partner (49,9 %) bekommen haben. Weeke betonte, er selbst sei auch erst vor wenigen Wochen „über diesen Löschwasservertrag gestolpert“.

Besonders unverständlich ist für Solingens Feuerwehr-Chef Frank-Michael Fischer vor allem, „dass nicht der effektive Löschwasser-Verbrauch gezahlt werden muss.“ Mit Hilfe der Feuerwehr Solingen und des Institutes der Feuerwehr NRW hat die Aktuelle Stunde den Löschwasserverbrauch für 2007 hochgerechnet und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: In Solingen ist das Löschwasser 400 mal teurer als das Trinkwasser. Die Stadt habe 2007 für 1,2 Millionen Liter Löschwasser 1,2 Millionen Euro bezahlt. Das heißt: Jeder Liter Löschwasser kostete die Stadt einen Euro.

Michael Bartels vom Dezernat „Rechtsgrundlagen“ des Instituts der Feuerwehr NRW gegenüber dem WDR: „Ein Versorger, der sich an Löschwasser bereichert, ist ein Unding. Wenn das Schule machen würde, kämen unglaubliche Kosten auf die Gesamtbevölkerung zu.“ Gott sei Dank sei das Beispiel Solingen nur ein Einzelfall. Der Vertrag müsse aber jetzt dringend geändert werden.

Die SWS-Beteiligungsgesellschaft Solinger Stadtwerke teilte lediglich mit, dass es nicht zum guten Geschäftsgebaren gehöre, Vertragsinhalte gegenüber Dritten zu erörtern und sie daher keine Stellungnahme abgeben könne.

Mit Quellenangabe Aktuelle Stunde ab sofort zur Veröffentlichung frei.



Bei sozial-gangbang liest es sich so (mit kurzer Rechnung:)

http://sozial-gangbang.blogspot.com/2008/11/in-solingen-lscht-man-mit-purem-gold.html

Zitat
In Solingen löscht man mit purem Gold

Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig übertrieben, aber stellen sie sich mal folgendem Fall vor - bei ihnen brennt es, und sie haben kein Geld um das Löschwasser zu bezahlen. Das gibt's nicht, glauben sie? Dann kommen sie doch mal nach Solingen.
Denn in Solingen muß die Feuerwehr bzw. die Stadt Solingen das Löschwasser zur Brandbekämpfung bezahlen, und zwar an die Stadtwerke Solingen (SWS). Das allein ist ein Absurdum, das in NRW einmalig ist, doch Solingen wäre nicht Solingen, wenn nicht auch noch ein Sahnehäubchen diesen totalen Schwachsinn krönen würde. Der Liter Löschwasser kostet nämlich auch gleich 400 Mal soviel, wie ein Liter Trinkwasser.
Weil sich aber die Solinger Stadtwerke in ihrer Selbstherrlichkeit nicht lumpen lassen wollen, man hat schließlich ausreichend Erfahrungen in der Hausbrandbekämfung sammeln können, wird nicht jeder Liter Löschwasser einzeln abgerechnet, in ihrer endlosen Güte geben sich die Solinger Stadtwerke mit einer Pauschalzahlung von 1,2 Milionen Euro durchaus zufrieden, um die öffentliche Sicherheit da zu gewährleisten, wo andere kange nichts dafür bezahlen.
Verzapft hat diesen grenzenlosen Schwachsinn übrigens der ehemalige Solinger Stadtkämmerer und Vorgänger von Ralph Weeke. Der glänzte in seiner Laufbahn als Kämmerer der Stadt Solingen im Übringen noch durch ganz andere Glanzleistungen, bei deren Ergebnissen man sich durchaus fragen muß, ob eine der Voraussetzungen für die Besetzzung dieses Postens totaler Schwachsinn und eine erfolgreiche Gehirn-Lobotomie ist.
Der Nutzniesser dieser grotesken Komödie, die Stadtwerke Solingen, äußern sich wie erwartet, nämlich gar nicht. Statt dessen greift man auf die standardisierte Antwort "Wie sie sicher nachvollziehen können gehört es nicht zum guten Geschäftsgebaren Vertragsinhalte gegenüber Dritten zu erörtern..., bla bla bla", zurück.
Nachvollziehbar, das man sich zu dem lukrativen Geschenk von Steuergeldern nicht weiter äussern will - man sitzt die Welle der Empörung lieber aus. Das die von den SWS für das Löschwasser kassierten 1,2 Millionen Euro Steuergelder, für die man in Solingen durchaus anderweitige Verwendung hätte, jeder rechnerischen Grundlage entbehren, kommt noch erschwerend hinzu. Die Preisbildung läßt keine andere Vermutung zu, als das sich hier eine ganz unerhörte und extrem stark ausgebildete kriminelle Energie Bahn gebrochen hat.

Ein kleines Rechenbeispiel: Die Solinger Feuerwehr mußte im letzten Jahr 295 Brände löschen. Dabei kamen 184 C-Schläuche für durchschnittlich 60 Minuten zum Einsatz. 100 Liter Wasser fliessen hier minütlich durch, was unterm Strich großzügig aufgerundet 1,2 Millionen Liter Wasser ergibt, die man für das Löschen von Bränden benötigte. Das ergibt einen Preis von etwa 1 Euro pro Liter Löschwasser - in Solingen ist das Löschwasser folglich teurer als ein Liter Bier und nur unwesentlich billiger als ein Liter Benzin.

Ein Privatkunde müßte für die gleiche Menge Wasser etwa 3000 Euro bezahlen, aber Meier, Müller oder Schmitt zahlen ja auch nicht mit Hodenknöpfen, also mit Steuergeldern, bei denen kann man ruhig mal etwas großzügiger sein.
Wie lange die Solinger Stadtväter sich nun noch im Glanze geistigen Totalversagens sonnen, ob man überhaupt die ungeheure kriminelle Verschwendung und Umverlagerung von Allgemeinkapital zur Kenntnis nimmt, und wann man sich letztendlich dazu entschließt, für frei zugängliches Allgemeingut wie Löschwasser, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, kein Geld mehr zu bezahlen, steht gerade in Solingen sehr weit in den Sternen.
Es bleibt nur zu befürchten, daß die Solinger Stadtväter am Ende auch noch eine 1,5 Millionen Pauschale für Atemluft an die Stadtwerke entrichten werden, so hat man dann schließlich eine adäquate Ausrede wenn anderweitige soziale und wirtschaftliche Brennpunkte in der Stadt weiter vor sich hin kokeln. Übrigens, Entscheidungen treffen sich am leichtesten, wenn man über das Geld anderer entscheidet und dabei möglichst wichtig in die Wäsche guckt. [Quelle]

Gepostet von Don Pepone um 09:52 


Zitat
Ein Privatkunde müßte für die gleiche Menge Wasser etwa 3000 Euro bezahlen,


ohne Kommentar Shocked



« Letzte Änderung: 17. November 2008, 18:05:25 von Tafel » Gespeichert

Es ist immer wieder erstaunlich, dass ein Jahr der Arbeitslosigkeit einen ehemaligen Leistungsträger zu einem bildungsfernen Asozialen verkommen läßt..so zumindest die landläufige Meinung.
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« Antworten #10 am: 13. Januar 2011, 19:08:07 »

Zitat
Water Makes Money

Wird der Film verboten? - Ein Aufruf!
Nach der bisher überaus erfolgreichen Verbreitung des Films „Water Makes Money" In Form von über 200 (Kino)-Vorführungen und mehr als 1000 DVDs, hat der im Film kritisierte französische Konzern VEOLIA in Paris gegen den Film Klage wegen „Verleumdung" eingereicht. Noch ist nicht klar, was konkret man uns vorwirft. Der Konzern hat dennoch bereits erreicht, dass die französische Staatsanwaltschaft dem Antrag Veolias stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Dieser lässt jetzt mit Hilfe eines auch auf Deutschland ausgeweiteten Rechtshilfeersuchens polizeilich ermitteln.

Bis der Prozess eröffnet wird, kann es noch einige Zeit dauern. Noch darf der Film gezeigt werden. Und noch hält ARTE an der Planung fest, eine TV-Fassung am Internationalen Wassertag, am 22.3.2011 um 20h15 auszustrahlen. Doch ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig nicht auszuschließen.

Veolias Versuch, unliebsame Filme aus der Öffentlichkeit zu verbannen, hat bereits Tradition. Als Leslie Franke und Herdolor Lorenz es 2005 wagten, in einem mit dem NDR koproduzierten Film („Wasser unterm Hammer") über die Praxis der Geheimverträge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufzuklären, wurde der Konzern beim NDR vorstellig. Er erreichte nach eigenen Angaben sogar im Einvernehmen mit ARD-Chefredakteur Volker Herres, dass der Film nicht mehr ausgestrahlt werden durfte. Und das, obwohl der Dokumentation kein einziger inhaltlicher Fehler nachgewiesen werden konnte.

Quelle und mehr: http://www.watermakesmoney.com/
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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« Antworten #11 am: 29. Mai 2011, 07:56:59 »

http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/stuttgart/stuttgart/Artikel719933.cfm
Gründung der Stadtwerke beschlossen
Zitat
Stuttgart - Die Stadt Stuttgart wird die Strom-, Gas-, und Wassernetze vom Karlsruher Energiekonzern EnBW zurückkaufen. Mit breiter Mehrheit hat der Gemeinderat gestern die Gründung eines städtischen Energieunternehmens für Strom und Gas sowie eines kommunalen Eigenbetriebs zur Wasserversorgung beschlossen. Nur die Fraktionen der FDP und Freien Wählern stimmten dagegen.
...
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz forderte, auch die Stuttgarter Bürger sollen sich mit Kapital an den Stadtwerken beteiligen können. Für die Wasserversorgung ist ein 100-prozentiger kommunaler Eigenbetrieb vorgesehen. Die rechtlichen Details sollen nun möglichst schnell geklärt werden. Der Zeitplan sieht vor, dass der Gesellschaftsvertrag der Stadtwerke sobis Mitte des Jahres vorliegen soll. Anschließend kann die Geschäftsführung ausgeschrieben werden. Die Vertriebspartner für „Stuttgart Strom“ und „Stuttgart Gas“ werden im zweiten Halbjahr ausgewählt. Bereits ab dem kommenden Jahr will die Stadt in Projekte zur Erzeugung von Ökoenergie investiert........
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« Antworten #12 am: 18. Mai 2013, 23:27:07 »


Prozess gegen Water Makes Money

Wenn die Wasserversorgung privaten Unternehmen anvertraut wird, dann wird das Wasser teurer und seine Qualität sinkt rapide. Vorteile genießen allein die Konzerne – und die Politiker.

Der Film "Water Makes Money" von Leslie Franke und Herdolor Lorenz erklärt anhand von Beispielen aus Frankreich und Deutschland die Mechanismen der Korruption in der Wasserprivatisierung.

Der Konzern Veolia verklagte den Verleih und Jean-Luc Touly, einen ehemaligen leitenden Angestellten, auf dessen Aussagen sich der Film unter anderem stützt. Drei der vier Anklagepunkte Veolias wurden vom Pariser Gericht abgewiesen . Mit Ausnahme einer für den Film nicht entscheidenden Passage werden die im Film genannten Fakten nicht angezweifelt und dürfen in Water Makes Money weiterhin als Korruption bezeichnet werden. Unmittelbar nach dem Gerichtsverfahren griffen Hacker die Webseite von www.watermakesmoney.com an und legten sie dauerhaft lahm.
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Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.
dagobert


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« Antworten #13 am: 21. Mai 2013, 19:51:26 »

Zitat
Während also unser Webauftritt derzeit offline ist, finden in der realen Welt
weiterhin unzählige Aufführungen des Films statt. Eine Liste der uns gemeldeten Veranstaltungen ist hier einsehbar:
https://www.google.com/fusiontables/DataSource?snapid=S919806sL6B

http://www.watermakesmoney.org/
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Kuddel


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« Antworten #14 am: 19. August 2015, 14:19:38 »

Zitat
Irland
Grünes Land mit dreckigem Wasser

Sie werden als irische Wasserrebellen tituliert. Ganz normale Iren, die nicht bereit sind, eine Wassergebühr für ihr teilweise von Bakterien verseuchtes Wasser aus dem Hahn zu zahlen. Und ein Wasserzähler, wie es die EU fordert, wollen sie auch nicht haben. Der irische Wasserversorger Irish Water versucht die Menschen umzustimmen.




Wir zahlen nicht, auf keinen Fall - rufen tausende von Demonstranten in Dublin und anderen irischen Städten. Und sie zahlen wirklich nicht. 56 Prozent aller Iren haben zuletzt ihre Wasserrechnung nicht bezahlt – die erste, die sie im Leben überhaupt erhalten haben.

"Wir Rentner haben doch nichts, was wir noch bezahlen könnten."

Ich würde es ja bezahlen, wenn wir denn ein Wassersystem hätten, das funktioniert. Im Moment geht es denen doch nur darum, Geld für den Haushalt einzunehmen.

Irland gehört zu den wenigen entwickelten Staaten, in denen das Wasser nichts kostet. Warum soll sich das ändern, fragen viele? In Irland regne es doch soviel, müssen wir demnächst auch noch für die Luft bezahlen?

Der Wasserboykott hunderttausender von Iren wirkt im Ausland bizarr, aber er hat einige Gründe. Irland begeistert viele Touristen wegen seiner unberührten Natur – aber das Wasser sollte man in einigen Regionen lieber nicht trinken. Es ist mit Bakterien verseucht, die Iren schleppen dort lieber Wasserkanister aus dem Supermarkt nach Hause. Warum also auch noch bezahlen?

Wassergebühren erzürnen Iren

Genau, um die Wasserqualität zu verbessern, dafür werde die neue Wassergebühr gebraucht, meint Professor John Fitzgerald vom Trinity College in Dublin:

"Die Wasserqualität ist teilweise so schlecht, dass man es nicht trinken kann. Jede Region hatte ihre eigene Wassergesellschaft, die haben es nicht hinbekommen. Irish Water als neue zentrale Instanz kann das hinbekommen, zu weniger Kosten. Das alte System war einfach zu teuer. "

Die Kunden trauen Irish Water aber nicht, und lassen deren Wasserzähler-Installateure reihenweise nicht in ihr Haus. Ohne Wasserzähler würden die Iren aber nicht dazu angehalten, Wasser zu sparen – sagt die Regierung. Man müsse den Iren nicht beibringen, wie sie sorgsam mit Wasser umgehen müssen – schallt es zurück. Vielleicht werde Irish Water am Ende ja auch noch privatisiert.

Wasserzähler wird zum Machtkampf

Die Iren haben seit der Finanzkrise viele Sparmaßnahmen bereitwillig mitgetragen – die Gläubiger der EU verlangen jetzt auch die neuen Wasserzähler, aber sie sind im Wortsinn der Tropfen, der das Fass jetzt zum Überlaufen bringt.

"Diese Regierung sagt den Leuten, bezahlt das auch noch. Den arbeitenden Leuten, die wenig haben. Schande für euch! ruft Mary Lou McDonald von der oppositionellen Sinn Fein. Ihr habt keine Ahnung davon, wie ihr Kampf ums alltägliche Leben aussieht."

"Die Regierung hat das Gesetz so reformiert, dass es tragbar ist – entgegnet Joan Burton, die irische Vize-Ministerpräsidentin. Wir unterscheiden zwischen denen, die nicht zahlen wollen, sondern sich ihre Wasserrechnung von anderen bezahlen lassen wollen. Und auf der anderen Seite denen, die wirklich nicht bezahlen können."

Aber die konservative irische Regierung steht unter immensem politischen Druck.
Zum Beispiel von den Vermietern, die per Gesetz dafür sorgen sollen, dass ihre Mieter ihre Wasserrechnung zahlen.

"Wir könne das Problem nicht lösen, klagt der Sprecher der Hauseigentümer. Das ist ein bürokratischer Albtraum. Wir müssen die Kaution verdreifachen, dann geht das vielleicht. "

Die Regierung kommt ihren Kritikern entgegen: Die ursprünglich im Extremfall vorgesehene Haftstrafe für hartnäckige Zahlungsverweigerer wurde gestrichen. Frühestens wenn ein Jahr lang nicht bezahlt wird, gibt es moderate Strafgebühren: 60 Euro für einen Haushalt. Die Jahresrechnung darf höchsten etwa 260 € betragen.

Alle die sich rechtzeitig angemeldet haben, bekamen 100 Euro Startguthaben geschenkt. Und zuletzt wurde sogar eine Flatrate eingeführt, unabhängig vom Wasserverbrauch. Das nimmt aber alles den irischen Wasserrebellen nicht den Wind aus den Segeln: Für den 29. August haben sie wieder eine Großdemonstration in Dublin angemeldet.[/quote]http://www.deutschlandfunk.de/irland-gruenes-land-mit-dreckigem-wasser.697.de.html?dram:article_id=328692
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« Antworten #15 am: 15. März 2018, 11:58:20 »

Zitat
Bis zum letzten Tropfen – drohender Ausverkauf des Wassers von Brasilien

Das alternative Weltwasserforum ist ein Gegenforum zum Weltwasserforum, bei dem internationale Konzerne und Organisationen alle Fragen rund ums Thema Wasser unter sich ausmachen

Radio Dreyeckland, Pulsar Brasil, Kooperation Brasilien amerika21

Vom 17. bis zum 22. März findet in Brasília das Fórum alternativo mundial da água, das alternative Weltwasserforum statt. Das Forum, bei dem verschiedene Nichtregierungsorganisationen und soziale Projekte für einen gerechten Umgang mit den Wasservorräten Brasiliens und der Wasserversorgung einstehen, bildet das Gegenforum zum gleichzeitig in Brasília stattfindenden Weltwasserforum, das vom Weltwasserrat organisiert wird und bei dem internationale Konzerne und Organisationen alle Fragen rund ums Thema Wasser unter sich ausmachen. Die Privatisierung von Wasser, kurzfristige und gewinnbringende "Lösungen" für die Wasserversorgung und vorgeblich "nachhaltige" Ansätze werden hier diskutiert werden.

In unserer Sendung werfen wir vorab einen Blick auf Forum und Gegenforum und beleuchten die aktuellen Liebeleien zwischen der brasilianischen Regierung und Großkonzernen wie Nestlé, wenn es um die Privatisierung von Wasser geht. Als Experte für dieses Thema haben wir Franklin Frederick mit dabei, der sich in der Schweiz mit Nestlés Wasserprivatisierungsaktionen in Brasilien beschäftigt.
Am Ende gehen wir noch kurz auf die von Temer angekündigte Militärintervention in Rio de Janeiro ein, die ein klares Signal ist an alle Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für Weltsozialforum und Alternatives Wasserforum im März in Brasilien einfinden.

Via amerika21

Ursprung: +1C@FÉ

https://amerika21.de/files/a21/audio/2018/1802_wasser.mp3

Ist etwas anstrengend anzuhören aber informativ.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
ManOfConstantSorrow


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« Antworten #16 am: 28. März 2018, 18:51:57 »

Zitat
Brasilien:
Frauen besetzen Nestlé-Hauptquartier, Protest gegen Wasserprivatisierung


Der Hauptsitz von Nestlé im brasilianischen São Lourenço ist am Dienstagmorgen von 600 Frauen besetzt worden. Die Aktivistinnen von der Landlosenbewegung MST protestierten gegen die Privatisierung von Wasser und verurteilten die Wasserlieferungen an internationale Konzerne durch die De-facto-Regierung von Michel Temer. Mit Sorge machten sie auf die Verhandlungen aufmerksam, die derzeit beim Internationalen Wasserforum in Brasília stattfinden.
https://amerika21.de/2018/03/197582/brasilien-nestle-wasserprivatisierung
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