Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 2 [3] |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit  (Gelesen 12799 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Liasanya


Beiträge: 24


« Antworten #50 am: 19. Juli 2018, 20:53:18 »

@Onkel Tom
Zitat: "Gegen diese "Speed-Dating-Vorstellrunden" lässt sich bestimmt auch
eine Abwehr wuppen. Ich stelle mir vor, das diese Arbeitskraft-
Verramsch-Aktionen nicht mit den Persönlichkeitsrechten des einzelnen
Arbeitsuchenden konform ist. Gerade, wenn das Geschehen in einem
Saal statt findet, wo sich der "Zwangsbesucher" bei allen anderen sich
als erwerbslos outen oder mit Bewerberdatenklau rechnen muss."



Es bleibt einem gar nichts weiter übrig, als sich wohlwollend interessiert zu zeigen, um Sanktionen zu vermeiden. Man wird bei diesen Veranstaltungen überwacht und ausgefragt. 

Die Teilnehmer werden nicht nur als erwerbslos geoutet, sondern es wurden auch ALG I- und ALG II-Empfänger getrennt, so dass die Disponenten gleich wussten, wen sie zu jedem Lohn und jeder Bedingung verheizen können und  welche Teilnehmer noch Forderungen stellen können.

Ob diese Veranstaltungen von Erfolg gekrönt sind, mag ich zu bezweifeln. An dieser Veranstaltung nahmen ELO's teil, die schwerst vermittelbar sind, wie z.B. Behinderte, Alleinerziehende, Ü50 usw.

Bei mir haben sich bisher nach 3 Wochen der Veranstaltung lediglich zwei von vier Leihbuden gemeldet und ich gehöre zu keiner der Gruppen.

Gespeichert
Onkel Tom


Beiträge: 3644



« Antworten #51 am: 20. Juli 2018, 16:34:29 »

...
Es bleibt einem gar nichts weiter übrig, als sich wohlwollend interessiert zu zeigen, um Sanktionen zu vermeiden. Man wird bei diesen Veranstaltungen überwacht und ausgefragt.
...

Das ist mir bewusst und genau so ein Dorn in mein Auge..

Ich konnte mich den hintergründig verlogenen Arbeitskraft-Verramsch-Aktionen auch nicht immer
entziehen und kann dazu leider auch kein "Patentrezept" anbieten.
Wäre ja echt goil, wenn man diesem Geschummel ein "Verhaltens-Ablaufplan" anbieten könnte, der
den Nachschub  in Leiharbeit soweit eindampfen könnte, das die Nachfrage dem Arbeitnehmer
ermöglicht, mehr Knete für seine Tätigkeiten zu verlangen oder besser noch, für "Gleiche Arbeit,
gleiches Geld und gleiche Arbeitsbedingungen wie Festeingestellte" zu erstreiken..

Die Aufmachungen solcher Veranstaltungen, Arbeitsuchende in präkere Jobs zu pressen, sind ja
recht vielfältig und bislang ist es mir nur gelungen, Wege des ausweichen bei normalen Jobmessen
und JC-Hausinternen Jobmessen mit "Kontroll-Laufzettel" zu wuppen.

Anbei geht es den Machern in erster Linie darum, ihre Bewerberpools zu füttern und Neulinge
eventuell erst mal als Springer zu bekommen.  Anbei ist es mir schon passiert, das ich auf so
einer "Zwangsvorstellungsmesse" ein Job zum Mindestlohn, völlig fern der Heimat ans Bein
getackert bekam, wo gleich klar wurde, "Vergiss es mit Neueinstieg, die Arbeitsbedingungen lassen
Langfristigkeit nicht zu.."

Ich wurde an einem Montag eingestellt und am folgenden Freitag gab es eine Betriebsversammlung,
wo es dann hieß "Wir fahren unsere Produktion runter und die Leihkräfte mögen sich in ihrer Fima
melden, das es für sie hier nichts mehr zu tun gibt".
Den Rest kannst Du dir ja denken, das ich mit dem Status "noch in der Probezeit" mich wieder beim
JC als arbeitslos melden musste..

SB meinte doch glatt dabei, mir ein Eigenverschulden zu konstruieren, was ich jedoch ganz gut
abwehren konnte..

Später beschwerte ich mich über das Zustandekommen falscher Hoffnungen durch deren
Jobmesse und möge in Zukunft nur dann dazu eingeladen werden, wenn dort Arbeitgeber
anwesend sind, die nicht nur mal ebend Springer für 5 Tage suchen.

Ich bekam darauf keine Antwort, aber auch eine halbe Ewigkeit auch keine Einladung zu dubiosen
Jobmessen mehr. Ob meine Beschwerde dafür sorgte, kann ich anbei nicht beweisen oder
bewerten..

Ich finde jedoch, das anhand der neuen Datenschutzverordnungen sich neue Felder darin
auftun, die ein Arbeitsuchender darin nutzen könnte, das seine Bewerberdaten oder sein
Status "erwerbslos", was ja dem Sozialgeheimnis unterliegt, nicht mehr völlig ungehindert
in Dateinschleudern von ZAF-Krampen die Runden ziehen muss..

Jedenfalls sind Einwilligungen zum Umgang eigener Daten auf freiwilliger Basis gemünzt !
Sollte ein JC wegen "Unfreiwilligkeit zur Weitergabe von Daten" tatsächlich sanktionieren
wollen, fände ich es gut, das so was dann auch vor Gericht durchexerziert wird.

Diesem Wunsch habe ich vor ca. 10 Jahren in eigener Sache bis zum LSG-HH durchgezogen.
Mit mäßigem Erfolg, jedoch Richtungsweisend darin, das nur freiwillig angetretene Masnahmen
für den "ungefragten" Datentransfair offen sind.
Nicht umsonst ist der Ratschlag bestens, Sinnlosmasnahmen nur unfreiwillig an zu treten..

So, das war jetzt leider etwas Off Topic, da es hier mehr um die verlogene Öffentlichkeitsarbeit
von ZAF-Krampen geht und da dürfte uns bestimmt noch mehrmals die Kinnlade runter fallen,
was die sich noch so alles ausdenken, weiter Unwissende zu ködern und zu verschleißen..

Zu dem aktuellen Datenschutzgedöns hat sich der  User "Rotwolf" im Elo-Forum gut mit
befasst, was die Kreativität, sich ZAF-Krampen vom Hals zu halten fördern könnte.
Doch diese Baustellen hinken noch ein wenig, weil sehr frisch und m.E. sehr umpfangreich

M.s.G. Tom  Wink

Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
dagobert


Beiträge: 4659


« Antworten #52 am: 25. Juli 2018, 17:26:25 »

Doch die Realität ist, daß es einem Arbeitnehmer nicht erlaubt ist, selbstständig Verhandlungen über die Lohnhöhe zu führen, wenn ein für allgemeingültig erklärter Tarifvertrag - und in der Leiharbeit ist das der Fall - vorliegt.
In der Leiharbeit gibt es keinen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag, und Lohnverhandlungen sind nicht verboten.

So etwas wird dann als "Verhinderung einer Beschäftigungsmöglichkeit" vom Jobcenter gewertet, wenn es denn vom Personaldisponenten der LAF bei dieser angezeigt wird.
Statt immer nur rumzumotzen was alles nicht geht, solltest du vielleicht mal überlegen wie man die Datenschutzvorschriften gegen diese Petzerei in Stellung bringen könnte.
Immerhin hat der Arbeitnehmerdatenschutz im neuen BDSG einen eigenen Paragrafen erhalten, und das ZAF-Denunziantentum dürfte kaum zu einem ordnungsgemäßen Bewerbungsverfahren gehören.
Gespeichert
Seiten: 1 2 [3] |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: