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Autor Thema: youtube, facebook, twitter  (Gelesen 10661 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11735


« Antworten #50 am: 20. Juli 2018, 16:53:04 »

Zitat
In Indien schränkt der Messengerdienst Whatsapp nach einer Reihe von Lynchjustiz-Fällen das Weiterleiten von Nachrichten ein.
Die Einschränkung werde probeweise erfolgen und alle Nutzerinnen und Nutzer betreffen, teilte der zu Facebook gehörende Dienst mit. Anlass für die Maßnahmen sind Falschmeldungen über Kindesentführer. Diese hatten offenbar dazu geführt, dass mehrere Menschen von Mobs verprügelt wurden. Einige der Opfer starben.
https://www.deutschlandfunk.de/indien-whatsapp-schraenkt-dienst-ein.2932.de.html?drn:news_id=905568

Die Emotionen kochen in den "sozialen Medien" auch hierzulande derart hoch, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch hier der Lynchmob tobt.
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admin
Administrator

Beiträge: 2333


« Antworten #51 am: 08. August 2018, 07:30:01 »

Populistische Stimmungsmacher und ihre Schattenspender
Dunkelkammern der Demokratie


Zitat
Sprecher 3:
Wir können die Gelder nicht nachverfolgen, und auch nicht, wohin die persönlichen Daten gehen. Das wird immer schwerer in dieser virtuellen Welt. Das ist kein kleiner sondern ein signifikanter Wandel, wie mit persönlichen Daten politische Macht erworben wird.

Sprecher 1:
Firmen wie Cambridge Analytica oder Aggregate IQ hätten durchschnittlich 5.000 Einzel-Informationen über einen Wähler. Mit achthundert "Likes auf Facebook" könne ein Computer Algorithmus mehr erkennen als der Lebenspartner, der Freund oder die Freundin. Gute Computer-Algorithmen kämen inzwischen viel zuverlässiger zur emotionalen Einschätzung der Wähler. Diese Persönlichkeitsprofile seien der wahre Schatz einer jeden modernen Wahlkampagne. Moore erzählt wie man für die Brexit-Kampagne vorging:

O-Ton Martin Moore:
What they did, was they ran a football-competition!...
Sprecher 3:
Sie haben eine Online-Fußballwette gestartet, wo derjenige, der die Ergebnisse des Europacupfinales richtig tippt, 50 Millionen britische Pfund als Preisgeld gewinnen sollte. Das eigentliche Ziel war, dadurch so viele Kontaktdaten wie möglich über junge Männer aus der unteren Mittelschicht zu sammeln. Mit den Daten wurde dann über soziale Medien getestet, welche politischen Botschaften besonders gut ankamen, um für den Brexit Stimmung zu machen.

Sprecher 1:
Zwei Botschaften schienen besonders erfolgversprechend zu sein:

O-Ton Martin Moore:
So, in the 24 to 48 hours -prior to the vote having gathered huge ...
Sprecher 3:
Wir schicken zu viel Geld nach Brüssel, Wir geben jede Woche 350 Millionen Pfund für die EU aus. Und die zweite Botschaft schürte die Angst vor Migration, besonders vor türkischen Einwanderern nach England.
24 Stunden vor dem Referendum wurden diese Leute mit E-Mails, SMS und Facebook- Nachrichten regelrecht bombardiert. Die Aussage war: "Wenn ihr nicht wollt, dass so viel Geld nach Brüssel zur EU fließt, wenn ihr verhindern wollt, dass türkische Migranten bald hierher kommen und euch die Arbeit wegnehmen, dann müsst ihr für den Brexit stimmen."

Atmo: UK News Clips zu Fake-News

O-Ton Konstantin von Notz / MdB /GRÜNE
Die Wahrheit ist einfach, Facebook hat hunderte, wahrscheinlich tausende von Partnern gehabt wie Cambridge Analytica. Wir haben jetzt durch Zufall einen bestimmten Ausschnitt "scharf" gestellt. Jeder kann sich ja mal klarmachen, dass Cambridge Analytica diese Daten von 80 Millionen Facebook-Nutzern an russische Nachrichtendienste weitergegeben hat usw. Dann wird einem die Dimension des Abgrundes bewusst.

Sprecher 1:
Konstantin von Notz, der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, schaut bei seiner Arbeit öfter in diesen Abgrund. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses, des "Parlamentarischen Kontrollgremiums". Gerade kommt er aus London zurück, wo er sich mit europäischen Kollegen ausgetauscht hat. Dort hat er mehr Details erfahren. Alarmierende Details, wie er sagt.


O-Ton von Notz / MdB:
Facebook hat ja erst bei 200 Unternehmen die Kooperationen, die müsste man sich jetzt alle angucken und gucken: Wer ist hier mit der organisierten Kriminalität in Malta und wer ist mit dem Nachrichtendiensten der USA usw. weiterverlinkt? Wenn das in Nachrichtendienstkreisen ein offenes Geheimnis ist, dass man hier über bestimmte "Tools" einfach an diesen "Schatz" rankommt - auch aus nachrichtendienstlicher Sicht. Dann würde ich mal fest davon ausgehen, dass das sehr viele gemacht haben. Und das Cambridge Analytica nur die Spitze des Eisberges ist . Eines Eisberges, der nur entdeckt worden ist, weil die Einflussnahme bei Trump so brutal offensichtlich war. Aber die Frage ist ja: Wie groß die Gefährdung und eben auch das Sicherheitsrisiko - und über nichts anderes reden wir -, dann eben für eine Demokratie, für einen Rechtsstaat wie die Bundesrepublik ist.

Sprecher 1:
Ein dreiköpfiges Autorenteam hat im Auftrag der "Stiftung Neue Verantwortung" das Phänomen "Fake News" im Wahlkampf 2017 untersucht. In der Studie heißt es, dass sieben der zehn untersuchten Fölle von AfD-Accounts verbreitet worden seien - darunter die reichweitenstarke Facebook-Seite der Bundespartei oder das Profil des Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen. Doch wer ist der Verfasser dieser Fake News? Dies aufzuklären wäre nach Ansicht des grönen Bundestagsabgeordneten von Notz Aufgabe der deutschen Behörden:

O-Ton Konstantin von Notz / MdB /GRÜNE
Es ist eine Destabilisierung, die uns alle angeht, und wenn ich dann sehe, mit welcher Lustlosigkeit unsere Fragen beantwortet werden: Ob es eventuell doch illegitime Einflussnahme bei der Bundestagswahl gegeben hat? Oder: Wie man sich überhaupt aufstellen möchte, um diese Wahlenkampf-Zeiten und Wahlen auch sicherer zu machen. Da stellt man fest, dass man hier dieses Thema nicht anfassen will. Und dass die zuständige Behörde wie das Bundesinnenministerium bisher diese Thematik uberhaupt nicht auf dem Schirm hat und ich finde, wir sollten, bevor hier ein Donald Trump gewählt wird, oder wir eine Brexit-Abstimmung versemmeln wegen illegitimer Einflussnahme, sollten wir versuchen, unsere Demokratie gegen solche Einflussnahmen "zu hörten", damit solche "krassen" Frontalschäden eben gar nicht erst entstehen.

Auschnitt aus der hörenswerten Reportage des DLF
https://www.deutschlandfunk.de/populistische-stimmungsmacher-und-ihre-schattenspender.1247.de.html?dram:article_id=420905
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Kuddel


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« Antworten #52 am: 10. August 2018, 13:09:47 »

„Dark Ads” bei Facebook: Wie mit Falschnachrichten Stimmung für den Brexit gemacht wurde

https://correctiv.org/echtjetzt/artikel/2018/08/06/dark-ads-bei-facebook-wie-mit-falschnachrichten-stimmung-fur-den-brexit-gemacht-wurde/
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Troll
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« Antworten #53 am: 10. August 2018, 14:34:58 »

„Dark Ads” bei Facebook: Wie mit Falschnachrichten Stimmung für den Brexit gemacht wurde

https://correctiv.org/echtjetzt/artikel/2018/08/06/dark-ads-bei-facebook-wie-mit-falschnachrichten-stimmung-fur-den-brexit-gemacht-wurde/
Zitat
Sie stehen für ein großes Problem im Kampf gegen Desinformation.

Genau, der Kampf gegen Desinformation, und woher bekomme ich dafür in Zukunft "seriöse" DesInformationen?
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« Antworten #54 am: 10. August 2018, 15:08:51 »

@Troll,

seriöse Information erhältst Du bei den Qualitätsjournalisten (zB von der Bild).
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« Antworten #55 am: 11. August 2018, 08:57:59 »

Ich habe es schob lange gbefürchtet, als informierter Teutscher muss ich anfangen das Bild zu lesen.

-> Als zukünftiger AfD-Wähler verabschiede ich mich schon mal von euch linksversiftem Gesocks.  Grin
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« Antworten #56 am: 21. August 2018, 16:19:57 »

Zitat
Je mehr Facebook in einer Gegend benutzt wird, desto mehr Anschläge auf Flüchtlinge gibt es dort.

Their reams of data converged on a breathtaking statistic: Wherever per-person Facebook use rose to one standard deviation above the national average, attacks on refugees increased by about 50 percent.

Nationwide, the researchers estimated in an interview, this effect drove one-tenth of all anti-refugee violence.

The uptick in violence did not correlate with general web use or other related factors; this was not about the internet as an open platform for mobilization or communication. It was particular to Facebook.


Quelle: Fefes Blog

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Kuddel


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« Antworten #57 am: 27. August 2018, 07:35:07 »

Warum wundert mich das nicht...?
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« Antworten #58 am: 27. August 2018, 17:10:18 »

Dito. Kann darin absolut nichts "atemberaubendes" entdecken.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Kuddel


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« Antworten #59 am: 13. September 2018, 12:20:29 »

Freiwillige Selbstkontrolle?

War nach den Chemnitz Pogromen jemand mal auf Youtube?

Es war schon irre, egal in welchem Bereich man unterwegs war, Musik, Sport oder Satire, immer wurde man auf Chemnitzbeiträge verwiesen.
Und wenn man in die Kommentarspalten unter den Chemnitzclips reingelesen hat, konnte man nur zu dem Schluß kommen, 99% der Bevölkerung  sind faschistoid.

Auch wenn die rechte Ideologie in den Köpfen weitaus mehr verankert sein mag, als offiziell zugegeben, so ist der Youtube Eindruck falsch. Mit extra dazu programmierten Algorithmen wird die Präsenz rechtsradikaler Weltbilder ins Unermeßliche verstärkt. Das ist Teil der Geschäftsidee und der Firmenpolitik von Google und Youtube.
« Letzte Änderung: 13. September 2018, 14:58:15 von Kuddel » Gespeichert
Kuddel


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« Antworten #60 am: 11. November 2018, 16:28:44 »

Zitat
Facebook, Google & Co.
"Überwachungskapitalisten wissen alles über uns"

Die großen Datenkonzerne beuten ihre Nutzer aus, sagt die emeritierte Harvard-Professorin Shoshana Zuboff. Sie erklärt, warum es so schwer ist, sich dem Überwachungskapitalismus zu entziehen.


Der Überwachungskapitalismus ist eine Mutation des modernen Kapitalismus. Er geht davon aus, dass die private menschliche Erfahrung frei zugängliches Rohmaterial für die kapitalistische Produktion und den Warenaustausch ist. Zweitens kombiniert er digitale Technologien mit Strategien heimlicher Überwachung, um Verhaltensdaten aus allen menschlichen Erfahrungen zu extrahieren. Drittens nutzt er Maschinenintelligenz, um Verhaltensdaten in Verhaltensprognosen umzuwandeln - ich nenne sie "Vorhersageprodukte". Diese Produkte werden dann an die neuen Märkte verkauft, die ausschließlich mit Prognosen über unser zukünftiges Verhalten handeln.

Dies ist schwer zu verstehen, weil diese Operationen geheim und kaum zu entschlüsseln sind. Aber auch deshalb, weil eine solche parasitäre Entwicklung die Grundlage für einen lukrativen Kapitalismus des 21. Jahrhunderts geworden ist. Es gibt nun eine beispiellose Konzentration von Wissen und Macht, die frei von demokratischer Kontrolle ist und unsere individuellen Einflussmöglichkeiten übersteigt. Der Überwachungskapitalismus baut auf historisch unvorstellbaren Wissensasymmetrien auf. Überwachungskapitalisten wissen alles über uns. Wir wissen sehr wenig von dem, was sie tun oder was sie wissen. Sie nutzen ihren Wissensvorsprung, um unser Verhalten zu beeinflussen. Das ist eine völlig neue Art von Macht.

Wir sind in die Falle des Überwachungskapitalismus geraten, weil er ohne Beispiel ist. Ich vergleiche das mit den Ureinwohnern der Karibik, die die spanischen Eroberer gastfreundlich begrüßten. Das noch nie Dagewesene hinderte sie daran, sich eine Zukunft in Unterwerfung oder Todesangst vorzustellen. Es gibt immer eine Tendenz, das, was ohne Beispiel ist, durch die Linse der bereits gemachten Erfahrung zu interpretieren. Google ist keine Bibliothek, Facebook nicht die Dorfwiese. Sie sind mächtige Akteure mit Einfluss und Kontrolle.
stark gekürzt aus: https://www.sueddeutsche.de/digital/shoshana-zuboff-ueberwachungskapitalismus-google-facebook-1.4198835


Enteignen!!!
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Kuddel


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« Antworten #61 am: 17. November 2018, 13:59:18 »

Zitat
Facebook hat in den letzten Jahren aggressive Lobbyarbeit betrieben, um Kritiker abzuwehren, Politiker für sich zu gewinnen und die Konkurrenz zu diskreditieren. Dabei benutzte das Unternehmen, einem Bericht der New York Times vom Donnerstag zufolge, auch rechtsgerichtete Nachrichtenseiten.
https://www.zeit.de/digital/internet/2018-11/facebook-unternehmensstrategie-lobbyarbeit-datenskandal-mark-zuckerberg
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