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Autor Thema: Erfahrungsbericht mit Beistand - Schuß in den Ofen!  (Gelesen 5333 mal)
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tleary


Beiträge: 665


« am: 21. September 2016, 17:30:55 »

Hi!

Ich hatte gestern einen Termin mit meinem Sachbearbeiter, bei dem das Abwenden von Sanktionen im Raum stand. Gemäß euerer Empfehlung wollte ich mir dazu einen Beistand mitnehmen. Da ich in einer dünnbesiedelten Region wohne, fand ich leider übers Internet absolut niemanden. Die AL-Quote hier liegt auch bei unter 3 %, weshalb man Arbeitsloseninitiativen mit der Lupe suchen muß - und dann trotzdem keine findet. Die einzige, die es gäbe wäre eine von der Kirche getragene, aber die ist mehr mit der Freizeitbetreuung (Ausflüge etc.) der überflüssig gemachten beschäftigt, denn mit so etwas sinnvollem wie Beistände ausfindig zu machen. Außerdem ist sie fast 40 km entfernt, und ich erhoffte mir von denen sowieso keine Hilfe.
Also blieb nur die Suche im näheren Bekanntenkreis: Mein Nachbar ist zwar seit einem Monat HIV-Empfänger, weil seine Mutter nun pflegebedürftig ist, und nicht mehr allein sein kann. Der lehnte aber das Mitgehen ab, weil er schiss hat, daß man ihm das in seiner Sache negativ auslegt. Außerdem ist er in meinen Augen ein ziemlicher Schisser, der sich noch nie was getraut hat. - Aber egal... Ein anderer Freund, den ich anrief, sagte dann, ich solle mich 'mal an seinen Vater, einen pensionierten Pfarrer, wenden. Ich rief dann bei ihm an, und erst sagte er, er hätte keine Zeit, weil er irgendwelche Ausstellungen (u.a. zur Nazizeit) vorbereiten müsse. Auf meinen Einwand, daß es nur maximal eine Stunde dauern würde, und noch dazu das Jobcenter an seinem Wohnort wäre, lenkte er schließlich ein und erklärte sich bereit, mich zu begleiten. Ich sagte ihm vorher am Telefon noch, daß er im wesentlichen nur als Zeuge fungieren müsse, und normalerweise gar nichts zu sagen bräuchte (nicht einmal seinen vollen Namen). Als dann das Gespräch am Folgetag begann, verlief alles auch in meinem Sinne. Er zog zwar vorübergehend das Gespräch an sich, und fragte die Sachbearbeiterin wegen ihres ausländischen Namens an, aber mir sollte es recht sein. Dann legte ich meiner SB also sämtliche Widersprüche mit Empfangsbescheinigungen zur Unterschrift vor, die sie dann auch unterschrieb. Zuletzt ging es dann noch ans Heraussuchen von neuen Stellenangeboten, auf die ich mich bewerben sollte. Sie fand dann 2 Angebote bei Leiharbeitsklitschen für den Bereich, in dem ich ursprünglich mal gelernt habe, nämlich kaufmännisch. Dann aber kam der Hammer: Dieser Pfaffe hatte doch dann glatt die Frechheit, ohne Vorwarnung und irgendwie gefragt worden zu sein, mich zu fragen, ob ich mir nicht vorstellen könne, auf dem Bau als Bauhelfer (!) mich zu bewerben. Und ob ich vielleicht schon früher mal auf auf dem Bau gejobbt hätte, was ich aber verneinte. Er sagte dann, daß die Baukonjunktur hier in der Region wie geschmiert liefe, und ständig ungelernte Kräfte gesucht würden (denkt er sich halt). Auf meinen Einwand, daß bisher noch nicht auf dem Bau gearbeitet hätte (auch nicht als Ferienjobber) und immerhin schon 50 Jahre alt wäre (einem Alter, in dem schon die ersten Bauarbeiter wegen Verschleißerscheinungen aufhören müssen), meinter er, ich sähe doch gesund und kräftig aus, und überhaupt, er wäre schon 72 Jahre alt, und hätte letzte Woche auch noch bei seiner Tochter, die gerade ein Haus baut, mitgeholfen. Ich erwiderte darauf hin, daß es wohl einen Unterschied mache, ob man das nur mal für einen Tag tun würde, oder eben dauerhaft. Jedenfalls ist das jetzt durch ihn total blöd vor der Sachbearbeiterin gelaufen, weil ich nun als arbeitsscheuer Hartzler dastehe. Gut, da lässt sich jetzt nichts mehr dran ändern, auch egal.
Aber so als Quintessenz kann ich nur sagen: Nehmt euch keinen Pfaffen oder sonstigen "Systemanbeter" mit dort hin. Dann lieber allein gehen. Besser irgendeinen Freund oder Unbekannten, der vielleicht nicht so gebildet wie dieser Pfaffe ist, aber einem dafür wenigstens nicht in den Rücken fällt. Am besten wäre wohl irgendein Linker, bekennender Kommunist oder Autonomer. Nur gibt es die hier in der Region schon gleich gar nicht.
« Letzte Änderung: 21. September 2016, 19:28:40 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #1 am: 21. September 2016, 17:53:35 »

Ja, das ist das Problem in den Provinzen! Roll Eyes
Wir betonen hier auch immer wieder sich an unabhängige Erwerbsloseninis zu wenden!
Grade die christlichen Einrichtungen gehören nicht dazu, weil sie von der Erwerbslosenindustrie profitieren und selbst Geld mit 1-Euro- Jobbern und Zwangsbetreuung verdienen.
Pfarrer war definitiv keine gute Idee.
 Aber wer sich mit dem Arbeitsethos der christlichen Kirchen mal auseinandergesetzt hat, wird auch niemals auf die Idee kommen, einen Pfarrer oder Pastor als Beistand mitzunehmen.
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
mousekiller
Panzermaus


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« Antworten #2 am: 21. September 2016, 18:16:25 »

Hast du es auch mal über wirgehenmit.org versucht? Ansonsten: hartz.info. Dort im Hilfebereich ein Gesuch hinterlassen, vielleicht findest du jemanden.
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Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
tleary


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« Antworten #3 am: 21. September 2016, 19:26:10 »

Okay, danke für die Tipps. Fürchte nur, daß ich auch dort keinen finden werde. Problem ist halt, daß diejenigen, die mitgehen könnten, oft berufstätig sind, und schon von da her nicht die Möglichkeit haben, jemanden zu begleiten. - Gehe nächstes Mal dann eben wieder alleine.
Meine SB (ist eine Frau) tat beim letzten Mal wie ein Unschuldslamm, wenn sie mir eine Sanktion verhängt hat. Von wegen "ich melde ja nur, bin aber nicht diejenige, die die Sanktion verhängt. Das macht jemand aus der Hauptniederlassung." - Haha.... voll die scheinheilige Moralkotze eben! So nach dem Motto: "Ich hab' ja nur die Polizei angerufen. Die Festnahme machte die Polizei." - Trotz allem war sie bereit, die Sanktionen zurückzunehmen, was nach ihrem Reden "auch ohne schriftliche Widersprüche gegangen wäre". Allerdings habe ich trotzdem darauf bestanden, mir den Eingang dieser Widersprüche schriftich zu bestätigen. Man ist zu gutmütig, zu diesen "kleinbürgerlichen Heiligen". Und ich hör' auch immer, die Leute dort "sind auch nur Menschen", und man soll sie nicht direkt angreifen und ihnen die Arbeit schwer machen. - Was tun die dann mit uns? - Ich konnte wegen der Sanktionen tagelang nicht schlafen, hatte nachts Herzrasen und war nervlich am Ende. Da ist das bißchen "Zurückschießen" meinerseits nur gerechtfertigt. Letztenendes sitzen sie (die SB's) ja ohnehin am längeren Hebel.
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tleary


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« Antworten #4 am: 25. September 2016, 20:05:27 »

Aber wer sich mit dem Arbeitsethos der christlichen Kirchen mal auseinandergesetzt hat, wird auch niemals auf die Idee kommen, einen Pfarrer oder Pastor als Beistand mitzunehmen.
Ich bin schon vor mehr als 25 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Der Tropfen, der das Fass damals zum Überlaufen brachte, war, daß sie sich so ereiferten beim Sturz des Realsozialismus (und "nein", ich komm' nicht aus dem Osten). Ich habe die Entscheidung auch zu keiner Zeit bereut. Meine Mutter drohte mir damals, daß sie mir "nie wieder Essen kochen würde", wenn ich es täte, was bei mir aber nur ein müdes Lächeln hervorzauberte.
P.S.: Sie kocht mir nun immer noch was zu Essen.  Smiley - Soviel zur Konsequenz von Christenmenschen.
« Letzte Änderung: 17. November 2017, 15:11:49 von tleary » Gespeichert

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(Rudi Dutschke, 1967)
coffeeka


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« Antworten #5 am: 02. Februar 2017, 21:11:23 »

Mit dem Beistand ist das so eine Sache. Mein Kumpel erzählte mir, dass er gern einen Beistand zum Amt mitnimmt. Ich fragte ihm:" Warum er das macht und was der Begleiter denn überhaupt darf?" Er sagte, er wäre in einem Verein, die sich sehr rege kümmern würden. Mein Kumpel fühlte sich sicherer und die Begleitperson macht Gesprächsnotizen, welche dann verwertbar sind. Eines Tages passierte jedoch etwas Unerwartetes. Der, der da immer mitging war plötzlich erkrankt und mein Kumpel musste, auf Grund der Kurzfristigkeit, allein zum Termin. "Die haben mich dort zur Schnecke gemacht und voll rund erneuert" waren seine Worte.
Wenn der Beistand so nichts weiter darf und kann, wie Gesprächsnotizen machen, frage ich mich welchen konkreten Sinn das macht? Gut, wenn diese Notizen vor Gericht echt stand halten, okay mag seine Daseinsberechtigung haben. Mein Kumpel geht jetzt weiterhin zum Amt mit Begleitperson. Aber ich bin schon immer allein gegangen. Man muss das selbst entscheiden. Wenn man sich nicht alles merken kann was die oder der  will, dann soll sie oder er  das schriftlich aushändigen. Denn eigentlich ist ja nur das, was am Ende zählt. Theoretisch kann der, der mitging, als befangen gelten? Dann ist es ja so, als wäre keiner dabei gewesen. Mitschnitte mit diversen Audio Geräten sind zwar auch nicht sinnvoll, aber ich kann mir vorstellen, das man dann dort anders auftritt. Denn man hört sich ja dann selbst reden und macht das ein oder andere beim nächsten Gespräch anders. Ich bin mir sogar fast sicher, das die JC Tanten oder Onkels das auch so machen, damit sie sich nicht alles merken müssen. Ist aber nur eine Vermutung und es ist auch nicht erlaubt einen Mitschnitt beim JC zu machen. Steht sogar in deren Hausordnung.

Was darf der Beistand dort noch, außer das von mir beschriebene?
Macht ein heimlicher Mitschnitt für sich selbst Sinn? Wie seht Ihr das?
 

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Ärgere dich nicht über eine Sanktion, denn Freizeit ist unbezahlbar!
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #6 am: 02. Februar 2017, 21:41:40 »

Zitat
Zehntes Buch Sozialgesetzbuch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - (SGB X)
§ 13 Bevollmächtigte und Beistände
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__13.html


Zitat
Macht ein heimlicher Mitschnitt für sich selbst Sinn? Wie seht Ihr das?
Nein, das wäre eine Straftat!

Zitat
Der Wortlaut des § 201 StGB lautet:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt

    1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
    2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt

    1. das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder
    2. das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.

Die Tat nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen. Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.

(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt (Absätze 1 und 2).

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Die Tonträger und Abhörgeräte, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a StGB ist anzuwenden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verletzung_der_Vertraulichkeit_des_Wortes
« Letzte Änderung: 02. Februar 2017, 21:44:47 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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dagmar


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« Antworten #7 am: 04. Februar 2017, 13:05:24 »

Hallo coffeeka,
zwar sehe ich es wie Du und trabe auch alleine hin und erdulde wie die geheuchtelte Hilfe an den Tag gelegt wird, aber vier Ohren hören eben wirklich mehr als zwei.

Aber sind wir mal ehrlich: die Agentuiren sitzen am längeren Hebel - egal ob mit oder ohne Begleitperson ... die Mitarbeiter der "Vermittlungsbehörden" machen ihren Job wie jeder andere auch orientiert an Umsatzzahlen. Nur, dass wir halt die Umsatzzahlen sind.... Ich bin dann auf Grund meines Alters ein Lagerhüter, der versucht wird als Sonderposten über Zeitarbeit noch schnell aus der Statistik zu kriegen.

Ich denke es hilft nur eigene Bemühungen nachzuweisen - sich keine Pflichtverletzungen unterstellen zu lassen oder diese gar zu tätigen und selber nach bestem Gutdünken zu versuchen mit der Situation klar zu kommen. Mier gelingt es noch nicht .... aber vielleicht lerne ich noch....

Gruß von Dagmar
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #8 am: 04. Februar 2017, 15:21:51 »

Zitat
Ich denke es hilft nur eigene Bemühungen nachzuweisen - sich keine Pflichtverletzungen unterstellen zu lassen oder diese gar zu tätigen und selber nach bestem Gutdünken zu versuchen mit der Situation klar zu kommen. Mier gelingt es noch nicht .... aber vielleicht lerne ich noch....
Also vorrauseilender Gehorsam? Super! Wenn die erst mal kapiert haben, das sie dich zu jeder Schwachsinnsmaßnahme schicken können, werden sie das auch tun! Genau die Leute, die sich wehren, werden auch meistens in Ruhe gelassen, weil sie dem SB vielzuviel Arbeit machen.
Was kann man denn mehr machen, als sich hier den Mund fusselig zu reden? Nehmt verdammt nochmal einen Beistand mit oder hört auf hier rumzuheulen wenn der nächste Termin mit dem JC wieder voll in die Hose gegangen ist! Angry

Weißte: Jeder Erwerbslose, der sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt und mehr tut als nur in einem Internetforum lauwarmen Dampf abzulassen, hat die Erfahrung gemacht, wie es ist, mit und ohne Beistand, mit guten Beistand und schlechtem Beistand beim Termin aufzuschlagen. Alles schon durch! Ich gehe auch selber als Beistand mit, kenne also auch diese Seite.
Und dann lese ich hier so einen Müll (man verzeihe mir meine etwas erzürnte Ausdrucksweise): "Öhh, mein Beistand hat nach Katzenpisse gerochen! Da gehe ich doch lieber wieder alleine zum Amt!"
Jetzt mal im Ernst: Wollt ihr, das sich an den bestehenden Verhältnissen etwas (zum besseren) verändert oder wollt ihr hier nur ein bißchen rumnölen? Kann man ja auch machen. Aber dann sagt es bitte, damit wir unsere Zeit hier nicht damit verschwenden Lösungen für Menschen zu finden, die gar keine Lösungen haben wollen sondern mit ihren Problemen total glücklich sind. (Stockholm Syndrom huh)
« Letzte Änderung: 04. Februar 2017, 15:33:01 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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dagmar


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« Antworten #9 am: 04. Februar 2017, 15:32:36 »

Hey Rudolf Rocker,
genau das meine ich nicht.... Ich bewerbe mich - ja, ich suche Stellen! Aber solche, von denen ich der Meinung bin, ich kann sie bewältigen und werde nicht über den Tisch gezogen. Ich war (sehr zu meinem eigenen Leidwesen) alles andere als entgegenkommend bei dem Gespräch. Wobei ich selber später dachte, hätte ich nur den Mund gehalten, weil jede Diskussion unnötige Kraft fordert.

Keine Angst, die Dame ist jetzt schon bedient auf Grund meiner vielen Rückfragen und Reisekostenanträge. Aber ich weiß sehr wohl was Du meinst ...

lieben Gruß von Dagmar

p.s. ich hätte gar niemanden, der seine Arbeit unterbrechen könnte um mich zu begleiten. Ich werde aber tatsächlich mal sehen, ob eine Bekannte, die in Schicht arbeitet mal Zeit hast. Denn in einem Punkt hast Du sicher recht: Gegenwind zeigt eine Begleitung ganz sicher!
« Letzte Änderung: 04. Februar 2017, 15:35:18 von dagmar » Gespeichert
Rudolf Rocker
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« Antworten #10 am: 04. Februar 2017, 15:51:47 »

Zitat
Wobei ich selber später dachte, hätte ich nur den Mund gehalten, weil jede Diskussion unnötige Kraft fordert.
Also ich bin aus den letzten Diskussionen mit einem SB deutlich gestärkter rausgekommen als ich reingegangen bin. Mein eigentlicher SB redet zum Beispiel überhaupt nicht mehr mit mir und das schon seid einem Jahr!
Mit einem anderen SB hatte ich und mein Beistand eine interessante Diskussion nachdem er uns erst rausgeschmissen hatte und wir seine Teamleiterin hinzuziehen mussten. Wie er so dasaß, mit hängenden Schultern und Tränen in den Augen tat er mir auch ein bißchen leid!
Es kommt eben immer darauf an, wie man eine Diskussion führt, ob man seine Rechte kennt und ob man in der Lage ist den Menschen gegenüber klar zu machen das man diese Heizdecke nicht kaufen wird!
Dazu ist es aber wichtig sich  den Schuh "ich bin selber schuld daran, das ich keinen Job finde" nicht anzuziehen!

Es ist scheißegal wieviele hunderttausende Bewerbungen Du pro Monat schreibst! Es ist unmöglich in einer Zeit der "Vollautomatisierung" Vollzeitarbeitsplätze für alle Menschen zu finden! Erst recht keine, die so bezahlt werden, das man davon auch leben kann.
Ich gehe aber nunmal nicht arbeiten, weil ich langeweile habe, sondern weil ich mit der Arbeit meinen Lebensunterhalt verdienen muss. Wenn ich aber einen Job habe, bei dem ich so beschissen bezahlt werde, das ich davon nicht leben kann und auch noch ALG II als Aufstocker beantragen muss; ja wozu gehe ich dann arbeiten?
Die wahren Sozialschmarotzer sind doch die Arbeitgeber, die verlangen, das Du für einen Hungerlohn arbeiten gehst und ihnen die Füsse küsst, weil sie so gnädig waren, dich für 8,64€ die Stunde einzustellen!
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Rudolf Rocker
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« Antworten #11 am: 04. Februar 2017, 15:56:09 »

Zitat
ich hätte gar niemanden, der seine Arbeit unterbrechen könnte um mich zu begleiten.
Wir wäre es mit Erwerbslosen oder Rentnern?
Gibt es in deiner Umgebung keine Erwerbsloseninitiative?
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dagmar


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« Antworten #12 am: 04. Februar 2017, 16:03:18 »

Hatte ich mir gerade überlegt, evtl. gibt es hier - auf dem Lande in Hohenlohe - auch eine Initative in Sachen Arbeitslose wo sich etwas bewegen ließe. Google bietet für keine der Gemeinden in meiner Nähe etwas. Aber ich suche weiter. Leider keine Erwerbsloseninitiative ... hier läuft das (leider) anders als in größeren Städten (woher ich eigentlich komme). Hier wird so etwas versteckt, weil es niemand wissen darf....

o.k. ich suche weiter!

lieben Gruß von Dagmar

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dagobert


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« Antworten #13 am: 04. Februar 2017, 16:13:18 »

Ich gehe aber nunmal nicht arbeiten, weil ich langeweile habe, sondern weil ich mit der Arbeit meinen Lebensunterhalt verdienen muss.
Das ist genau der springende Punkt.
Haben im medialen "Hauptsache Arbeit"-Dauerfeuer aber leider viel zu viele Leute vergessen.
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Rudolf Rocker
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« Antworten #14 am: 04. Februar 2017, 16:15:54 »

Ja, das ist leider das Problem auf dem Lande!
Elo- inis gibt es meist nur in den größeren Städten und oft fehlt dann das Geld um mit öffentlichen Verkehrsmitteln regelmäßig in die Stadt zu fahren um an den Treffen teilzunehmen.
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dagmar


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« Antworten #15 am: 04. Februar 2017, 16:29:39 »

Vor allen Dingen, wenn Du in meiner Region suchst, dann verstecken sich hinter dem Begriff Arbeitsloseninitiative die komerziellen Arbeitgeber die Langzeitarbeitslosen eine Art Zwangsbeschäftigung zuweisen. Es sind keine Initiativen der Menschen sondern der Institutionen, die mit diesen Menschen Geld machen....

Aber vielleicht finde ich über andere Suchbegriffe etwas. Es gibt sicherlich mehrere, denen es so geht wie mir - nur muss ich die finden.... oder mir selber Gedanken machen diese zu finden!

Lieben Gruß von Dagmar
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Rudolf Rocker
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« Antworten #16 am: 04. Februar 2017, 17:49:51 »

Stimmt, da ist es wichtig nach unabhängigen Inis zu suchen!
Auch bei christlichen Elo- Inis ist Vorsicht geboten!
Wir haben hier eine, die Erwerbslose in Ein- Euro- Jobs vermittelt!
« Letzte Änderung: 04. Februar 2017, 17:55:30 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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Just B U


Beiträge: 888



« Antworten #17 am: 09. Februar 2017, 20:30:38 »

Ja, so eine gibt es hier auch, ...   Roll Eyes      allerdings keine kirchliche.
Ist auch die Einzige in dieser Stadt.
Werden gesponsert von diversen Stellen, wie z. B. "Europäischer Sozialfonds", Bundesministerium f. Umwelt, Naturschutz, Bau u. Reaktorsicherheit, u. a.

Ich nehme sie ab und zu in Anspruch um den BB zu überprüfem...das können sie gut.
Was die übrigen relevanten Themen mit den jobcentern betrifft speziell wenn man sich WIRKLICH wehrt / wehren will und wenn es "hart auf hart" kommt, geht es eher in Richtung "zahnloser Tiger"..und es wird eher mehr Wert auf Deeskalation und "Harmonie"  gelegt.


« Letzte Änderung: 09. Februar 2017, 20:32:34 von Just B U » Gespeichert

Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer die Einen, desto mächtiger die Anderen.


"Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden."
Seyran Ates
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