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Autor Thema: Bundesarbeitsgericht: Krank ist nicht immer krank genug  (Gelesen 1401 mal)
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dagobert


Beiträge: 4662


« am: 03. November 2016, 13:39:24 »

Zitat
Krank ist nicht immer krank genug

Das Bundesarbeitsgericht hat darüber entschieden, ob Arbeitgeber kranke Beschäftigte zu Personalgesprächen verpflichten dürfen. Geklagt hatte ein Berliner Krankenpfleger, der abgemahnt wurde, weil er während seiner Krankheit nicht zu drei terminierten Personalgesprächen erschienen war.

Trotz Krankenschein sollte ein Arbeitnehmer aus Berlin zum Personalgespräch erscheinen. Das geht zu weit, meinte ein Berliner Krankenpfleger und klagte. Er wurde abgemahnt, weil er während seiner Krankheit zu drei terminierten Personalgesprächen nicht erschienen war.

„Krank ist krank“ heißt es umgangssprachlich und meint, der Betreffende bleibt der Arbeit fern. Doch was ist, wenn der Arbeitgeber krankgeschriebene Mitarbeiter zum Personalgespräch zitiert? Müssen Beschäftigte dem dann trotz Krankenschein (bzw. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) Folge leisten? Darüber hat an diesem Mittwoch erstmals der zehnte Senat des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt entschieden.

weiterlesen:
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/urteil-bundesarbeitsgericht-krank-ist-nicht-immer-krank-genug/14782862.html

Pressemitteilung vom BAG:
http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&nr=18933

Meldung bei juris.de:
http://www.juris.de/jportal/portal/t/1tkj/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA161102354&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12873



WWW
« Antworten #1 am: 03. November 2016, 14:24:30 »

Komisches Urteil!
Wie sieht denn das versicherungstechnisch aus, wenn ein krankgeschriebener Mitarbeiter auf dem Weg in die Firma einen Wegeunfall hat?
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
dagobert


Beiträge: 4662


« Antworten #2 am: 03. November 2016, 19:05:27 »

Interessante Frage.
Wenn ein Nachweis (schr. Einladung des AG o.ä.) vorliegt, wird die BG wohl zahlen müssen. Ansonsten könnte es möglicherweise schlecht aussehen.
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dagobert


Beiträge: 4662


« Antworten #3 am: 20. Januar 2017, 16:28:48 »

Der Volltext liegt vor.
http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=en&nr=19060
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tleary


Beiträge: 667


« Antworten #4 am: 07. Mai 2018, 01:51:19 »

Nichts geht zäher zu lesen als "Beamtendeutsch". Kurze Zusammenfassung des finalen Urteils des Bundesarbeitsgerichts:

  • Der Arbeitnehmer war nicht verpflichtet, während seiner Krankschreibung der Einladung zu den zwei Personalgesprächen folge zu leisten.
  • Die deshalb erfolgte Abmahnung wegen Fernbleibens vom 2. Personalgesprächstermin muß zurückgenommen, d.h. aus seiner Personalakte entfernt werden.

Das ganze geschah schon Anfang 2014. - Das BAG urteilte dann final am 02.11.2016, also fast 3 Jahre später.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2018, 02:01:32 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
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