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Autor Thema: Finnland testet Grundeinkommen  (Gelesen 5992 mal)
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2861



« Antworten #25 am: 10. Januar 2018, 22:42:36 »

Merkels Besuche, die Gegenbesuche und "Beratungen" Finnlands haben nun bittere Fruechte getragen. auch ohne Grundeinkommen:

Zitat
Det egna ansvaret samt aktiviteten för att bevara nivån på arbetslöshetsförmånen ökar

21.12.2017

Vid årsskiftet kommer FPA och arbetslöshetskassorna baserat på den nya kommande lagen, från och med den 1.1.2018 börja kontrollera den egna aktiviteten som påverkar arbetslöshetsförmånens mängd, i perioder om 65 dagar. De som betalar ut förmånerna avgör också påverkan på förmånen. Ifall aktivitetskraven ej uppfylls, skärs arbetslöshetsförmånen ned med 4,65 procent för de följande 65 utbetalningsdagarna av förmånen m.a.o. under ca tre månader. Nedskärningen motsvarar en ersättningsfri dag i månaden.

Aktivitet kan påvisas på många olika sätt

-    vara i lönearbete, sammanlagt lika mycket som en arbetstagares arbetsvillkorsvecka, alltså 18 timmar
-    i sin företagsverksamhet tjäna totalt minst 23 procent av en företagares krävda månadsinkomst för arbetsvillkor (2018: 241 euro).
     Räknare för inkomstens påverkan på arbetslöshetsförmånen :
     Arbetslöshetskassornas Samorganisation samt FPA
-   deltaga totalt fem dagar i tjänster som främjar sysselsättning
    Sysselsättningsfrämjande åtgärder (fpa.fi) eller i tjänster eller verksamhet som arrangeras av arbetskraftsmyndigheter för att förbättra                                                            sysselsättningsförutsättningar.
-   deltaga fem dagar i övrig verksamhet på en arbetsplats eller verksamhet som stöder rekrytering och sysselsättning, och under tiden få   arbetslöshetsförmån utbetald.

I och med aktivmodellen förkortas den ersättningsfria självrisktiden i början av arbetslösheten från sju dagar till fem, för dem vars självrisktid börjar 1.1.2018 eller därefter.

Aktivmodellen gäller inte för mottagare av arbetslöshetsförmån, som får andra förmåner på grund av arbetsoförmåga eller skada. Den gäller inte heller för familje- eller närståendevårdare eller mottagare av arbetslöshetsförmån, som har en pågående ansökan om invalidpension.

Ändringarna baseras på Sipiläs regeringsprogram för att uppnå målsättningarna för 2025.
Regeringsprogrammets målsättningar
:

Quelle: Abeitsamt Finnland http://www.te-tjanster.fi/te/sv/skot_arenden_medoss/tetjanster/aktuellt/2017-12-21-01/index.html

Die eigene Verantwortung sowie die nötige Aktivität, um das Niveau der Arbeitslosenverguenstigung  zu erhalten, nehmen zu

21.12.2017

Zum Jahreswechsel werden die Volksrentenanstalt (FPA) und die Arbeitslosenkassen auf Grundlage eines neuen Gesetzes ab dem 1.1.2018 im 65 Tage-Turnus damit beginnen, zu kontrollieren, ob die eigenen Aktivitäten das Arbeitslosengeld (Anm.. negativ) beeinflussen.Die Auszahlenden der Stuetze bestimmen, wie das Arbeitslosengeld beeinflusst wird. Sofern die Anforderung an Arbeitssuchende hinsichtlich eigener Aktivitäten nicht erfuellt werden, wird das Arbeitslosengeld um 4,65 Przcent gekuerzt fuer drei Monate... .

Aktivität kann wie folgt nachgewiesen werden:

-    insgesamt 18 Stunden in drei Monaten in Lohnarbeit sein
-    mit seinem Unternehmen in selben Zeitraum mindestens ... 241 Euro... .zu verdienen ... .
-    5 Arbeitstage Teilnahme an vom Arbeitsamt geförderter der Beschäftigung nutzenden Massnahme
-    Teilnahme an beschäftigungsnuetzlichen Massnahmen der FPA oder durch deren beauftragte Dritte, um die Einstellungschancen zu erhöhen
-    Fuenf Tage Praktikum  oder andere Tätigkeit, während dieser Zeit wird Arbeitslosengeld gezahlt

Das Aktivmodell gilt nicht fuer Krankgeschriebene ... und von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten Betroffene. Auch nicht, wenn jemand seine Angehörigen pflegt oder Fruehrente beantagt hat.

Die Änderungen basieren auf J. Sipiläs (Anm.: Ministerpäsident, Zentrumspatei, wie FDP) Regierungsprogramm um die Ziele fuer 2025 zu erreichen.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 10. Januar 2018, 22:49:32 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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« Antworten #26 am: 11. Januar 2018, 10:19:25 »

Danke für die Übersetzung BGS!
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #27 am: 11. Januar 2018, 17:48:19 »

Gern geschehen!

Es mag in Deutschland schon "normal" scheinen, doch ist dieses neue "Gesetz" eine Farce und Beleidigung jedes denkenden Menschen.Ob mit oder ohne Arbeit.

Durch sowas entsteht kein einziger Arbeitsplatz (ausser evtl. in der Buerokratie) und der Arbeitssuchende wird regelrecht verarscht. Woher soll jemand aus dem Nichts 18 bezahlte Stunden in drei Monaten nehmen, wenn die Arbeit sowieso nicht fuer Alle reicht, menschenwuerdige und angemessen bezahlte.?

Fuer skandinavische Verhältnisse ein derartiger Umgang mit Menschen ohne Job bislang undenkbar gewesen.

MfG

BGS

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« Antworten #28 am: 11. Januar 2018, 18:57:39 »

Das geht sogar über das in Deutschland mögliche hinaus!
Man findet ähnliches zum Teil in EGVen, weil es das SGB nicht hergibt.
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tleary


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« Antworten #29 am: 12. Januar 2018, 03:48:00 »

Halten wir 'mal fest: Was nicht von "unten" an sozialen Sicherungen (durch Klassenkampf) erkämpft wurde und wird, ist meistens genau das Gegenteil von dem, als was es in der Öffentlichkeit verkauft wird.
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Kuddel


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« Antworten #30 am: 12. Januar 2018, 10:19:22 »

Danke tleary. Das ist in meinen Augen das treffendste, was man zum BGE sagen kann.
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dagobert


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« Antworten #31 am: 13. Januar 2018, 01:18:28 »

Man findet ähnliches zum Teil in EGVen, weil es das SGB nicht hergibt.
Dann dürfte es aber in der EGV auch nicht stehen, siehe § 31 SGB I.
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tleary


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« Antworten #32 am: 13. Januar 2018, 03:46:20 »

Danke tleary. Das ist in meinen Augen das treffendste, was man zum BGE sagen kann.
Dr. Dr. phil. habil. Timothy Leary ab jetzt dann bitteeee....  Grin
... und Besoldungsstufe A16 natürlich.
« Letzte Änderung: 13. Januar 2018, 03:51:13 von tleary » Gespeichert

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« Antworten #33 am: 13. Januar 2018, 11:22:19 »

Man findet ähnliches zum Teil in EGVen, weil es das SGB nicht hergibt.
Dann dürfte es aber in der EGV auch nicht stehen, siehe § 31 SGB I.

Genau, desshalb sind diese EGVen dann ja auch rechtswidrig!
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Fritz Linow


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« Antworten #34 am: 16. Januar 2018, 18:59:22 »

Für Anfang Februar sind Proteste gegen das Modell geplant, wie diesem Artikel eindeutig zu entnehmen ist:
Zitat
SAK aikoo järjestää poliittisen mielenilmauksen aktiivimallia vastaan (...)

https://www.is.fi/taloussanomat/art-2000005525356.html
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2861



« Antworten #35 am: 16. Januar 2018, 19:15:38 »

Glaube nicht, dass Viele den verlinkten finnischen Artikel verstehen.

Es gibt eine Buegerinitiative gegen den Schwachsinn, die inzwischen mehr als 130.000 Unterschriften* erhalten hat. Dort wird u.a. festgestellt, dass es unsinnig ist, Arbeitssuchende, die ihnen zustehende, vom Arbeitsamt eigentlich anzubietende Dienstleistungen nicht bekommen, zu bestrafen fuer etwas, das sich ihrem Einfluss entzieht.

Quelle: https://svenska.yle.fi/artikel/2017/12/28/tiotusentals-protesterar-mot-nya-aktiveringslagen-den-ar-oskalig-mot

(50.000 sind nötig, dann wird sie dem Parlament zur Entscheidung vorgelegt)

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 16. Januar 2018, 19:40:22 von BGS » Gespeichert

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Fritz Linow


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« Antworten #36 am: 17. Januar 2018, 01:24:28 »

Glaube nicht, dass Viele den verlinkten finnischen Artikel verstehen. (...)


Doch noch etwas gefunden:
Zitat
News vom 16. Januar 2018 in Finnland / Suomi

→ Die Diskussion um das Aktivierungsmodell für den finnischen Arbeitsmarkt, das seit dem Jahreswechsel gilt, geht weiter.
Gestern hat die SAK, grösste Gewerkschaft in Finnland, bekannt gegeben, dass sie für den 2.2. politischen Protest in Helsinki gegen das Aktivierungsmodell plant. (is.fi)
Sie will erreichen, das die Regierung das Gesetz annuliert und die in Vorbereitung befindliche Regelung zur aktiven Jobsuche aussetzt. Die Leistungen für Arbeitslose sollen als Paket neu geprüft werden.

http://www.finn-land.net/finnland-news/kurzmeldungen/2018/januar2018/16-160120181.htm
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2861



« Antworten #37 am: 17. Januar 2018, 14:37:18 »

Die Buergerinitiative gegen das "Aktivierungsmodell" läuft seit 20.12.2017 fuer ein halbes Jahr und nennt sich "Kumotaan HE 124/2017 vp".

Bis jetzt wurden 128 239 digitale Unterschriften dagegen gesammelt.

Link: https://www.kansalaisaloite.fi/sv/initiativ/2730

Zitat
... .Täten kansalaiset vaativat, että eduskunnan 19.12.2017 hyväksymä HE 124/2017 vp (Hallituksen esitys eduskunnalle laeiksi työttömyysturvalain ja eräiden muiden lakien muuttamisesta) kumotaan välittömästi.
...

HE 124/2017 vp:n nojalla maksettavaa työttömyysturvaa leikataan aina kun työnhakijan ponnistukset oman työllisyytensä edistämiseksi eivät ole tuottaneet tuloksia.

Työnhakija ei kuitenkaan päätä rekrytointiprosessin tuloksista, vaan työnantaja niistä päättää, joten on kohtuutonta rangaista työnhakijaa siitä, että työnantajan rekrytointivalinta ei ole osunut häneen.

Työnhakija ei myöskään päätä siitä, onko omalla kotiseudullaan hänen urasuunnitelmiaan tukevia työllisyyspalveluita edes tarjolla, saatikka siitä, tuleeko hän valituksi hänen hakemiinsa palveluihin, vaan TE-toimisto päättää molemmista, joten on kohtuutonta rangaista työnhakijaa siitä, että hän ei ole saanut TE-toimistoltaan hänen tarvitsemiaan palveluita.

Samoin muissakin työllisyysasioissa; päätös tuloksista ei juurikaan ole työnhakijan käsissä.

Uebersetzung aus dem Inhalt:
...
"Das Aktiveringsmodell beinhaltet, dass das Arbeitslosengeld gesenkt wird, falls ein Arbeitssuchender nicht bestimmte Bedingungen erfuellt.

Diejenigen, die Arbeit suchen, sollen im Dreimonatsturnus gearbeitet oder an beschäftigungsfördernden Massnahmen teilgenommen haben, mindestens 18 Stunden.

- Dies ist ein Gesetz, welches Mitbuerger bestraft duer Dinge, die sie nicht beeinflussen können. Ein solches Gesetz ist absurd.
... .

MfG

BGS
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« Antworten #38 am: 17. Januar 2018, 21:36:34 »

Die Zentrale Organisation der Fachgewerkschaften "FFC" (Finlands Fackförbunds Centralorganisation) bzw. SAK ruft am 2.2. 11 Uhr zur Demo gegen das "Aktivierungsmodell" und die derzeitige gegen Arbeitslose gerichtete Politik in Helsinki am Senatsplatz auf und bietet Fahrglegenheiten dorthin an.

"SAK järjestää mielenilmauksen aktiivimallia vastaan 2. helmikuuta- PAM on mukana" ... .

Zitat
... "Aktiveringsmodellen innehåller många problem. Hur kan man till exempel garantera att de arbetslösa snabbt får intyg av arbetsgivarna för kortjobb de utför, så att utbetalningen av dagpenning inte försenas."

Regeringen bereder som bäst en andra aktiveringsmodell som ytterligare skärper karenserna för dem som är arbetslösa. FFC föreslår att regeringen ska avbryta beredningen av den andra modellen.

Quelle: https://www.pam.fi/uutiset/2018/01/sak-jarjestaa-mielenilmauksen-aktiivimallia-vastaan-2.-helmikuuta-pam-on-mukana.html

... "Das Aktivierungsmodell beinhaltet eine Menge Probleme. Wie kann man z. B. garantieren, dass die Arbeitslosen Bescheinigungen von den Arbeitgebern für kurze Jobs bekommen, så dass sich die Auszahlung des Arbeitslosengeldes nicht verzögert."

Die Regierung ist gerade dabe, ein weiteres Aktivierungsmodell zu schaffen, welches die Karenzzeiten (= Zeiten ohne Arbeitslosengeld) für diejenigen, die ohne Arbeit sind, weiter vergrössert. FFC schlägt vor, dass die Regierung die Ausarbeitung des anderen Modells abbricht.


Die FFC/SAK besteht aus 18 Einzelgewerkschaften und ist deren Dachverband.

MfG

BGS

« Letzte Änderung: 19. Januar 2018, 00:07:52 von BGS » Gespeichert

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« Antworten #39 am: 24. Januar 2018, 16:10:54 »

Zitat
Die Finnen wollen deutlich weniger Geld als die Schweizer an alle Bürger ausschütten. Da das kaum zum Leben reicht, hofft die finnische Regierung darauf, dass vor allem unattraktive Jobs im Niedriglohnsektor angenommen werden. "Wir denken, das könnte in großer Anreiz sein, wenigstens einen Halbtagsjob anzunehmen", sagt Marjukka Turunen vom finnischen Sozialversicherungsinstitut Kela, das das Experiment betreut. Somit geht es in Finnland also eher um eine Motivation, unterbezahlte und unattraktive Jobs anzunehmen.
Wenn der Schuss nicht mal nach hinten losgeht: Da ist von Unternehmerseite der Anreiz groß, tariflich bezahlte Vollzeitarbeitsstellen in mit nur dem Mindestlohn bezahlte Teilzeitarbeitsstellen umzuwandeln. Auf der Strecke bleiben da die Steuereinnahmen des Staates, da auch vom finnischen Mindestlohn (wie hoch ist der überhaupt?) wohl kaum Lohnsteuer erhoben werden kann. Die Rechnung der Regierung geht dann wohl trotzdem aus ihrer Sicht auf, weil man die Ausgaben für Arbeitslosengeld im gleichen Zug senken konnte. Zweiter gewünschter Nebeneffekt: Niedrigere, geschönte Arbeitlosenzahlen, die im Falle Finnlands seit Beginn der Finanzkrise auch nicht mehr sonderlich gut aussehen. - Naja, in Deutschland funktioniert ja die Arbeitlosenstatistikfälschung mittels Leih- und Teilzeitarbeit ähnlich.
Auffällig ist auch immer wie verbittert um dieses "Goldene Kalb" Lohnarbeit um jedem Preis in dieser Arbeitsgesellschaft gekämpft wird. Neulich gab's einen Fernsehbeitrag vom Weltspiegel, der sich dem Thema 30 Minuten widmete. Selbst der interviewte Arbeitslose brachte da als Einwand zum BGE vor, daß sich da "manch einer einfach auf die faule Haut legen" könnte. Er selbst sah seine Zukunft im Internetversand von Schokolade mit diversen exotischen Geschmacksverfeinerungen. Jedoch lief das Geschäft nicht so gut, eben weil so etwas niemand wirklich braucht (Stichwort "Befriedigung künstlich geweckter Bedürfnisse"). Nur noch Zeichen, wie in dieser Arbeitsgesellschaft auf Teufel-komm-raus künstlich Bedürfnisse erzeugt werden sollen, die zum Existenzerhalt gar nicht nötig sind. Davon gibt's im Kapitalismus mittlerweile massig. Nur noch aus diesen künstlich geschaffenen Bedürfnissen ensteht dann neue, aber streng genommen unnütze Arbeit, weil sie weit über das Decken der Grundbedürfnisse eines Menschen hinaus geht.

Das YouTube-Video dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=LX7PcHNRZ2o
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 14:52:49 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
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BGS
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« Antworten #40 am: 02. Mai 2018, 13:24:57 »

Zitat

Schlappe fuer das garantierte Grundeinkommen

Finnland war das Paradebeispiel des von vielen gepriesenen Sozialsysyems. Doch jetzt vollziehen die Skandinavier eine scharfe Kehrtwende

Autor: Markus Diem  Meier


Das Experiment eines bedingungslosen Grundeinkommens in Finnland wird auf Ende des Jahres abgebrochen. Das ist ein harter Schlag fuer alle Anhänger ähnlicher Pläne weltweit. Denn Finnland hat den bisher grössten (persönl. Anm: 2000 Teilnehmer warden vorletztes Jahr ausgelost aus ca. 189.000 "Arbeitslosen") Versuch mit einem solchen System gestartet.Am 5. Juni 2016 haben 67,6 % der Abstimmenden in der Schweiz eine Initiative fuer ein bedingungsloses Grundeinkommen abgelehnt, in keinem einzigen Kanton stimmte eine Mehrheit dafuer.

Die konkrete Ausgestaltung in Finnland entspricht allerdings nicht dem Idealtypus eines Einkommens, das alle ohne Gegenleistung erhalten. In den Genuss von 560 Euro pro Monatkommen nur 2000 arbeitslose Finnen, die zwischen 25 und 58 Jahre alt sind und diedurch ein Zufallsprinzip von der finnischen Sozialbehörde KELA ausgewählt werden. Erhalten sie allerdings eine Stelle, entfällt der Betrag nicht.

Von Beginn weg war geplant, dass eine erste Phase des Experiments Ende dieses Jahres ausläuft. Begonnen hat es Anfang 2017 Urspruenglich war allerdings beabsichtigt, das Grundeinkommen schon im laufenden Jahr auch auf Personen mit einer Beschäftigung auszuweiten. Mit dem Abbruch des gesamten Experiments zum Jahresende wird es dazu nicht kommen.

Die Finnen vollziehen auch sonst eine scharfe Kehrtwende: wer kuenftig innerhalb der ersten drei Monate nach seiner Arbeitslosmeldung nicht 18 Stunden steuerpflichtig arbeitet oder sich an einem Weiterbildungsprogramm (i. A. des Polararbeitsamtes) beteiligt, erhält weniger Arbeitslosenunterstuetzung (Anm.: von ca. 520.- wird noch etwas abgezogen).

...

Quelle: Tages Anzeiger Zuerich v. Di.., 24.04 2018, Druckausgabe S. 11

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 14:36:08 von BGS » Gespeichert

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« Antworten #41 am: 02. Mai 2018, 14:56:37 »

@ BGS: Die Einschläge kommen näher. Die skandinavischen Länder haben sich schon immer als eine kleine Gemeinschaft angesehen, die auch gerne voneinander "lernen" und kopieren. Kann man nur hoffen, daß das "Finnisch-Deutsche Modell" nicht auch in Schweden Schule macht.
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