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Autor Thema: Neues aus der Türkei...  (Gelesen 20413 mal)
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Fritz Linow


Beiträge: 1038


« Antworten #75 am: 17. März 2017, 01:07:25 »

Zwischendurch mal nur ein kleines Beispiel, warum die Beziehungen zwischen Türkei und Deutschland nicht leiden werden:

Auf einer Jubiläumsfeier zu Ehren Ludwig Erhards im Jahre 2013, auf der auch z.B. Altmaier zugegen war und dem ganzen Glanz verlieh, amüsierte sich auch Korkut Telli (li.):


http://www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/bildergalerie-jubilaeumsfeier-zu-ehren-ludwig-erhards-de

Korkut Telli ist Geschäftsführer der Marinex GmbH aus Schönberg bei Kiel. Marinex handelt mit Waffensystemen, wartet diese und organisiert Schulungen, damit das Morden auch korrekt funktioniert.

Zitat
MARINEX GmbH is a shipping, engineering, trading and logistics company founded in 1982.

MARINEX GmbH, being a Kiel / Germany-located firm, has a sister company in USA, two liaison offices in Turkiye and representative offices in South Korea, Bangladesh, Pakistan, Greece, and Australia.

MARINEX GmbH has been participating in public, private, and military tenders related to system, spare part and equipment procurements and their installations for more than twenty five years.


Zu den hauptsächlichen Kunden gehören die hier:


http://www.marinex.de/

Der Filz zur regionalen Wirtschaft, zur Politik und zu den Gewerkschaften besteht seit Jahrzehnten. So ist es auch logisch, dass Telli zum Beispiel Mitglied des Fördervereins des UKSH ist, einem finsteren Gebräu der Seilschaften. Da geht es nicht um eine Million, die vielleicht durch eine Golfspiel-Charity-Veranstaltung für einen guten Zweck eingenommen wurde, sondern um Milliarden, die mit rücksichtslosen Geschäften nebenbei abgesprochen werden.

Diese Milliarden werden überall gemacht, und keiner der daran Beteiligten wird einen Teufel tun, sich für Menschenrechte, Meinungsfreiheit oder überhaupt für ein gutes Leben aller einzusetzen, es sei denn, man muss in die Kamera grinsen. Und das wird auch in Zukunft so bleiben, weil sich alle an den Diplomatischen Noten abarbeiten und glauben, dass eben diese tatsächlich wichtig sind.
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Just B U


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« Antworten #76 am: 18. März 2017, 15:53:14 »

Die typischen  "Ja"-Wähler beim türkischen Referendum in Deutschland (Ausnahmen bestätigen die Regel):





« Letzte Änderung: 18. März 2017, 16:03:54 von Just B U » Gespeichert

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« Antworten #77 am: 18. März 2017, 16:01:10 »

Zitat
„Arti TV“ Sender will von Köln aus unabhängig und objektiv über Türkei berichten

    Von
    Anne Burgmer ist Mitarbeiterin in der Kulturredaktion

    17.03.17, 07:58 Uhr



Chefredakteur Celal Baslangic (r.) und zwei Kollegen in der Regie des neuen Senders
Foto:



Köln -

Dass er in Deutschland ist, vergisst er oft. Celal Baslangic ist seit mehr als 40 Jahren Journalist, er arbeitete in der Türkei für viele Medien, war unter anderem Redaktionsleiter bei der Zeitung „Cumhuriyet“. Nach dem Putschversuch im Sommer 2016 reifte in ihm die Erkenntnis, dass er sein bisheriges Leben würde aufgeben müssen: „Wir haben als Journalisten in der Türkei keine Lebensräume mehr gefunden.“
Unabhängige, objektive Berichterstattung

Mit einigen Mitstreitern begann Baslangic deshalb noch in der Türkei die Planungen für „Arti TV“, einen Sender, der unabhängig und objektiv über die Türkei berichten soll. Für dieses Projekt hat er seine Heimat verlassen und ist nach Deutschland gekommen. Ein Land, zu dem er vorher keinen Bezug hatte und dessen Sprache er nicht spricht. Doch seine Gedanken sind ohnehin in der Türkei. Der Chefredakteur pendelt jeden Tag zwischen seiner Wohnung und dem Sender, nur wenn er unterwegs ist, merkt er, dass er nicht mehr in seiner Heimat ist. „Immer, wenn ich den Dom sehe, weiß ich, dass ich in Deutschland bin“, sagt der 61-Jährige und lacht.

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Nach den Ereignissen im vergangenen Sommer verhängte die Regierung den Ausnahmezustand, viele Journalisten wurden verhaftet, zurzeit sitzen nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ 156 im Gefängnis. Rund 150 Medien wurden geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalisten stehen unter Generalverdacht. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 151 von 180. (...)[
/quote]

http://www.ksta.de/kultur/-arti-tv--sender-will-von-koeln-aus-unabhaengig-und-objektiv-ueber-tuerkei-berichten--26207572
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« Antworten #78 am: 06. April 2017, 11:54:54 »

Zitat
Bewährungsstrafe für Fußballer Naki
Der frühere St.-Pauli-Profi Deniz Naki ist von einem Gericht in der Türkei wegen Terrorpropaganda zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte sich mit türkischen Kurden solidarisiert.
http://www.tagesschau.de/ausland/naki-109.html
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« Antworten #79 am: 16. April 2017, 23:56:54 »

Zitat
Referendum in der Türkei: Wahlkommission erklärt Ja-Lager zum Sieger

Laut vorläufigem Ergebnis haben die Befürworter des Präsidialsystems das Referendum gewonnen. In Istanbul protestieren Tausende gegen den Wahlausgang. Unser Live-Blog


Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/referendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-live
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« Antworten #80 am: 17. April 2017, 05:59:02 »

Zitat
Presseerklärung von NAV-DEM – Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland, 16.04.2017

Heute wurde in der Türkei über die Verfassungsänderung und die Einführung des Präsidialsystems abgestimmt. Die vorläufigen Ergebnisse besagen, dass etwas mehr als 50% der Bevölkerung für ein „Ja“ gestimmt hat.

Von Anfang an war klar, wir haben es hier mit keinen Referendum unter fairen demokratischen Bedingungen zu tun. Die Menschen haben in einem Land, in dem die kurdischen Gebiete vom Krieg geprägt sind ihre Stimmen abgegeben. Seit Mitte letzten Jahres hat sich dieser Krieg auf das gesamte Land ausgeweitet. Seitdem wird die Türkei vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan diktatorisch im Ausnahmezustand regiert.  Abgeordnete und Funktionäre der HDP sitzen zu tausenden hinter den Gittern, die kurdischen Stadtverwaltungen wurden unter Zwangsverwaltungen gestellt und die gesamte Bevölkerung mit einer noch nie dagewesenen Repressionswelle überzogen. Und trotz alledem haben die Menschen in den überwiegend kurdischen Provinzen der Türkei mit durchschnittlich etwa 70% für ein „Nein“ eine klare Haltung gegen Erdoğan und sein diktatoriales Regime eingenommen.

Besonders im letzten Jahr hat der AKP-Staat unter dem Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ Opposition verschiedenster Couleurs  einzuschüchtern versucht, sei es durch massenhafte Inhaftierung, Entlassungen, Drohungen, wirtschaftliche Sanktionen, Folter und vieles mehr. Es herrscht ein Regime der Angst.  Neben diesen Repressionen gab es eine breit angelegte psychologische Manipulation durch gleichgeschaltete Medien, die 24-Stunden lang die Propaganda der AKP ausgestrahlt haben.

Wie vor den vergangenen Parlamentswahlen im Juni 2015 wurden die nationalistischen Gefühle bewusst provoziert, sei es in Form von anti-westlichem Verbalradikalismus oder durch Hetze gegen alle gesellschaftlichen Gruppierungen jenseits türkisch-sunnitischer Kreise. Dieses AKP-MHP Koalition hat das Land zunehmend polarisiert und die gesellschaftliche, politische du wirtschaftliche Krise noch mehr vertieft. Unter diesen Voraussetzungen war praktisch keine Wahlkampagne für ein „Nein“  beim Referendum möglich. Am Tag des Referendums wurde massenhaft über Unregelmäßigkeiten berichtet, die sich vor allem in den kurdischen Siedlungsgebieten abgespielt haben. Vielerorts wurden die Menschen gezwungen, offen ihre Stimmen abzugeben; Wahlurnenleiter und -mitarbeiter der HDP wurden aus den Wahllokalen geschmissen und/oder festgenommen; Militärs und Soldaten hielten die rechtlich festgelegte Distanz zu den Wahlurnen nicht ein und erzeugten vor den Wahllokalen Drohkulissen. Außerdem gab es Meldungen von vorgestempelten Wahlzetteln. Auch Fahrzeuge ohne Nummernschilder wurden vor den Wahllokalen gesichtet.

Wir möchten klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass ein Referendum unter solchen Bedingungen keinerlei Legitimität genießt. Für uns bedeutet dieses Ergebnis nichts weiter, als dass wir unseren politischen Widerstand für die Demokratie, für Freiheit und Gerechtigkeit noch vehementer und zielstrebiger fortführen werden. Weil mit der Diktaturpolitik der AKP immer mehr gesellschaftliche Kreise von Repression betroffen sind, ist die Grundlage für den demokratischen Kampf heute größer als je zu vor.  Wir rufen allen voran die demokratische Öffentlichkeit, sowie die EU und die Bundesregierung dazu auf, diese gefährliche Entwicklung in der Türkei, die gleichzeitig für die gesamte Region eine Gefahr darstellt, Einhalt zu gebieten. Wir glauben, dass dieser AKP-Wahnsinn gestoppt werden kann, wenn auf die Lippenbekenntnisse der unterschiedlichen Kräfte konkrete Schritte folgen.  Die AKP hat längst ihre Legitimität verloren, dies wird auch das Referendum nicht ändern.


Quelle: http://civaka-azad.org/dieses-referendum-geniesst-keine-legitimitaet/
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« Antworten #81 am: 17. April 2017, 13:08:39 »



Demokratie
TKP: Die Regierung hat keine Legitimität mehr

16. April 2017

Erklärung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) zum Ergebnis des heutigen Verfassungsreferendums in der Türkei:

Die Ergebnisse des Referendums, die durch Tyrannei, Betrug und Diebstahl geschaffen wurden, haben keine Legitimität. Wer versucht, dieses Ergebnis zu feiern, beleidigt das Volk.

Wir rufen unser Volk, das sich nicht unterwirft, auf, sich zu vereinen, organisiert zu handeln und keine »vollendete Tatsachen« zu akzeptieren.

Eine politische Macht bezieht ihre Legitimität nicht nur aus den zuletzt gewonnenen Stimmen. Wahlergebnisse reichen nicht aus, damit eine Regierung alles tun kann, was sie möchte.
Das AKP-Regime, das seinen reaktionären und volksfeindlichen Charakter vom ersten Tag an zur Schau gestellt hat, verfügt schon lange über keine gesellschaftliche Legitimation mehr. Mehr noch, die Ergebnisse des Referendums vom 16. April sind nichts anderes als eine Bestätigung dieser nicht legitimierten Situation.

Die Abstimmung am 16. April ist hinsichtlich der Annahme oder Ablehnung von Verfassungsänderungen obsolet geworden. Nach diesem Punkt gibt es für die Gesellschaft keine Möglichkeit mehr, ein »Ja« als erklärtes Ergebnis zu akzeptieren. Unabhängig davon, welche Partei welche Position vertritt, hat die TKP bereits erklärt, dass sie ein solches Ergebnis zurückweisen wird.

Diese Wahl wurde geprägt von Tyrannei und Betrug. Die Entscheidung des Obersten Wahlkomitees, nicht gestempelte Stimmzettel und Umschläge als gültig anzuerkennen, entspricht keinerlei gesetzlichem oder unparteiischem Herangehen.
Die AKP steht vor dem Nichts und greift zur Repression. Das Ergebnis ist ein bedeutender Rückgang ihrer Stimmenzahl, und die Hälfte dieser Stimmen bekam sie nur aufgrund unzähliger Manipulationen und Fälschungen.

Die Führungsrolle der Regierungspartei ist zerstört, sie hat die meisten größeren Städte und Innenstädte verloren, in denen sie über Jahre stark gewesen ist.

Ihr Versuch, trotz all dieser Fakten »den Sieg zu feiern«, bedeutet nur eines, abgesehen von der Verhöhnung unseres Volkes: Wir werten diesen als Aufruf zur Entscheidungsschlacht zwischen der gesammelten Energie des arbeitenden Volkes und der Intellektuellen der Türkei, aller unserer den Werten der Republik ergebenen Bürger, gegen die reaktionäre Macht.

Es ist aussichtslos für die AKP, die glaubt, dieses Land entsprechend der Interessen der Feinde des arbeitenden Volkes, der kapitalistischen Kräfte und Monopole, zu führen, noch einmal ihr Überleben zu versuchen, indem sie sich auf diese Kräfte stützt.

Die TKP ruft unser Volk zur Wachsamkeit auf. Akzeptiert keine vollendeten Tatsachen und organisiert euch entsprechend.

Kommunistische Partei der Türkei
Zentralkomitee

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/tkp-die-regierung-hat-keine-legitimitaet-mehr/

Originalquelle

http://www.tkp.org.tr/en/duyurular/government-does-not-have-legitimacy-anymore-en-es-fr

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« Antworten #82 am: 18. April 2017, 07:53:54 »

Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 1 / Titel
Staatsstreich vollendet
Nach dem Referendum: Die Türkei wird nun auch offiziell Präsidiialktatur mit Erdogan an der Spitze
Von Peter Schaber



Neinsager in Istanbul: Demonstranten gehen gegen das verkündete Ergebnis des Referendums auf die Straße (17.4.2017)
Foto: AP Photo/Emrah Gurel

Der autoritär regierende türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kann aufatmen: Das lange erwartete Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems endete am Sonntag mit einem knappen Sieg des Ja-Lagers. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen verkündete die Oberste Wahlbehörde YSK am Sonntag abend das vorläufige Ergebnis. Demnach haben bei einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent 51,3 Prozent für die Verfassungsänderung gestimmt.

Die Abstimmung galt im Land wie international als ein Votum über die Diktaturambitionen Erdogans. Dieser hatte bereits im August 2015 vor Anhängern in der Schwarzmeerstadt Rize geäußert: »Es gibt einen Präsidenten, der de facto die Macht in diesem Land hat, nicht einen symbolischen Präsidenten. Ob man es akzeptiert oder nicht, das administrative System der Türkei hat sich verändert. Nun sollten wir die Verfassung dieser De-Facto-Situation anpassen.«

Die »Anpassung« vollzog die Regierungspartei AKP im Bündnis mit Teilen der faschistischen MHP. Sie schloss die Abschaffung der Pressefreiheit, die Entmachtung sowohl des Parlaments wie Stadt- und Bezirksverwaltungen, die Inhaftierung Zehntausender politischer Gegner sowie Morde an linken Aktivisten ein. Gegen die widerspenstige kurdische Befreiungsbewegung im Südosten der Türkei führte Ankara einen offenen Krieg, in dessen Verlauf Städte von Armee und Polizeikräften belagert, mit Artillerie und Luftwaffe bombardiert wurden. Hunderte Zivilisten verloren ihr Leben, Hunderttausende befinden sich auf der Flucht.

Trotz der staatlichen Repression gegen jede Opposition und die Monopolisierung der Medienmacht in den Händen Erdogans fiel das Ergebnis des Referendums relativ dürftig aus. Außerdem berichten zahlreiche Wahlbeobachter von Unregelmäßigkeiten. Sowohl die größte Oppositionspartei CHP wie auch die linke und prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) haben angekündigt, das Ergebnis anfechten zu wollen.

Angesichts der Rahmenbedingungen, unter denen das Referendum stattfand, sehen viele türkische Dissidenten in dem Votum eher eine Niederlage Erdogans: »Das ist ein Pyrrhussieg«, kommentierte etwa der exilierte türkische Journalist Can Dündar am Montag im Interview mit der Welt. »Nach all dem Druck, ja, der Unterdrückung, nach diesem unfairen Wahlkampf gegen das Nein-Lager, der Inhaftierung so vieler regierungskritischer Journalisten und mit einer Medienlandschaft, die fast ausschließlich für ein Ja geworben hat, ist die Mehrheit immer noch so winzig – für mich ist das der Anfang vom Ende der Ära Erdogan.«

Völlig gleichgültig gegenüber den Umständen des Referendums zeigte sich dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie bat in einer am Montag veröffentlichten Erklärung Erdogan lediglich darum, »einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes« zu suchen. Ansonsten wolle man die Untersuchung der OSZE-Wahlbeobachter abwarten.

Weniger geduldig äußerte sich die türkische Regierung. Ministerpräsident Binali Yildirim rief kurz nach Bekanntwerden des vorläufigen Ergebnisses Anhängern in Ankara zu: »Wir werden nicht stehen bleiben. Wir werden unseren Weg weitergehen.« Die nächsten Stationen hatte Erdogan bereits vor der Abstimmung angekündigt: die Einführung der Todesstrafe und die Ausweitung der völkerrechtswidrigen Militäraktionen in Syrien und im Irak.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/309071.staatsstreich-vollendet.html




Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 8 / Ansichten
Schönredner
Reaktionen auf Türkei-Referendum. Gastkommentar
Von Sevim Dagdelen



Ankara am Sonntag: Erdogan-Unterstützer feiern auf einem verlassenen Panzer vor dem Parlamentsgebäude
Foto: REUTERS/Osman Orsal

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem »harten Wahlkampf« vor dem Referendum um die Einführung einer Präsidialdiktatur in der Türkei spricht, streiten die dortigen beiden Oppositionsparteien CHP und HDP wegen massiven Wahlbetrugs für eine Annullierung des Abstimmungsergebnisses. Während Außenminister Sigmar Gabriel zu Ruhe und Gelassenheit aufruft, gehen am Bosporus Tausende auf die Straße, um gegen die Manipulationen Erdogans zu protestieren. Als gelte es, ihren politischen Zynismus in Sachen Türkei auf die Spitze zu treiben, drückt die Bundesregierung die Erwartung aus, dass Erdogan nach dem Referendum »einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes sucht«.

Worum geht es? Ruhe soll die erste Bürgerpflicht sein. Wenn Merkel und Gabriel den Dialog mit Erdogan anmahnen, setzen sie brutal auf ein »Weiter so« in der Türkei-Politik. Beide wollen weiter Waffen an Erdogan liefern, obwohl (oder muss es heißen »weil«?) sie wissen, dass er damit seinen schmutzigen Krieg gegen die Kurden führt. Union und SPD setzen auf die Fortdauer der Bundeswehr-Präsenz in Konya und Incirlik, obwohl sie nicht ausschließen können, dass deutsche Erkundungsergebnisse an Terrormilizen in Syrien weitergegeben werden.

Die Kumpanei mit Erdogan soll nahtlos weitergehen, und Dummenfang hat Methode. Die Fortsetzung der EU-Beitrittsverhandlungen wird der Öffentlichkeit als Bonbon für die Nein-Sager in der Türkei verkauft, obwohl man weiß, dass Erdogan damit jährlich mehr als 630 Millionen Euro an EU-Hilfen garantiert sind. Konservative wie EVP-Chef Manfred Weber meinen besonders schlau zu sein, indem sie zwar einen Verhandlungsstopp fordern, zugleich aber wie die FDP auf engere Kooperation, etwa die Erweiterung der Zollunion, setzen, um Erdogan unter die Arme zu greifen.

Denn darum allein geht es. Erdogan soll Partner zur Durchsetzung geopolitischer Interessen im Nahen Osten bleiben – angefangen von einem Regime-Change in Syrien bis hin zu Anlagemöglichkeiten für deutsches Kapital. Der innenpolitische Preis dafür ist allerdings hoch. 63 Prozent der türkischen Wähler in Deutschland haben für die Diktatur gestimmt. Die jahrelange, bundesbehördlich geförderte Bearbeitung durch Erdogan-Netzwerke hatte Folgen. Während Istanbul, Ankara und Izmir nein sagten, stimmten Berlin, Hamburg und Köln mit Ja. Das kann man sich schönreden, indem man auf die geringe Wahlbeteiligung verweist und das Ja zur Diktatur gar mit Ausgrenzung hierzulande rechtfertigt. In Wirklichkeit zielt das auf einen weiteren Freifahrtschein für Erdogan. Es ist höchste Zeit für einen radikalen Kurswechsel. Außenpolitisch heißt das: Keine Waffe, kein Geld, keinen Soldaten mehr für Erdogan. Innenpolitisch: Seine Netzwerke, seine Spitzel- und Trollarmee hierzulande müssen zerschlagen werden. Das wäre konkrete Solidarität mit den Nein-Sagern.

Sevim Dagdelen ist Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion Die Linke im Bundestag

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html
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« Antworten #83 am: 18. April 2017, 11:59:23 »

»Das ist ein Pyrrhussieg«, kommentierte etwa der exilierte türkische Journalist Can Dündar am Montag im Interview mit der Welt. »[...]für mich ist das der Anfang vom Ende der Ära Erdogan.«
Ich hoffe dass er damit Recht behält.
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« Antworten #84 am: 19. April 2017, 12:00:31 »

Ich auch.
Und das es schnell geht.


*     *     *     *     *

Nachtrag:
Sah erst nach meinem Posting, dass dieser Text schon oben drüber von Rappelkikstenrebell eingestellt wurde.
Ich lass jetzt mal nur die Hervorhebungen von mir stehen.


Zitat
Schönredner

Reaktionen auf Türkei-Referendum. Gastkommentar

Aus: Ausgabe vom 18.04.2017
Von Sevim Dagdelen



(...)
Worum geht es? Ruhe soll die erste Bürgerpflicht sein. Wenn Merkel und Gabriel den Dialog mit Erdogan anmahnen, setzen sie brutal auf ein »Weiter so« in der Türkei-Politik. Beide wollen weiter Waffen an Erdogan liefern, obwohl (oder muss es heißen »weil«?) sie wissen, dass er damit seinen schmutzigen Krieg gegen die Kurden führt. Union und SPD setzen auf die Fortdauer der Bundeswehr-Präsenz in Konya und Incirlik, obwohl sie nicht ausschließen können, dass deutsche Erkundungsergebnisse an Terrormilizen in Syrien weitergegeben werden.

(...)
Die Kumpanei mit Erdogan soll nahtlos weitergehen, und Dummenfang hat Methode.

(...)
Denn darum allein geht es. Erdogan soll Partner zur Durchsetzung geopolitischer Interessen im Nahen Osten bleiben – angefangen von einem Regime-Change in Syrien bis hin zu Anlagemöglichkeiten für deutsches Kapital. Der innenpolitische Preis dafür ist allerdings hoch.

(...)



https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html


*     *     *     *     *

Wenn nicht so viele Menschen auf der Welt so dumm wären (weshalb auch immer, Stichwort: Religion) und aufgrund dessen so manipulierbar, gäbe es nicht mal einen Bruchteil der Menschen, die diese dummen Menschen für Ihre - welcherart auch immer - Macht- und Allmachtbestrebungen und ihre Gier nach immer mehr Reichtum und Besitz manipulieren, instrumentalisieren und ausbeuten könnten. *

Und ich vermute es würde um einiges anders zugehen hier.


* Nachtrag
(2):
Damit meine ich generell ALLE Menschen, egal ob West, Ost, Nord, Süd oder "erste", "zweite" , "dritte" oder "fünfhundertzwölfte" Welt...
« Letzte Änderung: 21. April 2017, 11:21:36 von Just B U » Gespeichert

Ich habe nichts gegen Menschen.
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« Antworten #85 am: 09. Oktober 2017, 19:53:52 »

Zitat
USA und Türkei frieren gegenseitige Visavergabe ein
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article169433978/USA-und-Tuerkei-frieren-gegenseitige-Visavergabe-ein.html

Zitat
Für diese Provokation bekommt Erdogan sofort die Quittung
https://www.welt.de/finanzen/article169447163/Fuer-diese-Provokation-bekommt-Erdogan-sofort-die-Quittung.html
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« Antworten #86 am: 19. Januar 2018, 18:04:17 »

Online spezial
19.01.2018, 15:43:07 / Ausland

»Wir werden unser Land verteidigen«
Ankara verkündet Beginn der Offensive gegen Afrin. Kurdische Einheiten wollen Widerstand leisten. Von Nick Brauns und Peter Schaber

Von Nick Brauns und Peter Schaber




Vorbereitungen für den Einmarsch: Die Türkei zieht an der Grenze zum nordsyrischen Afrin starke Truppenverbände zusammen
Foto: AP Photo
Angesichts wirtschaftlicher Probleme und schwindender Hegemonie der Regierungspartei AKP schwört der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein Land seit Wochen auf Krieg gegen das »Terrornest« Afrin ein. Der Kanton, Teil der mehrheitlich von Kurden bewohnten selbstverwalteten Demokratischen Konföderation Nordsyrien, ist der türkischen AKP-Regierung seit langem ein Dorn im Auge.

In der Nacht von Donnerstag zu Freitag eröffnete nun intensiver Artilleriebeschuss die lange angekündigte Militäroperation. Die Offensive habe »de facto« begonnen, erklärte der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli. Kurdische Kräfte der Volksverteidigungseinheiten YPG und ihrer Frauenverteidigungseinheiten YPJ bestätigten den Beschuss. Zudem, so die kurdische Nachrichtenagentur ANF, hätten Busse mit islamistischen Kämpfern bei der türkischen Kleinstadt Kilis die Grenze nach Syrien passiert.

»Für uns sind diese Angriffe nichts Neues«, erklärte YPJ-Kommandantin Nesrin Abdallah wenige Stunden vor dem offiziellen Beginn der Attacken gegenüber junge Welt. »Seit dem Beginn unserer Revolution versucht die Türkei, sie zu zerstören. Der Angriff des ›Islamischen Staates‹ auf uns war ebenso ein Angriff der Türkei. Die Angriffe von Al-Nusra waren Angriffe der Türkei. Die jetzigen Attacken kommen also nicht plötzlich.«

Gerade Afrin komme seit geraumer Zeit nicht zur Ruhe. In regelmäßigen Abständen feuert die türkische Armee Granaten über die Grenze, Abdallah berichtet zudem von »verdeckten Operationen« – auch seitens der mit Ankara verbündeten islamistischen Gruppierungen, die ihre Basis im illegal von der Türkei besetzt gehaltenen Gebiet zwischen Dscharabulus und Al-Bab haben. »Dabei kam es immer wieder zu Toten auch in der Zivilbevölkerung«, so die kurdische Kommandantin. Die Propaganda des Erdogan-Regimes, das behauptet, von der kurdischen Regionalverwaltung in Afrin gehe eine Bedrohung der türkischen Sicherheit aus, weist die hochrangige Kämpferin zurück: »Wir haben unser immer verteidigt, aber wir wollten uns nicht von der türkischen Regierung in eine Konfrontation ziehen lassen, von der wir glauben, dass sie sowohl für die Türkei wie auch für Syrien insgesamt katastrophale Auswirkungen haben kann.«

Ob Erdogan tatsächlich, wie er ankündigt, auch Bodentruppen nach Afrin schicken wird, blieb am Freitag nachmittag unklar. Denn weder aus Washington, noch aus Moskau gibt es bislang dafür grünes Licht. Eigentlich hatte sich Ankara von einem Treffen des türkischen Generalstabschefs Hulusi Akar und des Geheimdienstchefs Hakan Fidan mit der russischen Militärführung am Donnerstag in Moskau die Zustimmung zu einem Einmarsch in Afrin erhofft. Das russische Militär unterhält Beobachtungsposten in dem von fast allen Seiten von der Türkei oder türkisch besetzten syrischen Gebieten umgebenen Kanton. Russland schickte die türkische Delegation unverrichteter Dinge nach Hause. Auch die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Ann Nauert hatte die Türkei am Donnerstag aufgefordert, keine Militäroperationen gegen Afrin zu unternehmen.

Aus Damaskus hieß es sogar, ein Angriff auf Afrin werde als Akt der Aggression gegen die Souveränität Syriens betrachtet. »Die syrische Flugabwehr hat ihre Kapazitäten vollständig wieder aufgebaut und ist bereit, türkische Luftziele am Himmel über Syrien zu vernichten«, erklärte der stellvertretende Außenminister Faisal Al-Mikdad. Die türkischen Piloten könnten sich im Falle einer Aggression »nicht wie bei einem Spaziergang« fühlen.

Nesrin Abdallah nimmt diese Stellungnahmen zwar zur Kenntnis. Man sei ja immer noch Teil der Koalition gegen den ›Islamischen Staat‹ und stehe damit in einem Bündnis mit den USA. Und auch die Präsenz Russlands in Afrin biete einen gewissen Schutz gegen türkische Attacken. Fakt sei aber auch: »Bislang gab es weder von der Koalition noch von den Russen je ernsthafte Antworten auf die zahllosen Angriffe der Türkei auf syrischem Boden«, so die Kommandantin der Frauenverteidigungseinheiten.

Doch Abdallah gibt sich kämpferisch. »In Afrin leben nicht nur Kurden, sondern alle Völker Syriens sind hier vertreten. Die Angriffe der Türkei richten sich gegen das gesamte syrische Volk.« Und man werde diese nicht dulden. »Komme, was wolle, wir werden unsere Erde nicht verlassen. Wir werden unser Land verteidigen.« Für die türkische Armee, die starke Verbände an der Grenze zusammengezogen hat, könnte der Widerstand der kurdischen Einheiten zu einem Debakel werden. Afrin ist im Vergleich zu benachbarten Regionen in Nordsyrien geographisch leichter zu verteidigen, denn es gibt Bergregionen, die sich befestigen lassen. Zudem stehen große Teile der Bevölkerung hinter YPG und YPJ. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu Massendemonstrationen, Tausende Freiwillige traten in die militärischen Formationen ein. »So wie wir Daesch geschlagen haben, können wir auch die türkische Armee schlagen«, glaubt Nesrin Abdallah.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325858.wir-werden-unser-land-verteidigen.html

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« Antworten #87 am: 23. Januar 2018, 13:49:48 »

Aus: Ausgabe vom 23.01.2018, Seite 2   / Ausland

Kurden melden Erfolge
Türkische Invasion auf Afrin gestoppt. Erdogan: Russische Rückendeckung




Foto: Lefteris Pitarakis/ AP Photo
Im Norden Syriens haben die kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) nach eigenen Angaben die Offensive der türkischen Armee zurückgeschlagen. Die kurdische Nachrichtenagentur ANF meldete am späten Sonntag abend unter Berufung auf die Generalkommandantur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK), dass Ankaras Truppen und die mit diesen verbündeten Milizen aus allen Brückenköpfen in der Region Afrin vertrieben worden seien. Am Montag erklärten die SDK, dass durch die türkischen Luftangriffe auf Afrin und Umgebung seit Samstag 18 Zivilisten getötet worden seien, unter ihnen auch mehrere Kinder. Auf Seiten der Verteidiger seien drei Kämpfer gestorben, während die Angreifer 40 getötete Soldaten und Milizionäre zu verzeichnen hätten.

Dessen ungeachtet will Ankara die Offensive in Nordsyrien weiter vorantreiben. Er habe die Rückendeckung Russlands für den Militäreinsatz, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara. Die türkische Armee werde die Provinz Afrin ebenso unter ihre Kontrolle bringen wie zuvor schon Dscharabulus, Al-Rai und Al-Bab.

In Moskau vermied der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow auch auf Nachfrage von Journalisten ein Dementi dieser Darstellung. Man verfolge das Fortschreiten der Operation genau und stehe in Kontakt mit der syrischen wie mit der türkischen Regierung, erklärte Peskow. Die Bewahrung der territorialen Integrität Syriens bleibe das grundlegende Prinzip der russischen Politik.

US-Außenminister Rex Tillerson zeigte sich besorgt über die Lage und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf, vermied aber ebenso wie die deutsche Bundesregierung direkte Kritik an Ankara. Berlin wollte sich zudem nicht zu Berichten über den Einsatz deutscher Panzer vom Typ »Leopard 2« durch die türkische Armee äußern. Entsprechende Fotos waren unter anderem von der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet worden. Erst vor zwei Wochen hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) der ARD über eine von Ankara gewünschte Aufrüstung der deutschen Panzer in den türkischen Streitkräften mit einem Minenschutz gesagt, er sehe »keine richtige Argumentation«, warum man dem NATO-Partner Türkei eine solche Aufrüstung verweigern sollte. (dpa/ANF/TASS/Reuters/jW)

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325865.kurden-melden-erfolge.html









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« Antworten #88 am: 23. Januar 2018, 14:20:27 »

Wie ich es befürchtet hatte:
 Den größten Anteil an der Zerschlagung des IS haben kurdische Einheiten! Solange sie gebraucht wurden hat man sie unterstützt. Und jetzt werden sie von den ehemaligen Unterstützern fallengelassen wie eine heiße Kartoffel!

Und wieder gibt es einen türkischen Völkermord mit deutschen Waffen an den Kurden! Und was macht der Rest der Welt? Wegsehen! Angry

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« Antworten #89 am: 23. Januar 2018, 16:37:29 »

Diverse linke Besserwisser entzogen den Kurden in Syrien ihre Solidarität, als diese mit den USA ein Bündnis eingingen gegen den IS/DAESH Abschaum.Vom heimischen Wohnzimmer aus hat es der westliche Leftiewohlstandslinke auch sehr einfach in seiner Unterscheidung zwischen Gut und Schlecht.
Zu de Bündnissen war der Kommentar in der Jungen Welt von gestern richtig.Wir dürfen dem kurdischen Volksbefreiungskampf nicht die Solidarität versagen!

Aus: Ausgabe vom 22.01.2018, Seite 8   / Ansichten

Brüchige Bündnisse
Türkischer Einmarsch in Afrin

Von Peter Schaber

Artilleriebeschuss, massive Luftangriffe und der Einmarsch türkischer Truppen – Ankara hat einen großangelegten Militäreinsatz gegen die mehrheitlich von Kurden bewohnte und von ihnen selbst verwaltete Region Afrin im Norden Syriens begonnen. Die Invasion ist klar völkerrechtswidrig. Bombardiert werden häufig Wohngebiete, man will die Bevölkerung in Panik versetzen. Und von der türkischen Seite werden massenhaft Kämpfer islamistischer Banden eingesetzt.

Möglich wurde dieser Angriff deshalb, weil sich offenbar alle nennenswerten in den Krieg in Syrien involvierten Kräfte mit der Türkei auf einen Deal eingelassen haben. Russland zog seine Soldaten aus dem umkämpften Gebiet zurück und machte den Weg frei. Die USA verrieten erneut ihre »Bündnispartner«. Und Damaskus, das noch zwei Tage vor dem Beginn der von Ankara zynisch so genannten »Operation Olivenzweig« protzte, türkische Kampfflugzeuge abschießen zu können, holte keinen einzigen Jet vom Himmel.

Überraschend ist das alles nicht. Die kurdische Bewegung in Rojava war seit dem Beginn des revolutionären Prozesses 2011 taktische Bündnisse mit verschiedenen Kräften eingegangen, die um Einfluss in Syrien kämpfen. Man hat im Rahmen der »Anti-IS-Koalition« mit den USA zusammengearbeitet und in Afrin, Aleppo und Deir Al-Sor mit Russland. Das war eine richtige Taktik, eine andere gab es nicht.

Allerdings ließen sowohl die USA wie auch Russland dann und wann Recep Tayyip Erdogan gewähren, wenn es ihnen opportun erschien. Ein Beispiel dafür ist, dass die türkische Regierung im August 2016 Soldaten nach Syrien einmarschieren lassen konnte, die Dscharabulus und Al-Bab bis heute besetzt halten. Ein anderes: das Bombardement des Hauptquartiers der Volksverteidungskräfte( YPG) in Karacok im April 2017.

Die Revolution in Rojava ist eine rätedemokratische, sozialistische und feministische. Ein solches Projekt muss damit rechnen, dass seine Bündnisse mit Staaten wie den genannten, Gratwanderungen sind und ein Ablaufdatum haben. Niemand wusste das besser als die kurdische Bewegung selbst.

Worauf es jetzt ankommt, ist, dass jene die Revolution nicht im Stich lassen, die keine taktischen, sondern strategische Partner aus gemeinsamem Interesse sind: Die internationalistische Linke muss diese Revolution als ihre eigene begreifen und Druck machen. Wirklichen Druck. Jenseits von Presseerklärungen und empörten Statements im Internet.

Vor allem in Deutschland, denn dem SPD-CDU-Klüngel in Berlin kann nicht einmal Verrat vorgeworfen werden. Denn das Bundeskabinett stand immer treu an der Seite Erdogans. Just am Tag des Einmarsches in Afrin wurde bekannt, dass die deutsche Regierung plane, türkische Panzer modernisieren und nachrüsten zu wollen. Bilder zeigen »Leopard«-Panzer an der Grenze zu Syrien. Es ist zu hoffen, dass von ihnen nichts übrig bleibt, was man noch nachrüsten kann.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325762.brüchige-bündnisse.html






« Letzte Änderung: 23. Januar 2018, 16:55:08 von Rappelkistenrebell » Gespeichert

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« Antworten #90 am: 23. Januar 2018, 16:54:18 »

Dazu lesenswert auch folgende Artikel

Türkische Rechtsextreme: Für Allah und Vaterland


https://erasmus-monitor.blogspot.de/2018/01/turkische-rechtsextreme-fur-allah-und.html?m=1

Zusammenarbeit von Türkei, IS und al-Nusra zugegeben
Die von den HPG festgenommenen MİT-Agenten haben über die Unterstützung des MİT für den IS und al-Nusra detailliert ausgesagt. Sie teilten mit, dass die Lieferungen von Waffen und Munition unter dem Deckmantel der FSA geliefert worden seien.

https://anfdeutsch.com/kurdistan/zusammenarbeit-von-tuerkei-is-und-al-nusra-zugegeben-1820


Lest zum kriegsgeschehen FIRATNEWS auf Deutsch

https://anfdeutsch.com


weiterhin laßt Solidarität praktisch werden! Beteiligt Euch an den Demos in Euren Städten.Laßt diese möglichst groß sein und schützt sie damit vor den türkischen Faschisten und Nationalisten und ihre Pissmanen Schweine!

SPENDET für Heyva Sor a Kurdistanê e.V

https://www.facebook.com/heyvasorakurdistaneev/



Hier die Seite von Heyva Sor nochmal

http://www.heyvasor.com/de

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« Antworten #91 am: 23. Januar 2018, 17:25:07 »

Bisher herrschte in der kurdischen Provinz #Afrin im Norden von #Syrien Frieden, die Region war Zufluchtsort für #Flüchtlinge. Jetzt bombardiert die #Türkei und marschiert mit deutschen #Leopard-2-Panzern ein. Und die Bundesregierung will weiter aufrüsten. Wir sagen: Stoppt den #Panzer-Deal mit #Erdogan! Keine Waffenlieferungen an die Türkei!

Jetzt die #Petition unterschreiben!

Kein Panzer-Deal mit der Türkei!

https://www.medico.de/kampagnen/kein-panzerdeal/

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« Antworten #92 am: 24. Januar 2018, 06:50:18 »

In zahlreichen Städten Proteste gegen türkische Aggression
Zahlreiche Korrespondenten berichten über die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf, gegen die Angriffe des türkischen Regimes und islamistischer Banden.


Korrespondenten und Pressemitteilungen
Dienstag,  23.01.2018,  17:55 Uhr


Die Montagsdemonstration in Gelsenkirchen (rf-foto)
Aus Gelsenkirchen wird berichtet: Bis zu 500 Frauen, Kinder, Männer reihten sich mit ein in die Montagsdemo Gelsenkirchen, in großer Sorge um ihre Heimat, ihre Familien, ihre Zukunft. Die Protestversammlung war wie so oft ein kompetentes Forum für den internationalen Diskurs. Auf Vorschlag der kurdischen Teilnehmer begann die Aktion mit einer Schweigeminute.

Aufgewühlte Stimmung
Eine sehr aufgewühlte Stimmung herrschte, dennoch verlief die Kundgebung von Anfang bis Ende friedlich. Der Rahmen der Montagsdemo, die enge Zusammenarbeit von kurdischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zweisprachige Verständigung und klare Spielregeln waren dafür Grundlage.

 

Und das trotz Polarisierung und Provokation: Etliche Anhänger Erdogans, aber auch islamistisch-faschistische Kräfte oder Anhänger der sogenannten "Freien Syrischen Armee" - oft aufgehetzte Jugendliche - waren seit Beginn vor Ort, skandierten faschistische Parolen, verteidigten Erdogan und seine Angriffe.

Von wegen "Pufferzone"
Stefan Engel, langjähriger Vorsitzender der MLPD und Gelsenkirchener Montagsdemonstrant der ersten Stunde, ging auf die Hintergründe in dieser neuen Phase im Krieg in Syrien ein: Nachdem man den IS gemeinsam vertrieben hat, beginnen die imperialistischen Mächte, den Kuchen unter sich aufzuteilen.

 

In den bürgerlichen Massenmedien heißt es, der Türkei ginge es um die "Einrichtung einer 30 Kilometer großen Pufferzone". Aber dort liegen sämtliche größeren Städte der Demokratischen Föderation Nordsyrien, die die Türkei unter ihre Kontrolle bringen will.

Proletarischen Internationalismus stärken
Stefan Engel rief dazu auf, den proletarischen Internationalismus zu stärken und die einfachen Menschen, die Arbeiterbewegung und die Völker der Welt zusammenzuschließen, denn keine imperialistische Macht ist ein ehrlicher Verbündeter gerechter Kämpfe.

 

Die junge Melek brachte eindringlich vor: „Erdorgan bringt Menschen um, nur weil sie einen Ort zum Leben haben wollen. Warum wird die Menschheit nicht wieder so, dass wir zusammenhalten! Wir sind nicht andere Menschen, wir sind wie eine Familie, auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen.“

 

Aus Duisburg wird berichtet: Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten am Montagabend in der Duisburger Innenstadt auf einer gemeinsamen Kundgebung der Montagsdemo mit verschiedenen türkischen und kurdischen Organisationen sowie weiteren Bündnispartnern gegen den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. In zahlreichen Beiträgen wurde die türkische Regierung und Präsident Recep Tayyip Erdogan scharf angegriffen. "Erdogan - Terrorist“ hallte es durch die Königstraße.

Entschlossenheit gestärkt
Es war eine sehr kämpferische Kundgebung und durch die Sprechchöre und Redebeiträge wurde deutlich, dass sich die Menschen nicht einschüchtern ließen, sondern ihre Wut und ihre Entschlossenheit, zu kämpfen, gestärkt wurde. Auch die Schikanen der Polizei - es durften keine kurdischen Fahnen getragen werden und eine Demonstration war mit der fadenscheinigen Begründung der Sicherheit der Fluchtwege untersagt worden - stießen auf scharfe Kritik.

 

Die internationale Solidarität wurde betont und etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich ausdrücklich bei der Montagsdemo, dass sie die gemeinsame Kundgebung mitorganisiert hatte. Für die nächsten Tage stehen verschiedenste Demonstrationen an, zu denen aufgerufen wurde: Mittwoch, 24. Januar, in Wesel, Donnerstag, 25. Januar, in Oberhausen und Samstag, 27. Januar, in Köln.

1.000 Demonstrantinnen und Demonstranten in Bochum
Auch in Bochum wurde demonstriert: Etwa 800 bis 1.000 Leute - überwiegend kurdischer Herkunft - demonstrierten gegen den Überfall der Türkei auf Efrîn. Redner betonten, dass dort neben den ursprünglich 200.000 Kurden heute weitere 800.000 Menschen leben, die vor den IS-Faschisten geflohen sind. Sie sind stolz, dass dort viele Kulturen friedlich zusammen leben.

 

In einem Grußwort der MLPD wurde auch die Wirtschaftshilfe für das faschistische Erdogan-Regime sowie die diplomatische Unterstützung durch die Bundesregierung angegriffen. Der Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem kurdischen Befreiungskampf wurde hervorgehoben. Der Beifall, mindestens 13 verkaufte Broschüren "Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder" - zum Teil in türkischer Sprache - und mehrere ausgetauschte Adressen zeigen die große Bereitschaft für eine engere Zusammenarbeit mit der MLPD.

 

Aus Dortmund wird berichtet: Ein Teil der Montagsdemo beteiligte sich im Anschluss der Montagsdemonstration, in deren Rahmen eine Protestresolution wegen des türkischen Einmarschs verabschiedet wurde, an einer Demonstration mehrerer Hundert vorwiegend kurdischer Menschen. Sie ging in die Dormunder Innenstadt und es wurden auch Grußworte der MLPD und des Jugendverbands REBELL vorgetragen.

Empörung, Trauer und Protest riesengroß
100 kurdische Freundinnen und Freunde hatten sich in Leipzig versammelt: Die Empörung, Trauer und der Protest sind riesengroß! Eine NAV-DEM-Sprecherin berichtete von der aktuellen Situation in Nordsyrien. Jeden Abend um 18 Uhr wird in dieser Woche auf dem Willi-Brandt-Platz eine Kundgebung gegen die türkische Agression stattfinden!

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw04/658-montagsdemo-fordert-mit-ueber-300facher-stimme-stoppt-die-angriffe-auf-afrin

Aus: Ausgabe vom 24.01.2018, Seite 1   / Titel

Aus: Ausgabe vom 24.01.2018, Seite 1   / Titel

Wut auf Kriegstreiber
Der Feldzug Erdogans gegen das nordsyrische Afrin weitet sich aus. Kurdische Verbände bezeichnen Deutschland als »indirekte Kriegspartei«
Von Peter Schaber



Von den früheren »Partnern« verraten: Kurden in Europa planen Massenproteste gegen den Angriffskrieg der Türkei
Foto: Boris Roessler/dpa
Im Angriffskrieg gegen den mehrheitlich kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens konnte die türkische Armee auch am dritten Tag des Angriffs keine entscheidenden Fortschritte vermelden. In mehreren Dörfern am Rande der Provinz kam es auch am Dienstag zu schweren Gefechten. Mit Ankara verbündete islamistische Gruppierungen versuchten, unterstützt von Luftwaffe und Artillerie von Westen, Süden und Osten nach Afrin einzudringen.

Am Dienstag begann sich zudem abzuzeichnen, dass die Auseinandersetzungen sich über den im Nordwesten Syriens gelegenen Kanton Afrin hinaus ausweiten könnten. In der Nacht zum Dienstag kam es auch außerhalb des umkämpften Gebiets zu Mörserbeschuss, so zum Beispiel in der Gegend um die Kleinstadt Dêrik. Lokale Quellen berichteten gegenüber junge Welt zudem von kurzen Grenzscharmützeln in Serekaniye und Qamislo. Im Grenzgebiet zwischen dem Nordirak und der Türkei griffen Guerillakräfte der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zudem Außenposten der Armee Ankaras an.

In der Türkei versucht die Regierung jede Opposition gegen ihren Feldzug zu kriminalisieren. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajans meldete, allein am Montag seien 91 Menschen wegen »schwarzer Propaganda« festgenommen worden. Über die monopolisierte Medienlandschaft und auf Linie gebrachte Institutionen wird eine nationalistische Hysterie erzeugt. Alle großen Fußballvereine priesen die in Afrin mordende Soldateska, die Religionsbehörde Diyanet lässt für den »Heiligen Krieg« beten. Letztere unterhält auch einen Ableger in Deutschland: den Moscheenverband DITIB. Presseberichten zufolge werden seit Sonntag auch in hiesigen AKP-nahen Moscheen die Siegessuren zur Unterstützung des Einmarsches gelesen. Bereits vor mehreren Monaten war DITIB in den Fokus der Behörden geraten. Der Vorwurf: Agententätigkeit für die Türkei.

Mobil machen auch die Kriegsgegner. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Linke und Grüne rufen zu Aktionen gegen die türkische Invasion auf. Die kurdische Exilcommunity hat einen »Aktionsplan« für die kommenden Wochen erstellt. »Wir wollen unser demokratisches Recht auf Protest nutzen, um auf diesen barbarischen Krieg aufmerksam zu machen«, kündigt die linke kurdische Exilpolitikerin Leyla Imret gegenüber jW an. »Wir wollen auch noch einmal deutlich machen: Die Völker Syriens – Assyrer, Araber und Kurden – werden derzeit mit deutschen Waffen angegriffen. Bisher sind dabei 21 Menschen gestorben, darunter auch Kinder«, betont die frühere Bürgermeisterin der südostanatolischen Stadt Cizre, die selbst aus der Türkei fliehen musste.

Die Stimmung unter der kurdischen Exilbevölkerung beschreibt Imret als angespannt. »Die Menschen sind wütend auf Russland und die USA. Und auf Deutschland. Wie könnte es anders sein? Hier wird mit deutschen Panzern gemordet, und die Regierungen schweigen.« Deutlich wird die Empörung über die Rolle des Westens und Moskaus auch in dem Aufruf des Demokratischen Gesellschaftszentrums der Kurdinnen und Kurden in Deutschland (NAV-DEM), das mit über 200 Mitgliedsvereinen zu den größten Dachverbänden von Migrantenorganisationen in der BRD zählt: Man rufe dazu auf, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, denn diese sei wegen ihrer Waffenlieferungen »indirekte Kriegspartei«. Um das zu erreichen, sei für das Wochenende eine bundesweite Massendemonstration geplant.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325929.wut-auf-kriegstreiber.html
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« Antworten #93 am: 24. Januar 2018, 06:58:22 »

NAV-DEM ruft zur bundesweiten Großdemonstration in Köln auf
Der kurdische Dachverband NAV-DEM betrachtet die Bundesrepublik als „indirekte Kriegspartei“ in Efrîn und ruft für den kommenden Samstag zu einer Großdemonstration in Köln auf.




Während deutsche Panzer nach Efrîn rollen und die Bundesregierung sich darauf beruft, keine genauen Erkenntnisse darüber zu haben, ruft NAV-DEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.) zu einer bundesweiten Demonstration in Köln auf.

Wir dokumentieren den Aufruf:

„Am Samstag, dem 20. Januar 2018, hat die türkische Armee ihren Überfall auf die Demokratische Föderation Nordsyrien offiziell begonnen. Unter dem zynischen Namen „Operation Olivenzweig“ steht der Kanton Afrin im Nordwesten Syriens seit Tagen unter massivem Beschuss durch die türkische Artillerie und türkische Kampfjets. Mit dutzenden Luftangriffen wurden zivile Viertel Afrins und Stellungen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) bombardiert. Eingesetzt werden bei diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auch deutsche Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2". Auch ein Camp, in dem über 500.000 Geflüchteten aus anderen Teilen Syriens Zuflucht gefunden haben, wurde nicht verschont. Die türkische Besatzungsarmee rückt gemeinsam mit islamistischen Verbänden der so genannten „Freien Syrischen Armee“ an fünf Fronten auf Afrin vor. Im Norden Afrins finden zurzeit schwerste Gefechte zwischen den Selbstverteidigungseinheiten der Bevölkerung und der türkischen Armee statt. Die Kräfte der YPG/YPJ leisten erbitterten Widerstand und wehren unter größter Opferbereitschaft den türkischen Vormarsch ab. Erdogan hat angekündigt, dass die Besatzung Afrins nur der erste Schritt in einem umfassenden Vernichtungsfeldzug gegen ganz Rojava und die gesamte Demokratische Föderation Nordsyrien sein soll. Allein die Bilanz der ersten drei Tage ist erschreckend; 18 ZivilistInnen wurden ermordet und drei KämpferInnen sind im Widerstand gefallen. Es gibt über 23 verletzte ZivilistInnen.“

Selbstbestimmung in Nordsyrien soll zerstört werden

„Der türkische Staat versucht in Afrin das demokratische Projekt, das unter größten Anstrengungen und schweren Opfern in den nunmehr fünf Jahren der Revolution aufgebaut und verteidigt wurde, zu zerschlagen In Afrin wird nicht nur eine Stadt bombardiert. Die Bomben der türkischen Armee sollen die Errungenschaften dieser Revolution vernichten. Das gesellschaftliche Projekt des Demokratischen Konföderalismus basiert auf den Prinzipien von Frauenbefreiung, Ökologie und einer radikalen Demokratie. In Nordsyrien haben sich die Völker der Region ein gemeinsames Leben erkämpft, jenseits von Nationalismus, religiösem Sektierertum und imperialistischer Fremdbestimmung. In Nordsyrien wird heute eine Gesellschaft aufgebaut, in der Frauen ihre Geschicke selbstbestimmt in die Hand nehmen und autonome Frauenorganisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen stattfindet. Diese Frauenrevolution ist die Garantie für den Erfolg der Revolution in Rojava. Die Revolution in Nordsyrien ist ein Frühling der Frauen und nie werden sie den Frühling aufhalten können. Mit einer kommunalen Ökonomie und einer basisdemokratischen Räteverwaltung wird versucht, ein Leben jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und staatlicher Bevormundung aufzubauen.“

Gestern Kobanê, heute Efrîn

„Während Kobanê von den Mörderbanden des sogenannten Islamischen Staats belagert wurde, sind wir in Europa und auf der ganzen Welt zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen, um genau diese Werte und diese Revolution gemeinsam zu verteidigen. Genau wie damals muss heute klar sein: Das Schicksal der Revolution in Nordsyrien und des Mittleren Ostens steht heute in Afrin auf dem Spiel.“

Türkischer Überfall mit internationaler Unterstützung

„Genau wie damals gilt es heute, auch und insbesondere hier in Deutschland, Widerstand zu entwickeln. Es ist offensichtlich, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren. Es ist die nahezu bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara überhaupt erst dazu ermutigt hat, einen derartigen Völkerrechtsbruch zu unternehmen. Zu guter Letzt ist es die direkte Unterstützung des Innenministeriums hier in Deutschland, mit der Protest von vornherein durch das Verbot sämtlicher kurdischer Flaggen und die andauernde und schärfer werdende Kriminalisierung gegen kurdische Organisationen unterdrückt wird.“

Bundesrepublik ist indirekte Kriegspartei

„Weil Deutschland indirekt eine Kriegspartei in Afrin ist, gilt es den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen und unseren Protest auf die Straße zu tragen. Mit dem Geist von Kobanê müssen wir uns heute zusammentun, organisieren und gemeinsam zur Aktion schreiten, denn morgen schon könnte es zu spät sein. Afrin ist von allen Seiten umzingelt, also müssen wir die Luftröhre dieser Revolution sein.“

An alle, die nicht länger zusehen wollen

„Wir rufen daher all jene, die sich mit den Werten dieser Revolution identifizieren können, all jene, für die Rojava und die Demokratische Föderation Nordsyrien in den letzten Jahren zur Hoffnung und Inspiration wurde und all jene, die nicht mehr länger zusehen wollen, wie die Bundesregierung sich erneut vor allen Augen zum Komplizen eines weiteren Massakers macht: Kommt zur bundesweiten Demonstration in Köln am Samstag, den 27. Januar und schließt euch auch darüber hinaus in euren Städten und Vierteln zu dezentralen Protestaktionen zusammen.

Wir rufen euch zudem, also die Öffentlichkeit in Deutschland, dazu auf, eure Solidarität mit Afrin zu zeigen und euch mit uns gemeinsam gegen die Kriegspolitik der AKP im Mittleren Osten zu stellen! Lasst uns gemeinsam unsere Stimmen für den Frieden erheben!

Organisiert Busse, teilt uns die Busabfahrtszeiten mit, mobilisiert zur Demo und kommt! Der genaue Beginn der Demonstration in Köln wird noch bekannt gegeben.“

Quelle

https://anfdeutsch.com/aktuelles/nav-dem-ruft-zur-bundesweiten-grossdemonstration-in-koeln-auf-1811




teilt auf FB das Event

https://www.facebook.com/events/556285164730374/?active_tab=about

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« Antworten #94 am: 24. Januar 2018, 14:16:40 »

MLKP Rojava: Wir nehmen am Widerstand von Efrîn teil
„Der türkische Staat wird sein Ziel nicht erreichen. Russland und die anderen imperialistischen Mächte, die die Türkei unterstützen, werden in der Revolution des Mittleren Ostens den Platz einnehmen, den sie sich verdienen.“




In einer schriftlichen Stellungnahme gab die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei Rojava bekannt, dass sie gemeinsam mit den Kämpfer*innen der YPG, YPJ und QSD Widerstand gegenüber den Besatzungsabsichten des türkischen Staates leisten.

„Die Kämpfer*innen der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei Rojava haben ihren Platz innerhalb der Widerstandsfront eingenommen und führen Krieg gegen die Besatzer. Im Widerstand von Serêkaniyê und Kobanê trugen die MLKP-Kämpfer*innen das Siegesfeuer nach den Angriffen des türkischen Staates und seiner Banden. Jetzt sind sie in Efrîn und kämpfen gezielt gegen den imperialistischen, türkischen Staat.

Mit einer Besatzung von Efrîn beabsichtigt der türkische Staat, die Revolution von Rojava zur Niederlage zu zwingen. Der faschistische Kommandant des Besatzerkrieges und Diktator Erdoğan geniert sich nicht, dies in jeder seiner Reden zu erwähnen. In der Vergangenheit sagte er, dass Kobanê jeden Moment fallen würde. Jetzt sagt er, dass Efrîn innerhalb einer Woche dem Boden gleichgemacht wird. Was auch immer in Kobanê geschah, wird auch in Efrîn geschehen. Erdoğan wird verlieren.

Der türkische Staat wird sein Ziel nicht erreichen. Russland und die anderen imperialistischen Mächte, die die Türkei unterstützen, werden in der Revolution des Mittleren Ostens den Platz einnehmen, den sie sich verdienen.

Überall in Rojava ist der Geist des Widerstandes und des Kampfes mit seiner ganzen Vitalität vertreten.

Die Völker der Türkei, die Revolutionär*innen, die Unterdrückten, Intellektuellen und alle Personen, die sich für Menschlichkeit einsetzen, sollen ihre Stimmen gegenüber den Drohungen und Erpressungen des Diktators Erdogan erheben und auf die Straßen gegen, um Widerstand gegen diesen Besatzungskrieg zu leisten.“

Quelle

https://anfespanol.com/derechos-humanos/llamado-de-las-sdf-a-la-comunidad-internacional-turquia-comete-un-crimen-2426

Biji MLKP! Cool
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« Antworten #95 am: 24. Januar 2018, 14:42:32 »

Die Eröffnung einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung durch die Türkei ist grausam und betrifft nicht nur die Kurden einzelner Regionen, sie hat auch globale Folgen. Die Verrohung der Politik, die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen mit militärischen Mitteln, darf nicht einfach hingenommen werden.

Vielen hierzulande scheint diese Auseinandersetzung unendlich weit entfernt zu sein. Sie ist es nicht. In diesem Krieg rollen deutsche Panzer. Die Bundesregierung unterstützt in vielerlei Hinsicht den Autokraten und Kriegstreiber Erdogan. In Deutschland sind rund 3 Millionen Menschen "türkischstämmig". 800 000 gelten als "kurdischstämmig". Es ist zu befürchten, daß sich unter ihnen auch hier nationistische Gräben vertiefen und Konflikte verstärken, statt sich gemeinsam mit Deutschen gegen den Autokraten Erdogan und die Kriegstreiberei zu wehren.

Rappelkuistenrebell, dein Engagement in der Sache ehrt dich, doch die Vielzahl an Postings und die teilweise unangenehmen Bilder wirken eher abschreckend und damit kontraproduktiv.
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« Antworten #96 am: 24. Januar 2018, 18:40:11 »

Lieber Admin,ich stimme Dir zu und natürlich sind Bilder von Krieg in der Regel grausam.Doch da wird vom faschistischen Erdogan Regime auch mit Hilfe des brd Regimes und anderer "westlicher Staaten" ein Völkermord betrieben.Wer ernsthaft glaubt,Erdogan handelt auf eigene Faust alleine,der glaubt auch ein Schwanz wedelt mit dem Hund.
Leider sind hier viele Linke absolut desinteressiert an dem,was da in Nordsyrien vor sich geht.....immer die große Klappe aufreissen und Kränze abwerfen zu bestimmten Jahrestagen und "Alerta Alerta" plärren hinter Polizeischutz.Aber mit Erdogan ist ein Faschist und Hitlerverehrer am mörderischen Werk.In der Türkei und außerhalb der Türkei verfolgt und ermordet er Linke.Wie zB die drei berühmten Frauen in Paris.Das brd Regime geht Erdogans Verbrecherwerk zur Hand in dem hier türkische,kurdische und arabische Linke verstärkt überwacht,in Gefängisse gesteckt werden,ausgewiesen werden in direkter Folterhaft oder gar mit Mc Carthy artigen Schauprozessen in der brd überzogen werden wie zB in Nürnberg und einigen anderen Städten auch.Solidarität der meisten deutschen Linken läßt arg zu wünschen übrig.  cry
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Stadt Köln möchte mit inakzeptablen Auflagen Demonstrationsteilnehmer schikanieren

#Pressemitteilung von NAV-DEM e.V., 24.01.2018

„Das gestrige Kooperationsgespräch hat gezeigt, dass die Stadt Köln erneut mit allen Mitteln unsere geplante Großdemonstration schikanieren möchte. Erneut wird nicht gestattet, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration mit Lebensmitteln versorgt werden können. All unsere Kompromissvorschläge wurden rigoros abgeschmettert“, kritisiert Ayten Kaplan, die Ko-Vorsitzende des Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM), die Haltung der Stadt Köln bezüglich der für Samstag angekündigten Großdemonstration „Die Alternative lebt! Überall ist Afrin – überall ist Widerstand!“

„Wir erwarten bis zu 20.000 Menschen zu dieser wichtigen Demonstration gegen die Kriegspolitik des türkischen Staates. Die Menschen werden von überall aus Deutschland nach Köln reisen, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Vor diesem Hintergrund sind die Auflagen der Stadt Köln schlichtweg skandalös. Wir fragen uns, ob die Stadt mit diesen Schikanen uns dazu drängen will, keine Demonstrationen mehr in Köln zu veranstalten? Aus unserer Sicht ist das nicht akzeptabel. Wir werden rechtlich gegen diese Auflagen vorgehen“, erklärt die Ko-Vorsitzende des größten kurdischen Dachverbands in Deutschland.

Auch Rechtsanwalt Yener Sözen, der die NAV-DEM Ko-Vorsitzende zum Kooperationsgespräch begleitete, kritisiert die Auflagen der Stadt Köln. „Ein Thema dieses Gespräches war der Wunsch meiner Mandantin, die TeilnehmerInnen kostenlos durch Ausgabe von Getränken und Fingerfood zu versorgen. Dies hat die Stadt rigoros abgelehnt und wird diese in den Auflagen ihres Bescheides verbieten. Ein Alternativvorschlag unsererseits, die Grundversorgung der Menschen durch das Deutsche Rote Kreuz zu gewährleisten, wurde ebenfalls abgelehnt“, so Sözen.

NAV-DEM hat für Samstag zu einer bundesweiten Großdemonstration in Köln aufgrund des türkischen Angriffskrieges gegen den nordsyrischen Kanton Afrin aufgerufen. Die Auftaktkundgebung der Demonstration beginnt um 10 Uhr am Ebertplatz. Zudem finden auf Aufruf von NAV-DEM bereits seit letzten Samstag täglich in zahlreichen Städten Deutschlands lokale Demonstrationen gegen die Kriegspolitik des türkischen Staates statt.
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« Antworten #97 am: 24. Januar 2018, 19:39:38 »

EFRIN
Erklärung des Zentralkomitees der MLPD jetzt als Flugblatt
Die Erklärung des Zentralkomitees der MLPD vom 23. Januar 2018; überschrieben mit: "Eine neue Phase im imperialistischen Krieg um Syrien ist eingeleitet: Stoppt den faschistischen Angriffskrieg der Türkei gegen Afrin und die Demokratische Föderation Nordsyrien/Rojava!" gibt es jetzt auch als gestaltetes Flugblatt

Von ffz
Mittwoch,  24.01.2018,  18:24 Uhr



Wie erste Einsätze mit der Erklärung zeigen stößt sie auf ein sehr starkes Interesse. Jetzt kann sie auch als fertig gestaltetes Flugblatt eingesetzt werden.

 

Egal ob auf einer der vielen Solidaritätsdemos mit Efrîn, die in diesen Tagen stattfinden oder im Kollegenkreis, an der Universität oder in der Schule - die Erklärung liefert genau die richtigen Argumente um durchzublicken. Deshalb ist es wichtig, sie jetzt breit einzusezten.

Hier gibt es das Flugblatt als pdf-Datei zum herunterladen, ausdrucken und verteilen!

https://www.rf-news.de/2018/kw04/mlpd_flugblatt_zk_erklaerung_afrin_web.pdf

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« Antworten #98 am: 24. Januar 2018, 22:20:58 »

...
Leider sind hier viele Linke absolut desinteressiert an dem,was da in Nordsyrien vor sich geht.....immer die große Klappe aufreissen und Kränze abwerfen zu bestimmten Jahrestagen und "Alerta Alerta" plärren hinter Polizeischutz.
...
Solidarität der meisten deutschen Linken läßt arg zu wünschen übrig.  cry
...

Dem kann ich nicht zustimmen. Warte doch mal ab, wie sich das in Kürze
in D entwickelt,.

Das der Leo 2 nun gegen das kurdische Volk eingesetzt wird, wird nicht von
Linken in D übersehen oder ignoriert..

Nicht nur die MLPD ist da am akkern..  Wink

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« Antworten #99 am: 25. Januar 2018, 10:30:14 »

Natürlich gibt es z.B in der Linkspartei sehr deutliche Stimmen gegen den AKP Faschismus wie Sevim Dagdelen oder Özlem Demirel. Auch die DKP,KPD und Arbeit Zukunft sind in diesem Bereich jetzt sehr aktiv.Die MLPD hat zu den kurdischen Organisationen den engsten Draht,da sie als einzige kommunistische Organisation schon seid dem PKK Verbot 1993 bedingungslos an der Seite des kurdischen Freiheitskampfes steht.Das ist auch der Grund wieso in zahlreichen kurdischen Veranstaltungen oder Group Yorum Konzerten usw immer die MLPD Repräsentanten Reden halten durften.
Auch Arbeit Zukunft hat einen engen Draht zu kurdischen und türkischen Organsationen.Nur sind Arbeit Zukunft eine kleine Gruppe.Früher waren sie "Roter Morgen" und wesentlich größer gewesen.
Es ist notwendig die Solidarität und politische Aktion jetzt zu verstärken und auch die Rolle der brd in diesem Krieg zu themathisieren!
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