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Autor Thema: 19.3. Truckeraktivisten aus Rußland in Hamburg  (Gelesen 610 mal)
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Beiträge: 2138


« am: 09. März 2017, 19:43:41 »

Jour Fixe Gewerkschaftslinke lädt ein zu Information und Diskussion
Am Sonntag, 19.3.2017 um 16°° Uhr in der Dillstr. 19 (Bus 4 und 5 bis Haltestelle Grindelhof)

Truckeraktivisten aus Rußland auf Deutschlandtour


Die Transportbranche stellt das Rückgrat der Wirtschaft der. Ein Stocken in diesem Bereich hätte in Zeiten der Just-in-time-Produktion Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft.
Mit der Liberalisierung der Branche befinden sich die Transportpreise, ebenso wie die Arbeitsbedingungen, im freien Fall. Die deutsche Wirtschaft profitiert davon, daß die Fahrer des internationalen Gewerbes gegeneinander ausgespielt werden und Osteuropäische Fahrer zu Hungerlöhnen in Westeuropa arbeiten. Es gibt wenig Solidarität und wenig Organisierung unter den Fahrern.

Umso erstaunlicher ist es, daß es auch ohne Organisationsstrukturen zu spontanen Arbeitskämpfen kam. 2016 kam es zu einem landesweiten wilden Streik der Fahrer in Belgien. Und bereits Ende November 2015 legten die Fahrer in Rußland spontan ihre Arbeit nieder gegen die Einführung einer Straßenmaut. Den russischen Behörden gelang es auch mit massiver Repression nicht, den Kampfeswillen tausender Fahrer zu brechen. Der Arbeitskampf war die bedeutendste oppositionelle Bewegung, der sich die russische Regierung 2015/16 ausgesetzt sah. Am Ende des fünfmonatigen Arbeitskampfes gründeten sie als gewerkschaftsähnlichen Organisation (offen für angestllte Fahrer, Kleinunternehmer und andere Beschäftigte des Gewerbes) den "Verband der Transportarbeiter Rußlands" OPR. Mit dieser Organisation begannen LKW Fahrer auch andere soziale- und Arbeitskämpfe zu unterstützen, wie protestierende Bauern oder streikende Bergarbeiter. Die Aktivitäten wurden mit einer staatlichen Repressionwelle beantwortet.

Sie planen nach ihrer Rückkehr aus Deutschland, in einen erneuten landesweiten Arbeitskampf zu treten.

Vier Gründungsmitglieder der kämpferischen Fahrerorganisation suchen nun den Kontakt zu Kollegen, Gewerkschaftern und politischen Aktivisten in Deutschland. Sie werden begleitet von zwei Unterstützerinnen, der in Deutschland lebenden Kulturwissenschaftlerin Olga Reznikova und der in Moskau lebenden deutschen Journlistin Ute Weinmann, die auch dolmetschen werden.



Interview mit Olga Reznikova im Streikcamp Chimki https://youtu.be/OWA6yOV_wpA
Interview mit Olga Reznikova zur Gründung der OPR https://youtu.be/92kPigFZHN0

Dossier zum Thema bei LabourNet Germany http://www.labournet.de/?p=91255
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